Januar 7th, 2021 by Silversurger

Was für ein Start in das lang herbei gesehnte Jahr 2021: Zum Corona-Desaster kamen gestern Abend die unglaublichen und unwürdigen Szenen im und um das US-Kapitol hinzu. In Sachen Baseball gibt es derweil leider kaum Neues zu vermelden, das von den politischen und medizinischen Krankheiten ablenken könnte. Die wenigen nennenswerten Meldungen habe ich im Folgenden wie gewohnt zusammengefasst.  

MLB soll pünktlich starten, Minor Leagues später
Die MLB-Saison 2021 beginnt am 1. April. Angesichts der Pandemie sind solche Ankündigungen natürlich mit Vorsicht zu genießen, aber aktuell gehen sowohl die Liga als auch die Spielergewerkschaft MLBPA davon aus, dass der Termin gehalten wird. Entsprechende Ankündigungen wurden diese Woche veröffentlicht.
Anders sieht es für die Minor Leagues aus. Nachdem sie letztes Jahr wegen Corona die gesamte Saison absagen mussten, werden 2021 zumindest die Single-A- und Double-A-Ligen erst verspätet in den Spielbetrieb einsteigen. Die Entscheidung geht von der MLB aus, da man verhindern möchte, dass zu viele Spieler auf einmal an den Spring-Training-Standorten präsent sind. Die MLB- und wahrscheinlich auch die AAA-Teams sollen ihr Spring Training regulär durchführen, und erst wenn sie die Einrichtungen verlassen haben, rücken die Mannschaften der niedrigeren Ligen nach. Die Teams wurden bereits informiert, dass sie sich auf eine Saisondauer bis 3. Oktober einrichten sollen, einen vollen Monat länger als üblich.

Drei Free Agents weniger
Der Free-Agent-Markt entwickelt sich nach wie vor quälend langsam. Drei Namen kann man diese Woche von der Liste der Arbeitsuchenden streichen: Relief Pitcher Blake Treinen bleibt bei den Los Angeles Dodgers. Die beiden Seiten haben sich auf einen Zweijahresvertrag über 17,5 Millionen Dollar geeinigt; der Verein hat zudem die Option auf ein drittes Jahr. Outfielder Robbie Grossman heuert für zwei Jahre bei den Detroit Tigers an, die ihm dafür 10 Millionen Dollar zahlen. Die San Francisco Giants ergänzen ihren Kader um Catcher Curt Casali. Er erhält einen Einjahresvertrag über 1,5 Millionen Dollar.

Sugano entscheidet heute 
Einer der am stärksten umworbenen internationalen Free Agents ist der japanische Pitcher Tomoyuki Sugano. Für ihn endet heute Abend um 23 Uhr unserer Zeit das 30-tägige Zeitfenster für die Verpflichtung durch ein MLB-Team. Als Bewerber um seine Dienste wurden in den vergangenen Wochen die Boston Red Sox, die New York Mets, die San Diego Padres, die Texas Rangers, die Toronto Blue Jays und die San Francisco Giants genannt. Die meisten dieser Teams sind wohl aus dem Rennen, als wahrscheinlichste Kandidaten gelten kurz vor der Deadline die Blue Jays und die Giants. Es ist auch möglich, dass Sugano die Frist verstreichen lässt und sich damit für einen Verbleib bei den Yomiuri Giants in der NPB entscheidet. Der Klub hat ihm einen langfristigen Vertrag mit jährlicher Ausstiegsklausel angeboten für den Fall, dass er doch erst später sein Glück in der MLB suchen will.

Posted in Grand Slam, MLB Tagged with: , , , , , , , ,

Dezember 24th, 2020 by Silversurger

Fröhliche Festtage allerseits! Der Grand Slam macht auch an Weihnachten keine Pause, fällt heute aber ein bisschen mager aus – es tut sich einfach nicht allzu viel im Baseball in dieser Zeit des Jahres. Feiert schön im kleinen Kreis und schaut spätestens am Dienstag wieder hier vorbei, denn dann gibt es die nächste Folge der Serie über die Skandale der MLB.  

Phillies befördern Fuld
Die Philadelphia Phillies treiben den Umbau ihres Front-Offices weiter voran: Nachdem letzte Woche Dave Dombrowski in der neu geschaffenen Rolle des President of Baseball Operations präsentiert wurde, wird ihm nun Sam Fuld als General Manager zur Seite gestellt. Fuld ist seit dem Ende seiner aktiven Karriere im Jahr 2017 für die Phillies tätig, bislang als Director of integrative Baseball Performance, eine Art Bindeglied zwischen der Analyseabteilung und den Spielern. Ebenfalls befördert wurde innerhalb der Organisation Jorge Vellandia, der künftig als Assistenz-GM tätig ist. 

White Sox sichern sich Yoelki Cespedes 
Eines der talentiertesten Teams der Liga angelt sich ein weiteres Top-Prospect: Die Chicago White Sox sind sich mit Outfielder Yoelki Cespedes einig und werden ihn im Januar gegen ein Handgeld von 2 Millionen Dollar unter Vertrag nehmen. Der 23-jährige Kubaner ist ein Halbbruder von Yoenis Cespedes. Yoelki (auf manchen Seiten auch „Yoelkis“ geschrieben) gilt als eines der größten internationalen Talente der wegen Corona verschobenen Signing-Periode 2020/21.

Neben Cespedes steht mit Oscar Colas ein weiterer Kubaner im Fokus des Interesses. Der Outfielder und Pitcher wurde nach einem längeren Tauziehen mit den japanischen SoftBank Hawks von der MLB zum Free Agent erklärt und kann nun ebenfalls ab 15. Januar verpflichtet werden. Der 22-Jährige wird demnächst einige Probetrainings absolvieren. Die White Sox sind aus dem Rennen um ihn vermutlich raus, nachdem sie einen Großteil ihres verfügbaren Bonuspools für Cespedes verwenden. 

Ein paar Free-Agent-Signings 
Auf dem Free-Agent-Markt haben sich in den letzten Tagen keine großen Namen bewegt, aber ein paar wenige MLB-Signings gibt es doch zu vermelden: Die Detroit Tigers verpflichten SP Jose Urena für ein Jahr zum Preis von 3,25 Millionen Dollar plus 250.000 Euro mögliche Einsatzboni. SP/RP Matt Andriese geht zu den Boston Red Sox. Er erhält dort mindestens 2,1 Millionen für die Saison 2021. Falls der Klub die Option auf ein weiteres Jahr zieht und Andriese sämtliche Einsatzprämien erreicht, kann er in den zwei Jahren bis zu 7,35 Millionen verdienen. Die Los Angeles Dodgers geben RP Tommy Kahnle einen Zweijahresvertrag über rund 5 Millionen. Das ist eine stolze Summe für einen Reliever, der voraussichtlich nur im zweiten Vertragsjahr spielen wird, da er nach einer Tommy-John-Surgery im August wohl 2021 kaum oder gar nicht eingesetzt werden kann. Die Cincinnati Reds schließlich haben RP Edgar Garcia an Land gezogen. Der kürzlich von den Rays entlassene Reliever erhält einen Vertrag über 600.000 Dollar für ein Jahr.

