Januar 21st, 2021 by Silversurger

Aus dem Hot Stove dampft es gewaltig, die Offseason der MLB kommt endlich in Schwung. Drei der Top-10-Free-Agents und eine Menge weiterer interessanter Spieler sind in den letzten Tagen unter Dach und Fach gekommen. Die größten Schlagzeilen gehörten dabei den Blue Jays und den Yankees. Auch die Mets sorgten für Gesprächsstoff, aber da ging es leider weniger um sportliche Dinge als um das schlichtweg ekelhafte Verhalten eines – jetzt ehemaligen – leitenden Angestellten.  

Mets feuern GM Porter
Nur 37 Tage war Jared Porter in seinem Amt als General Manager der New York Mets. Dem 41-Jährigen wurde ein erst jetzt bekannt gewordener Vorfall aus dem Jahr 2016 zum Verhängnis. Er soll eine Journalistin sexuell belästigt haben, indem er ihr über 60 unverlangte und unbeantwortete aufdringliche Textnachrichten schickte, inklusive Bildern eines (seines?) erigierten Penis. 
„Typisch Mets“ könnte man denken, wenngleich die Vorfälle lange vor Porters Zeit in New York liegen und die Verantwortlichen des Klubs glaubhaft beteuern, von ihnen keine Ahnung gehabt zu haben, als sie sich für ihn entschieden. Der Eigentümer der Mets, Steven Cohen, reagierte innerhalb weniger Stunden nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe mit Porters Entlassung und betonte, es gebe unter seiner Führung „null Toleranz für diese Art des Verhaltens“. Team-Präsident Sandy Alderson wird den GM-Job nun vorerst selbst übernehmen und ohne Eile nach einem passenden Nachfolger für Porter suchen.
Seitens der Ligaleitung wird es eine Untersuchung der Vorwürfe geben, die voraussichtlich in einer befristeten oder unbefristeten Sperre Porters für jegliche Tätigkeit innerhalb der MLB enden dürfte.
Porter stellt den zweiten Fall innerhalb kurzer Zeit dar, in dem die Mets einen hochrangigen Angestellten einstellen und noch vor dem ersten Saisonspiel wieder feuern. Vor fast genau einem Jahr wurde Carlos Beltran von seinem erst zwei Monate zuvor angetretenen Mangerposten entbunden wegen der Rolle, die er im Sign-Stealing-Skandal der Astros gespielt hatte.

Blue Jays signen Springer
Sicher hätten die Verantwortlichen der Mets diese Woche lieber George Springer als Neuzugang vermeldet statt Fragen über das Geschlechtsteil ihres Ex-GM zu beantworten, doch das Rennen um den Centerfielder hat ein anderes Team gemacht: Die Toronto Blue Jays haben sich mit dem umworbenen Free Agent auf einen Sechsjahresvertrag geeinigt. Der dreifache All-Star bringt eine seltene Mischung aus starker Centerfield-Defense und noch stärkeren Offensivleistungen mit. Diese lassen die Blue Jays sich über den gesamten Vertragszeitraum hinweg 150 Millionen Dollar kosten.
Weil die Houston Astros als abgebender Verein dem 31-Jährigen ein Qualifying Offer vorgelegt hatten, wird für seine Verpflichtung eine Kompensation in Form von Draftpicks fällig: Die Astros erhalten einen zusätzlichen Pick in der vierten Runde der nächsten Draft, die Blue Jays verlieren dafür ihren Zweitrundenpick #54 sowie 500.000 Euro des Budgets für internationale Spielerverpflichtungen. 

Yankees: LeMahieu bleibt, Kluber kommt
Angesichts der aufrüstenden Konkurrenz sowohl in der Stadt (Mets) als auch in der Division (Blue Jays) wollen die New York Yankees nicht zurückstehen. Als ersten Teil eines Doppelschlags haben sie am Freitag das monatelange Tauziehen um eine Weiterverpflichtung von Second Baseman D. J. LeMahieu erfolgreich beendet. Der 32-Jährige erhält einen Sechsjahresvertrag über 90 Millionen Dollar. Obwohl beide Seiten von vornherein an einer weiteren Zusammenarbeit interessiert waren, zogen sich die Verhandlungen hin, weil die Yankees mit ihrer Payroll dieses Jahr unbedingt unter der Luxussteuer-Grenze von 210 Millionen Dollar bleiben wollten. Diesen Kurs können sie nun beibehalten, indem die Zahlungsverpflichtungen gegenüber LeMahieu auf eine relativ lange Vertragslaufzeit gestreckt werden.
Noch am selben Tag legten die Yankees nach mit einer Verstärkung der Starting Rotation. Corey Kluber unterschreibt einen Einjahresvertrag über 11 Millionen Dollar. Der 34-Jährige war bis vor zwei Jahren das Pitching-Ass der Cleveland Indians, bevor er 2019 erst durch Formschwäche und dann auch noch durch einen gebrochenen Arm aus der Bahn geworfen wurde. 2020 trug er das Trikot der Texas Rangers, für die er verletzungsbedingt nur ein einziges Inning warf. In einem Probetraining vor Vertretern fast aller MLB-Teams zeigte er letzten Mittwoch offenbar mit Erfolg, dass mit ihm 2021 wieder zu rechnen ist.

Brantley bleibt bei den Astros
Um Michael Brantley gab es gestern etwas Verwirrung: Zuerst hieß es kurz nach Bekanntwerden des Springer-Deals, auch Springers Freund und Outfield-Kollege Brantley sei sich mit den Blue Jays einig und werde einen Dreijahresvertrag unterschreiben. Eine Stunde, nachdem diese Meldung die Runde gemacht hatte, dementierten die Blue Jays. Man sei interessiert an Brantley, aber es gebe noch keine Einigung. Nochmal gut zwei Stunden später dann die endgültige Kehrtwende: Brantley bleibt bei den Houston Astros. Der 33-Jährige erhält dort einen Zweijahresvertrag über 32 Millionen Dollar. Für die Astros ist das ein wichtiger Schritt, nachdem ihnen zuvor drohte, ihr komplettes bisheriges Stamm-Outfield – bestehend aus Springer, Brantley und Josh Reddick – in der Free Agency zu verlieren.
Neben Brantley haben sich die Astros auch einen neuen Catcher gesichert: Jason Castro kehrt nach vier Jahren in der Fremde zurück zu dem Verein, der ihn einst gedraftet hatte. Der 33-Jährige soll nach gerade eingetrudelten Meldungen einen Zweijahresvertrag bekommen, der sich wohl auf rund 7 Millionen Dollar beläuft. 

Weitere Neuverpflichtungen  
Auch die folgenden Spieler haben in den letzten Tagen neue Engagements in der MLB gefunden: SP Jose Quintana (Los Angeles Angels, 1 Jahr, 8 Millionen Dollar), SP J. A. Happ (Minnesota Twins, 1 Jahr, 8 Millionen), RP Archie Bradley (Philadelphia Phillies, 1 Jahr, 6 Millionen), RP Kirby Yates (Toronto Blue Jays, 1 Jahr, 5,5 Millionen plus Boni), SP Martin Perez (Boston Red Sox, 1 Jahr plus Vereinsoption, 5 Millionen plus Boni), SP Jon Lester (Washington Nationals, 1 Jahr plus beidseitige Option, 5 Millionen), SP Alex Wood (San Francisco Giants, 1 Jahr, 3 Millionen plus Boni). SP/RP Tyler Chatwood (Blue Jays, 1 Jahr, 3 Millionen plus Boni). 

