August 15th, 2019 by Silversurger

Wenn euer Team noch im Playoff-Rennen ist, beginnt spätestens jetzt mit nur noch rund 40 ausstehenden Spielen die heiße Phase der MLB-Saison. Sollte für eure Lieblinge das Jahr bereits gelaufen sein, gibt es ebenfalls einen Grund zur Freude: Seit ein paar Tagen steht der Spielplan für die nächste Saison, in der bestimmt alles besser wird. Am 26. März 2020 geht es los. Es wird das früheste Startdatum der MLB-Geschichte (abgesehen von vorgezogenen internationalen Spielen) und soll ein kompletter Spieltag sein, an dem alle 30 Teams aktiv sind – vorausgesetzt, das Wetter spielt mit. Weitere Highlights der kommenden Saison sind die Eröffnung eines neuen Stadions für die Rangers, Globe Life Field, am 31. März, eine Serie zwischen den Mets und den Marlins in Puerto Rico Ende April, ein Spiel der White Sox gegen die Yankees in direkter Nachbarschaft zum „Field of Dreams“ in Iowa am 13. August sowie zwei Partien zwischen den Cubs und den Cardinals im Juni in London.

American League
Die New York Yankees (81-41) machen genau so weiter wie in den letzten Wochen: mit Verletzungsmeldungen ohne Ende und mit einem Erfolg nach dem anderen. Vor allem ihrem Lieblingsgegner, den Baltimore Orioles (39-82), haben die Yankees gewaltig eingeschenkt mit einer Saisonbilanz von 17:2 Siegen und zuletzt 16 Erfolgen gegen die Orioles hintereinander. Zum Glück für Baltimore müssen sie dieses Jahr nicht mehr gegen die Yankees ran. In der American League East haben zwar die Tampa Bay Rays (71-51) ebenfalls eine starke Woche hinter sich, doch mit zehn Spielen Rückstand dürfte der erste Platz außer Reichweite sein. Apropos außer Reichweite: Auch zwei Siege gegen die Indians ändern für die Boston Red Sox (64-59) nichts daran, dass die Playoffs dieses Jahr mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ohne den Titelverteidiger stattfinden werden.

Auf die AL Central haben die beiden gerade erwähnten Erfolge der Red Sox gegen die Cleveland Indians (72-49) deutlich stärkere Auswirkungen. Durch sie haben nämlich die Indians den erst am vergangenen Wochenende von den Minnesota Twins (75-48) eroberten ersten Platz bereits wieder verloren. Die Twins liegen jetzt wieder hauchdünn vorne und die kurzfristigen Aussichten scheinen auch eher Minnesota zu begünstigen:  Während die Twins bei den Rangers und gegen die Chicago White Sox (54-65) antreten, müssen die Indians für sieben Tage nach New York – zuerst in die Bronx zu den Yankees, dann direkt weiter nach Queens zu den Mets.

In der AL West gibt es quasi seit Saisonbeginn keine Zweifel am ersten Platz der Houston Astros (78-43). Daran ändert sich auch dadurch nichts, dass sie diese Woche dreimal gegen Teams aus dem Keller – einmal gegen die Orioles, zweimal gegen die White Sox – verloren haben. Jetzt allerdings müssen die Astros nach Oakland zu einer 4-Spiele-Serie bei den Athletics (68-52) und dort sollten sie sich wieder gefangen haben, wenn sie es nicht doch noch mal spannend machen wollen. Ein Sweep durch die Athletics in dieser Serie würde sowohl in der Division alles möglich machen als auch die Ausgangsposition der A’s im Hinblick auf die Wild Cards deutlich stärken. Zurzeit sieht es für die Athletics an beiden Fronten eher schlecht aus: Sie liegen 9,5 Spiele hinter den Astros, zwei Spiele hinter dem Wild-Card-Platz und nach den Astros wartet mit den Yankees direkt das zweite Top-Team der AL auf sie.

National League
In der National League East hatten die Atlanta Braves (72-50) in den letzten vier Wochen eher durchwachsene Ergebnisse, doch zuletzt gab es mal wieder drei Siege in Folge, davon zwei gegen die aufstrebenden New York Mets (61-59). Der Lauf der Mets ist damit erstmal beendet, ihr Rückstand auf die Wild Cards liegt wieder bei drei Spielen. Inhaber der ersten Wild Card sind zurzeit die Washington Nationals (65-55), die sich mit einem Sweep über die Reds wieder etwas Luft verschafft haben. Ebenfalls im Wild-Card-Rennen aktiv sind die Philadelphia Phillies (62-58). Sie haben durch zwei Siege über die Cubs ihren Rückstand auf nur noch zwei Spiele reduziert.