Gehälter fast 2,5 Milliarden niedriger als 2019
Im Jahr 2020 bezahlten die MLB-Klubs rund 1,75 Milliarden Dollar an Spielergehältern. Das ist ein extremer Abfall gegenüber 2019, als diese Zahl noch bei 4,22 Milliarden lag. Der Grund dafür ist natürlich die Corona-Pandemie, welche die Liga zu einer Verkürzung der Saison zwang und dazu, dass die vertraglich vorgesehenen Zahlungen nur anteilig nach Anzahl der Spiele erfolgten. Die Gehälter wurden dadurch gegenüber einer 162-Spiele-Saison um 63% reduziert. Dass die genannte Gesamtsumme nur 59% unter der Marke des letzten Jahres lag, zeigt, dass bei einer normal durchgeführten Saison die Gehälter gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen wären. Die höchste Payroll hatten die Dodgers mit 98,6 Millionen Dollar für ihre Meistermannschaft, gefolgt von den Yankees mit 86,3 Millionen.

Posted in Grand Slam, MLB Tagged with: , , , , , , , , , , ,

Dezember 15th, 2020 by Silversurger

In der Serie über die größten Skandale der MLB-Geschichte geht es heute um die Vergabe eines Batting-Awards im Jahr 1910. Die Firma Chalmers – ein Vorläufer-Unternehmen von Chrysler – hatte für den Spieler, der die Saison mit dem höchsten Batting-Average abschließt, ein Automobil ausgelobt. In der American League gab es um diese Gelegenheit ein enges Rennen zwischen Ty Cobb von den Detroit Tigers und Nap Lajoie von den Cleveland Naps. Der Verlauf dieses Rennens in den letzten Tagen vor Saisonende sowie sein Ausgang waren gleich in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert. Eigentlich reden wir hier nicht von einem Skandal, sondern eher von vier kleinen Skandalen, die sich zu einem haarsträubenden Ganzen verbinden.

Skandal 1: Ty Cobb, der extrem ehrgeizige und wenig beliebte Superstar seiner Zeit, entschied sich, zugunsten seiner Statistiken in den letzten beiden Saisonspielen nicht mitzuspielen. Mit einem Average von .385 lag er gegenüber Nap Lajoie (.376) knapp in Führung, und seine beste Aussicht, diese Führung nicht zu gefährden, bestand darin, schlichtweg nicht mehr anzutreten. Egoistisch, unsportlich? Natürlich, aber gegen solche Kritik war Cobb schon lange unempfänglich geworden oder vielleicht auch schon immer gewesen.

Skandal 2: Die St. Louis Browns, die im finalen Doubleheader gegen Lajoies Naps antraten, sahen überhaupt nicht ein, dass Cobb sich durch Nichtstun den Titel und das Auto sichern wollte. Browns-Manager Jack O’Connor gab daher die Order aus, bei jedem At Bat von Lajoie den eigenen Third Baseman Red Corriden bis ins Outfield zurückzuziehen. Lajoie bedankte sich, indem er regelmäßig in Richtung dritte Base buntete und es so auf acht Hits in acht At Bats brachte. Er wäre damit an Cobb vorbei gezogen, doch in Lajoies letztem At Bat der Saison ging der Plan doch noch schief: Lajoie kam zwar auf Base, doch die Scorerin wertete Corridens Wurf an die erste Base als Error. Für die Statistik bedeutete das ein At Bat ohne Hit und in der Gesamtabrechnung einen Average von .384 für Lajoie.

Skandal 3: Obwohl die Browns gar nicht direkt betroffen waren, setzten sie auch nach der Partie weiterhin alles daran, Nap Lajoie den Batting-Titel zuzuschieben. O’Connor und Coach Harry Howell versuchten sogar, die Scorerin zu bestechen. Sie boten an, ihr ein neues Outfit zu kaufen, wenn sie den Error als Hit wertete. O’Connor und Howell wurden für diesen Vorfall später lebenslang gesperrt.

Der damalige MLB-Commissioner Ban Johnson hatte das letzte Wort, indem er die Batting-Averages von .385 (Cobb) und .384 (Lajoie) für gültig und somit Cobb zum Champion erklärte. Das allerletzte Wort hatte allerdings Hugh Chalmers, der kurzerhand ein Auto mehr zur Verfügung stellte, sodass sowohl Cobb als auch Lajoie sich über das edle Gefährt freuen durften. Bevor die Geschichte zuende ist, steht aber noch eine finale Wendung des Statistikdramas aus, quasi das allerallerletzte Wort in Form von

Skandal 4: Im Jahr 1978 stieß der Sportstatistiker Pete Palmer auf eine Ungereimtheit in den Zahlen aus der MLB-Saison 1910. Offenbar wurden bei der Ermittlung der Jahreswerte die Stats eines Spiels der Tigers doppelt gezählt. Cobb hatte in diesem Spiel zwei Hits in drei At Bats, die Doppelzählung hob seinen Batting Average von .383 auf .385 an. 68 Jahre nach dem unwürdigen Theater um den Chalmers-Award stellte sich somit heraus, dass Lajoie diesen in Wirklichkeit gewonnen hatte – wenn auch nur dank der unsportlichen Schützenhilfe der St. Louis Browns.

Die MLB hat den von Palmer aufgedeckten Fehler übrigens bis heute nicht korrigiert. In den offiziellen Statistiken wird Ty Cobb nach wie vor der Batting-Titel 1910 zugerechnet, die beiden doppelt gezählten Hits stecken sowohl in seiner Karriere-Anzahl von 4.191 (statt 4.189) als auch in seinem Karriere-Average von .367 (statt .366).

Die beiden Protagonisten Ty Cobb (Mitte) und Nap Lajoie (rechts) einträchtig nebeneinander. Über den Herrn links im Bild wird im Laufe dieser Serie noch zu reden sein. Wer erkennt ihn?

Posted in MLB, Skandale Tagged with: , , , , , ,

November 5th, 2020 by Silversurger

In den letzten Tagen drehte sich in den USA alles um die Präsidentschaftswahl. Erwartungsgemäß waren Neuigkeiten aus der MLB in dieser Zeit dünn gesät. Drei Teams gaben allerdings am Wochenende wichtige Weichenstellungen für die kommenden Jahre bekannt, die ich euch in diesem Grand Slam am Donnerstag vorstellen möchte.

