Juni 10th, 2021 by Silversurger

Kleber ist ja eigentlich dafür da, Dinge zusammenzufügen, aber in der MLB haben klebrige Substanzen gerade den gegenteiligen Effekt: Sie verursachen einen tiefen Riss zwischen jenen, die den Gebrauch solcher Hilfsmittel durch Pitcher als ein Problem ansehen und jenen, die das in Ordnung finden. Die reine Tatsache, dass Mittel wie Pinienteer, Tyrus Sticky Grip oder Spider Tack unter Pitchern verbreitet sind, um einen besseren Griff an den Ball zu bekommen und dessen Rotation zu erhöhen, bestreitet so gut wie niemand. Es gibt nur auf der einen Seite Spieler wie Josh Donaldson, die sich darüber öffentlich beschweren, und auf der anderen Seite solche wie Aaron Judge oder Pete Alonso, die das Thema als eine Art Kavaliersdelikt darstellen, bei dem Chancengleichheit dadurch entsteht, dass es quasi jeder macht. Interessanterweise sind es fast ausschließlich Batter, die sich zu der Situation äußern. Pitcher wie Cy-Young-Kandidat Gerrit Cole neigen dazu, ausweichend auf klebrige Fragen zu antworten – wohl auch vor dem Hintergrund, dass die MLB angekündigt hat, die bestehenden Regeln von jetzt an konsequenter umzusetzen. Ein erster Warnschuss wurde diese Woche abgegeben, indem mindestens vier Minor-League-Pitcher für jeweils zehn Spiele gesperrt wurden. Das Thema wird die laufende Saison wohl noch für eine Weile begleiten. Jetzt aber erst mal zum aktuellen sportlichen Geschehen:

American League
Die Tampa Bay Rays (39-24) zeigen nach wie vor keine Spur von World-Series-Hangover. Mit ihrer Bilanz sind sie bislang das stärkste Team sowohl der AL East als auch der gesamten MLB. Der Erfolg der Rays basiert, wie man es von ihnen gewohnt ist, nicht auf großen Namen, sondern auf einem ausgewogenen Kader, bei dem alle kleinen Rädchen ineinander greifen und jedes davon bei Bedarf ausgetauscht werden kann. Mit diesem Erfolgsrezept bringen sie es in der bisherigen Saison auf die zweitmeisten erzielten und die zweitwenigsten kassierten Runs der AL. Ihre Rolle als Verfolger Nummer eins der Rays haben die Boston Red Sox (37-25) gefestigt, indem sie am vergangenen Wochenende mit einem 3-Spiele-Sweep die New York Yankees (33-29) in deren eigenem Ballpark abfertigten – übrigens zum ersten Mal seit zehn Jahren. Mitte nächster Woche kommt es in Buffalo zu einem interessanten Duell zwischen den Toronto Blue Jays (31-28) und den Yankees. Ein klarer Ausgang dieser Serie könnte für das unterlegene Team bedeuten, dass man das Rennen um die Playoff-Plätze vorerst abhaken kann. 

Die AL Central bietet zurzeit von allen Divisionen das eindeutigste Bild. Die Chicago White Sox (37-24) führen klar mit vier Spielen Vorsprung vor den Cleveland Indians (32-27). Dass dieser Abstand kein Zufall, sondern eher noch schmeichelhaft für die Indians ist, zeigt der Blick auf die Run Differentials: Die White Sox haben mit +86 das beste Runverhältnis der gesamten Liga, während die Indians (-12) genau wie alle anderen Teams der Division im negativen Bereich rangieren. Die Detroit Tigers (25-36) und die Minnesota Twins (24-37) sind in der Division längst abgeschlagen; nur was ich von den Kansas City Royals (29-31) halten soll, weiß ich nicht so recht. Einem bärenstarken Saisonbeginn im April folgte der freie Fall in der ersten Maihälfte. Dann arbeiteten sich die Royals langsam wieder hoch, bevor sie zuletzt fünf Spiele in Folge verloren. Angesichts einer anstehenden Vier-Spiele-Serie in Oakland könnte es schwer werden, diesen Negativtrend zeitnah zu stoppen.

Im Gegensatz zu den Royals zeigen die Oakland Athletics (37-26) nämlich eine beeindruckende Konstanz. Ignoriert man ihren mit sechs Niederlagen verschlafenen Start in die Saison, weisen sie seitdem die beste Bilanz der gesamten MLB auf. So reicht es immerhin zur Führung in der AL West, wenn auch nur knapp vor den Houston Astros (35-26). Die Astros haben acht ihrer letzten zehn Spiele gewonnen, allesamt gegen starke Gegner wie die Padres, die Red Sox und die Blue Jays. Das Rennen zwischen ihnen und den A’s dürfte auf absehbare Zeit interessant bleiben, während die Seattle Mariners (31-32) langsam aber sicher den Anschluss an das Spitzenduo verlieren. Einen klaren Aufwärtstrend zeigten zuletzt die Los Angeles Angels (30-32) mit fünf Siegen aus den letzten sechs Spielen. Auch ihnen traue ich eher nicht zu, noch ernsthaft ins Rennen einzugreifen. Sie können mich gerne eines Besseren belehren, indem sie Mitte nächster Woche ein paar Spiele gegen die Athletics gewinnen.

National League
In der NL East halten sich die New York Mets (30-24) trotz widriger Umstände wie Verletzungen, Offensiv-Slumps und Spielausfällen nach wie vor wacker auf Platz eins. Das liegt nicht zuletzt an der schwachen Konkurrenz, denn die Atlanta Braves (29-30), Philadelphia Phillies (29-31), Washington Nationals (25-33) und Miami Marlins (26-35) stehen durch die Bank bei negativen Bilanzen und negativen Run Differentials – mit Ausnahme der Braves, deren Run Differential bei null steht. Ob die Mets sich auf Dauer da oben einrichten können, werden die anstehenden vier Wochen der Wahrheit weisen, vor die sie der Spielplan stellt: 3-mal gegen die Padres, 4-mal gegen die Cubs, 5-mal gegen die Nationals, 7-mal gegen die Braves, 4-mal gegen die Phillies, 3-mal gegen die Yankees und 3-mal gegen die Brewers lautet das bockelharte Programm. Falls die Mets dann, nach gut der Hälfte der Saison, noch vorne stehen sollten, darf man sich wirklich fragen, wer sie noch stoppen soll. 

Eine Woche der Wahrheit steht auch in der NL Central an. Das betrifft zum einen das bevorstehende Duell der Chicago Cubs (35-27) und der St. Louis Cardinals (32-30). Die Cubs befinden sich seit Wochen im Aufwärtstrend, in dessen Zuge sie die Cardinals als Tabellenführer entthront haben. Diese hingegen scheinen völlig von der Rolle, haben zuletzt acht von zehn Spielen verloren, darunter alle vier Partien einer Heimserie gegen die Cincinnati Reds (29-30). Wenn die drei Spiele in Chicago von Freitag bis Samstag nicht die Wende bringen, rückt die Divisionsspitze für St. Louis in weite Ferne. Hinzu kommt, dass mit den Milwaukee Brewers (34-27) ein weiteres Team in der Division einen starken Lauf und sich mittlerweile schon zwischen die Cubs und die Cardinals geschoben hat. Zehn der letzten zwölf Spiele haben die Brewers für sich entschieden. In den kommenden Tagen geht es für sie viermal gegen die Reds und dreimal gegen die Pittsburgh Pirates (23-37) – Gelegenheit genug, um sich von diesen Teams aus der unteren Tabellenhälfte weiter abzusetzen und Kapital daraus zu ziehen, dass die Cubs und die Cardinals sich gegenseitig Punkte abnehmen.