3-Team-Trade um Musgrove und Lucchesi 
Die San Diego Padres, die New York Mets und die Pittsburgh Pirates haben sich auf einen Dreiecks-Trade geeinigt. Involviert sind zwei MLB-Spieler: zum einen SP Joe Musgrove, der von Pittsburgh nach San Diego wechselt, zum anderen SP Joey Lucchesi, der von den Padres zu den Mets geschickt wird. Die Pirates erhalten durch den Deal eine Reihe von Prospects – C/OF Endy Rodriguez von den Mets sowie CF Hudson Head, SP Omar Cruz, RP David Bednar und SP Drake Fellows von den Padres. Head dürfte in dieser Reihe der interessanteste Name sein, er wurde bisher als Nummer acht unter den Talenten der Padres gelistet.

Don Sutton ist tot 
Zum zweiten Mal hintereinander schließt der Grand Slam am Donnerstag mit der Trauermeldung zu einer Dodgers-Legende: Gut eine Woche nach Tommy Lasorda ist am Montag Don Sutton gestorben. Sutton war von 1966 bis 1988 als Starting Pitcher in der MLB aktiv. Er spielte für fünf verschiedene Teams, aber in 16 von 23 Saisons war er ein Dodger. Nach der aktiven Karriere war er als TV-Kommentator tätig, unter anderem für die Atlanta Braves. 1998 wurde er in die Hall of Fame aufgenommen. Sutton erlag im Alter von 75 Jahren einer Krebserkrankung.

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Dezember 24th, 2020 by Silversurger

Fröhliche Festtage allerseits! Der Grand Slam macht auch an Weihnachten keine Pause, fällt heute aber ein bisschen mager aus – es tut sich einfach nicht allzu viel im Baseball in dieser Zeit des Jahres. Feiert schön im kleinen Kreis und schaut spätestens am Dienstag wieder hier vorbei, denn dann gibt es die nächste Folge der Serie über die Skandale der MLB.  

Phillies befördern Fuld
Die Philadelphia Phillies treiben den Umbau ihres Front-Offices weiter voran: Nachdem letzte Woche Dave Dombrowski in der neu geschaffenen Rolle des President of Baseball Operations präsentiert wurde, wird ihm nun Sam Fuld als General Manager zur Seite gestellt. Fuld ist seit dem Ende seiner aktiven Karriere im Jahr 2017 für die Phillies tätig, bislang als Director of integrative Baseball Performance, eine Art Bindeglied zwischen der Analyseabteilung und den Spielern. Ebenfalls befördert wurde innerhalb der Organisation Jorge Vellandia, der künftig als Assistenz-GM tätig ist. 

White Sox sichern sich Yoelki Cespedes 
Eines der talentiertesten Teams der Liga angelt sich ein weiteres Top-Prospect: Die Chicago White Sox sind sich mit Outfielder Yoelki Cespedes einig und werden ihn im Januar gegen ein Handgeld von 2 Millionen Dollar unter Vertrag nehmen. Der 23-jährige Kubaner ist ein Halbbruder von Yoenis Cespedes. Yoelki (auf manchen Seiten auch „Yoelkis“ geschrieben) gilt als eines der größten internationalen Talente der wegen Corona verschobenen Signing-Periode 2020/21.

Neben Cespedes steht mit Oscar Colas ein weiterer Kubaner im Fokus des Interesses. Der Outfielder und Pitcher wurde nach einem längeren Tauziehen mit den japanischen SoftBank Hawks von der MLB zum Free Agent erklärt und kann nun ebenfalls ab 15. Januar verpflichtet werden. Der 22-Jährige wird demnächst einige Probetrainings absolvieren. Die White Sox sind aus dem Rennen um ihn vermutlich raus, nachdem sie einen Großteil ihres verfügbaren Bonuspools für Cespedes verwenden. 

Ein paar Free-Agent-Signings 
Auf dem Free-Agent-Markt haben sich in den letzten Tagen keine großen Namen bewegt, aber ein paar wenige MLB-Signings gibt es doch zu vermelden: Die Detroit Tigers verpflichten SP Jose Urena für ein Jahr zum Preis von 3,25 Millionen Dollar plus 250.000 Euro mögliche Einsatzboni. SP/RP Matt Andriese geht zu den Boston Red Sox. Er erhält dort mindestens 2,1 Millionen für die Saison 2021. Falls der Klub die Option auf ein weiteres Jahr zieht und Andriese sämtliche Einsatzprämien erreicht, kann er in den zwei Jahren bis zu 7,35 Millionen verdienen. Die Los Angeles Dodgers geben RP Tommy Kahnle einen Zweijahresvertrag über rund 5 Millionen. Das ist eine stolze Summe für einen Reliever, der voraussichtlich nur im zweiten Vertragsjahr spielen wird, da er nach einer Tommy-John-Surgery im August wohl 2021 kaum oder gar nicht eingesetzt werden kann. Die Cincinnati Reds schließlich haben RP Edgar Garcia an Land gezogen. Der kürzlich von den Rays entlassene Reliever erhält einen Vertrag über 600.000 Dollar für ein Jahr.

Gehälter fast 2,5 Milliarden niedriger als 2019
Im Jahr 2020 bezahlten die MLB-Klubs rund 1,75 Milliarden Dollar an Spielergehältern. Das ist ein extremer Abfall gegenüber 2019, als diese Zahl noch bei 4,22 Milliarden lag. Der Grund dafür ist natürlich die Corona-Pandemie, welche die Liga zu einer Verkürzung der Saison zwang und dazu, dass die vertraglich vorgesehenen Zahlungen nur anteilig nach Anzahl der Spiele erfolgten. Die Gehälter wurden dadurch gegenüber einer 162-Spiele-Saison um 63% reduziert. Dass die genannte Gesamtsumme nur 59% unter der Marke des letzten Jahres lag, zeigt, dass bei einer normal durchgeführten Saison die Gehälter gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen wären. Die höchste Payroll hatten die Dodgers mit 98,6 Millionen Dollar für ihre Meistermannschaft, gefolgt von den Yankees mit 86,3 Millionen.

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Dezember 17th, 2020 by Silversurger

Die Vorbereitungen der MLB-Teams auf die Saison 2021 laufen auf Hochtouren – wann und in welcher Form diese angesichts der Pandemielage stattfinden wird, ist allerdings noch offen. Die Meldungen, die dazu bisher durchgedrungen sind, lassen auf Uneinigkeit zwischen der Ligaleitung und der Spielergewerkschaft schließen: Die MLB denkt offenbar darüber nach, den Saisonstart vom 1. April auf Mai zu verschieben und den Spielplan entsprechend zu kürzen. Die MLBPA hingegen besteht auf einer vollen 162-Spiele-Saison, die nach ihrer Ansicht unter den Sicherheits- und Hygieneregeln der vergangenen Saison zu verantworten wäre. Diese gerade erst begonnene Diskussion wird uns in den nächsten Wochen sicher noch beschäftigen. Bis auf Weiteres sind die Teams angewiesen, sich auf einen pünktlichen Start des Spring Trainings Ende Februar einzustellen.

Die Indianer von Cleveland sind Geschichte
Für ein Team wird 2021 die letzte MLB-Saison werden, jedenfalls unter dem aktuellen Namen: Nach jahrelangen Diskussionen um den rassistischen Gehalt der Bezeichnung „Indians“ hat der Klub aus Cleveland entschieden, diese abzulegen. Anders als das „Washington Football Team“, das sich von einem Tag auf den anderen vom Wort „Redskins“ trennte, werden die Indians mit dem in Ungnade gefallenen Titel noch ein Jahr lang auf Abschiedstournee gehen. Bis 2022 soll ein neuer Teamname gefunden werden. Als früher Favorit gilt „Cleveland Spiders“, der Name eines von 1889 bis 1899 bestehenden National-League-Klubs.

