August 9th, 2018 by Dominik

Wird die aktuelle MLB-Saison in die Geschichte eingehen mit den meisten Saisonsiegen eines Teams? Den Rekord halten zurzeit die Seattle Mariners mit 116 Siegen im Jahr 2001. Die Boston Red Sox stehen dieses Jahr nach 115 von 162 Spielen bei 81 Siegen. Das entspricht einer Siegquote von 70,4%. Behalten sie dieses Tempo bei, landen sie am Ende bei 114 Siegen. Das wäre exakt das gleiche Ergebnis, das 1998 die New York Yankees erzielt hatten und das bis heute die zweitbeste Saison eines Teams im modernen Baseball ist. Die Prognose von Fangraphs für den Rest des Jahres ist etwas zurückhaltender und geht von 109 Siegen aus. Um den Rekord der Mariners einzustellen, bräuchten die Red Sox aus den verbleibenden 47 Spielen eine Bilanz von 35-12. Das dürfte sehr schwer werden, aber nicht unmöglich: In ihren letzten 47 Spielen erzielten die Red Sox eine Bilanz von… 35-12.

National League
Die Atlanta Braves (62-49) haben heute Abend in der Hand, wohin sich ihr Blick in der National League East in den nächsten Tagen hauptsächlich richten wird. Wenn sie im vierten Spiel der Serie gegen die Washington Nationals (58-56) den dritten Sieg einfahren, dann haben sie die Tabellenführung von den Philadelphia Phillies (63-49) zurück erobert und können sich bis auf weiteres ganz auf den Zweikampf mit den Phillies konzentrieren. Gewinnen hingegen die Nationals, dann bewahren diese ein Mindestmaß an Tuchfühlung zur Spitze und damit ihre Hoffnung, die bislang enttäuschende Saison noch retten zu können. In direktem Zusammenhang damit steht auch die Frage, ob Washington doch noch einen Trade von Bryce Harper, ihrem Superstar mit auslaufendem Vertrag, anstreben wird oder nicht. Im Keller der NL East haben sich derzeit die New York Mets (47-65) mal wieder ein Stück von den Miami Marlins (47-69) absetzen können – nicht zuletzt, weil ihnen gestern endlich mal wieder gelungen ist, ein von Jacob deGrom gestartetes Spiel zu gewinnen (siehe Statistik der Woche). Am Wochenende kommt es zum direkten Duell um den letzten Platz.

In der NL Central haben die Chicago Cubs (66-48) derzeit mal wieder die Spitze von den Milwaukee Brewers (66-51) übernommen. Beide müssen am Wochenende ein bisschen Schicksal für die NL East spielen, denn die Cubs empfangen die Nationals, während die Brewers bei den Braves antreten, bevor es am Dienstag und Mittwoch zu zwei direkten Duellen zwischen den Cubs und den Brewers kommt. Die St. Louis Cardinals (60-55) haben sich offenbar auch noch nicht aufgegeben. Mit sieben Siegen aus den letzten zehn Spielen haben sie sich auf nur noch vier Spiele Rückstand im Wild-Card-Rennen herangearbeitet und dabei auch die Pittsburgh Pirates (59-56) hinter sich gelassen.

Auch in der NL West hat sich die Sortierung an der Spitze gegenüber letzter Woche etwas verändert: Die Arizona Diamondbacks (64-52) stehen jetzt wieder allein vorne, auch wenn es nur ein halbes Spiel ist, das sie von den Los Angeles Dodgers (63-52) trennt. Das kann sich heute noch ändern, dennn die Diamondbacks haben spielfrei, während die Dodgers auf die Colorado Rockies (60-54) treffen. Bei einem Sieg ziehen die Dodgers wieder exakt gleich mit den Diamondbacks, eine Niederlage hingegen würde die Rockies zurück ins Rennen holen und diesen die Möglichkeit eröffnen, den Dodgers im weiteren Verlauf der Vier-Spiele-Serie echte Probleme zu bereiten. Die Rockies könnten ein paar Siege gegen die Dodgers gut gebrauchen, denn danach warten schwierige Auswärtsserien in Houston und in Atlanta.