In der NL West finden wir das beste Team der NL und obwohl das schon seit Wochen so ist, bin ich bei jedem Blick auf die Tabelle wieder überrascht, dass es sich weder um die Los Angeles Dodgers (36-25) noch um die San Diego Padres (37-27) handelt, sondern um die San Francisco Giants (38-23). Natürlich sind noch hundert Spiele zu spielen, aber die Saison ist schon weit genug vorangeschritten, um sagen zu können, dass die Giants offensichtlich „for real“ sind. Nach den Dodgers am vorletzten Wochenende haben sie auch die Cubs am letzten Wochenende 3-1 geschlagen und damit gezeigt, dass sie gegen die Spitzenteams bestehen können. Nun warten erstmal vermeintlich leichtere Aufgaben in Form der Nationals und der Arizona Diamondbacks (20-43). Letztere zeigen sich seit Wochen in einem desolaten Zustand. Seit Mitte Mai haben sie unglaubliche 21 von 23 Spielen verloren, weisen mittlerweile die schlechteste Bilanz der gesamten Liga auf. Falls hier Fans der Diamondbacks mitlesen – schaut euch lieber nicht den Restspielplan bis zum All-Star-Break an…

Szene der Woche 
Eines der vielen schönen Dinge am Baseball ist, dass man auch in Misserfolgen und Niederlagen immer wieder besondere Teil- und Einzelleistungen findet, an denen man sich erfreuen kann. Die Yankees hatten so einen Moment am Freitag, als ihr Starter Michael King im vierten Durchgang gegen die Red Sox ein immaculate Inning warf. Von einem solchen „makellosen“ Inning spricht man, wenn es aus drei Strikeouts besteht und der Pitcher dafür nur die Mindestanzahl von neun Pitches benötigt. In der MLB-Historie gab es bislang 103 immaculate Innings. Zum Vergleich: No-Hitter kamen mehr als dreimal so oft vor, nämlich 311-mal. Richtig freuen konnte King sich über seinen Eintrag in die Geschichtsbücher aber nicht: „Ich würde lieber ein Spiel gewinnen statt ein immaculate Inning zu werfen,“ war sein Fazit nach der 2:5-Niederlage seines Teams.

Statistik der Woche 
2765. So viele Spiele hat Tony La Russa als MLB-Manager gewonnen. Mit Sieg Nummer 2764 überholte der Cheftrainer der Chicago White Sox am Sonntag John McGraw in der ewigen Rangliste. An Platz eins wird der 76-Jährige wohl nicht mehr herankommen, denn dort steht Connie Mack mit unglaublichen 3731 Wins. Dabei möchte ich nicht verschweigen, dass Mack die Niederlagentabelle noch deutlicher anführt als die mit den Siegen. Hinter seinen 3948 verlorenen Spielen belegt auch hier La Russa den zweiten Platz mit 2389.

Spiel der Woche
Pleiten, Pech und Pannen lautete das Motto in der Partie der Phillies gegen die Nationals am Sonntag. Im ersten Inning gab es eine Unterbrechung, weil Brian O’Nora einen Foulball an die Gesichtsmaske bekam und das Spiel verlassen musste. Im dritten Inning wurde das Spiel unterbrochen, weil Nationals-Pitcher Austin Voth einen Fastball von Vince Velasquez ins Gesicht bekam und sich die Nase brach. Die nächste und längste Unterbrechung kam im achten Inning, als das Schutznetz entlang des Infields herunterfiel und vom engagierten Stadionpersonal wieder aufgehängt werden musste. Baseball wurde zwischendurch auch noch gespielt. Die Phillies gewannen 12:6, unter anderem mit dem 100. Homerun in der Karriere von Catcher J. T. Realmuto.

Mein Einschalttipp
Die Padres und die Mets lieferten sich schon am letzten Wochenende in New York eine sehenswerte Serie, in der sie sich letztlich die Siege 2-2 teilten. Zwei der Spiele waren geprägt durch überragendes Pitching: das 2:0 der Padres vom Freitag mit sieben Innings (1 H, 0 ER, 10 K) von Blake Snell sowie das 4:0 der Mets vom Samstag mit sieben Innings (3 H, 0 ER, 11 K) von Jacob deGrom. Dieses Wochenende treffen die beiden Teams wieder aufeinander, und voraussichtlich wird es gleich am Freitag zum potenziell epischen Duell zwischen Snell und deGrom kommen. Sofern ihr euch an Baseball auch dann erfreuen könnt, wenn Hits und Runs Seltenheitswert haben, dann schaltet morgen Nacht um 1:10 Uhr unserer Zeit mlb.tv ein – auch ohne Abo, denn die Partie ist das „Free Game of the Day“.

Posted in Grand Slam, MLB Tagged with: , , , , , , , , , , , , , , ,

Dezember 31st, 2020 by Silversurger

Nur ein paar Stunden noch, dann haben wir dieses dämliche Jahr hinter uns. Die meisten MLB-Teams befinden sich, was relevante Neuigkeiten angeht, im zwischenjährlichen Tiefschlaf. Allein im sonnigen Südkalifornien will man von Winterruhe nichts wissen – von Böllerverbot offenbar auch nicht, denn sonst hätten die San Diego Padres das Jahr wohl kaum mit derartigen Paukenschlägen beendet wie den Trades für Blake Snell und Yu Darvish.  

Die Padres gehen auf’s Ganze
Die Saison 2020 war das Breakout-Jahr für ein hochtalentiertes Padres-Team, das sich sowohl in der NL West als auch in den Playoffs lediglich dem späteren World Champion Los Angeles Dodgers unterordnen musste. Mangelnde Tiefe der Pitching-Rotation war die einzige größere Schwäche der Padres, insbesondere nachdem Mike Clevinger zum Ende der Saison eine Tommy-John-Surgery benötigte. Doch diese Schwäche dürfte nach dem Trade-Doppelschlag von Anfang der Woche nun auch Geschichte sein.
Im ersten spektakulären Move lotsten sie am Sonntag Blake Snell von den Tampa Bay Rays nach San Diego. Der Cy-Young-Gewinner von 2018 ist einer der Top-Pitcher der Liga mit einem ERA von 2.85 über die letzten drei Jahre. Die Rays erhalten als Gegenwert ein dickes Paket hochkarätiger Talente, bestehend aus den Catchern Francisco Mejia (25) und Blake Hunt (22) sowie den Pitchern Luis Patino (21) und Cole Wilcox (21).
Am Montag folgte der nächste Kracher in Form eines Trades mit den Chicago Cubs. Die Cubs geben mit Cy-Young-Finalist Yu Darvish den besten Starting Pitcher ihres Teams her und mit Victor Caratini einen soliden Catcher. Für Chicago stellt sich so langsam die Frage, ob die Cubs unter ihrem neuen Front Office in eine Art Rebuild gehen, nachdem vor Darvish und Caratini bereits Kyle Schwarber und Albert Almora weggeschickt wurden und sich um Kris Bryant und Willson Contreras hartnäckig Trade-Spekulationen ranken. Die Gegenleistung der Padres an die Cubs besteht außer Rechtshänder Zach Davies aus Hoffungssträgern für die relativ ferne Zukunft mit den Shortstops Reginald Preciado (17) und Yeison Santana (20) sowie den Outfieldern Owen Caissie (20) und Ismael Mena (18).
Als wäre die Aufrüstung mit Snell, Darvish und Caratini innerhalb von 24 Stunden nicht schon beeindruckend genug, haben die Padres im selben Zeitfenster auch noch eine internationale Neuverpflichtung klar gemacht: Von den koreanischen Kiwoom Heroes holen sie Infielder Ha-Seong Kim. Der 25-Jährige bekommt einen Vierjahresvertrag über 25 Millionen Dollar, zudem fließen 5 Millionen Ablöse an den abgebenden Verein. Mit einer Slashline von .307/.393/.500 und 49 Homeruns in den letzten beiden Jahren war Kim einer der Top-Hitter der KBO. Er soll für die Padres voraussichtlich an der zweiten Base spielen.

