Juli 8th, 2021 by Silversurger

Über das Wochenende wird noch gespielt, dann ist erstmal ein paar Tage Pause in der MLB. Kurz vor dem All-Star-Break haben sich zwei ehemalige Contender, die Chicago Cubs und die Cleveland Indians, durch längere Niederlagenserien aus dem Kreis der Playoffanwärter wahrscheinlich verabschiedet.
Während der nächsten Woche werden das Home Run Derby und das All-Star-Game im Mittelpunkt des Interesses stehen. Beide Veranstaltungen sind zwar in erster Linie Show-Events ohne direkte Bedeutung für die Saison, aber die Erfahrung zeigt, dass auch diese Pausenfüller immer wieder für interessante Geschichten sorgen. Eine davon ist in diesem Jahr Shohei Ohtani. Er wird aller Voraussicht nach der erste Spieler sein, der in einem All-Star-Game sowohl als Pitcher als auch als Batter zum Einsatz kommt.

American League
Die AL East stellt sich zur Pause als 3-Klassen-Gesellschaft dar. Die Boston Red Sox (54-34) halten den Spitzenplatz, gefolgt von den Tampa Bay Rays (51-36), die den Abstand in den letzten Tagen auf 2,5 Spiele verkleinern konnten, weil die Red Sox zweimal gegen die Angels patzten. In der Mitte der Division kämpfen die Toronto Blue Jays (44-40) und die New York Yankees (44-41) mit der .500-Schwelle, mit enttäuschten Erwartungen und um die Restchance auf einen Platz in den Playoffs. Das alles haben die Baltimore Orioles (28-58) als schwächstes Team der AL längst hinter sich. 

In der AL Central ziehen die nächsten Gegner der Orioles, die Chicago White Sox (51-35), immer einsamer ihre Kreise. In ihren Serien gegen die Minnesota Twins (35-50) und die Detroit Tigers (40-47) brachten sie es diese Woche zwar nur auf eine 3-3-Bilanz. Aber das ist schon mehr als genug, um die Cleveland Indians (42-42) abzuhängen, da diese ihre letzten neun Spiele allesamt verloren haben. Wenn die Pleitenserie auch in den anstehenden Spielen gegen die Kansas City Royals (36-50) anhält, müssen die Indians ihren zweiten Platz womöglich schon bald an die Tigers abgeben, die seit ein paar Wochen eine beeindruckende Form aufweisen. Mit den Playoffs dürfte in dieser Division so oder so niemand außer den White Sox etwas zu tun haben. 

Die Houston Astros (54-33) haben den peinlichen Sweep durch die Orioles am vorletzten Wochenende offenbar als Weckruf angenommen. Jedenfalls hat der Spitzenreiter der AL West seitdem alle sechs Spiele gewonnen, auch und vor allem die beiden letzten gegen den direkten Konkurrenten, die Oakland Athletics (49-39). Die Astros sind sowohl mit ihrer Bilanz als auch mit ihrem Run Differential von +141 das stärkste Team der AL. Die Athletics hingegen müssen sich nach zwölf Niederlagen aus den letzten 17 Spielen fragen, wohin der Blick in den nächsten Wochen gehen soll – nach oben, wo der Abstand zu den Astros inzwischen 5,5 Spiele beträgt, oder nach unten, wo den Seattle Mariners (45-42) und den Los Angeles Angels (44-42) nur noch 3,5 bzw. 4 Spiele auf die A’s und damit auf einen Wild-Card-Platz fehlen. Wenn sie den All-Star-Break nicht im Panik-Modus verbringen wollen, benötigen die Athletics dringend Erfolge im letzten Spiel der Serie gegen die Astros sowie im darauf folgenden Duell mit den abgeschlagenen Texas Rangers (34-53).

National League
Die NL East ist nach wie vor die schwächste Division der MLB – zumindest in der Hinsicht, dass sie die einzige ist, in der vier Teams bei einer Bilanz von unter .500 stehen. Die New York Mets (45-38) führen dadurch recht souverän die Tabelle an, obwohl ihre Siegquote von .542 in jeder anderen Division nur für Rang zwei bis vier reichen würde. Nach einigen schwachen Serien gegen die direkten Konkurrenten zeigten die Leistungen der Mets zuletzt bei 2-1-Erfolgen gegen die Yankees und die Brewers wieder nach oben. Angesichts der schwachen Pirates als letzter Gegner vor und erster Gegner nach der Pause besteht eine gute Chance, mit hohem Selbstvertrauen in selbige hinein und aus hier heraus zu gehen. Hinter den Mets geht es zwischen den Washington Nationals (42-43), Atlanta Braves (42-44) und Philadelphia Phillies (41-43) sehr eng zu. Die Miami Marlins (38-47) haben auf dieses Trio ein paar Spiele Rückstand, siegten aber immerhin gerade dreimal gegen die Dodgers und sind der beste Tabellenletzte der Liga – mit acht Spielen auf die Mets sind sie näher an der Spitze als beispielsweise die Yankees, die Cubs oder die Mariners. 

Apropos Cubs: Das Team aus Chicago (43-44) war vor zwei Wochen noch voll im Rennen um die NL Central und ließ damals mit einem No-Hitter gegen die Dodgers aufhorchen. Seit diesem denkwürdigen Spiel verloren sie jedoch erschreckende elf Spiele hintereinander. Gestern Abend stand zwar gegen die Phillies endlich mal wieder ein Sieg zu Buche, aber der Anschluss an die Milwaukee Brewers (52-36) ist längst weg und selbst die Cincinnati Reds (45-41) haben sich inzwischen an den Cubs vorbei geschoben. Dass sowohl die Cubs als auch die St. Louis Cardinals (43-45) bereits einen Strich unter die Saison machen können, dürfte vor allem im Hinblick auf die in drei Wochen anstehende Trade-Deadline interessante Optionen für die ambitionierteren Teams eröffnen.

Die NL West ist und bleibt der klare Favorit, beide Wild-Card-Plätze der NL einzusacken. Es wäre auch tatsächlich ein Jammer, auf ein Team aus dem Trio San Francisco Giants (54-32), Los Angeles Dodgers (53-34) und San Diego Padres (51-38) in den Playoffs verzichten zu müssen. In den letzten Tagen hatten sie allerdings einen gemeinsamen Durchhänger: Die Giants verloren zwei Spiele gegen die Cardinals, die Padres zwei gegen die Nationals, die Dodgers sogar drei gegen die Marlins. An diesem Wochenende dürfen alle drei nochmal zu Hause gegen lösbare Gegner antreten: die Dodgers gegen die Arizona Diamondbacks (25-63), die Padres gegen die Colorado Rockies (37-50) und die Giants gegen die Nationals.

Szene der Woche
Es muss nicht immer Ohtani sein: Neben dem (mit Recht) gehypten 2-Way-Star der Angels gibt es in der MLB durchaus noch andere Pitcher, die ordentlich hitten. Man denke an Jacob deGrom, der selbst einen Batting Average von .364 aufweist, während er den Gegnern der Mets in seinen Starts einen Average von gerade mal .126 erlaubt. Oder an Max Fried von den Braves, der ebenfalls eine solide Keule schwingt und seinem Team am Sonntag damit den Sieg brachte. Die ungewöhnliche Entscheidung, im zehnten Inning einen Pitcher als Pinch-Hitter zu bringen, war nötig geworden, weil die Braves bei ihrem 4-Run-Comeback im neunten Inning gegen die Marlins ihre gesamte Bank aufgebraucht hatten. Die Marlins luden sich sogar absichtlich die Bases mit einem Intentional Walk für Backup-Catcher Kevan Smith, um Fried an die Platte zu bringen. Das erwies sich als Fehler, denn Frieds 2-Out-Single brachte den Walkoff-Sieg für die Braves.

