Oktober 11th, 2018 by Dominik

Ganz ehrlich: So richtig mitreißend war die Divisional-Runde – außer für glühende Anhänger eines der beteiligten Teams – dieses Jahr nicht. Es gab keinen einzigen Krimi über fünf Spiele, vielmehr machten alle vier Serien über weite Strecken einen unspektakulären und vorhersehbaren Eindruck.

Aber sehen wir es mal positiv: Den League-Championships, also quasi den Halbfinals um die Krone des Baseballs, kann der Verlauf der vorherigen Runde nur guttun. Zum einen dürfen wir wohl ziemlich sicher davon ausgehen, dass die vier verbliebenen Teams tatsächlich die besten sind, die die MLB derzeit zu bieten hat. Zum anderen ist durch die schnellen Divisionals gewährleistet, dass jedes von ihnen mindestens drei Tage Pause genießen kann. Alle vier werden somit gut vorbereitet, ausgeruht und vor allem mit voller Flexibilität hinsichtlich der Pitchereinsätze ins Rennen gehen.

American League
Am ehesten kam noch in der Serie zwischen den Boston Red Sox und den New York Yankees etwas Spannung auf – die Yankees konnten die erste Niederlage postwendend ausgleichen und in Spiel 4 (siehe „Spiel der Woche“) war für sie bis zum letzten Zentimeter des letzten Outs noch alles möglich. Aber dazwischen lag Spiel 3, das wohl als eine der einseitigen Playoff-Partien aller Zeiten gelten darf. 16:1 schlugen die Red Sox die Yankees in deren eigenem Stadion. Die Überlegenheit der Roten war so drückend, dass die New Yorker sich irgendwann nicht mal mehr zu schade waren, zum erst zweiten Mal in der MLB-Geschichte einen Positionsspieler pitchen zu lassen. Das allerdings machte die Sache noch schlimmer: Gleich den ersten Pitch von Catcher Austin Romine nutze Bostons Brock Holt zu einem Homerun, mit dem er den ersten Cycle in einem Playoff-Spiel überhaupt komplettierte.

Noch einseitiger als das Duell der Red Sox und der Yankees war die andere ALDS zwischen den überzeugenden Houston Astros und den sang- und klanglos enttäuschenden Cleveland Indians. Letztere wurden der Befürchtung gerecht, dass es sich bei ihnen um ein überschätztes Team handelte, dessen Saisonbilanz durch die vielen Spiele gegen schwache Divisionskonkurrenten aufgebläht war. 7:2, 3:1 und 11:3 wurden die Indianer abgefertigt von den Astros, die in jeder Hinsicht reif erscheinen, ihren Titel zu verteidigen.

Auf dem Weg dorthin müssen sie erstmal in der American League Championship Series (ALCS) an den Red Sox vorbei. Ich habe schon Äußerungen in der Richtung gelesen, dies sei dieses Jahr die eigentliche World Series. Das würde ich so nicht unterschreiben. Klar, die beiden Teams waren diese Saison weitaus dominierender als irgendeine Mannschaft aus der National League. Aber müssen die Top-Teams der NL schlechter sein, nur weil sie in einer ausgeglicheneren Liga gespielt haben? Ich denke nein, zumal die NL in den Interleague-Spielen dieses Jahr mit 158-142 zum ersten Mal seit Langem die Oberhand behalten hat.

National League
Die Divisionals der NL verliefen fast identisch mit denen der AL: Auch hier gab es einen 3:0-Sweep, in dem Fall zwischen den Milwaukee Brewers und den Colorado Rockies, deren „Rocktober“ nach 2:3, 0:4 und 0:6 ein jähes Ende fand.

Und auch hier endete die andere Serie 3:1 und machte selten den Eindruck, ein anderes Ende finden zu können als den Sieg der Los Angeles Dodgers. Es war im Endeffekt ein klarer Triumph der Erfahrung gegen den jugendlichen Eifer, mit dem die Atlanta Braves es dieses Jahr erstaunlich weit gebracht hatten. In der NLDS konnten sie nur ein Spiel knapp gestalten und letzten Endes auch 6:5 gewinnen, ansonsten waren sie den Dodgers mit 0:3, 0:6 und 2:6 nicht gewachsen.

In die NLCS gehen die Dodgers als Favorit – sie haben die schon erwähnte breite Postseason-Erfahrung und sie bieten auch die größeren Namen auf. Auf der anderen Seite stehen die Brewers mit ihrem sehr ausgewogenen Roster, mit dem sie derzeit eine Siegesserie von elf Spielen reiten – Spiel 163 und NLDS-Sweep inklusive.

Szene der Woche
Das erste Gastspiel der Atlanta Braves in den Playoffs seit fünf Jahren war zwar von relativ kurzer Dauer, aber für einen Glanzpunkt reichte es: Rookie Ronald Acuna Jr. brachte die Braves in Spiel 3 gegen die Dodgers auf den Weg zu ihrem einzigen Sieg durch einen Grand Slam im zweiten Inning. Der 20-Jährige wurde dadurch zum jüngsten Spieler, der je einen Grad Slam in der Postseason geschlagen hat. Die Erinnerung an diese Aktion wird nicht so schnell verblassen, jedenfalls nicht auf dem Unterarm einer gewissen Caitlin: Dorthin würde sie sich das Gesicht von Acuna tätowieren lassen, wenn er einen Grand Slam schlägt, hatte die Braves-Anhängern getwittert. Aus dem Versprechen kommt sie wohl nicht mehr heraus.

Statistik der Woche
211. Dies ist die zweithöchste Anzahl von Saisonsiegen, die je die Teams einer Postseason-Paarung gemeinsam erzielt haben. Mehr als die Red Sox (108 Siege) und die Astros (103) konnten nur die Teilnehmer der World Series 1998, die New York Yankees und die San Diego Padres, mit insgesamt 212 vorweisen.

Spiel der Woche
Spiel 4 zwischen den Red Sox und den Yankees sah zunächst aus wie die nahtlose Fortsetzung der Klatsche vom Vortag: Nach zwei scorelosen Innings ging Boston per Sacrifice Fly von J. D. Martinez in Führung und baute diese durch einen Double von Ian Kinsler, einen Single von Eduardo Nunez und einen Homerun von Christian Vazquez auf 4:0 aus. Die Yankees kamen erst im fünften Inning auf einen einzelnen Run, der zu wenig schien, um die Red Sox in Bedrängnis zu bringen. Zu sattelfest war das Pitching von Starter Rick Porcello und dem Bostoner Bullpen. In Letzterem hatte Ass Chris Sale einen Gastauftritt mit einem perfekten achten Inning. Zum Ende wurde es dann aber doch noch spannend. Closer Craig Kimbrel lud die Bases und ließ per Hit-by-Pitch gegen Neil Walker sowie Sac-Fly von Gary Sanchez den Vorsprung auf einen einzigen Run schmilzen. Mit zwei Outs und zwei Baserunnern war es der Defense von 3B Nunez und 1B Steve Pearce zu verdanken, dass Gleyber Torres haarscharf das entscheidende Out ereilte.

Mein Einschalttipp
Der Einschalttipp soll dabei helfen, in der Flut von MLB-Spielen die interessantesten herauszupicken. Inzwischen sind wir längst in den Tagen des Jahres angekommen, in denen sich die Flut auf natürliche Weise gelichtet hat und die Empfehlung nur lauten kann, jedes der verbleibenden Spiele anzuschauen – sei es live, zeitversetzt oder auch nur als Zusammenfassung. Einen Bonustipp habe ich aber doch: Wagt doch mal den Blick über die MLB hinaus, denn auch in Deutschland wird sehenswerter Baseball gespielt und manchmal gibt es davon sogar Liveübertragungen. Am Samstag und – falls nötig – am Sonntag duellieren sich in Bonn die Capitals und die Heidenheim Heideköpfe um die Entscheidung der Deutschen Meisterschaft. Spielbeginn ist jeweils um 13 Uhr, auf baseball-bundesliga.de findet man den Link zum Livestream. Heidenheim führt nach den beiden Heimsiegen vom vergangenen Wochenende die Serie mit 2:1 an und benötigt somit nur noch einen Sieg zur Meisterschaft. Bonn muss beide Spiele gewinnen, um den Traum vom ersten Titel der Vereinsgeschichte wahr werden zu lassen.

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Oktober 4th, 2018 by Dominik

Da waren es nur noch acht: Die Oakland Athletics und die Chicago Cubs sind die ersten Playoff-Teams, die auf der Strecke geblieben sind. Für die Athletics war ein einziges Spiel entscheidend, das sie letzte Nacht 2:7 gegen die New York Yankees verloren. Die Cubs hatten immerhin zwei Chancen, die erste „richtige“ Playoff-Serie – die National League Divisional Series (NLDS) – zu erreichen. Doch sie verloren sowohl das Extraspiel um den Divisionssieg gegen die Milwaukee Brewers als auch das Wild-Card-Spiel gegen die Colorado Rockies und somit ist das NL-Team mit der zweitbesten Saisonbilanz wohl verdient ausgeschieden.

Ebenfalls ausgeschieden ist Buck Showalter als Manager der Baltimore Orioles. Nach neun Jahren, deren schlechtestes das aktuelle mit desaströsen 115 Niederlagen war, ist er seinen Job los. Auch die Minnesota Twins haben bekannt gegeben, dass sie sich von ihrem Manager Paul Molitor trennen. Molitor war vier Jahre im Amt und letztes Jahr nach einer überraschend starken Saison zum Manager of the Year gewählt worden. 2018 wurde allerdings zur Enttäuschung, daher soll nun ein neuer Cheftrainer die Aufgabe übernehmen, die Twins in der AL Central wieder wettbewerbsfähig zu machen.

National League
Die National League hat einer in weiten Teilen extrem spannenden Saison die Krone aufgesetzt, indem in gleich zwei Divisionen ein entscheidendes „Spiel 163“ ausgetragen werden musste, um eine Entscheidung über den Gruppensieg herbei zu führen. Zwischen den Chicago Cubs und den Milwaukee Brewers war es ein sehr enges Spiel, das sich erst im achten Inning in Richtung der Gäste aus Milwaukee neigte, welche schließlich 3:1 gewannen. Das Duell um die NL West zwischen den Los Angeles Dodgers und den Colorado Rockies war weniger spannend. Die Dodgers dominierten von Anfang an und führten bereits mit 5:0, bevor die Bats der Rockies im neunten Inning mit zwei Solo-Homeruns erwachten, ohne den Ausgang der Partie ernsthaft in Gefahr zu bringen.

Die Verlierer der Entscheidungsspiele durften sich damit trösten, dass sie zumindest in das Wild-Card-Spiel einzogen. Dort war dann allerdings zwingend Endstation für eines von ihnen, in dem Fall für die Cubs (siehe „Spiel der Woche“).

Die Rockies treffen als Wild-Card-Sieger ab heute Nacht in einer Best-of-5-Serie auf die Brewers. In der anderen Paarung der NLDS erwarten die Dodgers die Atlanta Braves. Die Braves sind das einzige Team der NL, das sich seit dem Ende der regulären Saison am letzten Sonntag ausruhen konnte. Man wird sehen, ob sie diesen Vorteil nutzen können.

American League
In der AL stand zwischen Saison und Playoffs deutlich mehr Erholung auf dem Programm: Montag und Dienstag waren für alle Teams frei, am Mittwoch fand das Wild-Card-Spiel zwischen den Yankees und den Athletics statt und erst am Freitag geht es weiter mit den beiden Divisional-Serien.

Eine der beiden ALDS findet statt zwischen den Houston Astros und den Cleveland Indians. Mit 103 Siegen und als Titelverteidiger gehen die Astros als klarer Favorit ins Rennen gegen die Indians, die das Glück hatten, einen Großteil ihrer 91 Siege innerhalb der sehr schwach besetzen AL Central einfahren zu können.

Die andere ALDS ist der Baseball-Klassiker schlechthin: Die Boston Red Sox erwarten die New York Yankees. Als Divisionsrivalen haben die beiden in der regulären Saison schon 19-mal gegeneinander gespielt. Mit 10:9 für die Red Sox war das Gesamtergebnis denkbar knapp und es drückt ziemlich genau die leichte Favoritenrolle aus, die die Red Sox vor dieser ersten Playoff-Serie gegen den Erzrivalen seit 2004 inne haben.

Szene der Woche
Das Wild-Card-Spiel der AL war zwar nicht halb so spannend wie das der NL, aber es hatte einen definierenden und für die Fans der Yankees regelrecht erlösenden Moment: den 2-Run-Homerun von Aaron Judge. Der weite Schlag über das Leftfield im ersten Inning besorgte nicht nur die beruhigende frühe Führung, er war auch das klare Statement, dass mit Judge wieder zu rechnen ist. Knapp zwei Monate war er mit einem angebrochenen Handgelenk ausgefallen und in den zwei Wochen seit seiner Rückkehr ins Lineup war er sichtlich nicht der dominierende Hitter, als den man ihn kannte. Jetzt ist er offenbar wieder der Alte und bereits auf der Jagd nach Rekorden: Es war sein vierter Homerun in sieben Playoffspielen für die Yankees, was außer ihm nur „Mister October“ Reggie Jackson geschafft hat. Im sechsten Inning legte er übrigens noch ein Leadoff-Double nach und leitete damit die endgültige Entscheidung in Form eines 4-Run-Innings ein. Schön, dass mal wieder ein anderer Judge die Schlagzeilen beherrscht als Brett Kavanaugh…

Statistik der Woche
.247. Zugegeben, über den Rekord, den die Yankees aufgestellt haben, wird man wohl länger reden als über diese Zahl: 267 Homeruns haben die New Yorker in der regulären Saison geschlagen und damit mehr als jemals ein anderes Team. Die .247 finde ich persönlich aber noch bemerkenswerter. Es ist der Batting Average, mit dem Athletics-Slugger Khris Davis die Saison abgeschlossen hat – und zwar nicht nur die Saison 2018, sondern auch die Saisons 2015, 2016 und 2017. Viermal hintereinander den gleichen Average zu erzielen ist eine unglaublich unwahrscheinliche Leistung, mit der Khris Davis obendrein die Aufmerksamkeit von seinem Beinahe-Namensvetter Chris Davis von den Orioles ablenkt. Der hat nämlich ebenfalls einen Rekord erzielt: Sein Batting Average von .168 ist der niedrigste, mit dem je ein qualifizierter Blätter – also einer mit mindestens 502 Plate Appearances – eine Saison beendet hat.