MLB zollt Negro Leagues Anerkennung
Apropos Rassismus: Die MLB gab gestern einen bedeutenden symbolischen Schritt im Zuge der eigenen Vergangenheitsbewältigung bekannt. Sieben sogenannte Negro Leagues der Jahre 1920 bis 1948 werden im Nachhinein offiziell als Major Leagues anerkannt. Das bedeutet, dass die 3.400 Spieler dieser Ligen mit all ihren Leistungen, Statistiken und Rekorden nun offiziell als Major Leaguer gelten. Die MLB hatte jahrzehntelang per Absprache unter den Ownern dunkelhäutige Spieler vom professionellen Baseball ausgeschlossen und diese in den finanziell und infrastrukturell benachteiligten Negro Leagues abgesondert. Erst 1947 endete mit dem Einsatz von Jackie Robinson für die Los Angeles Dodgers die Rassentrennung im US-Baseball.

Phillies engagieren Dombrowski
Die Philadelphia Phillies haben zum ersten Mal einen President of Baseball Operations. Für den neu geschaffenen Posten wurde Dave Dombrowski gewonnen, der damit im Wesentlichen die Nachfolge des zurückgetretenen General Managers Matt Klentak antritt. Der 64-jährige Dombrowski bringt 31 Jahre Erfahrung auf verantwortungsvollen Posten in diversen MLB-Franchises mit. Er ist der einzige General Manager, der drei verschiedene Klubs – die Marlins, die Red Sox und zweimal die Tigers – in die World Series geführt hat. Gewonnen hat er diese 1997 mit Miami und 2018 mit Boston. Dass Dombrowski den Job in Philadelphia angenommen hat, kommt etwas überraschend, denn ursprünglich hatte er nach seinem Rauswurf in Boston 2019 angekündigt, an einem weiteren MLB-Job nur dann interessiert zu sein, wenn er die Verantwortung für ein neu zu gründendes Team in Nashville übernehmen kann. Offenbar änderte er seine Meinung, nachdem die Liga deutlich machte, dass eine Erweiterung für die nächsten zwei Jahre kein Thema ist.

Neuer GM und neuer Catcher für die Mets
Auch die New York Mets haben einen neuen Funktionär am Start: Jared Porter wird General Manager in Queens und damit die rechte Hand von Sandy Alderson im neu strukturierten Front Office der Mets. Porter war zuletzt Assistenz-GM bei den Arizona Diamondbacks und zuvor in verschiedenen Rollen rund um die Spielerbeobachtung und -entwicklung bei den Chicago Cubs und den Boston Red Sox tätig gewesen.
Auch auf dem Feld konnten die Mets eine Lücke schließen: Catcher James McCann wird die nächsten vier Jahre in New York spielen. Der 30-Jährige galt als zweitbester Catcher der diesjährigen Free-Agent-Klasse hinter J. T. Realmuto und dürfte für die Mets eine deutliche Verstärkung sein. Die Unterschrift unter den Vertrag ist für ihn 40,6 Millionen Dollar wert.

Weitere Neuverpflichtungen
Außer McCann haben auch die folgenden MLB-Spieler diese Woche einen neuen Arbeitgeber gefunden: SP Anthony DeSclafani (San Francisco Giants, 1 Jahr, 6 Millionen Dollar), C Mike Zunino (Tampa Bay Rays, 1 Jahr plus Vereinsoption, 3 Millionen), OF Hunter Renfroe (Boston Red Sox, 1 Jahr, 3 Millionen), OF David Dahl (Texas Rangers, 1 Jahr, 3 Millionen), RP Greg Holland (Kansas City Royals, 1 Jahr, 2,75 Millionen), RP Keynan Middleton (Seattle Mariners, 1 Jahr, 800.000).

Zudem gab es zwei kleine Trades, beide mit Beteiligung der Texas Rangers: RP Rafael Montero wechselt im Austausch gegen zwei Minor-League-Prospects von Texas zu den Seattle Mariners. In einem Handel mit den Tampa Bay Rays, in den auf beiden Seiten mehrere Minor Leaguer involviert sind, kommt C Nate Lowe zu den Rangers. 

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November 12th, 2020 by Silversurger

Bevor die Free Agency der MLB richtig in Schwung kommt, werden diese Woche erstmal die wichtigsten Awards für die kürzlich beendete Saison vergeben. Die besten Rookies, die besten Manager und die besten Pitcher wurden in den letzten Tagen schon ausgezeichnet. Heute Nacht werden noch die wertvollsten Spieler des Jahres bekannt gegeben. Hier auf dem Blog könnt übrigens noch bis Montag eure Stimme zum MRI-Award für die dämlichste Verletzung des Jahres abgeben.

Cy-Young-Award für Bieber und Bauer
Die Cy-Young-Awards für die besten Pitcher der Saison ehren dieses Jahr ganz besonders die Werfer-Schmiede der Cleveland Indians: In der National League geht der Award an Trevor Bauer – einst das Ass der Indians, 2020 bei den Cincinnati Reds tätig und derzeit auf Jobsuche. Mit einem ERA von 1.73 über 73 geworfene Innings, darunter zwei Complete-Game-Shutouts, hat Bauer die Reds erstmals seit sieben Jahren in die Playoffs geführt und auch dort – im Gegensatz zum Rest seines Teams – eine Top-Leistung gebracht. Bauer erhielt von den Wahlberechtigten der Baseball Writers Association of America (BBWAA) 27 von 30 Erststimmen. Die anderen drei ersten Plätze gingen an Yu Darvish von den Chicago Cubs.
In der AL bekommt Shane Bieber, sozusagen Bauers Nachfolger in Cleveland, den Cy-Young-Award. Bieber führte die Liga mit 1.63 ERA und 122 Strikeouts in 77.1 Innings an und gewann den Award einstimmig mit 30 von 30 möglichen ersten Plätzen. Zweiter in der Abstimmung wurde Kenta Maeda von den Minnesota Twins.

Williams und Lewis sind Rookies of the Year
Auch bei der Auszeichnung der besten Neulinge gab es in der AL eine einstimmige Entscheidung. Outfielder Kyle Lewis von den Seattle Mariners erhielt alle 30 Erststimmen und verwies damit Luis Robert (Chicago White Sox) und Cristian Javier (Houston Astros) auf die Plätze. Falls sich jemand wundert, warum in dieser Aufzählung die Playoff-Sensation Randy Arozarena von den Tampa Bay Rays fehlt: Die Awards beziehen sich nur auf die reguläre Saison, in der Arozarena zu wenige Einsätze hatte, um ernsthaft auf sich aufmerksam zu machen. Er gilt deswegen auch nächstes Jahr als Rookie und somit schon jetzt als Favorit auf den Award.
In der NL setzte sich Devin Williams von den Milwaukee Brewers, durch; er wurde zuvor auch schon zum Reliever des Jahres gewählt. Mit 0.33 ERA über 27 Innings hatte er eine brillante Saison und schaffte es als erster Pitcher, den Rookie-Award zu gewinnen, ohne einen Start oder einen Save auf dem Konto zu haben. Williams erzielte bei 30 Stimmen 14 erste Plätze. Weitere Erststimmen entfielen auf Alec Bohm (Philadelphia Phillies), Jake Cronenworth (San Diego Padres) und Tony Gonsolin (Los Angeles Dodgers). 