Josh Bell zu den Nationals 
Die Washington Nationals waren am Weihnachtsabend noch shoppen, um sich einen neuen First Baseman zu gönnen. Josh Bell kommt von den Pittsburgh Pirates im Austausch gegen die beiden Minor-League-Pitcher Wil Crowe und Eddie Yean. Wie nahezu das gesamte Pirates-Lineup hatte Bell in der Kurz-Saison 2020 eine schwierige Zeit (.226/.305/.364), davon abgesehen war der 28-Jährige Switch-Hitter in den letzten Jahren eine verlässliche Größe. Der All-Star von 2019 geht in sein zweites Arbitration-Jahr, das heißt die Nationals haben ihn 2021 und 2022 für relativ überschaubares Geld unter Kontrolle.
Ob die Gegenleistung, die die Pirates bekommen, die Abgabe von Bell wert ist, wird sich erst im Laufe der Jahre zeigen. Der 26-jährige Crowe galt lange als eines der besseren Prospects der Nationals, aber er brauchte viel Zeit in den niedrigeren Minor Leagues und konnte bei seinen wenigen AAA- und MLB-Einsätzen nicht überzeugen. Die größeren Hoffnungen ruhen auf Yean, der allerdings erst 19 Jahre alt ist und noch ein paar Jahre benötigen wird, um sein Arsenal rund um einen 97mph-Fastball zur Major-League-Reife zu verfeinern.

Japanischer Hoffnungsträger für die Rangers 
Weihnachtsgeschenke gibt es in den USA üblicherweise am 25. Dezember. Dieses Jahr waren an dem Tag die Texas Rangers die einzigen, die sich ein solches in Form eines neuen Spielers gemacht haben. Der 28-jährige Pitcher Kohei Arihara kommt von den Hokkaido Nippon Ham Fighters aus der japanischen NPB. Der Rechtshänder erhält 6,2 Millionen Dollar für einen Zweijahresvertrag, zudem müssen die Rangers eine Ablöse von 1,24 Millionen nach Japan überweisen. Arihara hat in den vergangenen sechs Jahren 836 Innings mit einem ERA von 3.74 absolviert. 2019 hatte er sein bislang bestes Jahr mit einem ERA von 2.46. Seine Hauptpitches sind ein Fastball in den niedrigen 90ern, ein Changeup und ein Slider. Zudem hat er vier weitere Pitches im Arsenal – eine ungewöhnlich breite Auswahl, die ihn für gegnerische Hitter schwer berechenbar macht.

Reliever finden ein Zuhause
Zwei kleine Neuverpflichtungen habe ich noch zu melden: Die Minnesota Twins haben sich mit Relief Pitcher Hansel Robles auf einen Einjahresvertrag geeinigt. Der Rechtshänder erhält dafür 2 Millionen Dollar, die er durch leistungsbezogene Bestandteile um weitere 0,5 Millionen aufstocken kann. Auch die Philadelphia Phillies bekommen Hilfe für den Bullpen: Durch einen Dreieckstrade mit den Rays und den Dodgers, in dessen Zuge mehrere Minor Leaguer getauscht wurden, erhalten sie den linkshändigen Reliever José Alvarado

Posted in Grand Slam, MLB Tagged with: , , , , , , , , , , , , , , ,

Oktober 29th, 2020 by Silversurger

Die MLB-Saison 2020 ist Geschichte. In den Los Angeles Dodgers hat sie einen würdigen und verdienten Champion gefunden, der die Tampa Bay Rays in einer mitreißenden Finalserie mit 4:2 besiegte. 

Was wird hängen bleiben von dieser World Series? Vermutlich vor allem die Entscheidung von Rays-Manager Kevin Cash in Spiel sechs, seinen bis dahin überragenden Starter Blake Snell früh auszuwechseln – die Dodgers drehten direkt im Anschluss daran das Spiel zu ihren Gunsten. In Erinnerung bleiben sicher auch die starken Schlagleistungen von World-Series-MVP Corey Seager und von Tampas Rookie-Sensation Randy Arozarena sowie das verrückte Comeback der Rays in Spiel vier.

Die World Championship 2020 wird für immer eine kleine Fußnote tragen, weil sie wegen der Coronapandemie „nur“ eine verkürzte Saison krönt. Das soll die Leistung der Dodgers aber in keiner Weise schmälern – überzeugender als sie kann man weder die reguläre Saison noch die Playoffs dominieren. Apropos Corona: Die Pandemie hat die MLB-Postseason glücklicherweise weitgehend verschont. Quasi in letzter Sekunde holte sie sich dann aber doch wieder einen Platz in den Schlagzeilen. Justin Turner wurde nach dem siebten Inning ausgewechselt, weil während des Spiels ein Testergebnis eintraf, dass ihn als Covid-19-positiv auswies. Warum Turner erst nach sieben Innings raus musste, obwohl die MLB das Ergebnis wohl schon im zweiten Inning kannte, warum es nicht schon vor dem Spiel vorlag und vor allem warum Turner nach dem Spiel seine Mitspieler umarmen und für Fotos posieren durfte, wird wohl noch für einige Zeit Diskussionsstoff bieten.

Der Vollständigkeit halber noch ein kurzer Rückblick auf das letzte Spiel in der Form, wie ich ihn schon zu den Spielen 1 und 2 bzw. 3 bis 5 geschrieben hatte:

World Series, Spiel 6
Die Rays gingen als Favorit in diese Partie, weil das Pitching-Matchup klar für sie zu sprechen schien: Sie schickten Blake Snell ins Rennen gegen Tony Gonsolin, von dem klar war, dass er nicht mehr als der Opener eines Bullpen-Spiels der Dodgers sein würde. Tatsächlich übernahmen die Rays schon im ersten Inning die Führung durch einen Solo-Homerun von Randy Arozarena. Der Rookie baute seine Postseason-Rekorde damit auf 10 Homeruns und 29 Hits aus. Für die Dodgers hingegen erwies sich Snell als nahezu unhitbar. Der Starter der Rays brachte es auf 9 Strikeouts in 5.1 Innings, ließ kaum harten Kontakt zwischen Ball und Schläger zu und wurde dennoch nach dem zweiten Hit der Dodgers – einem soften Linedrive von Austin Barnes – nach nur 73 Pitches ausgewechselt. Das war vermutlich der Fehler des Jahres von Tampas Manager Kevin Cash, denn der eingewechselte Reliever Nick Anderson ließ direkt ein Double von Mookie Betts zu, ließ Barnes bei einem Wild Pitch scoren und Betts bei einem Fielder’s Choice von Seager. Schon stand es 2:1 für die Dodgers; eine Führung, die sie nicht mehr hergaben und im achten Inning per Homerun von Betts zum 3:1-Endstand ausbauten.

