November 8th, 2018 by Dominik

Ab heute erscheint der Grand Slam am Donnerstag wieder in seiner Offseason-Form. Bis es im April wieder um Spiele, Ergebnisse und Tabellen geht, werde ich an dieser Stelle aktuelle Stories anreißen, die ich aus Zeitgründen nicht in einem ausführlichen Artikel verarbeiten kann, aber zumindest mal erwähnt haben möchte. Außerdem möchte ich noch ein letztes Mal die Werbetrommel für mein Offseason-Wunschkonzert rühren. Es ist schon eine ganze Reihe von Anregungen eingegangen, womit Baseblog.de sich in den nächsten Monaten beschäftigen soll, aber ich freue mich nach wie vor über jede weitere.

Die Gold Gloves sind vergeben
Als erste Einzelspielerauszeichnungen für die vergangene Saison wurden die Gold Glove Awards für herausragende Defensivleistungen vergeben. 19 Preisträger gibt es: je einen auf jeder Feldposition in der National League und in der American League – nur für die First Basemen der NL gab es zwei, da die Abstimmung mit einem Unentschieden zwischen Freddie Freeman (Braves) und Anthony Rizzo (Cubs) endete. Besonders hervorzuheben ist C Yadier Molina (Cardinals), der schon den neunten Gold Glove seiner Karriere abräumte. 3B Nolan Arenado (Rockies) hält derzeit die längste Serie, indem er im sechsten Jahr seiner Karriere zum sechsten Mal die Ehrung erhalten hat. Hier gibt es die komplette Übersicht über die Gold Glove Awards des Jahres 2018.

Billy Beane ist Executive of the Year
Zum ersten Mal überhaupt vergab die MLB in dieser Woche den Titel des „Executive of the Year“, also des Funktionärs des Jahres. Anders als die meisten anderen Awards wird dieser Preis nicht getrennt nach Ligen verteilt, sondern für die MLB insgesamt. Sein erster Träger ist Billy Beane, Vizepräsident der Oakland Athletics. Beane hat es mal wieder geschafft, mit wenig Geld ein Team zusammenzustellen, das eine überraschend starke Saison spielte und mit 97 Siegen in die Playoffs einzog – ganz so, wie man es von Beane kennt und erwartet, wenn man den Film „Moneyball“ gesehen hat.

Weitere Awards folgen nächste Woche
Im Laufe der nächsten Woche von Montag bis Donnerstag werden die weiteren individuellen Awards für die abgelaufene Spielzeit bekannt gegeben. Die Finalisten für die Auszeichnungen wurden vor einigen Tagen veröffentlicht. Meine persönliche Einschätzung hatte ich Ende August bereits abgegeben und jetzt bin ich gespannt, ob ich wenigstens mit ein paar meiner Einschätzungen richtig liege, nachdem drei meiner Favoriten es gar nicht ins Finale geschafft haben.

Dodgers verlieren GM Zaidi an die Giants
Farhan Zaidi wechselt zwischen zwei Erzrivalen die Seiten: Der bisherige General Manager der Los Angeles Dodgers erhält bei den San Francisco Giants den Posten des „President of Baseball Operations“. Die Job-Bezeichnungen in der MLB sind leider immer etwas erklärungsbedürftig: Für Zaidi ist das der Aufstieg in die höchste Position eines Front Offices, das heißt er ist nun der Hauptentscheider, wenn es um Trades, Spielerverträge etc. geht. In manchen Klubs ist das der General Manager, aber sowohl bei den Giants als auch bei den Dodgers gibt es darüber noch eben jenen Präsidentenposten. In Los Angeles hat Andrew Friedman diese Stelle inne und muss sich nun einen neuen leitenden Angestellten suchen.