Mattingly und Cash sind die Top-Manager
Die besten Cheftrainer – im Sprachgebrauch der MLB „Manager“ – des Jahres sind beide in Florida tätig. Don Mattingly führte die Miami Marlins zu einer 31-29-Bilanz und damit in ihre erste Playoff-Teilnahme seit 17 Jahren – eine sensationelle Leistung mit einem Team, das als eines der schwächsten der Liga galt und obendrein im Juli einen massiven Corona-Ausbruch wegstecken musste. Eine einstimmige Wahl hätte mich in dem Fall nicht gewundert, doch Mattingly erhielt „nur“ 20 von 30 Erststimmen und tauchte auf zwei Wahlzetteln unter den drei Nennungen überhaupt nicht auf. Auf Platz zwei landete in der NL Jayce Tingler (San Diego Padres).
Kevin Cash führte seine Tampa Bay Rays an die Spitze der AL East und anschließend bis in die World Series. Dass er sich dort den Vorwurf einen Coaching-Fehlers gefallen lassen musste, ändert nichts daran, dass er seit Jahren unfassbar gute Arbeit dabei leistet, mit äußerst bescheidenen finanziellen Mitteln ein jederzeit konkurrenzfähiges Team aufrecht zu erhalten. Nach zwei dritten Plätzen in den beiden letzten Jahren erhielt Cash dieses Mal 22 Erststimmen und verwies Rick Renteria von den White Sox mit deutlichem Abstand auf Platz zwei.

Cora zurück in Boston
Von den erfolgreichsten Managern des Jahres zu einem der erfolglosesten: Die Boston Red Sox hatten bereits unmittelbar nach Saisonende bekannt gegeben, dass sie sich nach nur einem Jahr und einer enttäuschenden Bilanz von 24-36 von Ron Roenicke trennen. Roenicke war kurz vor Saisonbeginn zum Nachfolger von Alex Cora ernannt worden, den man wegen seiner Rolle im Sign-Stealing-Skandal der Houston Astros entlassen hatte. Inzwischen hat Cora seine Sperre durch die Liga abgesessen und bei den Red Sox hat man sich offenbar der guten Zeiten erinnert, die man mit Cora am Steuerrad hatte. So kristallisierte sich Cora trotz einer Handvoll anderer Interview-Kandidaten schnell zum Favoriten als sein eigener Nachfolger heraus. Seit Freitag ist es offiziell, Cora erhält seine zweite Chance in Form eines Zweijahresvertrages bei den Red Sox. Man darf gespannt sein, was er daraus macht. Das Team, das er übernimmt, dürfte von den Anlagen her weit entfernt sein von der Meistermannschaft aus 2018. 

Mets entlassen Van Wagenen 
Bei den New York Mets hat die Ära des neuen Teambesitzers Steve Cohen offiziell begonnen. Cohens erste Amtshandlungen waren die erwarteten: Sandy Alderson wurde zum Teampräsidenten ernannt, General Manager Brodie Van Wagenen wurde entlassen. Außer Van Wagenen erhielten auch die Assistenten Omar Minaya, Allard Baird und Adam Guttridge sowie der Direktor für Spielerentwicklung Jared Banner ihre Papiere. Das zeigt, dass Cohen es ernst meint mit dem angekündigten strukturellen Umbau, der ein stärker analysezentriertes Regime hervorbringen soll. Alderson erhält weitgehend freie Hand bei der Zusammenstellung des neuen Front Offices. Field Manager Luis Rojas wird seinen Posten, auf den ihn Van Wagenen  vor einem Jahr befördert hatte, voraussichtlich behalten.
Bei seiner Einführungs-Pressekonferenz kündigte der neue Owner an, die Mets als Big-Market-Team führen zu wollen und enttäuscht zu sein, wenn nicht innerhalb von drei bis fünf Jahren eine Meisterschaft herausspringt. Das sind interessante Vorzeichen für die beginnende Free Agency.

Ein paar frühe Signings
Die erste Neuverpflichtung haben die Mets bereits getätigt: SP Marcus Stroman kehrt zurück nach Queens, indem er das Qualifying Offer von 18,9 Millionen Dollar für einen Einjahresvertrag annimmt. Auf die gleiche Art und zu den gleichen Konditionen bleibt den San Francisco Giants SP Kevin Gausman erhalten.
Die anderen Spieler, die ein Qualifying Offer erhalten hatten – Trevor Bauer (Reds), J. T. Realmuto (Phillies), George Springer (Astros) und D. J. LeMahieu (Yankees) – haben das Angebot erwartungsgemäß abgelehnt. Sie streben höherwertige und/oder längere Verträge an und werden sie auch bekommen.
Die beiden ersten „echten“ Free Agents, die vom Markt sind, haben beide bei ihren bisherigen Teams verlängert: SP Robbie Ray bleibt für 8 Millionen Dollar ein weiteres Jahr bei den Toronto Blue Jays, SP Josh Tomlin bekommt von den Atlanta Braves 1,25 Millionen für einen Einjahresvertrag plus Option auf ein zusätzliches Jahr.

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Oktober 1st, 2020 by Silversurger

Die Baseball-Nacht des Jahres liegt hinter uns: Acht Playoff-Spiele an einem Tag hatte es noch nie gegeben und wird es auch auf absehbare Zeit nicht mehr geben. Denn in der American League sind bereits drei von vier Duellen der Wild-Card-Runde entschieden. Somit müssen heute nur die Oakland Athletics und die Chicago White Sox zum entscheidenden dritten Spiel antreten, während in den Serien der National League Spiel zwei ansteht.

In den Teams, die sich nicht für die Postseason qualifizieren konnten, werden derweil schon erste Weichen für das kommende Jahr gestellt: Die Boston Red Sox trennen sich nach nur einem Jahr von Manager Ron Roenicke, die Los Angeles Angels entlassen General Manager Billy Eppler. Auch bei den New York Mets steht die Ablösung von GM Brodie van Wagenen so gut wie fest, sobald der Verkauf der Franchise an Steve Cohen offiziell ist. Zwei langjährige und beliebte MLB-Spieler werden wir nicht mehr auf dem Spielfeld sehen: Hunter Pence (Giants) und Alex Gordon (Royals) haben das Ende ihrer Karrieren verkündet. 

American League
Die erste Divisional-Serie der AL steht bereits fest. Die Tampa Bay Rays treffen ab Montag in einer Best-of-5-Serie auf die New York Yankees. Die Rays entledigten sich ihrer Wild-Card-Aufgabe gegen die Toronto Blue Jays souverän mit 3:1 und 8:2. Souverän waren auch die Yankees in Spiel 1 gegen die Cleveland Indians. Sie verschafften Cy-Young-Kandidat Shane Bieber einen rabenschwarzen Tag und gewannen das Spiel 12:3. Die zweite Partie war deutlich spannender, doch nach Comebacks im vierten und im neunten Inning behielten die Yankees auch hier die Oberhand und sicherten sich mit einem 10:9 den Sweep über die Indians. Die Serie zwischen den Rays und den Yankees wird in San Diego stattfinden.

Für die andere Divisional-Serie haben sich als erstes Team die Houston Astros qualifiziert. Das ist die erste große Überraschung dieser Playoffs, denn mit ihrer negativen Saisonbilanz (29-31) und als Auswärtsteam reisten die Astros als klarer Außenseiter nach Minnesota. Doch die Twins konnten ihre Playoff-Schwäche (siehe „Statistik der Woche“) nicht ablegen, während die Astros routiniert ihre Postseason-Erfahrung ausspielten und die Partien mit 4:1 und 3:1 nach Hause brachten.

Der Gegner der Astros in der ALDS in Dodger Stadium werden entweder die Oakland Athletics oder die Chicago White Sox sein. Die beiden Teams haben sich als bisher einzige die Siege in den Spielen eins und zwei geteilt. Beim 4:1-Sieg der White Sox feuerte Lucas Giolito sechs perfekte Innings, bevor er im siebten Durchgang den ersten Hit und im achten den einzigen Run abgab. Tags darauf kam die Offense der Athletics schneller und besser ins Spiel. Die Aufholjagd der White Sox kam zu spät und endete mit einer 3:5-Niederlage.  