Statistik der Woche 
1. So viele Pitches warf Marlins-Starter Pablo Lopez in Spiel eins der eben schon erwähnten Serie gegen die Braves, bevor er des Platzes verwiesen wurde. Es ging dabei nicht, wie man vermuten könnte, um den aktuellen Kampf der Liga gegen den Gebrauch von Klebemitteln, sondern um einen abgeworfenen Batter. Der erste Pitch des Spiels traf Ronald Acuna Jr. am Oberarm. Nach kurzer Diskussion und einer lauthals vorgetragenen Beschwerde von Braves-Manager Brian Snitker stuften die Umpires die Aktion als absichtlich ein und sprachen die Ejection gegen Lopez aus. Manager Don Mattingly und Pitching-Coach Mel Stottlemyre Jr., die ihrem Pitcher beisprangen, flogen ebenfalls vom Platz. Zwischen Acuna und den Marlins gibt es eine von wenig gegenseitiger Liebe geprägte Vorgeschichte seit Acunas Rookiesaison 2018. Acuna wurde seitdem sechsmal von Marlins-Pitchern abgeworfen, dreimal davon mit dem ersten Pitch.

Spiel der Woche
Die Saison der Kansas City Royals ist arm an Highlights, aber hier ist eines: Gegen die Cincinnati Reds gelang es am Dienstag, einen 1:6-Rückstand innerhalb der letzten beiden Innings zu drehen. Den entscheidenden Walkoff-Single erzielte Catcher Salvador Perez, einer der wenigen Stars der Royals. Es war Perez‘ dritter Walkoff-Hit in diesem Jahr – bei insgesamt nur vier Walkoff-Siegen der Royals.

Mein Einschalttipp
Ich weiß, die Konkurrenz am Sonntagabend ist groß, sowohl durch den laufenden MLB-Spielbetrieb als auch durch das Finale der Fußball-EM. Aber ich rühre immer wieder gern die Werbetrommel für das MLB Futures Game. Zum Auftakt der All-Star-Woche treffen sich die potenziellen Stars von morgen zu einem Freundschaftsspiel und ermöglichen so, in konzentrierter Form einen Blick auf die Namen und Gesichter zu werfen, die die MLB in wenigen Jahren prägen werden. Unter den 50 nominierten Teilnehmern sind sechs der acht Top-Prospects der MLB: Orioles-Catcher Adley Rutschman, Tigers-Infielder Spencer Torkelson, die Mariners-Outfielder Jarred Kelenic und Julio Rodriguez, Royals-Shortstop Bobby Witt Jr. und Padres-Shortstop CJ Abrams. Rutschman und Torkelson waren die Nummer-1-Picks der letzten beiden Drafts. Das Spiel beginnt um 21 Uhr mitteleuropäischer Zeit und wird auf mlb.com gestreamt. 

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März 25th, 2021 by Silversurger

Um ein Haar hätten die Kanzlerin und die Ministerpräsidenten den Opening Day der MLB zum bundesweiten Feiertag gemacht. Hat leider nicht geklappt, aber ich fiebere trotzdem weiterhin dem 1. April entgegen. Aktuell laufen noch die letzten Tage des Spring Trainings. Bei den Neuigkeiten der Woche handelt es sich leider überwiegend um Verletzungsmeldungen, aber ein paar Vertragsverlängerungen und eine interessante Ankündigung der Ligaleitung sind auch dabei. 

MLB will gegen manipulierte Bälle vorgehen
In einer Memo an alle 30 Klubs hat die Liga angekündigt, in diesem Jahr verstärkt gegen die Behandlung von Spielbällen durch Fremdsubstanzen durchgreifen zu wollen. Das Zeitalter des Spit-Balls liegt zwar weit hinter uns, aber es ist kein großes Geheimnis, dass auch heute noch viele Pitcher die Bälle „bearbeiten“, beispielsweise mit Kiefernteer. Das klebrige Kiefernteer darf mit gewissen Einschränkungen von Battern verwendet werden, um einen besseren Griff am Schläger zu haben. Am Ball und in den Händen von Pitchern ist es verboten. Um Verstößen künftig häufiger auf die Schliche zu kommen, sollen nicht nur stichprobenartig Bälle kontrolliert werden, sondern es sollen auch statistische Auffälligkeiten untersucht werden wie zum Beispiel drastische Sprünge bei der Rotationsrate einzelner Pitcher. Die Ankündigung der MLB enthält die Androhung von Strafen sowohl gegen die Pitcher als auch gegen Klubpersonal, das die Manipulationen unterstützt. Welche Art und welches Ausmaß diese Strafen haben sollen, lässt die Liga bislang offen.

Yates fällt lange aus
Die Toronto Blue Jays müssen dieses Jahr ohne den frisch verpflichteten Kirby Yates auskommen: Der ursprünglich für die Closer-Rolle vorgesehene Reliever benötigt eine Tommy-John-Surgery. Zweifel an der Gesundheit seines Ellenbogens bestanden wohl schon länger: Die Atlanta Braves hatten in der Offseason ein Vertragsangebot nach der medizinischen Untersuchung zurückgezogen, und auch die Blue Jays reduzierten ihr Angebot wegen des Risikos von 8,5 Millionen Dollar auf 5,5 Millionen. Nun ist es traurige Gewissheit, dass Yates bis in die nächste Saison und damit über die Vertragslaufzeit hinaus ausfällt. Wer an seiner Stelle als Closer fungieren wird, ist unklar. Jordan Romano, David Phelps, Rafael Dolis und Tyler Chatwood dürften die wahrscheinlichsten Kandidaten für Save-Gelegenheiten der Blue Jays sein.

Noch mehr Verletzungen
Neben Yates haben eine ganze Reihe weiterer MLB-Profis schlechte Nachrichten erhalten. Ich beschränke mich auf eine Auswahl: Pitcher Carlos Carrasco wird den Mets nach einem Muskelfaserriss im Oberschenkel für sechs bis acht Wochen fehlen. Eine ähnliche Verletzung hat sich Brendan Rogers, das Top-Prospect der Rockies, zugezogen. Bei den Pirates hat Steven Brault muskuläre Probleme im Arm und bekam deshalb einen Monat Pause verordnet. Bis er wieder voll einsatzbereit ist, dürften zehn bis zwölf Wochen vergehen. Drei weitere Pitcher – Rico Garcia (Giants), Jimmy Cordero (White Sox) und Blake Cederlind (Pirates) – müssen sich ebenfalls der berühmt-berüchtigten Tommy-John-Surgery unterziehen und somit ihre Hoffnungen begraben, es dieses Jahr in ein Major-League-Roster zu schaffen.

Royals verlängern mit Perez
Die Kansas City Royals sichern sich die Dienste ihres langjährigen Catcher Salvador Perez bis mindestens 2025: Der 30-Jährige erhält einen Vierjahresvertrag, beginnend nach dieser Saison, mit einem Garantiegehalt von 82 Millionen Dollar. Für weitere 11,5 Millionen kann der Klub die Option auf ein weiteres Jahr ziehen. Perez ist für die Royals eines der Gesichter der Franchise. Er hat in seiner Karriere nie woanders gespielt und war bereits ein wichtiger Teil des Teams, als es 2015 die World Series gewann.

Astros: McCullers unterschreibt, Correa wartet ab
Die Houston Astros binden ebenfalls einen ihrer World-Series-Helden langfristig an sich: Starting Pitcher Lance McCullers Jr. erhält einen Fünfjahresvertrag ab 2022, der ihm 85 Millionen Dollar einbringt. Auch mit Carlos Correa würden die Astros gern Nägel mit Köpfen machen. Dem Shortstop wurde ein Vertrag in der Größenordnung von sechs Jahren und 120 Millionen angeboten, doch eine Einigung scheint es bisher nicht zu geben.