American League
Ich hätte nicht gedacht, dass ich das schon Anfang August schreiben kann, aber: Die American League East scheint entschieden. Was lange Zeit wie ein Kopf-an-Kopf-Rennen bis zur Ziellinie aussah, ist inzwischen ein 9-Spiele-Vorsprung für die Boston Red Sox (81-34) gegenüber den New York Yankees (71-42). Dazu kam es, indem die Red Sox zehn ihrer letzten elf Spiele gewannen, darunter die komplette Vier-Spiele-Serie gegen die Yankees. Mit 15:7, 4:1, 4:1 und im letzten Spiel 5:4 nach zehn Innings fertigte Boston den Erzrivalen ab, der nun erst mal schauen muss, wie es in der Wild-Card-Tabelle steht (zum Glück für die Yankees ganz gut, vor allem weil sie der Enttäuschung einen Drei-Spiele-Sweep gegen die White Sox folgen ließen, während die Mariners in Texas zweimal patzten). Die Siegesserie der Red Sox kann unterdessen durchaus noch eine Weile andauern: Nach dem dritten Spiel gegen die Toronto Blue Jays (51-62) treten sie viermal bei den Baltimore Orioles (35-79), dem vielleicht schwächsten Team der Liga, an.

Der Titel „schwächstes Team der Liga“ ist allerdings nicht ganz unumstritten, denn dafür finden sich in der AL Central auch noch ein paar Kandidaten: Die Kansas City Royals (35-79) haben die gleiche miserable Bilanz wie die Orioles und ihr Run Differential von -198 ist mit Abstand das schlechteste der MLB – die Orioles als Zweitschlechtester haben „nur“ -158. Die Detroit Tigers (47-68) sind zwar aktuell Dritter der Division, mit sechs Niederlagen hintereinander weisen sie aber derzeit die längste Serie von Misserfolgen auf. Die würden sie natürlich gerne beenden in den anstehenden Spielen gegen die Minnesota Twins (53-60), die zwar Zweiter, aber ebenfalls weit weg von allen Wild-Card- oder Divisionstitelhoffnungen sind. Ganz oben cruisen weiterhin gemütlich die Cleveland Indians (63-50). Paradoxerweise sind die Indians der Divisionsführer mit den wenigsten Siegen und gleichzeitig der mit dem größten Vorsprung (10 Spiele) auf Platz zwei.

Mit zehn Siegen mehr cruisen in der AL West auch die Houston Astros (73-42) weitgehend  unangefochten auf dem ersten Rang. In deren Windschatten haben die Oakland Athletics (68-47) sich inzwischen auf den Wild-Card-Platz hochgearbeitet und die Seattle Mariners (65-50) drei Siege weit abgehängt. Nächste Woche kommt es dreimal zum direkten Duell der beiden Außenseiter, die so gern mal wieder in die Playoffs kommen wollen (siehe Einschalttipp). Vorher müssen die A’s noch zu den Los Angeles Angels (58-58), bei denen gerade etwas Verwirrung um die Zukunft von Mike Scioscia herrscht. Scioscia ist seit 19 Jahren Manager der Angels und damit der dienstälteste Manager der Liga. In den letzten Tagen gab es mehrfach Meldungen aus „verlässlichen Quellen“, Scisoscia plane seinen Rücktritt zum Saisonende. Er selbst bezeichnet diese Meldungen zwar als „poppycock“ (Blödsinnn), doch dass die Angels unmittelbar danach mit Eric Chavez einen möglichen Nachfolger als Manager des Triple-A-Teams verpflichteten, lässt vermuten, dass an den Spekulationen doch etwas dran ist.

Szene der Woche
Ich kann nicht behaupten, dass ich noch nie einen Homerun bei einem Bunt gesehen hätte – in der Altersklasse der Schüler kommt so etwas durchaus vor. In der MLB ist es eine extreme Seltenheit, aber Philadelphias Cesar Hernandez ist dieses Kunststück gegen die Diamondbacks gelungen. Vom offiziellen Scoring her ist es natürlich kein Homerun, sondern eine Verkettung von zwei Throwing Errors durch Jake Diekman und Steven Souza Jr. Aber ein Run ist ein Run und Hernandez darf sich durchaus damit rühmen, ihn sich durch schnelles und aufmerksames Baserunnning verdient zu haben. Denn hätte er nicht sowohl auf dem Weg zur ersten als auch auf dem zur dritten Base die Defense durch sein aggressives Bemühen unter Druck gesetzt, wären die Errors vermutlich nicht passiert.

