Januar 31st, 2017 by Silversurger

Heute geht es zum letzten Mal in dieser Serie um einen Pitch, der zumindest dem Namen nach als Fastball gilt. Ähnlich wie der letzte Woche vorgestellte Cutter unterscheidet sich auch der Split-Finger-Fastball – kurz Splitter – wegen der geringeren Geschwindigkeit und der gebogeneren Flugbahn deutlich von einem „echten“ Fastball und stellt eher eine Zwischenform zwischen Fastball und Breaking Ball dar.

Ein durchschnittlicher Splitter hatte in der MLB-Saison 2016 eine Geschwindigkeit von 84,5 mph (136 km/h) – rund 8 mph weniger als 4-Seamer und immer noch 3,5 mph weniger als Cutter. Der Splitter ist eine Weiterentwicklung des Forkballs. Beide werden sehr ähnlich gegriffen und geworfen, aber der Forkball fliegt noch etwas langsamer als der Splitter und ist somit eindeutig nicht mehr zu den Fastballs zu zählen. Der Splitter ist heute weitaus verbreiteter als der Forkball.

Die Flugbahn eines gut geworfenen Splitters ist zu Beginn kaum zu unterscheiden von der eines normalen Fastballs oder eines Cutters, fällt aber kurz vor Erreichen der Schlagzone scharf nach unten ab. Mit diesen Eigenschaften ist der Splitter in erster Linie ein Groundball-Pitch, der besonders in Double-Play-Situationen seine volle Wirksamkeit entfalten kann. Durch das späte Absacken des Balls trifft ihn der Schläger oft in der oberen Hälfte und produziert einen Kullerball, der sich von der Defense für ein einfaches Aus oder auch zwei nutzen lässt.

Beim Griff eines Splitters legt man Zeige- und Mittelfinger an die Außenseite der Nähte und hält den Ball fest in der Hand. Aus dieser Haltung heraus wird der Splitter wie ein 2-Seamer mit gestrecktem, von oben schwingendem Arm geworfen. Der Forkball wird im Prinzip genauso gegriffen, nur dass man den Ball noch etwas mehr zwischen Zeige- und Mittelfinger rutschen lässt, sodass diese nicht mehr außen an den Nähten sondern an der Mitte des Balls platziert sind. Durch den „tieferen“ Griff und ein zusätzliches Schnappen des Handgelenks beim Loslassen ist der Forkball etwas langsamer als der Splitter, weist dafür aber mehr Bewegung auf.

Griff eines Splitters1

Griff eines Forkballs2

Der Forkball ist ein eher historischer Pitch, der ab den 20er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts an Popularität gewann und von der zunehmenden Verbreitung des Splitters in den 80ern mehr oder weniger abgelöst wurde. Durch die sparsamere Handgelenksbewegung ist der Splitter für den Arm des Pitchers nicht ganz so anstrengend wie der Forkball. Dennoch steht auch der Splitter in der Kritik, auf Dauer zu Schulter- und Ellbogenproblemen zu führen und bei übermäßiger Verwendung der Fastball-Geschwindigkeit des Pitchers zu schaden. Aus diesem Grund sind die Trainer mehr und mehr davon abgekommen, jungen Pitchern den Splitter beizubringen. Dementsprechend ist auch in der MLB die Nutzung des Splitters rückläufig: Nur 1,4% aller Pitches der Saison 2016 waren Splitter. Bekannte Pitcher, die häufig den Splitter verwendeten, waren Bruce Sutter, Roger Clemens und David Cone. Unter den aktiven Pitchern, die den Splitter im Repertoire haben, sind vor allem Koji Uehara und Masahiro Tanaka zu erwähnen.

1Quelle: Wikimedia, Urheber: Toto-artist (CC BY-SA 3.0)
2Quelle: Wikimedia, Urheber: Toto-artist (CC BY-SA 3.0)

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Januar 3rd, 2017 by Silversurger

Neues Jahr, neue Serie: Auf Anregung von Michael und Oli im Baseblog.de-Wunschkonzert werde ich mich in den kommenden Wochen mit den verschiedenen Arten beschäftigen, auf die man einen Pitch werfen kann.