Spiel der Woche
Jon Lester kennt der durchschnittliche Baseballfan schon lange, Kyle Freeland möglicherweise erst seit diesem Jahr, Tony Wolters vermutlich erst seit gestern. Sowohl der erfahrene Veteran der Cubs als auch der starke Newcomer der Rockies haben im Wild-Card-Spiel der NL eine sehr gutes Partie gepitcht. Lester erlaubte lediglich einen Sacrifice-Fly von Nolan Arenado zur frühen 1:0-Führung der Rockies, Freeland ließ nur vier Hits und keinen Run zu. Dass es trotzdem nicht innerhalb der regulären Spielzeit für die Rockies reichte, lag an Javier Baez, dem gegen Adam Ottavino bei zwei Outs und einem 0-2-Count im achten Inning ein Double zum 1:1 gelang. Das war auch schon alles, was gegen die beiden überzeugenden Pitcherriegen bis zum dreizehnten Inning zu holen war. Am Ende des längsten Ausscheidungsspiels aller Zeiten wurde einer zum Helden, den wohl niemand auf der Rechnung hatte: Tony Wolters gelang gegen Kyle Hendricks der entscheidende Single, der Trevor Story zum 2:1 nach Hause brachte, nachdem dieser und Gerrardo Parra jeweils Singles bei zwei Outs vorgelegt hatten. Es ist keine Schande, wenn man den Backup-Catcher der Rockies bislang nicht kannte. Mit einem Batting Average von .170 hat er in der regulären Saison nicht gerade für Aufsehen gesorgt, aber jetzt kennt ihn jeder als den Mann, der den Rockies den ersten Playoffsieg seit 2009 beschert hat.

Mein Einschalttipp
Es sind die MLB-Playoffs, somit ist ab sofort jedes Spiel ein Einschalttipp. Falls ihr noch keinen Dienst abonniert habt, über den ihr zuschauen könnt: mlb.tv gibt es für den Rest der Saison für 24,99 Dollar und DAZN überträgt wohl ebenfalls alle Postseason-Spiele, sodass dies der richtige Zeitpunkt für den kostenlosen Probemonat sein dürfte. Das von den Namen her reizvollste Duell ist natürlich das zwischen den Boston Red Sox und den New York Yankees. Die beste Sendezeit bietet das erste Spiel zwischen den Houston Astros und den Cleveland Indians am Freitag ab 20:05 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Das ist im Übrigen auch die Partie mit dem aufregendsten Pitcher-Matchup, denn aller Voraussicht nach werden Justin Verlander (2.52 ERA, 2.78 FIP) und Corey Kluber (2.89 ERA, 3.12 FIP) sich die Ehre geben.

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September 27th, 2018 by Dominik

Für zehn Teams geht die MLB-Saison nächste Woche weiter und bis auf eine Ausnahme wissen wir, welche zehn es sein werden. Mit diesen Teams beschäftige ich mich im Hauptteil dieses Artikels.

Alle anderen sind längst dabei, die Weichen für das nächste Jahr und darüber hinaus zu stellen. Einige Klubs haben bereits bekannt gegeben, dass sie verantwortliche Personen in der sportlichen Leitung austauschen werden. Die Rangers sowie aller Voraussicht nach die Angels und die Orioles werden den Manager wechseln, während die Mets und die Giants nach einem neuen General Manager suchen (zur Erinnerung: der Manager ist in der MLB das, was man woanders den Cheftrainer nennt; der General Manager ist der, der den Kader zusammenstellt)

Für eine ganze Reihe von Spielern wird diese Saison die letzte gewesen sein. Victor Martinez von den Tigers hat sein Abschiedsspiel bereits hinter sich, David Wright von den Mets wird seines am Samstag bekommen (siehe „Einschalttipp“), das von Ichiro Suzuki wird wohl Anfang nächsten Jahres in Tokio stattfinden. Adrian Beltre von den Texans könnte ein weiterer prominenter Neurentner werden, er hat eine Entscheidung zum Saisonende angekündigt. Unterdessen hat Bartolo „Big Sexy“ Colon, mit 45 Jahren der älteste Spieler der Liga, bereits bekannt gegeben, dass er gerne noch ein Jahr dranhängen möchte. Das ist doch mal eine gute Nachricht.

Eine weitere gute Nachricht gibt es für alle, die kein mlb.tv-Abo haben: An den drei letzten Tagen der Saison – Freitag bis Sonntag – sind über den Streaming-Dienst der MLB alle Spiele kostenfrei zu empfangen.

American League
Die Playoff-Paarungen waren eigentlich schon eine ganze Weile klar, inzwischen stehen sie offiziell fest: Die Houston Astros (100-58) treffen in der American League Divisional Series (ALDS) auf die Cleveland Indians (89-69) und die Boston Red Sox (107-52) auf den Sieger des Wild-Card-Spiels der New York Yankees (97-61) gegen die Oakland Athletics (96-63).

Das Wild-Card-Spiel wird am 3. Oktober stattfinden, der Ort ist allerdings nach wie vor ungeklärt. Die Yankees haben derzeit einen Vorsprung von 1,5 Spielen und es selbst in der Hand, diesen heute Abend in Tampa Bay auf 2 Spiele auszubauen. Die Athletics greifen erst von Freitag bis Sonntag wieder ins Geschehen ein und haben dann die Chance, mit einer guten Serie bei den Los Angeles Angels den Yankees den Heimvorteil noch abzujagen. Diese bekommen es in den letzten drei Spielen noch einmal mit den Red Sox zu tun, welche sicher nichts dagegen hätten, ihrem Erzrivalen kurz vor den Playoffs noch mal in die Suppe zu spucken.

Sollten die Yankees und die Athletics die Saison mit einer identischen Bilanz abschließen, so werden für die Entscheidung des Heimvorteils zunächst die Ergebnisse der direkten Spiele zwischen diesen beiden herangezogen. Dieser Vergleich ist aber 3:3 ausgegangen und somit keine Hilfe. Als nächstes entscheidet die Bilanz innerhalb der eigenen Division. Hier stehen die Yankees bei 41-31 und die Athletics bei 37-36. Das können die A’s nicht mehr einholen, also müssen sie die Yankees zwingend überholen, wenn sie das Wild-Card-Spiel im eigenen Stadion spielen wollen.

National League
Wie schon das ganze Jahr über, geht es auch in den letzten Tagen der Saison in der National League äußerst eng zu. Die Atlanta Braves (89-69) haben als einzige schon den Sieg in ihrer Division sicher. Ebenfalls sicher ist, dass die Chicago Cubs (92-66) und die Milwaukee Brewers (92-67) an den Playoffs teilnehmen. Wer von den beiden Divisionssieger wird und wer ins Wild-Card-Spiel muss, bleibt spannend bis zum Schluss. Die Cubs haben noch ein Spiel weniger, das sie heute Nacht gegen die Pittsburgh Pirates absolvieren. Anschließend müssen sie eine sicher schwierige Serie gegen die St. Louis Cardinals (87-72) spielen, welche ihrerseits um den zweiten Wild-Card-Platz kämpfen. Die Brewers haben die vermutlich leichtere Aufgabe, sie schließen die reguläre Saison mit drei Spielen gegen die Detroit Tigers ab.

Zusätzlich zum schweren Restprogramm werden die Cubs derzeit mit der Geschichte um Addison Russell belastet. Der Shortstop wird von seiner Ex-Frau beschuldigt, sie sowohl köperlich als auch verbal misshandelt zu haben. Natürlich gilt für ihn wie für jeden Angeklagten die Unschuldsvermutung. Doch die MLB ermittelt schon seit 15 Monaten wegen der Vorwürfe und diese wiegen offenbar so schwer, dass Russell nun von der Liga vorerst beurlaubt wurde – das heißt, bis zu einer erneuten Entscheidung erhält er weiter sein Gehalt, darf aber nicht spielen.

Zurück zum Sport: In der NL West ist das Rennen ebenso offen wie in der NL Central. Die Colorado Rockies (88-70) haben letzte Nacht mit ihrem sechsten Sieg in Folge die Spitze von den Los Angeles Dodgers (88-71) zurück erobert. Die Dodgers haben zuletzt zweimal gegen die Arizona Diamondbacks verloren und müssen heute Nacht tatenlos zusehen, ob die Rockies ein weiteres Spiel gegen die Philadelphia Phillies gewinnen, um ihre Führung auf ein volles Spiel auszubauen. Das Restprogramm der Dodgers und der Rockies dürfte ungefähr gleich schwer sein: Die Rockies treffen auf die Washington Nationals, die Dodgers auf die San Francisco Giants. Das sind beides Teams, die mit großen Playoff-Hoffnungen in die Saison gestartet waren, diesen aber nicht gerecht geworden sind. Beide werden versuchen, dem Jahr ein versöhnliches Ende zu geben – wobei bei den Giants die Motivation noch etwas höher sein könnte, da sie immerhin gegen ihren Erzrivalen antreten.

Bevor die Playoffs der NL beginnen können, muss noch einer aus dem Trio Dodgers/Rockies/Cardinals die Segel streichen und es muss eindeutig feststehen, wer Divisionssieger und wer Teilnehmer des Wild-Card-Spiels ist. Anders als wenn es (wie in der AL zwischend den Yankees und den Athletics) „nur“ um den Heimvorteil geht, treten bei einem Gleichstand in Bezug auf die Playoff-Teilnahme keine Tie-Break-Regeln in Kraft. Stattdessen kommt es zu einem Entscheidungsspiel, das noch zwischen das Ende der regulären Saison und das Wild-Card-Spiel gequetscht werden muss. Es können dieses Jahr drei Fälle auftreten:

a) An der Spitze einer Division stehen zwei Teams mit gleicher Bilanz. Das könnte die Brewers und die Cubs und/oder die Dodgers und die Rockies betreffen. In dem Fall gibt es ein Entscheidungsspiel um Platz eins.

b) Zwei Teams, die um den zweiten Wild-Card-Platz konkurrieren, haben die gleiche Bilanz. Das könnte die Cardinals sowie entweder die Dodgers oder die Rockies betreffen. Zwischen diesen beiden Teams würde ebenfalls ein Entscheidungsspiel stattfinden.

c) Die Fälle a) und b) treten gleichzeitig ein. Das heißt, die Cardinals, die Rockies und die Dodgers schließen mit der gleichen Bilanz ab. Dann würde zuerst ein Entscheidungsspiel zwischen den Rockies und den Dodgers um den Divisionssieg stattfinden, anschließend ein weiteres Entscheidungsspiel des Verlierers gegen die Cardinals um die Wild Card und dann erst das Wild-Card-Spiel.

Szene der Woche
Eine Eigenheit, die ich am Baseball besonders mag, ist dass es trotz seiner langen und bewegten Geschichte und trotz der sehr hohen jährlichen Anzahl von Spielen fast jede Woche wieder irgendetwas gibt, das so noch nie passiert ist. Das jüngste Beispiel dafür ist Francisco Arcia. Er schrieb in einem ansonsten katastrophal schlechten Spiel seiner Los Angeles Angels gegen die Oakland Athletics Geschichte, indem er als erster Major Leaguer überhaupt im selben Spiel pitchte, catchte und einen Homerun schlug. Arcia startete das Spiel hinter der Platte und übernahm im siebten Inning den Mound, um die Pitcher des Teams zu schonen, nachdem man bereits mit 16 Runs zurück lag. Der 29-jährige Rookie schlug sich nicht schlecht in der ungewohnten Rolle: Zwar erlaubte er zunächst zwei Homeruns, pitchte dann aber ein sauberes achtes Inning. Im neunten Inning blieb er als Batter im Spiel und erzielte gegen Chris Hatcher den Solo-Homerun zum 3:21-Endstand, womit er seinen historischen Nachmittag vervollständigte.

Statistik der Woche
23-31. So lautet die Bilanz der Cleveland Indians gegen Mannschaften, die bei einer Siegquote von .500 oder besser stehen. Das ist erschreckend wenig für ein Team, das insgesamt eine Bilanz von 89-69 aufweist und das vor knapp zwei Wochen als erstes in der ganzen MLB den Gewinn seiner Division perfekt gemacht hat. Die Zahlen nähren die Zweifel daran, dass die Indians so gut sind wie sie in der Tabelle dastehen. Mit diesen Zweifeln müssen sie das ganze Jahr schon leben, weil sie in ihrer AL Central auf keine echten Prüfsteine getroffen sind und ihnen der Gruppensieg quasi in den Schoß gefallen ist. Ob sie in den Playoffs mit den weniger umstrittenen Top-Teams mithalten können, muss sich auf dem Platz zeigen. Die Houston Astros, der Gegner der Indians in der ALDS, haben eine Bilanz von 41-38 gegen Teams, die bei mindestens .500 stehen. Führend in dieser Statistik sind übrigens die Los Angeles Dodgers mit einer Bilanz von 50-38.

Spiel der Woche
Über die Toronto Blue Jays konnte man dieses Jahr nicht viel Positives berichten, aber gegen die Tampa Bay Rays haben sie Donnerstagnacht ein ganz fantastisches Spiel oder sagen wir besser: ein ganz fantastisches neuntes Inning hingelegt. Am Anfang der Partie waren sie auch nicht schlecht, immerhin hielten sie die Rays drei Innings lang ohne Hit und gingen durch einen 2-Run-Homerun von Rowdy Tellez in Front. Doch im vierten Inning glich Tampa Bay aus, holte sich im sechsten Durchgang die Führung und zog im siebten mit fünf Runs auf ein scheinbar vorentscheidendes 8:2 davon. Nun war es an dem jungen Blue-Jays-Team – sechs der neun Spieler hatten den größten Teil der Saison in der Minor League verbracht –, Charakter zu zeigen und genau das tat es. Sieben Runs markierten das höchste Comeback im letzten Inning in Torontos 42-jähriger Teamgeschichte. Die entscheidenden Hits zum Ausgleich – Doubles von Dwight Smith und Rowdy Tellez, Homeruns von Danny Jansen und Lourdes Gurriel Jr. – wurden allesamt von Rookies beigesteuert. Der finale Akt war dem Routinier Justin Smoak vorbehalten. Er schlug direkt den nächsten Pitch nach Gurriels Homerun zum Walkoff über den Zaun, weil, so Manager John Gibbons, „wir keine Extra-Innings spielen wollten“.