Durch die Niederlagen gegen Philadelphia haben die Chicago Cubs (64-56) die Tabellenführung in der NL Central verloren. An ihrer Stelle stehen nach fünf Siegen in Folge die St. Louis Cardinals (63-55). Wenn es so weiter geht, werden die letzten zehn Tage der Saison Ende September ein furioses Hauen und Stechen, denn Chicago und St. Louis treffen dann noch siebenmal direkt aufeinander. Vielleicht sind dann die Milwaukee Brewers (63-58) der lachende Dritte. Sie segeln zurzeit im Windschatten der beiden anderen, nur eineinhalb Spiele von der Spitze entfernt trotz negativen Run-Differentials. Ein positives Run-Differential und dennoch keine Chance, noch etwas zu reißen, haben die Cincinnati Reds (56-63). Das Schlusslich bilden die Pittsburgh Pirates (50-70). Bei ihnen läuft seit dem All-Star-Break rein gar nichts mehr zusammen und zu allem Überfluss musste nun auch noch Starter Jameson Taillon eine Tommy-John-Surgery über sich ergehen lassen. Er fällt damit nicht nur für den Rest der laufenden, sondern wahrscheinlich auch für die komplette nächste Saison aus.

Von Woche zu Woche wird der Abstand zwischen den Los Angeles Dodgers (81-41) und dem Rest des Feldes in der NL West immer noch ein bisschen größer. 19,5 Spiele Vorsprung haben sie inzwischen auf die Arizona Diamondbacks (61-60), von ihren letzten zehn Spielen haben die Dodgers neun gewonnen. Spannung ist Fehlanzeige in dieser Division, zumal auch die Wild-Card-Aussichten der Diamondbacks oder der San Francisco Giants (60-61) angesichts der geballten Konkurrenz aus den anderen Divisionen nur noch minimal erscheinen. Über das Wochenende treffen die Diamondbacks und die Giants viermal direkt aufeinander – für beide ist diese Serie der letzte Strohhalm, bevor man die Saison so endgültig abhaken muss wie die San Diego Padres (56-64) und die Colorado Rockies (54-67) es längst getan haben.

Szene der Woche 
Drei Homeruns von einem Spieler in einem Spiel kommen deutlich häufiger vor als zum Beispiel ein Cycle, sind aber nüchtern betrachtet wertvoller. Für die Seattle Mariners hatte neun Jahre lang kein Spieler ein 3-Homerun-Game, bis am Dienstag Kyle Seager den Bann brach. Gelungen ist ihm das allerdings nur durch ein bisschen Hilfe des Outfields der Detroit Tigers. Seagers Flyball bei zwei Outs im neunten Inning
war eigentlich zu kurz und Centerfielder Niko Goodrum bereits mit dem Handschuh dran. Doch Leftfielder Brandon Dixon konnte nicht rechtzeitig bremsen, stieß mit Goodrum zusammen und dieser ließ vor Schreck den Ball über den Zaun springen. Da der Ball außer Goodrums Handschuh nichts berührt hatte – nicht den Boden, nicht den Zaun unterhalb der gelben Linie –, war es den Regeln nach ein astreiner Homerun.

Statistik der Woche 
80. So viele Siege haben dieses Jahr als erstes die Yankees und die Dodgers erreicht. In der MLB-Geschichte kam das bislang zweimal vor, 1947 und 1953. In beiden Jahren trafen sich diese beiden Teams letztlich in der World Series.

Spiel der Woche
Man hat ja meistens nicht viel zu lachen als Fan der Mets, aber während der Aufholjagd der letzten Wochen machte das Team endlich mal wieder richtig Spaß. Das merkte man spürbar an der Zahl und an den Reaktionen der Zuschauer in der wichtigen Serie gegen die Nationals am vergangenen Wochenende. In allen drei Partien herrschte regelrechte Playoff-Atmosphäre, wobei der Höhepunkt gleich im ersten Spiel erreicht wurde: Einen 3:6-Rückstand im neunten Inning konnten die Mets zunächst durch Todd Fraziers gewaltigen 3-Run-Homerun ausgleichen und wenig später per Walkoff-Single von Michael Conforto endgültig zum Triumph drehen. Rookie-of-the-Year-Kandidat Pete Alonso war von dem epischen Comeback so begeistert, dass er Conforto die Kleider vom Leib riss…

Mein Einschalttipp
Gipfeltreffen in der NL: Am Wochenende empfängt das zweitbeste Team der bisherigen Saison, die Atlanta Braves, das beste, die Los Angeles Dodgers, zu einer 3-Spiele-Serie. Je nach Schlafgewohnheiten und Medienzugang habe ich unterschiedliche Empfehlungen: DAZN überträgt Freitagnacht ab 1:20 Uhr die erste Partie der Serie. Die Starter werden voraussichtlich Kenta Maeda (4.12 ERA, 4.09 FIP) für die Dodgers und Mike Soroka (2.32 ERA, 3.18 FIP) für Atlanta sein. Am Sonntag um 19:20 Uhr, allerdings nur auf mlb.tv, kann man das Serienfinale zwischen Neuling Dustin May (2.65 ERA, 2.74 FIP) und Max Fried (3.99 ERA, 3.76 FIP) sehen.