Cohen als neuer Mets-Owner bestätigt
Der Verkauf der New York Mets an den Hedgefonds-Milliardär Steve Cohen ist nun offiziell. Cohen erwirbt für rund 2,475 Milliarden Dollar 95% der Anteile von der bisherigen Owner-Gruppe um Fred und Jeff Wilpon. Auf dieses Geschäft hatte man sich bereits im August geeinigt, doch es fehlten noch Genehmigungen seitens der Stadt New York sowie seitens der restlichen Team-Eigner der MLB. Beide Zustimmungen sind Ende letzter Woche erfolgt. Die Fans der Mets hoffen, dass mit Cohen eine neue Ära für ihre Franchise anbricht. Im Gegensatz zu den als knauserig bekannten Wilpons wird Cohen deutlich stärker zugetraut, sowohl die Mittel als auch den Willen aufzubringen, massiv und dauerhaft in das Team und die Infrastruktur zu investieren. Erster Punkt auf der To-Do-Liste dürfte der Aufbau eines neuen Front Offices sein: Sandy Alderson wurde bereits als neuer Team-Präsident angekündigt. Ihm sollen sowohl ein President of Baseball Operations als auch ein General Manager zur Seite gestellt werden, der vermutlich nicht Brody Van Wagenen heißen wird. Darüber hinaus beabsichtigt Cohen, die Analsyse-Abteilung der Mets deutlich auszubauen.

La Russa zurück in Chicago
Die Chicago White Sox haben einen neuen Manager. Wie erwartet handelt es sich um einen alten Bekannten: Tony LaRussa nimmt zum zweiten Mal in seiner Karriere die sportlichen Geschicke des Klubs in die Hand. Der heute 76-Jährige hatte seine Managerkarriere 1979 bei den White Sox begonnen und war dort bis zu seiner Entlassung 1986 tätig. Anschließend managte er die Oakland Athletics (1986-1995) und die St. Louis Cardinals (1996-2011) und gewann insgesamt drei World Series. La Russa galt zu seiner Zeit als hervorragender Manager und wurde dafür 2014 in die Hall of Fame aufgenommen. Ob er sich und den White Sox  einen Gefallen damit tut, nach fast zehn Jahren aus dem Ruhestand zurückzukehren und als ältester Manager der Liga einen Draht zu einem ihrer jüngsten Teams zu suchen, wird sich zeigen müssen.

Zweite Chance für Hinch
Mit A. J. Hinch wagt ein weiterer Manager die Rückkehr nach einer Pause. In seinem Fall dauerte die Unterbrechung nur ein Jahr und erfolgte zwangsweise für seine Rolle im Sign-Stealing-Skandal der Houston Astros. Hinch gilt weder als Drahtzieher noch als Förderer der illegalen Vorgänge bei den Astros, wusste aber nach Einschätzung der MLB Bescheid und unternahm nichts dagegen. Nachdem er seine Strafe dafür abgesessen hat, handelten die Detroit Tigers sehr schnell, um sich seine Dienste als Nachfolger für den in Ruhestand getretenen Ron Gardenhire zu sichern. Das zügige Handeln dürfte klug von den Tigers gewesen sein, denn Hinch hat – von dem Skandal abgesehen – in seiner Zeit in Houston (2015-2019) großartige Arbeit geleistet und galt in dieser Offseason als heißer Kandidat für jedes Team mit offener Managerstelle.

Bauer lehnt Qualifying Offer ab
Von den sechs Spielern, die von ihren bisherigen Vereinen ein sogenanntes Qualifying Offer über 18,9 Millionen Dollar für eine Vertragsverlängerung von einem Jahr erhalten haben, hat Trevor Bauer als erster eine Entscheidung bekannt gegeben: Das Pitching-Ass der Cincinnati Reds lehnt das Angebot ab. Das ist keine Überraschung, denn es ist völlig klar, dass Bauer nach seiner herausragenden Saison einen höher dotierten Vertrag erhalten wird, sei es in Cincinnati oder woanders. Das Qualifying Offer war in seinem Fall nur ein formaler Vorgang, damit die Reds im Falle seines Abgangs eine Kompensation in Form von Draftpicks verlangen können. Für J. T. Realmuto (Phillies), George Springer (Astros) und D. J. LeMahieu (Yankees) ist die Situation ähnlich, auch sie werden das Offer sicher ablehnen. Die beiden einzigen Kandidaten, die es möglicherweise annehmen werden, sind die Pitcher Marcus Stroman (Mets) und Kevin Gausman (Giants). Die Spieler müssen ihre Entscheidung bis kommenden Mittwoch treffen.

Die Pirates lassen Archer ziehen
Die Pittsburgh Pirates haben entschieden, eine Verlängerungsoption im Vertrag von Chris Archer über 11 Millionen Dollar nicht zu ziehen. Archer ist damit Free Agent und endgültig Teil eines der unrühmlichsten Trades in der Geschichte der Pirates. Für ihn schickten die Pirates 2018 während der Saison Tyler Glasnow, Austin Meadows und das Talent Shane Baz zu den Tampa Bay Rays. Während bei den Rays Glasnow und Meadows umgehend zu Leistungsträgern wurden und Baz sich im Farmsystem auf die Profikarriere vorbereitet, war der vermeintliche Top-Einkauf Archer in Pittsburgh zu jeder Zeit eine herbe Enttäuschung. Der 32-Jährige brachte es 2019 auf 23 Starts mit 119.2 Innings und 5.19 ERA. 2020 musste er aussetzen nach einer Operation zur Behandlung des unter Pitchern gefürchteten Thoracic Outlet Syndromes. Man kann dem einstigen Top-Talent nur wünschen, dass ihm der Erfolg der OP und die Luftveränderung bei einem neuen Team helfen, seine Karriere zurück in eine erfolgreichere Spur zu bringen.

Posted in Grand Slam, MLB Tagged with: , , , , , , , , , , , ,

Juli 2nd, 2020 by Silversurger

Die Vorbereitungen auf die MLB-Saison 2020 laufen auf Hochtouren: Alle Teams haben während der letzten Tage ihre erweiterten Kader mit bis zu 60 Spielern bekannt gegeben und das Training sowie Coronatests in ihren Summer Camps aufgenommen. Der Spielplan für die reguläre Saison steht leider noch nicht fest. Aller Voraussicht nach beginnt die Saison am 23. Juli mit einem Eröffnungsspiel der New York Yankees gegen den amtierenden Champion, die Washington Nationals. Einen Tag später steigen die restlichen Teams in ihr 60-Spiele-Programm ein. Das alles steht natürlich unter dem Vorbehalt, dass die Pandemielage in den USA den Saisonstart zulässt.

Mindestens vier Spieler verzichten
Die Beteiligung an der Saison in diesem ungewöhnlichen Jahr ist den Spielern freigestellt. Bislang haben vier Akteure bekannt gegeben, dass sie von dem Recht Gebrauch machen werden, auf die Saison 2020 (und damit auch auf ihr Gehalt) zu verzichten. Rockies-Outfielder Ian Desmond, Diamondbacks-Pitcher Mike Leake sowie von den Washington Nationals First Baseman Ryan Zimmerman und Pitcher Joe Ross werden dieses Jahr freiwillig aussetzen. Desmond hat seine Entscheidung in einem lesenswerten Instagram-Post begründet. Im Wesentlichen argumentiert er damit, dass er das Spielen der Saison für ein Risiko hält, welches er als Vater von vier Kindern mit einer schwangeren Frau nicht einzugehen bereit ist – in meinen Augen eine sehr legitime und ehrenwerte Sichtweise.