National League
Die NL hatte letzte Nacht ihren ersten Wild-Card-Spieltag, daher konnte logischerweise noch keine der Best-of-3-Serien entschieden werden. Die Los Angeles Dodgers wurden im ersten Spiel ihrer Favoritenrolle gerecht und schlugen die Milwaukee Brewers 4:2. Der Sieger dieses Duells trifft in der nächsten Runde in Arlington auf San Diego oder St. Louis. St. Louis setzte sich etwas überraschend im ersten Spiel mit 7:4 durch. Den Padres könnten Pitching-Probleme zum Verhängnis werden: Die Asse Dinelson Lamet und Mike Clevinger sind verletzt und Chris Paddack erwischte gestern einen richtig miesen Tag, was nicht nur die Niederlage, sondern auch viel Arbeit für den Bullpen verursachte.

Die spannendste Partie der bisherigen Playoffs war eindeutig die erste Begegnung zwischen den Atlanta Braves und den Cincinnati Reds. Mehr dazu weiter unten beim „Spiel der Woche“. Einen veritablen Upset gab es in Chicago, wo den Miami Marlins ein einziges starkes Offensiv-Inning reichte, um beim 5:1 gegen die Cubs das neueste Kapitel ihrer Cinderella-Story zu schreiben. Die Gewinner der beiden Serien treffen ab Dienstag zur NLDS in Houston aufeinander. 

Szene der Woche
Wir sind zwar schon mitten in der Postseason, aber das Triple Play der Brewers vom letzten Tag der regulären Saison möchte ich euch nicht vorenthalten:

Statistik der Woche 
18. So viele Playoff-Spiele haben die Minnesota Twins nun hintereinander verloren. Der traurige Rekord reicht zurück bis in die ALDS 2004, in der die Twins die Spiele zwei bis vier gegen die Yankees abgaben. Es folgten ein 0-3-Sweep gegen die Athletics 2006 und dann 2009, 2010, 2017 und 2019 immer wieder Niederlagen gegen die Yankees. Entsprechend groß war die Begeisterung, dass es dieses Jahr in Runde 1 endlich mal nicht gegen die Yankees ging, doch auch gegen die Astros war für das Team von Max Kepler nichts zu holen.

Spiel der Woche
Alle Freunde des gepflegten Defensivspiels, die am Dienstag von Bieber vs. Cole enttäuscht wurden, folgte die Entschädigung einen Tag später in Form einer epischen Pitchingschlacht zwischen Max Fried und Trevor Bauer sowie den jeweiligen Bullpens der Atlanta Braves und der Cincinnati Reds. Es war das erste Playoffspiel seit 1997, das mit 0:0 in die Verlängerung ging, und es war das erste überhaupt, bei dem auch nach elf und zwölf Innings keine Runs auf dem Scoreboard auftauchten. Erst in der unteren Hälfte des 13. Innings gelang den Braves bei einem Single von Freddie Freeman der erste Zähler und damit der Walk-Off-Sieg. Noch ein Rekord: 37 Strikeouts von beiden Teams zusammen hatte es in einem Playoffspiel bisher nie gegeben.

Mein Einschalttipp
In den Playoffs ist natürlich jedes Spiel ein Einschalttipp, aber heute lege ich euch ganz besonders die Partie der Oakland Athletics gegen die Chicago White Sox ans Herz. Zur besten mitteleuropäischen Sendezeit um 21:10 Uhr beginnt das entscheidende dritte Spiel um den Einzug in die ALDS. 

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April 23rd, 2020 by Silversurger

Die MLB-Saison steht nach wie vor in den Sternen, aber dennoch hat sich in den letzten Tagen einiges getan in der Baseball-Welt. Die langwierigen Untersuchungen der Sign-Stealing-Vorwürfe gegen die Boston Red Sox wurden abgeschlossen und das Strafmaß verkündet. In den geplanten Verkauf der New York Mets kommt offenbar Bewegung und auch in den Minor Leagues gibt es interessante Entwicklungen. In Taiwan läuft seit zwei Wochen der Spielbetrieb, Südkorea soll in Kürze folgen.

Milde Strafe für Red Sox
Vor Corona war das große Thema dieser Offseason der Sign-Stealinng-Skandal um die Meisterteams von 2017 und 2018. Die Houston Astros wurden im Januar von der Liga zu heftigen Strafen verurteilt, weil sie in der Saison 2017 ein umfangreiches System eingesetzt hatten, um die Zeichen zwischen gegnerischen Catchern und Pitchern auszuspionieren. Vielen gingen diese Strafen nicht weit genug, weil die beteiligten Spieler ungeschoren davon kamen und weil die Astros den Meistertitel behalten durften.

Da es gegen die Boston Red Sox von 2018 ähnliche Vorwürfe gab, strengte die Liga eine weitere Untersuchung an, deren Ergebnis seit Monaten mit Spannung erwartet wurde. Interessant schien vor allem die Rolle von Alex Cora – er war 2017 Bench Coach der Astros und 2018 Manager der Red Sox.

Die MLB hat nun ihre Untersuchungsergebnisse veröffentlicht, und wer ein hartes Durchgreifen gegenüber den Red Sox und Cora erwartet hatte, wird enttäuscht sein: Die Strafen fallen vergleichsweise milde aus, denn die Ligaleitung ist überzeugt, dass es sich im Wesentlichen um Verfehlungen eines einzelnen Angestellten handelte: Replay-Koordinator J. T. Watkins hat dem Bericht zufolge „zumindest in einigen Fällen“ den Videoraum missbraucht, um Spielern des eigenen Teams Tipps zukommen zu lassen. Dafür wird Watkins zwei Jahre lang gesperrt, und dem Klub wird ein Zweitrundenpick in der Draft 2020 aberkannt. Alex Cora erhält eine Sperre für ein Jahr – diese bezieht sich aber ausdrücklich auf sein Mitwirken am Sign-Stealing-System der Astros. Für seine Zeit bei den Red Sox wurde ihm kein Fehlverhalten nachgewiesen.

Minor Leagues werden wohl reduziert
Seit letzten November ist bekannt, dass die MLB erwägt, die Minor Leagues neu zu organisieren und dabei 42 Teams und Standorte aufzugeben. Der Widerstand gegen diese Pläne war groß, da die betreffenden Städte und lokalen Fanbasen an ihren Teams hängen, zumal diese zahlreiche Arbeitsplätze für Spieler und sonstiges Personal verantworten. Nun sieht es laut Berichten unter anderem von Baseball America allerdings so aus, dass die Minor Leagues möglicherweise einlenken und den Plan akzeptieren. Nicht zuletzt durch die Coronakrise ist offenbar die Bereitschaft gestiegen, der Reduzierung zuzustimmen, wenn im Gegensatz stärkere wirtschaftliche Unterstützungen und Garantien für die verbleibenden Teams und Ligen gewährt werden.

Commissioner rechnet mit MLB-Baseball in diesem Jahr
MLB-Commissioner Rob Manfred hat am Dienstag ein neues Statement zur aktuellen Situation veröffentlicht. Konkrete Pläne für eine Aufnahme der MLB-Saison 2020 nannte er nicht, er gehe aber „fest davon aus, dass Baseball in diesem Jahr zurückkehren wird“.

Das wahrscheinlichste Szenario ist nach wie vor eine verkürzte Saison an wenigen Standorten. Zusätzlich zu den Spring-Training-Staaten Arizona und Florida wurde inzwischen Texas als ein weiterer möglicher Austragungsort ins Spiel gebracht. In den drei Staaten zusammen gibt es fünf MLB-Stadien, die alle überdacht sind. Dadurch wäre gewährleistet, dass ohne witterungsbedingte Verzögerungen jeweils mehrere Spiele pro Tag durchgeführt werden könnten – ohne Zuschauer, aber natürlich mit TV-Übertragungen. Ob und wann so ein Plan umgesetzt wird, bleibt offen. Die Sprachregelung ist nach wie vor, dass man die weitere Entwicklung in Bezug auf das Virus abwarten und sehen muss, was möglich ist, ohne jemanden zu gefährden oder zu beeinträchtigen.