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März 9th, 2021 by Silversurger

Die Kansas City Royals sind in dieser Vorschauserie das erste Team, bei dem ich nicht (mehr) von einem Rebuilding-Projekt sprechen würde. Der nach der Meisterschaft 2015 eingeläutete Umbruch ist weitgehend abgeschlossen, mit Mike Matheny ist ein erfolgshungriger Manager am Ruder, und im Rahmen der beschränkten Möglichkeiten eines Small-Market-Teams waren die Royals in der laufenden Offseason recht aktiv und investitionsfreudig. Sind sie also reif, einen Anlauf in Richtung Playoff-Plätze zu starten? So weit würde ich nun auch wieder nicht gehen. In der von starkem Pitching dominierten AL Central kann die unspektakuläre Rotation der Royals nicht mithalten. Ähnlich sieht es mit dem Batting-Lineup aus, das zwar einige potenzielle oder tatsächliche Highlights aufweist, aber weder so stark noch so tief ist als dass es den White Sox oder den Twins gefährlich werden könnte. Somit finden sich die Royals in einer unangenehm unbestimmten Mittelposition wieder. Vielleicht wäre es sogar gut für sie, nicht zu lange im Rennen zu sein. Das würde die Entscheidung erleichtern, sich zur Trade-Deadline von ein, zwei Veteranen zu trennen und sich noch besser für die kommenden Jahre in Stellung zu bringen.

Voraussichtliches Lineup
C Salvador Perez
1B Carlos Santana
2B Nicky Lopez
SS Adalberto Mondesi
3B Hunter Dozier
LF Andrew Benintendi
CF Michael A. Taylor
RF Whit Merrifield
DH Jorge Soler

Voraussichtliche Rotation
RHP Brad Keller
LHP Danny Duffy
RHP Brady Singer
LHP Mike Minor
LHP Kris Bubic
Key Reliever: Greg Holland

Wichtigster Zugang
OF Andrew Benintendi (Boston Red Sox)

Wichtigster Abgang
OF Alex Gordon (Karriere beendet)

Bestes Prospect
SS Bobby Witt Jr.

Größte Stärke
Diebstahl: Die Royals haben mit Adalberto Mondesi den Spieler mit den meisten Stolen Bases der Saison 2020, und auch Whit Merrifield fand sich letztes Jahr unter den Top-5 der Liga wieder.

Größte Schwäche
Offense: Das Team verfügt über diverse Spezialisten, die mit Speed und Defense glänzen, aber in Santana und Soler nur über zwei überdurchschnittliche Batter. Vor allem fehlen ihnen Five-Tool-Player, die das ganze Paket bieten und damit ein Lineup tragen können.

Spannendste Frage
Hilft Mike Minor den Royals weiter? Mit der Verpflichtung des Pitchers für zwei Jahre zum Preis von 18 Millionen Dollar hat der Klub sich für seine Verhältnisse weit aus dem Fenster gelehnt. Man sollte meinen, für das Geld wäre weit mehr drin gewesen als ein Starter, der es 2020 in 56.2 Innings für Texas und Oakland nur auf 5.56 ERA (4.64 FIP) brachte und dessen Fastball fast 4 mph verloren hat, seit er 2017 als Reliever für die Royals spielte.

Meine Prognose
Platz 4 in der AL Central

Hier geht’s zum Power-Ranking mit allen bisher erschienenen Previews.

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März 4th, 2021 by Silversurger

Die Bälle fliegen wieder – zwar nur in den Testspielen des Spring Trainings, aber nach vier Monaten Entzug ist man schon mehr als dankbar, dass es überhaupt wieder Live-Baseball zu sehen gibt. Davon abgesehen gab es in den letzten Tagen wenige weltbewegende Neuigkeiten aus der MLB. Deswegen und weil ich mich aktuell stark auf die Serie der Vorschauartikel konzentriere, fällt der Grand Slam am Donnerstag diese Woche etwas kürzer aus als gewohnt.

Royals: Dozier bleibt, Dyson kommt zurück
Die Kansas City Royals haben sich mit Corner-Infielder/Outfielder Hunter Dozier auf eine langfristige Zusammenarbeit geeinigt. Der 29-Jährige erhält einen Vierjahresvertrag, der ihm 25 Millionen Dollar einbringen wird. Zusammen mit möglichen Leistungsboni und einer Klub-Option über 10 Millionen für das Jahr 2025 können Doziers Einkünfte aus dem Vertrag auf bis zu 49 Millionen steigen.
Zudem kehrt ein alter Bekannter zurück nach Kansas City: Outfielder Jarrod Dyson wurde 2006 von den Royals gedraftet und gewann mit ihnen die World Series 2015. Seit er den Klub 2017 verließ, war er eher wenig erfolgreich für die Mariners, Diamondbacks, Pirates und White Sox tätig. Nun ist er mit einem Einjahresvertrag über 1,5 Millionen Dollar zurück in der Hoffnung, mit mittlerweile 36 Jahren noch einmal an alte Erfolge anknüpfen zu können.

Cespedes auf Teamsuche
Yoenis Cespedes war einst ein Superstar-Outfielder, doch in den vergangenen vier Jahren kämpfte er vor allem mit Verletzungen und Motivationsproblemen. Seine Karriere beenden will der 35-Jährige aber noch nicht. Er hielt am Dienstag ein Probetraining vor den Scouts von elf MLB-Teams ab. Die Yankees, White Sox, Brewers, Blue Jays, Tigers, Padres, Rays, Reds, Marlins, Cubs und Braves schauten sich an, was Cespedes zu bieten hat. Da er aufgrund seiner anhaltenden Knöchelprobleme seit 2018 nicht mehr im Feld gespielt hat, dürfte er vor allem als DH und somit für Teams aus der American League interessant sein.

Calhoun am Knie operiert
Kole Calhoun wird mindestens einen Teil der Saison verpassen. Der 33-jährige Outfielder der Arizona Diamondbacks litt unter einem Meniskusriss, der gestern operiert wurde.

Ein paar weitere Verletzungen und Ausfälle: Astros-Pitcher Framber Valdez hat sich im Spring Training den Finger gebrochen. Es ist noch unklar, wie lange er ausfällt. Nationals-Pitcher Jon Lester muss morgen an der Schilddrüse operiert werden; wenn alles gut läuft, ist er nach einer Woche wieder einsatzfähig. Yankees-Manager Aaron Boone bekommt einen Herzschrittmacher eingesetzt. Er geht davon aus, in wenigen Tagen wieder beim Team zu sein.  

Tepera bleibt bei den Cubs
Die Chicago Cubs haben sich mit Reliever Ryan Tepera auf eine Fortsetzung seiner Tätigkeit für den Klub geeinigt. Der 33-Jährige erhält einen Einjahresvertrag mit einem garantiertem Gehalt von 800.000 Dollar, das über Leistungs- und Einsatzboni auf etwas mehr als das Doppelte anwachsen kann.

Triple-A-Saison startet später
Die Saison in den höchsten Minor Leagues wird deutlich später beginnen als bisher angekündigt. Der Opening Day der Triple-A-Ligen sollte ursprünglich am 6. April sein. Wegen der Corona-Einschränkungen und weil eine klare Priorität auf den regulären Start der MLB-Saison gelegt wird, verzögert der Start sich um mindestens einen Monat. Für die anderen Minor Leagues ab Double-A abwärts stand schon länger fest, dass diese den Spielbetrieb nicht vor Mai aufnehmen werden. 