Blue Jays vorerst in Florida
Für die Toronto Blue Jays als einziges MLB-Team außerhalb der USA ist weiterhin unklar, wo sie ihr Summer Camp und ihre Saisonspiele durchführen werden. Einstweilen hat sich das Team in der Spring-Training-Einrichtung des Klubs in Dunedin, Florida, gesammelt. Dort wartet man nun, ob die kanadischen Behörden grünes Licht für den Flug nach Toronto und für die Nutzung von Rogers Centre geben.

Rekordvertrag für Torkelson
Nach der MLB-Draft vom 10. und 11. Juni haben die meisten Teams inzwischen die Verträge mit den gepickten Spielern abgeschlossen. Der Nummer-1-Pick Spencer Torkelson hat mit den Detroit Tigers einen Rekordvertrag ausgehandelt: Er erhält für seine Unterschrift ein Handgeld von 8.416.300 Dollar. Der 20-jährige First Baseman wurde allseits als das Top-Talent dieser Draft angesehen und soll in Detroit langfristig die alternde Legende Miguel Cabrera ablösen.

Keine Minor Leagues 2020
Für die weit überwiegende Zahl der Baseball-Profis in den USA wird es keine Saison 2020 geben: Wie allseits erwartet worden war, haben die Minor Leagues die Saison wegen des Coronavirus komplett abgesagt. Das ist in Anbetracht der Lage sehr verständlich, aber auch ein herber Schlag für die betroffenen Spieler und sonstigen Angestellten.

Posted in Grand Slam, Minor Leagues, MLB Tagged with: , , , , , , , ,

Mai 5th, 2020 by Silversurger

Detroit hat einen schönen, etwas außerhalb gelegenen Zoo. Aber um die prominentesten Raubtiere der Stadt zu sehen, muss man das Zentrum nicht verlassen, denn dort stehen einträchtig nebeneinander die Gehege der Footballer von den Detroit Lions – Ford Field – und der Baseballer von den Detroit Tigers – Comerica Park. Um letzteren geht es in der heutigen Folge meiner Serie über die Ballparks der MLB.

Großartiger Blick auf die Skyline (1)

Geschichte
Als Gründungsmitglied der American League, das zudem nie die Stadt oder den Namen gewechselt hat, sind die Tigers eine der traditionsreichsten Baseball-Franchises überhaupt. Nach einigen kurzlebigen Heimstätten zu Beginn der Teamgeschichte zogen sie 1912 in Navin Field ein. Das Stadion, das später in Briggs Field und schließlich in Tiger Stadium umbenannt wurde, war stolze 88 Jahre lang in Betrieb.

So sehr die Tigers und ihre Fans das alte Stadion liebten, war doch ab Mitte der 1990er Jahre absehbar, dass ein neuer Ballpark her musste. Die Stadt Detroit stellte in einer Initiative zur Belebung der Innenstadt den Standort für die Neubauten der Tigers und der Lions zur Verfügung. Als Architekturbüro wurden die etablierten Ballpark-Spezialisten von HOK Sports (heute Populous) ausgewählt. Diese konstruierten ein Stadion im bewährten retro-klassischen Design, das von Oktober 1997 bis April 2000 erbaut wurde. Die Comerica Bank erwarb für 66 Millionen Dollar die Namensrechte für 30 Jahre.

Das Eröffnungsspiel stieg am 11. April 2000 zwischen den Tigers und den Seattle Mariners und wurde von den Hausherren 5:2 gewonnen. Bei Temperaturen um 2 Grad Celsius und Schneefall wird sich schon an diesem ersten Betriebstag von Comerica Park der eine oder andere der 39.168 Zuschauer gefragt haben, ob es wirklich eine gute Idee war, auf ein Dach zu verzichten. Die Diskussion, ob man eine Überdachung, vielleicht sogar ein bewegliches Dach, nachrüsten soll, kommt bis heute immer wieder hoch.

2005 fand das All-Star-Game der MLB in Comerica Park statt, ein Jahr später erlebte der Ballpark seine ersten Playoff-Spiele und auch gleich seine erste World Series. Die Tigers verloren die World Series 2006 mit 1-4 gegen die St. Louis Cardinals. 2012 erreichten sie erneut die Meisterschaftsserie, in der si sich mit 0-4 den San Francisco Giants geschlagen geben mussten. In Comerica Park gab es bislang nur einen No-Hitter: Das Kunststück gelang Justin Verlander am 12. Juni 2007 beim 4:0-Sieg der Tigers gegen die Milwaukee Brewers.

Der Eingang lässt keine Zweifel, wer hier zu Hause ist (2)

Architektonische Auffälligkeiten
Von außen sieht Comerica Park mit seiner Ziegelfassade im Grunde aus wie ein durchschnittlicher Ballpark der retro-klassischen Bauart – abgesehen davon, dass er von Dutzenden Tigerstatuen und -köpfen „bevölkert“ wird, die das Bild des Stadions massiv prägen. Ein weiteres extensiv eingesetztes Designelement sind die riesigen Baseballschläger, die zum Beispiel im obigen Bild über dem Eingang zu sehen sind. Diese Schläger sind keine willkürlichen Standardmodelle, sondern jeweils den Bats von legendären Tigers-Spielern nachempfunden.

Im Inneren des Stadions fällt zuerst die tolle Aussicht auf die Skyline von Detroit ins Auge. Aber auch das Spielfeld bietet einen ungewohnten Anblick: Zum einen hat der normalerweise runde Bereich um die Homeplate in Comerica Park selbst die Form einer Homeplate. Zum anderen verläuft zwischen der Homeplate und dem Mound ein Dirt-Streifen. Ein solcher Streifen war in frühen Ballparks üblich, ist heute aber eine Seltenheit. Meines Wissens ist Comerica Park zurzeit der einzige MLB-Ballpark mit diesem Feature, nachdem Chase Field in Arizona seinen Streifen letztes Jahr abgeschafft hat.

Bei jedem Homerun der Tigers wandert Blick automatisch zur Chevrolet Fountain, der großen Springbrunnen-Anlage hinter dem Centerfield, die zu diesen und anderen besonderen Ereignissen in die Höhe schießt.

