Juli 8th, 2019 by Silversurger

…die in der MLB noch nie passiert sind! Damit meine ich nicht das unfassbare Comeback, das Nordmeister Solingen Alligators in Spiel 5 des Viertelfinales gegen die Mannheim Tornados hingelegt hat. 7:0 waren die Tornados in der oberen Hälfte des ersten Innings vorangestürmt, 10:7 hatten sie noch zur Mitte des neunten Durchgangs geführt. Doch ein 3-Run-Homerun von Gerwuins Velazco brachte die Alligators in die Verlängerung, und im zehnten gelang durch ein RBI-Single von Lars Szameitpreuß der Walkoff-Sieg.

Ein solches Comeback sieht man nicht alle Tage, aber es ist auch nichts noch nie da Gewesenes. Zum Beispiel kassierten vor ziemlich genau 30 Jahren, am 8. Juni 1989, die Philadelphia Phillies in einem Spiel gegen die Pittsburgh Pirates im ersten Inning zehn Runs und gewannen am Ende 15:11 – was einem Fernsehkommentator einen ziemlich langen Fußmarsch bescherte.

Solingen trifft nun im Halbfinale auf Titelverteidiger Bonn Capitals. Auch bei den Capitals ging es im Viertelfinale dramatisch zu: Gegen die Regensburg Legionäre benötigten sie die volle Distanz von fünf Spielen und obwohl die Bonner in Spiel 5 zwischenzeitlich mit 6:0 vorne lagen, mussten sie am Ende froh sein, es mit 7:6 gerade so nach Hause zu schaukeln.

Die anderen beiden Halbfinalteilnehmer erledigten ihre Aufgaben souveräner: Die Heidenheim Heideköpfe gewannen mit 3:1 Siegen gegen die Paderborn Untouchables. Ihr Gegner im Halbfinale sind die Mainz Athletics, die gegen die Dohren Wild Farmers den einzigen Sweep der Runde vollbrachten. Nach zwei knappen Heimsiegen vom vorherigen Wochenende waren die Mainzer am Samstag in Dohren nicht zu bremsen. Die ersten fünf Batter des Spiels scorten allesamt und in fast jedem weiteren Inning bauten die A’s ihre Führung aus. Für die Wild Farmers muss sich der verregnete Nachmittag unendlich lang angefühlt haben, bis beim Stand von 20:0 nach sieben Innings die Mercy Rule griff.

Die Halbfinalserien beginnen am kommenden Wochenende mit Heimspielen der besser platzierten Teams: Mainz empfängt Heidenheim am Samstag um 16 Uhr und am Sonntag um 14 Uhr, Solingen und Bonn duellieren sich an beiden Tagen ab 14 Uhr.

Jetzt aber endlich zu dem Vorkommnis, das es in der MLB noch nie gegeben hat: In Wesseling musste ein Playdown-Spiel der Vermins gegen die Bremen Dockers abgebrochen werden, weil die Gäste nicht mehr genug Spieler zur Verfügung hatten. Vorausgegangen waren wilde Szenen, die zu mehreren Platzverweisen gegen Bremen und letztlich zur Zwangsniederlage führten. Den Regeln nach wird das Spiel 9:0 für die Vermins gewertet, obwohl diese zum Zeitpunkt des Spielabbruchs bereits 10:0 geführt hatten. Allein im dritten Inning hatte Wesseling sieben Runs gescort, übrigens ohne einen einzigen Hit zu erzielen: durch sechs Walks, etliche Wild Pitches und schließlich vier abgeworfene Batter hintereinander bei geladenen Bases.

Nachdem Wesseling bereits das erste Spiel des Doubleheaders 5:3 für sich entschieden hatte, stehen die Vermins und die Dockers in der Tabelle nun mit jeweils vier Siegen gleichauf. Eines der beiden Teams wird am Ende den direkten Abstiegsplatz belegen, das andere schafft es in die Relegationsrunde. Am 27. Juli treffen die beiden Kontrahenten erneut aufeinander und ich wünsche mir zwei Dinge: erstens, dass die Entscheidung tatsächlich in diesen direkten Duellen fällt und nicht in den jeweiligen Partien gegen Hamburg und Köln, für die die Abstiegsrunde nicht mehr als eine Reihe besserer Freundschaftsspiele ist; zweitens natürlich, dass es spannende und vor allem faire Baseballspiele ohne vergiftete Atmosphäre werden.

