Dezember 12th, 2019 by Silversurger

In San Diego enden heute die Winter Meetings. Eigentümer, Manager, Scouts und sonstige Offizielle aller MLB- und Minor-League-Teams, dazu Ligavertreter, Spieleragenten und jede Menge Journalisten bevölkerten in den letzten Tagen das Hilton Bayfront Hotel und dessen Umgebung. Die Meetings haben dieses Jahr mit diversen großen Neuigkeiten ihren Ruf als Höhepunkt der Offseason untermauert. Neben der Bekanntgabe neuer Hall-of-Fame-Berufungen und des All-MLB-Teams gab es ein paar interessante Trades und jede Menge Vertragsabschlüsse. Allen voran kamen die drei dicksten Fische des Free-Agent-Pools – Gerrit Cole, Stephen Strasburg und Anthony Rendon – vom Markt. Insgesamt haben die MLB-Klubs innerhalb der sieben Tage seit dem letzten Grand Slam am Donnerstag Spielerverträge im Wert von knapp einer Milliarde Dollar vergeben.

Yankees locken Cole mit Rekordvertrag
Die New York Yankees haben bei ihren Bemühungen um Gerrit Cole großes Durchhaltevermögen bewiesen. Schon 2008 wollten sie ihn haben, wählten ihn in der ersten Draftrunde aus, doch Cole entschied sich damals gegen die frühe MLB-Karriere und für das College UCLA. Zehn Jahre später versuchten sie, ihn per Trade von den Pittsburgh Pirates zu holen, doch die Houston Astros machten das bessere Angebot. Beim dritten Versuch ist es nun endlich gelungen, das Ass in die Bronx zu locken. Erforderlich war dafür ein Vertragsangebot, das Cole zur teuersten Verpflichtung eines Pitchers aller Zeiten macht. 324 Millionen Dollar erhält der 29-Jährige über eine Laufzeit von neun Jahren. Das sind 36 Millionen pro Jahr und somit mehr als eine Million Dollar für jedes einzelne Spiel, das Cole für die Yankees absolvieren wird. Der Vertrag umfasst eine No-Trade-Klausel sowie eine Ausstiegsoption für den Spieler nach fünf Jahren. Die Yankees tragen somit das volle Risiko für den Fall, dass Cole seine zuletzt überragenden Leistungen im Laufe der neun Jahre irgendwann nicht mehr bringen sollte. Solange er sie bringt, ist er jedenfalls eine enorme Verstärkung.

Strasburg bleibt in Washington
Der zweite Top-Pitcher unter den diesjährigen Free Agents bleibt dort, wo er 2010 seine MLB-Karriere begonnen hat und wo er sie wohl auch beenden wird: Stephen Strasburg hat sich mit den Washington Nationals auf einen neuen Vertrag mit einer Laufzeit von sieben Jahren geeinigt. Das garantierte Gehalt für den amtierenden World-Series-MVP beträgt 245 Millionen Dollar, zudem sind diverse Boni für das Erreichen von Einzelawards vorgesehen und ein Trade ohne Zustimmung des Spielers ist vertraglich ausgeschlossen. Verlängerungs- oder Ausstiegsoptionen wurden nicht vereinbart.

Rendon wird ein Angel
Schon vor dem Abschluss mit Strasburg hatten die Nationals durchblicken lassen, dass sie sich finanziell höchstens einen ihrer beiden Top-Free-Agents – Antony Rendon oder eben Strasburg – leisten können. Für Rendon hieß das, dass er sich anderweitig umsehen musste. Er wurde schnell fündig: Es geht an die andere Küste der USA, zu den Los Angeles Angels. Der Third Baseman erhält dort im Wesentlichen den selben Vertrag wie sein ehemaliger Teamkamerad Strasburg in Washington: 245 Millionen Dollar über sieben Jahre, ohne Ausstiegsoption, mit No-Trade-Klausel. Mit Rendon und Mike Trout haben die Angels nun die beiden – nach jährlichem Durchschnittsgehalt – höchstbezahlten Positionsspieler der MLB in ihren Reihen.

Rays schicken Pham nach San Diego
Der interessanteste Trade der Woche wurde schon vor den Winter Meetings eingetütet: Die Tampa Bay Rays und die San Diego Padres tauschen zwei gestandene Outfielder und zudem eine Reihe von Prospects. Die Padres erhalten OF Tommy Pham sowie Minor-League-IF Jake Cronenworth, die Rays bekommen dafür OF Hunter Renfroe sowie Minor-League-SS Xavier Edwards und einen später zu benennenden Spieler. Der 31-jährige Pham ist definitiv der prominenteste Teil des Trades. Mit 13.6 fWAR über die letzten drei Jahre war er einer der effektivsten Outfielder der Liga in diesem Zeitraum. Dass er abgegeben wird, dürfte von Seiten der notorisch sparsamen Rays vor allem Kostengründe haben. Pham ist noch zwei Jahre unter Teamkontrolle, sein im Arbitration-Verfahren auszuhandelndes Gehalt wird für 2020 auf 8,6 Millionen Dollar prognostiziert.