Wasserspiele bei jedem Tigers-Homerun (3)

Weitere Besonderheiten von Comerica Park finden sich hinter beziehungsweise unter den Tribünen: Jenseits der 3rd-Base-Seite des Stadions steht ein 15 Meter hohes Riesenrad, in dem man für 2 Dollar ein paar Runden in einer baseballförmigen Kabine drehen kann. Der Innenbereich des Ballparks ist durchzogen von einem „Walk of Fame“. Wenn man vor dem Spiel genug Zeit hat, kann man dort auf einem Spaziergang die Geschichte der Tigers anhand von Fotos und Ausstellungsstücken nachvollziehen.

Ein Hit (nicht nur) für Kids: Das Riesenrad „Fly Ball“ in Comerica Park (4)

Spielbezogene Eigenheiten
Als Comerica Park im Jahr 2000 eröffnete, wurden Detroits Baseballfans mit einem massiven Unterschied zum Vorgänger-Stadion konfrontiert: Während Tigers Park als einer der hitter-freundlichsten Ballparks der MLB galt, war das neue Stadion dank eines vor allem in den Ecken deutlich größer dimensionierten Outfields das genaue Gegenteil davon. Mit der Pitcherfreundlichkeit des Parks war man bei den Tigers nicht glücklich und so gab es schon bald – 2003 und 2005 – Umbauten, bei denen zuerst das Leftfield und dann das Rightfield verkleinert wurde. Das Ziel der Maßnahmen wurde erreicht, denn seitdem ist Comerica Park ein relativ ausgewogener Ballpark mit leichten Vorteilen für die Hitter.

Wo sitzt man am besten?
Das Team der Tigers befindet sich in einer Rebuilding-Phase, und das schlägt sich spürbar im Zuschauerinteresse nieder: Mit im Schnitt 18.767 verkauften Tickets war Comerica Park letztes Jahr nicht mal zur Hälfte ausgelastet. Daran dürfte sich kurzfristig wenig ändern, sodass man – sobald es wieder MLB-Spiele mit Zuschauern gibt, versteht sich – relativ leicht und günstig an Karten für Tigers-Spiele kommt.

Die beste Sicht hat man, wie in fast jedem Ballpark, von den unteren Plätzen um das Infield. Will man direkt hinter der Homeplate sitzen (Bereiche 125-130), muss man in der Regel mehrere hundert Dollar pro Sitz hinblättern. Auf Höhe der ersten oder dritten Base (120 bzw. 135) kann man aber bereits ein Schnäppchen mit hervorragenden Plätzen für 30 oder 40 Dollar machen.

Wenn man einfach nur ins Stadion kommen und dafür nicht viel ausgeben möchte, bieten sich die Blöcke 149-150 im hinteren Leftfield an. Da ist man zwar weit vom Geschehen, aber die Sicht ist unverbaut, man kann einen Blick in den Gäste-Bullpen werfen und zahlt für die Tickets mit etwas Glück nur 10 Dollar oder weniger.

(1) Quelle: Flickr, Urheber: Ed McDonald (CC BY-NC 2.0)
(2) Quelle: Flickr, Urheber: Lauren (CC BY-NC-ND 2.0)
(3) Quelle: Flickr, Urheber: GabboT (CC BY-SA 2.0)
(4) Quelle: Flickr, Urheber: Perry (CC BY-NC-ND 2.0)

Posted in Ballparks, MLB Tagged with: , ,

April 9th, 2020 by Silversurger

Live-Baseball in Sicht: Zumindest an einem Ort der Welt, nämlich in Taiwan, soll am kommenden Wochenende die Saison starten. In den USA und Deutschland sind wir so weit noch lange nicht: Für die Bundesliga und die weiteren Ligen des DBV steht zurzeit noch der Termin 9./10. Mai für den Saisonbeginn, allerdings werden beim Verband auch andere Szenarien geprüft und man will die Situation nach Ostern neu bewerten. Ob und wann es eine MLB-Saison geben wird, ist zwar ebenfalls weiterhin offen. Es wurden aber diese Woche Pläne bekannt, nach denen man möglicherweise schneller als gedacht in den Spielbetrieb einsteigen könnte.

MLB-Saison in Arizona?
Bislang sind es nur Planspiele, aber die MLB und die Spielergewerkschaft scheinen zumindest ernsthaft in Betracht zu ziehen, unter ganz besonderen Bedingungen Ende Mai oder Anfang Juni die Saison 2020 zu beginnen. Der Kern des Plans ist, dass sämtliche Spiele ohne Zuschauer in der Gegend um Phoenix, Arizona, ausgetragen werden. Genutzt werden könnten das Stadion der Arizona Diamondbacks sowie diverse Spring-Training-Einrichtungen der Region. Alle 30 Teams und deren Angestellte sollen vor Ort relativ isoliert in Hotels untergebracht werden. Gereist wird nur vom Hotel zum jeweiligen Stadion und zurück, alle Beteiligten werden regelmäßig auf Coronaviren getestet.
Neben der enormen logistischen Herausforderung wären auch diverse Aspekte des Spiels zu regeln. Ein Vorschlag besteht zum Beispiel darin, eine elektronische Strikezone einzuführen, um dem Umpire mehr Abstand zum Batter und zum Catcher zu erlauben. Die Spieler, die gerade nicht auf dem Feld stehen, würden wohl auf die ansonsten leeren Zuschauerränge verteilt, um nicht zu eng im Dugout zu sitzen. Um möglichst nahe an eine volle 162-Spiele-Saison zu kommen, wird zudem erwogen, vermehrt 7-Inning-Doubleheader zu spielen, wie man sie aus den Minor Leagues sowie aus den College- und Amateurbereichen kennt.
Die Reaktionen unter den Betroffenen auf die Pläne sind gespalten: Sie reichen von Angels-Manager Joe Maddon, der sich zu allem bereit erklärt, wenn es nur endlich losgeht („I’ll play on the moon, I don’t care“), bis hin zu Spielern, die zumindest hinter vorgehaltener Hand kritisieren, dass sie nicht monatelang von ihren Familien getrennt werden möchten.

Taiwan beginnt Baseballsaison mit Roboter-Zuschauern
Am morgigen Freitag startet die taiwanesische Chinese Professional Baseball League (CPBL) als erste professionelle Baseball-Liga in die Saison 2020. In Taoyuan City findet das Eröffnungsspiel zwischen den Gastgebern und Titelverteidigern Rakuten Monkeys und den Chinatrust Brothers statt. Zahlende Zuschauer wird es nicht geben. Zu den umfangreichen Schutzvorkehrungen gehört eine Beschränkung auf unter 200 Personen im Stadion, darunter die Spieler, Trainer, Teamangestellte, Stadionpersonal, Ligaverantwortliche und Medien. Für Stimmung sollen (kein Scherz!) 500 Roboterpuppen sorgen, die in Fankleidung die Zuschauerränge bevölkern werden. Erklärtes Ziel der CPBL ist es, die regulären 120 Spieltage zwischen den vier Teams der Liga sowie die zweistufigen Playoffs duchzuführen. Zusätzliche Events wie das All-Star-Game und die Winterliga werden nicht stattfinden.
Wer sich Live-Baseball aus der CPBL gönnen möchte, kann für rund 30 Euro ein Abo von CPBL.TV abschließen. Ein Teil der Spiele wird zudem kostenlos auf Yahoo Sports Taiwan übertragen. Den Spielplan gibt es auf der Homepage der Liga leider nur in Landessprache. Wenn ihr euch reinarbeiten wollt, dürfte diese Anleitung in englischer Sprache helfen.

