Juli 25th, 2019 by Silversurger

Für die MLB-Teams, die mit den Playoffs nichts zu tun haben, wird es diese Woche zum letzten Mal in dieser Saison richtig spannend, wenngleich nur jenseits des Platzes: Die Trade-Deadline steht an und somit die Chance, den einen oder anderen Spieler mit auslaufendem Vertrag an konkurrenzfähige Teams abzugeben und im Gegenzug möglichst vielversprechende Nachwuchstalente zu erhalten. Nach einer Regeländerung gilt die Deadline am 31. Juli dieses Jahr erstmals ohne Wenn und Aber. Während früher anschließend noch einen weiteren Monat lang die Möglichkeit bestand, über formale Umwege Trades einzufädeln, ist nun klar, dass es nach dem 31. Juli keine Wechsel mit Auswirkung auf die laufende MLB-Saison mehr geben wird. In der American League ist für die meisten Teams klar absehbar, ob sie zur Deadline als „Buyer“ oder „Seller“ auf dem Plan stehen, denn die Karten im Hinblick auf die Playoffs sind schon relativ eindeutig verteilt. In der National League ist das Bild weniger klar, da sich 14 von 15 Teams zumindest noch Außenseiterchancen auf die Postseason ausrechnen können.

National League
In der National League East sind mindestens drei Teams als potenzielle Käufer einzustufen. Die Atlanta Braves (60-43) haben keine offensichtlichen Lücken im Kader, scheinen aber auch nicht abgeneigt, noch einen Top-Spieler an Land zu holen. Ein Starting Pitcher dürfte das wahrscheinlichste Ziel sein. Auf dem Pitching-Markt werden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch die Washington Nationals (55-46) tätig werden, um mit ein, zwei neuen Relievern ihre Schwachstelle anzugehen. Die Philadelphia Phillies (54-48) hatten bereits eine sehr aktive Offseason und werden ihren Trend zum Aufrüsten fortsetzen. Auf ihrer Wunschliste stehen vor allem Spieler, die noch ein, zwei Jahre Vertragsdauer mitbringen und nicht nur die wenigen Monate bis Saisonende. Die New York Mets (46-55) sind zwar noch nicht endgültig aus dem Rennen, aber sie werden wohl realistisch genug sein, dieses Jahr abzuhaken und zu schauen, ob und wie sich die auslaufenden Verträge von Zack Wheeler, Todd Frazier und Jason Vargas versilbern lassen. Auch um Noah Syndergaard, der noch bis 2022 an den Klub gebunden ist, gibt es immer wieder Gerüchte. Der Preis für ihn dürfte allerdings hoch sein – während der für Wheeler durch dessen aktuelle Verletzung vermutlich deutlich gefallen ist. Die Miami Marlins (38-62) sind der eindeutigste Seller der NL. Veteranen wie Curtis Granderson, Neil Walker und Sergio Romo können Gegenwerte bringen, die das Rebuilding der Marlins voranbringen.

Die NL Central ist weit offen, daher wird hier wohl kein Team nennenswert als Seller auftreten. Die Chicago Cubs (55-47), die St. Louis Cardinals (54-47) und die Milwaukee Brewers (54-50) sind allesamt auf der Suche nach Relievern. Die Brewers hätten zudem nach der Verletzung von Brandon Woodruff gern einen weiteren Starter, während die Cubs nach einem guten rechtshändigen Batter Ausschau halten. Die Cincinnati Reds (46-54) und die Pittsburgh Pirates (46-55) befinden sich in uneindeutigen Situationen – nicht direkt im Playoffrennen, aber auch nicht abgeschlagen genug, um aufzugeben. In ihrer Situation ist damit zu rechnen, dass sie zur Trade-Deadline weder in die eine noch in die andere Richtung sonderlich aktiv werden.