Mein Einschalttipp
Sicher, es stehen an diesem Abschlusswochende der regulären Saison wichtigere Spiele an als eine Partie der New York Mets gegen die Miami Marlins. Genauer gesagt ist das schon seit Monaten eine der unbedeutendsten Paarungen der Liga, weil beide Teams schon sehr lange jede Hoffnung auf eine erfolgreiche Saison verspielt haben. Trotzdem wird das Spiel dieser beiden Teams Samstagnacht ab 1:10 Uhr ein ganz besonderes. Es ist das Abschiedsspiel für einen der großen Spieler seiner Zeit, dessen Karriere leider viel zu früh endet. David Wright, jahrelang Team Captain sowohl der Mets als auch der US-Nationalmannschaft, wird nach über zwei Jahren Verletzungspause noch einmal das Trikot anziehen und als Third Baseman in der Startformation stehen. Damit wird der siebenfache All-Star, zweifache Gold-Glove- und zweifache Silver-Slugger-Gewinner seine aktive Laufbahn abschließen, weil nach zahlreichen Versuchen und Bemühungen um sein Comeback klar geworden ist, dass der Körper – insbesondere der Rücken – einfach nicht mehr mitspielt. Das ist traurig, aber es ist ein Trost für Wright und seine zahlreichen Fans, dass er die Gelegenheit erhält, sich am Samstag in würdigem Rahmen vor ausverkauftem Haus zu verabschieden. Auf DAZN kommt das Spiel zwar nicht, aber dank der eingangs erwähnten Wochenend-Aktion von mlb.tv kann jeder es sehen.

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September 20th, 2018 by Dominik

Neun bis elf Spiele noch, dann ist für alle Teams die reguläre Saison der MLB beendet. Mit Spannung bis zum Schluss ist durchaus zu rechnen, allerdings bezieht sich diese auf nur noch eine Handvoll offener Fragen im Hinblick auf das Playoff-Bild. In der American League stehen die Teilnehmer an der Postseason schon lange fest, inzwischen lassen sich auch die konkreten Paarungen der ersten Runde so gut wie sicher absehen. In der National League stehen noch ein paar mehr Entscheidungen aus, aber zumindest was die reine Teilnahme an den Playoffs angeht, sind es realistisch betrachtet nur noch zwei Teams, die sich um den letzten freien Platz in der Meisterschaftsrunde streiten. Der Grand Slam am Donnerstag konzentriert sich daher heute ganz auf das Playoff-Bild und die noch offenen Fragen.

National League
Als Sieger der National League East werden die Atlanta Braves (84-68) in die Playoffs einziehen. Dabei haben sie Glück, dass die Konkurrenz innerhalb der Division recht schwach ist, denn in jeder anderen Division wären sie mit ihrer Bilanz bestenfalls Zweiter. In der ersten Playoff-Runde, der National League Divisional Series (NLDS), werden die Braves aller Voraussicht nach auf den Sieger der NL West treffen. Das wären nach derzeitigem Stand die Los Angeles Dodgers (85-68). Die Dodgers haben über die letzten drei Tage die Colorado Rockies (82-70) gesweept und damit wohl den entscheidenden Big Point gelandet, um nach einer turbulenten Saison wahrscheinlich doch noch den Divisionssieg einzufahren (siehe „Spiel der Woche“).

Die Rockies laufen derweil Gefahr, am Ende mit leeren Händen dazustehen, denn sowohl in der Division als auch im Wild-Card-Ranking hätten sie momentan das Nachsehen. Ihre größte Hoffnung dürfte darin bestehen, die St. Louis Cardinals (84-69) noch abzufangen. Diese haben zurzeit noch eineinhalb Spiele Vorsprung. Das halbe der eineinhalb Spiele entzieht sich allerdings ihres Einflusses, denn es rührt daher, dass die Rockies noch eine Partie mehr zu absolvieren haben als die Cardinals. Beide Teams haben ein schwieriges Restprogramm: Die Rockies treffen noch auf die Arizona Diamondbacks (79-74), die Philadelphia Phillies (78-73) und die Washington Nationals (77-75) – drei Clubs, die alle so gut wie sicher aus dem Rennen sind, aber wohl mit dem Mute der Verzweiflung um ihre letzte theoretische Chance kämpfen werden. Die Cardinals haben zwar erstmal „nur“ die San Francisco Giants (72-81) vor sich, müssen aber zum Abschluss Serien gegen die Chicago Cubs (89-63) und die Milwaukee Brewers (87-66) spielen (siehe „Einschalttipp“).

Die Cubs und die Brewers wetteifern noch um die NL Central, der Unterlegene wird ziemlich sicher im Wild-Card-Spiel stehen. Nach derzeitigem Stand würde die NL Central quasi ihre eigenen Playoffs spielen: Zuerst träfen die Brewers und die Cardinals in der Wild-Card-Runde aufeinander. Anschließend würde der Sieger auf das beste NL-Team der regulären Saison treffen, was derzeit die Cubs sind.

American League
Die Boston Red Sox (103-49) haben zuletzt zwei Niederlagen gegen die New York Yankees (93-58) einstecken müssen, aber ihre Magic Number für den Divisionssieg liegt nur noch bei 2. Mit einem Sieg im heutigen dritten Spiel gegen die Yankees können sie die letzten Zweifel beseitigen und selbst wenn dieser nicht gelingt, wird ihnen niemand mehr die American League East ernsthaft streitig machen. Auch dass die Red Sox am Ende die beste Bilanz der gesamten AL haben werden, darf als sicher gelten und somit, dass sie in der ALDS auf den Gewinner des Wild-Card-Spiels treffen.

Das Wild-Card-Spiel tragen die Yankees und die Oakland Athletics (91-61) untereinander aus, auch das steht quasi fest. Die einzige offene Frage vor den Playoffs der AL ist, wer in diesem Spiel Heimrecht haben wird. Das ist keine unerhebliche Frage, denn die beiden Teams stammen von entgegengesetzten Enden der USA und das Gastteam muss eine Anreise von Küste zu Küste auf sich nehmen. Die Trümpfe liegen derzeit klar bei den Yankees: Sie haben zweieinhalb Spiele Vorsprung auf die Athletics und noch ein Spiel mehr zu absolvieren. Daher müssen die A’s sich wohl darauf einrichten, dass die Partie um die Wild Card im Yankee Stadium stattfinden wird. Wenigstens können sie sich mit dem Gedanken trösten, dass die Reise an die Ostküste bei einem erfolgreichen Playoff-Run früher oder später ohnehin nötig geworden wäre; denn wenn die Athletics die Yankees überwinden, geht es anschließend nach Boston.

In der AL Central stehen die Cleveland Indians (85-66) schon lange als Divisionssieger fest – übrigens mit exakt der gleichen aktuellen Bilanz wie sie die Tampa Bay Rays (85-66) haben, die in der AL East keine Chance auf die Postseason haben. In der ALDS-Runde treffen die Indians aller Voraussicht nach auf den Titelverteidiger, die Houston Astros (95-57). Die Astros haben in Bezug auf die AL West noch eine Magic Number von 7, aber ich sehe kein ernsthaftes Szenario, in dem sie sich den Divisionssieg nehmen lassen. Mit den Los Angeles Angels (75-77), den Toronto Blue Jays (69-83) und am Schluss viermal den Baltimore Orioles (44-108) haben die Astros ein Restprogramm, das man bei allem Respekt für die Gegner als bequem bezeichnen darf.

Szene der Woche
Die Szene der Woche besteht aus vier Teilen – der Baseballkenner ahnt schon, was das bedeutet: Es gab mal wieder einen Cycle in der MLB, also einen Single, einen Double, einen Triple und einen Homerun durch einen Spieler im gleichen Spiel. Das ist ein seltenes Ereignis, in diesem Jahr kam es erst dreimal vor. Entsprechend noch viel seltener kommt es vor, dass ein Spieler seinen zweiten Cycle innerhalb einer Saison schlägt. Christian Yelich von den Milwaukee Brewers gelang dies am Montag als erst dritter Spieler in der Geschichte der Liga. Eines schaffte er sogar als Allererster: Noch nie zuvor hatte ein Spieler zwei Cycles in einer Saison gegen dasselbe Team erzielt. Yelich hat es geschafft und sich damit bei den Cincinnati Reds sicher nicht beliebt gemacht.

Statistik der Woche 
0. So viele Plate Appearances von Pitchern gab es letzten Samstag im Spiel der Miami Marlins gegen die Philadelphia Phillies (4:5). Beide Teams wechselten ihre Pitcher konsequent gegen Pinch Hitter aus, sobald sie am Schlag gewesen wären. Insgesamt kamen 15 Pitcher zum Einsatz, sieben für die Marlins und acht für die Phillies. Es war das erste MLB-Spiel seit mindestens dem Jahr 1900, in dem weder ein Pitcher noch ein Designated Hitter an den Schlag ging.

Spiel der Woche
Die Partie letzte Nacht zwischen den Los Angeles Dodgers und den Colorado Rockies war vermutlich die entscheidende um den Gruppensieg in der NL West. Die Rockies waren als Tabellenführer in die Serie gegangen, hatten jedoch nach Niederlagen in den ersten beiden Spielen den Spitzenrang räumen müssen. Nun galt es im dritten Spiel der Serie, das Schlimmste zu verhindern und den Abstand zu den Dodgers knapp zu halten. Mit zwei Runs gegen Walker Buehler, den starken Rookie der Dodgers, erwischten die Rockies einen guten Start. Doch Buehler fing sich und brachte es letztlich auf sechs Innings, keine weiteren Runs und 12 Strikeouts. Ein Solo-Homerun von Matt Kemp sowie ein RBI-Double von Brian Dozier gegen Colorados Starter Tyler Anderson glichen die Partie aus und alles war wieder offen – bis zum großen Auftritt von Yasiel Puig. Puig kam im siebten Inning als Pinch-Hitter und sah in dem Spiel nur zwei Pitches. Den zweiten schlug er in hohem Bogen über das linke Centerfield zu einem Drei-Run-Homerun, der letztendlich den Unterschied zwischen den beiden Teams bedeutete. Man beachte beim Anschauen der Szene auch, wie Puig in ebenso hohem Bogen seinen Schläger hinterher wirft. Durch den 5:2-Sieg haben die Dodgers nun zweieinhalb Spiele Vorsprung, die schwer aufzuholen sein dürften.

Mein Einschalttipp
Da in der AL nahezu alles klar ist, muss der Blick des allgemein interessierten MLB-Fans sich diese Woche auf die NL richten. Eine besonders interessante Serie spielen von Montag bis Mittwoch die Brewers gegen die Cardinals. Für die Cardinals geht es in jedem Fall um den Wild-Card-Platz, für die Milwaukee Brewers vielleicht um noch mehr: Je nachdem, wie die Spiele der Brewers gegen die Pirates (und die der Cubs gegen die White Sox) am Wochenende laufen, haben die Brewers vielleicht noch Chancen, die NL Central zu gewinnen. Vielleicht müssen sie aber auch um das Heimrecht bangen, das sie zurzeit im Wild-Card-Spiel hätten. Die Cardinals würden in den drei Heimspielen der Serie dann sicher alles dafür geben, eine Woche später an gleicher Stelle gegen den gleichen Gegner spielen zu dürfen. Leider wird es einem in Deutschland nicht leicht gemacht, dieser wichtigen und interessanten Serie zu folgen: Erstens finden alle Spiele nach unserer Zeit mitten in der Nacht statt, zweitens wird die Serie von DAZN komplett ignoriert. Erfreulicherweise wird aber die erste Partie (Montagnacht ab 2:15 Uhr) das kostenlose Spiel des Tages auf mlb.tv sein. Als Pitcher werden voraussichtlich Chase Anderson (3.93 ERA, 5.21 FIP) für Milwaukee und Austin Gomber (3.63 ERA, 3.71 FIP) für St. Louis auflaufen.

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September 13th, 2018 by Dominik

Die Red Sox haben die ersten großen Meilensteine der regulären Saison gesetzt: Seit gestern sind sie als erstes Team hieb- und stichfest für die Playoffs qualifiziert und seit heute sind sie die erste Mannschaft, die es in diesem Jahr auf 100 Siege gebracht hat. Abseits der grauen Theorie bleibt es dabei, dass das Playoff-Picture der American League praktisch feststeht. Offen ist allein die Frage, wer von den beiden Kontrahenten im Wild-Card-Spiel das Heimrecht erhält – die Yankees oder die Athletics.

Für das Erreichen von 100 Siegen kann man sich zwar nichts kaufen, aber es ist immer ein sehr plastischer Beweis dafür, dass man eine besonders gute Saison gespielt hat. Bisher haben das noch nie vier MLB-Teams in einer Saison geschafft und nie drei in einer der beiden Teilligen. Beides könnte dieses Jahr passieren: In der AL sind sowohl die Yankees als auch die Astros auf Kurs für diese Marke und auch die Athletics haben noch realistische Chancen, sie zu erreichen. Die andere Seite der Medaille ist, dass wir in der AL auch mindestens zwei Teams mit mehr als 100 Niederlagen sehen werden. Die Orioles haben diese Schwelle mit 104 verlorenen Spielen bereits überschritten, die Royals mit bislang 96 werden folgen. Auch die White Sox und die Tigers könnte es noch mit einer dreistelligen Zahl in der „L“-Spalte erwischen.

Die National League präsentiert sich wie schon das ganze Jahr über deutlich ausgeglichener: Voraussichtlich wird kein Team 100 Siege oder 100 Niederlagen erreichen und es steht auch noch längst kein Playoff-Teilnehmer fest – auch wenn die Braves langsam aufatmen können, weil ihnen die Verfolger ausgehen.