Woodward ist neuer Rangers-Manager
Neben Zaidi müssen die Dodgers auch ihren bisherigen Third Base Coach Chris Woodward ersetzen. Woodward hat das Angebot der Texas Rangers angenommen, bei ihnen Manager zu werden, also quasi Chefcoach. Woodward wurde nach langwieriger Suche aus mindestens elf Kandidaten ausgewählt und wird für seine analytische Herangehensweise gerühmt. In Los Angeles arbeitete er neben der Aufgabe als Basecoach hauptsächlich mit dem Infield und dirigierte die defensiven Shifts. Vor seiner vor fünf Jahren in Seattle begonnenen Coaching-Karriere hatte Woodward eine zwölf Jahre lange MLB-Karriere als Utility-Infielder.

Roberts und Kershaw bleiben
Neben den schmerzhaften Abgängen von Zaidi und Woodward haben die Dodgers auch zwei wichtige Vertragsverlängerungen zu vermelden: Ihr Pitcher-Ass Clayton Kershaw hat erfolgreich mit seiner Option gepokert, aus dem noch zwei Jahre laufenden Vertrag aussteigen zu können. Man einigte sich schließlich auf eine neue dreijährige Laufzeit, für die Kershaw 93 Millionen Dollar erhält und sich noch etwas dazu verdienen kann: Je eine Zusatzmillion gibt es jährlich für den 24., 26., 28. und 30. Start sowie weitere Boni für einen der ersten drei Plätze im Cy-Young-Voting. Von so viel Geld kann Dave Roberts als Manager nur träumen, doch auch er wird bleiben: Trotz Kritik, die während der World Series aufgekommen war, zogen die Dodgers zunächst die Vertragsoption für ein weiteres Jahr zum Preis von 1,1 Millionen. Eine Einigung auf einen neuen, längerfristigen Vertrag steht offenbar kurz bevor.

Qualifying Offers für sieben Spieler
Sieben Spieler mit auslaufendem Vertrag haben von ihrem Team ein sogenanntes Qualifying Offer erhalten, das ihnen einen ligaweit einheitlichen Betrag von 17,9 Millionen Dollar für ein weiteres Jahr beim bisherigen Arbeitgeber zusichert. Bryce Harper, Dallas Keuchel, Patrick Corbin, A. J. Pollock, Yasmani Grandal, Hyun-Jin Ryu und Craig Kimbrel haben nun bis Montag nächster Woche Zeit, das Angebot anzunehmen. Lehnen sie es ab und unterschreiben woanders, erhält das bisherige Team einen hohen Draftpick als Kompensation. Die meisten der Spieler, vielleicht auch alle, werden das Angebot ablehnen; am ehesten könnte ich mir bei Grandal und Ryu vorstellen, dass sie es annehmen. Alle sieben Empfänger der Qualifying Offers stehen übrigens in meiner Liste der Top-20 Free Agents dieser Offseason. Dort stehen auch Charlie Morton und Michael Brantley, deren Teams sich aber gegen das Qualifying Offer entschieden haben.

Cubs: Smyly geht, Hamels bleibt
Die Chicago Cubs haben die Verlängerungsoption im Vertrag von Pitcher Cole Hamels gezogen. Der 34-Jährige kostet sie 20 Millionen Dollar für die Saison 2019. Um einen Teil des Geldes wieder reinzuholen, wurde Pitcher Drew Smyly zu den Texas Rangers getradet. Smyly verdient 2019 sieben Millionen und hat dieses Jahr gar nicht gespielt, nachdem er sich 2017 einer Tommy-John-Surgery unterziehen musste. Die Rangers kaufen somit ein bisschen die Katze im Sack, aber die Aufnahme von Smyly war für sie dennoch attraktiv. Denn hätten die Cubs andernfalls gesagt, dass sie sich Hamels nicht leisten können, so hätten die Rangers wegen einer alten Vereinbarung mit Hamels sechs Millionen als Entschädigung für die nicht gezogene Option an ihn bezahlen müssen – ohne Gegenleistung, versteht sich.

Sabathia hängt ein Jahr dran
Pitcher-Oldie CC Sabathia bleibt der Liga noch ein Jahr lang erhalten: Der 38-Jährige hat sich mit den New York Yankees auf einen Einjahresvertrag über acht Millionen Dollar geeinigt. Gleichzeitig gab er bekannt, dass die kommende Saison – seine neunzehnte in der MLB – die letzte seiner Karriere sein wird.