Weitere Trades und Verpflichtungen
Den Rest der sehr aktiven Woche auf dem Spielermarkt gibt es im Telegrammstil: Neue MLB-Verträge vereinbart haben SP Kyle Gibson (Texas Rangers, 3 Jahre, 28 Millionen Dollar), SP Tanner Roark (Toronto Blue Jays, 2 Jahre, 24 Millionen), SP Michael Pineda (Minnesota Twins, 2 Jahre, 20 Millionen), SP Jordan Lyles (Rangers, 2 Jahre, 16 Millionen), SS Didi Gregorius (Philadelphia Phillies, 1 Jahr, 14 Millionen), SP Rick Porcello (New York Mets, 1 Jahr, 10 Millionen), RP Blake Treinen (Los Angeles Dodgers, 1 Jahr, 10 Millionen), SP Josh Lindblom (Milwaukee Brewers, 3 Jahre, 9-18 Millionen leistungsabhängig), SP Kevin Gausman (San Francisco Giants, 1 Jahr, 9 Millionen), RP Joely Rodriguez (Rangers, 2 Jahre, 5,5 Millionen plus Option für ein drittes Jahr), C Alex Avila (Twins, 1 Jahr, 4,25 Millionen), SP Michael Wacha (Mets, 1 Jahr, 3-10 Millionen leistungsabhängig), RP Junior Guerra (Arizona Diamondbacks, 1 Jahr, 2,65 Millionen plus Option für ein zweites Jahr), RP Brad Brach (Mets, 1 Jahr, 850.000 plus Einsatzboni), RP Dan Winkler (Chicago Cubs, 1 Jahr, 750.000) und RP Kyle Finnegan (Nationals, 1 Jahr, Gehalt unbekannt).
Die Mets gönnen sich eine Ergänzung für das Outfield, indem sie CF Jake Marisnick von den Houston Astros holen. Für den Defensivspezialisten gehen zwei eher nachrangige Prospects – P Blake Taylor und OF Kenedy Corona – nach Houston.
OF Nomar Mazara wechselt zu den Chicago White Sox, die dafür OF-Prospect Steele Walker zu den Texas Rangers schicken.
Die Giants holen IF Zack Cozart und SS-Prospect Will Wilson von den Los Angeles Angels. Die Angels erhalten dafür keine direkte Gegenleistung – ihr Profit besteht darin, dass die Giants den teuren Vertrag des zuletzt sehr schwachen und häufig verletzten Cozart (12,167 Millionen für 2020) übernehmen.

Miller und Simmons kommen in die Hall of Fame
Marvin Miller und Ted Simmons werden in die Hall of Fame des Baseballs aufgenommen. Diese Entscheidung wurde während der Winter Meetings vom Modern Era Committee bekannt gegeben. Es handelt sich um eines der im jährlichen Wechsel tagenden Expertengremien, die über die quasi nachträgliche Aufnahme von Personen aus bestimmten historischen Zeiträumen befinden. Dieses Jahr war der Zeitraum von 1970 bis 1987 dran. Simmons war ein schlagstarker Catcher, der den Großteil seiner Karriere bei den St. Louis Cardinals verbrachte. Miller war ein langjähriger und äußerst einflussreicher Vertreter der Spielergewerkschaft MLBPA. Die offizielle Einführung von Miller und Timmons in die Ruhmeshalle wird am 26. Juli 2020 stattfinden – gemeinsam mit jenen Spielern, die von den Mitgliedern des Journalistenverbandes BBWAA gewählt und am 21. Januar bekannt gegeben werden.

Rule-5-Draft heute Abend
Ein integraler Bestandteil der Winter Meetings – und gleichzeitig ihr Abschluss – ist die sogenannte Rule 5 Draft. Es handelt sich um ein Verfahren, das verhindern soll, dass Teams übermäßig Talente horten und diese keine Chance auf MLB-Spielzeit haben: Spieler, die seit vier oder fünf Jahren in den Minor-Leagues sind und nicht den Sprung in den 40-Mann-Kader geschafft haben, können in der Rule-5-Draft von anderen Teams abgeworben werden. Wählbar sind nach diesen Kriterien Hunderte von Spielern, tatsächlich werden aber normalerweise insgesamt nicht mehr als 10-15 gepickt. Ein guter Teil von ihnen wird zudem im Laufe der Folgesaison zurück zum alten Team geschickt, denn das neue Team verliert seinen Anspruch auf den Spieler, sobald es ihn nicht das ganze Jahr über im MLB-Kader führt. Die Rule-5-Draft findet am heutigen Donnerstag ab 18 Uhr mitteleuropäischer Zeit statt. Den ersten Pick haben die Detroit Tigers, gefolgt von den Baltimore Orioles und den Miami Marlins. Auf mlb.com wird es einen Audio-Livestream geben.

All-MLB-Team gewählt
Zum ersten Mal ließ die MLB dieses Jahr nach Saisonende ein All-MLB-Team wählen. Wer dabei ist, entschieden zu gleichen Anteilen die Fans per Internet-Abstimmung sowie ein Expertengremium. Hier ist es, das „Dream-Team“ der MLB-Saison 2019:

C J.T. Realmuto, Phillies
1B Pete Alonso, Mets
2B DJ LeMahieu, Yankees
3B Anthony Rendon, Nationals
SS Xander Bogaerts, Red Sox
OF Mike Trout, Angels
OF Cody Bellinger, Dodgers
OF Christian Yelich, Brewers
DH Nelson Cruz, Twins
SP Gerrit Cole, Astros
SP Justin Verlander, Astros
SP Jacob deGrom, Mets
SP Max Scherzer, Nationals
SP Stephen Strasburg, Nationals
RP Kirby Yates, Padres
RP Josh Hader, Brewers

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Januar 13th, 2018 by Silversurger