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Februar 11th, 2021 by Silversurger

Das Warten ist fast zuende: In nicht mal einer Woche – am 16. und 17. Februar – starten die Pitcher und Catcher der MLB-Teams in die Spring-Training-Camps, die restlichen Spieler folgen wenige Tage später. Gerade noch rechtzeitig haben sich die Vertreter der Liga und der Spieler auf zentrale Punkte zum Umgang mit der Coronasituation geeinigt.
Die Free Agency geht derweil in den Endspurt. Mit Trevor Bauer und Marcell Ozuna haben die zwei dicksten Fische, die noch auf dem Markt waren, ihre Teamwahl getroffen – in Bauers Fall springt sogar ein Rekordgehalt heraus.

Kompromiss über Corona-Maßnahmen
Dass die MLB und die Spielergewerkschaft MLBPA sich überhaupt mal auf etwas einigen können, ist nach den konfliktreichen letzten Wochen und Monaten für sich allein schon eine erfreuliche Neuigkeit. Die beiden Seiten haben am Montag eine Reihe von Maßnahmen verabredet, unter denen das Spring Training ab nächster Woche und die Saison ab 1. April so regulär wie möglich stattfinden sollen.

Die wichtigsten Regelanpassungen bestehen darin, dass wie in der Kurzsaison 2020 Doubleheader wieder über zweimal sieben Innings gespielt und Extra-Innings in allen Spielen mit einem automatischen Baserunner begonnen werden. Beide Maßnahmen haben den Sinn, die Spieler vor Überlastungen zu schützen, wenn es wieder dazu kommt, dass durch coronabedingte Verschiebungen mehrere Spiele innerhalb kurzer Zeiträume zu absolvieren sind. Ferner wurde vereinbart, dass jeder Spieler bei Bedarf als Pitcher eingesetzt werden kann – es muss also kein bestimmtes Inning oder eine bestimmte Höhe des Rückstands erreicht sein, bevor ein Positionsspieler pitchen darf. Unsportliches Verhalten, das die Abstandsgebote verletzt – Prügeleien, Anschreien der Umpires aus kurzer Distanz – soll konsequent geahndet werden. Eine Maskenpflicht besteht für alle Beteiligten mit Ausnahme der Spieler auf dem Feld. Spieler, die Kontakt mit einem bestätigten Covid-19-Fall haben, müssen für eine Woche in Quarantäne und sich am fünften Tag testen lassen. Wird ein Spieler selbst positiv getestet, dauert die Quarantäne mindestens zehn Tage. Im Falle eines Covid-Ausbruchs dürfen die Teams in einem vereinfachten Verfahren den Kader aus den Minor Leagues auffüllen und die betreffenden Spieler danach wieder zurückschicken.

Interessant ist auch, was nicht beschlossen wurde: Die Designated-Hitter-Regel wurde nicht erneut auf die National League ausgedehnt. Sie gilt jetzt wieder wie vor 2020 ausschließlich in der American League. Auch ein Beschluss über erweiterte Playoffs wurde bisher nicht gefasst. Sofern es dazu nicht wieder eine Last-Minute-Entscheidung wie im letzten Jahr gibt, findet die Postseason dieses Jahr im alten Format mit zehn Teams statt. In der regulären Saison soll der Spielplan umgesetzt werden wie geplant, also mit 162 Spielen pro Team und ohne die geographische Umsortierung, mit deren Hilfe letztes Jahr Reiseaktivitäten minimiert wurden.

Rekordvertrag für Bauer
Um keinen der diesjährigen Free Agents wurde so viel Aufheben gemacht wie um Trevor Bauer. Der Cy-Young-Gewinner befeuerte den Hype durch seine gewohnt hohe Social-Media-Präsenz, indem er öffentlich mit dem Interesse beispielsweise der Toronto Blue Jays und der New York Mets kokettierte. Seine Entscheidung, bei welchem Team er unterschreibt, gab er schließlich am Ende eines zweieinhalbminütigen Highlight-Videos bekannt – für meinen Geschmack ein bisschen zu viel Selbstinszenierung. Ich muss aber zugeben, dass ich Bauer schon vorher nicht mochte und daher einfach nur froh war, dass seine Wahl nicht auf die Mets fiel. Der 30-Jährige kehrt stattdessen zurück in seine südkalifornische Heimat und schließt sich dort dem amtierenden World Champion Los Angeles Dodgers an. Er erhält von den Dodgers einen Dreijahresvertrag über 102 Millionen Dollar mit Ausstiegs-Optionen sowohl nach dem ersten als auch nach dem zweiten Jahr. Die Zahlungen sind so strukturiert, dass Bauer sowohl dieses Jahr mit 40 Millionen als auch nächstes Jahr mit 45 Millionen jeweils einen neuen Rekord für das höchste Jahresgehalt eines MLB-Spielers aufstellt.

Ozuna bleibt in Atlanta
Als zweiter Hochkaräter in dieser Woche hat auch Marcell Ozuna einen neuen Vertrag unterschrieben. Der Outfielder bleibt für vier weitere Jahre bei den Atlanta Braves. Er erhält dafür 65 Millionen Dollar, zu denen weitere 15 Millionen hinzukommen, falls die Braves ihre Option auf ein fünftes Vertragsjahr ziehen. Für Ozuna ist damit die Taktik voll aufgegangen, sich letztes Jahr mit einem Einjahresvertrag über 18 Millionen zu begnügen. Nachdem er 2020 seine bislang stärkste Saison ablieferte, erhält der 30-Jährige nun die Belohnung in Form des ersehnten hochdotierten Dauervertrags.

5-Spieler-Deal zwischen Rangers und Athletics
Die Texas Rangers und die Oakland Athletics haben sich auf einen umfangreichen Trade geeinigt: Die Rangers senden SS Alvis Andrus, Prospect-Catcher Aramis Garcia und 13,5 Millionen Dollar nach Oakland, dafür erhalten sie OF/DH Khris Davis sowie die Prospects C Jonah Heim und RHP Dane Acker. Der Move sieht in erster Linie danach aus, dass die Athletics wieder mal Kosten sparen wollen. Allerdings ist das eine Rechnung, die nur für dieses Jahr aufgeht: Die Rangers übernehmen die 30,5 Millionen Dollar, die Davis in seinem letzten Vertragsjahr zustehen, sowie durch die Barzahlung im Zuge des Transfers auch fast die vollen 14 Millionen, die Andrus dieses Jahr verdient. Für 2022 sind die Rangers damit alle Verpflichtungen los. Die A’s hingegen müssen Andrus nächstes Jahr noch einmal 14 Millionen bezahlen, und bei genügend Einsätzen aktiviert sich für ihn sogar die Option, bis 2023 einseitig für weitere 15 Millionen zu verlängern.
Von den Leistungen her waren zuletzt weder Davis noch Andrus für ihre Teams eine große Hilfe, beide landeten 2020 bei negativen Wins Above Replacement. Neben den finanziellen Implikationen steht hinter dem Trade wohl auch der Gedanke, dass beiden ein Tapetenwechsel gut tun könnte. 

Dreiecks-Trade bringt Benintendi zu den Royals
Zwischen den Kansas City Royals, den Boston Red Sox und den New York Mets gibt es einen Dreicks-Trade. Dessen wesentliche Auswirkung auf die MLB-Roster besteht darin, dass Outfielder Andrew Benintendi aus Boston zu den Royals wechselt. Als Gegenleistung erhalten die Red Sox OF Ranchy Cordero sowie zwei später zu benennende Spieler von den Royals und RHP Josh Winckowski sowie einen weiteren noch zu benennenden Spieler von den Mets. Die Mets bekommen OF-Prospect Khalil Lee von den Royals.
Benintendi ist bis einschließlich 2022 unter Teamkontrolle. Die Royals setzen darauf, dass er an frühere Leistungen anknüpfen kann, nachdem er letzte Saison unter Form- und Verletzungsproblemen litt. Aus Sicht der Mets ist das Geschäft, dass sie mit Lee ein Prospect bekommen, von dem sie mehr erwarten als von Winckowski (und der noch ausstehenden Beigabe). Auf Seiten der Red Sox sieht es danach aus, dass sie sich mit Masse statt Klasse bezahlen lassen, aber das ist nur mein persönlicher Eindruck.