McCullers fällt lange aus
Hiobsbotschaft für die Houston Astros: SP Lance McCullers Jr. musste sich diese Woche einer Tommy-John-Surgery unterziehen. Er wird damit für die gesamte Saison 2019 ausfallen. Dass die Operation nötig wird, war McCullers offenbar seit August bewusst und es ist nun klar, warum der eigentliche Starter in den letzten zwei Monaten der Saison nur noch für einzelne Relief-Innings zum Einsatz kam. Der Pitcherriege der Astros könnte ein größerer Umbruch bevorstehen, denn Dallas Keuchel und Charlie Morton sind Free Agents und nach McCullers‘ Verletzung sind von einer der Top-Rotationen der letzten Jahre nun nur noch Justin Verlander und Gerrit Cole übrig.

Rays holen Zunino und kubanisches Talent 
Der erste nennenswerte Trade der aktuellen Offseason geht – wie könnte es anders sein – auf das Konto des hyperaktiven GM der Seattle Mariners, Jerry Dipoto. Sein Handelspartner sind in dem Fall die Tampa Bay Rays, die von den Mariners Catcher Mike Zunino und Outfielder Guillermo Heredia erhalten und dafür Outfielder Mallex Smith nach Seattle schicken. Auf beiden Seiten ist voraussichtlich noch ein Minor-League-Spieler in den Trade involviert. Kernstück des Trades ist Zunino, ein defensiv anerkannt starker Catcher mit eher unkonstanter Offense. Mallex Smith wird gespannt sein, ob und wie lange er dieses Mal tatsächlich bei den Mariners landet. Vor knapp zwei Jahren hatte Dipoto ihn nämlich schon einmal von den Atlanta Braves ertradet, nur um ihn 77 Minuten später in einem erneuten Trade nach Tampa Bay weiterzureichen.

Einen weiteren signifikanten Move haben die Rays mit Blick auf die noch etwas fernere Zukunft unternommen: Gegen eine Bonuszahlung von 2,6 Millionen Dollar wurde das kubanische Talent Sandy Gaston unter Vertrag genommen. Der 16-jährige Pitcher wirft einen bereits bis zu 97 Meilen schnellen Fastball und wurde von MLB Pipeline auf Platz 16 unter den internationalen Top-Prospects geführt.

MLB-All-Stars auf Tour in Japan
Eine Gruppe von MLB-Spielern – die Bezeichnung als All-Star-Team ist vielleicht ein bisschen hochgegriffen, aber ein paar echte Hochkaräter sind durchaus dabei – spielt ab morgen eine Reihe von sechs Spielen gegen die japanische Nationalmannschaft. Wer vormittags die Gelegenheit hat und hungrig nach Live-Baseball ist, kann über DAZN im MLB-Network die Spiele sehen. Auf mlb.tv werden sie wohl leider nicht ausgestrahlt. Die Partien beginnen jeweils zwischen 10 und 11 Uhr unserer Zeit. Hier findet ihr Übersichten über die konkreten Spieltermine und über die Kader der Teams. Zur Einstimmung gab es heute schon ein Freundschaftsspiel gegen die Yomiuri Giants, das das MLB-Team 9:6 gewann. Danke an Ralf für den Hinweis auf die Serie und die Live-Übertragung!

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Dezember 21st, 2017 by Dominik

Kurz vor Weihnachten zeigen sich viele Front Offices rührig, um ihre Teams und deren Fans mit der einen oder anderen Weichenstellung für die kommende Saison zu bescheren – und natürlich, um sich selbst ein bisschen Ruhe über die Feiertage zu sichern, denn erfahrungsgemäß ist dies der Zeitpunkt, an dem die Beatwriter und Analysten unruhig werden, wenn ihr Team in der Offseason noch keine oder nur wenige Erfolge vermelden konnte. Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit standen diese Woche zwei interessante Trades. Zudem hat sich einiges auf dem Free-Agent-Markt getan, besonders in Bezug auf First Basemen.