Im Offseason-Wunschkonzert dieses Blogs drehte sich gleich der erste, von Phillies geäußerte Wunsch um die Frage, welche Arten von Transaktionen es in der MLB gibt. Euer Wunsch ist mir Befehl und deswegen gibt es heute mal eine hoffentlich einigermaßen vollständige Übersicht über die verschiedenen Arten, auf die MLB-Teams Spieler verpflichten, entlassen oder transferieren können:

1. Wie man Spieler bekommt

Die Draft
Der klassische Weg in die MLB führt über die First-Year-Player-Draft, der Kürze halber meist nur Draft genannt. Es handelt sich dabei um ein Auswahlsystem, wie es in allen großen US-Sportarten in ähnlicher Form existiert. Der Hauptzweck der Draft besteht darin, den Übergang vom College in den Profisport möglichst gerecht zu gestalten – gerecht in dem Sinne, dass die besten Nachwuchsspieler nicht automatisch alle bei den Teams landen, die das meiste Geld oder den schönsten Strand anzubieten haben.

Die Draft funktioniert so, dass das schwächste Team der Vorsaison – gemessen an Siegen und Niederlagen – das erste Recht hat, einen Spieler auszuwählen. Anschließend ist das zweitschwächste Team dran und so weiter bis hin zu dem Team, das im letzten Jahr die meisten Siege hatte. Danach geht das Ganze von vorne los, insgesamt 40 Runden lang. Die Draftreihenfolge ist nicht in Stein gemeißelt, denn es gibt diverse Regeln, aufgrund derer die Liga den Teams zusätzliche Picks – sogenannte Compensatory Picks – zuerkennt oder als Strafe bzw. Vorteilsausgleich aberkennt. Diese Möglichkeiten vollständig darzustellen, würde hier zu weit führen, aber ich mache das gern mal in einem eigenständigen Artikel.

Welche Spieler bei einer Draft gewählt werden dürfen, ist klar definiert:

  • Man muss Einwohner oder Absolvent des Bildungssystems der USA, Kanadas oder eines US-Territoriums (z. B. Puerto Rico) sein.
  • Man darf noch nie einen MLB- oder Minor-League-Vertrag unterschrieben haben.
  • Man muss die High School abgeschlossen und entweder kein College besucht haben
  • oder ein Junior- oder Community College besuchen
  • oder drei Jahre eines regulären Colleges absolviert haben
  • oder das 21. Lebensjahr vollendet haben.
  • Wenn man gedraftet wurde, ist man keinesfalls verpflichtet, bei dem jeweiligen Team einen Vertrag zu unterschreiben – man darf aber bei keinem anderen Team unterschreiben. Das draftende Team hat nach der Draft rund sechs Wochen Zeit, sich mit dem Spieler auf einen Vertrag zu einigen. Gelingt dies nicht, so kann der Spieler ein Jahr später bei der nächsten Draft von einem anderen Team gewählt werden, sofern er nach wie vor die obigen Voraussetzungen erfüllt, also nicht z. B. ein frisches Collegestudium aufgenommen hat.

    Bei der Gestaltung der Verträge mit ihren gedrafteten Spielern müssen die Klubs eine Grenze, den sogenannten Bonuspool, einhalten. Dieser ist für jedes Team unterschiedlich hoch und bemisst sich an der Draftposition, der Anzahl an Draftpicks und der Summe, die im Vorjahr für gedraftete Spieler ausgegeben wurde. Die Bonuspools der Teams lagen 2017 zwischen 2,1 und 14,2 Millionen Dollar. Von diesem Geld erhält man in aller Regel als Erst- oder Zweitrundenpick für seine Unterschrift eine siebenstellige Summe, für spätere Picks werden die Summen logischerweise immer kleiner. Insbesondere für Spieler, die direkt nach der High School in einer späten Runde gedraftet werden, kann es sich durchaus lohnen, auf den Spatz in der Hand zu verzichten, um nach ein paar Jahren sportlicher und menschlicher Weiterentwicklung im College deutlich höher gedraftet zu werden.

    In fast jedem Fall – und anders als in den meisten anderen US-Sportarten – ist der Weg von der Draft bis zum ersten MLB-Spiel sehr lang und selbst ein sehr hoher Pick ist längst keine Garantie für eine Major-League-Karriere. Rund drei Viertel der Erstrundenpicks aus dem College und nur gut die Hälfte der Erstrundenpicks aus der High School schaffen es irgendwann in die MLB. Schon ab der dritten Draftrunde liegt die Wahrscheinlichkeit, den betreffenden Spieler eines Tages in der MLB zu sehen, deutlich unter 50%.

    Die Rule-5-Draft
    Die zweite, weit weniger bekannte und auch weniger wichtige Draft der MLB ist die Rule-5-Draft. Sie findet jährlich während der MLB Winter Meetings Mitte Dezember statt, also mit ziemlich genau einem halben Jahr Abstand zur „normalen“ Draft.