Der Vollständigkeit halber ein kurzer Blick in die Abstiegsrunde der Bundesliga Süd: Die Saarlouis Hornets haben bei den Haar Disciples einen überraschenden 17:7-Erfolg eingefahren. Der Rückstand der Hornets auf die Ulm Falcons und damit auf den Relegationsplatz – vier Siege und ein bereits verlorener direkter Vergleich – scheint jedoch immer noch uneinholbar. Genauso uneinholbar liegen Haar und die Stuttgart Reds vor den Falcons, sodass die Playdowns im Süden leider kaum Aufregendes zu bieten haben.

Posted in Baseball in Deutschland Tagged with: , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Juni 25th, 2019 by Silversurger

Das Playoff-Rennen der Baseball-Bundesliga war in beiden Ligateilen spannend bis zum allerletzten Nachholspiel.

In der Bundesliga Nord schien die Sache eigentlich klar: Die Dohren Wild Farmers hatten nach dem Ende der regulären Saison noch zweieinhalb Nachholspiele gegen die Cologne Cardinals zu absolvieren, von denen sie nur eines gewinnen mussten, um in die Playoffs einzuziehen. Das hörte sich nach einer reinen Formsache an, doch bekanntlich werden die Spiele gespielt, weil man vorher nicht weiß wie sie ausgehen. Jedenfalls schockte Köln die Wild Farmers mit starken Leistungen und gewann die beiden Heimspiele einmal knapp mit 5:4 und einmal deutlich mit 13:1. So durften sich die zum untätigen Beobachter verdammten Hamburg Stealers plötzlich wieder Hoffnung machen. Zum Glück für die Wild Farmers mussten sie im dritten Spiel des Wochenendes, dieses Mal zu Hause, nicht bei Null anfangen: Die Partie gegen die Cardinals war am ersten Spieltag der Saison beim Stand von 5:1 für Dohren nach fünf Innings abgebrochen worden. So genügten nun vier konzentrierte Innings, mit denen Starter J. P. Stevenson sein zwölf Wochen zuvor begonnenes Complete Game vollendete und den Viertelfinaleinzug der Wild Farmers perfekt machte.

Im Süden ging es zuletzt nur noch um die Setzliste, genauer gesagt um Platz drei oder vier für Heidenheim und Mannheim. Beide Teams mussten in ihren letzten Saisonspielen beim Südmeister Mainz Athletics antreten, beide holten sich Niederlagen ab. So blieb es am Ende dabei, dass die Heidenheim Heideköpfe von Rang drei in die Postseason einziehen und die Mannheim Tornados von Rang vier. Vorher lieferten sich die Tornados mit den Athletics aber noch eine furiose Partie: Mannheim ging zunächst 2:0 in Führung, später lag Mainz nach sechs Innings mit 6:2 und nach acht Innings mit 8:3 vorne. Im neunten Inning gelang den Tornados die Rallye zum 8:8 und im zehnten schienen sie das Spiel mit 9:8 endgültig gedreht zu haben. Doch sie konnten den Erfolg nicht festhalten und nach vier Walks und einem Error triumphierten am Ende doch die Mainzer mit 10:9. 

Im Viertelfinale an den beiden kommenden Wochenenden spielt nun Nord gegen Süd über Kreuz. Nordmeister Solingen Alligators ist gegen den Südvierten Mannheim Tornados ebenso klarer Favorit wie Südmeister Mainz Athletics gegen den Nordvierten Dohren Wild Farmers. Sehr spannend dürfte es hingegen zwischen den Paderborn Untouchables und den Heidenheim Heideköpfen sowie zwischen den Regensburg Legionären und Titelverteidiger Bonn Capitals werden. Die Viertelfinalserien werden im Modus Best-of-5 ausgetragen. Das heißt, es finden jeweils zwei Spiele an diesem Wochenende statt und dann noch ein bis drei Partien je Serie am 6. und 7. Juli, so lange bis ein Team drei Siege eingefahren hat und damit eine Runde weiter ist.