Braves und Dodgers traden, um zu sparen
Outfielder Matt Kamp kehrt von den Atlanta Braves zurück zu den Los Angeles Dodgers, für die er schon von 2006 bis 2014 gespielt hatte. Im Gegenzug schicken die Dodgers 1B Adrian Gonzalez, SP Scott Kazmir, SP Brandon McCarthy, Infielder Charlie Culberson und zusätzlich Geld nach Los Angeles. Das Bemerkenswerte an diesem Trade ist, dass er – außer Ergänzungsspieler Culberson – auf beiden Seiten lauter Spieler umfasst, die dank alter Verträge deutlich mehr Geld verdienen als sie zuletzt durch Leistung rechtfertigen konnten. Beide Teams haben mit dem Deal ihre Payrollsituation verbessert, die Dodgers für dieses und die Braves für nächstes Jahr. Die Spieler, die die Braves erhalten haben, kosten für 2018 rund 52 Millionen Dollar. Das ist ein Haufen Geld, tut den Braves aber nicht allzu weh, weil sie 2018 keine großen Pläne haben und lieber in diesem Jahr überbezahlen als im Jahr darauf – und dann sind die betreffenden Spieler alle Free Agents. Adrian Gonzalez wurde von den Braves von vornherein als so nutzlos abgestempelt, dass sie ihn direkt nach dem Trade entlassen haben – seine 22,375 Millionen zahlen sie ihm trotzdem und nun kann er sich ein Team suchen, das ihn für ein Minimalgehalt spielen lässt.

Matt Kemp hingegen hat noch zwei Jahre Vertrag und erhält dafür 43,5 Millionen Dollar. Als Spieler wird er den Dodgers nicht viel weiterhelfen, aber es hilft ihnen deutlich, dass sie die Gehälter der anderen los sind und Kemps Gehalt sich auf 2018 und 2019 verteilt. Auf diese Weise halten sie die Payroll für 2018 niedriger und müssen weniger oder sogar gar keine Strafabgabe an die Liga bezahlen. Wenn sie um die Luxussteuer ganz herum kommen, zahlt es sich für sie besonders aus, denn diese steigt deutlich an, wenn man mehrere Jahre in Folge über der festgelegten Schwelle liegt. Die Dodgers lagen zuletzt zwei Jahre hintereinander darüber.

Rays senden Longoria nach San Francisco
Der zweite große Trade der Woche hat deutlich mehr mit sportlichen Ambitionen zu tun als der erste: Die San Francisco Giants füllen eine klaffende Lücke in ihrem Lineup, indem sie 3B Evan Longoria von den Tampa Bay Rays holen. Damit signalisieren die Giants deutlich, dass sie die enttäuschende Saison 2017 schnell hinter sich lassen und schon nächstes Jahr wieder wettbewerbsfähig sein wollen. Die Rays lassen nach zehn Jahren, die Longoria für sie spielte, das Gesicht ihrer Franchise ziehen. Im Gegenzug für den 32-Jährigen erhalten sie Outfielder Denard Span, Infield-Prospect Christian Arroyo und zwei Minor-League-Pitcher. Die Kernkomponente auf dieser Seite des Trades ist Arroyo, der als herausragendes Talent gilt und den Deal zu einem klassischen Tausch macht zwischen einem Team, das kurzfristige Erfolge sucht (den Giants), und einem, dass beim Aufbau seines Kaders noch ein paar Jahre Zeit hat (den Rays).

Der Markt für die erste Base lichtet sich 
Oft fallen die Free Agents auf bestimmten Positionen wie Dominosteine, sobald einer den Anfang macht. In der Vorwoche kamen vor allem die Relief Pitcher in den Genuss, dass fast jedes Team sich einen von ihnen sichern wollte. Diese Woche waren die First Basemen an der Reihe. Den größten Paukenschlag landeten die Philadelphia Phillies, die sich für 60 Millionen Dollar für drei Jahre die Dienste von Carlos Santana sicherten. Dieser Move kam äußerst überraschend, denn erstens lässt er sich kaum mit dem laufenden Rebuilding-Projekt der Phillies in Einklang bringen und zum anderen wirft er die Frage auf, wo die Phillies mit ihrem jungen und vielversprechenden 1B Rhys Hoskins hin wollen. Wenn mir DEN Sinn dieser Verpflichtung jemand erklären kann: Ich bin ganz Ohr.