Die Los Angeles Dodgers (67-37) gewinnen die NL West locker ohne weitere Verstärkungen, aber wie in den vergangenen Jahren werden sie auch dieses Mal versuchen, das eine oder andere Puzzlestück im Hinblick auf das große Ziel eines World-Series-Gewinns hinzuzufügen. Der Schwerpunkt dürfte klar auf Hilfe für den Bullpen liegen. Die restlichen Teams der Division können allesamt noch auf eine Wild Card spekulieren. Die Arizona Diamondbacks (52-51), die ohnehin bereits ein halbes Rebuilding-Projekt darstellen, könnten sich entscheiden, Leute wie Adam Jones und Zack Greinke auf den Markt zu werfen. Greinke steht noch bis 2021 unter Vertrag, ist mit 80 Millionen Dollar an garantiertem Gehalt aber auch extrem teuer. Die Colorado Rockies (47-55) und die San Francisco Giants (52-51) sehe ich als Kandidaten für eine eher untätige Herangehensweise an die Deadline. Das ist in beiden Fällen eine erstaunliche Entwicklung. Die Rockies sahen vor der Saison nach sicheren Contendern aus, konnten die Erwartungen aber bisher nicht erfüllen. Umgekehrt sind die Giants erst in den letzten paar Wochen quasi aus dem Nichts empor gekommen und plötzlich sieht es so aus, dass einst heiße Trade-Kandidaten wie Madison Bumgarner, Will Smith oder Sam Dyson womöglich gar nicht zum Verkauf stehen. Für die San Diego Padres (48-53) ist ebenfalls unklar, ob sie eher kaufen oder verkaufen wollen. Gebrauchen könnten sie einen Starter, idealerweise mit etwas längerem Vertrag als nur bis Saisonende. Guten Gegenwert würden sie für ihren Closer Kirby Yates erzielen.

American League
Die New York Yankees (66-35) gehören zu den klaren Favoriten, einen der verfügbaren Top-Starter zu akquirieren – jemanden wie Zack Wheeler, Mike Minor oder Marcus Stroman. Genau wie die Yankees haben auch die Tampa Bay Rays (58-47) genug Tradematerial in der Farm, um sich ordentlich zu verstärken. Sie dürften vor allem an einem rechtshändigen Batter interessiert sein, aber auch ein starker Reliever würde ihnen weiterhelfen. Die Boston Red Sox (56-47) befinden sich zurzeit im Niemandsland der American League East und sind auch von der Wild Card ein Stück entfernt. Die Ergebnisse der nächsten Tage werden ihre Herangehensweise an die Deadline beeinflussen. Wenn sie sich zum Aufrüsten entscheiden, dürfte ihr Fokus auf Hilfe für den Bullpen liegen, nachdem sie die Rotation bereits vor knapp zwei Wochen durch Andrew Cashner ergänzt haben. Die Toronto Blue Jays (39-65) sind gut bestückt mit dem, was viele suchen: Ihre Reliever Daniel Hudson und Ken Giles sowie Starter Marcus Stroman dürften zu den begehrtesten Trade-Chips der Liga gehören. Auch die Baltimore Orioles (32-69) sind klar in der Situation eines Sellers. Mindestens Closer Mychal Givens und Infielder Jonathan Villar werden in den nächsten Tagen gegen Talente eingetauscht werden.

Die Minnesota Twins (61-40) könnten einen Top-Starter sowie einen verlässlichen Reliever gebrauchen. Das ist allerdings das gleiche, was sehr viele suchen und man darf bezweifeln, ob die Twins zum Zahlen hoher Preise in Form guter und/oder zahlreicher Talente bereit sind. Ihr einziger Konkurrent in der AL Central, die Cleveland Indians (59-42), wird voraussichtlich wenige bis keine Trade-Aktivitäten entfalten. Die Gerüchteküche in Cleveland drehte sich in den letzten Wochen weniger um Verstärkungen als darum, ob man Starter Trevor Bauer auf den Markt wirft. Nachdem die Indians sich sowohl in der Division als auch im Wild-Card-Rennen eine stark verbesserte Position erarbeitet haben, dürfte das aber vorerst vom Tisch sein. Die Chicago White Sox (45-54) haben im Zuge ihres Neuaufbaus in den letzten Jahren ein Team mit jungen Spielern und langfristigen Verträgen zusammengestellt und werden ebenfalls wenig Interesse an Trades haben. Ein Wechselkandidat könnte allenfalls noch Veteran José Abreu sein, doch sowohl der Klub als auch der Spieler haben signalisiert, über den auslaufenden Vertrag hinaus miteinander arbeiten zu wollen. Die Kansas City Royals (39-64) werden sicher schon einige Angebote für Infielder Whit Merrifield prüfen. Zudem stehen Outfielder Billy Hamilton sowie die Reliever Jake Diekman, Wily Peralta und Ian Kennedy im Schaufenster. Auch bei den Detroit Tigers (30-67) können verstärkungswillige Teams fündig werden: Outfielder Nicholas Castellanos und Closer Shane Green werden in einer Woche wahrscheinlich einen neuen Arbeitgeber haben.