Gleichzeitig mit den Playoffs finden auch die Playdowns statt, also die Abstiegsrunden. Hier gibt es keine Vermischung der Ligen, der Norden und der Süden bleiben unter sich. Die Teams auf den Plätzen vier bis acht tragen jeweils eine weitere Hin- und Rückrunde untereinander aus. Am Ende steigt der Achtplatzierte jeder Liga direkt ab, während der Siebte in die Relegation muss, sofern sich genug aufstiegswillige Zweitligisten finden. Da in die Playdowns die bisher erzielten Ergebnisse mitgenommen werden, hält sich die Spannung für die meisten Teams in engen Grenzen: Die Hamburg Stealers (17-11) und die Cologne Cardinals (11-17) im Norden sowie die Haar Disciples (13-15) und die Stuttgart Reds (13-15) im Süden werden mit dem Abstieg nichts zu tun haben. Interessant ist allein die Frage, ob die Wesseling Vermins (2-26) die Bremen Dockers (4-24) und/oder die Saarlouis Hornets (2-26) die Ulm Falcons (5-23) noch einholen können.

Posted in Baseball in Deutschland Tagged with: , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Mai 23rd, 2017 by Silversurger

Die Hälfte der regulären Saison 2017 der Baseball-Bundesliga ist vorbei – mehr oder weniger jedenfalls, denn in der Nordgruppe ist das Tabellenbild noch etwas schief mit zehn bis vierzehn absolvierten Spielen je Team. Im Süden kann man derweil mit Fug und Recht von der Halbzeit sprechen, denn alle Teams haben vierzehn Spiele und damit exakt die Hälfte der angesetzten Partien hinter sich. Erfreulicherweise geht es in beiden Staffeln spannend zu – das Rennen um die Playoffplätze ist zumindest bis zum bevorstehenden Doppelspieltag noch offen und auch die zwischenzeitlichen Ausreißer Heidenheim Heideköpfe haben sich am vergangenen Wochenende als schlagbar erwiesen. Lediglich die Entscheidung, wer das Ende der Abschlusstabelle zieren wird, scheint sowohl im Süden wie auch im Norden leider bereits relativ sicher gefallen zu sein.

Bundesliga Nord
Erwartungsgemäß stehen die Bonn Capitals (8-2) und die Solingen Alligators (8-4) auch in diesem Jahr in der Bundesliga Nord ganz vorne. Die große Überraschung folgt aber gleich dahinter in Gestalt der Dohren Wild Farmers (6-4). Der Aufsteiger hat bislang gegen jeden Gegner mindestens einen Split geholt, auch gegen Bonn und am letzten Wochenende bereits zum zweiten Mal in dieser Saison gegen Solingen. Noch ist der Norden recht eng beisammen, neben den drei Genannten spielen Paderborn (6-4), Hamburg (4-6) und Dortmund (5-9) mit um die vier Playoffplätze. Abgeschlagen Letzter sind die Cologne Cardinals (1-9) mit nur einem Sieg und einem schweren Restprogramm.

Von den Statistiken* her sind die Bonn Capitals das beste Team im Norden, sowohl von der Bilanz als auch von den erzielten (72) und kassierten (12) Runs. Auch den besten qualifizierten Pitcher haben die Bonner mit Ex-Minor-Leaguer Markus Solbach (0.64 ERA) in ihren Reihen. Solbach ist zwar nach nur zwei Starts zumindest vorübergehend in die USA zurückgekehrt, was aber den Bonnern bisher nicht allzu weh tat, denn von den anderen fünf eingesetzten Pitchern der Capitals hat kein einziger einen ERA über 2. Die beiden besten Batter bieten die Dohren Wild Farmers auf: Caleb Fenimore (.517/.625/.966, OPS 1.591) und Edvards Matusevicius (.436/.489/.795, OPS 1.284) sind – neben starkem Pitching von Jared Ney (1.6 ERA) – die Garanten, dass die Aufsteiger bislang so gut in der höchsten deutschen Spielklasse mithalten.

Über das anstehende verlängerte Wochenende absolvieren die meisten Teams einen Doppelspieltag, nur Dortmund muss tatenlos zusehen. Sollte Dohren drei oder gar alle vier Spiele gegen Hamburg gewinnen, so dürfte die Playoff-Teilnahme der Wild Farmers so gut wie feststehen. Je nachdem, wie sich gleichzeitig Solingen und Paderborn in ihrer Vier-Spiele-Serie voneinander trennen, kann bis Sonntagabend auch zwischen diesen beiden schon eine Vorentscheidung über die Playoffs fallen.