Die Cleveland Indians, Santanas bisheriger Club, haben direkt einen Nachfolger geholt und für zwei Jahre Yonder Alonso (bisher Athletics) verpflichtet. 1B Matt Adams ist unterdessen mit einem Einjahresvertrag bei den Washington Nationals untergekommen und Mitch Moreland hat sich mit den Boston Red Sox für zwei weitere Jahre geeinigt. Interessante First Basemen, die noch ohne neues Teams sind, sind Eric Hosmer (Royals), Logan Morrison (Rays), Mike Napoli (Rangers), Adam Lind (Nationals) und Lucas Duda (Rays).

Freddy Galvis nach San Diego
Ein weiterer Move der Phillies in dieser Woche erscheint deutlich nachvollziehbarer als die oben erwähnte Verpflichtung von Carlos Santana: Shortstop Freddy Galvis wurde für Pitching-Prospect Enyel De Los Santos zu den San Diego Padres getradet. Galvis ist einer der besten defensiven Shortstops der Liga, gleichwohl hatten die Phillies keine Verwendung mehr für ihn. Sein Vertrag läuft ohnehin nach der Saison 2018 aus und der talentierte J. P. Crawford gilt den Phillies als ihr Shortstop der Zukunft (und jetzt wohl auch der Gegenwart).

Brewers, Yankees und Rangers ergänzen Rotation
Zu den populäreren Namen des Free-Agent-Marktes für Pitcher wie Yu Darvish, Jake Arrieta und Lance Lynn gibt es noch keine Vollzugsmeldungen, aber einige solide Ergänzungen einer Starting Rotation konnten in den letzten Tagen an den Mann gebracht werden: Jhoulys Chacin (bisher Padres) läuft die nächsten zwei Jahre für die Milwaukee Brewers auf, C. C. Sabathia bleibt für ein weiteres Jahr bei den Yankees und Matt Moore wurde für zwei Pitching-Prospects von San Francisco zu den Texas Rangers getradet. Nach einer Saison zum Vergessen (5.52 ERA) erhält Moore die Chance auf einen Neuanfang in veränderter Umgebung.

Mets verlängern Vertrag von GM Alderson 
Die New York Mets verbringen bislang eine sehr zurückhaltende Offseason mit Reliever Anthony Swarzak als einziger nennenswerter Neuverpflichtung. Die seit zwei Jahren andauernde Untätigkeit sowie der offensichtliche Unwille, sich zum Status eines Big-Market-Teams zu bekennen und entsprechend in den Kader zu investieren, haben in den vergangenen Tagen deutliche Kritik etablierter Beatwriter wie Marc Carig von Newsday und Joe D von Metsmerized an den Ownern Fred und Jeff Wilpon sowie an General Manager Sandy Alderson hervorgerufen. Die beiden verlinkten Artikel kann ich übrigens sehr empfehlen, sie sprechen mir und sicherlich vielen weiteren Mets-Fans aus der Seele.

Die bislang einzige Reaktion der Mets bestand darin, dass sie gestern die Verlängerung von Aldersons Vertrag bekannt gegeben haben. Ganz offensichtlich ist man bereit, sich dem Wettbewerb zu stellen – wenn auch leider nur dem Wettbewerb mit Derek Jeter und Co. um die unbeliebteste Vereinsführung der Liga…