American League
Theoretisch sicher ist den Boston Red Sox (100-46) bisher nur die Playoff-Teilnahme. Um den Gewinn der American League East wetteifern sie offiziell noch mit den New York Yankees (90-56), was bei zehn Spielen Rückstand und nur noch 16 ausstehenden Spielen nicht allzu realistisch erscheint. Aber in sechs dieser Spiele treffen die Yankees und die Red Sox direkt aufeinander, insofern könnte da tatsächlich noch etwas passieren. Nichts mehr passieren wird zugunsten der Tampa Bay Rays (80-65), die mit ihrer Bilanz in der NL voll im Rennen um jede Division und um eine Wild Card wären. Aber sie haben das Pech, in der AL East angesiedelt zu sein, deshalb sind acht Siege aus den letzten zehn Spielen und eine insgesamt hervorragende Saison des Small-Market-Teams leider vergeblich.

In der AL Central haben die Minnesota Twins (67-78) ein Lebenszeichen von sich gegeben, indem sie gerade zwei Spiele gegen die Yankees gewonnen haben. Das kann allerdings nicht darüber hinweg täuschen, dass sie der mit Abstand schlechteste Divisionszweite der Liga sind und den Cleveland Indians (82-64) das Leben nach wie vor extrem einfach machen. Die Chicago White Sox (57-89) sahen ein paar Wochen lang so aus wie das kommende junge Team, mit dem man in den nächsten Jahren rechnen darf. Nach einer Serie von sechs Niederlagen, die erst letzte Nacht mit einem 12-Innning-Zittersieg in Kansas City gestoppt wurde, sind sie allerdings erst mal wieder hart auf dem Boden gelandet und sie müssen noch einen härteren Rückschlag einstecken: Ihr hochgelobter Rookie-Pitcher Michael Kopech wird seine MLB-Karriere leider nach nur vier Starts für ca. eineinhalb Jahre auf Eis legen, denn er muss sich wegen eines gerissenen Bandes im Ellenbogen der Tommy-John-Surgery unterziehen.

Die Houston Astros (92-54) spielen eine blitzsaubere Saison. Sie haben dank eines starken Lineups und noch stärkeren Pitchings inzwischen wieder das beste Run Differential der Liga (+242), die Red Sox wurden am Wochenende mit 2:1 Spielen besiegt und in der AL West stehen die Astros ebenfalls vorne. Es spricht somit vieles dafür, dass der Titelverteidiger auch in diesem Jahr ein gewichtiges Wort um die World Series mitreden wird. Trotzdem stehen die Astros in der allgemeinen Aufmerksamkeit ein bisschen im Schatten zum einen der Red Sox, die dank ihrer 100 Siege und der ewig jungen Rivalität mit den Yankees die Blicke auf sich ziehen; und zum anderen in dem der Oakland Athletics (89-57), die gerade wieder sechs Siege hintereinander zu ihrer unglaublichen zweiten Saisonhälfte hinzugefügt haben und mit 34-15 nach dem All-Star-Break die MLB anführen. In der Division dürften die drei Spiele Rückstand auf die Astros kaum einzuholen sein, aber im Wild-Card-Ranking liegen die A’s nur noch ein Spiel hinter den Yankees, sodass das Heimrecht noch in Reichweite ist. Ein Vorteil für die A’s ist ihr relativ leichtes Restprogramm; ein Nachteil ist, dass sie gerade mit Sean Manaea einen Top-Pitcher für den Rest der laufenden und vielleicht für die ganze nächste Saison an eine Schulterverletzung verloren haben.

National League
Obwohl die Philadelphia Phillies (74-71) seit Wochen keinen guten Baseball mehr spielen, waren sie in der National League East lange Zeit ganz nah dran an den führenden Atlanta Braves (82-64). In den letzten Tagen gewannen die Braves in Spielen gegen Arizona und San Francisco fünfmal am Stück, während die Phillies gegen die Mets und die Nationals fünfmal am Stück verloren. Damit dürfte die Sache weitgehend durch sein. Zwar spielen die Braves und die Phillies in den verbleibenden Wochen noch siebenmal gegeneinander, doch die Leistungskurven der beiden zeigen einfach zu eindeutig in unterschiedliche Richtungen. Bevor sie die Braves einholen, verlieren die Phillies eher noch Rang zwei an die Washington Nationals (74-72). Für eine Wild Card kommen beide nicht ernsthaft in Frage.

Führend im Wild-Card-Ranking sind nach wie vor die Teams aus der NL Central. Nachdem die Milwaukee Brewers (84-63) bei den Chicago Cubs (84-61) zwei von drei Spielen gewonnen haben, stehen die Cubs nur dank zweier ausstehender Nachholspiele noch vorne und somit gewaltig unter Druck. Die St. Louis Cardinals (81-65) haben die Spitze ebenfalls noch in Reichweite, dürften aber mehr als zufrieden sein, wenn sie den aktuellen Wild-Card-Platz halten. Ihr Restprogramm macht nämlich einen sehr schweren Eindruck mit Serien gegen die Dodgers (siehe „Einschalttipp“), die Braves, die Brewers, die Cubs und lediglich den Giants als mutmaßlich schwachem Gegner.

Die Colorado Rockies sind ein verblüffendes Phänomen: Zweieinhalb Wochen vor Saisonende führen sie immer noch die NL West an und sind damit nicht nur der einzige Spitzenreiter einer Division mit einem negativen Run Differential (-2). Sie sind sogar der einzige mit einem Run Differential von weniger als +100. Eineinhalb Spiele dahinter stehen die Los Angeles Dodgers (79-67), die ein Run Differential von +133 aufweisen, dahinter die Arizona Diamondbacks (77-69) mit +72. Da das Run Differential ein wichtiger Teil der Schätzverfahren ist, wie sie zum Beispiel Fangraphs bei der Ermittlung der Playoff-Wahrscheinlichkeiten anwendet, gelten die Dodgers nach wie vor als deutlicher Favorit auf den Divisionssieg. Ich schenke diesen Zahlen nicht allzu viel Glauben, vielmehr erscheint mir der Ausgang in der NL West völlig offen. Alle Beteiligten des Dreikampfes treffen in der restlichen Zeit noch direkt aufeinander, sodass jeder von ihnen sein Schicksal selbst in der Hand hat. Komplett aus dem Rennen sind unterdessen nach momentan elf Niederlagen in Folge die San Francisco Giants (68-79).

Szene der Woche
Die Szene der Woche gehört endlich mal wieder „unserem“ MLB-Star Max Kepler. Um ein Haar hätten wir diese Woche das erste Perfect Game seit 2012 gesehen, also eine Pitching Performance, die über ein gesamtes Spiel keinen einzigen Baserunner zulässt. Jorge Lopez, ein junger und in seinen Leistungen bislang recht wechselhafter Pitcher der Kansas City Royals, warf am Sonntag gegen die Twins acht Innings lang das Spiel seines Lebens. Drei Outs trennten ihn davon, in die Geschichte der bislang 23 Perfect Games in der MLB einzugehen. Doch Kepler behielt die Nerven und holte einen Walk heraus, um seinem Team die Höchststrafe zu ersparen. Anschließend gelang Robbie Grossman auch noch der erste und einzige Hit der Twins an diesem Abend und Ehire Adrianza brachte Kepler per Sacrifice Fly zum 1:4 nach Hause.

Statistik der Woche 
7. So viele MLB-Spiele hat Rookie Rowdy Tellez von den Toronto Blue Jays bislang absolviert und dabei genauso viele Doubles geschlagen. Er ist der erste Spieler seit 1913, dem dies zum Karrierestart gelungen ist. Sechs der Doubles hatte er sogar in seinen ersten drei Spielen, was ebenfalls seit 1913 kein anderer geschafft hat. Dass ein Rookie überhaupt sechs Doubles in drei aufeinander folgenden Spielen schlägt, ist im modernen Baseball zuvor nur einem gelungen: Joe diMaggio im Jahr 1936.

Spiel der Woche
Es ist ja fast ein bisschen langweilig, aber ich muss erneut ein Spiel der Red Sox zum Spiel der Woche erklären. Die Serie gegen die Houston Astros war ein äußerst sehenswertes Kräftemessen und um ein Haar hätten die Astros nach Siegen in den ersten beiden Spielen am Sonntag den Sweep perfekt gemacht. Denn Boston begann zwar stark und lag nach fünf Innings mit 5:1 vorne, unter anderem durch J. D. Martinez‘ vierzigsten Homerun in diesem Jahr. Doch die Astros drehten das Momentum im sechsten Inning, in dem sie durch fünf Hits und einen Walk die Partie auf 5:5 ausglichen. Im siebten Inning legten die Astros eigentlich die 6:5-Führung nach. Eigentlich… denn Jose Altuves Run, den er nach einem Schlag von Yuli Gurriel und einem zu hohen Wurf von Xander Bpgaerts scheinbar erzielte, wurde von den Umpires nicht gegeben. Sie urteilten, dass Altuve von Astros-Catcher Sandy Leon vor dem Erreichen der Homeplate getagt wurde. Tatsächlich war es eine knappe Angelegenheit und hier als Schiedsrichter daneben zu liegen, ist keine Schande. Unakzeptabel erscheint mir hingegen, dass nach einer fast vier Minuten lang andauernden Prüfung per Video die Entscheidung bestehen blieb. Für mich sah Altuve nach den Stand- und Zeitlupenbildern eindeutig safe aus, aber urteilt selbst. So blieb es beim 5:5 und die Red Sox nutzten im neunten Inning die Gelegenheit, durch einen Hit von Mitch Moreland ihren siebten Walkoff-Sieg des Jahres einzufahren.

Mein Einschalttipp
So kurz vor dem Saisonende gibt es naturgemäß eine ganze Menge richtungsweisender Serien, jedenfalls in der noch heiß umkämpften NL. Eine davon liefern sich ab heute Nacht vier Spiele lang die St. Louis Cardinals und die Los Angeles Dodgers. Beide haben noch die jeweilige Divisionsspitze im Blick, sind aber vor allem direkte Konkurrenten um den zweiten Wild-Card-Platz der NL. Wenn ihr die MLB über DAZN schaut, habt ihr lediglich das Serienfinale in der Nacht von Sonntag auf Montag zur Auswahl. Auf mlb.tv könnt ihr auch die anderen Spiele sehen, zum Beispiel am Samstag um 19:05 Uhr das einzige, das nach unserer Zeit nicht mitten in der Nacht läuft. Vom Pitching-Matchup dürfte das erste Spiel (heute Nacht ab 1:15 Uhr) das interessanteste sein, wenn Clayton Kershaw (2.42 ERA, 3.03 FIP) auf Austin Gomber (2.93 ERA, 3.64 FIP) trifft.

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September 6th, 2018 by Dominik

Zum wahrscheinlich letzten Mal in dieser Saison beginne ich den wöchtentlichen Rundumblick zur MLB mit Trade-Nachrichten. Kurz vor der endgültigen Deadline am 31. August, nach der keine Spieler mehr getradet und in den Playoffs eingesetzt werden dürfen, haben sich vor allem die New York Yankees und die Milwaukee Brewers noch einmal verstärkt. Die Yankees haben Outfielder Andrew McCutchen aus San Francisco und Shortstop Adeiny Hechavarria aus Pittsburgh geholt und sich somit mit zwei erfahrenen Spielern ausgestattet, um sich auf  Positionen abzusichern, auf denen sie Verletzungsorgen haben. Die Brewers haben ebenfalls zweimal nachgelegt, zum einen mit Pitcher Gio Gonzalez von den Washington Nationals, zum anderen mit Outfielder Curtis Granderson von den Toronto Blue Jays. Mit Third Baseman Josh Donaldson verließ ein weiterer Star die Blue Jays in Richtung Cleveland. Dieser Trade sorgte für etwas Verwunderung, erstens weil Donaldson noch verletzt ist und zweitens weil die Indians in Jose Ramirez bereits einen der besten Third Basemen der Liga unter Vertrag haben. Der Plan ist wohl, Ramirez an der zweiten Base einzusetzen, sobald Donaldson einsatzfähig ist.

Der letzte Monat der regulären Saison ist derweil in vollem Gange, wobei in der AL im Prinzip schon alles klar ist: Jede Änderung am aktuellen Playoffbild mit den Red Sox, den Indians und den Astros als Divisionssieger sowie den Yankees und den Athletics als Gegner im Wild-Card-Spiel käme einem Wunder gleich. Dafür geht es in der NL nach wie vor sehr spannnend zu. Nur eine Division ist mehr oder weniger entschieden, um die beiden anderen sowie vor allem um die Wild Cards wird noch eifrig gerungen.

National League
Die Atlanta Braves (76-63) hatten keine gute Woche. Sechs der letzten acht Spiele gingen verloren, zuletzt setzte es einen Drei-Spiele-Sweep gegen die Red Sox mit einer besonders frustrierenden Niederlage zum Abschluss (siehe „Spiel der Woche“). Die Spitzenposition in der National League East wurde dadurch kaum beschädigt, denn den Philadelphia Phillies (73-66) erging es nicht besser als ihnen. Seit nunmehr fünf Wochen haben die Phillies keine Serie mehr gewonnen. Mit drei Spielen Rückstand auf die Braves und viereinhalb auf die Wild-Card-Plätze ist die Saison für Philadelphia theoretisch noch nicht gelaufen, aber praktisch machen sie auf mich den Eindruck, dass da nicht mehr viel kommen wird. Wahrscheinlich belehren sie mich prompt eines Besseren, wenn sie am Wochenende dreimal bei meinen New York Mets (63-76) antreten.

