Dezember 31st, 2020 by Silversurger

Nur ein paar Stunden noch, dann haben wir dieses dämliche Jahr hinter uns. Die meisten MLB-Teams befinden sich, was relevante Neuigkeiten angeht, im zwischenjährlichen Tiefschlaf. Allein im sonnigen Südkalifornien will man von Winterruhe nichts wissen – von Böllerverbot offenbar auch nicht, denn sonst hätten die San Diego Padres das Jahr wohl kaum mit derartigen Paukenschlägen beendet wie den Trades für Blake Snell und Yu Darvish.  

Die Padres gehen auf’s Ganze
Die Saison 2020 war das Breakout-Jahr für ein hochtalentiertes Padres-Team, das sich sowohl in der NL West als auch in den Playoffs lediglich dem späteren World Champion Los Angeles Dodgers unterordnen musste. Mangelnde Tiefe der Pitching-Rotation war die einzige größere Schwäche der Padres, insbesondere nachdem Mike Clevinger zum Ende der Saison eine Tommy-John-Surgery benötigte. Doch diese Schwäche dürfte nach dem Trade-Doppelschlag von Anfang der Woche nun auch Geschichte sein.
Im ersten spektakulären Move lotsten sie am Sonntag Blake Snell von den Tampa Bay Rays nach San Diego. Der Cy-Young-Gewinner von 2018 ist einer der Top-Pitcher der Liga mit einem ERA von 2.85 über die letzten drei Jahre. Die Rays erhalten als Gegenwert ein dickes Paket hochkarätiger Talente, bestehend aus den Catchern Francisco Mejia (25) und Blake Hunt (22) sowie den Pitchern Luis Patino (21) und Cole Wilcox (21).
Am Montag folgte der nächste Kracher in Form eines Trades mit den Chicago Cubs. Die Cubs geben mit Cy-Young-Finalist Yu Darvish den besten Starting Pitcher ihres Teams her und mit Victor Caratini einen soliden Catcher. Für Chicago stellt sich so langsam die Frage, ob die Cubs unter ihrem neuen Front Office in eine Art Rebuild gehen, nachdem vor Darvish und Caratini bereits Kyle Schwarber und Albert Almora weggeschickt wurden und sich um Kris Bryant und Willson Contreras hartnäckig Trade-Spekulationen ranken. Die Gegenleistung der Padres an die Cubs besteht außer Rechtshänder Zach Davies aus Hoffungssträgern für die relativ ferne Zukunft mit den Shortstops Reginald Preciado (17) und Yeison Santana (20) sowie den Outfieldern Owen Caissie (20) und Ismael Mena (18).
Als wäre die Aufrüstung mit Snell, Darvish und Caratini innerhalb von 24 Stunden nicht schon beeindruckend genug, haben die Padres im selben Zeitfenster auch noch eine internationale Neuverpflichtung klar gemacht: Von den koreanischen Kiwoom Heroes holen sie Infielder Ha-Seong Kim. Der 25-Jährige bekommt einen Vierjahresvertrag über 25 Millionen Dollar, zudem fließen 5 Millionen Ablöse an den abgebenden Verein. Mit einer Slashline von .307/.393/.500 und 49 Homeruns in den letzten beiden Jahren war Kim einer der Top-Hitter der KBO. Er soll für die Padres voraussichtlich an der zweiten Base spielen.

Josh Bell zu den Nationals 
Die Washington Nationals waren am Weihnachtsabend noch shoppen, um sich einen neuen First Baseman zu gönnen. Josh Bell kommt von den Pittsburgh Pirates im Austausch gegen die beiden Minor-League-Pitcher Wil Crowe und Eddie Yean. Wie nahezu das gesamte Pirates-Lineup hatte Bell in der Kurz-Saison 2020 eine schwierige Zeit (.226/.305/.364), davon abgesehen war der 28-Jährige Switch-Hitter in den letzten Jahren eine verlässliche Größe. Der All-Star von 2019 geht in sein zweites Arbitration-Jahr, das heißt die Nationals haben ihn 2021 und 2022 für relativ überschaubares Geld unter Kontrolle.
Ob die Gegenleistung, die die Pirates bekommen, die Abgabe von Bell wert ist, wird sich erst im Laufe der Jahre zeigen. Der 26-jährige Crowe galt lange als eines der besseren Prospects der Nationals, aber er brauchte viel Zeit in den niedrigeren Minor Leagues und konnte bei seinen wenigen AAA- und MLB-Einsätzen nicht überzeugen. Die größeren Hoffnungen ruhen auf Yean, der allerdings erst 19 Jahre alt ist und noch ein paar Jahre benötigen wird, um sein Arsenal rund um einen 97mph-Fastball zur Major-League-Reife zu verfeinern.

Japanischer Hoffnungsträger für die Rangers 
Weihnachtsgeschenke gibt es in den USA üblicherweise am 25. Dezember. Dieses Jahr waren an dem Tag die Texas Rangers die einzigen, die sich ein solches in Form eines neuen Spielers gemacht haben. Der 28-jährige Pitcher Kohei Arihara kommt von den Hokkaido Nippon Ham Fighters aus der japanischen NPB. Der Rechtshänder erhält 6,2 Millionen Dollar für einen Zweijahresvertrag, zudem müssen die Rangers eine Ablöse von 1,24 Millionen nach Japan überweisen. Arihara hat in den vergangenen sechs Jahren 836 Innings mit einem ERA von 3.74 absolviert. 2019 hatte er sein bislang bestes Jahr mit einem ERA von 2.46. Seine Hauptpitches sind ein Fastball in den niedrigen 90ern, ein Changeup und ein Slider. Zudem hat er vier weitere Pitches im Arsenal – eine ungewöhnlich breite Auswahl, die ihn für gegnerische Hitter schwer berechenbar macht.

Reliever finden ein Zuhause
Zwei kleine Neuverpflichtungen habe ich noch zu melden: Die Minnesota Twins haben sich mit Relief Pitcher Hansel Robles auf einen Einjahresvertrag geeinigt. Der Rechtshänder erhält dafür 2 Millionen Dollar, die er durch leistungsbezogene Bestandteile um weitere 0,5 Millionen aufstocken kann. Auch die Philadelphia Phillies bekommen Hilfe für den Bullpen: Durch einen Dreieckstrade mit den Rays und den Dodgers, in dessen Zuge mehrere Minor Leaguer getauscht wurden, erhalten sie den linkshändigen Reliever José Alvarado

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Dezember 17th, 2020 by Silversurger

Die Vorbereitungen der MLB-Teams auf die Saison 2021 laufen auf Hochtouren – wann und in welcher Form diese angesichts der Pandemielage stattfinden wird, ist allerdings noch offen. Die Meldungen, die dazu bisher durchgedrungen sind, lassen auf Uneinigkeit zwischen der Ligaleitung und der Spielergewerkschaft schließen: Die MLB denkt offenbar darüber nach, den Saisonstart vom 1. April auf Mai zu verschieben und den Spielplan entsprechend zu kürzen. Die MLBPA hingegen besteht auf einer vollen 162-Spiele-Saison, die nach ihrer Ansicht unter den Sicherheits- und Hygieneregeln der vergangenen Saison zu verantworten wäre. Diese gerade erst begonnene Diskussion wird uns in den nächsten Wochen sicher noch beschäftigen. Bis auf Weiteres sind die Teams angewiesen, sich auf einen pünktlichen Start des Spring Trainings Ende Februar einzustellen.