Szene der Woche
Was soll ich groß sagen, die Szene der Woche war natürlich der Triumph der Dodgers in der World Series. Zum Genießen für alle Fans und Freunde der Dodgers gibt es hier den entscheidenden Moment aus sechs verschiedenen Perspektiven mit ebenso vielen verschiedenen Kommentaren:

Statistik der Woche
62,9%. Das ist der Anteil der Spiele, die die Dodgers in den letzten vier Jahren gewonnen haben. Das macht sie nicht nur zum besten Team dieser vier Jahre, sondern auch zum besten in einem beliebigen Vierjahreszeitraum der Wild-Card-Ära (seit 1995). Auf Platz zwei dieser Statistik liegen die Yankees mit 62,8% in den Jahren 1996-1999. Die gewannen in diesem Zeitraum übrigens drei World Series. 

So geht es weiter
Die MLB befindet sich seit gestern offiziell in der Offseason und damit in der Vorbereitung auf eine hoffentlich einigermaßen normale Saison 2021. Große Themen der nächsten Monate – neben der Entwicklung der Pandemie – werden die Suchen der Boston Red Sox, der Chicago White Sox und der Detroit Tigers nach neuen Managern sein. Bei den Mets steht ein noch deutlich wichtigerer Wechsel an: Der Milliardär Steven Cohen will den Klub von Fred und Jeff Wilpon kaufen und benötigt dafür die Zustimmung von 23 der 29 anderen MLB-Teambesitzer.

Die Free Agency, also der Zeitraum, in dem Spieler ohne Vertrag bei einem neuen Klub unterschreiben können, beginnt am kommenden Montag, fünf Tage nach Ende der World Series. Bis Sonntag haben die Vereine Zeit, Verlängerungs- oder Kündigungsoptionen in bestehenden Verträgen zu ziehen und unter bestimmten Bedingungen Qualifying Offers an Spieler mit auslaufenden Kontrakten auszusprechen.

In der Woche ab dem 9. November werden die vier wichtigsten Awards der MLB für die Saison 2020 bekannt gegeben: die Rookies of the Year, die Managers of the Year, die Cy-Young-Awards und die Most Valuable Players, jeweils getrennt für die National League und die American League.

Der Baseblog wird euch wie gewohnt durch die Offseason begleiten, unter anderem mit wöchentlichen Updates zu aktuellen Entwicklungen im Grand Slam am Donnerstag. Hinzu kommen traditionelle Events wie das Baseblog-Wunschkonzert, die Wahl zur Most Ridiculous Injury (MRI-Award), Statusberichte zur Free Agency und auch wieder eine oder zwei Artikelserien zu einem Schwerpunktthema – lasst euch überraschen und schaut bitte weiterhin regelmäßig rein!

Posted in Grand Slam, MLB Tagged with: , , , , , , , ,

Dezember 3rd, 2019 by Silversurger

Wir wissen inzwischen, wer die MVPs, die Rookies und die Manager des Jahres 2019 sind, die All-Stars kennen wir schon lange und das erstmals gewählte All-MLB-Team wird in ein paar Tagen von der Liga bekannt gegeben. Was in dieser Reihe schöner Auszeichnungen noch fehlt, ist der Award, den es nur hier im Baseblog gibt: der für die dämlichste Verletzung, die „most ridiculous injury“, kurz der MRI-Award.

Letztes Jahr gab es ein lange spannendes Rennen zwischen Chris Martin, der sich auf dem Weg zu einer Schlägerei den Oberschenkel gezerrt hatte, und Hunter Strickland, der sich beim wutentbrannten Schlag gegen eine Tür die Hand gebrochen hatte. Chris Martin trug schließlich den Titel davon, doch verteidigen wird er ihn nicht, denn dafür waren seine Verletzungen im Jahr 2019 viel zu unspektakulär. Kollege Strickland hingegen steht erneut auf der Nominierungsliste – toll, was der Mann sich immer wieder einfallen lässt, um es in meine Blogartikel zu schaffen.

Genug der Vorrede, Ladies and Gentlemen, hier sind die Nominierten für den MRI-Award 2019:

  • Blake Snell: Schon kurz nach Saisonstart im April sicherte sich Blake Snell, Starter der Tampa Bay Rays, die Teilnahme an dieser Wahl. passiert ist es im heimischen Badezimmer: Snell kam – logischerweise nackt – aus der Dusche, sein Blick fiel auf ein nicht näher bezeichnetes Deko-Objekt aus Granit und brachte ihn spontan auf die Idee, dieses woanders hinzustellen. Dabei übersah er, dass das Objekt aus drei Teilen bestand, die nicht fest miteinander verbunden waren. Prompt fiel ihm eine Granitstange auf den vierten Zeh (sagt man dazu eigentlich „Ringzeh“?) des rechten Fußes und brach diesen. Snell fiel für zehn Tage aus.
  • Hunter Strickland: Der Reliever der Washington Nationals wird trotz erheblicher Rückschläge nicht müde, sich mit störenden Einrichtungsgegenständen im Clubhouse anzulegen. Letztes Jahr bezahlte er seine Attacke auf eine Tür mit zwei Monaten auf der Verletztenliste. Diesen August gelang es ihm, beim Training im Fitnessraum eine Schnur so an einer Hantel zu befestigen, dass diese ihm, als er im Sitzen an der Schnur zog, ins Gesicht klatschte und ihm die Nase brach. Zum Glück war es ein glatter, unkomplizierter Bruch, sodass Strickland schon zwei Tage später wieder spielen konnte.
  • Kyle Crick: Sich als Sportler nicht im Spiel oder im Training, sondern bei einer Schlägerei zu verletzen, ist eigentlich schon dämlich genug. Noch dämlicher ist es, wenn das beim Fight mit dem eigenen Teamkameraden passiert. Felipe Vazquez und Kyle Crick, beides Reliever der Pittsburgh Pirates, gerieten am 9. September aus unbekannten Gründen in der Kabine aneinander. Ein Wort gab das andere und schließlich wurde die Auseinandersetzung handfest. Crick legte hinterher Wert auf die Feststellung, Vazquez habe angefangen. Er selbst allerdings schlug so fest und ungeschickt zu, dass er sich ein Band im Zeigefinger riss und operiert werden musste. (Dass der inzwischen wegen Kindesmissbrauchs verhaftete Vazquez die Schläge wohl verdient hatte, ist eine andere, für diesen Artikel zu ernste und traurige Geschichte…)
  • Dellin Betances: Der Yankees-Reliever trat 2019 in genau einem einzigen Spiel auf. Fast ein Jahr lang war er mit Schulterproblemen ausgefallen, bevor er am 15. September gegen die Los Angeles Angels endlich sein Comeback feiern durfte. Er fertigte seine ersten beiden Batter mit Strikeouts ab und freute sich darüber so sehr, dass er jubelnd vom Mound sprang – wobei er sich die linke Achillessehne anriss und damit die Saison für sich beendete.