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März 21st, 2019 by Silversurger

Baseball’s back, alright! Ich bin nicht allzu musikalisch, aber heute könnte ich vor Freude singen, denn endlich läuft wieder MLB-Baseball. Zwei unterhaltsame Eröffnungsspiele in Tokio liegen bereits hinter uns und werden vor allem wegen des emotionalen Abschieds von Ichiro Suzuki in Erinnerung bleiben. Auch abseits des Platzes war diese Woche viel los in der MLB: Der größte Baseballer unserer Zeit hat nun auch den größten Vertrag aller Zeiten, die Liga hat weitere Regeländerungen beschlossen und die Blue Jays haben eine längst überfällige Initiative gestartet, die hoffentlich bald Schule macht. Das alles und noch ein bisschen mehr lest ihr im ersten Grand Slam am Donnerstag zum Mitsingen:

Big in Japan
Offiziell war die Saisoneröffnung in Tokio eine Heimspielserie der Oakland Athletics, doch die Seattle Mariners haben den A’s klar die Show gestohlen. Das betrifft sowohl die Ergebnisse der Spiele, welche die Mariners mit 9:7 und 5:4 für sich entschieden, als auch die klar verteilten Sympathien der Zuschauer. Letzteres war keine Überraschung. Erstens gab Yusei Kikuchi, bis letztes Jahr noch unweit von Tokio im NPB-Team der Saitama Seibu Lions der unumstrittene Star, ein solides MLB-Debüt für die Mariners. Zweitens und vor allem hatten sie extra für diese beiden Spiele noch einmal die japanische Baseball-Legende schlechthin reaktiviert: Ichiro Suzuki hatte inoffiziell bereits Anfang Mai 2018 die Cleats an den Nagel gehängt, doch die Gelegenheit zu zwei Abschiedsspielen in diesem perfekten Rahmen wollte man dem 45-Jährigen nicht vorenthalten. Ichiro spielte dreieinhalb Innings im ersten sowie siebeneinhalb im zweiten Spiel und durfte sich bei seinen Auswechslungen zweimal mit stehenden Ovationen feiern lassen. Er beendet seine Karriere als Weltrekordhalter mit insgesamt 4.367 Hits auf höchster professioneller Ebene (MLB und NPB zusammengenommen).

Loving Angels Instead
Vielen galt es als ausgemachte Sache, dass Mike Trout nach Auslaufen seines Vertrages mit den Los Angeles Angels Ende 2020 an die Ostküste wechselt. Die Frage schien eigentlich nur, ob es den Superstar in seine Heimatstadt Philadelphia zu den Phillies ziehen oder ob er den Verlockungen der New York Yankees erliegen würde. Alles Pustekuchen, Trout bleibt ein Angel und zwar vermutlich für immer. Die vorgestern erzielte Einigung bindet ihn für 360 Millionen Dollar zehn weitere Jahre an die Angels, zusätzlich zu den zwei Jahren und 66,5 Millionen aus dem bestehenden Vertrag. Das Bekenntnis des 27-Jährigen zu den Angels ist unmissverständlich, denn der Vertrag enthält eine No-Trade-Klausel und keinerlei Ausstiegs-Optionen. Trout steigt mit dem neuen Kontrakt sowohl vom Jahresgehalt als auch von der Gesamtsumme her zum bestverdienenden MLB-Profi aller Zeiten auf. Ich bin generell kein Freund von dreistelligen Garantiegehältern und zweistelligen Vertragsdauern. Aber wenn es irgendein Sportler auf der Welt verdient hat, dann Trout. Man kann ihm nur wünschen, dass er mit den Angels im Laufe seiner Karriere auch mal Erfolge feiern darf, die seinen eigenen überragenden Leistungen gerecht werden.

Your Time Will Come
Die großen Schlagzeilen gehören Mike Trout, doch es gab in dieser Woche noch einen weiteren Rekordvertrag: Eloy Jimenez hat sich mit den Chicago White Sox auf einen Achtjahresvertrag über rund 43 Millionen Dollar geeinigt. Das Bemerkenswerte daran ist, dass es der höchstdotierte Vertrag aller Zeiten für ein Prospect ist, das noch kein einziges MLB-Spiel absolviert hat. Der 22-jährige Outfielder gilt als eines der größten Talente im Baseball und wenn er den Erwartungen gerecht wird, haben die White Sox ein gutes Geschäft gemacht. Wenn nicht, dann nicht.

Majoring in the Minors
Meine Spekulation aus der vorletzten Woche hat sich bewahrheitet: Die New York Yankees sind, gebeutelt durch Verletzungen ihrer Starter Luis Severino und C. C. Sabathia, auf dem Pitcher-Markt tätig geworden und haben Gio Gonzalez verpflichtet. Überraschenderweise ist es vorerst nur ein Minor-League-Vertrag. Dieser wandelt sich, wenn er in den MLB-Kader geholt wird, automatisch in einen Einjahresvertrag über 3 Millionen Dollar zuzüglich 300.000 Dollar pro absolvierten MLB-Start um. Gonzalez war während der Offseason mit mehreren Teams in Verbindung gebracht worden, doch nach eigener Aussage war das Angebot der Yankees das einzige konkrete, das er erhalten hat.
Einem Namensvetter des neuen Yankees-Pitchers ist es sehr ähnlich ergangen: Auch Outfielder Carlos Gonzalez musste lange auf ein neues Engagement warten und ließ sich letztlich auf einen Minor-Leage-Deal bei den Cleveland Indians ein. Es gilt als recht wahrscheinlich, dass CarGo den Sprung in das MLB-Team schafft; in dem Fall würde er 2 Millionen Dollar bekommen und könnte eine weitere Million über leistungsbezogene Vereinbarungen hinzuverdienen. Sollte er zum Saisonstart in der Minor League bleiben, hat er die Option, aus dem Vertrag aussteigen und zu einem anderen Klub zu wechseln.