Die Houston Astros (66-38) schwimmen mit in dem Trend, in erster Linie nach Pitching Ausschau zu halten. Mindestens ein weiterer Starter soll her, vielleicht auch zwei angesichts der Verletzungsmisere in Houstons Rotation, dazu gerne ein Linkshänder für den Bullpen. Die Hauptkonkurrenten in der AL West, die Oakland Athletics (58-45), sind bereits einen Schritt weiter, denn sie haben schon Starting Pitcher Homer Bailey von den Royals an Land gezogen. Auch die A’s sind aber weiterhin an Pitchern interessiert, genauso wie die Los Angeles Angels (54-49), die vor wenigen Wochen noch nach Sellern aussahen, aber nun so gut dastehen, dass sie wohl kaufen werden. Trotz der jüngsten Erfolge sind die Schwächen in der Rotation schon länger unübersehbar, und durch den Tod von Tyler Skaggs und die Entlassung von Matt Harvey sind sie noch akuter geworden. Die Texas Rangers (51-51) befinden sich seit dem All-Star-Break im freien Fall und werden wohl als Seller auftreten. Starting Pitcher Mike Minor, Outfielder Hunter Pence und Reliever Chris Martin könnten interessante Optionen für andere Teams sein. Auf gar keinen Fall wird die Deadline verstreichen, ohne dass der tradefreudigste General Manager der Liga, Jerry Dipoto von den Seattle Mariners (42-63), aktiv geworden ist. Sicher vor einem Trade ist unter Dipoto niemand, als wahrscheinlichste Kandidaten für einen Arbeitsplatzwechsel gelten Starter Mike Leake und – trotz aktueller Verletzung – Second Baseman Dee Gordon.

Szene der Woche 
Auf dem Feld gab es in den letzten Tagen ein Triple-Play der Twins, einen Cycle von Trea Turner und Spiele von Robinson Cano sowie von Paul DeJong mit jeweils 4 Hits und 3 Homeruns. Meine Szene der Woche war aber die Aufnahmezeremonie der Baseball Hall of Fame. Mariano Rivera als erster einstimmig Gewählter aller Zeiten, zudem Roy Halladay, Edgar Martinez, Mike Mussina, Harold Baines und Lee Smith empfingen die ehrenvolle Aufnahme in den Kreis der Besten ihres Sports. Für den 2017 bei einem Flugzeugabsturz gestorbenen Halladay nahm seine Witwe Brandy an der Ehrung teil. Wenn ihr an einer etwas ausführlicheren Vorstellung der Hall-of-Fame-Klasse 2019 interessiert seid, werft doch mal einen Blick auf den Artikel, den ich früher im Jahr dazu geschrieben habe.

Statistik der Woche 
11. Am Jahrestag der Mond-Mission Apollo 11 haben die Astros 11 Runs gegen die Athletics erzielt und 11:1 gewonnen. Der 11. Run wurde mit dem 11. Hit der Astros durch den 11. Batter erzielt, den sie im dritten Inning an den Schlag brachten. Rookie-Phänomen Yordan Alvarez trug seinen Teil bei, unter anderem mit dem 11. Homerun seiner jungen Karriere. Starter Gerrit Cole warf 11 Strikeouts auf dem Weg zu seinem 11. Win des Jahres.