    Der Zweck der Rule-5-Draft besteht darin, zu verhindern, dass MLB-Teams übermäßig Talente horten, ohne sie einzusetzen. Zur Auswahl stehen Spieler, die mit 18 oder 19 Jahren verpflichtet wurden, seit fünf bzw. vier Jahren unter Vertrag stehen und nicht Teil des 40-Spieler-Kaders ihrer Franchise sind. Diese Spieler können von anderen Franchises – in der Reihenfolge der normalen Draft, also vom schlechtesten bis zum besten Team der letzten Saison – angefordert werden. Im Gegenzug muss das neue Team dem alten 100.000 Dollar bezahlen und den Spieler die gesamte Saison über im 25-Spieler-Kader behalten. Tut es das nicht, hat das alte Team das Recht, den Spieler für 50.000 Dollar zurück zu kaufen. Interessant ist die Rule-5-Draft naturgemäß vor allem für Teams im Rebuilding, denen es nichts ausmacht, einen Rosterplatz mit jemandem zu besetzen, den ein anderes Team als noch nicht MLB-bereit eingestuft hat.

    Üblicherweise wechseln über die Rule-5-Draft jährlich zwischen 10 und 20 Spieler das Team. Die zur Wahl stehenden Spieler kommen mit mehr oder weniger großen Fragezeichen, denn schließlich werden die bisherigen Teams ihre Gründe haben, diese Spieler nicht durch Aufnahme in den 40-Spieler-Kader vor der Rule-5-Draft zu schützen.

    Die Free Agency
    Die Free Agency ist die einfachste Art, sein Team durch die Verpflichtung eines erfahrenen Spielers zu verstärken – vorausgesetzt, man kann es sich leisten. Free-Agent-Verträge werden frei zwischen Teams und Spielern ausgehandelt. Na gut, fast frei, denn natürlich unterliegen sie den gültigen Regeln und Rahmenvereinbarungen der MLB und der Spielergewerkschaft MLBPA, die zum Beispiel einen Mindestlohn (dieses Jahr 545.000 Dollar) festlegen.

    Zum Free Agent kann man auf unterschiedliche Weise werden. Die übliche und häufigste Situation ist, dass der Vertrag eines Spielers ausläuft, nachdem er sechs Jahre lang in der MLB gespielt hat. Zur Erinnerung: In den ersten drei Jahren muss der Spieler das Gehalt akzeptieren, das das Team ihm gibt, meistens das Mindestgehalt der MLB. In seinem vierten bis sechsten Jahr, der sogenannten Arbitration-Phase, bleibt er an sein Team gebunden, aber das Gehalt wird in einem Schiedsverfahren (der Arbitration) ausgehandelt. Nach dem sechsten Jahr kann der Spieler den Vertrag mit einem beliebigen Team frei verhandeln, er ist also ein Free Agent. Die Teams sind nicht verpflichtet, in der Arbitration-Phase ein Angebot vorzulegen – wenn sie darauf verzichten, wird der Spieler vorzeitig zum Free Agent, das nennt man dann einen Non-Tender-Free-Agent.

    Zum Free Agent wird man auch, wenn man von seinem bisherigen Team aus einem laufenden Vertrag entlassen (auf Englisch: released) wird. Spieler, denen das passiert, werden oft zum Schnäppchen für ein neues Team, weil das bisherige ihnen noch das Gehalt aus dem alten Vertrag zahlen muss – mehr dazu weiter unten in diesem Artikel.

    Außerdem ist man auch dann ein Free Agent, wenn man einmal für die Draft qualifiziert war (und es nach wie vor wäre, also z. B. kein Collegestudium aufgenommen hat) und nicht gedraftet wurde. Angesichts von jährlich 40 Draftrunden kommt es in der MLB selten vor, dass sich ein ungedrafteter Spieler zum Star entwickelt, viel seltener jedenfalls als beispielsweise in der NFL mit nur sieben Draftrunden. Aber es gibt solche Fälle, allen voran Hall-of-Fame-Closer Bruce Sutter und die Outfielder Bobby Bonilla und Larry Walker.

    Der Waiver-Claim
    Wenn ein Spieler auf dem Waiver landet – auch dazu später mehr -, dann kann jedes Team seinen Anspruch auf den Spieler anmelden, einen sogenannten Waiver-Claim. Wenn es mehrere Claims für einen Spieler gibt, so wird der Claim des Teams mit der aktuell schlechtesten Bilanz bevorzugt (im ersten Monat der Saison geht es nach der Bilanz des Vorjahres). Nach einem erfolgreichen Claim durch ein anderes Team hat das aktuelle Team des Spielers drei Möglichkeiten, wie es damit umgeht:

  • Es kann sich innerhalb von zwei Werktagen mit dem anfordernden Team auf einen Trade einigen.
  • Es kann den Waiver-Move zurückziehen, das heißt der Spieler bleibt im Kader und alles ist wie vorher.
  • Es kann entscheiden, gar nichts zu tun. In dem Fall darf das andere Team den Spieler in seinen Kader aufnehmen. Das neue Team bezahlt dem bisherigen eine Gebühr von 50.000 Dollar und übernimmt den bestehenden Vertrag des Spielers.
  • Die internationale Free Agency
    Für internationale Spieler – also alle von außerhalb den USA, Kanada oder den US-Territorien – gelten beim Einstieg in die MLB oder die Minor Leagues spezielle Regeln. Diese Spieler werden nicht gedraftet, sondern verhandeln direkt mit den MLB-Klubs. Die Art und das finanzielle Volumen des Vertrages, den man mit einem internationalen Spieler abschließen darf, hängen von dessen Alter und Erfahrung ab. Wenn ein Spieler mindestens 25 Jahre alt ist und mindestens sechs Jahre lang in einer professionellen Liga gespielt hat – als solche gelten beispielsweise die in Kuba, Korea und Japan -, dann gilt er als Free Agent und die Teams unterliegen bei der Vertragsgestaltung keinen besonderen Einschränkungen.