Statistik der Woche 
2,4. So viele Runs hatten die New York Mets durchschnittlich in den letzten 16 Spielen (ohne das von gestern) erzielt, in denen Jacob deGrom ihr Starting Pitcher war. Das ist ein unglaublich niedriger Wert und der Grund dafür, warum der aktuell beste Pitcher der MLB mit einem ERA von 1.77 nach 23 Starts und 152.1 gepitchten Innings nur eine Bilanz von 6-7 auf dem Konto hat. Nebenbei bemerkt zeigt dieser Fall mal wieder, was für eine dämliche und nichtssagende Statistik Pitcher-Wins sind. Obwohl deGrom einen halben Run pro Spiel weniger zulässt als der nächstbeste Pitcher der NL, Max Scherzer (2.28 ERA), musste er Scherzer bereits den Start im All-Star-Game überlassen und auch im Voting für den Cy-Young-Award steht Scherzer derzeit deutlich vor deGrom. Wenn es dabei bleibt, wäre das eine schreiende Ungerechtigkeit.

Spiel der Woche
Natürlich hätte sich hier angeboten, noch mal den Sweep der Red Sox über die Yankees zu rekapitulieren und hier insbesondere das aufregende Comeback im letzten Spiel der Serie. Aber es gab diese Woche ein Minor-League-Spiel, über das ich unbedingt schreiben möchte: Der Class-A-Mannschaft der Yankees, den Tampa Tarpons, gelang ein No-Hitter gegen die Clearwater Threshers, ein Team der Phillies. Es war sogar fast ein Perfect Game, denn Tampas Starter Deivi Garcia erlaubte in dem gesamten Spiel, das über reguläre sieben Innings plus ein Extra-Inning ging, keinen einzigen Baserunner. Dennoch verloren die Tarpons das Spiel 0:1. Dass es dazu kommen konnte, ist der neuen Overtime-Regel geschuldet, die derzeit in den Minor Leagues getestet wird. Nach dieser Regel beginnt in den Extra-Innings jedes Team mit einem Runner auf der zweiten Base. Der automatische Runner von Clearwater im oberen achten Inning rückte durch einen Error weiter zur dritten Base und scorte kurz darauf während eines Groundouts. Das war der siegbringende Run – und ein verdammt gutes Argument, das Regelexperiment bitte, bitte nie auf die MLB auszuweiten.

Mein Einschalttipp
Seit Wochen wetteifern die beiden Überraschungsteams des Jahres, die Seattle Mariners und die Oakland Athletics, um den zweiten Wild-Card-Platz der AL. Zu einem direkten Aufeinandertreffen kam es, obwohl die Mariners und die A’s Divisionsrivalen sind, seit Mitte Mai nicht. Jetzt ist es endlich soweit, von Montag bis Mittwoch gibt es in Oakland drei Spiele gegen Seattle. Bei diesen Westküsten-Matchups sind die Zeiten meistens recht ungünstig für uns Europäer, es sei denn man ist extremer Frühaufsteher. Am Mittwoch immerhin findet das Spiel schon um 21:35 Uhr mitteleuropäischer Zeit statt, da werde ich dann wohl mal reinschauen. Die Starter dieser Partie sind voraussichtlich Mike Leake (4.16 ERA, 4.30 FIP) für die Mariners und Brian Anderson (4.64 ERA, 4.91 FIP) für die Athletics. Das ist nicht das hochkarätigste Pitching-Matchup, aber das muss ja für ein spannendes Spiel kein Hindernis sein. Leider weiß ich noch nicht, ob DAZN eines der Spiele überträgt, auf mlb.tv könnt ihr sie jedenfalls alle sehen.

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Februar 22nd, 2018 by Dominik

Jetzt werden Nägel mit Köpfen gemacht: Zum ersten Mal in dieser zu Ende gehenden Offseason kann man sagen, dass es in den letzten Tagen mit Free-Agent-Verpflichtungen und Trades Schlag auf Schlag ging. Offensichtlich fühlen sich einige Teams nun doch unter Druck, vor dem Beginn der Spring-Training-Spiele noch den Kader zu komplettieren. Die Verträge, die zum Beispiel Eric Hosmer und J. D. Martinez unterschrieben haben, machen jedenfalls nicht den Eindruck, als wären es die Spieler gewesen, die am Ende des Verhandlungsmarathons klein beigegeben haben.

Auch die Ligaführung ist endlich zu Potte gekommen und hat bekannt gegeben, welche Regeländerungen zur neuen Saison in Kraft treten werden. Erwartungsgemäß dreht sich dabei alles um das Ziel, das Spiel zu beschleunigen. Wenigstens wurde auf die Einführung einer Pitch-Clock verzichtet.