The Times They are A-Changin‘
Im Grand Slam der letzten Woche hatte ich bereits über die Neuregelungen der Trade-Deadline ab 2019 sowie der Kadergrößen ab 2020 berichtet. Etwas später wurde bekannt gegeben, dass noch weitere Regeländerungen beschlossen wurden. Für dieses Jahr ist vor allem relevant, dass sich die Anzahl der erlaubten Mound Visits pro Spiel von sechs auf fünf reduziert und dass die Pausen zwischen den Halbinnings um ein paar Sekunden auf einheitlich 2 Minuten gekürzt werden. Die wohl spürbarste der angekündigten Veränderungen tritt erst im nächsten Jahr in Kraft: Ein Pitcher darf zukünftig nur zwischen den Halbinnings ausgewechselt werden oder nachdem er mindestens drei Battern gegenüber getreten ist. Ausgenommen davon sind Verletzungen, doch die Liga wird sicher ein wachsames Auge darauf haben, dass diese Ausnahme nicht ausgenutzt wird. Ich bin hin und her gerissen bezüglich dieser Änderung: Zum einen gefällt es mir, dass man die nervigen Unterbrechungen durch ständige Pitcherwechsel in den späten Innings reduzieren will. Zum anderen trauere ich ein bisschen der interessanten Rolle des LOOGY (Lefty-One-Out-GuY) nach, den es dann nicht mehr geben wird.

Pay Me My Money Down
Eine weitere Änderung ist kein offizieller Beschluss der Liga, sondern eine bislang alleinige Initiative der Toronto Blue Jays. Der Klub hat angekündigt, die in den Minor Leagues gezahlten Spielergehälter um mehr als 50% anzuheben. Das ist ein längst überfälliger Schritt. Während man in der MLB bereits mit dem Mindestgehalt von 555.000 Dollar pro Jahr ein fürstliches Auskommen hat (von den zweistelligen Millionengehältern der Stars ganz zu schweigen), herrschen in den Minor Leagues geradezu prekäre Verhältnisse. Die Einkommen liegen dort in der Regel zwischen 1.100 und 2.700 Dollar pro Monat und zwar ausschließlich für die Monate, in denen gespielt wird. Man kann nur hoffen, dass sich die anderen MLB-Franchises möglichst bald dem Schritt der Blue Jays anschließen, um den Beruf des Baseballprofis auch unterhalb der Major League attraktiver zu machen.

Everybody Hurts
Die wichtigsten Nachrichten von der Verletzungsfront will ich natürlich nicht verschweigen. Kyle Seager konnte die Reise nach Japan mit seinen Seattle Mariners nicht antreten; der Third Baseman musste sich stattdessen an der linken Hand operieren lassen und fällt bis ungefähr Juni aus. Mike Foltynewicz, Pitching-Ass der Atlanta Braves, hat Probleme mit dem Ellenbogen; es wurde aber inzwischen Entwarnung in der Hinsicht gegeben, dass er keine Tommy-John-Surgery braucht und nur wenige Wochen fehlen wird. Michael Fulmer, Starter der Detroit Tigers, hatte weniger Glück; er muss sich der gefürchteten Operation unterziehen und kann frühestens zur Saison 2020 wieder spielen. Reliever Dellin Betances (Schulterentzündung) und Centerfielder Aaron Hicks (Rückenbeschwerden) werden die Saison 2019 auf der bereits prall gefüllten Injury List der New York Yankees beginnen.

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Mai 10th, 2018 by Silversurger

Das Evil Empire hat die Herrschaft übernommen: Nach 17 Siegen in den letzten 18 Spielen, darunter acht in Folge gegen die drei härtesten Konkurrenten in der American League, stehen die New York Yankees an der Spitze der MLB. Aber nicht nur aus New York gab es diese Woche Schlagzeilen: In zwei verschiedenen Ländern außerhalb der USA wurden diese Woche No-Hitter in MLB-Spielen geworfen, Albert Pujols hat seinen 3000. Hit erzielt und Dylan Bundy einen ungeliebten Rekord aufgestellt. Das und alles, was man sonst über die Woche in der MLB wissen sollte, gibt es auch am heutigen Feiertag im Grand Slam am Donnerstag. Und wenn ihr fertig gelesen habt und nicht allzu weit von Berlin, Köln, Dohren, Mainz, Heidenheim oder Ulm wohnt: Macht euch auf in den Ballpark, die Bundesliga spielt heute!