Welches war die dämlichste Verletzung der MLB-Saison 2019?

  • Dellin Betances – Achillessehnenriss beim Jubeln (52%, 27 Votes)
  • Hunter Strickland – Nasenbruch im Fitnessraum (21%, 11 Votes)
  • Kyle Crick – Handverletzung beim Fight mit Teamkamerad (13%, 7 Votes)
  • Blake Snell – Zehenfraktur im Badezimmer (13%, 7 Votes)

Total Voters: 52

Loading ... Loading ...

Die Abstimmung ist ab sofort und für genau eine Woche freigeschaltet. Selbstverständlich ist die Wahl anonym, aber ihr dürft gerne in den Kommentaren Wahlkampf für euren Favoriten machen.

Damit mich niemand falsch versteht: Es liegt mir nichts ferner als ernsthafte Verletzungen zu feiern oder mich darüber lustig zu machen. Jeder verletzte Spieler kann sich meines Mitgefühls und meiner aufrichtigen Genesungswünsche sicher sein. Trotzdem erlaube ich mir, über Missgeschicke wie die hier geschilderten in einem gewissen Rahmen zu lachen und zu scherzen – nicht mehr und nicht weniger als man innerhalb eines Sportteams nach solchen Aktionen auch den Spott der Mitspieler ertragen muss.

Posted in MLB Tagged with: , , , , ,

April 18th, 2019 by Silversurger

Die MLB ist drei Wochen nach Saisonstart noch erfreulich ausgeglichen – nur ein einziges Team hat sich in seiner Division schon spürbar vom Rest des Feldes abgesetzt, und dieses eine Team ist eine echte Überraschung: 5,5 Spiele Vorsprung haben die Tampa Bay Rays sich in der AL East bereits erarbeitet. Zum Vergleich: Die Führenden der fünf anderen Divisionen weisen zusammengenommen einen Vorsprung von 3,5 Spielen auf. Hier der wöchentliche Überblick zum aktuellen Stand in der Liga sowie in Blake Snells Badezimmer:

National League
Die Philadelphia Phillies (11-6) haben mit einer 2:1 gewonnenen Serie gegen die New York Mets (10-8) die Führung der National League East übernommen. Zuvor hatten die Mets und die Atlanta Braves (9-8) eine Vier-Spiele-Serie gesplittet. Die Braves verpassten zwar durch zwei Niederlagen gegen die Diamondbacks die Chance auf einen Sprung nach vorn, aber einen großen Erfolg konnten sie diese Woche dennoch verzeichnen: Ihr junger Second Baseman Ozzie Albies stimmte einer Vertragsverlängerung bis 2027 zu. Er erhält dafür 35 Millionen Dollar, was ein geradezu unglaubliches Schnäppchen aus Sicht des Klubs ist. Bei den Washington Nationals (8-8) halten sich bislang Siege und Niederlagen die Waage. Die anstehende Serie gegen die Miami Marlins (4-14) macht Hoffnung, dies zum Positiven ändern zu können.

In der NL Central behaupten die Milwaukee Brewers (12-7) den ersten Platz, aber ihre Leistungen sind bislang nicht konstant genug, um sich absetzen zu können. Die überraschend starken Pittsburgh Pirates (10-6) bleiben ebenso dran wie die St. Louis Cardinals (10-8), die gestern erfolgreich einen Sweep der Brewers abwehrten. Auch die Chicago Cubs (8-9) sind nach drei Siegen über die Marlins wieder im Rennen, während die Cincinnati Reds (5-12) bereits abgeschlagen sind.

Aus der NL West ist man klare Verhältnisse gewohnt, doch die gibt es zurzeit nicht: Die Los Angeles Dodgers (12-8) mussten ihren angestammten Platz an der Spitze zwischenzeitlich an die San Diego Padres (11-8) abgeben. Nach vier Siegen in Folge sind die Dodgers inzwischen wieder hauchdünn vorne, aber für sie steht nun eine anstrengende Reise nach Milwaukee und Chicago an. Die Padres haben eine dankbarere Aufgabe vor sich mit einer Vier-Spiele-Serie im eigenen Stadion gegen die Reds. Zuletzt haben sie dort allerdings zwei Niederlagen gegen die schwach gestarteten Colorado Rockies (6-12) einstecken müssen. Die Rockies erwarten nun die Phillies und die Nationals zu interessanten Heimserien. Mittelfristig rechne ich mit den Rockies eher als mit den Arizona Diamondbacks (9-9) und den San Francisco Giants (8-11).

American League
Die einzige Division, in der nach drei Wochen Baseball tatsächlich klare Verhältnisse herrschen, ist die American League East. Die Tampa Bay Rays (14-4) haben jede ihrer bislang sechs Serien gewonnen und lassen die Favoriten weit hinter sich. Das ist ein beeindruckender Saisonstart, man muss aber auch dazu sagen, dass sie es – außer den Astros zum Auftakt – bislang nicht mit den Top-Teams zu tun bekommen haben. Vom Selbstverständnis her ist der nächste Gegner Boston Red Sox (6-13) ein solches, von der Bilanz her bisher noch nicht. Das gilt auch für die New York Yankees (8-9), denen immerhin durch einen Zwei-Spiele-Sweep gegen die Red Sox etwas Aufbauarbeit gelungen ist. Die Verletzungsmisere der Yankees geht derweil unverändert weiter: Greg Bird ist das neueste Mitglied der langen Ausfallliste, ein Riss der Plantarsehne setzt ihn für mindestens einen Monat außer Gefecht. Blake Snell, das Pitcher-Ass der Rays, hat sich ebenfalls verletzt. Zum Glück verpasst er wohl nur einen Start, aber die Umstände, unter denen er sich den vierten Zeh am rechten Fuß brach, sind bemerkenswert: Er kam zu Hause aus der Dusche und hatte spontan die Idee, ein Deko-Objekt aus Granit umzustellen. Dabei übersah er, dass das Objekt aus mehreren Teilen bestand, die nicht fest miteinander verbunden waren. Prompt fiel ihm eine Granitstange auf besagten Zeh und brachte Snell eine frühe Nominierung für die dämlichste Verletzung des Jahres ein.

Die AL Central hatte zum Saisonbeginn ein paar Überraschungen zu bieten, doch inzwischen sieht sie schon wieder so aus, wie es zu erwarten war: die Cleveland Indians (11-7) vorne, die Minnesota Twins (9-6) dahinter und der Rest der Division mit negativen Bilanzen. Die Indians haben ihre Lage insbesondere durch einen Drei-Spiele-Sweep bei den Mariners verbessert. Gegen Atlanta und Miami stehen nun zwei lösbare Heimserien an.

Die erwähnte Serie zwischen den Indians und den Seattle Mariners (13-8) hat auch in der AL West zu einer gewissen Normalisierung des Tabellenbildes geführt – gemeinsam mit einer Reihe von zehn gewonnenen Spielen hintereinander für die Houston Astros (12-6). Der Favorit hat sich dadurch an die Spitze gesetzt und hält diese knapp auch nach der gestrigen Niederlage gegen die Oakland Athletics (11-10). Die Rolle der Texas Rangers (10-7) und der Los Angeles Angels (8-10) für diese Saison erscheint noch ungeklärt. Momentan haben die Rangers Oberwasser, nachdem sie die Angels in drei Spielen gesweept haben. Nun müssen sie allerdings gegen Houston antreten, während die Angels die angeschlagenen Mariners erwarten.