Start der Spring-Training-Spiele
Gestern gab es schon die erste Baseball-Action mit einem Freundschaftsspiel der Arizona Diamondbacks gegen die Arizona State University. Erwartungsgemäß gewannen die Diamondbacks 6:2, Major Leaguer kamen allerdings kaum zum Einsatz. Heute gibt es ein paar weitere Spiele von MLB-Teams gegen Colleges in Florida, am morgigen Freitag geht es dann richtig los mit den ersten Spring-Training-Spielen der Cactus League (Arizona) und der Grapefruit League (Florida). Viele der Spiele werden auf mlb.tv übertragen. Es sind nur Vorbereitungsspiele und die Ergebnisse letztlich egal, aber ich mag das Spring Training und schalte gerne rein, weil es eine schöne Gelegenheit ist, die MLB-Spieler mal wieder in Aktion zu sehen und sich ein erstes Bild von dem einen oder anderen Prospect zu machen.

Die Liga drückt aufs Tempo
Kurz vor Saisonstart hat die MLB eine ganze Reihe von Regeländerungen festgelegt, die dem von Commissioner Rob Manfred ausgegebenen Ziel dienen sollen, die durchschnittliche Spieldauer zu verkürzen. Die von vielen Spielern gefürchtete Pitch-Clock wird vorerst nicht eingeführt, dafür stimmte die Spielergewerkschaft MLBPA zwei anderen Maßnahmen zu: Die erste und wichtigste Änderung besteht darin, dass Besuche auf dem Mound auf sechs pro Spiel begrenzt werden, egal ob von Trainern und Spielern. Geht ein Spiel in Extra-Innings, ist pro Inning ein weiterer Mound-Besuch erlaubt. Mound-Besuche, die der Auswechslung eines Pitchers dienen, werden dabei nicht mitgezählt. Der zweite Mound-Besuch eines Trainers innerhalb eines Innings bedeutet nach wie vor automatisch die Auswechslung des Pitchers. Das gleiche gilt nun auch für jeden anderen Mound-Besuch, der über die erlaubte Anzahl hinaus geht.

Ebenfalls begrenzt wird die Zeit der Pausen zwischen den (Halb-)Innings sowie bei Pitcherwechseln. Diese dürfen ab sofort höchstens 2:05 Minuten dauern, wenn ein Spiel nur lokal im TV übertragen wird, 2:25 Minuten bei landesweiten Übertragungen und 2:55 Minuten bei Playoff-Spielen. Diese Regeländerung finde ich so überraschend wie erfreulich, denn sie läuft eine Kürzung der Werbepausen hinaus.

Eric Hosmer zu den Padres
Für First Baseman Eric Hosmer hat sich das lange Warten gelohnt: Er hat sich mit den San Diego Padres auf einen Vertrag geeinigt, der ihm in den kommenden acht Jahren 144 Millionen Dollar einbringen wird. Diese setzen sich zusammen aus einem Unterschriftsbonus von 5 Millionen, je 20 Millionen für die ersten fünf Jahre und je 13 Millionen für die drei folgenden Jahre. Obendrein konnte Hosmers Agent Scott Boras für seinen Klienten aushandeln, dass dieser nach fünf Jahren die Möglichkeit hat, aus dem Vertrag auszusteigen. Meiner Ansicht nach ist es eine Wahnsinnsleistung des Agenten, einen so vorteilhaften Vertrag für einen 28-Jährigen herauszuholen, der bislang vor allem durch jährlich schwankende Leistungen aufgefallen ist. Um genau zu sein, haben sich in Hosmers Karriere bislang gute und schlechte Jahre konsequent abgewechselt. Das gilt jedenfalls für die Offense. Seine Defense hingegen war durchgehend unterdurchschnittlich. Mit -8.7 UZR und -13 DRS war er in den letzten beiden Jahren einer der schlechtesten First Basemen der Liga – und trotzdem gewann er 2017 bereits seinen vierten Gold Glove. Es ist manchmal schon seltsam, wie um einige Spieler ein Hype entsteht, der ihnen Auszeichnungen und Monsterverträge bringt, ohne dass diese durch tatsächliche Leistungen erklärbar wären. Ich habe keine Ahnung, was die Padres geritten hat, ausgerechnet für Hosmer ihr Konto zu plündern.