Spiel der Woche
Die New York Yankees und die Minnesota Twins sind zwei Schwergewichte der American League. Der Fight, den sie sich Dienstagnacht lieferten, war diesem Status mehr als würdig. Wie zwei Schwergewichtsboxer hauten sie sich in den späten Innings der Partie die scheinbar entscheidenden Schläge um die Ohren, immer wieder rappelte der Gegner sich hoch und schlug zurück. Aaron Hicks, Didi Gregorius, Miguel Sano und Gleyber Torres ließen sich allesamt zu früh für den vermeintlichen Knockout feiern, bevor es am Ende dann doch wieder Hicks war, der den Schlusspunkt setzte – nicht mit einem Schlag, sondern mit einem spektakulären Catch, der gegen den Flyball von Max Kepler im zehnten Inning bei zwei Outs und geladenen Bases ein neuerliches Comeback der Twins verhinderte und den 14:12-Erfolg der Yankees besiegelte.

Mein Einschalttipp
Da dieser Grand Slam am Donnerstag im Zeichen der Trade-Deadline steht, habe ich auch einen dazu passenden Einschalttipp: Die San Diego Padres treffen am Wochenende dreimal auf die San Francisco Giants. Für beide Klubs können der Verlauf und der Ausgang dieser Serie die Richtung weisen, wie sie an die Deadline herangehen. In der Partie am Sonntag treffen als Starting Pitcher voraussichtlich Chris Paddack (2.84 ERA, 4.02 FIP) für die Padres und Madison Bumgarner (3.66 ERA, 3.62 FIP) für die Giants aufeinander. Für Bumgarner geht es buchstäblich um seinen Job, denn sein Vertrag läuft zum Saisonende aus, und falls die Giants sich zum Verkaufen entschließen, wird er wohl der wahrscheinlichste Trade-Kandidat seines Klubs sein. Das Spiel läuft ab 22:10 Uhr mitteleuropäischer Zeit auf mlb.tv.

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Mai 23rd, 2019 by Silversurger

Die Spreu trennt sich vom Weizen: Erstmals in dieser Saison liegen bei meiner wöchentlichen Bilanz in drei der sechs Divisionen die führenden Teams jeweils sechs oder mehr Spiele vor den Verfolgern. In zwei Fällen – Astros und Dodgers – ist das keine große Überraschung. Anders sieht es mit den Minnesota Twins aus, die nicht nur die AL Central dominieren, sondern mit doppelt so vielen Siegen wie Niederlagen zurzeit das beste Team im Baseball sind. So leid es mir für die Fans der Cleveland Indians tut – ich freue mich über den Erfolg der Twins, zum einen weil sie bei mir immer noch einen gewissen Underdog-Bonus genießen, zum anderen natürlich wegen Max Kepler. Der hatte eine schwache erste Maihälfte, doch er scheint wieder heißzulaufen: In jedem der letzten fünf Spiele hatte er mindestens einen Hit, zuletzt zweimal zwei bei den Los Angeles Angels.

American League
Die New York Yankees (31-17) haben am zweiten Wochenende in Folge eine Serie gegen die Tampa Bay Rays (28-18) gewonnen und dadurch den Spitzenplatz in der American League East erobert. Da die Yankees es zurzeit mit den Baltimore Orioles (15-34) und anschließend mit den Royals zu tun haben, den beiden schwächsten Teams der AL, stehen die Chancen gut, die Führung noch auszubauen. Die Rays und die Boston Red Sox (26-23) haben derweil in Cleveland bzw. Houston vermutlich schwierigere Aufgaben zu meistern.