Die skurrilste Verletzung des Jahres 
Martin Perez, Starting Pitcher der Texas Rangers, hat sich am Ellbogen verletzt. Er musste operiert werden und obwohl die Verletzung zum Glück nur den rechten Arm des Linkshänders betrifft, wird Perez wohl nicht vor Mai auf dem Platz stehen können. So etwas ist bedauerlich, aber im Profisport durchaus an der Tagesordnung. Ungewöhnlich ist aber, wie er sich die Verletzung zugezogen hat. Von einem „Vorfall mit einem Bullen“ war zunächst die Rede, was eine Reihe von Spekulationen zuließ: Hatte Perez den Bullen geritten und war abgeworfen worden? War der Bulle ausgebrochen und hatte Perez mit den Hörnern attackiert? Es stellte sich heraus, dass der Vorfall nicht ganz so dramatisch, wenngleich nicht weniger peinlich war: Freizeit-Landwirt Perez hatte sich im Gehege des Bullen aufgehalten, der zwar angebunden war, aber wohl eine plötzliche Bewegung in Perez‘ Richtung machte. Als Perez vor Schreck zurück wich, fiel er hin und landete unsanft auf dem Ellbogen.

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August 24th, 2017 by Dominik

Man sollte meinen, je stärker es auf das Ende der Saison zugeht, umso mehr Entscheidungen im Hinblick auf die Playoffs müssten absehbar sein. Das Gegenteil ist momentan richtig: Ein paar längst totgesagte Teams wie die Miami Marlins und die Texas Rangers sind auf einmal wieder voll im Rennen und während sich um die Wild Cards der American League schon lange mehr als die Hälfte der Liga balgt, ist inzwischen auch in der National League längst nicht mehr sicher, dass die Colorado Rockies und die Arizona Diamondbacks diese Playoff-Tickets unter sich ausmachen. In drei der sechs Divisionen geht es zudem noch einigermaßen eng zu, was den Divisionssieg angeht. Und bei den Los Angeles Dodgers beginnt man langsam davon zu träumen, nicht nur die beste Bilanz in diesem Jahr und am Ende womöglich die World Series einzufahren, sondern vielleicht auch mit den meisten Siegen abzuschließen, die je ein MLB-Team geschafft hat.

National League
Zum gefühlt hundertsten Mal in diesem Jahr muss ich an dieser Stelle schreiben, dass die Washington Nationals (75-49) in der National League East ungefährdet durchmarschieren. Zum gefühlt ersten Mal in diesem Jahr habe ich aber den Eindruck, dass vielleicht doch noch Hoffnung für ein anderes Team der Division besteht: Die Miami Marlins (62-63) haben sich Schritt für Schritt nach oben gearbeitet und nachdem sie Mitte Mai schon 13 Spiele hinter einer ausgeglichenen Bilanz zurückgewesen waren, standen sie gestern plötzlich bei .500. Letzte Nacht ließen sie sich zwar mit einem 0:8 gegen die Phillies ausbremsen, aber über die letzten Wochen hinweg gesehen ist es schon beeindruckend, was Stanton & Co. geleistet haben. Der Weg zur Wild Card erscheint immer noch unwahrscheinlich, aber nicht mehr undenkbar mit fünfeinhalb Spielen Rückstand auf die Rockies und mit den Brewers und den Cardinals dazwischen. Das Restprogramm der Marlins sieht jedenfalls günstig aus: Gegen die Brewers, die Diamondbacks und die Rockies kann man noch in direkten Duellen Boden gut machen, ansonsten warten außer den Nationals nur noch Gegner, die weit unter .500 stehen (Padres, Mets, Braves, Phillies).

Die NL Central bleibt die spannendste Division der MLB, auch wenn die Chicago Cubs (68-57) gerade mal wieder einen Zwischenspurt eingelegt und sich mit fünf Siegen in Folge ein wenig Luft verschafft haben vor den Milwaukee Brewers (66-62) und den St. Louis Cardinals (64-62). Für die Brewers, neben den Twins die größte positive Überraschung der bisherigen Saison, steht nun wohl so etwas wie eine Woche der Wahrheit an: Zuerst müssen sie zu den Dodgers, dann folgen zwei Spiele gegen ihren direkten Konkurrenten, die Cardinals, und anschließend eine Vier-Spiele-Serie gegen die Nationals. Das nenne ich mal ein hammerhartes Programm.