Die Indianer von Cleveland sind Geschichte
Für ein Team wird 2021 die letzte MLB-Saison werden, jedenfalls unter dem aktuellen Namen: Nach jahrelangen Diskussionen um den rassistischen Gehalt der Bezeichnung „Indians“ hat der Klub aus Cleveland entschieden, diese abzulegen. Anders als das „Washington Football Team“, das sich von einem Tag auf den anderen vom Wort „Redskins“ trennte, werden die Indians mit dem in Ungnade gefallenen Titel noch ein Jahr lang auf Abschiedstournee gehen. Bis 2022 soll ein neuer Teamname gefunden werden. Als früher Favorit gilt „Cleveland Spiders“, der Name eines von 1889 bis 1899 bestehenden National-League-Klubs.

MLB zollt Negro Leagues Anerkennung
Apropos Rassismus: Die MLB gab gestern einen bedeutenden symbolischen Schritt im Zuge der eigenen Vergangenheitsbewältigung bekannt. Sieben sogenannte Negro Leagues der Jahre 1920 bis 1948 werden im Nachhinein offiziell als Major Leagues anerkannt. Das bedeutet, dass die 3.400 Spieler dieser Ligen mit all ihren Leistungen, Statistiken und Rekorden nun offiziell als Major Leaguer gelten. Die MLB hatte jahrzehntelang per Absprache unter den Ownern dunkelhäutige Spieler vom professionellen Baseball ausgeschlossen und diese in den finanziell und infrastrukturell benachteiligten Negro Leagues abgesondert. Erst 1947 endete mit dem Einsatz von Jackie Robinson für die Los Angeles Dodgers die Rassentrennung im US-Baseball.

Phillies engagieren Dombrowski
Die Philadelphia Phillies haben zum ersten Mal einen President of Baseball Operations. Für den neu geschaffenen Posten wurde Dave Dombrowski gewonnen, der damit im Wesentlichen die Nachfolge des zurückgetretenen General Managers Matt Klentak antritt. Der 64-jährige Dombrowski bringt 31 Jahre Erfahrung auf verantwortungsvollen Posten in diversen MLB-Franchises mit. Er ist der einzige General Manager, der drei verschiedene Klubs – die Marlins, die Red Sox und zweimal die Tigers – in die World Series geführt hat. Gewonnen hat er diese 1997 mit Miami und 2018 mit Boston. Dass Dombrowski den Job in Philadelphia angenommen hat, kommt etwas überraschend, denn ursprünglich hatte er nach seinem Rauswurf in Boston 2019 angekündigt, an einem weiteren MLB-Job nur dann interessiert zu sein, wenn er die Verantwortung für ein neu zu gründendes Team in Nashville übernehmen kann. Offenbar änderte er seine Meinung, nachdem die Liga deutlich machte, dass eine Erweiterung für die nächsten zwei Jahre kein Thema ist.

Neuer GM und neuer Catcher für die Mets
Auch die New York Mets haben einen neuen Funktionär am Start: Jared Porter wird General Manager in Queens und damit die rechte Hand von Sandy Alderson im neu strukturierten Front Office der Mets. Porter war zuletzt Assistenz-GM bei den Arizona Diamondbacks und zuvor in verschiedenen Rollen rund um die Spielerbeobachtung und -entwicklung bei den Chicago Cubs und den Boston Red Sox tätig gewesen.
Auch auf dem Feld konnten die Mets eine Lücke schließen: Catcher James McCann wird die nächsten vier Jahre in New York spielen. Der 30-Jährige galt als zweitbester Catcher der diesjährigen Free-Agent-Klasse hinter J. T. Realmuto und dürfte für die Mets eine deutliche Verstärkung sein. Die Unterschrift unter den Vertrag ist für ihn 40,6 Millionen Dollar wert.

Weitere Neuverpflichtungen
Außer McCann haben auch die folgenden MLB-Spieler diese Woche einen neuen Arbeitgeber gefunden: SP Anthony DeSclafani (San Francisco Giants, 1 Jahr, 6 Millionen Dollar), C Mike Zunino (Tampa Bay Rays, 1 Jahr plus Vereinsoption, 3 Millionen), OF Hunter Renfroe (Boston Red Sox, 1 Jahr, 3 Millionen), OF David Dahl (Texas Rangers, 1 Jahr, 3 Millionen), RP Greg Holland (Kansas City Royals, 1 Jahr, 2,75 Millionen), RP Keynan Middleton (Seattle Mariners, 1 Jahr, 800.000).

Zudem gab es zwei kleine Trades, beide mit Beteiligung der Texas Rangers: RP Rafael Montero wechselt im Austausch gegen zwei Minor-League-Prospects von Texas zu den Seattle Mariners. In einem Handel mit den Tampa Bay Rays, in den auf beiden Seiten mehrere Minor Leaguer involviert sind, kommt C Nate Lowe zu den Rangers. 

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Oktober 29th, 2020 by Silversurger

Die MLB-Saison 2020 ist Geschichte. In den Los Angeles Dodgers hat sie einen würdigen und verdienten Champion gefunden, der die Tampa Bay Rays in einer mitreißenden Finalserie mit 4:2 besiegte. 

Was wird hängen bleiben von dieser World Series? Vermutlich vor allem die Entscheidung von Rays-Manager Kevin Cash in Spiel sechs, seinen bis dahin überragenden Starter Blake Snell früh auszuwechseln – die Dodgers drehten direkt im Anschluss daran das Spiel zu ihren Gunsten. In Erinnerung bleiben sicher auch die starken Schlagleistungen von World-Series-MVP Corey Seager und von Tampas Rookie-Sensation Randy Arozarena sowie das verrückte Comeback der Rays in Spiel vier.

Die World Championship 2020 wird für immer eine kleine Fußnote tragen, weil sie wegen der Coronapandemie „nur“ eine verkürzte Saison krönt. Das soll die Leistung der Dodgers aber in keiner Weise schmälern – überzeugender als sie kann man weder die reguläre Saison noch die Playoffs dominieren. Apropos Corona: Die Pandemie hat die MLB-Postseason glücklicherweise weitgehend verschont. Quasi in letzter Sekunde holte sie sich dann aber doch wieder einen Platz in den Schlagzeilen. Justin Turner wurde nach dem siebten Inning ausgewechselt, weil während des Spiels ein Testergebnis eintraf, dass ihn als Covid-19-positiv auswies. Warum Turner erst nach sieben Innings raus musste, obwohl die MLB das Ergebnis wohl schon im zweiten Inning kannte, warum es nicht schon vor dem Spiel vorlag und vor allem warum Turner nach dem Spiel seine Mitspieler umarmen und für Fotos posieren durfte, wird wohl noch für einige Zeit Diskussionsstoff bieten.