Relativ sicher dürfen sich inzwischen die Chicago Cubs (82-57) in der NL Central fühlen. Beim Verfolger Milwaukee Brewers (79-62) standen sie kurz davor, gesweept zu werden. Dann wäre das Rennen noch mal richtig spannend geworden, aber durch Chicagos 6:4-Sieg im dritten Spiel wurde wieder ein Abstand von vier Spielen hergestellt. Von Montag bis Mittwoch kommt es noch einmal zum Duell der beiden Teams, dieses Mal in Chicago. Das dürfte dann die letzte Chance der Brewers sein, noch mal einen Angriff auf die Divisionsspitze zu starten. Realistischer erscheint, dass sie sich bis zum Schluss mit den St. Louis Cardinals (78-62) um die Wild Card streiten. In drei Wochen, kurz vor dem Saisonende, treffen St. Louis und Milwaukee noch einmal direkt aufeinander. Vielleicht geht es dann aber auch nur noch um das Heimrecht im Wild-Card-Spiel, denn nach derzeitigem Stand wären beide für die Teilnahme an dem Spiel qualifiziert.

Die ernstzunehmenden Verfolger der Cardinals und der Brewers finden sich allesamt in der NL West, haben derzeit aber vermutlich gar keine Zeit und Lust, sich mit der Wild-Card-Frage zu beschäftigen. Zwischen den Colorado Rockies (77-62), den Los Angeles Dodgers (76-64) und den Arizona Diamondbacks (75-64) geht es nämlich so eng zu, dass alle drei sich noch berechtigte Hoffnungen machen, die Playoffs auf dem Königsweg als Divisionssieger zu erreichen. Die Rockies haben nach fünf Siegen in Folge derzeit knapp die Nase vorn, während die Dodgers zwar das direkte Duell gegen die Diamondbacks 3:1 gewonnen, dann aber eine Serie 1:2 an die Mets abgegeben haben. Erfreulicherweise stehen für den Rest der Saison noch zahlreiche direkte Aufeinandertreffen in dem Dreikampf um die NL West an. Die Rockies haben es in der Hand, sich in der kommenden Woche aus eigener Kraft ein Polster zu verschaffen, denn von Freitag bis Sonntag müssen die Dodgers und von Montag bis Donnerstag die Diamondbacks im Coors Field antreten.

American League
In den kommenden Tagen werden die Boston Red Sox (97-44) wohl ihren hundertsten Sieg einfahren und dann ist noch eine ganze Menge Saison übrig. Immerhin müssen sie sich keine Sorgen machen, bis zu den Playoffs nicht mehr gefordert werden, denn mit den Astros, den Indians und zweimal den New York Yankees (87-53) warten auf sie noch fast alle Gegner, mit denen sie es in den Playoffs der AL zu tun bekommen könnten. In der American League East sind mit gehörigem Abstand auch die New York Yankees noch auf Kurs für eine 100-Siege-Saison. Die letzten zehn Tage waren allerdings ein ziemlicher Dämpfer aus Sicht der New Yorker mit verlorenen Serien gegen die White Sox und die Athletics sowie einem Split gegen die Tigers. Vor allem das Duell mit den Athletics war interessant, denn aller Wahrscheinlichkeit wird das auch die Paarung des Wild-Card-Spiels sein. Inwiefern die Resultate dieser Serie etwas aussagen oder ob möglicherweise beide Teams dem Gegner bewusst nicht alles gezeigt haben, darüber kann man freilich nur spekulieren.

Die Cleveland Indians (79-60) langweilen sich in der AL Central nach wie vor zu Tode. Nachdem die Minnesota Twins (63-76) gerade fünfmal in Folge verloren haben, ist der schon lange unüberbrückbare Abstand zwischen dem Erst- und Zweitplatzierten auf mittlerweile 16 Spiele angewachsen. Ein Ende der Langeweile ist in Form der Playoffs in Sicht, bis dahin müssen die Indians aber weiterhin viel Geduld und Nachsicht aufbringen und dabei den Fokus nicht verlieren: In den verbleibenden dreieinhalb Saisonwochen spielen sie nur noch eine einzige Serie gegen ein Team, das mit ihnen in die Postsason einziehen wird (die Red Sox).

Die Houston Astros (87-53) haben sich vor rund zwei Wochen ein kleines Zwischentief gegönnt, sitzen aber inzwischen in der AL West wieder fest im Sattel nach Siegen in den letzten fünf Spielen und in 12 der letzten 15. Mit dreieinhalb Spielen Rückstand haben die  Oakland Athletics (84-57) noch eine Außenseiterchance, insbesondere falls die A’s souverän die anstehende Pflichtaufgabe gegen die Texas Rangers (61-79) erledigen sollten, während die Astros die schwierige Auswärtsserie in Boston spielen müssen. Ein bisschen Träumen ist erlaubt für die Athletics, denn im Hinblick auf das Minimalziel Wild Card scheint von den Seattle Mariners (78-62) inzwischen keine ernsthafte Gefahr mehr zu drohen. Bei den Los Angeles Angels (68-72) gibt es derweil neue Sorgen um das japanische Super-Talent Shohei Ohtani: Nach langer Verletzungspause, durch die man mit konservativen Methoden um eine Tommy-John-Surgery herumkommen wollte, stand Ohtani am Sonntag erstmals wieder auf dem Mound. Im dritten Inning der 2:4-Niederlage in Houston ließ er sich mit Schmerzen auswechseln und die berüchtigte Operation steht nun doch wieder im Raum.

Szene der Woche
Vor ein paar Wochen hatte ich hier eine Szene erwähnt, in der Max Muncy im Dodger Stadium bei einem verpassten Catch auf dem Schoß eines Fans in der ersten Reihe landete. An fast der gleichen Stelle setzte am Montag auch Mets-3B Todd Frazier zu einem beherzten Sprung an und im Gegensatz zu Muncy gelang ihm das Out. Jedenfalls dachten das alle Beteiligten in dem Moment, denn Frazier rappelte sich hoch, präsentierte kurz den Ball in seinem Handschuh und warf ihn dann scheinbar achtlos hinter sich. Erst einen Tag später kam die Wahrheit heraus: Frazier hatte den Ball nicht gefangen. Stattdessen hatte er sich einen weißen Gummmiball gegriffen, der zufällig auf der Ablage vor dem Sitzplatz gelegen hatte, und diesen ganz bewusst nur andeutungsweise präsentiert, bevor er ihn schnell weiter gab. Schlitzohrig oder unverschämt? Ich weiß nicht ganz, was ich von der Sache halten soll. Zum einen kann ich darüber lachen, zum anderen ist es aber auch eine Art Betrug und die Aufregung wäre zurecht groß, wenn es die entscheidende Szene eines wichtigen Spiels gewesen wäre – was zum Glück nicht der Fall war. Die Liga hat bisher übrigens nicht verlauten lassen, ob Frazier eine Strafe droht.

Statistik der Woche 
25. So viele Starts hat Jacob deGrom hintereinander absolviert, ohne in einem davon mehr als drei Runs zuzulassen. Das ist nicht nur ein starkes Argument dafür, ihm den Cy-Young-Award zuzusprechen, sondern auch MLB-Rekord. Der bisherige Rekordhalter war übrigens ebenfalls ein Met: Dwight „Doc“ Gooden war es 1985 gelungen, 24 Starts in Folge mit drei Runs oder weniger zu pitchen. Gleichzeitig brach deGrom einen anderen Rekord, der ihm vermutlich weniger Spaß macht: Das Spiel bei den Dodgers am Montag war sein neunter Start in diesem Jahr, in dem er mindestens sechs Innings absolvierte, höchstens einen Run zuließ und dennoch nicht den Pitcher-Win zugesprochen bekam. Es war übrigens auch der zweite Start in Folge, in dem sein Team genau einen Run auf die Anzeigetafel brachte, während deGrom im Spiel war – und beide Male erzielte er selbst den RBI.

Spiel der Woche
Die Wahnsinns-Saison der Boston Red Sox hat einen neuen Höhepunkt erreicht: Gestern Abend in Atlanta sah es erst mal nach einem miesen Tag für die Red Sox aus, als sie nach sieben Innings mit 1:7 hinten lagen, was vor allem auf einen katastrophalen Relieve-Auftritt von Drew Pomeranz sowie eine durch Braves-Pitcher Mike Foltynewicz weitgehend abgemeldete Offensivabteilung zurückzuführen war. Doch im achten Inning wachten die Red Sox auf und vollbrachten das höchste Comeback des Jahres, indem sie auf 7:7 ausglichen. Die Braves – oder zumindest Freddie Freeeman – überwanden den Schock schnell und gingen durch Freemans Solo-Homerun prompt wieder in Führung. Im neunten Inning fehlte Atlanta nur noch ein einziges Out zum Sieg, als Boston Brandon Philipps an die Platte schickte – den frisch verpflichteten Veteranen in seinem ersten MLB-Spiel der Saison. Philipps schlug gleich den ersten Pitch zum Homerun, brachte Baserunner Andrew Benintendi mit nach Hause und nach dem Save durch Closer Craig Kimbrel war der 97. und definitiv der spektakulärste Sieg des Jahres unter Dach und Fach.

Mein Einschalttipp
Heute richtet sich mein Tipp mal in besonderer Weise an alle, die sich bisher nicht durchringen konnten, ein Abo bei mlb.tv oder bei DAZN abzuschließen, um regelmäßig die MLB zu verfolgen. Wie hoffentlich allseits bekannt ist, bietet mlb.tv jeden Tag ein „Free Game of the Day“ an, das man sich kostenlos anschauen kann. Das sind meistens nicht die Top-Partien, manchmal aber doch: In der Nacht von Montag auf Dienstag könnt ihr auf diesem Wege eines der Spitzenduelle der NL West sehen. Ab 2:40 Uhr mitteleuropäischer Zeit treffen die Colorado Rockies auf die Arizona Diamondbacks. Starting Pitcher werden voraussichtich Zach Godley (4.51 ERA, 3.75 FIP) für die Diamondbacks und German Marquez (4.05 ERA, 3.63 FIP) für die Rockies sein.

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August 9th, 2018 by Dominik

Wird die aktuelle MLB-Saison in die Geschichte eingehen mit den meisten Saisonsiegen eines Teams? Den Rekord halten zurzeit die Seattle Mariners mit 116 Siegen im Jahr 2001. Die Boston Red Sox stehen dieses Jahr nach 115 von 162 Spielen bei 81 Siegen. Das entspricht einer Siegquote von 70,4%. Behalten sie dieses Tempo bei, landen sie am Ende bei 114 Siegen. Das wäre exakt das gleiche Ergebnis, das 1998 die New York Yankees erzielt hatten und das bis heute die zweitbeste Saison eines Teams im modernen Baseball ist. Die Prognose von Fangraphs für den Rest des Jahres ist etwas zurückhaltender und geht von 109 Siegen aus. Um den Rekord der Mariners einzustellen, bräuchten die Red Sox aus den verbleibenden 47 Spielen eine Bilanz von 35-12. Das dürfte sehr schwer werden, aber nicht unmöglich: In ihren letzten 47 Spielen erzielten die Red Sox eine Bilanz von… 35-12.

National League
Die Atlanta Braves (62-49) haben heute Abend in der Hand, wohin sich ihr Blick in der National League East in den nächsten Tagen hauptsächlich richten wird. Wenn sie im vierten Spiel der Serie gegen die Washington Nationals (58-56) den dritten Sieg einfahren, dann haben sie die Tabellenführung von den Philadelphia Phillies (63-49) zurück erobert und können sich bis auf weiteres ganz auf den Zweikampf mit den Phillies konzentrieren. Gewinnen hingegen die Nationals, dann bewahren diese ein Mindestmaß an Tuchfühlung zur Spitze und damit ihre Hoffnung, die bislang enttäuschende Saison noch retten zu können. In direktem Zusammenhang damit steht auch die Frage, ob Washington doch noch einen Trade von Bryce Harper, ihrem Superstar mit auslaufendem Vertrag, anstreben wird oder nicht. Im Keller der NL East haben sich derzeit die New York Mets (47-65) mal wieder ein Stück von den Miami Marlins (47-69) absetzen können – nicht zuletzt, weil ihnen gestern endlich mal wieder gelungen ist, ein von Jacob deGrom gestartetes Spiel zu gewinnen (siehe Statistik der Woche). Am Wochenende kommt es zum direkten Duell um den letzten Platz.

In der NL Central haben die Chicago Cubs (66-48) derzeit mal wieder die Spitze von den Milwaukee Brewers (66-51) übernommen. Beide müssen am Wochenende ein bisschen Schicksal für die NL East spielen, denn die Cubs empfangen die Nationals, während die Brewers bei den Braves antreten, bevor es am Dienstag und Mittwoch zu zwei direkten Duellen zwischen den Cubs und den Brewers kommt. Die St. Louis Cardinals (60-55) haben sich offenbar auch noch nicht aufgegeben. Mit sieben Siegen aus den letzten zehn Spielen haben sie sich auf nur noch vier Spiele Rückstand im Wild-Card-Rennen herangearbeitet und dabei auch die Pittsburgh Pirates (59-56) hinter sich gelassen.

Auch in der NL West hat sich die Sortierung an der Spitze gegenüber letzter Woche etwas verändert: Die Arizona Diamondbacks (64-52) stehen jetzt wieder allein vorne, auch wenn es nur ein halbes Spiel ist, das sie von den Los Angeles Dodgers (63-52) trennt. Das kann sich heute noch ändern, dennn die Diamondbacks haben spielfrei, während die Dodgers auf die Colorado Rockies (60-54) treffen. Bei einem Sieg ziehen die Dodgers wieder exakt gleich mit den Diamondbacks, eine Niederlage hingegen würde die Rockies zurück ins Rennen holen und diesen die Möglichkeit eröffnen, den Dodgers im weiteren Verlauf der Vier-Spiele-Serie echte Probleme zu bereiten. Die Rockies könnten ein paar Siege gegen die Dodgers gut gebrauchen, denn danach warten schwierige Auswärtsserien in Houston und in Atlanta.