J. D. Martinez und die Red Sox finden zueinander
Dass die Boston Red Sox an J. D. Martinez interessiert sind, war buchstäblich seit Monaten allgemein bekannt. Dennoch dauerte es eine gefühlte Ewigkeit, bis der Deal in trockenen Tüchern war, da beide Seiten offenbar hart und geduldig verhandelten und sich zwischendurch auch mal öffentlich übereinander beschwerten. Nun haben sich der 30-jährige Slugger – auch er wird übrigens von Scott Boras vertreten – und der Klub also endlich geeinigt: Der Vertrag läuft über fünf Jahre, bringt Martinez 110 Millionen Dollar ein und gibt ihm die Chance, nach drei Jahren zu kündigen. Aller Voraussicht nach wird Martinez eher selten im Outfield spielen, wo Mookie Betts, Jackie Bradley Jr. und Andrew Benintendi ihre Stammplätze haben, sondern meistens als DH eingesetzt werden. Dort klaffte seit dem Karriereende von „Big Papi“ David Ortiz eine Lücke, die Hanley Ramirez allenfalls mittelmäßig ausfüllte. Ramirez wird sich nun vermutlich mit Mitch Moreland an der ersten Base abwechseln. Das gilt jedenfalls solange sich keiner der regulären Outfielder verletzt; in dem Fall würde Martinez dort einspringen und Ramirez wieder als DH übernehmen.

Haufenweise weitere Signings und Trades
Neben den beiden großen Fischen Hosmer und Martinez gab es in den letzten Tagen eine ganze Reihe weiterer Vertragsabschlüsse, die ich wenigstens mal kurz erwähnt haben möchte, auch wenn ich nicht ausführlich auf jeden davon eingehen kann:

Die Baltimore Orioles ergänzen ihre Starting Rotation mit Andrew Cashner (2 Jahre, 16 Millionen, mit Option auf ein drittes Jahr) und mit Rückkehrer Chris Tillman (1 Jahr, 3 Millionen Dollar). Mit Colby Rasmus kommt zudem eine linkshändige Alternative fürs Outfield über einen Minor-League-Vertrag nach Baltimore.

Die Minnesota Twins haben sich ebenfalls zwei Ergänzungs-Starter gesichert: Anibal Sanchez bekommt für einen Einjahresvertrag 2,5 Millionen Dollar, die er durch leistungsbezogene Vereinbarungen verdoppeln kann. Für Jake Odorizzi wird Minor-League-Shortstop Jermaine Palacios zu den Tampa Bay Rays geschickt. Odorizzi bringt einen Einjahresvertrag über 6,3 Millionen Dollar mit und bleibt für ein weiteres Jahr per Arbitration an die Twins gebunden.

Auch die New York Mets holen sich mit Jason Vargas einen weiteren Starter; sein Vertrag ist quasi eine Kopie von dem, den Cashner bei den Orioles unterschrieben hat: zwei Jahre, 16 Millionen Dollar und ein optionales drittes Jahr.

Für ein Jahr und 8 Millionen Dollar geht SP Jaime Garcia zu den Toronto Blue Jays. Auch sie haben sich die Option gesichert, den Vertrag um ein Jahr zu verlängern.

SP Edinson Volquez kehrt, zunächst nur im Rahmen eines Minor-League-Vertrages, zurück zu den Texas Rangers. Er hofft, 2019 noch mal den Sprung in die MLB zu schaffen, wenn er seine aktuelle Verletzung auskuriert hat. Einen weiteren Minor-League-Vertrag vergeben die Rangers an Pitcher Jesse Chavez; sollte er im Spring Training einen Platz in der Rotation oder im Bullpen erobern, wird er dieses Jahr 1,5 Millionen Dollar verdienen.

Reliever Tony Watson verstärkt die San Francisco Giants für 7 bis 9 Millionen Dollar in den nächsten zwei Jahren, der Klub hat die Option auf ein weiteres Jahr.

Auch die Washington Nationals ergänzen ihren Bullpen, zu ihnen kommt der 40-jährige Joaquin Benoit (1 Jahr, 1 Million).

Die Arizona Diamondbacks waren bei ihrer Suche nach Hilfe für das Outfield wohl auch an J. D. Martinez interessiert, doch nachdem dieser sich mit den Red Sox einig wurde, handelten sie schnell: Nach Arizona kommt nun Jarrod Dyson, der für zwei Jahre 7,5 Millionen Dollar erhält.

Auch die Miami Marlins sichern sich einen zusätzlichen Outfielder: Nach 2008 bis 2010 wird Cameron Maybin nun zum zweiten Mal in seiner Karriere für die Marlins spielen. Für seinen Einjahresvertrag erhält er 3,25 Millionen Dollar.