Der Vollständigkeit halber noch ein kurzer Rückblick auf das letzte Spiel in der Form, wie ich ihn schon zu den Spielen 1 und 2 bzw. 3 bis 5 geschrieben hatte:

World Series, Spiel 6
Die Rays gingen als Favorit in diese Partie, weil das Pitching-Matchup klar für sie zu sprechen schien: Sie schickten Blake Snell ins Rennen gegen Tony Gonsolin, von dem klar war, dass er nicht mehr als der Opener eines Bullpen-Spiels der Dodgers sein würde. Tatsächlich übernahmen die Rays schon im ersten Inning die Führung durch einen Solo-Homerun von Randy Arozarena. Der Rookie baute seine Postseason-Rekorde damit auf 10 Homeruns und 29 Hits aus. Für die Dodgers hingegen erwies sich Snell als nahezu unhitbar. Der Starter der Rays brachte es auf 9 Strikeouts in 5.1 Innings, ließ kaum harten Kontakt zwischen Ball und Schläger zu und wurde dennoch nach dem zweiten Hit der Dodgers – einem soften Linedrive von Austin Barnes – nach nur 73 Pitches ausgewechselt. Das war vermutlich der Fehler des Jahres von Tampas Manager Kevin Cash, denn der eingewechselte Reliever Nick Anderson ließ direkt ein Double von Mookie Betts zu, ließ Barnes bei einem Wild Pitch scoren und Betts bei einem Fielder’s Choice von Seager. Schon stand es 2:1 für die Dodgers; eine Führung, die sie nicht mehr hergaben und im achten Inning per Homerun von Betts zum 3:1-Endstand ausbauten.

Szene der Woche
Was soll ich groß sagen, die Szene der Woche war natürlich der Triumph der Dodgers in der World Series. Zum Genießen für alle Fans und Freunde der Dodgers gibt es hier den entscheidenden Moment aus sechs verschiedenen Perspektiven mit ebenso vielen verschiedenen Kommentaren:

Statistik der Woche
62,9%. Das ist der Anteil der Spiele, die die Dodgers in den letzten vier Jahren gewonnen haben. Das macht sie nicht nur zum besten Team dieser vier Jahre, sondern auch zum besten in einem beliebigen Vierjahreszeitraum der Wild-Card-Ära (seit 1995). Auf Platz zwei dieser Statistik liegen die Yankees mit 62,8% in den Jahren 1996-1999. Die gewannen in diesem Zeitraum übrigens drei World Series. 

So geht es weiter
Die MLB befindet sich seit gestern offiziell in der Offseason und damit in der Vorbereitung auf eine hoffentlich einigermaßen normale Saison 2021. Große Themen der nächsten Monate – neben der Entwicklung der Pandemie – werden die Suchen der Boston Red Sox, der Chicago White Sox und der Detroit Tigers nach neuen Managern sein. Bei den Mets steht ein noch deutlich wichtigerer Wechsel an: Der Milliardär Steven Cohen will den Klub von Fred und Jeff Wilpon kaufen und benötigt dafür die Zustimmung von 23 der 29 anderen MLB-Teambesitzer.

Die Free Agency, also der Zeitraum, in dem Spieler ohne Vertrag bei einem neuen Klub unterschreiben können, beginnt am kommenden Montag, fünf Tage nach Ende der World Series. Bis Sonntag haben die Vereine Zeit, Verlängerungs- oder Kündigungsoptionen in bestehenden Verträgen zu ziehen und unter bestimmten Bedingungen Qualifying Offers an Spieler mit auslaufenden Kontrakten auszusprechen.

In der Woche ab dem 9. November werden die vier wichtigsten Awards der MLB für die Saison 2020 bekannt gegeben: die Rookies of the Year, die Managers of the Year, die Cy-Young-Awards und die Most Valuable Players, jeweils getrennt für die National League und die American League.

Der Baseblog wird euch wie gewohnt durch die Offseason begleiten, unter anderem mit wöchentlichen Updates zu aktuellen Entwicklungen im Grand Slam am Donnerstag. Hinzu kommen traditionelle Events wie das Baseblog-Wunschkonzert, die Wahl zur Most Ridiculous Injury (MRI-Award), Statusberichte zur Free Agency und auch wieder eine oder zwei Artikelserien zu einem Schwerpunktthema – lasst euch überraschen und schaut bitte weiterhin regelmäßig rein!

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Oktober 26th, 2020 by Silversurger

Wenigstens eines hält in diesem dämlichen Jahr, was es verspricht, und das ist die MLB-Postseason. Die beiden Top-Teams der Liga liefern sich eine mitreißende und abwechslungsreiche World Series. Mit meiner Vorhersage, dass diese über mindestens sechs Spiele gehen würde, liege ich schon mal richtig. Den heutigen zweiten und letzten Pausentag nehme ich zum Anlass für ein kurzes Update zu den drei letzten Partien.

Spiel 3
Den Dodgers stand zum ersten Mal in der Serie Walker Buehler als Starting Pitcher zur Verfügung und das bekam der Offense der Rays nicht gut. Das junge Ass pitchte sechs hervorragende Innings, verrteilte zehn Strikeouts verteilte und ließ nur drei Hits und einen Run zu. Gleichzeitig machten die Batter der Dodgers Tampa Bays Starter Charlie Morton das Leben schwer, beginnend mit einem Solo-Homerun von Justin Turner im ersten Inning. Im fünften Durchgang musste Morton weichen, da war die Partie beim Stand von 0:5 aus Sicht der Rays schon so gut wie entschieden. Ein bisschen Grund zur Freude hatte wenigstens Tampas Rookie-Sensation Randy Arozarena: Sein Homerun im neunten Inning vermochte zwar nicht mehr am Spielausgang zu rütteln, aber es war sein achter Homerun und sein 23. Hit in dieser Postseason. Den Rekord für Homeruns stellte er damit ein, den für Hits stellte er neu auf.

Spiel 4
Dieses Spiel ist eindeutig der Star unter den bisherigen Partien der Serie. Wieder mal erwischten die Dodgers den besseren Start, genau wie am Vortag begann das Scoring mit einem Solo-Homerun von Justin Turner im ersten Durchgang. In fast jedem Inning legten die Dodgers einen oder zwei Runs nach. Doch ab dem vierten Inning kam gegen Julio Urias auch die Offense der Rays in Schwung – beginnend mit einem Homerun von Randy Arozarena, der nun auch in dieser Kategorie alleiniger Postseason-Rekordhalter ist. Ein 3-Run-Homerun im sechsten Inning von Brandon Lowe brachte die Rays sogar kurzzeitig 5:4 in Führung, welche die Dodgers prompt wieder herumdrehten. Die Rays glichen erneut aus, die Dodgers holten sich die Führung zum dritten Mal zurück. Dieses Mal hielt sie bis in den Bottom des neunten Innings. Zwei Outs waren Closer Kenley Jansen schon gelungen, zwei Strikes gegen Brett Phillips geschafft, bevor eines der verrücktesten Plays der World-Series-Geschichte die finale Wendung brachte: Phillips gelang ein Linedrive ins Centerfield, bei dem es Formsache war, dass Kevin Kiermaier von der zweiten Base aus den Ausgleich erzielte. Arozarena war von der ersten Base unterwegs in Richtung dritte Base und wäre dort sicher gestoppt worden, hätte Dodgers-Centerfielder Chris Taylor nicht die Ballaufnahme verbaselt. So rannte Arozarena weiter und Taylors Wurf ging über die Zwischenstation Max Muncy an die Homeplate. Dort wäre Arozarena wohl in einen Rundown gelaufen, nachdem er auf dem Weg in einen Purzelbaum gestolpert war. Doch sowohl Muncy als auch Catcher Will Smith führten ihre Aktionen zu überhastet aus und ermöglichten Arozarena den Score zum Walkoff-Sieg.