Weitere Trades und Neuverpflichtungen  
Hier die weiteren Free-Agent-Abschlüsse dieser Woche, wie immer beschränkt auf MLB-Verträge: C Yadier Molina (St. Louis Cardinals, 1 Jahr, 9 Millionen), RP Jake McGee (San Francisco Giants, 2 Jahre, 7 Millionen), OF Adam Duvall (Miami Marlins, 1 Jahr plus Vereinsoption, 5 Millionen), 2B Jonathan Schoop (Detroit Tigers, 1 Jahr, 4,5 Millionen), SP Chase Anderson (Philadelphia Phillies, 1 Jahr, 4 Millionen), IF Jonathan Villar (New York Mets, 1 Jahr, 3,55 Millionen plus Boni), SP Mike Fiers (Oakland Athletics, 1 Jahr, 3,5 Millionen), SP Mike Foltynewicz (Texas Rangers, 1 Jahr, 2 Millionen plus Boni), OF Jake Marisnick (Chicago Cubs, 1 Jahr plus beidseitige Option, 1,5 Millionen), OF Albert Almora (Mets, 1 Jahr, 1,25 Millionen plus Boni). 

Mit zwei kleineren Trades ergänzen die Los Angeles Angels ihren Kader:  Von den St. Louis Cardinals kommt OF Dexter Fowler; die Cardinals legen bei dem Deal 12,75 Millionen Dollar und damit einen Großteil von Fowlers 14 Millionen Jahresgehalt drauf, um den Platz im Kader frei zu bekommen.  Von den Tampa Bay Rays erhalten die Angels RP Aaron Slegers im Austausch gegen einen später zu benennenden Spieler. Mit SP/OF Shohei Ohtani erzielten die Angels zudem eine vorzeitige Vertragsverlängerung, durch die beide Seiten das Arbitration-Verfahren abwenden. Ohtani erhält 3 Millionen Dollar für 2021 und 5,5 Millionen für 2022.

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Dezember 17th, 2020 by Silversurger

Die Vorbereitungen der MLB-Teams auf die Saison 2021 laufen auf Hochtouren – wann und in welcher Form diese angesichts der Pandemielage stattfinden wird, ist allerdings noch offen. Die Meldungen, die dazu bisher durchgedrungen sind, lassen auf Uneinigkeit zwischen der Ligaleitung und der Spielergewerkschaft schließen: Die MLB denkt offenbar darüber nach, den Saisonstart vom 1. April auf Mai zu verschieben und den Spielplan entsprechend zu kürzen. Die MLBPA hingegen besteht auf einer vollen 162-Spiele-Saison, die nach ihrer Ansicht unter den Sicherheits- und Hygieneregeln der vergangenen Saison zu verantworten wäre. Diese gerade erst begonnene Diskussion wird uns in den nächsten Wochen sicher noch beschäftigen. Bis auf Weiteres sind die Teams angewiesen, sich auf einen pünktlichen Start des Spring Trainings Ende Februar einzustellen.

Die Indianer von Cleveland sind Geschichte
Für ein Team wird 2021 die letzte MLB-Saison werden, jedenfalls unter dem aktuellen Namen: Nach jahrelangen Diskussionen um den rassistischen Gehalt der Bezeichnung „Indians“ hat der Klub aus Cleveland entschieden, diese abzulegen. Anders als das „Washington Football Team“, das sich von einem Tag auf den anderen vom Wort „Redskins“ trennte, werden die Indians mit dem in Ungnade gefallenen Titel noch ein Jahr lang auf Abschiedstournee gehen. Bis 2022 soll ein neuer Teamname gefunden werden. Als früher Favorit gilt „Cleveland Spiders“, der Name eines von 1889 bis 1899 bestehenden National-League-Klubs.

MLB zollt Negro Leagues Anerkennung
Apropos Rassismus: Die MLB gab gestern einen bedeutenden symbolischen Schritt im Zuge der eigenen Vergangenheitsbewältigung bekannt. Sieben sogenannte Negro Leagues der Jahre 1920 bis 1948 werden im Nachhinein offiziell als Major Leagues anerkannt. Das bedeutet, dass die 3.400 Spieler dieser Ligen mit all ihren Leistungen, Statistiken und Rekorden nun offiziell als Major Leaguer gelten. Die MLB hatte jahrzehntelang per Absprache unter den Ownern dunkelhäutige Spieler vom professionellen Baseball ausgeschlossen und diese in den finanziell und infrastrukturell benachteiligten Negro Leagues abgesondert. Erst 1947 endete mit dem Einsatz von Jackie Robinson für die Los Angeles Dodgers die Rassentrennung im US-Baseball.

Phillies engagieren Dombrowski
Die Philadelphia Phillies haben zum ersten Mal einen President of Baseball Operations. Für den neu geschaffenen Posten wurde Dave Dombrowski gewonnen, der damit im Wesentlichen die Nachfolge des zurückgetretenen General Managers Matt Klentak antritt. Der 64-jährige Dombrowski bringt 31 Jahre Erfahrung auf verantwortungsvollen Posten in diversen MLB-Franchises mit. Er ist der einzige General Manager, der drei verschiedene Klubs – die Marlins, die Red Sox und zweimal die Tigers – in die World Series geführt hat. Gewonnen hat er diese 1997 mit Miami und 2018 mit Boston. Dass Dombrowski den Job in Philadelphia angenommen hat, kommt etwas überraschend, denn ursprünglich hatte er nach seinem Rauswurf in Boston 2019 angekündigt, an einem weiteren MLB-Job nur dann interessiert zu sein, wenn er die Verantwortung für ein neu zu gründendes Team in Nashville übernehmen kann. Offenbar änderte er seine Meinung, nachdem die Liga deutlich machte, dass eine Erweiterung für die nächsten zwei Jahre kein Thema ist.

Neuer GM und neuer Catcher für die Mets
Auch die New York Mets haben einen neuen Funktionär am Start: Jared Porter wird General Manager in Queens und damit die rechte Hand von Sandy Alderson im neu strukturierten Front Office der Mets. Porter war zuletzt Assistenz-GM bei den Arizona Diamondbacks und zuvor in verschiedenen Rollen rund um die Spielerbeobachtung und -entwicklung bei den Chicago Cubs und den Boston Red Sox tätig gewesen.
Auch auf dem Feld konnten die Mets eine Lücke schließen: Catcher James McCann wird die nächsten vier Jahre in New York spielen. Der 30-Jährige galt als zweitbester Catcher der diesjährigen Free-Agent-Klasse hinter J. T. Realmuto und dürfte für die Mets eine deutliche Verstärkung sein. Die Unterschrift unter den Vertrag ist für ihn 40,6 Millionen Dollar wert.

Weitere Neuverpflichtungen
Außer McCann haben auch die folgenden MLB-Spieler diese Woche einen neuen Arbeitgeber gefunden: SP Anthony DeSclafani (San Francisco Giants, 1 Jahr, 6 Millionen Dollar), C Mike Zunino (Tampa Bay Rays, 1 Jahr plus Vereinsoption, 3 Millionen), OF Hunter Renfroe (Boston Red Sox, 1 Jahr, 3 Millionen), OF David Dahl (Texas Rangers, 1 Jahr, 3 Millionen), RP Greg Holland (Kansas City Royals, 1 Jahr, 2,75 Millionen), RP Keynan Middleton (Seattle Mariners, 1 Jahr, 800.000).