Kauft A-Rod die Mets?
Die Eigentümer der Mets, Fred und Jeff Wilpon, sind immer noch gewillt, den Klub zu verkaufen. Durch Corona ist möglicherweise der Preis gesunken, was nun wieder Interessenten auf den Plan ruft. Zu ihnen sollen der ehemalige Yankees-Star Alex Rodriguez und seine Frau Jennifer Lopez gehören. Die beiden könnten sich die Franchise allerdings nicht allein, sondern allenfalls im Rahmen eines Konsortiums leisten. Ihr Vermögen wird auf 700 Millionen Dollar beziffert. Zuletzt war im Dezember ein Deal geplatzt, bei dem Milliardär Steve Cohen einen Mehrheitsanteil von 80% für rund 2,6 Milliarden kaufen wollte. Cohen sprang damals ab, weil die Wilpons kurz vor Abschluss auf Nachverhandlungen bestanden. In der neuen Situation könnte auch er wieder auf den Plan treten.

In Südkorea und Taiwan wird gespielt
Wer es nicht ohne Live-Baseball aushält, kann nach wie vor die taiwanesische CPBL verfolgen. Die Liga reagiert auf das gestiegene internationalen Interesse, indem einige Spiele mit englischem Kommentar auf Twitter gestreamt werden. Die nötigen Links und Infos findet ihr hier.

In Südkorea hat die KBO diese Woche mit Preseason-Spielen angefangen. Der reguläre Ligabetrieb soll am 5. Mai aufgenommen werden. Es gelten strenge Auflagen wie zum Beispiel regelmäßige Virustests, keine Fans im Stadion und – kein Witz – ein striktes Spuckverbot für die Spieler. Ich weiß bislang noch nicht, ob es international verfügbare TV-Streams geben wird, aber ich werde es herausfinden und hier rechtzeitig informieren.

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März 26th, 2020 by Silversurger

Was hatte ich mich auf diesen Tag gefreut. In einer Welt ohne das Corona-Virus wäre heute, am 26. März 2020, Opening Day der MLB gewesen. Stattdessen ist ein Beginn der Saison nicht in Sicht, während immer deutlicher wird, dass die USA von der Pandemie genauso schlimm betroffen sind wie Europa. Zuerst war von einer Verschiebung von zwei Wochen die Rede, aber längst ist klar, dass vor Juni nicht mit Major-League-Baseball zu rechnen ist. Ich würde behaupten, dass die Chancen inzwischen bestenfalls 50:50 stehen, dass es überhaupt eine MLB-Saison 2020 gibt. Da die Spieler überwiegend zu Hause sind und die Zeit der Trades und Neuverpflichtungen längst zum allergrößten Teil gelaufen ist, habe ich in diesem Grand Slam am Donnerstag wenig Neues zu vermelden – und das Wenige beginnt leider mit mehreren Verletzungs-News.

Sale, Syndergaard und Beede operiert
Gleich drei MLB-Pitcher haben in den letzten Tagen die niederschmetternde Diagnose erhalten, sich einer Tommy-John-Surgery unterziehen zu müssen. Bei Chris Sale von den Boston Red Sox und Noah Syndergaard von den New York Mets handelt es sich um zwei der besten und bekanntesten Starting Pitcher der Liga. Für die beiden Teams bedeuten die schlechten Neuigkeiten massive Rückschläge für die jeweiligen Playoff-Hoffnungen. Der dritte Patient ist Tyler Beede, der bislang als Kandidat für einen Platz in der Starting Rotation der San Francisco Giants galt. Daraus wird nun nichts, denn Beede wird ebenso wie Sale und Syndergaard dieses Jahr keinen Ball mehr werfen.

Hilfsprogramm für die Minor Leaguer
Eine gute Nachricht gibt es immerhin: Wie ich schon im letzten Grand Slam erwähnt hatte, gehören die Spieler der Minor Leagues zu den großen Verlierern der Corona-Krise, weil ihre ohnehin kargen Einnahmen komplett ausbleiben, solange weder Vorbereitungs- noch Ligaspiele stattfinden. Die MLB-Teams haben nun ein gemeinsames Programm beschlossen, um die Minor Leaguer während der erzwungenen Arbeitslosigkeit zu unterstützen. Bis vorerst 8. April, den ursprünglichen Starttermin der Minor-League-Saison, erhalten die Spieler nun Zahlungen in Höhe der üblichen Spring-Training-Gehälter von rund 500 Dollar wöchentlich. Bei einer Verschiebung des Saisonbeginns, die definitiv kommen wird, werden weitere Unterstützungsleistungen folgen.

Tipps zum Nicht-Opening-Day
Falls ihr heute wenigstens ein bisschen Opening-Day-Feeling haben wollt, schaut einen Baseball-Film oder lest einen Baseball-Roman. Spielt MLB The Show 20 oder ein Baseball-Brettspiel, zum Beispiel Bottom of the 9th oder Baseball Highlights 2045. Oder gönnt euch ein Spiel aus der Konserve: Auf mlb.tv gibt es momentan kostenlosen Zugang zu allen Spielen der Saisons 2018 und 2019. Zudem werden heute von der MLB über verschieden Kanäle 30 Spiele aus den letzten 20 Jahren gestreamt. Ausgewählt wurde je ein besonders denkwürdiger Sieg pro Team. Die Programmübersicht dazu findet sich hier.

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März 12th, 2020 by Silversurger

Die Boston Red Sox erlebten 2019 einen beispiellosen Absturz mit 24 Siegen weniger als im Meisterschaftsjahr 2018. Die gute Nachricht: Es deuten einige Statistiken darauf hin, dass sie sich letztes Jahr unter Wert verkauften. Die schlechte Nachricht: Es deuten einige Entwicklungen der laufenden Offseason darauf hin, dass in der kommenden Saison eine Wiederholung der 84-78-Bilanz des letzten Jahres schon ein Erfolg wäre für das Team, das die Red Sox an den Start schicken. Der größte Einschnitt war der Blockbuster-Trade des Jahres. Outfielder Mookie Betts – zweifellos einer der besten Baseballer der Welt – und Starting Pitcher David Price wurden zu den Los Angeles Dodgers getradet im Zuge einer massiven Anstrengung, das Gehaltsniveau unter die Luxury-Tax-Genze zu drücken. Erschwerend hinzu kommen die Unruhe um die immer noch nicht aufgearbeiteten Sign-Stealing-Vorwürfe und der damit verbundene unfreiwillige Trainerwechsel von Alex Cora zu Ron Roenicke. Aber ich möchte es mit dem Schwarzmalen nicht übertreiben, denn die Red Sox sind immer noch ein konkurrenzfähiges Team mit einigen herausragenden Spielern. Von der Gesundheit des herausragendsten unter ihnen könnte einiges abhängen: Starter Chris Sale hat wegen Ellenbogenproblemen seit August letzten Jahres nicht mehr gepitcht. Ein Comeback-Versuch in Form eines simulierten Innings schlug letzte Woche fehl, seitdem hat Sale wieder mehrere Untersuchungen über sich ergehen lassen mit bislang unklarem Ergebnis. Falls er in diesem Jahr erneut langfristig fehlen sollte, würde das den Playoff-Hoffnungen der Red Sox einen weiteren Dämpfer versetzen.