Szene der Woche
Warum verließ Justin Bour im ersten Inning des Spiels seiner Angels gegen die Cubs das Feld und ließ sich unterwegs widerstandslos von Javier Baez taggen, obwohl ihn der Umpire gerade safe an der zweiten Base gegeben hatte? Ich sehe drei mögliche Erklärungen: 1. Er hat den Safe-Call verpasst oder falsch verstanden. 2. Er ist ein durch und durch ehrlicher Mensch und wollte das Geschenk des Schiedsrichterirrtums nicht annehmen. 3. Es war ihm klar, dass dieser Call eine Review nach sich ziehen und geändert würde, und er wollte sich und allen anderen Beteiligten die Prozedur ersparen. Was auch immer tatsächlich hinter der Aktion steckte, sie war auf jeden Fall der kurioseste Moment der Baseballwoche. Zumindest eine ehrenvolle Erwähnung möchte ich zwei weiteren Szenen gönnen: dem Pitch von Yu Darvish, mit dem er auf einen Streich den Batter, den Catcher und den Umpire traf, und der hollywoodreifen Meidbewegung von Collin McHugh.

Statistik der Woche 
6.827. So viele Plate Appearances absolvierte Joey Votto in der MLB ohne ein einziges Pop Out zur ersten Base. Gestern, bei Nummer 6.828 im achten Inning seiner Reds gegen die Angels, ist es schließlich passiert. Zum ersten Mal in seiner dreizehnten MLB-Saison. Verblüffend, oder?

Spiel der Woche
Extra-Inning-Spiele sind Geschmackssache. Die normalen 9 Innings in rund drei Stunden sind im Vergleich mit den meisten anderen Sportarten schon mehr als lang genug und meistens sind Partien mit mehreren zusätzlichen Innings auch keine Offensivfeuerwerke. Ich persönlich liebe Extra-Innings – dass es keine Unentschieden gibt und auch keine halbseidenen Abkürzungen wie ein Elfmeterschießen ist für mich das Salz in der Baseballsuppe. Entsprechend happy war ich darüber, am Samstagmorgen zu sehen, dass die Rockies und die Giants im zehnten Inning sind, und dass ich dann quasi noch ein vollständiges Spiel geboten bekam. Nach 18 Innings wurde die längste Partie dieser Saison durch einen winzigen Fehler entschieden: Rockies-Catcher Chris Iannetta hatte den Fuß ein paar Zentimeter zu weit vorne und so konnte Brandon Belt bei einem Fielder’s Choice mit geladenen Bases den entscheidenden Run erzielen.

Mein Einschalttipp
Die Brewers und die Dodgers beginnen heute in Milwaukee eine Vier-Spiele-Serie. Beide Kontrahenten aus der NLCS 2018 führen zurzeit ihre Division an, beide werden den Spitzenplatz wohl verlieren, wenn sie diese Serie nicht erfolgreich gestalten. Das Finale der Serie wird am Sonntag zur für uns besten Sendezeit um 20:10 Uhr sowohl auf DAZN als auch auf mlb.tv übertragen. Als Starting Pitcher werden voraussichtlich Kenta Maeda (3.80 ERA, 4.91 FIP) und Brandon Woodruff (5.23 ERA, 3.04 FIP) antreten.

Posted in Grand Slam, MLB Tagged with: , , , , , , , , , , ,

März 28th, 2019 by Silversurger

Opening Day. Eine Woche nach dem „Gruß aus der Küche“ in Form der zwei Eröffnungsspiele zwischen Oakland und Seattle in Tokio beginnt heute endlich für alle MLB-Teams die Saison 2019. Da die Teams in den ersten Spielen in aller Regel ihre besten Pitcher ins Rennen schicken, stehen gleich ein paar echte Hammer-Matchups an. Die Tage vor dem Saisonbeginn waren dieses Jahr von ungewohnt vielen Vertragsverlängerungen für Top-Spieler geprägt – und leider auch vom üblichen Pensum niederschmetternder Verletzungsnachrichten. So ist die Saison für einige schon beendet, bevor sie überhaupt richtig begonnen hat. Dallas Keuchel und Craig Kimbrel hingegen sind fit und dennoch wird ihr Saisonbeginn sich verspäten, denn beide sind am Opening Day immer noch ohne neuen Arbeitgeber.

Zwei Highlights des Eröffnungstages
Wenn es nach Monaten des Wartens endlich wieder losgeht, ist natürlich jedes Spiel ein Highlight für alle Beteiligten. Auf zwei besonders herausragende Matchups möchte ich dennoch hinweisen: In der National League trifft Cy-Young-Gewinner Jacob deGrom mit den New York Mets auf den Zweitplatzierten der Cy-Young-Wahl, Max Scherzer, und die Washington Nationals. Das Spiel beginnt um 18:05 mitteleuropäischer Zeit. Sofern die Partie nach ungefähr drei Stunden beendet ist, lohnt es sich, gleich umzuschalten zur Übertragung aus Tampa Bay. Dort treten nämlich ab 21 Uhr unserer Zeit die Rays mit dem Cy-Young-Gewinner der American League, Blake Snell, gegen den Zweitplatzierten der Wahl, Justin Verlander, und die Houston Astros an. Interessantere Konstellationen hätte man sich kaum ausdenken können.

Jede Menge Vertragsverlängerungen
Der große Trend dieser Offseason oder zumindest der letzten Wochen ist der zu vorzeitigen Verlängerungen von Spielerverträgen. Es scheint derzeit sowohl bei den Klubs als auch bei den Spielern die Auffassung zu herrschen, dass man sein Schäfchen besser rechtzeitig ins Trockene bringt, statt in ein oder zwei Jahren die Ungewissenheiten der Free Agency auszutesten. Der große Paukenschlag war der Rekordvertrag von Mike Trout letzte Woche. In den folgenden Tagen schloss sich eine ganze Reihe weiterer Einigungen zwischen Starspielern und ihren aktuellen Vereinen an. Hier die wichtigsten, sortiert nach Höhe der garantierten Gehaltssummen:

Starting Pitcher Chris Sale hat für fünf weitere Jahre in Boston unterschrieben. Er erhält dafür 145 Millionen Dollar, zusätzlich zu den 15 Millionen, die ihm der bestehende Vertrag für 2019 einbringt. Von dem Geld sind 50 Millionen „deferred money“, das heißt diesen Teil erhält er von den Red Sox nicht gleich, sondern in Raten bis 2040.

Jacob deGrom hat sich mit den New York Mets auf einen Fünfjahresvertrag geeinigt, der allerdings eine Ausstiegsklausel für deGrom nach drei Jahren und eine Teamoption für die Mets auf ein sechstes Jahr enthält. Für die grundsätzlich vereinbarten fünf Jahre beträgt das Garantiegehalt des Pitchers 137,5 Millionen Dollar. Auch sein Vertrag enthält rund 50 Millionen Dollar, die erst mit 15 Jahren Verzögerung ausgezahlt werden.