Zudem gab es zwei kleine Trades, beide mit Beteiligung der Texas Rangers: RP Rafael Montero wechselt im Austausch gegen zwei Minor-League-Prospects von Texas zu den Seattle Mariners. In einem Handel mit den Tampa Bay Rays, in den auf beiden Seiten mehrere Minor Leaguer involviert sind, kommt C Nate Lowe zu den Rangers. 

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Dezember 10th, 2020 by Silversurger

Obwohl die Ligaleitung, Vereinsvertreter, Spieleragenten und andere Interessengruppen rund um die MLB derzeit ihre – dieses Jahr virtuellen – Winter Meetings abhalten, gab es in den letzten Tagen nur wenige Trades und Neuverpflichtungen zu vermelden. Am aktivsten waren die Chicago White Sox, die ihren Kader an zwei Stellen ergänzten. Die Rangers überraschten mit einem Wechsel im Front Office, während die Angels offenbar Gefallen an einem bestimmten Namen gefunden haben.

NL-Teams planen 2021 ohne DH
Von allen besonderen Regeln der Coronasaison 2020 – 7-Inning-Doubleheader, beschleunigte Extrainnings, größere Kader, erweiterte Playoffs – schien die Anwendung des Designated Hitters in der gesamten MLB die mit der höchsten Wahrscheinlichkeit zu sein, auf Dauer zu bleiben. Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen, aber es sieht inzwischen danach aus, dass man für 2021 zum alten Zustand zurückkehrt, der da lautet: Die American League spielt mit DH, die National League ohne. Darauf deutet jedenfalls ein Schreiben hin, das die Ligaleitung den Klubs letzte Woche zugestellt hat. Den NL-Teams wird darin empfohlen, bei ihrer Kaderplanung davon auszugehen, dass es keinen DH geben wird.
Generell gilt die Einführung der ligaweiten DH-Regel schon seit Jahren eher als eine Frage des „wann“ als des „ob“. Vermutlich wird dieses Thema aber nun in die Verhandlungen des neuen Rahmenvertrages (CBA) zwischen der Liga und den Spielern verschoben, die Ende 2021 anstehen.

Neuer GM bei den Rangers
Die Texas Rangers haben die Verpflichtung von Chris Young als neuen General Manager bekannt gegeben. Das kam sehr überraschend, denn es hatte vorher keine Hinweise darauf gegeben, dass sie überhaupt auf der Suche waren. Jon Daniels hatte den Job seit 15 Jahren inne und wird als „President of Baseball Operations“ weiterhin an Bord bleiben. Sein Nachfolger Young übernimmt zum ersten Mal Verantwortung in einem Front Office. Der 41-jährige war von 2004 bis 2017 als Starting Pitcher für die Rangers und vier andere MLB-Klubs aktiv gewesen; seit 2018 beaufsichtigte er als Vizepräsident der Liga den Spielbetrieb. Unter Daniels haben die Rangers fünfmal die Playoffs erreicht und zweimal die American League gewonnen. Seit 2016 hatten sie aber keine Saison mit mehr Siegen als Niederlagen, und für 2021 planen sie, die Ausgaben für Spielergehälter zu reduzieren. Das wird kein leichter Job für Young, der auch bei den Mets im Gespräch war, sich aber seiner in Dallas lebenden Familie wegen für die Rangers entschied. 

White Sox holen Lynn und Eaton
Gleich die erste spürbare Amtshandlung des neuen Rangers-GM trägt zum Ziel bei, Kosten zu sparen: Pitcher Lance Lynn, in den letzten beiden Jahren die verlässlichste Größe in der Rotation der Rangers, wurde zu den Chicago White Sox getradet.  Der 33-Jährige nimmt seinen Vertrag mit nach Chicago, der noch ein Jahr lang läuft und ihm 8 Millionen Dollar einbringt. Als Gegenleistung schicken die White Sox zwei Nachwuchspitcher nach Texas: den 25-jährigen Rechtshänder Dane Dunning und den 23-jährigen Lefty Avery Weems.
Außer der Rotation verstärken die White Sox auch ihr Outfield und zwar mit einem alten Bekannten: Adam Eaton kehrt nach vier Jahren in Washington als Free Agent zurück nach Süd-Chicago. Der 32-Jährige unterschreibt für ein Jahr und 7 Millionen Dollar mit einer Kluboption für ein weiteres Jahr zum Preis von 8,5 Millionen. Eaton hatte 2020 eine schwache Saison. Bei den White Sox setzt man darauf, dass er zu alter Stärke findet und den Mangel an linkshändigen Hittern im Lineup behebt.

Angels traden (schon wieder) für Iglesias
Letzte Woche berichtete ich an dieser Stelle, dass die Los Angeles Angels Shortstop José Iglesias von den Baltimore Orioles ertradet haben. Diese Woche kommt Relief Pitcher Raisel Iglesias hinzu, den die Angels im Austausch gegen Reliever Noe Ramirez und einen noch nicht benannten Spieler von den Cincinnati Reds holen. Dass die beiden Neuzugänge denselben Nachnamen tragen, aus Kuba stammen und obendrein an aufeinander folgenden Tagen geboren wurden, ist ein origineller Zufall, miteinander verwandt sind sie aber nicht. „Dafür sehe ich zu gut aus“, antwortete José, als er letztes Jahr in einem Interview danach gefragt wurde.

Weitere Neuverpflichtungen
Zwei weitere Spieler haben in den letzten Tagen einen neuen MLB-Vertrag unterschrieben: First Baseman Carlos Santana erhält von den Kansas City Royals 17,5 Millionen Dollar für zwei Jahre plus leistungsbezogene Boni von bis zu einer weiteren Million.
Die Seattle Mariners sichern sich die Dienste von Pitcher Chris Flexen für zwei Jahre und 4,75 Millionen Dollar plus mehrere leistungsbezogene Erhöhungs- und Verlängerungsoptionen. Flexen war einst ein Wackelkandidat bei den New York Mets, der deren Fans viele Nerven kostete. Im letzten Winter wechselte er zu den Doosan Bears nach Südkorea, wo er sich mit einer starken Saison für das MLB-Comeback empfahl.
Die Mets gelten übrigens nach wie vor als Favoriten für eine baldige Verpflichtung von Outfielder George Springer und Catcher James McCann, mit beiden wurde allerdings noch kein Vollzug gemeldet.

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Dezember 3rd, 2020 by Silversurger

Der Free-Agent-Markt der MLB entwickelt sich nach wie vor sehr träge. Was sich seit letzter Woche getan hat, habe ich im Folgenden wie üblich für euch zusammengefasst. Am nächsten Dienstag geht es übrigens los mit der Artikelserie, für die ihr euch im Wunschkonzert entschieden habt: Macht euch gefasst auf die größten Skandale der MLB-Geschichte!

Minor, May, Maile finden neue Teams
Drei nennenswerte Free-Agent-Signings gibt es diese Woche zu vermelden: Die Kansas City Royals haben sich die Dienste des linkshändigen Starters Mike Minor gesichert. Minor absolvierte 2020 für die Rangers und die Athletics insgesamt 56.2 Innings und brachte es auf einen wenig begeisternden ERA von 5.56. Die Royals setzen einen Zweijahresvertrag über 18 Millionen Dollar darauf, dass Minor zurück zu der Form findet, die er 2019 bei den Rangers gezeigt hat (208.1 Innings, 3.59 ERA).
Ebenfalls für zwei Jahre unterschreibt Reliever Trevor May bei den New York Mets. May ist ein starker rechtshändiger Strikeout-Pitcher, der den Mets neue Möglichkeiten für die Gestaltung der späten Innings gibt. Sie lassen sich die Dienste des ehemaligen Twins 15,5 Millionen Dollar kosten.
Auch die Milwaukee Brewers haben sich auf dem Free-Agent-Markt bedient, indem sie Catcher Luke Maile anheuerten. Der 29-Jährige stand zuvor ein Jahr bei den Pittsburgh Pirates unter Vertrag, für die er aber wegen eines gebrochenen Fingers kein Spiel absolvierte. Details seiner Einigung mit den Brewers sind bisher nicht bekannt. 