Spiel 5
Zu zweiten Mal in der Serie zeigte sich, dass die Dodgers mit Tyler Glasnow besser fertig werden als die Rays mit Clayton Kershaw. Die Dodgers eröffneten das Scoring gewohnt früh und lagen nach zwei Innings schon 3:0 in Front. Die Rays brachten es zwar insgesamt auf mehr Hits als der Gegner (7:6), doch in den entscheidenden Szenen des Spiels fehlten immer die letzten Zentimeter. Das zeigte sich sehr plakativ im vierten Inning, welches Manuel Margot für Tampa Bay mit einem Walk eröffnete, bevor er die zweite Base stahl und dank eines Errors weiter zur dritten rückte. Von dort versuchte er sich bei zwei Outs an der Königsdisziplin des Baserunners: einem direkten Steal von Home. Unter Ausnutzung von Kershaws gewohnt langwieriger Pitchingbewegung wäre das fast gelungen, aber eben nur fast. Stattdessen wurde Margot von Kershaw haarscharf ausgeworfen, das Inning damit beendet, und näher sollten die Rays dem Ausgleich nicht mehr kommen. Muncy legte im fünften Inning gegen Glasnow einen Solo-Homerun zum 4:2 nach. Da beide Bullpens den Rest des Spiels mit reiner Weste über die Bühne brachten, war das auch der Endstand.

Morgen geht es weiter 
Dass es dieses Jahr zwei Teams in die Finalserie geschafft haben, denen ich die Meisterschaft gleichermaßen gönnen würde, macht die World Series für mich zu einem recht entspannten Genuss. Ich hoffe, die Dodgers-Fans unter den Lesern nehmen mir nicht übel, dass ich mir das wünsche, was wohl jeder halbwegs neutrale Baseballfan sehen will: ein Spiel sieben. Damit es dazu kommt, müssen in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch (1:08 nach mitteleuropäischer Winterzeit) die Rays gewinnen. Die Chancen dafür stehen meiner Ansicht nach nicht schlecht, denn während die Rays Blake Snell auf den Mound schicken, haben die Dodgers einen verlässlichen Starter zu wenig im Kader. Sie müssen in Spiel sechs wieder auf Tony Gonsolin und den Bullpen bauen, was in Spiel zwei schon einmal schief ging. Falls es zum entscheidenden siebten Spiel kommt, sehe ich wiederum die Dodgers mit Buehler als Favorit.

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Oktober 22nd, 2020 by Silversurger

Die World Series ist wieder komplett offen: Nachdem die Los Angeles Dodgers am Dienstag den ersten Sieg vorgelegt hatten, ging Spiel zwei letzte Nacht an die Tampa Bay Rays. Heute legt die Serie ihren ersten – und vielleicht einzigen – Pausentag ein. Stattdessen steht als Alternative das Matchup Trump vs. Biden an, falls euch die Nachtschicht schon in Fleisch und Blut übergangen ist oder ihr vergessen habt, nach dem letzten Spiel den Wecker auszustellen.

World Series, Spiel eins
Die Auftaktpartie war eine beeindruckende Präsentation, wie sehr die Dodgers mit der Verpflichtung von Mookie Betts ihre Chancen auf den lang ersehnten Titel gesteigert haben. Zwei Hits inklusive Homerun, ein Walk, zwei gestohlene Bases, zwei Runs – so ein Gesamtpaket an Offensivleistungen war vor Betts noch nie einem Spieler in einem World-Series-Spiel gelungen. Die Teamkameraden ließen ihn mit seiner überragenden Leistung nicht allein, insgesamt brachten es die Dodgers auf acht Runs. Sechs davon gingen, aus Sicht der Rays betrachtet, auf das Konto von Starter Tyler Glasnow. Er verlor nach drei gewohnt starken Innnings im vierten und fünften Durchgang den Faden, walkte insgesamt sechs Batter und hinterließ seinem Team kaum eine Chance, das Spiel noch zu drehen. Zumal sein Gegenüber Clayton Kershaw keine Spur von der ihm zugeschriebenen Playoff-Schwäche zeigte. Er ließ in sechs Innings nur zwei Hits und einen Run zu, schickte acht Schlagmänner per Strikeout zurück in den Dugout. Nachdem Kershaw Feierabend hatte, ließen die Rays mit zwei Runs im siebten Inning ein kurzes Lebenszeichen aufflackern, doch letztlich brachten die Dodgers die Partie souverän mit 8:3 nach Hause und konnten sogar ihre Top-Reliever auf der Bank lassen.

World Series, Spiel 2
Die Reliever brauchten die Dodgers umso mehr in Spiel zwei, denn sie verzichteten auf einen echten Starter und ließen den Bullpen die gesamte Partie bestreiten. Die Taktik ging nicht auf. Schon im ersten Inning gab Tampas Second Baseman Brandon Lowe mit dem ersten von zwei Homeruns den Rhythmus für eine gegenüber Spiel eins stark verbesserte Rays-Offensive vor. Zur Mitte des fünften Innings führten die Rays bereits 5:0, während die Dodgers gegen den bis dahin überragenden Blake Snell noch keinen einzigen Hit zustande bekommen hatten. Chris Taylor brach dann zwar den Bann, und außer ihm erzielten auch Will Smith und Corey Seager noch Homeruns für die Dodgers, doch das Aufbäumen reichte nicht aus, um die 4:6-Niederlage zu verhindern.

So geht es weiter
Freitagnacht ab 2:08 Uhr mitteleuropäischer Zeit wird die Serie mit Spiel drei fortgesetzt. Als Starting Pitcher werden Walker Buehler für Los Angeles und Charlie Morton für Tampa Bay antreten. Samstag und Sonntag folgen zur selben Uhrzeit die Spiele vier und fünf. Falls dann noch keine Entscheidung gefallen ist, gibt es einen weiteren Pausentag, bevor es Dienstagnacht um 1:08 unserer Zeit in Spiel sechs geht.

Zur Freude aller Baseballfans ohne ein Abo von mlb.tv oder DAZN werden die Spiele der World Series zumindest teilweise bei Sport1 als kostenloser Livestream gesendet. Hier ist der Link zum Stream von Spiel drei.

Szene der Woche
Vielleicht habt ihr erwartet, dass ich hier den sensationellen Catch von Mookie Betts aus Spiel 7 der NLCS abfeiere. Der war zweifellos großartig, aber der Catch von Lin Che-Hsuan in Verbindung mit der anschließenden schauspielerischen Glanzleistung in der taiwanesischen CPBL war noch ein Stück großartiger:

Statistik der Woche
22. So viele Hits hat der Rookie-Outfielder Randy Arozarena in der laufenden Postseason schon erzielt. Er hat damit einen Rekord eingestellt, den Derek Jeter 1996 aufgestellt hatte. Jeter wurde damals nach der Saison zum Rookie of the Year gewählt. Diese Ehre wird Arozarena vorerst versagt bleiben, da er erst spät in der Saison in den MLB-Kader der Rays hochgerückt ist. Dadurch gilt er aber auch nächstes Jahr noch als Rookie und hat somit alle Chancen, sich den Award für 2021 zu sichern.