Die Los Angeles Dodgers (89-36) haben zwar gestern statt ihres 90. Sieges eine spektakuläre Niederlage eingefahren (siehe „Spiel der Woche“), sind damit aber immer noch auf Kurs für 115 Wins und könnten den Rekord von 116 ins Wanken bringen. Um den Gewinn der NL West müssen sich die Dodgers natürlich schon lange keine Sorgen mehr machen. Der Abstand zu den seit Wochen schwächelnden Arizona Diamondbacks (69-58) und Colorado Rockies (68-58) wächst beständig und die beiden richten ihren Blick längst nicht mehr nach oben sondern nach unten auf ihre Konkurrenten aus den anderen NL-Divisionen im Rennen um die Wild Cards. Apropos unten: Die San Francisco Giants (52-77) sind seit Samstag das erste und bislang einzige der Team der Liga, das auch theoretisch keine Chance mehr auf den Divisionssieg hat. Im Sprachgebrauch der Baseball-Analysten heißt das: Ihre Elimination Number ist auf 0 bzw. darunter gesunken.

American League
Mit einer Eliminiation Number von 33 und viereinhalb Spielen Rückstand haben die New York Yankees (68-57) in der American League East noch alle Möglichkeiten, doch die Boston Red Sox (73-53) sehen momentan nicht so aus als würden sie den ersten Platz dieses Jahr noch mal räumen. Sie machen einen sehr gefestigten Eindruck, haben diesen Monat schon Serien gegen die Indians, die White Sox, die Cardinals, die Rays und vor allem zwei gegen die Yankees gewonnen. Gegen die Baltimore Orioles (62-65) und die Toronto Blue Jays (60-66) stehen für die Red Sox jetzt vermeintlich lösbare Aufgaben an, während die Yankees gegen die Seattle Mariners und die Cleveland Indians antreten müssen. Anschließend wartet Ende nächster Woche schon wieder – und zum letzten Mal in dieser Saison – ein Duell der ewigen Rivalen mit vier Spielen in New York.

In ähnlicher Lage wie die Red Sox befinden sich die Cleveland Indians (69-56) in der AL Central, die sie ebenfalls mit viereinhalb Spielen Vorsprung anführen. Sie haben zwei ernsthafte Verfolger, die Minnesota Twins (65-61) und die Kansas City Royals (64-61). Die Royals sind mit drei Siegen am Stück und sieben aus den letzten zehn Spielen zurzeit am besten drauf und werden entsprechend auf die Gelegenheit brennen, sich in den anstehenden direkten Duellen zu beweisen: Ab morgen gibt es eine Drei-Spiele-Serie in Cleveland, in den kommenden zwei Wochen geht es insgesamt sieben Mal gegen die Twins. Danach dürften wir zumindest schlauer sein, wer von den beiden der ernstzunehmendere Aspirant auf die Playoffs – sei es über den Divisionssieg oder per Wild Card – ist.

Über etwas anderes als die Wild Cards muss man in der AL West nicht reden. Die Houston Astros (77-49) ziehen seit Saisonbeginn einsam ihre Kreise und müssen sich trotz durchwachsenen Verlaufs der letzten Wochen keine Sorgen machen – jedenfalls nicht um den Divisionssieg. Der spannende Teil der Division besteht aus den Los Angeles Angels (65-62), den Seattle Mariners (65-63) und den Texas Rangers (63-63), die alle ganz eng beisammen stehen und um die zweite Wild Card (die erste scheinen die Yankees relativ sicher zu haben) wetteifern. Momentan hätten sie allerdings alle drei das Nachsehen, denn die Twins aus der AL Central stehen ein halbes Spiel besser da als die Angels.