American League
Ich hätte nicht gedacht, dass ich das schon Anfang August schreiben kann, aber: Die American League East scheint entschieden. Was lange Zeit wie ein Kopf-an-Kopf-Rennen bis zur Ziellinie aussah, ist inzwischen ein 9-Spiele-Vorsprung für die Boston Red Sox (81-34) gegenüber den New York Yankees (71-42). Dazu kam es, indem die Red Sox zehn ihrer letzten elf Spiele gewannen, darunter die komplette Vier-Spiele-Serie gegen die Yankees. Mit 15:7, 4:1, 4:1 und im letzten Spiel 5:4 nach zehn Innings fertigte Boston den Erzrivalen ab, der nun erst mal schauen muss, wie es in der Wild-Card-Tabelle steht (zum Glück für die Yankees ganz gut, vor allem weil sie der Enttäuschung einen Drei-Spiele-Sweep gegen die White Sox folgen ließen, während die Mariners in Texas zweimal patzten). Die Siegesserie der Red Sox kann unterdessen durchaus noch eine Weile andauern: Nach dem dritten Spiel gegen die Toronto Blue Jays (51-62) treten sie viermal bei den Baltimore Orioles (35-79), dem vielleicht schwächsten Team der Liga, an.

Der Titel „schwächstes Team der Liga“ ist allerdings nicht ganz unumstritten, denn dafür finden sich in der AL Central auch noch ein paar Kandidaten: Die Kansas City Royals (35-79) haben die gleiche miserable Bilanz wie die Orioles und ihr Run Differential von -198 ist mit Abstand das schlechteste der MLB – die Orioles als Zweitschlechtester haben „nur“ -158. Die Detroit Tigers (47-68) sind zwar aktuell Dritter der Division, mit sechs Niederlagen hintereinander weisen sie aber derzeit die längste Serie von Misserfolgen auf. Die würden sie natürlich gerne beenden in den anstehenden Spielen gegen die Minnesota Twins (53-60), die zwar Zweiter, aber ebenfalls weit weg von allen Wild-Card- oder Divisionstitelhoffnungen sind. Ganz oben cruisen weiterhin gemütlich die Cleveland Indians (63-50). Paradoxerweise sind die Indians der Divisionsführer mit den wenigsten Siegen und gleichzeitig der mit dem größten Vorsprung (10 Spiele) auf Platz zwei.

Mit zehn Siegen mehr cruisen in der AL West auch die Houston Astros (73-42) weitgehend  unangefochten auf dem ersten Rang. In deren Windschatten haben die Oakland Athletics (68-47) sich inzwischen auf den Wild-Card-Platz hochgearbeitet und die Seattle Mariners (65-50) drei Siege weit abgehängt. Nächste Woche kommt es dreimal zum direkten Duell der beiden Außenseiter, die so gern mal wieder in die Playoffs kommen wollen (siehe Einschalttipp). Vorher müssen die A’s noch zu den Los Angeles Angels (58-58), bei denen gerade etwas Verwirrung um die Zukunft von Mike Scioscia herrscht. Scioscia ist seit 19 Jahren Manager der Angels und damit der dienstälteste Manager der Liga. In den letzten Tagen gab es mehrfach Meldungen aus „verlässlichen Quellen“, Scisoscia plane seinen Rücktritt zum Saisonende. Er selbst bezeichnet diese Meldungen zwar als „poppycock“ (Blödsinnn), doch dass die Angels unmittelbar danach mit Eric Chavez einen möglichen Nachfolger als Manager des Triple-A-Teams verpflichteten, lässt vermuten, dass an den Spekulationen doch etwas dran ist.

Szene der Woche
Ich kann nicht behaupten, dass ich noch nie einen Homerun bei einem Bunt gesehen hätte – in der Altersklasse der Schüler kommt so etwas durchaus vor. In der MLB ist es eine extreme Seltenheit, aber Philadelphias Cesar Hernandez ist dieses Kunststück gegen die Diamondbacks gelungen. Vom offiziellen Scoring her ist es natürlich kein Homerun, sondern eine Verkettung von zwei Throwing Errors durch Jake Diekman und Steven Souza Jr. Aber ein Run ist ein Run und Hernandez darf sich durchaus damit rühmen, ihn sich durch schnelles und aufmerksames Baserunnning verdient zu haben. Denn hätte er nicht sowohl auf dem Weg zur ersten als auch auf dem zur dritten Base die Defense durch sein aggressives Bemühen unter Druck gesetzt, wären die Errors vermutlich nicht passiert.

Statistik der Woche 
2,4. So viele Runs hatten die New York Mets durchschnittlich in den letzten 16 Spielen (ohne das von gestern) erzielt, in denen Jacob deGrom ihr Starting Pitcher war. Das ist ein unglaublich niedriger Wert und der Grund dafür, warum der aktuell beste Pitcher der MLB mit einem ERA von 1.77 nach 23 Starts und 152.1 gepitchten Innings nur eine Bilanz von 6-7 auf dem Konto hat. Nebenbei bemerkt zeigt dieser Fall mal wieder, was für eine dämliche und nichtssagende Statistik Pitcher-Wins sind. Obwohl deGrom einen halben Run pro Spiel weniger zulässt als der nächstbeste Pitcher der NL, Max Scherzer (2.28 ERA), musste er Scherzer bereits den Start im All-Star-Game überlassen und auch im Voting für den Cy-Young-Award steht Scherzer derzeit deutlich vor deGrom. Wenn es dabei bleibt, wäre das eine schreiende Ungerechtigkeit.

Spiel der Woche
Natürlich hätte sich hier angeboten, noch mal den Sweep der Red Sox über die Yankees zu rekapitulieren und hier insbesondere das aufregende Comeback im letzten Spiel der Serie. Aber es gab diese Woche ein Minor-League-Spiel, über das ich unbedingt schreiben möchte: Der Class-A-Mannschaft der Yankees, den Tampa Tarpons, gelang ein No-Hitter gegen die Clearwater Threshers, ein Team der Phillies. Es war sogar fast ein Perfect Game, denn Tampas Starter Deivi Garcia erlaubte in dem gesamten Spiel, das über reguläre sieben Innings plus ein Extra-Inning ging, keinen einzigen Baserunner. Dennoch verloren die Tarpons das Spiel 0:1. Dass es dazu kommen konnte, ist der neuen Overtime-Regel geschuldet, die derzeit in den Minor Leagues getestet wird. Nach dieser Regel beginnt in den Extra-Innings jedes Team mit einem Runner auf der zweiten Base. Der automatische Runner von Clearwater im oberen achten Inning rückte durch einen Error weiter zur dritten Base und scorte kurz darauf während eines Groundouts. Das war der siegbringende Run – und ein verdammt gutes Argument, das Regelexperiment bitte, bitte nie auf die MLB auszuweiten.

Mein Einschalttipp
Seit Wochen wetteifern die beiden Überraschungsteams des Jahres, die Seattle Mariners und die Oakland Athletics, um den zweiten Wild-Card-Platz der AL. Zu einem direkten Aufeinandertreffen kam es, obwohl die Mariners und die A’s Divisionsrivalen sind, seit Mitte Mai nicht. Jetzt ist es endlich soweit, von Montag bis Mittwoch gibt es in Oakland drei Spiele gegen Seattle. Bei diesen Westküsten-Matchups sind die Zeiten meistens recht ungünstig für uns Europäer, es sei denn man ist extremer Frühaufsteher. Am Mittwoch immerhin findet das Spiel schon um 21:35 Uhr mitteleuropäischer Zeit statt, da werde ich dann wohl mal reinschauen. Die Starter dieser Partie sind voraussichtlich Mike Leake (4.16 ERA, 4.30 FIP) für die Mariners und Brian Anderson (4.64 ERA, 4.91 FIP) für die Athletics. Das ist nicht das hochkarätigste Pitching-Matchup, aber das muss ja für ein spannendes Spiel kein Hindernis sein. Leider weiß ich noch nicht, ob DAZN eines der Spiele überträgt, auf mlb.tv könnt ihr sie jedenfalls alle sehen.

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August 2nd, 2018 by Dominik

Die Trade Deadline der MLB kam und ging am Dienstag Abend, und auch wenn die ganz großen Würfe ausblieben – Bryce Harper und Jacob deGrom zum Beispiel haben nicht das Team gewechselt –, hat sich doch einiges bewegt. Ich werde hier nicht alle Moves herunterbeten (eine umfassende Übersicht findet sich hier), aber natürlich steht der Grand Slam am Donnnerstag diese Woche unter dem Zeichen der Deadline-Trades. Die größte Überraschung war für mich die Aktivität der Pittsburgh Pirates, die sich mit Starter Chris Archer und Reliever Keone Kela verstärkt haben. Das ist eine eindeutige Antwort auf die Frage, ob die Pirates aus ihrer unklaren Ausgangslage heraus einen Angriff auf die Playoffs starten wollen oder nicht. Ebenfalls sehr aktiv waren die Milwaukee Brewers und die Seattle Mariners als weitere Buyer sowie auf der Seite der Seller die Minnesota Twins und die Baltimore Orioles, welche offenbar einen konsequenten Rebuild angehen. Zurückhaltender als ich gedacht hätte, waren die Oakland Athletics, die New York Mets und die Washington Nationals. Das einzige Team, das komplett untätig blieb, sind die San Francisco Giants.

Übrigens: Auch nach der Deadline vom 31. Juli sind Trades in der MLB nicht ausgeschlossen. Getradet werden dürfen nun allerdings nur noch Spieler, die entweder nicht im 40-Mann-Kader ihres Teams stehen oder die vorher auf den Waiver gesetzt wurden. Auf Spieler von dieser Liste kann jedes Team einen Anspruch anmelden, einen sogenannten Waiver-Claim. Wenn es mehrere Claims für einen Spieler gibt, so wird der Claim des Teams mit der aktuell schlechtesten Bilanz bevorzugt. Mit diesem Team kann der bisherige Klub des Spielers sich auf einen Trade einigen, andere Teams sind außen vor. Somit können Trades im August relativ leicht blockiert werden, aber manchmal geht doch ein Blockbuster durch. Letztes Jahr wechselte zum Beispiel Justin Verlander auf diese Art zu den Houston Astros, mit denen er schließlich die World Series gewann.

American League
In der American League East haben sich alle Teams zur Trade Deadline so verhalten, wie man es von ihnen erwartet hatte: Die Boston Red Sox (75-34) und die New York Yankees (68-38) haben vor allem ihre Starting Rotation verstärkt, um im Ringen um die Division weiterhin bestehen zu können. Die Tampa Bay Rays (55-53), die Toronto Blue Jays (48-59) und die Baltimore Orioles (33-75) hingegen haben haufenweise erfahrene Spieler abgegeben und sich im Gegenzug mit Prospects für eine erhoffte bessere Zukunft gerüstet. In dieser Division ist schon lange klar, dass es bis zum Ende der Saison ein Zweikampf bleiben wird. Über die nächsten vier Tage hinweg wird dieser mal wieder ganz unmittelbar ausgetragen, denn die Red Sox empfangen die Yankees in Fenway Park (siehe Einschalttipp).

Noch klarer sind die Fronten in der AL Central, die schon seit Monaten nur noch einen Contender kennt, nämlich die Cleveland Indians (59-48). Für die Indians ist wichtig, in keinen allzu gemütlichen Trott zu fallen, denn in den Playoffs werden sie ganz anders gefordert sein als in der regulären Saison. Zur Deadline haben die Indians hauptsächlich ihren Bullpen und die Tiefe des Outfields aufgerüstet. Die Minnesota Twins (49-58) haben ihr Farmsystem mit einer Reihe von Trades deutlich ausgebaut und sich im Zuge dessen von Top-Spielern wie 2B Brian Dozier (Dodgers) und RP Ryan Pressly (Astros) getrennt. Die Detroit Tigers (47-62), Chicago White Sox (37-70) und Kansas City Royals (34-73) waren ebenfalls als Seller unterwegs, hielten sich dabei jedoch eher zurück. Mike Moustakas (Royals zu Brewers) und Joakim Soria (White Sox zu Brewers) sind die beiden nennenswerten Namen, während Leute wie Mike Fiers, Shane Green (beide Tigers) und Jose Abreu (White Sox) überraschenderweise nicht getradet wurden.

Von den Houston Astros (69-41) hatte ich keine großen Aktivitäten erwartet, aber sie waren doch recht rührig, um ihren Bullpen zu verstärken. Ryan Pressly (Twins) wird ihnen sicher weiterhelfen, Roberto Osuna (Blue Jays) bringt wegen des gegen ihn laufenden Verfahrens einige Fragezeichen mit. Hinter Houston tobt in der AL West das Rennen um eine Wild Card. Während die Seattle Mariners (63-45) zweimal gegen die Astros verloren, gelang den Oakland Athletics (64-46) gerade ein Sweep der Blue Jays und nun stehen beide gleichauf. Vielleicht machen die Deadline-Trades am Ende den Unterschied: Die Athletics haben mit Jeurys Familia (Mets) ein Ass für den Bullpen geholt, konnten oder wollten sich ansonsten aber keine Ergänzungen des Kaders leisten. Mariners-GM Jerry Dipoto war so aktiv wie man ihn kennt und investierte eine Reihe von Prospects, um drei Reliever und den Outfielder Cameron Maybin (Marlins) an Land zu ziehen. Die Los Angeles Angels (54-55) und die Texas Rangers (46-63) trennten sich erwartungsgemäß von einigen Veteranen mit auslaufenden Verträgen.

National League
Die Teams der National League East gehörten nicht zu den aktivsten auf dem Markt der Deadline-Trades. Sowohl die Philadelphia Phillies (59-48) als auch die Atlanta Braves (57-47) gönnten sich ein paar unspektakuläre, doch solide Ergänzungen ihrer Kader. Die Washington Nationals (54-53) haben die Saison offenbar noch nicht aufgegeben, denn anders lässt es sich kaum erklären, dass sie an Stars mit auslaufenden Verträgen wie Bryce Harper und Daniel Murphy eisern festhalten. Für beide hätten sich hochwertige Prospect-Pakete einheimsen lassen, aber die Nationals beschränkten sich auf zwei kleine Trades, in denen sie RP Brandon Kintzler (Cubs) und LF Brian Goodwin (Royals) abgaben. Die New York Mets (44-61) ließen ihren Closer Jeurys Familia (Athletics) und 2B Asdrubal Cabrera (Phillies) ziehen, fanden aber offenbar keine Abnehmer für die ebenfalls auslaufenden C Devin Mesoraco und OF/3B Jose Bautista. Ihre hochwertig bestückte Rotation ließen die Mets unangetastet, was wohl ein Zeichen dafür ist, dass man derzeit keinen langfristigen Rebuild anstrebt, sondern schnell wieder wettbewerbsfähig sein will. Auch die Miami Marlins (46-63) beschränkten sich auf kleinere Trades, 1B Justin Bour und C J. T. Realmuto bleiben vorerst in Miami.