Voraussichtliches Lineup
C Christian Vazquez
1B Mitch Moreland
2B Jose Peraza
SS Xander Bogaerts
3B Rafael Devers
LF Andrew Benintendi
CF Jackie Bradley Jr.
RF Alex Verdugo
DH J. D. Martinez

Voraussichtliche Rotation
LHP Chris Sale
LHP Eduardo Rodriguez
RHP Nathan Eovaldi
LHP Martin Perez
RHP Collin McHugh
Key Relievers: Brandon Workman, Matt Barnes

Wichtigster Zugang
OF Alex Verdugo (Los Angeles Dodgers)

Wichtigster Abgang
OF Mookie Betts (Los Angeles Dodgers)

Bestes Prospect
IF Jeter Downs

Größte Stärke
Das linke Infield: Third Baseman Rafael Devers und Shortstop Xander Bogaerts sind das wohl beste Duo zwischen der zweiten und dritten Base, das die MLB zu bieten hat. Angesichts ihres Alters von 23 und 27 Jahren sowie noch mindestens vier Jahren unter Team-Kontrolle können die Red Sox langfristig auf die enorme Offensiv-Produktion der beiden setzen.

Größte Schwäche
Der Bullpen: 2019 haben die Red Sox lediglich 52% ihrer Save-Gelegenheiten verwandelt (33 von 64). Schlechter waren nur die Baltimore Orioles mit 50% (27 von 54). Die Hoffnung ist, dass Brandon Workman die starken Leistungen konservieren kann, mit denen er im Lauf des letzten Jahres in die Closer-Rolle aufgestiegen ist. Allerdings sehen diese in seinen Karriere-Statistiken eher nach einem Ausreißer aus.

Spannendste Frage
War da nicht was mit Sign-Stealing? Die großen Schlagzeilen in Bezug auf ausgespähte Pitch-Signale hatten in dieser Offseason die Houston Astros, doch auch das Meisterteam der Red Sox von 2018 ist Gegenstand einer Untersuchung durch die Liga. Die sollte ursprünglich bis zum Beginn des Spring Trainings abgeschlossen sein, wurde aber mehrfach verschoben und wird sich jetzt weiterhin verzögern, weil die Klärung des Umgangs mit Corona Priorität genießt. Somit bleibt vorerst offen, wann und in welcher Form die Regelverstöße der Red Sox bestraft werden.

Meine Prognose
Platz 3 in der AL East

Hier geht’s zum Power-Ranking mit allen bisher erschienenen Previews.

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März 12th, 2020 by Silversurger

Corona, Corona, Corona. Das uns alle beherrschende Thema in diesen Tagen macht auch vor dem Baseball nicht Halt. Völlig zurecht rückt der Sport in den Hintergrund, wenn es darum geht, das Leben und die Gesundheit von Menschen zu schützen. Welche Maßnahmen in den kommenden Tagen und Wochen von den zuständigen Behörden angeordnet und/oder von den Ligen selbst beschlossen werden, ist völlig offen. Es scheint aber immer wahrscheinlicher, dass die MLB-Saison nicht in der üblichen Form stattfinden kann.

NPB und KBO verschoben – MLB und Bundesliga stehen (noch?)
In Japan und Südkorea sind bereits Spring-Training-Spiele der Profi-Ligen NPB und KBO ausgefallen oder ohne Publikum ausgetragen worden. Nun haben die Leitungen beider Ligen beschlossen, den Start der regulären Saison zu verschieben. Statt Ende März sollen die Spiele erst Ende April beginnen. Die Hoffnung ist, das sich die Lage in Bezug auf das Corona-Virus bis dahin so weit entspannt hat, dass noch eine vollständige Saison inklusive Publikum gespielt werden kann.
Der MLB sowie der Baseball-Bundesliga kann Ähnliches blühen; bislang rechnen beide Ligen offiziell damit, wie geplant in die reguläre Saison starten zu können. „Wir behalten die Gesamtsituation im Blick“, versicherte der Spielbetriebsleiter des DBV, Philipp Würfel, gestern auf meine Nachfrage. Die MLB nimmt eine ähnlich abwartende Position ein. Beschlossen wurde bislang nur, vorerst keine Medienvertreter mehr in den Clubhäusern zuzulassen, um persönliche Kontakte der Spieler und Offiziellen zu reduzieren. Es scheint aber absehbar, dass weit drastischere Maßnahmen folgen müssen und werden, zumal gestern schon einige Städte und Regionen – unter anderem San Francisco und Seattle – ein Verbot von Großveranstaltungen angekündigt haben. Die Basketball-Liga NBA hat ihre Saison bereits auf unbestimmte Zeit unterbrochen, nachdem ein Spieler positiv auf das Virus getestet wurde.

WBC: Deutschland – Frankreich morgen Nacht auf Youtube
Die Baseball-Nationalmannschaft befindet sich schon seit einigen Tagen in Tucson (Arizona) und bereit sich auf das Qualifkationsturnier zum World Baseball Classic (WBC) 2021 vor. Der Kader besteht hauptsächlich aus Bundesligaspielern, ergänzt um die Minor Leaguer Marco Cardoso (Boston Red Sox), Brendan Donovan (St. Louis Cardinals), Lucas Jacobsen (Texas Rangers), Niklas Rimmel (Minnesota Twins) und Markus Solbach (Los Angeles Dodgers) sowie die Ex-MLB-Spieler Bruce Maxwell und Donald Lutz und zwei Indenpendent-League-Spieler. Max Kepler hat von den Twins leider keine Freigabe erhalten. Als erste Hürde in dem Doppel-Ausscheidungsmodus wartet Frankreich mit seinem prominenten Trainer Bruce Bochy. Das Spiel wird nach unserer Zeit ab 3:30 Uhr in der Nacht von Freitag auf Samstag live auf dem Youtube-Kanal der MLB übertragen. Als weitere Gegner je nach Turnierverlauf kommen Pakistan, Südafrika, Nicaragua und Brasilien infrage. Auch hier bleibt natürlich abzuwarten, ob und wie sich Corona auf die Durchführung des Turniers auswirkt. Es ist reine Spekulation von mir, aber ich kann mir vorstellen, dass die europäischen Teams zügig abreisen werden, nachdem die US-Regierung verkündet hat, den Reiseverkehr mit Europa drastisch einzuschränken.

Red Sox verpflichten McHugh
Die Boston Red Sox haben immer noch keine Klarheit über die Aussichten ihres Asses Chris Sale, zum Saisonstart oder möglichst bald danach fit zu werden. Nachdem Sale am 1. März ein simuliertes Inning abbrechen musste, wurde sein Ellenbogen von verschiedenen Spezialisten untersucht. Es kam aber nicht viel mehr dabei heraus als dass man sich das Gelenk in 10 bis 14 Tagen noch einmal ansehen wird. Um einen möglichen längeren Ausfall von Sale abzufedern, ist der Klub noch mal auf dem Free-Agent-Markt tätig geworden und hat Collin McHugh verpflichtet. Der ehemalige Astros-Pitcher erhält einen Einjahresvertrag, dessen Finanzen stark leistungsbezogen ausgestaltet wurden: Das Grundgehalt beträgt bescheidene 600.000 Dollar, kann sich aber je nach Zahl der absolvierten Innings um bis zu 3,625 Millionen erhöhen. Mit dieser Vertragsgestaltung sichern sich die Red Sox ab, denn McHugh litt während und nach der letzten Saison ebenfalls unter Ellenbogenprobleme und ist erst vor Kurzem wieder ins Wurftraining eingetreten.
Um für McHugh Platz im Kader zu machen, haben die Red Sox Pitcher Hector Velazquez entlassen. Velazquez wurde inzwischen von den Baltimore Orioles aufgenommen.