Szene der Woche
Inside-the-Park-Homeruns sind im Jugend- und Amateurbereich an der Tagesordnung, in der MLB kommt er sogenannte Little-League-Homerun eher selten vor und wenn doch, dann hängt er meist mit Glück und schlechtem Fielding zusammen. Nicht so der Homerun von Minnesotas Byron Buxton beim 10:3 der Twins über die Diamondbacks Freitagnacht: Dass Buxton nach dem Schlag ins Centerfield im vierten Inning komplett herum kam, lag schlichtweg an seinem unglaublichen Lauftempo. 13,85 Sekunden benötigte er von Home zu Home – der schnellste Homerun, der je gemessen wurde. Wenn man von der kürzestmöglichen Entfernung von 360 Fuß (109,73 Meter) Entfernung ausgeht, schaffte Buxton bei seinem Rekord 7,9 Meter pro Sekunde. In Wahrheit war er noch schneller, denn der optimale Weg um die Bases verläuft auf einer etwas gebogenen Bahn von vielleicht 125 Metern – dann kommen wir auf 9 Meter pro Sekunde. Zum Vergleich: Usain Bolt lief bei seinem 100-Meter-Weltrekord 10,4 Meter pro Sekunde – auf kerzengerader Strecke und ohne vorher einen Ball schlagen und den Schläger loswerden zu müssen.

Statistik der Woche 
30. So viele aktuell aktive MLB-Teams hat der legendäre Bartolo Colon in seiner Karriere geschlagen. Im Klartext: alle. Den letzten Haken auf der Liste konnte er am Sonntag nach dem 12:5-Erfolg seiner Twins gegen die Arizona Diamondbacks setzen. Zwanzigeinhalb Jahre hatte er seit seinem MLB-Debüt auf diesen Sieg warten müssen – naja, eigentlich nur neunzehneinhalb, denn die Diamondbacks wurden erst 1998 gegründet und sind somit ein Jahr kürzer in der Liga als Bartolo. Der treue Baseblogleser weiß, dass ich um die Statistik „Pitcher-Wins“ normalerweise einen großen Bogen mache, die Gründe dafür hatte ich hier mal näher ausgeführt. Aber für Bartolo Colon mache ich eine Ausnahme.

Spiel der Woche
Dass die Dodgers auf Kurs sind, durch ihre vielen Siege Geschichte zu schreiben, ist bekannt. Gestern Nacht aber haben sie zur Abwechslung mal Geschichte geschrieben mit einer Niederlage: Starter Rich Hill hatte einen großartigen Auftritt im Spiel bei den Pittsburgh Pirates, der fast das 24. Perfect Game der MLB-Historie geworden wäre. Stattdessen aber wurde es das erste Spiel der MLB-Historie, das seine Perfektheit durch einen Error im neunten Inning verlor. Third Baseman Logan Forsythe war der Schuldige, der Pittsburghs Jordy Mercer zum einzigen Baserunner der Pirates in der regulären Spielzeit machte. Hätten die Dodgers aus ihren eigenen acht Hits und vier Walks nur einen einzigen Run herausgeholt, hätte Hill sich zumindest über einen No-Hitter freuen können. So aber ging das Spiel ins zehnte Inning und Josh Harrison entschied es für die Pirates, indem er den ersten Hit seines Teams zum Walkoff-Homerun schlug. Auch das war historisch: Es war das erste Mal überhaupt, dass ein No-Hitter durch einen Walkoff-Homerun verloren wurde.

Spiel der kommenden Woche
Endlich mal wieder Baseball live im deutschen Free-TV und dann auch noch zur besten Sendezeit: Sport1 zeigt am kommenden Mittwoch von 20 Uhr bis 22:30 Uhr das Spiel der New York Yankees gegen die Cleveland Indians. Ich bin gespannnt darauf, sowohl auf die Übertragung als auch auf das Spiel an sich. Beide Teams sind bekanntlich gut dabei im Playoffrennen und könnten sich durchaus nach der regulären Saison noch mal auf dem Platz wiedersehen. Das Pitcherduell ist eine knappe Woche vorher noch nicht sicher, aber nach derzeitigem Stand sieht es so aus, dass zwei Linkshänder ihre Kräfte messen: der sehr erfahrene CC Sabathia (3.99 ERA, 4.45 FIP) für die Yankees und der sehr junge Ryan Merrit (3.12 ERA, 2.79 FIP) für die Indians. Schade finde ich, dass Sport1 offenbar erneut erst ins laufende Spiel einsteigen will, das eigentlich schon um 19:05 Uhr mitteleuropäischer Zeit beginnt.

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