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Oktober 20th, 2020 by Silversurger

In wenigen Stunden ist es soweit: Heute Nacht, um 2:09 Uhr unserer Zeit, beginnt die World Series 2020 zwischen den Los Angeles Dodgers und den Tampa Bay Rays. Beide taten sich in den League-Championships schwer und benötigten die volle Distanz von sieben Spielen, um sich gegen ihren jeweiligen Gegner durchzusetzen. Letzten Endes kommt es nun aber doch zum Aufeinandertreffen der beiden Teams, die schon in der regulären Saison die besten Bilanz der National League beziehungsweise der American League einfuhren.

Die Best-of-7-Serie um die World Championship findet komplett in Arlington, Texas, statt. Das könnte ein kleiner Vorteil für die Dodgers sein, denn sie campieren dort schon seit über einer Woche und haben sieben Spiele gegen die Braves absolviert, während die Rays noch nie im neuen Globe Life Field gespielt haben. Andererseits hatten die Rays nach dem Gewinn der League Championship einen Tag länger Pause, sodass die äußeren Faktoren ungefähr ausgeglichen stehen. Apropos Pause: Obwohl dieses Jahr keine Reisen zwischen unterschiedlichen Spielorten anstehen, legt die Serie zwei Unterbrechungen ein: am Donnerstag nach Spiel zwei sowie am Montag nach Spiel 5, sofern bis dahin keine Entscheidung gefallen ist.

Traditionell stimme ich mich auf die World Series mit einem Vergleich der Teams Position für Position ein:

Starting Rotation
Letztes Jahr sorgten die Rays für Aufsehen mit ihrem kreativen Ansatz, regelmäßig einen Opening Pitcher statt einem echten Starter einzusetzen. Diese Strategie wenden sie zwar gelegentlich immer noch an, aber durch die erwähnten Pausentage werden sie wohl mit ihren drei exzellenten Startern Tyler Glasnow, Charlie Morton und Blake Snell durch die World Series kommen. Bei den Dodgers hat Walker Buehler inzwischen Clayton Kershaw als Nummer eins den Rang abgelaufen, zumal Kershaw traditionell in der Postseason schwächelt. Allerdings wird Buehler wohl nicht vor Spiel 3 zum Einsatz kommen und Luis Urias erst in Spiel 4, sodass Los Angeles in Spiel 2 auf Dustin May und/oder Tony Gonsolin vertrauen muss.
Vorteil Rays

Bullpen
Schon in der Vorschau auf die NLCS hatte ich den Dodgers ein Bullpen-Problem attestiert und vor allem an Closer Kenley Jansen gezweifelt. Für die erste Hälfte der Serie sah es aus, als würde ich Recht behalten, in den letzten drei Spielen hingegen überzeugten Jansen und die anderen Reliever, ließen nur vier Runs in 18 Innings zu. Man darf gespannt sein, welches der zwei Gesichter wir in der World Series zu sehen bekommen. Bei den Rays verkörpert der Bullpen, was für das gesamte Team typisch ist: keine große Namen, aber enorme taktische Flexibilität mit unterschiedlichen Pitchertypen, die Manager Kevin Cash meisterhaft einzusetzen versteht.
Vorteil Rays

Catcher
Tampas Mike Zunino ist gut für den einen oder anderen Homerun zur rechten Zeit, ansonsten ist sein Spiel weder offensiv noch defensiv eine Offenbarung. Michael Perez ist defensiv stärker als Zunino, offensiv dafür komplett zu vernachlässigen. Die Dodgers hingegen können auf ein herausragendes Duo setzen, bestehend aus dem schlagstarken Youngster Will Smith und dem auf Kershaw spezialisierten Austin Barnes.
Vorteil Dodgers

First Base
Max Muncy war 2018 und 2019 ein überraschender Senkrechtstarter für die Dodgers, konnte dieses Jahr in der regulären Saison aber nicht daran anknüpfen. In den Playoffs zeigte seine Leistungskurve immerhin nach oben mit neun Walks und vier Extra-Base-Hits in der NLCS. Die Rays setzen auch hier auf Flexibilität mit dem immer wieder sehenswerten Ji-Man Choi gegen Rechtshänder und entweder Yandi Diaz oder Allzweckwaffe Mike Brosseau gegen Linkshänder.
Unentschieden

Second Base
Auch hier könnte bei den Rays gelegentlich Mike Brosseau auftauchen, um Brandon Lowe zu entlasten, der eine starke reguläre Saison hatte, in der Postseason aber bisher seiner Form hinterherläuft. Bei den Dodgers trifft auf Chris Taylor ziemlich exakt dasselbe zu. Für Taylor könnte, vor allem gegen Linkshänder, Kike Hernandez einspringen.
Unentschieden

Shortstop
Willy Adames ist defensiv überragend und bringt am Schlag genug, um seinen Stammplatz zu rechtfertigen. Dem Vergleich mit einem Corey Seager in Topform hält er aber nicht stand, und dass Seager sich in Topform befindet, wird nach fünf Homeruns und einem MVP-Titel in der NLCS niemand bestreiten.
Vorteil Dodgers

Third Base
Wieder eine Position, auf der sich die Rays und die Dodgers ähneln: Sowohl Joey Wendle als auch Justin Turner sind solide Batter mit der Fähigkeit, ein Spiel im Alleingang zu entscheiden, haben aber auch Phasen, in denen sie einige Spiele lang regelrecht abtauchen. Das war zuletzt bei beiden weitgehend der Fall. Aus dem Bauch heraus traue ich Turner etwas stärker zu, den Slump hinter sich zu lassen und der World Series seinen Stempel aufzudrücken.
Vorteil Dodgers

Leftfield
A.J. Pollock spielt eine gute Saison für die Dodgers, gelegentlich wird er von Linkshänder Joc Pederson abgelöst. Beide verblassen im Vergleich mit Randy Arozarena, der kubanischen Rookie-Sensation der Rays.
Vorteil Rays

Centerfield
Defensiv haben die Rays hier mit Kevin Kiermaier den vielleicht besten Spieler der Liga am Start. In dieser Hinsicht kann Cody Bellinger nicht mithalten, aber auch der Dodgers-Allrounder spielt die Position sehr ordentlich, und offensiv lässt er Kiermaier weit hinter sich.
Vorteil Dodgers

Rightfield
Für die Rays tritt im Rightfield Manny Margot oder Austin Meadows an. Margot ist der bessere Outfielder, Meadows normalerweise der bessere Hitter, wobei Margot in der ALCS mit drei Homeruns auf sich aufmerksam machte. Die Dodgers haben Mookie Betts. Ende der Diskussion.
Vorteil Dodgers

Designated Hitter
Wie schon in der gesamten Saison, gilt dieses Jahr auch in der World Series in allen Spielen die DH-Regel. Die Pitcher müssen also nicht schlagen, stattdessen darf jedes Team einen Spieler benennen, der nur schlägt und keine Position auf dem Feld bekleidet. Weder die Rays noch die Dodgers haben einen regelmäßigen Designated Hitter. Wenn Barnes catcht, ist für Los Angeles Smith der DH, ansonsten wohl meistens Pederson. Tampa Bay wird voraussichtlich meistens Meadows einsetzen, gelegentlich vielleicht Diaz oder auch mal Arozarena, wenn er nicht im Feld spielt.
Vorteil Dodgers

Fazit
Schnell mal durchgezählt: Ich komme auf sechsmal Dodgers, dreimal Rays und zwei Unentschieden. Macht das die Dodgers zum Favoriten? Ich behaupte nein, zum einen weil die Rays in meinem Vergleich beide Pitching-Kategorien gewinnen und zum anderen weil sie wie kein zweites Team verkörpern, dass sie als Mannschaft mehr sind als die Summe ihrer Teile. Ich glaube und hoffe, dass wir eine sehr ausgeglichene und spannende World Series mit mindestens sechs Spielen sehen werden.