    Das internationale Prospect-Signing
    Für alle Spieler, die nicht die genannten Voraussetzungen erfüllen, gilt das System der internationalen Bonuspools. Ähnlich wie für die Verpflichtung von Draftpicks steht auch für die Verpflichtung von internationalen Rookies jedem Team eine bestimmte Summe zur Verfügung, die es insgesamt für solche Spieler ausgeben darf. Der Bonuspool liegt in der Regel bei 4,75 Millionen Dollar pro Jahr und kann sich aufgrund verschiedener Ausgleichsregelungen nach oben oder unten verändern. Aus diesem Pool können die Teams internationalen Prospects Zahlungen zur Vertragsunterschrift anbieten. Der Vertrag selbst ist zwangsläufig ein Minor-League-Vertrag – also im wesentlichen der gleiche Vertrag, den ein gedrafteter Rookie erhält: Man bekommt drei Jahre lang das Mindestgehalt und anschließend drei weitere Jahre lang eine über das Arbitration-Verfahren ausgehandelte Summe, bevor man als Free Agent einen „großen“ Vertrag anstreben kann.

    Dieses System für internationale Prospect-Verpflichtungen war in der aktuellen Offseason zweimal ein großes Thema. Der eine Fall war der Wechsel des japanischen Top-Talents Shohei Ohtani zu den Los Angeles Angels. Die Teams lieferten sich vorher ein Wettbieten, bei dem es aber systembedingt nicht um das Gehalt gehen konnte, sondern „nur“ um den zu zahlenden Signing-Bonus. Da mit den Kapazitäten der internationalen Bonuspools gehandelt werden darf, engagierten sich einige Teams – allen voran die Seattle Mariners – sehr stark, um den eigenen Bonuspool aufzurüsten und Ohtani ein besseres Angebot machen zu könnnen. Am Ende unterschrieb er bei den Angels für einen Signing-Bonus von 2,315 Millionen Dollar. Das ist eine Menge Geld, aber nur ein Bruchteil dessen, was Ohtani hätte verlangen können, wenn er bereits die Voraussetzungen eines internationalen Free Agents erfüllt hätte.

    Der zweite Fall war der aufgedeckte Betrug des früheren General Managers der Atlanta Braves, John Coppolella. Die Braves hatten unter seiner Regie systematisch die Bonuspool-Regeln umgangen, indem sie internationalen Prospect-Verpflichtungen versteckte Zahlungen zukommen ließen. Nachdem die Sache aufgeflogen war, mussten die Braves 13 Prospects aus den Verträgen entlassen und Coppolella wurde von der Liga lebenslang gesperrt.

    2. Wie man Spieler los wird

    Der Waiver
    Wenn man einen Spieler loswerden möchte, dann kann man ihn auf den Waiver setzen. Das ist eine Art Angebotsliste, auf der die anderen Klubs sich informieren können, welche Spieler unter bestimmten Bedingungen zu haben sind. Für Außenstehende ist der Inhalt des Waivers geheim, wenngleich die Informationen oft an die Medien durchsickern. Der Waiver existiert das ganze Jahr über, besondere Relevanz hat er aber zwischen dem 31. Juli und dem Ende der MLB-Saison, denn in dieser Phase ist der Waiver der einzige Weg, auf dem ein Spieler das Team wechseln kann.

    Für Spieler auf dem Waiver kann von jedem Team ein Waiver-Claim eingereicht werden wie weiter oben unter der entsprechenden Überschrift erläutert. Dort habe ich auch beschrieben, welche Möglichkeiten das bisherige Team hat, wenn ein Waiver-Claim eingereicht wird. Diese Möglichkeiten hat es pro Spieler und Jahr allerdings nur einmal. Das heißt wenn ein Spieler zum zweiten Mal im Jahr auf den Waiver gesetzt wird, dann kann er von einem berechtigten Team quasi zum Nulltarif aufgenommen werden, für das alte Team gibt es dann kein Zurück mehr.

    Wenn für einen Spieler auf dem Waiver innerhalb von drei Werktagen kein Claim eingeht (auf Englisch heißt das, er „cleared waivers“), dann kann er von seinem aktuellen Team in die Minor-League beordert, frei zu einem beliebigen anderen Team getradet oder schlichtweg entlassen werden.

    Versetzung in die Minor League
    Will man einen Spieler nicht unbedingt komplett loswerden, sondern nur eine Weile parken, damit er sich weiterentwickeln oder zu sich selbst finden kann, empfiehlt sich eine Versetzung in die Farm, also in eines der Minor-League-Teams der Franchise. Das geht sehr einfach, solange der Spieler sich in einem Optionsjahr befindet. Üblicherweise (ja, auch hier gibt es wieder Ausnahmen, die zu weit führen würden) hat ein Spieler, der im 40-Mann-Kader – also dem erweiterten MLB-Kader – seines Teams steht, drei solcher Optionsjahre. Ein Optionsjahr gilt als verbraucht, sobald der Spieler in dem Jahr 20 oder mehr Tage in den Minor Leagues verbracht hat.