Es gibt zig verschiedene Pitches, sofern man die diversen Unterarten und Varianten berücksichtigt. Wenn man ein bisschen zusammenfasst und sich auf die im modernen Baseball gebräuchlichsten Pitches konzentriert, kommt man auf die acht, denen ich mich in der Serie widme. Ein einzelner Pitcher beherrscht in aller Regel drei oder vier verschiedene Pitches. Die sichtbaren Unterschiede zwischen den Pitches bestehen vor allem in der Geschwindigkeit des Balles sowie in der Form seiner Flugbahn. Das geht teilweise auch aus den Bezeichnungen der Pitches hervor, aber grundsätzlich richtet sich die Einordnung nicht nach Geschwindigkeit und Bahn der Bälle, sondern danach, auf welche Art sie gehalten und geworfen werden. Daher kommt es durchaus vor, dass der Fastball des einen Pitchers langsamer ist als der Changeup manch anderer Pitcher, aber es bleibt dennoch ein Fastball aufgrund der Wurfmethode.

Das Problem bei der Sache ist, dass man beim Zuschauen normalerweise nicht sieht, was genau der Pitcher mit dem Ball anstellt – klar, denn erstens will er das vor dem Gegner verbergen und zweitens passiert das Ganze verdammt schnell. Deswegen kann man oft nur raten, um welche Art von Pitch es sich jeweils handelt. Hilfreich sind dabei technische Hilfsmittel wie Radarmessung und Aufzeichnung der Flugbahn, vorhandenes Wissen über den Pitcher und dessen Repertoire sowie natürlich vor allem zwei geübte Augen.

Weit über die Hälfte der in der MLB-Saison 2016 geworfenen Pitches waren Fastballs – 56,7% laut Fangraphs, zu denen man die beiden getrennt erfassten Fastball-Varianten Cutter (5,7%) und Splitter (1,4%) noch hinzuzählen kann. Wie der Name schon sagt, handelt es sich beim Fastball um die in aller Regel schnellste Art, einen Pitch zu werfen. Ein Fastball wird immer mit Backspin, also mit Rückwärtsdrall geworfen. Dadurch verliert er nur langsam an Höhe und scheint mitunter sogar während des Fluges zu steigen, was allerdings eine optische Täuschung darstellt.

Der typischste und am häufigsten verwendete Fastball ist der 4-Seam-Fastball oder kurz: 4-Seamer. Andere Versionen des Fastballs sind der 2-Seam-Fastball, auch 2-Seamer oder Sinker genannt, sowie die beiden schon erwähnten Pitches Cutter und Splitter.

Der Curveball erklärt sich ebenfalls bereits durch den Namen. Er beschreibt eine gebogene Flugbahn, die dem Batter die Einschätzung erschwert, wo der Ball ankommt.

Der Slider gehört wie der Curveball zu den Breaking Balls, also zu den Bällen, die während des Fluges aus ihrer Bahn auszubrechen scheinen. Von der Geschwindigkeit und Flugbahn her ist der Slider zwischen Fastball und Curveball anzusiedeln.

Das Besondere am Changeup ist, dass er auf den ersten Blick wie ein Fastball aussieht, aber deutlich langsamer fliegt.

Der Knuckleball schließlich ist ein Pitch, den relativ wenige Pitcher im Repertoire haben. Diese Wenigen spezialisieren sich oft sehr stark auf den Knuckleball und werfen ihn fast ausschließlich. Ein Knuckleball weist fast keine Rotation auf, was zu einer kaum vorhersagbaren Flugbahn führt – das macht die Sache schwierig für den Batter, aber auch für den Catcher, den Umpire und nicht zuletzt für den Pitcher selbst.

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