Verlängerung für Moncada
Die Chicago White Sox bauen weiter am ersehnten langfristigen Erfolg. Nach Eloy Jimenez, Luis Robert und Aaron Bummer haben sie nun auch Yoan Moncada mit einem Mehrjahresvertrag ausgestattet. Für insgesamt 70 Millionen Dollar wird der Infielder in den kommenden fünf Spielzeiten für die White Sox antreten. Hinzu kommt die Option, ihn für 25 Millionen Dollar noch ein weiteres Jahr, also für die Saison 2025, zu halten.

Calhoun verletzt durch Hit-by-Pitch
Die hässlichste Verletzung der Woche hat Willie Calhoun von den Texas Rangers erlitten. Im Spring-Training-Spiel gegen die Los Angeles Dodgers bekam der Outfielder im ersten Inning einen 95-Meilen-Pitch von Luis Urias direkt ins Gesicht. Er erlitt dabei einen Kieferbruch, der operiert werden musste und zu einer noch unbestimmten, aber in jedem Fall längeren Ausfallzeit führen wird. Es gibt Videos von dem Unfall, aber auf das Anschauen kann man gut verzichten, daher gibt es von mir hier keinen Link.

Doping-Sperre für Diamondbacks-Prospect
Leider gibt es erneut einen Doping-Fall: Infielder Domingo Leyba von den Arizona Diamondbacks wurde positiv auf Boldenon getestet. Das ist das üblicherweise für Rennpferde verwendete Steroid, welches vor Kurzem bereits Francis Martes (Astros) und Pablo Reyes (Pirates) zum Verhängnis wurde. Der 24-jährige Switch-Hitter Leyba erhält die für Ersttäter übliche Strafe von 80 Spielen Sperre.

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März 5th, 2020 by Silversurger

Fast wäre es diese Woche ein Grand Slam am Donnerstag geworden, in dem es nur um Krankheiten und Verletzungen geht. Doch die Milwaukee Brewers und Christian Yelich haben uns mit einer Blockbuster-Vertragsverlängerung vor der Depressivität eines solchen Artikels gerettet.

Christian Yelich – für immer ein Brewer?
Die Milwaukee Brewers und ihr Superstar Christian Yelich haben sich diversen Berichten zufolge geeinigt, ihre Zusammenarbeit langfristig festzuschreiben. Der Deal soll dem 28-jährigen Outfielder in den nächsten neun Jahren bis zu 215 Millionen Dollar einbringen und noch eine beidseitige Option für ein zehntes Jahr enthalten. Das ist mehr Geld als man normalerweise ausgeben kann und doch im Vergleich mit dem, was andere Stars in den letzten Jahren erhalten haben, ein relativ günstiger Vertrag. Yelich ist nach seinen bisherigen Leistungen für das Team jedenfalls jeden Cent davon wert. Seiner MVP-Saison 2018, in der eine Slashline von .326/.402/.598 produzierte, ließ er eine noch bessere Saison 2019 (.329/.429/.671) folgen. Der zweite MVP-Award blieb ihm wohl nur deshalb verwehrt, weil er den letzten Monat durch eine Knieverletzung verpasste.
Die Brewers sind ein Small-Market-Team und rangieren traditionell im hinteren Drittel der Gehaltsrangliste. Der Vertrag für Yelich ist mit großem Abstand die höchste Investition, die sie je in einen Spieler getätigt haben. Vor dem Hintergrund des jetzt vereinbarten Deals erklärt sich, warum keine größeren Anstrengungen unternommen wurden, Free Agents wie Mike Moustakas und Yasmani Grandal zu halten oder gleichwertig zu ersetzen – es ging wohl schlicht darum zu sparen, damit man sich den Langzeitvertrag mit Yelich leisten kann.

Garrett Whitley übel verletzt durch Foulball
Auf keinen Fall Verletzungen zu riskieren ist die oberste Devise im Spring Training, aber das ist leider oft leichter gesagt als getan. Garrett Whitley, Outfield-Prospect der Tampa Bay Rays, hat es am Montag während des Spiels gegen die Baltimore Orioles auf besonders hinterhältige Weise erwischt: Whitley hielt sich im Dugout seines Teams auf, als ein Foulball von Renato Nunez von den Stufen des Dugouts abprallte und ihm von dort ins Gesicht prallte. Der 22-Jährige erlitt mehrere Frakturen, blieb aber die ganze Zeit über bei Bewusstsein und konnte nach einigen Stunden aus dem Krankenhaus entlassen werden. Das nennt man wohl Glück im Unglück.

Saisonstart ohne Judge und Stanton
Die New York Yankees sind schon wieder das Lazarett der Liga: Dass die Starting-Rotation zu Saisonbeginn auf James Paxton und das ganze Jahr über auf Luis Severino verzichten muss, stand schon länger fest. Inzwischen wurden auch die Befürchtungen bestätigt, dass die beiden Top-Slugger Aaron Judge und Giancarlo Stanton nicht rechtzeitig zum Opening Day fit werden. Stanton laboriert an einer Wadenverletzung, Judge hat Probleme mit der Schulter, die bis in den Brustbereich ausstrahlen. Für beide Spieler gibt es noch keinen Zeitplan für eine mögliche Rückkehr; als grober Anhaltswert ist die Rede von Mitte bis Ende April.

Sorgen um Sale und Canning
Die Boston Red Sox können sich über das Verletzungspech des Erzrivalen nicht mal klammheimlich freuen, denn sie haben ihre eigenen Probleme. Ihr Top-Pitcher Chris Sale wird den Saisonbeginn verpassen und es ist völlig unklar, wie schlecht es um seinen Ellenbogen tatsächlich steht. Anfang der Woche ließ er seine Befunde von Dr. James Andrews untersuchen – eine Nachricht, die unter Baseballfans die Alarmglocken schrillen lässt, denn Dr. Andrews ist ein führender Spezialist für die berüchtigte Tommy-John-Surgery (TJS). Immerhin scheint es bei Sale laut verschiedenen Quellen nicht auf eine TJS hinauszulaufen, aber die Unklarheit über die Verletzung ist immer noch so groß, dass derzeit eine dritte Meinung eingeholt wird.
In einer ähnlichen Lage befindet sich Griffin Canning von den Los Angeles Angels. Der junge Starter musste schon die letzte Saison vorzeitig wegen Ellenbogenproblemen beenden und unterzieht sich derzeit mehreren Untersuchungen. Auch bei ihm besteht das Worst-Case-Szenario darin, dass er sich einer TJS unterziehen muss.

Corona-Auswirkungen nicht absehbar
In Italien, der Schweiz und anderen Staaten wurden bereits zahlreiche Fußballspiele ausgesetzt, in Japan werden die Spring-Training-Spiele der Nippon Baseball League derzeit ohne Zuschauer ausgetragen und gestern gab es im College-Basketball die ersten Spielabsagen im US-Sport. In diesem Licht drängt sich die Frage auf, ob das Coronavirus sich auch auf die bevorstehende MLB-Saison auswirkt. Eine befriedigende Antwort darauf kann zum jetzigen Zeitpunkt niemand geben. Bislang gibt es keine Pläne, Spiele abzusagen, zu verlegen oder die Öffentlichkeit auszuschließen, aber die Lage kann sich natürlich täglich ändern. MLB-Commissioner Rob Manfred hat eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die die weitere Entwicklung beobachtet und bei Bedarf Maßnahmen vorschlägt. In einem Schreiben an alle Klubs wurde empfohlen, derzeit auf Autogramme und Händeschütteln zu verzichten, keine Reisen in besonders betroffene Länder zu unternehmen, laufend Kontakt mit den örtlichen Gesundheitsbehörden zu halten und sicherzustellen, dass alle Spieler gegen Grippe geimpft sind. Davon abgesehen bleibt dem professionellen Baseball nur dasselbe übrig wie uns allen: abwarten, was noch kommt.

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