National League
Die Washington Nationals (20-18) scheinen drauf und dran, die National League East von hinten aufzurollen. Nach neun Siegen in den letzten elf Spielen ist der Fehlstart in die Saison bereits so gut wie vergessen. Mit den Diamondbacks, den Yankees und den Dodgers erwartet sie für die nächsten zehn Tage allerdings ein heftiges Programm. Die Atlanta Braves (21-14) hingegen treffen in sieben der nächsten elf Spiele auf die Miami Marlins (13-23). Das klingt nach einer guten Chance für das Überraschungsteam des Jahres, die Führung in der Division erst mal wieder auszubauen. Ein weiteres Überraschungsteam redet dabei ein Wörtchen mit: Die Philadelphia Phillies (21-15) stehen nur ein halbes Spiel hinter Atlanta und das nicht aus Zufall, sondern weil sie neben einer soliden Offense die besten Pitchingwerte der NL East aufweisen – wer hätte das gedacht? Die New York Mets (18-17) sind derweil nach ihrem Höhenflug der ersten Saisonwochen hart auf dem Boden der Tatsachen gelandet und stehen nur noch knapp positiv, nachdem sie acht der letzten neun Spiele verloren. Endgültig erledigt hat sich bei ihnen das Kapitel Matt Harvey: Der einstige Leistungs- und Hoffnungsträger hatte sich in den vergangenen zwei Jahren durch mehrere Verletzungen, schwankende Leistungen und eine nicht immer vorbildliche Arbeitseinstellung zunehmend ins Abseits befördert. Am Samstag wurde Harvey designated for assignment, am Dienstag einigten die Mets sich mit den Cincinnati Reds auf einen Trade gegen Catcher Devin Mesoraco. Mesoraco ist selbst ein Spieler, der vor ein paar Jahre hohe Erwartungen weckte, diese dann aber vor allem wegen Verletzungen nie erfüllen konnte. Es scheint mir eine gute Lösung für alle Beteiligten zu sein, dass Harvey und Mesoraco nun die Chance zum Neuanfang in einer neuen Umgebung haben. Interessant übrigens, wie schnell es im Baseball manchmal geht: Mesoraco stand am Dienstag zunächst im Lineup der Reds für das Spiel gegen die Mets. Eine Stunde vor Spielbeginn wurde der Wechsel bekannt gegeben, Mesoraco wurde aus dem Reds-Lineup gestrichen und hatte im neunten Inning den ersten Pinch-Hit-Auftritt für sein neues Team gegen das alte.

Die Cincinnati Reds (10-27) haben von den Mets nicht nur Matt Harvey übernommen, sie haben ihnen auch zwei von drei Spielen abgenommen und sind dadurch nicht mehr das schlechteste Team der MLB. In der NL Central bleiben sie dennoch abgeschlagen Letzter und das wird sich angesichts der starken Konkurrenz wohl auch nicht mehr ändern. Obwohl die St. Louis Cardinals (20-14), die Milwaukee Brewers (21-16), die Pittsburgh Pirates (21-16) und die Chicago Cubs (19-15) am vergangenen Wochenende diverse Spiele untereinander zu absolvieren hatten, brachten diese keine Klarheit in den Kräfteverhältnissen zu Tage. Alle vier Teams sind immer noch ganz eng zusammen und bilden somit von allen Divisionen die größte und spannendste Spitzengruppe.

Das Gegenteil davon ist die NL West als einzige Division, in der ein Team an der Spitze schon mehr als zwei Spiele Vorsprung hat. Genauer gesagt sind es 3.5 Spiele, die die Arizona Diamondbacks (24-12) vor den Colorado Rockies (21-16) liegen. Die Rockies sind übrigens ein interessantes Phänomen: Ihre Offense kommt kaum in Schwung, das Pitching ist auch nicht besonders gut, dementsprechend weisen sie auch ein negatives Run Differential (-16) auf, aber trotzdem gewinnen sie einen Haufen Spiele und halten sich weit vor den Los Angeles Dodgers (16-20), die mit einer besseren Offense, besserem Pitching und einem Run Differential von +10 aufwarten. Die Dodgers sind übrigens zurzeit das einzige Team der Liga, das mit einem positiven Run Differential eine negative Bilanz aufweist. Zwischen den Rockies und den Dodgers stehen in der Tabelle noch die San Francisco Giants (19-18). Bei den Giants bin ich noch weit entfernt von einer konkreten Idee, was ich von ihnen halten soll. Auch sie stehen mit negativem Run Differential bei einer positiven Sieg-Niederlagen-Bilanz, aber ich traue ihnen noch eine deutliche Steigerung zu, wenn spätestens in der zweiten Saisonhälfte die verletzten Top-Pitcher Madison Bumgarner und Johnny Cueto wieder mitwirken können.

American League
Es brauchte ein bisschen Anlauf, weil die Boston Red Sox (25-11) etwas schneller starteten als erwartet und die New York Yankees (26-10) etwas langsamer, aber inzwischen sind wir mitten in dem erwarteten Kopf-an-Kopf-Rennen um die American League East zwischen den beiden alten Kontrahenten. Die Bilanzen der beiden sind nicht nur innerhalb der Division, sondern auch MLB-weit absolute Spitze und mit 209 (Yankees) bzw. 200 (Red Sox) Runs haben sie die beiden besten Offenses der Liga. Hinter den Rivalen tut sich bereits eine gewisse Kluft auf, 6.5 Spiele liegen die Toronto Blue Jays (20-17) trotz positiver Bilanz schon zurück, von den Tampa Bay Rays (15-19) und den Baltimore Orioles (9-27) gar nicht zu reden. Letztere sind mit einer Siegquote von nur 25% mittlerweile das schlechteste Team der MLB, was auch ihr katastrophales Run Differential von -78 bestätigt.