Bundesliga Süd
Im Süden waren bislang die Heidenheim Heideköpfe (12-2) sehr dominant, dem 12-0-Start in die Saison folgten nun aber gegen die Haar Disciples (9-4) sowohl zu Hause als auch auswärts die ersten Niederlagen. Hinter Heidenheim sind Titelverteidiger Mainz Athletics (10-4), die gegenüber letztem Jahr stark aufgerüsteten Mannheim Tornados (9-4) sowie nun auch Haar recht eng beisammen, sodass sich schon eine Favoritengruppe auf die Playoffs herausgebildet hat. Die große Überraschung im Süden ist, dass in dieser Favoritengruppe zur Saison-Halbzeit die Regensburg Legionäre (6-8) nicht dabei sind. Nach vier Niederlagen zum Saisonstart hatten sich die Legionäre zwischenzeitlich etwas berappelt auf 6-4 – wobei vier der sechs Siege Pflichtübungen gegen Bad Homburg und Saarlouis waren –, aber zuletzt verloren sie wieder je zweimal gegen Mainz und Mannheim und stehen somit gemeinsam mit den Stuttgart Reds (6-8) nur im unteren Mittelfeld der Tabelle. Ganz unten stehen die beiden leider nicht konkurrenzfähigen Hornets aus Saarlouis und Bad Homburg, von denen sich der Aufsteiger aus dem Saarland gerade mit einem Heimsweep über die Hessen wohl die Vorentscheidung im Kampf gegen den letzten Platz gesichert hat.

Die Heidenheim Heideköpfe dominieren den Süden auch statistisch, weisen sowohl die meisten erzielten (119) als auch die wenigsten zugelassenen (40) Runs auf. Die herausragendsten Einzelspieler der bisherigen Saison im Süden spielen aber bei anderen Teams: Die aktuell größte Attraktion der Liga ist Pitcher Ryan Bollinger von den Haar Disciples, der in 7 Spielen unglaubliche 57.0 Innings gepitcht und dabei einen noch unglaublicheren ERA von 0.32 erworfen hat. In der Offensive überragt der Mainzer Spielertrainer Max Boldt (.442/.523/.923) mit seinem OPS von 1.446 alle anderen, gefolgt von Stuttgarts Drake Zarate (.488/.571/.805) mit 1.376.

Auch im Süden wird über das Himmelfahrt-Wochenende ein Doppelspieltag absolviert. Mainz und Mannheim haben mit Bad Homburg und Saarlouis voraussichtlich lösbare Aufgaben vor sich. Hingegen ist in den Derbys zwischen Stuttgart und Heidenheim sowie zwischen Regensburg und Haar Hochspannung angesagt, denn Stuttgart und Regensburg stehen im Kampf um die Playoffs bereits mit dem Rücken zur Wand.

 

*Alle erwähnten Statistiken stammen von GameChanger, einer übrigens auch für ihre Liveticker zu allen Bundesligaspielen sehr zu empfehlenden Seite. Noch umfangreicher und übersichtlicher, aber leider nicht immer auf dem aktuellsten Stand, ist die Statistikseite des DBV.

Posted in Baseball in Deutschland Tagged with: , , , , , , , , , , , , , , ,

April 9th, 2017 by Silversurger

Seit gut einer Woche fliegt nicht nur in der MLB, sondern auch in der Baseball-Bundesliga wieder der Ball und obwohl erst wenige Spiele absolviert sind, gab es schon ein paar regelrecht historische Highlights zu bestaunen.

Die Saarlouis Hornets starteten letzte Woche in ihre erste Bundesligasaison nach dem Aufstieg nicht nur mit einem 10:3-Erfolg in Bad Homburg. Sie ließen auch ein schier unglaubliches erstes Inning im zweiten Spiel des Doubleheaders folgen, in dem sie mit 12:0 in Führung gingen. Das allein wäre schon eine Meldung wert – aus der Bundesliga habe ich zwar keine historischen Zahlen parat, doch als am Samstag in der MLB den Phillies ebenfalls zwölf Runs im ersten Inning gelangen, war es das erste Mal in deren 134-jähriger Teamgeschichte und ligaweit das erste Mal seit sechs Jahren, dass das einem Team gelang. Noch viel verblüffender war an dem Spiel in Bad Homburg aber der weitere Verlauf, denn die Gastgeber gaben sich keineswegs auf, scorten immer wieder Runs und drehten bei zwei Outs im neunten Inning die Partie mit einem 2-Run-Walkoff-Single zum 17:16. Wahnsinn.