In den letzten Tagen präsentierten sich die Cleveland Indians (25-23) allerdings nicht allzu sehr als schwierige Aufgabe. Jedenfalls ließen sie sich relativ trostlos zu Hause von den Athletics sweepen. Die willkommene Schützenhilfe nahmen die Minnesota Twins (32-16) gerne an, um ihren Vorsprung in der AL Central auf sieben Spiele auszubauen. Selbst den ungeliebten Westküsten-Trip nach Seattle und Los Angeles haben die Twins mit bislang fünf Siegen in sechs Spielen erfolgreich gestaltet und dürfen sich auf die morgige Heimkehr mit einer Serie gegen die Chicago White Sox (22-26) freuen. Am Ende der Tabelle liefern sich die Kansas City Royals (17-32) ein Schneckenrennen um den letzten Platz der Division mit den Detroit Tigers (18-28). Die Tigers haben neun der letzten zehn Spiele verloren und treffen als nächstes auf die Marlins – ein weiteres Schneckenrennen, in dem Fall um die schwächste Bilanz der gesamten Liga.

Ähnlich klare Verhältnisse wie in der AL Central herrschen auch in der AL West. Der Vorsprung der Houston Astros (33-17) wächst von Woche zu Woche, während alle anderen Teams der Division vor allem durch mangelnde Konstanz auffallen. Zurzeit haben die Texas Rangers (24-23) und die Oakland Athletics (25-25) einen Lauf, zu Saisonbeginn waren es die Seattle Mariners (23-29) und dazwischen auch mal die Los Angeles Angels (22-26), aber im Endeffekt dürften alle vier zu schwach sein, um auch nur an einen Wild-Card-Platz zu denken. Zum zweiten Mal in Folge steht am Wochenende das Duell der beiden letzten Champions an. Dieses Mal hat Houston Heimrecht gegen die Red Sox. Letzte Woche entführten die Astros zwei von drei Spielen aus Boston; dazwischen gelang es den Red Sox immmerhin, eine Zehn-Siege-Serie der Astros zu stoppen.

National League
Die National League East sah in den vergangenen zwei Wochen gelegentlich so aus, als könnte sich mit den Philadelphia Phillies (28-21) auch in dieser Division ein Team vom Rest des Feldes absetzen. Doch zum Glück für die Spannung kam es dazu bislang nicht. Die Atlanta Braves (27-23) haben ihren Durchhänger überwunden und sich auf eineinhalb Spiele an die Phillies herangekämpft, während diese zuletzt zweimal gegen die Cubs verloren. Auch die New York Mets (23-25) scheinen noch zu atmen, nachdem viele dieses Team bereits togesagt hatten, als es letzte Woche fünf Niederlagen in Folge kassierte, darunter ein Sweep durch die Miami Marlins (15-31). Drei konzentrierte Leistungen gegen die Washington Nationals (19-30) haben die Mets zumindest ansatzweise zurück ins Rennen gebracht, aus dem die Nationals ihrerseits so gut wie ausgeschieden sind.

In der NL Central ist noch niemand wirklich aus dem Rennen. Selbst die Cincinnati Reds (22-27) mit einem Rückstand von acht Spielen auf die Chicago Cubs (29-18) lassen gute Ansätze erkennen: Ihr Run Differential von +25 ist deutlich positiv, letzte Woche haben sie eine Serie 2:1 gegen die Cubs gewonnen und gegen die Milwaukee Brewers (29-22) gelang ihnen ein Split. Am Wochenende reisen die Reds nach Chicago, sicher mit dem Vorsatz, für eine weitere Überraschung zu sorgen. Eine Überraschung ist übrigens auch, dass die Pittsburgh Pirates (24-22) einen positiven Record aufweisen und Platz drei belegen – mit einem Run Differential von -50, verursacht durch die schlechteste Offense der NL, ist das geradezu ein Kunststück.