„Mr. Tiger“ Al Kaline stirbt mit 85
Die Baseball-Welt trauert um einen ihrer Stars aus den 1950er und -60er Jahren. Al Kaline starb am Montag im Alter von 85 Jahren zu Hause in Michigan. Kaline war 22 Jahre lang in der MLB aktiv gewesen und zwar nie für ein anderes Team als die Detroit Tigers. Wegen seiner großen Treue zu dem Klub, mit dem er 1968 die World Series gewann, nannte man ihn auch „Mr. Tiger“. Kaline wurde in seiner Karriere 18-mal ins All-Star-Team gewählt, gewann zehn Gold Gloves und einen Batting-Title. Nach seiner aktiven Zeit fungierte er als TV-Kommentator für die Spiele der Tigers sowie als Assistent des Managements und Mentor für zahlreiche Spieler.

Posted in Baseball international, Grand Slam, MLB Tagged with: , , ,

Februar 29th, 2020 by Silversurger

Mit 114 Niederlagen waren die Detroit Tigers das schlechteste Team der MLB-Saison 2019. Die gute Nachricht ist, dass der Tiefpunkt damit wohl erreicht ist und es von dort eigentlich nur noch aufwärts gehen kann; die schlechte ist, dass vor dem Weg nach oben vermutlich noch eine ausgedehnte Talsohle vor den Tigers liegt. Anders formuliert: Es wird eine weitere schmerzhafte Saison, als deren Highlight schon jetzt der Nummer-1-Pick in der Draft im Juni feststehen dürfte. Im Vergleich mit den bisher in der Vorschauserie besprochenen Teams sehe ich die Tigers in einer zumindest graduell interessanteren Position. Denn währen die Orioles, die Pirates, die Marlins und die Mariners meiner Ansicht nach ein Lock für Rang 5 ihrer jeweiligen Division sind, könnte es in der AL Central ein offenes Duell um Platz 4 zwischen Detroit und einem weiteren Team geben. Anlass zur Hoffnung geben Neuverpflichtungen wie Jonathan Schoop, C. J. Cron und Austin Romine – sie sind zwar alle nicht mehr als Platzhalter für die aktuelle Phase des Rebuildings, stellen aber trotzdem ein Upgrade gegenüber den jeweiligen Vorgängern dar. Zudem stehen einige Top-Prospects in den Startlöchern, die im Laufe der Saison ins MLB-Team sickern und den Zuschauern in Detroit einen Grund geben werden, wenigstens ab und zu mal im Ballpark vorbeizschauen.

Voraussichtliches Lineup
C Austin Romine
1B C. J. Cron
2B Jonathan Schoop
SS Niko Goodrum
3B Jeimer Candelario
LF Christin Stewart
CF Jacoby Jones
RF Cameron Maybin
DH Miguel Cabrera

Voraussichtliche Rotation
LHP Matthew Boyd
RHP Ivan Nova
RHP Jordan Zimmermann
RHP Spencer Turnbull
LHP Daniel Norris
Key Relievers: Joe Jimenez, Buck Farmer

Wichtigster Zugang
2B Jonathan Schoop (Minnesota Twins)

Wichtigster Abgang
LHP Matt Moore (SoftBank Hawks, Japan)

Bestes Prospect
RHP Casey Mize

Größte Stärke
Die Zukunft der Rotation: Zurzeit ist das Pitching-Staff der Tigers gelinde ausgedrückt eine Zumutung. Aber eine Rotation um Michael Fulmer, Matt Manning, Casey Mize, Tarik Skubal und Joey Wentz kann demnächst ein echtes Prunkstück werden.

Größte Schwäche
Miguel Cabrera: 2003 gewann er als 20-jähriger Cleanup-Hitter der Marlins die World Series, 2012 holte er als einziger Batter in den letzten 52 Jahren die Triple Crown, mit einem Karriere-Batting-Average von .315 führt er immer noch alle aktiven MLB-Spieler an. Miguel Cabrera ist eine Legende – aber leider nicht mehr viel mehr als das. Das Alter und ein kaputtes Knie fordern ihren Tribut von dem zukünftigen Hall of Famer. Für die Tigers ist er mit seinem Vertrag über noch vier Jahre und 124 Millionen Dollar längst zu einer riesigen Belastung geworden.

Spannendste Frage
Bringt Fulmers Rückkehr einen Schub? Pitcher Michael Fulmer wird nach seiner Tommy-John-Surgery vor einem Jahr zum Saisonstart noch nicht fit sein, aber vermutlich bis Mitte der Saison einsatzbereit werden. Sollte er die Form seiner beiden ersten Jahre erreichen, in denen er einen 3.45 ERA pitchte und Rookie of the Year 2016 wurde, wäre er eine enorme Verstärkung. Doch nach fast zwei Jahren verletzungsbedingter Abwesenheit ist jede Prognose äußerst unsicher.

Meine Prognose
Platz 5 in der AL Central

Hier geht’s zum Power-Ranking mit allen bisher erschienenen Previews.

Posted in MLB, Preview Tagged with: , ,

Januar 16th, 2020 by Silversurger

Die MLB-Saison 2020 steht vor der Tür, was eigentlich Grund zur Vorfreude sein sollte. Doch die letzten Tage standen klar im Schatten unrühmlicher Vorfälle aus der jüngeren Vergangenheit. Das Meisterteam des Jahres 2017 wurde des systematischen Betrugs überführt, vergleichbare Anschuldigungen gegen das Meisterteam des Jahres 2018 werden noch geprüft. Die bislang ausgesprochenen und noch zu erwartenden Strafen sind empfindlich, auch wenn sie nicht bis zum ultimativen Mittel – dem Entzug von Titeln – reichen. Mehrere Verantwortliche haben durch den Skandal bereits ihren Job verloren, mindestens ein weiterer könnte in Kürze folgen. Alles in allem gibt der professionalle Baseball gerade ein betrübliches Bild ab. Als Fan des Sports kann man nur hoffen, dass es sich bei den aktuellen Ereignissen um ein reinigendes Gewitter handelt und dass spätestens in zwei Monaten wieder der sportliche und vor allem faire Wettkampf auf dem Platz im Mittelpunkt steht.