Genau wie das erste Spiel werden auch alle weiteren Partien nach US-Ostküstenzeit entweder um 20:08 Uhr oder um 20:09 Uhr beginnen (fragt mich bitte nicht, warum die Zeiten um eine Minute variieren). Für die mitteleuropäische Zeitzone heißt das, dass die Spiele bis zur Zeitumstellung am Sonntagmorgen um kurz nach 2 Uhr nachts beginnen. Falls es zu den Spielen sechs und sieben kommt, beginnen diese für uns schon um 1:08 Uhr bzw. 1:09 Uhr. Zu sehen sind alle Spiele auf mlb.tv und DAZN. Eine Liveübertragung im deutschen Free-TV gibt es dieses Jahr meines Wissens leider nicht.

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Oktober 15th, 2020 by Silversurger

2020 ist kein schönes Jahr. Dafür bedarf es schon lange keiner weiteren Beweise, nicht nur wegen Corona, sondern auch wegen der zahlreichen in diesem Jahr verstorbenen MLB-Legenden. Unter anderem von Tom Seaver, Lou Brock, Al Kaline und Bob Gibson mussten wir schon Abschied nehmen, in dieser Woche kamen zwei weitere Hall of Famer hinzu: Der legendäre Pitcher Whitey Ford starb letzten Donnerstag im Alter von 91 Jahren, während er ein Playoff-Spiel seiner Yankees sah. Joe Morgan, einer der besten Second Basemen aller Zeiten unter anderem für die Astros und die Reds, erlag am Sonntag mit 77 einem Nervenleiden. 

Abschied nehmen heißt es, zum Glück nur in beruflicher Hinsicht, auch für Rick Renteria als Manager der Chicago White Sox. Die Trennung erfolgt in beiderseitigem Einvernehmen. Als Favorit für die Nachfolge gilt Tony La Russa, der den Job schon von 1979 bis 1986 hatte. 

Einen erschreckenden Vorfall gab es Sonntagnacht in San Diego: Tommy Pham, Outfielder der Padres, wurde vor einem Stripclub Opfer eines Messerangriffs durch bislang unbekannte Täter. Die Verletzung, die Pham am unteren Rücken erlitt, ist zum Glück nicht lebensbedrohlich. Er kann wohl schon bald wieder ins normale Offseason-Training einsteigen. 

American League Championship Series
Jetzt aber endlich zum Sport. Die ALCS wäre um ein Haar schon nach der Mindestzahl von vier Spielen vorbei gewesen. Drei Spiele hintereinander sicherten sich die Tampa Bay Rays, bevor in der vierten Partie knapp mit 4:3 erstmals die Houston Astros die Oberhand behielten. In der Best-of-7-Serie steht es somit 3-1, was für die Rays noch zwei alleinige Matchbälle bedeutet, während die Astros nur mit drei weitere Siegen hintereinander in die World Series einziehen würden. 

National League ChampionshipSeries
Auch in der NLCS brachte sich ein Team in eine starke Ausgangsposition, indem die ersten beiden Spiele gewonnen wurden. Überraschenderweise waren das die Atlanta Braves und nicht die hoch favorisierten Los Angeles Dodgers. Die Braves behielten bis gestern Nacht eine saubere Weste in den Playoffs mit einer Bilanz von sieben Siegen und null Niederlagen. Dann allerdings brachen im dritten Spiel alle Dämme (siehe „Spiel der Woche“). Ob das ein einmaliger Ausrutscher für die Braves war oder der entscheidende Umschwung zu Gunsten der Dodgers, werden die nächsten Tage oder eher die nächsten Nächte zeigen. 

Szene der Woche
Auf kaum ein Team traf je der Spruch „der Star ist die Mannschaft“ mehr zu als auf die Tampa Bay Rays. Nahezu jedes Spiel, das sie gewinnen, hat einen neuen Helden. Am Montag war es Manuel Margot, der mit gleich zwei aufsehenerregenden Szenen den Sieg über die Astros auf den Weg brachte: zuerst mit einem 3-Run-Homerun im ersten Inning, dann mit einem spektakulären Catch im zweiten Durchgang. 

Statistik der Woche 
3. So viele Starts hat Atlantas Rookie-Pitcher Ian Anderson in den Playoffs bisher absolviert und noch keinen einzigen gegnerischen Run zugelassen. Der 22-Jährige ist der erste Pitcher, dem dies in den ersten drei Postseason-Spielen seiner Karriere von je mindestens vier Innings gelang seit Christy Mathewson im Jahr 1905. 

Spiel der Woche
Nach zwei Niederlagen gegen die Braves waren die Dodgers gestern wild entschlossen, sich nicht sang- und klanglos aus den Playoffs zu verabschieden. Das machten sie sehr früher sehr eindrucksvoll klar. Noch bevor Atlanta auch nur einen Batter an die Platte schicken konnte, führten die Dodgers bereits 11:0. Elf Runs sind ein neuer Rekord für die meisten Runs, die jemals ein Team in einem einzelnen Inning eines Playoff-Spiels erzielt hat. Danach ließen sie es ruhiger angehen, legten in den beiden folgenden Innings noch vier Runs nach und brachten die Partie am Ende 15:3 nach Hause. 

Mein Einschalttipp
Bald ist es vorbei mit Live-Baseball für dieses Jahr und jedes verbleibende Spiel hat eine große Bedeutung auf dem Weg zur World Championship. Lasst euch also möglichst wenige Partien entgehen. Je nachdem, wie die Conference Championships weiter verlaufen, dauern diese noch bis Freitag, Samstag oder gar Sonntag. Am Dienstag beginnt dann die World Series 2020. Die genaue Startzeit wurde noch nicht bekannt gegeben, sie lag in den vergangenen Jahren immer bei ungefähr 2 Uhr nachts nach mitteleuropäischer Zeit. 

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Oktober 11th, 2020 by Silversurger

Die World Series 2020 naht mit großen Schritten. Ab heute Nacht laufen die League Championships, also quasi die Halbfinals im Kampf um den begehrtesten Titel der Baseballwelt. In der American League haben sich in spannenden Serien die Tampa Bay Rays gegen die New York Yankees und die Houston Astros gegen die Oakland Athletics qualifiziert. In der National League war es weniger spannend. Die Los Angeles Dodgers wurden ihrer Favoritenrolle gegen die San Diego Padres ebenso deutlich gerecht wie die Atlanta Braves der ihren gegen die Miami Marlins. 