Schaut man sich die AL Central derzeit im Vergleich mit den anderen Divisionen an, so erscheint es fast schade, dass sie mindestens einen Playoff-Teilnehmer stellen wird. Denn man hat zurzeit nicht den Eindruck, dass irgendjemand ernsthaft daran interessiert ist, diese Division zu gewinnen. Vorne stehen die Cleveland Indians (18-18) und entsprechen somit von der Platzierung her den Erwartungen, allerdings nicht mit ihrer gerade mal ausgeglichenen Bilanz. Der Rest der Gruppe – die Minnesota Twins (15-17), die Detroit Tigers (15-21), die Kansas City Royals (12-24) und die Chicago White Sox (9-25) stehen allesamt im negativen Bereich. Immerhin haben die Twins nach einem ausgedehnten Slump zuletzt deutliche Lebenszeichen gesetzt, indem sie fünf Spiele in Folge gewannen. Unser Lokalmatador Max Kepler konnte dazu leider nicht allzu viel beitragen: Sein Mai läuft mit einer Slashline von .200/.333/.267 bislang bei weitem nicht so gut wie die Saison bis dahin. Hoffen wir, dass er bald wieder die Kurve kriegt.

Die Fans der Los Angeles Angels (22-14) werden diese Hoffnung nicht teilen, denn mit ihrem Team werden Kepler und seine Twins es an den kommenden vier Tagen zu tun bekommen. Die Angels arbeiten erfolgreich daran, dem Titelverteidiger und Favoriten Houston Astros (24-15) in der AL West das Leben schwer zu machen und sich gleichzeitig die ebenfalls überraschend starken Seattle Mariners (20-15) vom Hals zu halten. In Seattle hat übrigens relativ heimlich, still und leise eine wahre Legende ihre Karriere so gut wie beendet: Ichiro Suzuki kündigte am Wochenende an, dieses Jahr nicht mehr zu spielen. Der 44-Jährige wechselt stattdessen als Assistent in den Trainerstab. Er wird nah am Team sein und wohl auch weiterhin mittrainieren, aber sein Spielervertrag wurde in beiderseitigem Einvernehmen aufgelöst. Möglicherweise gibt es 2019 noch einen angemessenen Abschied: Die Mariners eröffnen die nächste Saison am 20. und 21. März mit Spielen gegen die Oakland Athletics (18-19) in Tokio. Laut Seattles GM Jerry Dipoto ist es nicht unwahrscheinlich, dass Ichiro dann noch einmal die Mariners-Uniform anzieht.

Szene der Woche
Meine Szene der Woche umfasst dieses Mal ein komplettes Halbinning. Gemeint ist das obere erste Inning der Partie zwischen den Baltimore Orioles und den Kansas City Royals vom Dienstag. Sage und schreibe zehn Runs erzielten die Royals – ausgerechnet die Royals, bis dato die zweitschlechtesten Run-Scorer der AL! – in diesem Durchgang. Darunter waren vier Homeruns, allesamt zugelassen von Orioles-Starter Dylan Bundy. Nach dem vierten Homer sowie zwischendurch einem Single und zwei Walks musste Bundy beim Stand von 0:7 den Mound räumen, ohne ein einziges Out erzielt zu haben. Vier zugelassene Homeruns eines Pitchers ohne ein Out sind ein historischer Rekord, auch wenn Bundy darauf nicht stolz sein wird. Mike Wright Jr. übernahm die Aufgabe, aus dem Inning heraus zu kommen, was ihm aber auch erst drei Runs später gelang. Insgesamt durften die Royals in diesem Inning 15 Batter an die Platte schicken.

Statistik der Woche 
3003. So viele Hits hat Albert Pujols in seiner MLB-Karriere erzielt. Er ist damit seit dieser Woche das 32. Mitglied im 3000er-Klub der Liga. Diesem gehören außer Pujols noch Adrian Beltre (3075) und Ichiro Suzuki (3089) als aktive Spieler an, an der Spitze steht Pete Rose mit 4256 Hits. Pujols‘ dreitausendster Hit war ein Single in Form eines Linedrives ins Rightfield gegen Mariners-Pitcher Mike Leake beim 5:0-Sieg seiner Angels am Freitag in Seattle.

Spiel der Woche
Den Titel des sehenswertesten Spiels muss ich in dieser Woche doppelt vergeben, nachdem es innerhalb weniger Tage gleich zwei No-Hitter zu sehen gab. Den ersten schafften die Los Angeles Dodgers am Freitag beim 4:0 gegen die San Diego Padres. Die Grundlage hatte Rookie Walker Buehler gelegt, der erst seinen dritten MLB-Start absolvierte und nach 94 Pitches in sechs Innings trotz des laufenden No-Hitters ausgewechselt wurde. Tony Cingrani, Yimi Garcia und Adam Liberatore übernahmen je eines der verbleibenden drei Innings und hielten sich schadlos, sodass die Dodgers zum ersten Mal in der Franchise-Geschichte einen combined No-Hitter bejubeln durften. Da sich das Ganze bei einem Gastspiel im mexikanischen Monterrey zutrug, war es zugleich der erste No-Hitter der MLB-Geschichte außerhalb USA und Kanadas. Apropos Kanada: Dort gab es mittlerweile sieben No-Hitter, den neuesten davon Dienstagnacht in Toronto. Der ging zwar auf das Konto des Gastteams, der Seattle Mariners, aber in gewisser Weise war es doch ein Heimspiel, denn der erfolgreiche Pitcher war der Kanadier James Paxton. Neben Paxton durfte sich Kyle Seager als Held feiern lassen, der an der dritten Base mit seiner Defensivaktion zum Ende des siebten Innings die beste Chance der Blue Jays auf einen Hit zunichte machte.