Zwischen den beiden Kontrahenten um die NL Central sind in meinen Augen die Milwaukee Brewers (63-48) zumindest auf kurzfristige Sicht der klare Gewinner der Trade-Deadline. Mit 2B Jonathan Schoop (Orioles), 3B Mike Moustakas (Royals) und RP Joakim Soria (White Sox) haben sie sich deutlich verstärkt, mussten dafür aber auch einige gute Prospects abgeben. Die Chicago Cubs (62-45) entschieden sich für den zurückhaltenderen Weg. Auch sie ergänzten ihren Kader, wählten in SP Cole Hamels (Rangers) und RP Brandon Kintzler (Nationals) aber günstigere Optionen, deren Nützlichkeit sich erst noch zeigen muss: Hamels erlebt bislang das schwächste Jahr seiner Karriere und Kintzler stand in Washington im Verdacht, die undichte Stelle zu sein, welche negative Nachrichten über die Stimmung im Clubhouse durchsickern ließ. Die Pittsburgh Pirates (56-53) stehen nur ein halbes Spiel vor den St. Louis Cardinals (55-53), aber beide verfolgen gegensätzliche Strategien für den Rest der Saison: Die Trades der Cardinals sind klar darauf gerichtet, Weichen für die Zukunft zu stellen, die der Pirates hingegen sprechen für einen Angriff auf den zurzeit noch vier Spiele entfernten Wild-Card-Platz. Die Cincinnati Reds (48-60) waren erstaunlich zurückhaltend mit Trades; für SP Matt Harvey fanden sie offenbar keinen Abnehmer.

In der NL West geht es nach wie vor hauteng zu. Dementsprechend waren die Arizona Diamondbacks (60-49), die Los Angeles Dodgers (60-49) und die Colorado Rockies (58-49) bemüht, sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu verstärken. Der Rahmen der Möglichkeiten ist bei den Dodgers traditionell etwas größer und so gelang es ihnen, mit SS/3B Manny Machado (Orioles) und 2B Brian Dozier (Twins) zwei Top-Leute zu holen. Die Diamondbacks ergänzten mit weniger spektakulären Namen, aber dennoch sinnvoll ihr Infield und ihren Bullpen, während die Rockies sich auf RP Seunghwan Oh (Blue Jays) als Neuzugang beschränkten. Bei den San Francisco Giants (55-54) gab es Gerüchte, dass Madison Bumgarner und Andrew McCutchen zu haben sein könnten, aber letzten Endes entschied man, an den Deadline-Trades dieses Jahr nicht teilzunehmen. Die San Diego Padres (42-68) beließen es bei nur einem Trade, der aber immerhin brachte ihnen für zwei Reliever das Top-Prospect C Francisco Mejia von den Indians ein.

Szene der Woche
Nach all den vielen Trades in den letzten Tagen bleibe ich auch in dieser Kategorie beim Thema: Selten war ein Trade so schön anzusehen wie der des Relievers Jake Diekman von den Rangers zu den Diamondbacks. Der Deal fand statt in der Mitte einer Zwei-Spiele-Serie der Rangers in Arizona. Diekman war somit bereits in der richtigen Stadt und musste nur seine Tasche packen und von der einen Kabine in die andere umziehen. Das tat er so stilvoll wie es nur geht, indem er dafür das Bullpen Cart der Diamondbacks nutzte und sich von deren Maskottchen, dem Rotluchs D. Baxter, kutschieren ließ.

Statistik der Woche 
10. So viele RBIs erzielte Catcher Franciso Arcia in den beiden ersten Spielen seiner MLB-Karriere am Donnerstag und am Samstag für die Los Angeles Angels. Der Venezolaner stellte damit einen neuen Rookie-Rekord auf. Besonders erstaunlich an der Sache ist, dass es sich bei Arcia um kein hochgelobtes und -bezahltes Prospect handelt, sondern um einen 28-Jährigen, der zwölf Jahre lang in den Minor Leagues gespielt und auf seine Chance gewartet hat. Nachdem die Angels Catcher Martin Maldonado zu den Astros getradet haten, hat er diese Chance endlich bekommen – und sie für den Anfang definitiv genutzt.

Spiel der Woche
Man könnnte hier das 25:4 der Nationals über die Mets anführen mit den meisten Runs eines MLB-Teams seit elf Jahren und der höchsten Niederlage in der Franchise-Geschichte der New Yorker. Aber ich will nicht schon wieder mit meinem Gejammer über die Mets nerven. Nein, mein Spiel der Woche war das gestrige 6:4 der Dodgers gegen die Brewers. Gründe dafür gibt es genug: Erstens war es eine sehr spannende Partie, die nach mehrfachen Führungswechseln erst im zehnten Inning per Walkoff-Homerun durch Yasmani Grandal entschieden wurde. Zweitens war es für beide Teams ein wichtiges Spiel, weil jedes von ihnen gewinnen musste, um in seiner jeweiligen Division auf Platz eins vorzurücken. Drittens spielten mehrere Akteure eine Rolle, die erst durch die jüngste Trade-Welle zu einem der Teams gekommen waren. Vor allem hatte 2B Brian Dozier ein starkes Debüt für die Dodgers, unter anderem mit seinem Homerun zum Ausgleich im zweiten Inning. Sehenswert war auch das Wiedersehen von Dodgers-Shortstop Manny Machado und Brewers-2B Jonathan Schoop – beide sind Freunde und waren vor ein paar Tagen noch Teamkameraden in Baltimore, aber natürlich hält das Machado nicht davon ab, solche Plays zu machen.

Mein Einschalttipp
Wenn die Boston Red Sox gegen die New York Yankees spielen, dann gilt in diesem Jahr noch etwas mehr als in jedem anderen: Da kann und sollte man nicht wegschauen. Gleich viermal hintereinander gibt es von heute bis Sonntag das Duell der Erzrivalen und zumindest eines davon findet zu einer europafreundlichen Uhrzeit statt, am Samstag um 22:05 Uhr unserer Zeit. Das Spiel könnt ihr wie üblich auf mlb.tv sehen, außerdem wird es auf DAZN gesendet und obendrein kostenlos gestreamt auf spox.com. Es gibt also keine Ausreden, es sich nicht anzusehen. Und weil in diesem Artikel kein Absatz ohne Bezug auf Trades auskommt, sei erwähnt, dass es am Samstag voraussichtlich zu einem Matchup zweier neu verpflichteter Starter kommen wird: Nathan Eovaldi (3.80 ERA, 4.01 FIP) wird nach dem Wechsel von den Rays seinen zweiten Start für die Red Sox absolvieren und J. A. Happ (4.05 ERA, 3.94 FIP) zum zweiten Mal für die Yankees antreten. Hinter dem ehemaligen Blue Jay steht allerdings noch ein Fragezeichen, da er sich die Hand-Mund-Fuß-Krankheit eingefangen hat und man abwarten muss, ob er am Samstag fit ist.

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Juli 1st, 2018 by Dominik

Es ist mal wieder soweit: Wie an jedem 1. Juli erhält Bobby Bonilla heute von den New York Mets eine Überweisung von 1,19 Millionen Dollar. Wie an jedem 1. Juli werden die Mets kübelweise Hohn und Spott über sich ergehen lassen und die ganze Baseballwelt wird kollektiv darüber schmunzeln, was für eine verrückte und ungeschickte Franchise sie doch sind. Natürlich sind sie das, völlig unbestreitbar. Trotzdem muss ich sie vor einer verbreiteten und heute sicher wieder vielfach zu lesenden Behauptung in Schutz nehmen; nämlich vor der Behauptung, der Fall Bonilla sei einzigartig und so etwas könne nur bei den Mets passieren.

Für den Fall, dass jemand die berühmte Geschichte um Bonilla noch nicht kennt, erzähle ich sie kurz noch mal: Roberto Martin Antonio – genannt Bobby – Bonilla war ein Third Baseman und Right Fielder, der von 1986 bis 2001 für acht verschiedene MLB-Teams spielte. Von 1992 bis 1995 und dann noch einmal 1999 trat er für die Mets an, die ihn beim ersten der beiden Engagements mit einem 5-Jahres-Vertrag über 29 Millionen Dollar zum höchstbezahlten Baseballprofi seiner Zeit machten. Das war vielleicht übertrieben großzügig, aber zumindest bekamen die Mets von Bonilla in dieser Zeit solide Leistungen mit einem Batting Average von .278 und 91 Homeruns in dreieinhalb Jahren.

Ganz anders lief Bonillas zweiter Anlauf bei den Mets im Jahr 1999. Er absolvierte nur 60 Spiele, in denen er unterirdische .160/.277/.303 mit 4 Homeruns schlug und sich trotzdem immer wieder bei Manager Bobby Valentine über zu wenig Einsatzzeit beschwerte. Negativer Höhepunkt: Während des entscheidenden Playoffspiels, Game 6 der NLCS gegen die Braves, saß Bonilla im Clubhaus und spielte mit seinem Teamkameraden Rickey Henderson Karten statt die Kollegen zu unterstützen. Nach dieser desolaten Saison wurde Bonilla entlassen. Jedoch schuldeten die Mets ihm aus dem bestehenden Vertrag für das Jahr 2000 noch 5,9 Millionen Dollar, die sie nicht bezahlen konnten oder wollten. Es folgten Verhandlungen zwischen Mets-Owner Fred Wilpon und Bonilla sowie seinem Agenten Dennis Gilbert, die mit einer gütlichen Einigung endeten: Die Zahlung sollte bis zum Jahr 2011 gestundet und dann mit Zins und Zinseszins über 25 Jahre hinweg abgestottert werden. So geschah es und deshalb erhält der heute 54-jährige Bonilla noch bis 2035 jedes Jahr pünktlich am 1. Juli seine 1.193.248,20 Dollar. Alles in allem wird er anstelle der 5,9 Millionen letztlich 29,8 Millionen Dollar von den Mets erhalten haben – als nachträgliche Vergütung für ein Jahr, in dem er kein einziges Spiel für die Mets absolvierte.

Der Grund, dass die Mets diesen Deal überhaupt eingegangen sind, macht die Sache noch lächerlicher als sie ohnehin schon wäre: Teambesitzer Wilpon hatte sich damals den Geschäften des windigen Investors Bernie Madoff verschrieben. Madoff versprach zweistellige Gewinnraten und so sah es für Wilpon nach einer guten Idee aus, Bonilla 8 Prozent Zinsen auf die verzögerte Auszahlung seines Gehalts zu versprechen, während man selbst das Geld jährlich um 12 bis 15 Prozent zu vermehren glaubte. Das Madoff-Modell erwies sich bekanntlich als große Mogelpackung und Wilpon als ihr prominentestes Opfer. Bernie Madoff wurde übrigens 2009 zu einer 150-jährigen Haftstrafe verurteilt.

Dass die Vereinsführung der Mets sich für den Bonilla-Vertrag bis heute verspotten lassen muss, hat sie sich redlich verdient. Aber wie eingangs schon angedeutet: So einzigartig, wie es oft dargestellt wird, ist dieser Fall in der MLB gar nicht. Es ist auch nicht der erste und bei weitem nicht der schlimmste. Zur partiellen Ehrenrettung der Mets stelle ich ohne Anspruch auf Vollständigkeit ein paar andere haarsträubende Deals mit weit geringerem Bekanntheitsgrad vor:

Der 2008 von den Boston Red Sox entlassene Manny Ramirez erhält seit dem 1. Juli 2011 und noch bis 2026 jedes Jahr 1,968 Millionen Dollar.

Chris Davis – ja genau, der mit der historisch schlechten Saison – wird noch bis zum Alter von 52 Jahren Zahlungen aus seinem aktuellen Siebenjahresvertrag mit den Baltimore Orioles erhalten. Von 2023 bis 2032 bekommt er jährlich 3,5 Millionen Dollar, anschließend noch 1,4 Millionen Dollar bis 2037.

Matt Holliday hat dieses Jahr bislang kein neues Team gefunden, aber finanzielle Sorgen muss er sich nicht machen; von 2020 bis 2029 erhält er jedes Jahr 1,4 bis 1,6 Millionen Dollar aus einem 2010 geschlossenen Vertrag mit den St. Louis Cardinals.

Max Scherzer steht bei den Washington Nationals noch bis 2021 unter Vertrag, die schönsten Zahltage fangen dann aber erst an: Von 2022 bis 2028 wird Scherzer jährlich eine fürstliche „Rente“ von 15 Millionen Dollar kassieren, weil die Nationals ihr Ass 2015 unbedingt langfristig halten wollten, auch wenn sie es sich eigentlich nicht leisten konnten.

Der älteste mir bekannte Fall – und gleichzeitig einer der verrücktesten – ist der von Reliever Bruce Sutter.  Dieser erhielt 1985 bei den Atlanta Braves einen Sechsjahresvertrag über 9,1 Millionen Dollar. Ausgezahlt wurden ihm damals „nur“ rund 750.000 Dollar pro Jahr, wobei er in drei von sechs Jahren noch nicht mal spielte. Seit 1991 und noch bis 2021 erhält Sutter jährlich 1,12 Millionen Dollar. Sowohl die 750.000 als auch die 1,12 Millionen sind wohlgemerkt nur Zinszahlungen. Die Braves schulden ihm also 2022 immer noch das eigentliche Gehalt von 9,1 Millionen Dollar für den bis dahin 37 Jahre alten Vertrag. Sutter wird dann 69 Jahre alt sein und insgesamt über 47 Millionen Dollar für drei nicht besonders gute Jahre in Atlanta erhalten haben. Vor allem als Fan der Braves sollte man also nicht allzu laut über den Bonilla-Day der Mets lachen – sonst stößt man womöglich auf Gegenspott von jemandem, der weiß, dass es auch einen Sutter-Day gibt.