American League Championship: Rays vs. Astros
Das Matchup zwischen den Rays und den Astros ist in vielerlei Hinsicht reizvoll. Zum Beispiel in der Hinsicht, dass das erfolgreichste Team der aktuellen Saison auf den AL-Champion des Vorjahres trifft. Oder auch in der Hinsicht, dass die Rays als eines der unter neutralen Fans beliebtesten Teams gegen den wegen des Sign-Stealing-Skandals aktuell meistgehassten Klub der Liga spielen.

Die Astros haben es auch ohne den nach New York gewechselten Gerrit Cole, ohne den verletzten Justin Verlander und ohne die berüchtigte Mülltonne zum vierten Mal hintereinander in die ALCS geschafft. 2017 und 2019 zogen sie in die World Series ein, die sie 2017 gewannen.

Für die Rays ist es erst die zweite ALCS der Teamgeschichte. 2008 besiegten sie die Boston Red Sox in sieben Spielen, bevor sie in der World Series den Philadelphia Phillies unterlagen. Die Chancen der Rays, auch dieses Mal die AL-Championship zu gewinnen, dürften gut stehen. Mit überragendem Pitching sowohl der Asse Tyler Glasnow, Blake Snell und Charlie Morton als auch des Bullpens dominierten sie schon die gesamte Saison, und rechtzeitig zum Endspurt scheint auch die Offense in Rookie-Outfielder Randy Arozarena einen aus dem Nichts erschienenen Star gefunden zu haben. 

Die ALCS wird auf neutralem Boden in San Diego ausgetragen. Der Spielort dürfte ein kleiner Vorteil für die ohnehin favorisierten Rays sein, da sie schon die fünf Spiele gegen die Yankees in Petco Park absolvierten. Anders als in der NLCS werden übrigens keine Zuschauer vor Ort sein, da der Staat Kalifornien dies aufgrund der Coronalage untersagt. Das erste Spiel findet heute Nacht ab 1:37 Uhr unserer Zeit statt. Spiel zwei steigt am morgigen Montag schon ab 22:07 Uhr. 

National League Championship: Dodgers vs. Braves 
Die beiden Teilnehmer der NLCS bringen jeweils eine makellose Weste aus den bisherigen Playoffs mit, indem sie sowohl die Wild-Card- als auch die Divisional-Runde gesweept haben. Für eines der Teams wird die Erfolgsserie nun unweigerlich enden. 

Für die Dodgers ist im Grunde seit mehreren Jahren, spätestens aber seit der spektakulären Verpflichtung von Star-Outfielder Mookie Betts im Februar klar, dass es kein geringeres Ziel geben darf als die World Series. Dieses Ziel haben sie bislang mit einer Souveränität verfolgt, die nichts zu wünschen übrig lässt. Die Offense um Betts, Cody Bellinger und viele andere verkörpert ebenso Weltspitzenklasse wie das Pitching um Walker Buehler und Clayton Kershaw. Alles zusammen resultierte in einer traumhaften Saisonbilanz von 43-17 und +136 Runs. Wenn man ein Haar in der Suppe suchen will, so stößt man am ehesten auf Kenley Jansen, der als Closer nicht sattelfest ist. 

Demgegenüber hat sich der Bullpen der Braves in den bisherigen Playoffs als sehr ausgewogen und verlässlich erwiesen. Das gilt überraschenderweise auch für das Starting Pitching, das vor wenigen Wochen noch als die Achillesferse des Teams galt. Allen voran Max Fried und Ian Anderson haben den überzeugenden Gegenbeweis angetreten. In fünf Spielen gewannen die Braves viermal zu null. Ihr eigentliches Prunkstück, die schlagkräftige Offense mit den Stars Freddie Freeman und Ronald Acuna Jr., geriet dadurch fast ein bisschen in den Hintergrund. 

Die Spiele der NLCS in Arlington, Texas, werden die ersten Partien der Saison 2020 sein, in denen Zuschauer im Stadion erlaubt sind. 11.500 Tickets durften je Spiel verkauft werden. Es sind zugleich die ersten Spiele überhaupt mit Zuschauern im neu eröffneten Ballpark der Texas Rangers, in dem auch die World Series gespielt wird. Die NLCS startet in der Nacht von Montag auf Dienstag um 2:08 Uhr mitteleuropäischer Zeit. 

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Oktober 8th, 2020 by Silversurger

Hochspannung in den MLB-Playoffs: Noch keines der Divisional-Duelle ist entschieden, aber in allen vier Serien kann es  schon heute soweit sein. Vor der Zusammenfassung des sportlichen Geschehens der letzten Tage noch kurz zwei Neuigkeiten von außerhalb der Playoff-Bubble: Neben den Los Angeles Angels sind nun auch die Philadelphia Phillies auf der Suche nach einem neuen General Manager. Matt Klentak hat nach fünf weitgehend erfolglosen Jahren – ohne Winning Season, ohne Playoff- Teilnahme – seinen Rücktritt erklärt. Und auch bei den Cincinnati Reds ist eine Stelle offen: Dick Williams hat gestern erklärt, seinen Posten als „President of Baseball Operations“ abgeben zu wollen. 

National League
Da in den NLDS-Duellen erst je zwei Spiele absolviert wurden, konnte noch keine der Best-of-5-Serien entschieden werden. Allerdings stehen sowohl die Atlanta Braves als auch die Los Angeles Dodgers mit einem Bein in der nächsten Runde. 

Die Braves haben die ersten Spiele gegen die Miami Marlins 9:5 und 2:0 gewonnen. Wie schon in der Wild-Card-Runde gegen die Cincinnati Reds überzeugen die Braves bislang vor allem mit starkem Pitching, ihrer ursprünglich angenommenen Schwachstelle. Die Braves haben nun drei Matchbälle für den letzten nötigen Sieg, um in die Championship-Serie der NL einzuziehen. 

Dasselbe gilt für die Dodgers, die mit 5:1 und 6:5 beide Partien gegen die San Diego Padres für sich entschieden haben. Im ersten Spiel war Geduld gefragt, denn die Dodgers blieben fünf Innings ohne Hit und lagen 0:1 zurück, bevor im sechsten Durchgang der Knoten platzte und sie gleich vier Runs aufs Scoreboard brachten. Auch im zweiten Spiel überkamen sie einen frühen Rückstand und wehrten im neunten Inning ein Comeback des Gegners ab, um sich die vielversprechende Ausgangslage vor Spiel drei zu sichern. 

American League
In der AL gibt es nach drei Spielen ebenfalls noch keine Entscheidung. Nah dran waren die Houston Astros, die mit 10:5 und 5:2 die ersten Spiele gegen die Oakland Athletics gewannen. In der dritte Partie nahmen sie den Athletics zweimal die Führung ab, mussten sich am Ende aber doch geschlagen geben (siehe „Spiel der Woche“). 

Die New York Yankees landeten mit 9:3 den ersten Erfolg in der Serie gegen die Tampa Bay Rays, doch die Spiele zwei und drei gingen mit 7:5 und 8:4 an den Gegner. War vor der Serie noch die Frage, ob das formidable Pitching der Rays die Homerun-Power der Yankees unter Kontrolle halten kann, so sieht es nun eher danach aus, dass die Rays die Yankees mit deren eigenen Waffen schlagen: Vier Homeruns am Dienstag, drei Homeruns am Mittwoch waren der maßgebliche Faktor, dass die Rays nur noch einen Sieg vom Einzug in die Championship-Serie entfernt sind.