Ob die Bilanz der Pirates nach dem Wochenende immer noch positiv ist, darf man getrost bezweifeln, denn sie müssen nun dreimal gegen das Über-Team der NL West, die Los Angeles Dodgers (32-18), ran. Die Dogers haben mittlerweile sechs Spiele Vorsprung und können sich relativ entspannt anschauen, wie die San Diego Padres (26-24) und die Arizona Diamondbacks (25-25) um Platz zwei ringen. Die Padres haben in dieser Hinsicht gerade knapp die Nase vorn, nachdem ihnen in drei knappen Partien gegen die Diamondbacks ein Sweep gelungen ist. Sie müssen sich nun allerdings auf eine anstrengende Reise ganz ans andere Ende der MLB-Landkarte begeben mit Spielen in Toronto und bei den Yankees. Das könnte für die Diamondbacks die Chance bedeuten, in ihren Spielen gegen die San Francisco Giants (21-27) und die Colorado Rockies (22-25) Boden gut zu machen.

Szene der Woche
Die White Sox haben gestern die Astros mit 9:4 geschlagen. Zu verdanken haben sie den Sieg zum einen dem Grand Slam, den Charlie Tilson mit seinem ersten Homerun in der MLB erzielte. Meine Szene der Woche gehört jedoch der White-Sox-Defense, die mindestens ebenso großen Anteil an dem überraschenden Erfolg hatte. In den ersten beiden Innings hatte sie bereits zwei Double Plays geschafft, bevor ihr im dritten Inning der seltene Triumph eines Triple Plays gelang. Mit Robinson Chirinos und Tony Kemp als Runner auf der ersten und zweiten Base schlug Jake Marisnick einen Aufsetzer zum Third Baseman Yoan Moncada. Moncada trat selbst auf die dritte Base (erstes Out), warf zu Second Baseman Yolmer Sánchez an die zweite Base (zweites Out) und dieser schließlich zu First Baseman José Abreu an die erste Base (drittes Out). Es war das erste Triple Play der laufenden MLB-Saison.

Statistik der Woche 
0.00. Das ist der ERA von Ryan Pressly, Relief Pitcher der Houston Astros, nach bislang 19 Spielen in dieser Saison. Seine Serie von Auftritten ohne gegnerische Runs reicht noch deutlich weiter zurück, genau gesagt bis 10. August 2018. Seitdem wurde er 40-mal eingesetzt und hat keinen einzigen Run mehr zugelassen. Es ist die längste Serie von aufeinanderfolgenden Einsätzen ohne erlaubten Run. Der bisherige Rekordhalter war Craig Kimbrel mit 38 im Jahr 2011 für die Atlanta Braves.

Spiel der Woche
Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt: Bei dem Matchup zwischen den Brewers und den Reds am Mittwoch war eigentlich mit einem Pitcher-Duell zu rechnen. Immerhin standen sich zwei Starter gegenüber, die den zweit- und den viertbesten ERA der gesamten MLB mitbrachten. Doch sowohl Zach Davies als auch Luis Castillo kamen nicht über das dritte Inning hinaus in einem Spiel, das in erster Linie von den Offenses geprägt wurde. Die Reds sahen lange wie der Sieger aus, führten 5:0, 6:1 und 8:6. Doch im sechsten Inning glich ein Homerun von Yasmani Grandal die Partie aus, bevor Hernan Perez mit seinem dritten Hit des Tages die Führung für die Brewers brachte. Dafür, dass diese im siebten Inning bestehen blieb und Milwaukee schließlich 11:9 gewann, war das folgende kuriose Double Play verantwortlich:

Mein Einschalttipp
Auch an diesem Wochenende steht wieder eine Serie zwischen den Houston Astros und den Boston Red Sox an. Dieses Matchup hat an seinem Reiz nichts verloren, insofern gilt die Empfehlung von letzter Woche weiterhin. Da ich aber nicht mit dem immer gleichen Tipp langweilen will, habe ich noch eine andere Empfehlung: Die Serie zwischen den Philadelphia Phillies und den Milwaukee Brewers wird sicher ebenfalls sehr interessant. Beide Teams befinden sich in engen Rennen um die jeweilige Divisionsspitze, beide schwankten in ihren Leistungen zuletzt zwischen Licht und Schatten. Am Samstag und am Sonntag laufen die Partien zu europafreundlichen Zeiten – leider nur auf mlb.tv, DAZN hat die Serie nicht im Programm.

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