Nur eine knappe Woche später, am vergangenen Freitag, wurde ich Zeuge eines weiteren unglaublichen Comebacks. Der amtierende Meister Mainz Athletics war bei den Mannheim Tornados zu Gast und dominierte das Spiel mit dem glänzenden Starter Tim Stahlmann und einer schlagfreudigen Offense achteinhalb Innings lang quasi nach Belieben. Als im neunten Inning Marcel Schulz einen Grand Slam zum 10:0 für die A’s schlug, machten sich viele Mannheimer Zuschauer schon auf den Heimweg. Zu früh, wie sich herausstellte: Stahlmann bekam im unteren neunten Inning erstmals Probleme und musste nach 110 Pitches mit geladenen Bases die Segel streichen. Der 18-jährige Reliever Yannick Wildenhain ließ mit seinem ersten Wurf per Wild Pitch den ersten Run der Tornados zu, die sich ab diesem Moment in einen regelrechten Rausch spielten und Wildenhain sowie dessen Nachfolger auf dem Mound, Ben Briggs, eine Horrorshow bereiteten, nach der es plötzlich 10:10 stand. Briggs und die restlichen A’s überstanden dann zwar das Inning und noch ein weiteres, waren aber stehend K. O. und als Mannheim im elften Durchgang der Walkoff gelang, waren wohl alle Beteiligten froh, dass es endlich vorbei war.

Als Fan der Athletics muss ich sagen, dass es das frustrierendste Baseballspiel war, das ich je gesehen habe. Aber auf der anderen Seite sind solche Spiele ein Markenzeichen und auch eine Webung für diesen Sport, bei dem es eben keine 85. Minute gibt, in der klar ist, dass fünf Tore zeitlich gar nicht mehr machbar sind, sondern bei dem bis zum letzten Out im letzten Inning immer alles möglich ist. Hier gibt es übrigens einen kurzen Videobericht des SWR über das Spiel.

Apropos alles möglich: Neben den beiden erwähnten Partien ist in der Bundesliga Süd vor allem der schwache Start der Regensburg Legionäre erwähnenswert. Die ersten drei Spiele wurden gegen Mannheim (5:15, 1:11) und gegen Heidenheim (3:18) allesamt vorzeitig per Gnadenregel verloren, das vierte ebenfalls deutlich mit 0:6 gegen Heidenheim. Solche Ergebnisse ist man nicht gewohnt von den Legionären, die auf Grundlage ihrer starken Infrastruktur eigentlich immer vorne mitspielen. Dieses Jahr haben sie ein recht junges Team am Start, das vielleicht noch etwas reifen muss, zudem warten die Legionäre noch auf zwei amerikanische Verstärkungen, die verspätet zum Team stoßen werden. Nicht übersehen sollte man, dass die bisherigen Niederlagen allesamt gegen Teams kassiert wurden, die zum Favoritenkreis der Liga zählen. Ernsthafte Sorgen müsste man sich wohl machen, wenn Regensburg auch nach den anstehenden Spielen in Bad Homburg noch Letzter sein sollte.

In der Nordstaffel der Bundesliga wurden bislang noch nicht so viele Spiele absolviert wie im Süden und es gab auch keine ganz so spektakulären Ergebnisse. Erwähnenswert ist der starke Start des Aufsteigers Dohren Wild Farmes mit 3-1 Siegen, darunter einer bei den Solingen Alligators. Noch kein Spiel hatten bisher die Paderborn Untouchables. Sie sorgten dafür mit einem Trainerwechsel in letzter Minute für Aufsehen: Stefan Fechtig wurde am Donnerstag mit sofortiger Wirkung gegen Jendrick Speer ersetzt. Man wolle neue Strukturen aufbauen und Impulse setzen. Das klingt einerseits nachvollziehbar, andererseits aber doch etwas seltsam angesichts des Zeitpunkts.

Posted in Baseball in Deutschland Tagged with: , , , , , , , ,