    Über einen Spieler, der die Optionsjahre hinter sich hat, sagt man, er sei „out of options“. Diese gängige Formulierung führt häufig zu dem Missverständnis, dass es eine begrenzte Anzahl möglicher Versetzungen zwischen Major- und Minor-Leagues gibt. Das ist aber nicht so, innerhalb der Optionsjahre kann ein Spieler beliebig oft hin und her beordert werden. Nach dem Aufbrauchen der Optionsjahre ist die Sache nicht mehr ganz so einfach: Um einen MLB-Spieler außerhalb der Optionsjahre in die Minor League zu schicken, muss dieser zunächst auf den Waiver gesetzt werden, man riskiert also den Spieler zu verlieren. Erst wenn er den Waiver ungeclaimt „gecleart“ hat, kann man ihn, auch gegen seinen Willen, in die Minor League versetzen; dieses Vorgehen ist nur einmal in der Karriere eines Spielers zulässig.

    Noch schwieriger wird es, wenn ein Spieler bereits fünf Jahre MLB-Erfahrung besitzt und/oder schon einmal gegen seinen Willen versetzt wurde. In diesem Fall ist eine Versetzung in die Minor Leagues nur mit seiner ausdrücklichen Zustimmung (Veteran’s Consent) möglich. Verweigert er die Zustimmung, muss das Team ihn entweder im MLB-Roster behalten oder entlassen – mit allen Konsequenzen, die weiter unten unter „Der Release“ beschrieben sind.

    Designation for Assignment 
    Oft liest man, dass ein Spieler „DFA’d“ wird. Die Abkürzung steht für „Designation for Assignment“ und bedeutet eine Art Zwischenstatus: Der Spieler wird unmittelbar aus dem 40-Mann-Kader gestrichen, das Team hat aber noch zehn Tage Zeit zu entscheiden, was genau es mit ihm anstellen wird. Es gibt dafür folgende Möglichkeiten:

  • Das Team kann den Spieler innerhalb der zehn Tage zurück in den 40-Mann-Kader holen.
  • Es kann ihn auf den Waiver setzen (siehe oben).
  • Es kann ihn traden (siehe unten).
  • Es kann ihn releasen, nachdem er den Waiver durchlaufen hat (siehe unten).
  • Es kann ihn in die Minor League schicken, nachdem er den Waiver durchlaufen hat (sofern er nicht unter die oben genannten Einschränkungen fällt).
  • Der Release
    Wenn alle Versuche, einen Spieler auf andere Art loszuwerden, gescheitert sind, kann man ihn auch einfach entlassen. Das Problem dabei ist, dass man dann als Team auf dem vollen Gehalt für die volle Restlaufzeit des Vertrages sitzen bleibt. Wenn ein anderes Team den Spieler aufnimmt, dann wird es ihm in aller Regel nur das Mindestgehalt zahlen und der Spieler wird damit einverstanden sein – denn das alte Team muss in jedem Fall die Differenz zu dem Vertrag zahlen, aus dem es ihn entlassen hat. Wenn sich zum Beispiel der von Atlanta entlassene 1B Adrian Gonzalez in Kürze für ein neues Team entscheidet, dann wird dieses ihm für die Saison 2018 genau 545.000 Dollar zahlen – und die Braves zahlend den Rest der 21,5 Millionen, die ihm aus seinem alten Vertrag noch zustehen.

    3. Wie man Spieler los wird und welche bekommt

    Der Trade
    Die Franchises der MLB sind jederzeit berechtigt, untereinander Spieler gegen andere Spieler zu tauschen. Logischerweise können nur Spieler getradet werden, die aktuell unter Vertrag stehen. Zudem wechseln oft im Zuge eines Trades auch Geldsummen oder Bonuspool-Kapazitäten (siehe „Das internationale Prospect-Signing“) den Besitzer. Draftpicks dürfen – mit Ausnahme bestimmter Ausgleichspicks – nicht getradet werden.

    Eine Einschränkung für Trades besteht in den sogenannten Trade-Deadlines. Die erste Deadline ist der 31. Juli. Vom Ende der vorherigen World Series bis zu diesem Tag genießen die Teams größtmögliche Freiheit bei ihren Trades. Nach der „Non-Waiver-Deadline“ am 31. Juli sind Trades nur möglich, wenn alle betroffenen Spieler vorher den Waiver passiert haben oder ohnehin nicht im 40-Mann-Kader ihres Teams stehen. Die zweite Deadline ist die „Waiver-Deadline“ am 31. August. Trades sind auch danach noch möglich, doch die in diesem Zeitraum erworbenen Spieler dürfen nicht in den Playoffs eingesetzt werden außer wenn sie einen verletzten Spieler ersetzen.

    In der Regel können Trades ohne Zustimmung der betroffenen Spieler durchgeführt werden. Das ist manchmal bedauerlich, aber andererseits verdienen die Spieler selbst auf dem Niveau des Mindestgehalts genug Geld, um Vergleiche mit einem Sklavenhandel als komplett dämlich dastehen zu lassen. In zwei Fällen ist die Zustimmung der Spieler zu einem Trade aber doch erforderlich: Zum einen, wenn sie seit mindestens zehn Jahren in der MLB spielen und mindestens fünf Jahre davon bei ihrem aktuellen Team verbracht haben; zum anderen, wenn sie beim Abschluss ihres aktuellen Vertrages eine No-Trade-Klausel vereinbart haben. Eine solche Klausel kann sich auf sämtliche denkbaren Trades beziehen, aber auch auf bestimmte Teams beschränkt sein – das ist letztlich reine Verhandlungssache.