Die Tampa Bay Rays haben überraschend Outfielder Corey Dickerson designated for assignment. Als Ersatz kommt Carlos Gomez (1 Jahr, 4 Millionen), der außer im Outfield auch als DH zu Einsätzen kommen könnte. Zudem haben die Rays 1B C. J. Cron gegen Cash oder einen später zu benennenden Spieler von den Los Angeles Angels geholt.

Die Angels wiederum tun etwas für die Tiefe ihres Outfields mit der Verpflichtung von Chris Young (1 Jahr, 2 Millionen) und einem Trade für Jabari Blash, für den die New York Yankees ebenfalls Cash oder einen später zu benennenden Spieler erhalten. Einen Minor-League-Vertrag bei den Angels erhält 1B Chris Carter. Bei Bedarf wird dieser zu einem Major-League-Kontrakt über ein Jahr und 1,75 Millionen umgewandelt.

Infield-Allrounder Eduardo Nunez wird bei den Boston Red Sox bleiben: Für 4 Millionen Dollar verlängert er seinen Vertrag zunächst um ein Jahr und hat dann die Option auf seiner Seite, ein weiteres Jahr für weitere vier Millionen dranzuhängen.

Zum Abschluss noch ein schön unübersichtlicher Dreiecks-Trade: 2B/3B Brandon Drury wechselt von den Diamondbacks zu den Yankees, die somit eine Absicherung für den Fall gefunden haben, dass einer der Rookies Gleyber Torres und Miguel Andujar nicht die Erwartungen erfüllt. Outfielder Steven Souza Jr. geht von den Rays zu den Diamondbacks. Minor-League-Pitcher Anthon Widener wird von den Yankees zu den Diamondbacks geschickt. Die Rays erhalten von den Yankees 2B-Prospect Nick Solak und von den Diamondbacks Pitching-Prospect Anthony Banda sowie zwei später zu bennende Spieler.

Diese Spieler sind noch zu haben
So langsam lichten sich die Reihen der Free Agents, die noch kein Team gefunden haben. Natürlich gibt es immer noch Dutzende, die auf einen Vertrag hoffen, aber die meisten von ihnen fallen in den Graubereich, aus dem heraus man mit etwas Glück einen Ein- oder Zweijahresvertrag in der MLB bekommt, sich vielleicht aber auch mit einem Minor-League-Kontrakt zufrieden geben oder über das Karriere-Ende nachdenken muss. Kandidaten, die meiner Einschätzung nach sicher noch eine Beschäftigung zu attraktiven Bedingungen finden werden, sind SP Jake Arrieta, 3B Mike Moustakas, RP Greg Holland, SP Lance Lynn und SP Alex Cobb in der ersten sowie C Jonathan Lucroy, OF Carlos Gonzalez, SP John Lackey, 1B Lucas Duda und 2B Neil Walker in der zweiten Reihe.

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August 10th, 2017 by Dominik

Rund 50 Spiele hat jedes MLB-Team noch zu absolvieren in diesem Jahr. Das sind mehr Partien als in den meisten anderen Sportarten in einem ganzen Jahr gespielt werden, in der MLB aber nicht mal ein Drittel der Saison. Ungefähr die Hälfte der für die Playoffs relevanten Entscheidungen ist so gut wie gefallen – die NL East sowie die beiden West-Divisionen sind entschieden, die Wild-Card-Plätze in der NL quasi sicher vergeben. Aber zum Glück gibt es ja noch die andere Hälte der Divisionen sowie die Wild Cards der AL, um die allesamt noch lange gerangelt werden wird, vielleicht bis zum letzten Spieltag. Und wenn nicht, dann lässt man sich eben durch die vielen netten Geschichten am Rande unterhalten: von kuriosen Spielverläufen, von verblüffenden Statistiken oder von MLB-Stars, die sich mit Drachen anlegen. Das alles und noch viel mehr gibt es heute im Grand Slam am Donnerstag.

National League
Um eine Steigerungsmöglichkeit zu wahren, fangen wir an mit der langweiligsten Division im Baseball, der National League East. Die Washington Nationals (67-45) dominieren souverän und fliegen doch ein wenig unter dem Radar, was die Gesamtbetrachtung der Liga angeht: Den Divisionssieg haben sie längst in der Tasche, weil Konkurrenz darum nicht existent ist, mit den ganz Großen – also den Dodgers und den Astros – können sie aber mit ihrer bisherigen Bilanz nicht mithalten. Ich muss es hier mal sagen, so leid es mir tut: Die Teamführung der Nationals leistet sehr gute Arbeit. Ohne viel Rampenlicht und ohne viel dafür abzugeben, wurde zur Trade-Deadline die bisherige Schwachstelle ausgemerzt, indem das Relief Pitching mit Ryan Madson, Sean Doolittle und Brandon Kintzler aufgerüstet wurde. Ganz anders hingegen meine New York Mets (50-61): Sie haben mit OF Jay Bruce (nach Cleveland) gestern den dritten Top-Spieler nach RP Addison Reed (nach Boston) und 1B Lucas Duda (nach Tampa Bay) abgegeben. Das wäre prinzipiell völlig in Ordnung und sinnvoll, wenn sie nur ein bisschen mehr dafür herausgeholt hätten als fünf unter ferner liefen einzustufende Minor-League-Reliever…