Paul Goldschmidt hat zwar für die St. Louis Cardinals noch kein MLB-Spiel absolviert, aber der First Baseman fühlt sich bei seinem neuen Klub offensichtlich schon so wohl, dass er bereit war, sich ebenfalls für fünf Jahre zu binden. Der First Baseman, der von den Arizona Diamondbacks nach St. Louis getradet worden war, lässt sich seine Unterschrift mit 130 Millionen Dollar bezahlen.

Die Houston Astros haben sich gleich zwei Leistungsträger für die nächsten Jahre gesichert. Third Baseman Alex Bregman erhält einen Sechsjahresvertrag für glatte 100 Millionen Dollar, Starting Pitcher Justin Verlander bleibt nach seinem laufenden Vertrag für 2019 (28 Millionen) auch 2020 und 2021 in Houston und bekommt für die beiden Jahre zusammen weitere 66 Millionen.

Die Chicago Cubs behalten Starter Kyle Hendricks bis mindestens 2023 und bezahlen ihm dafür rund 63 Millionen Dollar. Sie haben sich zudem eine Teamoption auf die Saison 2024 gesichert, für die Hendricks weitere 16 Millionen bekäme.

Knebel, Souza Jr.: Saison gelaufen
Die Pechvögel der Woche sind Outfielder Steven Souza Jr. von den Arizona Diamondbacks und Closer Corey Knebel von den Milwaukee Brewers. Souza Jr. zog sich bei einem einem Slide über die Homeplate im Spring-Training-Spiel gegen die White Sox mehrere Bänderrisse im linken Knie zu. Er hatte sich gerade erst von einer anderen Verletzung zurück gekämpft und sollte einen Stammplatz im Rightfield der Diamondbacks einnehmen. Der Posten wird nun wohl von Neuverpflichtung Adam Jones übernommen.

Für Knebel deutet, nachdem sich ein seit Jahren bestehender leichter Bänderriss im Ellenbogen verstärkt hat, alles auf eine Tommy-John-Surgery hin. Wenn sich das bestätigt, wird er bis in die kommende Saison hinein ausfallen. Der Bullpen der Brewers, eigentlich das Prunkstück des Teams, hat damit schon den zweiten herben Rückschlag erlitten, denn auch Jeremy Jeffress wird mit Schulterproblemen zumindest noch einige Wochen ausfallen. Die Brewers sind nach den schlechten Nachrichten noch einmal tätig geworden und haben Reliever Alex Wilson für ein Jahr unter Vertrag genommen.

Einige weitere prominente Verletzungsopfer dieser Woche werden wohl zumindest irgendwann im Laufe der Saison wieder zur Verfügung stehen. Second Baseman Scooter Gennett von den Cincinnati Reds wird mit einer Leistenzerrung zwei bis drei Monate ausfallen. Für First Baseman Matt Olson von den Oakland Athletics lautete die Prognose nach seiner Handfraktur zunächst auf sechs bis acht Wochen Ausfallzeit. Möglicherweise rechnen die A’s aber doch mit einer längeren Pause, jedenfalls haben sie gestern mit Kendrys Morales von den Toronto Blue Jays eine Vertretung für Olson geholt. Auch Francisco Lindor fällt noch eine Weile aus. Der Shortstop der Cleveland Indians war gerade dabei, nach einer Wadenverletzung wieder Spielform aufzubauen, doch nun macht der Knöchel Probleme. Es werden neue Untersuchungen nötig, Lindors Rückkehr ins Team verschiebt sich auf bislang unbestimmte Zeit.

Was wird aus Keuchel und Kimbrel?
Es wurde auch dieses Jahr viel über die langsame und ereignisarme Free Agency geklagt, aber im Endeffekt sind doch fast alle „eindeutigen“ Major Leaguer wieder für gutes Geld bei MLB-Klubs untergekommen. Die beiden Ausnahmen sind Starting Pitcher Dallas Keuchel und Reliever Craig Kimbrel. Zumindest in der frühen Phase der Offseason gab es wohl ein paar Angebote und Verhandlungen, doch beide Pitcher konnten sich nicht mit einem Klub einigen. Es hing (natürlich) am Geld, vor allem aber auch an der Vertragslaufzeit, denn der 31-jährige Keuchel und der in Kürze ebenso alte Kimbrel bestehen auf der Sicherheit eines mehrjährigen Engagements. In den letzten Wochen wurde es um beide erstaunlich ruhig. Ich schätze, sie werden abwarten, bis der eine oder andere Klub durch Verletzungen anderer Spieler unter Handlungsdruck gerät und dann doch bereit ist, das Portemonnaie etwas weiter aufzumachen.

Posted in Grand Slam, MLB Tagged with: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

November 15th, 2018 by Silversurger

Diese Woche steht der Grand Slam ganz im Zeichen der offiziellen MLB-Awards für die Saison 2018. Die besten Rookies, die besten Manager und die besten Pitcher des Jahres wurden in den letzten Tagen bekannt gegeben. Nun richtet sich die Spannung auf die wichtigste Einzelauszeichnung, den Most Valuable Player (MVP) in beiden Teilligen. Die wichtigsten sonstigen Nachrichten der Woche sind, dass in Baltimore eine GM-Karriere neu beginnt, in Minnesota eine bedeutende Spielerkarriere endet und die Karriere des Spitzenfunktionärs der MLB um fünf Jahre verlängert wird.

Cy-Young-Awards für Snell und deGrom
Die beiden herausragenden Pitcher des Jahres sind Blake Snell von den Tampa Bay Rays in der American League und Jacob deGrom von den New York Mets in der National League. In der AL war es ein relativ knappes Rennen zwischen Snell und Houstons Justin Verlander. Snell setzte sich am Ende mit 17 ersten Plätzen auf den 30 Wahlzetteln und mit insgesamt 169 Punkten durch, während Verlander die restlichen 13 Erstplatzierungen und 154 Gesamtpunkte hatte. Für deGrom war es eine sehr viel deutlichere Angelegenheit: 29 von 30 Erststimmen und 207 Gesamtpunkte entfielen auf ihn, der Abstand auf Washingtons Max Scherzer mit einem einzigen ersten Platz und 123 Punkten war riesig. Im Endeffekt haben sich also die Pitcher durchgesetzt, die in der populärsten Statistik – dem Earned Run Average – vorne lagen. 1.70 ERA von deGrom und 1.89 ERA von Snell ergeben das erste Mal in der über 50-jährigen Geschichte des Awards, dass die Preisträger in beiden Ligen einen Wert von unter 1.90 aufweisen.

Ohtani und Acuna die besten Rookies
Die Wahlen zum besten Neuling des Jahres gingen in beiden Ligen eindeutig aus. In der NL landete Outfielder Ronald Acuna Jr. von den Atlanta Braves mit 27 ersten Plätzen deutlich vor Washingtons Juan Soto und Walker Buehler von den Dodgers. Das war einigermaßen erwartbar, im Gegensatz zum Ergebnis der AL: Shohei Ohtani, Two-Way-Star als Pitcher und Batter für die Los Angeles Angels, landete auf 25 von 30 Wahlscheinen ganz vorne und ließ die Yankees-Infielder Miguel Andujar und Gleyber Torres abgeschlagen auf den Plätzen zwei und drei landen. Andujar galt vorher als Mitfavorit auf Augenhöhe, aber am Ende führte dann für eine Mehrzahl der Wahlberechtigten trotz Verletzung offensichtlich kein Weg vorbei an dem spektakulären Multitalent aus Japan.