Mein Einschalttipp
Vermutlich habe ich an dieser Stelle noch keine Paarung so oft empfohlen wie die Boston Red Sox gegen die New York Yankees, aber was soll’s: Es ist nicht nur historisch die größte Rivalität im Baseball, sondern auch ganz aktuell das Duell der beiden erfolgreichsten Teams der Liga. Zwei hochkarätige und spannende Spiele haben sich die Kontrahenten gestern und vorgestern schon geliefert, beide mit dem besseren Ende für die Yankees. Heute Nacht steigt ab 1:05 Uhr mitteleuropäischer Zeit das dritte und letzte Spiel der Serie im Yankee Stadium. Abonnenten von DAZN können live dabei sein, die Kunden von mlb.tv sowieso. Als Starter werden Eduardo Rodriguez (5.29 ERA, 4.55 FIP) für Boston und C. C. Sabathia (1.39 ERA, 3.59 FIP) für New York antreten. Der überraschend starke Routinier Sabathia hat übrigens kürzlich verraten, dass er ein klares Ziel vor Augen hat: Der 37-jährige möchte dieses Jahr die World Series gewinnen und sich dann zur Ruhe setzen.

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November 17th, 2016 by Silversurger

Es ist Donnerstag und damit Zeit für das wöchentliche Update zum Geschehen in der MLB und um sie herum. Die interessantesten News der Woche waren für mich die vergebenen Awards für die vergangene Saison. Die beiden wichtigsten Awards, die MVP-Auszeichnungen der American League und der National League, werden allerdings erst heute Nacht bekannt gegeben. Außerdem gab es ein paar Trades und Free-Agency-Entscheidungen. Als besonders aktiv haben sich in dieser frühen Phase der Offseason die Atlanta Braves und die Toronto Blue Jays hervorgetan.

Scherzer und Porcello erhalten Cy-Young-Award
Die besten Pitcher der Saison 2016 waren Max Scherzer in der National League und Rick Porcello in der American League. So sehen es jedenfalls die Stimmberechtigten des Baseball-Journalistenverbandes BBWA. Diese Auszeichnungen überraschen mich etwas, vor allem im Fall von Scherzer. Er wurde auf 25 von 30 Stimmzetteln auf den ersten Platz gewählt und auf 3 weiteren auf den zweiten Platz. Damit ließ er seine Mitfinalisten Jon Lester und Kyle Hendricks deutlich hinter sich, obwohl diese deutlich bessere ERA-Werte (2.44 und 2.13 gegenüber Scherzers 2.96) aufwiesen. Schaut man auf andere aussagekräftige Daten wie FIP oder WAR, so besagen diese Zahlen, dass Noah Syndergaard und der verstorbene Jose Fernandez mehr für ihr Team getan haben als Scherzer, aber diese beiden waren noch nicht mal unter den Finalisten der Wahl. Klar, Zahlen sind nicht alles, Scherzer ist unbestreitbar ein großartiger Pitcher und er hatte eine gute Saison. Aber als so überragend gegenüber den genannten Konkurrenten, wie es das Wahlergebnis aussehen lässt, kann ich ihn beim besten Willen nicht sehen.

Auch mit Porcello bin ich nicht ganz einverstanden, aber wenigstens war es in dem Fall ein knappes Wahlergebnis zwischen ihm und Justin Verlander, der die Auszeichnung meiner Ansicht nach ein bisschen mehr verdient hätte. Ganz vorne hätte ich persönlich Corey Kluber gesehen, aber natürlich ist mein Urteilsvermögen in dem Fall etwas durch die starke Postseason von Kluber beeinflusst, welche für die Cy-Young-Entscheidung nicht berücksichtigt wurde.

Francona und Roberts sind Managers of the Year
Man sollte meinen, dass die Favoritenrolle für den Titel des Managers des Jahres derjenige Manager hat, der sein Team zum World-Series-Sieg geführt hat. Tatsächlich spielt das aber überhaupt keine Rolle, denn die Stimmabgabe innerhalb der BBWA erfolgt vor dem ersten Spiel der Postseason. Insofern fühlt es sich zwar ein bisschen komisch an, dass die Auszeichnung an die beiden Manager geht, deren Teams letztlich in den entscheidenden Momenten den Kürzeren gegenüber dem leer ausgehenden Joe Maddon und seinen Chicago Cubs zogen, aber eine gute Wahl ist es in meinen Augen trotzdem. Terry Francona und Dave Roberts haben miteinander gemeinsam, dass ihre Teams, die Cleveland Indians und die Los Angeles Dodgers, nicht als klare Favoriten in ihre Divisionen gingen, das ganze Jahr über mit überdurchschnittlich hohem Verletzungspech leben mussten und dennoch eine großartige Saison hinlegten. Das darf man ruhig mal anerkennen.