Red Sox feuern schon mal den Manager
Die Boston Red Sox haben in der Saison 2018 die Fingerzeige der gegnerischen Catcher gefilmt, die Informationen während der Spiele ausgewertet und an ihre Batter weitergeleitet. Die Untersuchung dazu läuft noch und wird aller Voraussicht nach zu ähnlichen Strafen führen wie die Astros sie diese Woche für ihre Verstöße im Jahr 2017 hinnehmen mussten (siehe Bericht vom Dienstag). Als erste interne Konsequenz trennten die Red Sox sich vorgestern von Manager Alex Cora. Das kommt wenig überraschend, denn Cora kommt eine zentrale Rolle in beiden Sign-Stealing-Fällen zu. 2017 war er Bench Coach der Astros und laut dem Untersuchungsergebnis der MLB die Hauptperson, die gemeinsam mit mehreren Spielern das Spionagesystem entwickelte und durchführte. Ein Strafmaß für ihn hat die Liga noch nicht festgelegt, weil dazu zunächst die Untersuchung der Vorfälle in Boston abgeschlossen werden soll, wo Cora ab 2018 als Field Manager, also Cheftrainer der Red Sox tätig war.
Der Nachfolger für Cora in Boston steht noch nicht fest. Als frühe Favoriten für den Job gelten Jason Varitek, bislang Assistent des General Managers, sowie der derzeitige Bench Coach der New York Mets, Hensley Meulens.

Stolpert auch Beltran über den Sign-Stealing-Skandal?
Auch die Mets könnten bald wieder auf der Suche nach einem neuen Manager sein, denn ihr vor zwei Monaten verpflichteter Skipper Carlos Beltran steht ebenfalls im Fokus des Sign-Stealing-Skandals. Er war zwar während der Vorgänge bei den Astros 2017 nur Spieler und als solcher von der MLB ausdrücklich von individuellen Strafen ausgenommen. Beltrans Integrität hat jedoch spürbaren Schaden genommen: Beim Aufkommen des Skandals verkündete er noch öffentlich, von einem Sign-Stealing-System in Houston nichts mitbekommen zu haben. Die Untersuchung der Liga benennt ihn jedoch als einzigen Spieler namentlich als einen der Protagonisten neben Cora. Eine Entscheidung, ob die Mets die Zusammenarbeit mit Beltran fortsetzen, wird bis Ende der Woche erwartet.

Donaldson zu den Twins
Zurück zum Sport: Die Minnesota Twins sind als Sieger aus dem wochenlangen Wettbieten um die Dienste von Josh Donaldson hervorgegangen. Der Third Baseman bekommt einen Vertrag über vier Jahre und 92 Millionen Dollar. Für weitere 8 Millionen kann der Klub die Option auf ein fünftes Jahr ziehen, wodurch sich Donaldsons Einkünfte aus dem Konktrakt auf glatte 100 Millionen belaufen würden. Drei Tage zuvor hatte es noch so ausgesehen, als hätten die Twins einen anderen Weg eingeschlagen, indem sie ihrem bisherigen Third Baseman Miguel Sano 30 Millionen für eine Vertragsverlängerung um drei Jahre gaben. Nun stellt sich heraus, dass der Plan von vornherein war, Sano auf die defensiv weniger anspruchsvolle Position an der ersten Base zu verschieben und ein Upgrade für die dritte Base zu finden. Das ist durch die Verpflichtung von Donaldson definitiv gelungen. Der 34-Jährige bringt sowohl starkes Feldspiel als auch ordentliche Homerun-Power auf die Waage. Die Twins werten damit ein ohnehin schon beeindruckendes Lineup weiter auf. Mit Max Kepler, Mitch Garver, Nelson Cruz, Eddie Rosario, Sano und Donaldson haben sie nun sechs Spieler an Bord, die 2019 mehr als 30 Homeruns schlugen.

Weitere Spielerverpflichtungen
Außer Donaldson haben auch die folgenden MLB-Spieler diese Woche einen neuen Arbeitgeber gefunden: 3B Todd Frazier (Texas Rangers, 1 Jahr, 5 Millionen Dollar mit Klub-Option auf ein weiteres Jahr), SP Alex Wood (Los Angeles Dodgers, 1 Jahr, 4-10 Millionen leistungsabhängig), IF Jedd Gyorko (Milwaukee Brewers, 1 Jahr, 2 Millionen mit Klub-Option auf ein weiteres Jahr), SP Ivan Nova (Detroit Tigers, 1 Jahr, 1,5-2 Millionen leistungsabhängig), OF Guillermo Heredia (Pittsburgh Pirates, 1 Jahr, 1 Million).

Viele kleine Trades
Es halten sich hartnäckige Gerüchte, dass zwischen den Colorado Rockies und den St. Louis Cardinals ein Trade im Raum steht, dessen Kernstück Third Baseman Nolan Arenado sein soll. Bisher haben die Verhandlungen aber zu keinem Ergebnis geführt. Daher gibt es an dieser Stelle zwar eine Reihe kleiner Deals, aber (noch) keinen Blockbuster zu vermelden:
Die Tampa Bay Rays holen sich in 1B/OF Jose Martinez und OF Randy Arozarena zwei Ergänzungsspieler von den Cardinals, welche dafür Pitching-Prospect Matthew Liberatore und C Edgardo Rodriguez bekommen. Der „Hauptpreis“ in diesem Trade ist Liberatore. Um das linkshändige Talent zu bekommen, geben die Cardinals nicht nur Martinez und Arozarena her, sondern auch einen hohen Draftpick (Nummer 38) für einen niedrigeren (Nummer 66).
Die Los Angeles Angels bekommen von den Diamondbacks RP Matt Andriese im Tausch gegen Minor-League-Pitcher Jeremy Beasley.
OF Austin Dean wechselt von den Miami Marlins zu den Cardinals, die dafür Minor-League-OF Diowill Burgos abgeben.
Die Chicago Cubs schicken IF/OF Tony Kemp zu den Oakland Athletics und bekommen im Gegenzug Minor-League-IF Alfonso Rivas.
Die Houston Astros bekommen SP/RP Austin Pruitt von den Tampa Bay Rays und geben dafür die Minor Leaguer OF Cal Stevenson und RP Peyton Battenfield ab.
Die Texas Rangers schicken RP Jeffrey Springs zu den Boston Red Sox und erhalten als Gegenleistung 1B Sam Travis.

Posted in Grand Slam, MLB Tagged with: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Dezember 26th, 2019 by Silversurger

Der Grand Slam am Donnerstag schläft auch an Weihnachten nicht, weil es die MLB genauso wenig tut. Zum Beispiel wünschten sich viele Fans der New York Mets für ihren Klub nichts sehnlicher als eine Verstärkung des Bullpens – und bekamen prompt am Heiligabend Dellin Betances unter den Baum gelegt. Auch die Toronto Blue Jays und die Chicago White Sox rüsteten um die Feiertage herum ordentlich nach, um 2020 eine erfreulichere Rolle spielen zu können als in den letzten Jahren. Von Seiten der Liga wird derweil eine Regeländerung kolportiert, die – wenn sie tatsächlich irgendwann kommt – nicht nur für fröhliche Gesichter sorgen wird.
Hier auf dem Baseblog ist das der letzte Grand Slam am Donnerstag und wahrscheinlich auch der letzte Artikel im Jahr 2019. Ich wünsche euch allen ein frohes Fest und einen guten Start ins neue Jahr, in dem wir uns hoffentlich in alter (oder neuer) Frische wieder hier lesen!