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    Dezember 14th, 2017 by Silversurger

    Der Knoten in der MLB-Offseason ist geplatzt: Am Wochenende haben sich Giancarlo Stanton und Shohei Ohtani, die wichtigsten Wechselkandidaten des Jahres, für neue Teams entschieden. Gerade rechtzeitig vor den Winter Meetings der MLB, die diese Woche in Orlando stattfinden. Diese Meetings oder wohl eher die Lunch- und Kaffeepausen dazwischen sind traditionell eine Gelegenheit, zu der viele Trades und sonstige Transaktionen in die Wege geleitet oder zum Abschluss gebracht werden. In diesem Jahr ist bislang vor allem der Markt für Reliever sehr aktiv gewesen. Ein spannender Teil und zugleich der Abschluss der Winter Meetings ist die heute Nachmittag stattfindende Rule-5-Draft.

    Jubel und Sorgen um Ohtani
    Die Los Angeles Angels sind der Gewinner des großen Buhlens um den japanischen Star-Pitcher und -Outfielder Shohei Ohtani. Diese Nachricht kam etwas überraschend: Als Ohtani letzte Woche zunächst 23 Teams einschließlich den ehemals als Favoriten geltenden Yankees absagte, wurden ihm diverse Ziele zugeschrieben: Er wolle an die Westküste, hieß es, und zumindest dazu passt seine Wahl der Angels. Zu den anderen Kriterien, von denen man lesen durfte, passt sie allerdings weniger: Er wolle zu einem Team mit mittelgroßem Markt, das sind die Angels sicher nicht. Er wolle zu einer Franchise mit einer guten Farm, das behaupten von den Angels nicht viele – erst recht nicht nachdem sie gerade zwei von ihren ohnehin nicht zahlreichen Prospects nach Detroit geschickt haben als Gegenleistung für 2B Ian Kinsler. Und er wolle zu einem Team, in dem er der Star ist – dazu müsste er in Anaheim erst mal an Mike Trout vorbei kommen. Aber sei es wie es will, die Angels sind es geworden, es sei ihnen herzlich gegönnt und jetzt darf man gespannt sein, ob Ohtani dem Hype gerecht wird.

    Die jüngsten Meldungen sind leider nicht allzu ermutigend: Vorgestern wurde bekannt, dass Ohtani unter einem beschädigten ulnaren Seitenband im Wurfellenbogen leidet. Es handelt sich wohl vorerst nur um einen kleinen Riss, der ihn nicht zwingend beeinträchtigt. Aber für den Fall, dass das Band komplett durchreißen sollte, droht Ohtani die berüchtigte Tommy-John-Surgery und damit mindestens ein Jahr Pause.

    Ziemlich neueste Freunde 
    Auch Giancarlo Stanton hat eine neue Heimat gefunden und vermutlich auch einen neuen Freund: Mit Aaron Judge bildet er bei den New York Yankees zukünftig eine Mitte des Lineups, wie die MLB sie kaum jemals gesehen hat. 111 Homeruns haben die beiden 2017 zusammen geschlagen und es würde mich nicht wundern, wenn es demnächst noch mehr werden: erstens weil Judge dieses Jahr ein Rookie war und daher wohl noch Steigerungspotenzial hat; zweitens weil Stanton nun in einem deutlich hitterfreundlicheren Heimstadion spielt als bisher; drittens weil es für gegnerische Pitcher schwieriger wird, um einen der beiden herum zu pitchen, wenn danach direkt der andere an die Platte tritt.

    Die Yankees haben Stanton von den Marlins mehr oder weniger geschenkt bekommen: Sie schicken nach Miami zwei nachrangige Prospects sowie 2B Starlin Castro inklusive dessen als zu teuer geltenden Zweijahresvertrag. Derek Jeter, Yankees-Legende und jetzt Miteigentümer der Marlins, ist seinem alten Klub sogar noch in der Form entgegen gekommen, dass die Marlins 30 von den 295 Millionen Dollar übernehmen, die Stanton aus seinem Vertrag noch zustehen. Somit spielt Stanton gut ein Jahr lang kostenlos für die Yankees.

    Der Ausverkauf der Marlins geht weiter 
    Jeter und die Marlins meinen es ernst damit, sich von ihren Stars trennen und den Kader billiger machen zu wollen. Das beweist nicht nur der Stanton-Trade zu den Yankees, sondern auch der Trade von 2B/OF Dee Gordon zu den Seattle Mariners und der von OF Marcell Ozuna zu den St. Louis Cardinals. Für beide erhalten die Marlins eine Reihe von Prospects. Als nächstes könnte OF Christian Yelich auf dem Sprung sein, womit die Marlins ihr komplettes bisheriges Outfield und damit ihre größte Stärke los wären. Zudem sind sie wohl nicht abgeneigt, den frisch von den Yankees übernommenen 2B Starlin Castro direkt weiter zu traden.

    Cubs rüsten Pitching auf
    Die Chicago Cubs zählen zu den aktiveren Franchises der letzten Tage und ihre Aufmerksamkeit galt klar dem Pitching: Tyler Chatwood wurde für drei Jahre und 38 Millionen Dollar verpflichtet, um die Starting Rotation zu ergänzen – nicht zuletzt weil eine Weiterbeschäftigung von Jake Arrieta inzwischen als unwahrscheinlich gilt. Chatwood hatte bei den Rockies zuletzt eher unspektakuläre Zahlen (4.69 ERA) produziert, die aber stark durch den Einfluss des Ballparks in Colorado bestimmt waren. Eine weitere Investition in die Rotation haben die Cubs mit Drew Smyly getätigt, der einen Zweijahresvertrag erhält. Nützen wird er seinem neuen Team wohl erst 2019, denn Smyly hatte im Juni eine Tommy-John-Surgery und wird somit frühestens gegen Ende der Saison 2018 einsetzbar sein. Eine sofortige Verstärkung für den Bullpen dürfte Brandon Morrow sein. Der Reliever hatte ein starkes Jahr inklusive einer arbeitsreichen Postseason, in der er in allen 15 Spielen des letztendlichen Vizemeisters Los Angeles Dodgers aktiv war.  Die Cubs zahlen Morrow 21 Millionen für zwei Jahre und haben die Option auf ein drittes Jahr.