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Juni 28th, 2018 by Dominik

Halbzeit! Ein paar Teams haben die 81 Spiele schon voll gemacht, die anderen stehen kurz davor und ich frage mich, wohin schon wieder die Zeit gerast ist. Immer wieder erwische ich mich beim Gedanken, es sei ja noch früh in der Saison, dabei ist die Hälfte bereits vorbei. Wie schnell in der MLB die Zeit vergeht, fällt auch in anderer Hinsicht auf: Gerade mal zweieinhalb Baseballjahre ist es her, da standen sich in der World Series 2015 die Kansas City Royals und die New York Mets gegenüber. Ausgerechnet diese beiden Teams sowie die Baltimore Orioles sind zurzeit die schwächsten, die die Liga zu bieten hat. Das erstaunt nicht nur, weil alle drei vor Kurzem noch vorne mitspielten, sondern auch weil keines dieser Teams sich – anders als zum Beispiel die White Sox, die Marlins oder die Reds – bislang aufgerafft hat, ein ernsthaftes Rebuilding anzugehen.

American League
Das Kopf-an-Kopf-Rennen in der American League East geht weiter: Diese Woche haben mal wieder die Boston Red Sox (54-27) die Nase vor den New York Yankees (52-26), welche einen schmerzhaften Sweep durch die Tampa Bay Rays (39-40) hinnehmen mussten. Dass die Red Sox vorne stehen, liegt aber allein an den mehr absolvierten Spielen – die Siegquote von 66,7% ist für beide Teams exakt identisch. Interessanter könnte die Ausgangslage kurz vor dem nächsten direkten Aufeinandertreffen der Erzrivalen (siehe „Einschalttipp“) gar nicht sein. Vom Rest der Division gibt es nicht viel zu berichten außer vielleicht, dass die ohnehin schon enttäuschenden Toronto Blue Jays (37-43) in den letzten Tagen noch mehr schlechte Nachrichten angehäuft haben: Die Starter Jaime Garcia und Aaron Sanchez mussten auf die Verletztenliste gesetzt werden und der ehemals vielversprechende junge Closer Roberto Osuna wurde für 75 Spiele gesperrt. Gegen Osuna steht seit Mai eine Anklage im Raum, laut der er eine Frau angegriffen haben soll, mit der er ein gemeinsames Kind hat. Osuna ließ bekannt geben, dass er vor Gericht auf „nicht schuldig“ plädieren, die Sperre der MLB aber akzeptieren wird. Es ist gut möglich, dass die Blue Jays Osuna entlassen oder traden werden.

Die Cleveland Indians (44-35) haben die Gunst des Spielplans genutzt und ihren Vorsprung in der AL Central ausgebaut, indem sie hintereinander die Chicago White Sox (28-51) und die Detroit Tigers (36-45) gesweept haben. Die Cardinals waren für die Indians gerade der erste Gegner seit rund drei Wochen mit einer positiven Bilanz – die Serie ging 2:1 an St. Louis, doch damit kann man in Cleveland leben. Konkurrenz in der Division ist nämlich nach wie vor nicht vorhanden, auch und vor allem weil die Minnesota Twins (34-42) regelmäßig vor scheinbar schwächeren Gegnern einknicken, obwohl sie in den Serien gegen starke Teams wie Cleveland oder Boston zuletzt immer gut aussahen. Alles andere als gut sehen die Kansas City Royals (25-55) aus. Der World Champion von 2015 wird zwar von der Sieg-Niederlagen-Bilanz noch von den Orioles unterboten, weist aber inzwischen sowohl die wenigsten erzielten (283) als auch die meisten kassierten (435) Runs von allen Teams der MLB auf. Es zeigt sich bei den Royals momentan nicht der kleinste Ansatz, auf dem man aufbauen könnte; auch ihre Farm gibt wenig her.

Die Houston Astros (54-28) sind das genaue Gegenteil der Royals, sie führen die MLB in Runs scored (426) und in Runs allowed (252) an und machen nach wie vor nicht den Eindruck, dass sie sich auf dem Weg zur Titelverteidigung von irgendwem stoppen lassen wollen. In der AL West haben die Astros inzwischen dreieinhalb Spiele Vorsprung auf die Seattle Mariners (50-31), welche gleichwohl ihren Anspruch auf einen Wild-Card-Platz zementiert haben. Die wichtigste Konkurrenz um diese zweite Wild Card (nehmen wir die erste mal als sicher für die Red Sox oder Yankees an) kommt aus der eigenen Division. Inzwischen haben die Oakland Athletics (43-38) dabei den Los Angeles Angels (41-40) den Rang abgelaufen. Von ihren letzten elf Spielen haben die A’s neun gewonnen und stehen nach der Hälfte ihrer Saisonspiele erstaunlich gut da. Für sie wäre jetzt eigentlich ein guter Zeitpunkt, voller Selbstvertrauen in den All-Star-Break zu gehen, doch bis dahin sind es noch 16 Spiele, darunter sechs gegen die Indians, vier gegen die Astros und drei gegen die Giants. Die Angels befinden sich derweil auf Talfahrt mit zuletzt fünf Niederlagen am Stück. Eine gute Nachricht gibt es aber: Der verletzte Shohei Ohtani wird voraussichtlich doch noch im laufenden Jahr ins Team zurückkehren, wenn auch vielleicht nur als DH und nicht als Pitcher.

National League
In der National League East schwächeln die Atlanta Braves (54-34) zurzeit ein bisschen, haben fünf der letzten sieben Spiele verloren und das gegen vermeintlich schwache Gegner (Toronto, Baltimore, Cincinnati). Da die Washington Nationals (41-37) solidarisch mitschwächeln, hat sich zwischen den beiden nicht viel geändert. Lachender Dritter – inzwischen sogar lachender Zweiter – sind die Philadelphia Phillies (42-36), die geschickt unter dem Radar in Richtung einer erfolgreichen Saison fliegen. Ab heute werden sie allerdings zumindest für vier Tage auf dem Radar auftauchen, denn gegen die Nationals steht ein direktes Duell um den Verfolgerposten in der Division an. Gleichzeitig gibt es auch im Keller der NL East ein direktes Duell: Die New York Mets (32-46) laufen höchste Gefahr, sich von den Miami Marlins (32-49) auf den letzten Platz der Division und wahrscheinlich auch der gesamten NL befördern zu lassen. Zu den extrem mageren sportlichen Ergebnissen der Mets kommt seit vorgestern die Sorge um General Manager Sandy Alderson hinzu, dessen Krebserkrankung zurückgekehrt ist und der deshalb für unbestimmte Zeit pausiert. Seine Geschäfte übernimmt ein dreiköpfiges Gremium, welches direkt Owner Jeff Wilpon unterstellt ist. Wilpon tritt damit nun etwas offizieller in den Vordergrund, wirklich ändern dürfte sich dadurch allerdings wenig, denn Wilpon gilt schon lange als Dreh- und Angelpunkt der (Miss-)Geschicke der Mets. Er soll ein Kontrollfreak sein, der dem General Manager und dem Manager bis in die kleinsten Entscheidungen hineinregiert, sodass sich kaum seriös beurteilen lässt, wieviel Schuld am desolaten Zustand man Alderson und Callaway überhaupt zuschreiben kann.

Die NL Central ist in den vergangenen eineinhalb Wochen ein Stück enger zusammengerückt: Während die Milwaukee Brewers (46-33) und die Chicago Cubs (43-35) von den letzten zehn Spielen mehr verloren als gewonnen haben, konnten die St. Louis Cardinals (42-37) ihre Bilanz in dem Zeitraum wenigstens ausgeglichen gestalten. Die große Nachricht ist allerdings, dass die Cincinnnati Reds (34-46) in den letzten zehn Partien neun Siege eingefahren haben, darunter ein Vier-Spiele-Sweep gegen die Cubs und eine gewonnene Serie gegen die Braves. Ab heute geht es für die Reds viermal hintereinander gegen die Brewers und ich bin sehr gespannt, ob sie ihren positiven Trend fortsetzen können. Unbedingt erwähnen muss ich mal wieder eine Nominierung für die dämlichste Verletzung des Jahres: Cubs-Closer Brandon Morrow ist gerade wieder zurück von einigen Tagen auf der Verletztenliste, nachdem er sich beim Ausziehen seiner Hose den Rücken verknackst hatte. Morrow selbst dazu: „It’s frustrating any time you can’t get out there, especially when you can’t go for something as stupid as taking your pants off.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

Die NL West sieht ganz oben mit den Arizona Diamondbacks (46-34) und ganz unten mit den San Diego Padres (36-47) so aus wie gehabt. Dazwischen war diese Woche jedoch ordentlich Bewegung. Sowohl die Los Angeles Dodgers (43-36) als auch die San Francisco Giants (42-39) haben in diesem Zeitraum fünf von sechs Spielen gewonnen, die Colorado Rockies (38-42) hingegen haben zuletzt vier Spiele hintereinander verloren, zwei davon gegen die Giants. Da noch ein weiteres Spiel gegen die Giants, im Anschluss drei gegen die Dodgers und dann wieder drei gegen die Giants anstehen, drohen den Rockies derzeit ganz massiv die Felle davon zu schwimmen. Auch um ihr weiteres Programm bis zum All-Star-Break – sechsmal Mariners, dreimal Diamondbacks – sind die Rockies definitiv nicht zu beneiden.

Szene der Woche
Der kurioseste Moment der vergangenen Tage war wohl der verschwundene Homerun von Clint Frazier. Beim Stand von 6:6 zwischen den Blue Jays und den Yankees schien der junge Slugger seine New Yorker mit einem gewaltigen Homerun in Front zu bringen. Doch der Schlag war ein bisschen zu gewaltig, denn mitten in der Flugbahn war plötzlich Endstation in Form eines von der Decke hängenden Lautsprechers. Von dort tropfte der Ball nach unten ab und war leichte Beute für Shortstop Adeiny Hechavarria, da laut den Regeln in Toronto Bälle an die Decke in diesem Bereich als „im Spiel“ behandelt werden. Hechavarria hatte in dem Moment Hilfe von oben, aber ich muss noch ein anderes spektakuläres Out erwähnen, dessen Urheber ohne jede Hilfe auskam: Brewers-Starter Brent Suter bewahrte gestern Kansas Citys Alex Gordon mit einer zirkusreifen Einzelleistung vor dem Erreichen der ersten Base. Ein bisschen habe ich allerdings den Eindruck, dass Suter sich in der Situation von Domingo Ayalas Tipps inspirieren ließ, ein Routine-Out aussehen zu lassen wie ein Top-Play…

Statistik der Woche 
27. In so vielen aufeinander folgenden Auswärtsspielen haben die Oakland Athletics einen Homerun geschlagen. Das ist ein neuer Rekord, nachdem die bisherige Bestmarke aus dem Jahr 1996 von den Baltimore Orioles gehalten wurde. Pünktlich für die Erwähnung in diesem Artikel wurde die Rekord-Strecke gestern beendet, als die A’s zwar 3:0 bei den Detroit Tigers gewannen, aber eben ohne Homerun. Die Athletics sind übrigens mit großem Abstand das Team mit den meisten Auswärts-Homeruns. 72-mal haben sie den Ball in der Fremde über den Zaun gedroschen, auf Rang zwei landen die Yankees mit „nur“ 60.

Spiel der Woche
Diese Woche gibt es zwei Kandidaten für das Spiel der Woche, von denen man sich je nach persönlicher Vorliebe eines aussuchen kann: Wenn man auf viele Hits und Runs steht, dann sollte man sich mindestens die Zusammenfassung der Partie der Red Sox gegen die Mariners vom Freitag anschauen. Bevorzugt man hingegen hochklassige Pitcherduelle, dann empfiehlt sich eher das Spiel der Brewers gegen die Cardinals vom gleichen Tag. Bis ins siebte Inning hinein war es ein No-Hitter für St. Louis‘ Jack Flaherty, der erst durch einen Solo-Homerun von Jesus Aguilar seine weiße Weste beschmutzte. Da auch Milwaukees Junior Guerra und der Brewers-Bullpen ein hervorragendes Spiel hatten, war dieser Homerun gleichzeitig der 1:1-Ausgleich. Im neunten Inning gewannen die Brewers das Spiel per Walkoff durch einen weiteren Solo-Shot von Aguilar. Es war das erste Mal seit mindestens 1961, dass derselbe Spieler nach fünf oder mehr Innings erst einen No-Hitter und dann auch das Spiel jeweils per Homeruns beendet.

Mein Einschalttipp
Ich habe nicht nachgezählt, aber vermutlich ist das Duell Red Sox gegen Yankees die häufigste Paarung in meinen bisherigen Einschalttipps. Sorry, wenn ich damit jemanden langweile, aber dieses Jahr gibt es in der MLB nichts Spannenders und Spektakulärers als das Aufeinandertreffen dieser beiden Erzrivalen, und deshalb kann ich auch für dieses Wochenende nur dazu raten, hier mal reinzuschauen. Die Zeiten sind dieses Mal leider allesamt ungünstig für Menschen mit einem „normalen“ europäischen Schlafrhythmus, aber wenigstens entsteht dadurch keine Konkurrenz zur Fußball-WM. Da die beiden Asse der Teams nicht direkt aufeinander treffen, gibt es von mir eine geteilte Empfehlung: Wenn ihr auf einen Sieg der Red Sox hofft, dann schaut euch Samstagnacht ab 1:15 Uhr Chris Sale (2.56 ERA, 2.48 FIP) gegen Sonny Gray (4.93 ERA, 4.19 FIP) an. Falls ihr es, aus welch obskuren Gründen auch immer, eher mit den Yankees haltet, dann könntet ihr an der Partie Sonntagnacht ab 2:05 Uhr von Luis Severino (2.10 ERA, 2.21 FIP) gegen David Price (3.66 ERA, 3.71 FIP) mehr Spaß haben. Wahrscheinlich habe ich durch diese Voraussage gerade bewirkt, dass es genau andersherum kommt. Beide Spiele (und auch das erste der Serie Freitagnacht ab 1:05 Uhr) werden sowohl auf DAZN als auch auf mlb.tv übertragen.

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