Iglesias und Knebel nach Los Angeles
Auch zwei kleine Trades gab es diese Woche. Die Los Angeles Dodgers holen Reliever Corey Knebel von den Milwaukee Brewers. Die Brewers erhalten im Gegenzug einen noch nicht benannten Spieler. Es handelte sich offenbar um ein Last-Minute-Geschäft, nachdem die Brewers geplant hatten, Knebel zu entlassen.
Ebenfalls nach Los Angeles, allerdings zu den Angels, verschlägt es Shortstop José Iglesias. Im Tausch gegen ihn erhalten die Baltimore Orioles die beiden Minor-League-Pitcher Garrett Stallings und Jean Pinto. Die Verpflichtung von Iglesias spricht eine relativ deutliche Sprache, dass die Angels offenbar nicht mehr mit ihrem bisherigen Shortstop Andrelton Simmons planen, dessen Vertrag ausgelaufen ist.

Neue Gesichter auf dem Markt
Bis gestern hatten die MLB-Teams Zeit, jenen Spielern, die sie über das Arbitration-Verfahren weiterhin exklusiv an sich hätten binden können, ein Vertragsangebot zu unterbreiten. Wie üblich gingen einige Spieler leer aus, weil ihr Klub sich gegen eine weitere Zusammenarbeit entschieden hat. Diese Spieler sind damit frei, sich ein neues Team zu suchen und mit diesem einen Vertrag auszuhandeln. Die überraschendsten und namhaftesten unter ihnen sind die Outfielder Kyle Schwarber (Chicago Cubs), David Dahl (Colorado Rockies), Eddie Rosario (Minnesota Twins), Adam Duvall (Atlanta Braves) und Nomar Mazara (Chicago White Sox), Third Baseman Maikel Franco (Kansas City Royals) sowie die Pitcher Carlos Rodon (Chicago White Sox) und Archie Bradley (Cincinnati Reds). Eine vollständige Liste der nicht-getenderten Spieler findet ihr bei mlbtraderumors.

Domingo Santana nach Japan
Schon im Oktober hatten die Cleveland Indians ihrem Outfielder Domingo Santana mitgeteilt, dass er in ihrer Planung für die nächste Saison keine Rolle spielt. Der Klub ließ die Vertragsoption verstreichen, die den Outfielder für 5 Millionen Dollar ein weiteres Jahr in Cleveland gehalten hätte. Der 28-Jährige wird versuchen, seine Karriere durch einen Wechsel nach Japan zu retten. Er heuert dort bei den Yakult Swallows (ja, die heißen wirklich so) in der NPB an. Vertragsdetails sind bisher nicht bekannt.

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März 1st, 2020 by Silversurger

Zum ersten Mal nach dem Gewinn der World Series vor fünf Jahren herrscht bei den Kansas City Royals wieder so etwas wie Aufbruchstimmung. Nicht in Bezug auf das aktuelle Team, versteht sich, denn das ist immer noch in demselben desolaten Zustand, in dem es zuletzt zweimal hintereinander mehr als 100 Niederlagen einfuhr. Doch die Übernahme der Franchise durch eine neue Eigentümergruppe um John Sherman sowie die Installation eines neuen Coaching-Teams unter Führung von Mike Matheny sollen die nächste Ära der Vereinsgeschichte einläuten. Diese beginnt mit einem Neuaufbau, dessen Basis noch nicht so solide ist, wie sie nach mehreren Jahren mit geringen Ambitionen und hohen Draftpicks sein müsste. Die Farm der Royals wird durchweg als unterdurchschnittlich eingestuft, und einige junge Spieler, die bereits in der MLB angekommen sind – Nicky Lopez, Ryan O’Hearn, Brett Phillips, Jorge Lopez –, haben dort bislang wenig überzeugen können. Aktuell sehe ich die Royals auf einer Stufe mit den Detroit Tigers, mit denen sie um Platz 4 der AL Central streiten werden; für die kommenden Jahre halte ich die Aussichten der Royals für weniger positiv als die der Tigers. Vieles wird daran hängen, ob der neue Owner bereit ist, zur richtigen Zeit in die Tasche zu greifen, um das Team zu verstärken. Ist er es nicht, wird die Aufbruchstimmung schnell verpuffen.

Voraussichtliches Lineup
C Salvador Perez
1B Ryan O’Hearn
2B Nicky Lopez
SS Adalberto Mondesi
3B Maikel Franco
LF Alex Gordon
CF Whit Merrifield
RF Hunter Dozier
DH Jorge Soler

Voraussichtliche Rotation
LHP Danny Duffy
RHP Jakob Junis
RHP Brad Keller
LHP Mike Montgomery
RHP Jorge Lopez
Key Reliever: Ian Kennedy

Wichtigster Zugang
3B Maikel Franco (Philadelphia Phillies)

Wichtigster Abgang
3B Cheslor Cuthbert (Chicago White Sox)

Bestes Prospect
SS Bobby Witt Jr.

Größte Stärke
Replay Advisor Bill Duplissea: Von diesem Scout hat wahrscheinlich kaum jemand je gehört, aber er ist ein wahrer Meister seines Fachs. Seit der Einführung des Videobeweises in seiner heutigen Form im Jahr 2014 bestimmt er, wann die Royals eine Überprüfung anfordern. Duplisseas Erfolgsrate von 73 Prozent geänderter Entscheidungen ist die beste der Liga, 2019 brachte er es sogar auf unglaubliche 82 Prozent.

Größte Schwäche
Pitching: Das Batting-Lineup der Royals ist nicht gut, hat aber wenigstens ein paar Lichtblicke wie Whit Merrifield, Adalberto Mondesi und Jorge Soler zu bieten. Im Pitching-Staff sehe ich keinen solchen Lichtblick außer Closer Ian Kennedy, der zur Trade-Deadline vermutlich nicht mehr da ist. Die Rotation bleibt dieselbe, die letztes Jahr einen ERA von 5.30 zuließ.

Spannendste Frage
Hat Mike Matheny sich weiterentwickelt? In St. Louis war er als Manager durchaus erfolgreich, galt aber nach seiner Entlassung 2018 als schwer vermittelbar wegen Defiziten im taktischen Bereich und eines altmodischen Führungsstils. In der Zwischenzeit hat er ein Studium in „organizational leadership“ begonnen, einen Analysekurs besucht und eine Medienberatung engagiert. Man darf gespannt sein auf den „neuen“ Mike Matheny.

Meine Prognose
Platz 4 in der AL Central

Hier geht’s zum Power-Ranking mit allen bisher erschienenen Previews.