Seager und Fulmer sind Rookies of the Year
Die Wahl zum Rookie des Jahres in der NL war ein No-Brainer: Dodgers-Shortstop Corey Seager ging als klarer Favorit ins Rennen und wurde letztlich einstimmig gewählt. Seager produzierte den besten Average (.308) und die meisten Runs (105) seines Teams, die beste OPS (.877) aller MLB-Shortstops und überzeugte gleichermaßen in der Defensive auf der wohl schwierigsten aller Feldpositionen.

Ebenfalls recht eindeutig fiel die Wahl in der AL aus, die Tigers-Pitcher Michael Fulmer mit 26 von 30 Stimmen gewann. Fulmer, der 2015 im Tausch gegen Yoenis Cespedes von den New York Mets nach Detroit gekommen war, brachte es in seiner ersten vollen Saison auf einen ERA von 3.06 und scheint für die nächsten Jahre als das Ass seines Teams gesetzt. Beeindrucken konnte er vor allem mit seinem Changeup, den er über 400-mal warf und den Gegnern dabei einen Average von nur .167 und keinen einzigen Homerun erlaubte.

Nicht unerwähnt lassen sollte man Gary Sanchez. Der junge Catcher der Yankees hatte einen furiosen Einstand mit einem Average von .299, 20 Homeruns und einer OPS von 1.032 in nur 53 Spielen. Allerdings wurden ihm diese nur 53 Spiele wohl bei der Wahl zum Verhängnis, weil das als in der Fachwelt als zu kleine Stichprobengröße gilt, um eine Schlagleistung stabil beurteilen zu können. Das klingt ein bisschen komisch angesichts der Tatsache, dass Michael Fulmer nur 26 Spiele benötigte, um Rookie of the Year zu werden, aber es ist natürlich auch klar, dass an einen Starting Pitcher, der standardmäßig nur alle fünf Spiele antritt, ein anderes Maß angelegt wird als an einen Batter.

Braves setzen auf erfahrene Pitcher
Die Atlanta Braves beziehen mit Beginn der Saison 2017 ein neues Stadion, den SunTrust Park, und sie scheinen wild entschlossen, zu diesem Anlass ein konkurrenzfähiges Team auf die Beine zu stellen. Dieser Wunsch ist nicht so weit hergeholt, wie es der letzte Platz in der NL East vermuten lässt: Die Offensive machte schon in den letzten Wochen der abgelaufenen Saison den Eindruck, die entscheidende Kurve genommen zu haben; für das Pitching sind mit Julio Teheran und Mike Foltynewicz ein Ass und ein ordentlicher Starter vorhanden, dazu stehen im Farmsystem einige Talente in den Startlöchern. Was bislang fehlte, waren ein paar einigermaßen verlässliche Leute, die die ein bis zwei Jahre überbrücken, bis die Rotation aus dem eigenen Nachwuchs komplettiert werden kann. Insofern war es ein kluger Zug, mit Bartolo Colon und R. A. Dickey gleich zwei Mammuts zu verpflichten, die genau diesen Zweck erfüllen und zudem als Mentoren für das junge Team fungieren können. Gerüchten zufolge sind die Braves mit dem Aufrüsten ihrer Rotation noch nicht fertig, sie gelten als ernsthafte Mitbieter für Chris Sale und Chris Archer.

Blue Jays stellen Weichen
Neben den Braves sind vor allem die Toronto Blue Jays mit einem aggressiven Start in die Free Agency aufgefallen: Am Freitag sicherten sie sich für sieben Jahre die Dienste des 23-jährigen vielseitig einsetzbaren Kubaners Lourdes Gourriel sowie für drei Jahre die von 1B/DH Kendrys Morales. Darüber hinaus gelten sie als starke Interessenten an einem Deal mit den New York Mets für Jay Bruce. Für die eigenen Free Agents Edwin Encarnacion und Jose Bautista bedeutet das wohl, dass man in Toronto tendenziell ohne sie plant.

Walker und Hellickson akzeptieren Qualifying Offers
Von den zehn Qualifying Offers über 17,2 Millionen Dollar für einen 1-Jahres-Vertrag wurden erwartungsgemäß die meisten – genauer gesagt acht – von den betreffenden Spielern abgelehnt. Angenommen wurden sie allerdings von 2B Neil Walker, der somit ein weiteres Jahr bei den New York Mets bleibt, sowie von RHP Jeremy Hellickson von den Philadelphia Phillies.

Neue Arbeitgeber für Danny Valencia und Howie Kendrick
Das Warten auf den ersten „großen“ Trade der Offseason dauert an, derweil sind zwei kleinere eine Erwähnung wert: Die Seattle Mariners haben sich mit den Oakland Athletics geeinigt, dass sie Allrounder Danny Valencia im Tausch für Prospect-Pitcher Paul Blackburn erhalten. Und OF Howie Kendrick geht von den Los Angeles Dodgers zu den Philadelphia Phillies, welche dafür die beiden Utility-Player Darin Ruf und Darnell Sweeney bekommen.

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