Deutlich mehr Spaß als der Blick auf die NL East macht der auf die NL Central. Das bisherige Führungsduo schwächelte in den letzten Tagen: Die Chicago Cubs (59-54) verloren zweimal gegen die San Francisco Giants, die Milwaukee Brewers (59-57) unterlagen gegen die Tampa Bay Rays und die San Francisco Giants viermal in Folge. Lachender Dritter sind die St. Louis Cardinals (58-56), die mit fünf Siegen hintereinander zu den beiden anderen aufgeschlossen haben, sodass nun alle drei nahezu gleichauf liegen. Auch die Pittsburgh Pirates (56-58), die seit letzten Donnerstag fünf von sieben Spielen gewonnen haben, könnten zumindest theoretisch noch ins Geschehen an der Spitze eingreifen. Die NL Central ist dieses Jahr sicher nicht die hochkarätigste, aber wohl die spannendste Division der MLB.

Das krasse Gegenteil davon ist die NL West. Hochkarätig? Aber hallo – mit den unglaublichen Los Angeles Dodgers (80-33) an der Spitze und dahinter den Colorado Rockies (65-48) und den Arizona Diamondbacks (64-49), die in jeder anderen Division um Platz eins mitspielen würden. Spannend? Leider nein – die Dodgers haben inzwischen fünfzehneinhalb Spiele Vorsprung und den beiden anderen sind die Wild Cards der NL so gut wie sicher. Die einzige Frage, die im Hinblick auf die Playoffs noch zu beantwoten ist, ist die nach dem Heimrecht im Wild-Card-Spiel. Wenigstens dieses Rennen ist noch spannend zwischen den Rockies und den Diamondbacks.

American League
In der American League East herrscht ein bisschen Showdown-Stimmung: Die Boston Red Sox (65-49) haben zuletzt acht Partien in Folge gewonnen und dabei den Abstand auf die New York Yankees (60-52) auf vier Spiele ausgebaut. An den beiden kommenden Wochenenden kann sich in dieser Division eine Vorentscheidung ergeben, denn die Red Sox und die Yankees treffen sich zu sechs direkten Duellen – diese Woche in New York, nächste Woche in Boston. Wenn die Red Sox aus diesen beiden Serien als deutlicher Sieger hervorgehen, dürften sie so gut wie durch sein. Die Yankees müssen übrigens dazwischen viermal gegen die Mets spielen – mit denen ist zwar zurzeit nicht viel los, aber umso motivierter dürften sie in die Stadtderbys gehen. Die Tampa Bay Rays (58-57) laufen immer Gefahr, im Windschatten der Red Sox und Yankees übersehen zu werden. Dabei spielen sie nach wie vor eine konstant solide Saison und in der ausgeglichenen AL könnte das am Ende durchaus für einen Wild-Card-Platz reichen.

Die AL Central wird angeführt vom nächsten Gegner der Rays, den Cleveland Indians (60-51). Die haben allerdings drei der letzten vier Spiele verloren und können froh sein, dass die Kansas City Royals (57-56) es ihnen gleich getan und somit nichts am Abstand von vier Spielen geändert haben. Anders als die Royals haben die Minnesota Twins (56-56) die Gunst der Stunde genutzt und sich mit fünf Siegen aus den letzten sechs Spielen zurück in die Spitzengruppe gespielt, aus der ich sie schon abgeschrieben hatte. Mit drei Homeruns, fünf RBIs und drei Walks in diesen Spielen hatte „unser“ Major Leaguer Max Kepler einen ordentlichen Anteil an den Erfolgen. Minnesota steht nun viereinhalb Spiele hinter Cleveland und nur eineinhalb Spiele hinter der zweiten Wild Card.