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Februar 18th, 2020 by Silversurger

Als vor zwei Wochen die Footballer der Kansas City Chiefs den Superbowl gewannen, ließen die Glückwünsche des twitterfreudigen US-Präsidenten nicht lange auf sich warten: Donald Trump gratulierte den Chiefs, dass sie den „Great State of Kansas“ hervorragend repräsentiert hätten. Das war nett gemeint, sorgte aber für reichlich Spott. Im Gegensatz zum Präsidenten ist den meisten Sportfans bekannt, dass die Chiefs nicht aus Kansas City (Kansas) kommen, sondern aus der gleichnamigen und deutlich größeren Nachbarstadt im Staat Missouri. Dort steht ihr Arrowhead Stadium als Teil des Truman Sports Complex direkt neben Kauffman Stadium, dem Ballpark der Kansas City Royals, welchem ich heute eine Folge der Baseblog-Ballparks-Serie widme. Es wird übrigens die letzte der laufenden Offseason, denn ab nächster Woche werde ich wieder vollauf beschäftigt sein mit den Vorschau-Artikeln zur neuen Saison für alle 30 Teams.

Kauffman Stadium in Kansas City (1)

Geschichte
Der 1973 eröffnete Ballpark ist heute einer der ältesten der Liga. Geplant wurde er für ein Team, das nie dort eingezogen ist: die Kansas City Athletics. Deren damaliger Owner, Charles O. Finley, entschied 1968 kurzfristig, seinen Klub nach Oakland zu verlegen. So stand Kansas City plötzlich mit einer Großbaustelle für ein Baseballstadion, aber ohne MLB-Team da. Auf politischen Druck hin entschied die Liga, der Stadt ein neues Team zuzugestehen. Die Kansas City Royals nahmen 1969 den Spielbetrieb auf, zunächst im Municipal Stadium, das sie sich – wie zuvor die Athletics – mit den Chiefs teilten.

Zur Saison 1973 war der neue Ballpark fertig und wurde eingeweiht als Royals Stadium. Erst 20 Jahre später erfolgte kurz vor dem Tod von Ewing Kauffman, dem Gründer und ersten Eigentümer der Royals, die Umbenennung des Stadions auf seinen Namen. Es handelte sich um eine reine Ehrbezeugung, nicht um einen Verkauf oder eine Vermietung der Namensrechte. Oft wird das Stadion kurz „The K“ genannt.

Schon am 15. Mai 1973, nur einen Monat nach dem Eröffnungsspiel der Royals gegen die Texas Rangers (12:1), sah der Ballpark bereits seinen ersten No-Hitter: Nolan Ryan gelang mit den California Angels beim 3:0 gegen die Royals das erste von sieben hitlosen Spielen seiner Karriere. Ebenfalls schon im ersten Jahr war das All-Star-Spiel der MLB zu Gast, welches 2012 noch ein weiteres Mal in The K stattfand.

Von 2007 bis 2009 wurde Kauffman Stadium einer umfassenden Renovierung unterzogen. Es erhielt unter anderem ein modernes Scoreboard, aufgewertete Sitzplätze und Restaurants, einen neuen Kinderbereich und ein interaktives Hall-of-Fame-Museum.

Die bisherigen sportlichen Highlights der Royals in The K waren vier World-Series-Teilnahmen. Zweimal gewannen die Royals den höchsten Titel im Baseball. 1985 feierten sie nach Spiel 7 gegen die St. Louis Cardinals den Triumph im eigenen Stadion. 2015 legten sie gegen die New York Mets zwei Heimsiege vor, bevor sie mit Auswärtssiegen in den Spiel 4 und 5 die Championship klar machten.

Außenansicht von Kauffman Stadium (2)

Architektonische Auffälligkeiten
Kauffman Stadium wurde als reines Baseballstadion erbaut. Das war gerade in seiner Entstehungszeit, als Multifunktionsarenen groß in Mode waren, etwas Besonderes.

Von außen bietet das von Kivett and Myers designte und 2009 von Populous renovierte Stadion eine recht nüchterne Fassade aus Beton und Glas. Von innen macht es deutlich mehr her mit dem elegant geschwungenen Tribünenverlauf von sehr hoch hinter der Homeplate bis ganz niedrig im Outfield. Sehr auffällig thront in der Mitte zwischen den flachen Outfieldtribünen das Scoreboard von Kauffman Stadium – nicht zuletzt, weil es passend zum Teamnamen eine gewaltige Krone trägt.

Ein weiteres charakteristisches Merkmal von The K ist der Springbrunnen hinter dem Rightfield. Er galt lange Zeit als größer privat betriebener Springbrunnen der Welt und dient als Anspielung darauf, dass Kansas City als die „City of Fountains“ bekannt ist. Die Fontänen sind vor und nach dem Spiel sowie zwischen den Innings im Betrieb. Während des Spiels sind sie bis auf den konstant fließenden Wasserfall ausgeschaltet.

Die Wasserspiele im Outfield (3)

Spielbezogene Eigenheiten
The K hat den Ruf, ein Pitcher’s Park zu sein, also eine vorteilhafte Umgebung für Pitcher. Das ist nicht ganz falsch, aber doch nur die halbe Wahrheit.

Das symmetrische Outfield mit Rightfield- und Leftfield-Lines von 220 Fuß (101m) und einem steilen Verlauf der Feldbegrenzung bis ins 410 Fuß (125m) tiefe Centerfield macht das Spielfeld von Kauffman Stadium zum flächenmäßigen größten der ganzen Liga. Spätestens nachdem 2004 und 2009 die Zäune jeweils ein Stück nach hinten verlegt wurden, ist das Schlagen von Homeruns in Kansas City deutlich schwerer als anderswo.

Die andere Seite der Medaille ist allerdings, dass durch das weitläufige Feld überdurchschnittlich viele Doubles sowie besondere viele Triples geschlagen werden. Somit ist Kauffman Stadium eine gute Umgebung für andere Hits als Homeruns, was sich in der Analyse von Parkfaktoren gut nachweisen lässt.

Wo sitzt man am besten?
Ein Ticket für Kauffman Stadium kostete 2019 im Durchschnitt 65 Dollar, was ungefähr dem Durchschnitt der MLB entspricht. Am Portemonnaie wird ein Stadionbesuch jedenfalls nicht scheitern, denn die günstigsten Tickets – Outfield, oberste Etage – gibt es schon für 7 bis 10 Dollar je nach Zeit und Gegner. Zu beachten ist, dass man an potenziell sonnigen Tagen besser Sitze auf der Seite des Leftfields wählen sollte.

Wenn man das Spiel aus der Premium-Perspektive hinter der Homeplate verfolgen möchte, so wird man für 80 bis 100 Dollar fündig – im Vergleich dazu, was solche Plätze in manch anderen Stadien kosten, ist das ein ziemliches Schnäppchen. Einen guten Kompromiss aus nicht allzu weit entfernt, nicht zu teuer und vor allem schattig stellen die Plätze des Loge Levels auf der Third-Base-Seite (Sections 305-311) dar.

Ein bestimmter Sitz in The K ist so speziell, dass man ihn nicht mit Geld kaufen kann. Man erkennt ihn daran, dass es der einzige rote unter lauter blauen Sitzen hinter der Homeplate ist. Das ist der Buck O’Neil Legacy Seat, der einstige Stammplatz von einem der populärsten Spieler aus der Zeit der Negro Leagues. O’Neil war von 1937 bis 1955 für die Kansas City Monarchs aktiv und besuchte später regelmäßig die Spiele der Royals. Der Platz wird zu jedem Heimspiel an eine Person vergeben, die durch soziales Engagement oder auf andere Weise dem Geist von Buck O’Neil gerecht wird.

Der Sitz von Buck O’Neil (4)

(1) Quelle: Flickr, Urheber: Chris Murphy (CC BY-NC-ND 2.0)
(2) Quelle: Flickr, Urheber: mtfrazier (CC BY-NC-ND 2.0)
(3) Quelle: Flickr, Urheber: Jim Ellwanger (CC BY-NC 2.0)
(4) Quelle: Wikimedia, Urheber: Badlydrawnjeff (CC BY-SA 3.0)

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