    Pineda zu den Twins
    Die Minnesota Twins haben mit dem Zweijahresvertrag für Starter Michael Pineda ein ähnliches Projekt gestartet wie die Cubs mit Drew Smyly. Pineda kommt ebenfalls frisch von einer Tommy-John-Surgery und wird mindestens einen Großteil der kommenden Saison verpassen.

    Tigers signen Fiers und Martin
    Auch die Detroit Tigers haben ein paar Free Agents an Land gezogen, wobei SP Mike Fiers und OF Leonys Martin nicht wirklich Spieler sind, die einer bestenfalls auf der Stelle tretenden Franchise entscheidend weiterhelfen dürften. Beide Verpflichtungen sind wohl eher Wetten darauf, dass nach einem enttäuschenden Jahr ein gewisser Rebound erfolgt und man sie zur Trade Deadline gewinnbringend – das heißt gegen ordentliche Prospects – eintauschen kann.

    Reliever heiß umworben 
    Besonders gefragt waren in der bisherigen Offseason Relief-Pitcher. Das bestätigt die Entwicklung der letzten zwei, drei Jahre, dass Reliever von den Teams als immer wichtiger eingestuft werden. Die Zeiten, in denen Einjahresverträge der Standard für Reliever waren, scheinen jedenfalls vorbei zu sein: Neben dem bereits erwähnten Brandon Morrow (Cubs) haben auch Luke Gregerson (Cardinals), Pat Neshek (Phillies), Bryan Shaw (Rockies), Tommy Hunter (Phillies), Jake McGee (Rockies), Anthony Swarzak (Mets), Juan Nicasio (Mariners), Joe Smith (Astros), Brandon Kintzler (Nationals) und Chris Martin (Texas Rangers) in den vergangenen paar Tagen allesamt Verträge über mehrere Jahre abgeschlossen.

    Machado ist zu haben
    Kaum dass das Thema Giancarlo Stanton abgeschlossen ist, drängt sich die nächste mögliche Trade-Geschichte um einen Star auf: Die Baltimore Orioles sind offenbar interessiert daran, 3B Manny Machado loszuwerden, solange sie noch etwas für ihn bekommen, bevor nach der kommenden Saison ohnehin sein Vertrag ausläuft. Machado wäre mit einem Trade wohl einverstanden, insbesondere weil er gern wieder auf seiner ursprünglichen Position als Shortstop spielen würde. Viel zu melden hat Machado bei einem Deal allerdings nicht, denn sein Vertrag enthält keine No-Trade-Klausel. Angeblich liegen bereits fünf Traadeangebote vor, als Favorit  gelten zurzeit die Cardinals. Auch die Yankees sollen Interesse bekundet haben. Es dürfte aber unwahrscheinlich sein, dass die Orioles einen Trade innerhalb der eigenen Division anstreben. Zumindest würden sie dann wohl einen höheren Preis verlangen als ihn die Yankees zu zahlen bereit sind.

    Rule-5-Draft heute
    Heute ab 15 Uhr mitteleuropäischer Zeit läuft die Rule-5-Draft der MLB. Der Zweck der Veranstaltung besteht darin, zu verhindern, dass MLB-Teams übermäßig Talente horten. Zur Auswahl stehen Spieler, die mit 18 oder 19 Jahren verpflichtet wurden, seit fünf bzw. vier Jahren unter Vertrag stehen und nicht Teil des 40-Spieler-Rosters ihrer Franchise sind. Diese Spieler können von anderen Franchises – in der Reihenfolge der normalen Draft, also vom schlechtesten bis zum besten Team der letzten Saison – angefordert werden. Im Gegenzug muss das neue Team dem alten 100.000 Dollar bezahlen und den Spieler die gesamte Saison über im 25-Spieler-Kader behalten. Tut es das nicht, hat das alte Team das Recht, den Spieler für 50.000 Dollar zurück zu kaufen. Interessant ist die Rule-5-Draft naturgemäß vor allem für Teams im Rebuilding, denen es nichts ausmacht, einen Rosterplatz mit jemandem zu besetzen, den ein anderes Team als noch nicht MLB-bereit eingestuft hat.

    Üblicherweise wechseln über die Rule-5-Draft zwischen 10 und 20 Spieler das Team. Die zur Wahl stehenden Spieler kommen mit mehr oder weniger großen Fragezeichen, denn schließlich werden die bisherigen Teams ihre Gründe haben, diese Spieler nicht durch Aufnahme in den 40-Spieler-Kader vor der Rule-5-Draft zu schützen. Als Kandidaten, die dieses Jahr gewählt werden könnten, gelten zum Beispiel P Mark Appel (#1-Pick der Astros 2013, enttäuschte bisher in den Minors), P Kohl Stewart (#4-Pick der Twins 2013, verletzungsanfällig) und (C/1B Max Pentecost #11-Pick der Blue Jays 2014, ebenfalls oft verletzt).

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