Diese Wild Card belegen momentan die Seattle Mariners (59-56). Die Mariners haben sich nach einem enttäuschenden Saisonstart beständig hochgearbeitet und weisen seit 1. Juni eine Bilanz von 34-27 auf. In der AL West gibt es für sie zwar mit Sicherheit kein Vorbeikommen an den Houston Astros (71-42), auch wenn diese momentan etwas schwächeln und gerade eine Serie gegen die Chicago White Sox verlieren. Aber nach dem schwachen Beginn überhaupt in die Playoffs zu kommen, wäre schon ein toller Erfolg für die Mariners. Doch noch ist es ein weiter Weg, denn um die eine Wild Card (die andere wird wohl an die Yankees gehen) balgen sich mit den Mariners noch die Rays, die Royals, die Twins, die Orioles sowie in der eigenen Division die Los Angeles Angels (57-58). Die Angels sind übrigens ab heute zu einer Vier-Spiele-Serie zu Gast in Seattle.

Szene der Woche
Ich habe offen gestanden massiv damit geliebäugelt, den Cameo-Auftritt von Mets-Pitcher Noah Syndergaard bei Game of Thrones zur Szene der Woche zu erklären. Es war dann aber doch nicht so großartig wie erhofft, meinen Lieblingsspieler in meiner Lieblingsserie zu sehen. Zum einen war sein Auftauchen so kurz, dass man quasi mit Lupe und Standbild danach suchen musste. Zum anderen ließ die Leistung aus sportlicher Sicht zu wünschen übrig: He hit the first opponent he faced and then he got burned badly. (Sorry, das Wortspiel funktioniert nur auf Englisch.) Daher wähle ich dann doch die konservativere Variante und bestimme den Walk-Off-Homerun von Steven Souza Jr. zur Szene der Woche. Das Besondere daran ist, dass dieser Hit die längste Phase eines MLB-Teams ohne einen Walk-Off-Homerun beendete. Seit 22. Mai 2014 hatten die Tampa Bay Rays keinen solchen mehr erzielt, bis Souza Jr. am Sonntag mit seiner Aktion den 2:1-Sieg über die Milwaukee Brewers sicherte.

Statistik der Woche 
26. So alt ist Mike Trout seit Montag, was an sich noch keine bemerkenswerte Zahl ist. Aber wie wäre es mit diesen hier: Es war bereits das vierte Mal, dass Trout an seinem Geburtstag einen Homerun erzielte. Ausgerechnet an seinem Geburtstag gelang ihm auch sein 1000. Hit in der MLB. Währenddessen schlug Bryce Harper den 150. Homerun seiner Karriere – im auf den Tag genau gleichen Alter von 24 Jahren und 295 Tagen, in dem auch Trout seinen 150. Homerun erzielte. Und das ausgerechnet an dessen Geburtstag.

Spiel der Woche
Die Chancen stehen nicht schlecht, dass die Chicago Cubs und die Arizona Diamondbacks sich dieses Jahr in den Playoffs begegnen. Falls es dazu kommen sollte, werden es hoffentlich wieder Spiele wie das am vergangenen Donnerstag. In einer geradezu epischen Regenschlacht machte Arizonas Paul Goldschmidt den Unterschied, indem er nach jeder Regenpause einen Homerun erzielte. Der erste trug dazu bei, die Diamondbacks im ersten Inning mit 4:0 in Front zu bringen. Der zweite baute die Führung im fünften Durchgang auf 6:1 aus. Nachdem die Cubs die Partie zwischenzeitlich auf 6:7 gedreht hatten und es nach acht Innings 8:8 stand, war es gegen Cubs-Closer Wade Davis Goldschmidts dritter Blast, der Arizona endgültig auf den Weg zum 10:8-Sieg brachte.

Spiel der kommenden Woche
In den kommenden Tagen sollte man sich das eine oder andere Spiel der Boston Red Sox anschauen – zum einen, weil sie mit ihrer aktuellen Acht-Siege-Serie das sind, was man im US-Sport „red hot“ nennt, zum anderen weil ihr Spielplan für die nächsten zwei Wochen ausnahmsls hochkarätige Begegnungen vorsieht: sechsmal gegen die Yankees, fünfmal gegen die Indians und zweimal gegen die Cardinals. Mein konkreter Einschalttipp ist die Partie gegen die Yankees am Samstag mit einem interessanten Pitcherduell zwischen Luis Severino (2.91 ERA, 2.91 FIP) und Drew Pomeranz (3.36 ERA, 3.69 FIP) und einer bequemen Startzeit von 22:05 Uhr mitteleuropäischer Zeit.

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