Manager des Jahres sind Melvin und Snitker
Mit Bob Melvin von den Oakland Athletics und Brian Snitker von den Atlanta Braves gewannen zwei Manager die jährliche Auszeichnung, die ihre jeweiligen Teams zu überraschend starken Saisons gecoacht haben. Melvin gelang es, mit den Athletics und ihrem Low-Budget-Kader 97 Siege zu erzielen und bis in die Wild-Card-Runde der AL vorzudringen. Für diese Leistung erhielt er 18 von 30 Erststimmen. Auf Platz zwei landete Alex Cora vom World-Series-Sieger Boston Red Sox. Snitker brachte es mit seinem jungen Team auf eine Bilanz von 90-72, was genau der Kehrwert der vorherigen Saison der Braves war und für den Gewinn der NL East reichte. Bei der Wahl zum NL-Manager des Jahres kam er 17-mal auf den ersten Platz und gewann den Award knapp von Craig Counsell von den Milwaukee Brewers. Man muss an dieser Stelle noch mal herausstellen, dass alle Awards, die diese Woche vergeben wurden und noch werden, sich ausdrücklich auf die reguläre Saison beziehen. Die Wahl durch die Journalistenvereinigung BBWA fand direkt vor dem Start der Postseason statt und somit ohne Berücksichtigung von Erfolgen oder Misserfolgen in den Playoffs.

MVP-Awards folgen heute Nacht
Heute Nacht, zwischen 0 und 1 Uhr mitteleuropäischer Zeit, werden die höchsten Auszeichnungen vergeben, die man als Spieler in einer Saison erreichen kann. Genau wie für die anderen Awards wurden vorher jeweils drei Finalisten bekannt gegeben. In beiden Ligen gibt es klare Favoriten und es wäre eine große Überraschung, wenn nicht Mookie Betts in der AL und Christian Yelich in der NL die begehrte Trophäe erhielten. Die anderen Finalisten – José Ramirez und Mike Trout in der AL, Nolan Arenado und Javier Báez in der NL – stehen alle mit Recht auf dem Treppchen, aber an Betts und Yelich dürfte dieses Jahr kein Weg vorbei führen. Beide dominieren sowohl die traditionellen als auch die fortgeschrittenen Statistiken und beide haben auch ihr Team zu hervorragenden Saisons geführt.

Die Orioles haben einen neuen General Manager
Den Baltimore Orioles steht nach einer katastrophalen Saison und dem Abgang diverser Topspieler ein umfassendes Rebuilding ins Haus. Die Verantwortung für dessen Umsetzung wird in die Hände von Mike Elias gelegt, der den Posten des General Managers übernimmt. Der 35-jährige Elias war bisher Assistenz-GM bei den Houston Astros und dort vor allem für Spielerverpflichtungen verantwortlich. Diesen Job hat er offensichtlich nicht ganz schlecht gemacht, denn die Astros haben unter seiner Mitwirkung die World Series 2017 gewonnen und waren auch dieses Jahr eines der stärksten Teams der Liga. Für das 115-Niederlagen-Team Baltimore ist es bis dahin noch ein weiter Weg, aber von den Astros zu lernen ist sicher kein schlechtes Rezept.

Alex Cora bleibt länger
Die Boston Red Sox hatten ihren vor der Saison neu verpflichteten Manager Alex Cora zunächst mit einem Vertrag bis 2020 plus Cluboption für 2021 ausgestattet. Nach Coras extrem erfolgreichen ersten Jahr mit der gewonnenen World Series und dem zweiten Platz als Manager des Jahres wurde er nun damit belohnt, dass sein Vertrag um ein Jahr verlängert wurde. Er läuft nun fest bis 2021, anschließend hat unverändert der Verein die Option auf ein weiteres Jahr.

Joe Mauer beendet seine Karriere
Nach 15 Jahren in der MLB, alle für die Minnesota Twins, beendet Catcher Joe Mauer seine Karriere. Mauer war für lange Zeit das Gesicht der Twins-Franchise. Er wuchs als Fan der Twins in St. Paul auf und wurde von diesen im Jahr 2001 als Nummer-1-Pick gedraftet. Er erreichte sechsmal das All-Star-Team und war 2009 MVP der Liga. 2006, 2008 und 2009 führte er die AL mit dem höchsten Batting Average an – damit war er der erste Catcher in der AL, der einen Batting-Titel gewann und der erste Catcher in der gesamten MLB, dem dies dreimal gelang. Langweilig dürfte es für Mauer zu Hause so schnell nicht werden, denn wenige Tage nach dem Verkünden seines Ruhestands wurden er und seine Frau Eltern ihrer dritten Tochter.

Fünf weitere Jahre für Manfred
In Atlanta findet derzeit ein Treffen der Teambesitzer statt. Wichtigster Tagesordnungspunkt: Der Vertrag von Rob Manfred als Commissioner der MLB wird um fünf Jahre verlängert. Formal handelt es sich um eine Abstimmung, aber ist ganz stark zu erwarten, dass diese einstimmig zu Gunsten von Manfred ausfallen wird. Der 60-Jährige steht der Liga seit 2015 vor. In seiner Amtszeit wurden Rekordumsätze erzielt und es wurde ein neuer Rahmenvertrag mit der Spielergewerkschaft ausgehandelt, der allgemein als sehr günstig für die Teambesitzer gilt. Vor diesem Hintergrund gibt es aus Sicht der Vereine kaum etwas, das gegen eine Verlängerung seiner Amtszeit spricht.

Nur Ryu akzeptiert das Qualifying Offer
Sieben Spieler mit auslaufendem Vertrag hatten vor 14 Tagen von ihrem Team ein sogenanntes Qualifying Offer über 17,9 Millionen Dollar für ein weiteres Jahr erhalten. Bryce Harper, Dallas Keuchel, Patrick Corbin, A. J. Pollock, Yasmani Grandal und Craig Kimbrel haben dieses Angebot allesamt abgelehnt. Das war zu erwarten, aber als Formsache mussten die Teams das Angebot unterbreiten. Damit sicherten sie sich die Chance, einen hohen Draftpick als Kompensation zu erhalten, wenn die Spieler woanders unterschreiben. Der einzige, der das Angebot angenommen hat, ist Hyun-Jin Ryu. Der südkoreanische Linkshänder bleibt somit den Los Angeles Dodgers für 2019 als Starting Pitcher erhalten. Der 31-Jährige schloss die Saison 2018 mit einem ERA von 1.97 und 3.00 FIP ab.

James Paxton auf dem Tradeblock?
Die Offseason ist immer auch die Zeit der Trade-Spekulationen. Dass gerade die Seattle Mariners unter GM Jerry Dipoto einem guten Deal (oder einem, den sie dafür halten) nie abgeneigt sind, ist ebenfalls bekannt. Von daher kann es gut sein, dass sich das aktuell heißeste Gerücht bewahrheitet: James Paxton, das aktuelle Ass der Mariners, soll für einen Trade zur Verfügung stehen. Angesichts des relativ dünnen Free-Agent-Marktes für Starting Pitcher dürfte sich eine ganze Reihe von Interessenten finden, allen voran vermutlich die Yankees und die Astros.

Posted in Grand Slam, MLB Tagged with: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,