Szene der Woche
Der Endstand von 9:3 für die Yankees klingt nach einer klaren Angelegenheit, aber tatsächlich war die Partie gegen die Rays am Montag ein enorm spannendes Spiel mit mehreren Führungswechseln. Die Entscheidung zugunsten der Bronx-Bomber brachte erst der Paukenschlag im neunten Inning, der folgende Grand Slam von Giancarlo Stanton. Als Szene der Woche steht er auch stellvertretend für insgesamt sechs Homeruns durch Stanton in den bisherigen fünf Playoff-Spielen. 

Statistik der Woche 
18. Das ist die gleiche Zahl wie letzte Woche an dieser Stelle, aber eine ganz andere Statistik: 18 Strikeouts erzielten die Pitcher der Rays am Dienstag beim 7:5 gegen die Yankees und stellten damit einen neuen Rekord für 9-Inning-Playoffspiele auf. 10 davon gingen auf das Konto von Starter Tyler Glasnow, der die ersten fünf Innings pitchte.

Spiel der Woche
Das offizielle Homerun-Derby der MLB musste dieses Jahr coronabedingt ausfallen, aber die Oakland Athletics und die Houston Astros taten gestern alles, um die Fans von weiten Schlägen für den Verlust zu entschädigen. Siebenmal ging der Ball in der heiß umkämpften Partie über den Zaun. Entscheidend waren am Ende ironischerweise zwei Bälle, die zwar etwas zu kurz gerieten, jedoch als Sacrifice-Flys den Athletics die Runs zum 8:7 und 9:7 brachten. 

Mein Einschalttipp
Die MLB-Saison ist längst in der Phase angelangt, in der jedes Spiel, das sich zeitlich und vom Schlafbedarf her einrichten lässt, Pflichtprogramm ist. Das gilt erst recht für die Baseball-Bundesliga, in der an den beiden kommenden Wochenenden das Finale um die Deutsche Meisterschaft zwischen den Bonn Capitals und den Heidenheim Heideköpfen ansteht. Am Samstag ab 15 Uhr und am Sonntag ab 14 Uhr gibt es vermutlich zum letzten Mal in diesem Jahr die Chance, deutschen Spitzenbaseball per Livestream zu verfolgen. Die Partien aus Bonn werden wie üblich auf sportdeutschland.tv gesendet. Die weiteren Spiele der Best-of-5-Serie finden am folgenden Wochenende in Heidenheim statt, von wo es leider in der Regel keine Liveübertragung gibt. 

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Oktober 3rd, 2020 by Silversurger

Nach der viertägigen Wild-Card-Runde lässt sich deren Ergebnis in wenigen Worten zusammenfassen: Alle sieben Teams aus den Central-Divisionen sowie die Toronto Blue Jays sind ausgeschieden, sämtliche Erst- und Zweitplatzierten der East- und West-Divisionen haben es in die nächste Runde geschafft. Wie es sich ergeben hat, treffen in dieser nächsten Runde, den Divisional Series, alle Mannschaften auf Konkurrenten aus der eigenen Division. 

Die Divisionals werden wie geplant in neutralen Ballparks ausgetragen. Am Montag beginnen die beiden ALDS, die NLDS kommen am Dienstag dazu. Gespielt wird dann wieder täglich ohne Pausentage bis zur Entscheidung im Best-of-5-Format. 

American League Divisional Series 
Tampa Bay Rays vs. New York Yankees (in San Diego) 
Vor der Saison waren die Yankees der Top-Favorit und die Rays der Geheimfavorit der AL. Das hat sich ein bisschen geändert, nachdem die Rays sowohl in der Gesamtabrechnung die Yankees klar hinter sich ließen als auch die direkten Duelle mit acht zu zwei Siegen dominierten. Kein anderes Team hatte die Yankees dieses Jahr so souverän und konsistent unter Kontrolle wie die Rays, welche der stärksten Offense der Liga nur 34 Runs in zehn Spielen erlaubten. Man muss allerdings dazu sagen, dass die Yankees selten in Bestbesetzung antreten konnten – DJ LeMahieu, Aaron Judge und Giancarlo Stanton verpassten jeweils einen großen Teil der Spiele gegen die Rays. Dieses Mal sind sie allesamt an Bord beim Versuch, den Angstgegner zu überwinden. 

Oakland Athletics vs. Houston Astros (in Los Angeles) 
Wenn man nach der regulären Saison geht, sehen die Vorzeichen für dieses Duell ziemlich einseitig aus: Die Athletics spielten eine dominante 36-24-Saison, die Astros hingegen hatten Glück, mangels Konkurrenz mit einer negativen Bilanz von 29-31 noch einen Platz in den Playoffs zu ergattern. Der Unterschied zwischen beiden Teams wurde nicht zuletzt in den zehn direkten Vergleichen erspielt, von denen die Athletics sieben gewannen. In der Wild-Card-Runde waren allerdings die Astros überzeugender. Sie sweepten routiniert die Minnesota Twins, während die Oakland Athletics sich zu einem knappen 2-1 über die Chicago White Sox mühten.

National League Divisional Series
Los Angeles Dodgers vs. San Diego Padres (in Arlington) 
Für neutrale Zuschauer dürfte dies das am heißesten erwartete Duell der Divisional-Runde sein. Die Dodgers weisen aus der regulären Saison die beste Bilanz der MLB auf, die Padres haben die zweitmeisten Siege der NL auf dem Konto – und das, obwohl sie zehnmal gegen das Überteam aus LA antreten mussten. Die Dodgers behielten in diesen Spielen knapp mit 6-4 die Oberhand. In der Wild-Card-Runde machten die Dodgers kurzen Prozess mit den Brewers, während die Padres gegen die St. Louis Cardinals drei Spiele brauchten. Sorgen bereitet nach wie vor das Starting-Pitching der Padres. Ob die Asse Dinelson Lamet und Mike Clevinger bis zur NLDS fit werden, ist fraglich. Gestern Nacht war es der Bullpen der Padres, der in einem gemeinsamen Kraftakt die Kastanien aus dem Feuer holte: Neun verschiedene Pitcher hielten den Gegner über neun Innings ohne Run – das hatte es bisher noch nie gegeben. 

Atlanta Braves vs. Miami Marlins (in Houston) 
Diese beiden Teams haben es allen Kritikern gezeigt. Die Braves waren als das Playoff-Team mit dem schwächsten Pitching eingestuft gewesen. Als Antwort darauf ließen sie gegen die Cincinnati Reds in zwei Spielen über insgesamt 22 Innings keinen einzigen Run zu. Nun geht es gegen die Miami Marlins, die aus dem „Bottom Feeder“, zu dem sie vor der Saison abgestempelt waren, ein trotziges Motto gemacht haben. Auch sie benötigten nur zwei Spiele, um gegen die Chicago Cubs souverän das Weiterkommen zu sichern. In der regulären Saison gewannen die Braves sechs von zehn gegen die Marlins, darunter ein spektakuläres 29:9. Die Braves gehen als klarer Favorit in die NLDS, aber die Marlins fühlen sich bekanntlich pudelwohl in der Außenseiterrolle. 

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