Digitale Strikezone in drei Jahren?
MLB-Commissioner Rob Manfred ist bekanntlich schon lange ein Fan der Idee, eine automatisierte, per Videokamera und Computer festgelegte Strikezone einzuführen. Ein solches System wurde dieses Jahr bereits in der Arizona Fall League getestet. Unter den Spielern gewann die digitale Strikezone dabei wohl nicht viele Befürworter, doch die Ligaleitung verfolgt das Ziel einer Einführung in die MLB weiter und hat inzwischen eine Einigung mit der Schiedsrichtervereinigung erzielt. Diese könnte zur Umsetzung der Pläne in drei Jahren führen, wie Jacob Bogage in der Washington Post berichtet.

White Sox signen Keuchel, Gonzalez und Encarnacion
Die Chicago White Sox sind eines der aktivsten Teams der diesjährigen Offseason. Nachdem sie bereits Catcher Yasmani Grandal und Outfielder Nomar Mazara an Land gezogen sowie mit First Baseman Jose Abreu verlängert hatten, verstärken sie nun ihre Starting Rotation mit zwei erfahrenen linkshändigen Pitchern. Dallas Keuchel, der am 1. Januar 32 wird, kommt für zunächst drei Jahre und 55,5 Millionen Dollar. Wenn er es 2021 und 2022 auf genügend Einsatzzeit bringt, verlängert der Kontrakt sich automatisch für ein weiteres Jahr und 18,5 Millionen. Der 34-jährige Gio Gonzalez ist eine deutlich günstigere, aber durchaus solide Ergänzung. Er erhält einen Einjahresvertrag über eine Garantiesumme von 5 Millionen Dollar, für weitere 6,5 Millionen können die White Sox den Kontrakt bei Bedarf bis 2021 ausdehnen. Ganz frisch kam heute Nacht die Meldung, dass auch Edwin Encarnacion bei den White Sox anheuert. Der in Kürze 37-jährige Slugger bringt eine Menge Erfahrung in das junge Lineup und wird sich mit Abreu als DH und First Baseman abwechseln. Er erhält 12 Millionen für ein Jahr, der Klub hat die Option auf ein weiteres Jahr zum gleichen Preis.

Ryu und Shaw zu den Blue Jays
Jede AL-Division hat nächstes Jahr ein Team, das mit bedeutenden Investitionen den Sprung in die Konkurrenzfähigkeit versucht. Was in der AL Central die White Sox und in der AL West die Los Angeles Angels sind, sind in der AL East die Toronto Blue Jays. Die Blue Jays haben einen starken jungen Kern um Vladimir Guerrero Jr., Lourdes Gurriel Jr., Bo Bichette, Cavan Biggio und Danny Jansen. Gefehlt hat es bislang am Pitching, welches mit Tanner Roark, Chase Anderson, Shun Yamaguchi und nun der Star-Verpflichtung Hyun-Jin Ryu neu aufgestellt wurde. Für Ryu lässt der Klub 80 Millionen Dollar über vier Jahre springen und sticht damit namhafte Mitbewerber wie die Dodgers, die Angels, die Braves oder die Twins aus. Ryu ist zweifellos einer der Top-Pitcher der Liga, bringt aber auch einige Fragezeichen in Form einer Verletzungsgeschichte und seines Alters von 33 Jahren mit sich. Als weitere Ergänzung des Kaders holen die Blue Jays Infielder Travis Shaw. Der 29-jährige hatte 2017 und 2018 starke Jahre bei den Milwaukee Brewers, bevor er 2019 plötzlich das Baseballspielen verlernt zu haben schien und nach der Saison von den Brewers entlassen wurde. Die Blue Jays hoffen, dass er zu alter Stärke zurück findet, und bezahlen ihm 4 Millionen Dollar für ein Jahr.

Mets holen Betances, sparen bei Cespedes
Das Weihnachtsgeschenk der Mets an sich selbst hatte ich schon am Anfang dieses Artikels erwähnt: Relief Pitcher Dellin Betances unterschreibt für ein Jahr und ein garantiertes Gehalt von 10,5 Millionen Dollar. Darüber hinaus hat Betances die Option auf ein bis zwei weitere Jahre und zusätzliche Zahlungen, die in Abhängigkeit von seinen Leistungen und Einsatzzeiten aktiv werden. Betances gehörte mehrere Jahre zu den besten Relievern der Liga, bis er die Saison 2019 verletzungsbedingt bis auf ein einziges Spiel komplett verpasste. Eine Umzugspauschale ist vermutlich nicht Teil des Vertrages: Der in Manhatten geborene Betances spielte zuletzt in der Bronx für die Yankees und hat es somit nicht weit zum neuen Arbeitgeber in Queens. Das Geld für seine Verpflichtung haben die Mets auch deshalb zur Verfügung, weil sie sich mit ihrem Outfielder Yoenis Cespedes auf eine Vertragsänderung geeinigt haben: Statt 29,5 Millionen Dollar erhält Cespedes 2020 nur noch 6 Millionen als Grundgehalt, die in Abhängigkeit von der Zahl seiner Einsätze auf bis zu 20 Millionen anwachsen können. Grund für die Neuverhandlungen war die obskure Knöchelverletzung, die Cespedes sich im Mai 2019 auf seiner Ranch zugezogen hatte – offenbar beim Reiten oder einer ähnlichen Aktivität, die er nicht hätte ausführen dürfen, während er sich gerade von einer anderen Verletzung erholen sollte.

Weitere Neuverpflichtungen
Die oben noch nicht erwähnten Spielerverpflichtungen dieser Woche gibt es wie gewohnt im Telegrammstil: OF Kole Calhoun (Arizona Diamondbacks, 2 Jahre, 16 Millionen Dollar + 1 Jahr Klub-Option), SP Julio Teheran (Los Angeles Angels, 1 Jahr, 9 Millionen), C Martin Maldonado (Houston Astros, 2 Jahre, 7 Millionen), 2B Cesar Hernandez (Cleveland Indians, 1 Jahr, 6,25 Millionen), 1B C. J. Cron (Detroit Tigers, 1 Jahr, 6,1 Millionen), SS Jonathan Schoop (Tigers, 1 Jahr, 6,1 Millionen), RP Sergio Romo (Minnesota Twins, 1 Jahr, 5 Millionen + 1 Jahr Klub-Option), 3B Maikel Franco (Kansas City Royals, 1 Jahr, 3-4 Millionen leistungsabhängig), RP Tyler Clippard (Twins, 1 Jahr, 2,75 Millionen).

Posted in Grand Slam, Minor Leagues, MLB Tagged with: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,