April 22nd, 2021 by Silversurger

Während die National League immer noch gebannt auf das epische Duell zwischen den Dodgers und den Padres zurückblickt und sich auf die Fortsetzung ab heute Nacht freut, stechen in sämtlichen Divisionen der American League überraschende Ergebnisse und Entwicklungen hervor. Überraschend kam auch das Karriereende von zwei langjährigen MLB-Veteranen: Sowohl Jay Bruce, zuletzt als First Baseman für die Yankees im Einsatz, als auch der seit September vereinslose Second Baseman Neil Walker erklärten in den letzten Tagen ihren Rücktritt vom professionellen Baseball.  Nicht die Karriere, aber mindestens die aktuelle Saison ist für Adrian Morejon beendet. Seit gestern steht fest, dass der 22-Jährige Starter der Padres sich einer Tommy-John-Surgery unterziehen muss. Die Padres-Rotation ist gleich doppelt vom Verletzungspech verfolgt: Dinelson Lamet musste gestern seinen ersten Start nach einem halben Jahr Pause im zweiten Inning abbrechen und unterzieht sich nun weiteren Untersuchungen.

National League
Die NL East hatte ich vor der Saison als stärkste Division der Liga eingeschätzt, doch diese Erwartung hat sich bislang nicht erfüllt. Das derzeit einzige Team mit knapp positivem Record sind die New York Mets (7-6), die aber nach zwei desolaten Niederlagen bei den Cubs ein Run Differential von -14 aufweisen. Tatsächlich bringen es bislang allein die Miami Marlins (8-9) auf ein positives Run Differential (+4). Mit sieben Siegen aus den letzten zehn Spielen haben die Marlins zudem von allen Teams der Division aktuell den besten Lauf und schicken sich an, im zweiten Jahr hintereinander den Spielverderber für die hoch eingestuften Teams der Mets, der Phillies (9-9), der Braves (8-10) und der Nationals (7-9) zu geben.

Ebenfalls sieben aus den letzten zehn haben die Milwaukee Brewers (11-7) gewonnen, die sich damit an die Spitze der NL Central gesetzt haben. Der starke Start der Cincinnati Reds (9-8) scheint sich hingegen immer mehr als Strohfeuer zu erweisen. Drei Niederlagen am Stück haben sie gegen die Indians und die Diamondbacks kassiert und nun stehen schwierige Auswärtsserien gegen die St. Louis Cardinals (8-10) und die Dodgers an. Erfreulich verläuft die Saison bislang für die Pittsburgh Pirates (8-10). Sie stehen zwar erwartungsgemäß auf dem letzten Platz, verkaufen sich aber keineswegs so schwach und chancenlos, wie man es vor der Saison und noch während der ersten Woche befürchten musste. 

So, wie es aussieht, bleibt die seit Jahren bestehende Dominanz der Los Angeles Dodgers (14-4) in der NL West weiterhin ungebrochen. Die San Diego Padres (10-10) wurden von den Dodgers in einer epischen Serie (siehe „Spiel der Woche“) in ihre Schranken verwiesen, ganz abgesehen von den eingangs erwähnten Verletzungssorgen. Eine positive Überraschung sind bislang die San Francisco Giants (11-7), die wacker oben mitmischen. Man muss allerdings dazu sagen, dass es der Spielplan bisher recht gut mit den Giants meint und ihnen die ersten Duelle gegen die Dodgers noch bis 22. Mai erspart bleiben. Am Ende der Tabelle finden sich die Colorado Rockies (6-12) als derzeit schwächstes Team der Liga, aber nicht ohne Hoffnung nach zuletzt zwei Siegen in Folge gegen die Astros.

American League
Nicht ohne Hoffnung ist auch das aktuell schwächste der Team der American League, aber der Fehlstart in die Saison sorgt bei den New York Yankees (6-11) und ihren Fans für gewaltigen Frust. Strikeouts und andere misslungene Aktionen der eigenen Spieler werden gnadenlos mit Buhrufen quittiert, das Spiel gegen die Tampa Bay Rays (10-9) am Freitag musste sogar kurz unterbrochen werden, weil Bälle und andere Gegenstände aufs Feld geworfen wurden.  An der Spitze der AL East stehen anstelle der abgestürzten Favoriten aus New York und der (auch von mir) gehypten Toronto Blue Jays (8-10) immer noch die Boston Red Sox (12-7). Die Red Sox leben dabei immer noch von einem Zwischenspurt mit neun Siegen hintereinander vom 6. bis zum 14. April. Seitdem wechselten Licht und Schatten sich ab; nun steht eine interessante Serie gegen die Mariners bevor (siehe „Einschalttipp“).

Wenn mich ein Team noch mehr überrascht als die Red Sox an der Spitze der AL East, dann sind das die Kansas City Royals (10-7) in der AL Central. Die Royals haben gerade gegen die Rays zum ersten Mal in diesem Jahr eine Serie verloren, aber auch diese beendeten sie mit einem positiven Ausklang durch einen aufregenden Walkoff-Sieg in Spiel drei. Die Chicago White Sox (9-9) und die Cleveland Indians (8-8) halten mit ausgeglichenen Bilanzen den Anschluss, während die Minnesota Twins (6-11) durch richtig schwierige Zeiten gehen: Wegen mehrerer Covid-Fälle im Team – darunter Max Kepler – mussten drei Spiele der Twins verschoben werden; von den letzten zehn Spielen, die vor und nach der Zwangspause ausgetragen werden konnten, wurden neun verloren; gestern Nacht setzte es eine besonders empfindliche Niederlage bei den Athletics, als drei Führungen aus der Hand gegeben wurden, bevor zwei Fielding Errors im zehnten Inning das Spiel entschieden. 

Des einen Leid ist des anderen Freud‘: Für die Oakland Athletics (12-7) war der Walkoff gegen die Twins bereits der elfte Sieg in Folge – eine verblüffende Wende, nachdem die A’s mit 1-7 in die Saison gestartet waren. Nun stehen sie in der AL West ganz vorne, während die Houston Astros (7-10) den entgegengesetzten Weg zurückgelegt haben. Nach neun Niederlagen in den letzten zehn Spielen sind sie auf dem letzten Platz angekommen, noch hinter den Texas Rangers (9-10). Neben den Athletics stehen mit den Seattle Mariners (11-7) und den Los Angeles Angels (9-7) zwei weitere Teams bei einer positiven Bilanz. Vor allem von den Mariners hätte ich das nicht erwartet; sie haben bereits Serien gegen die Astros, die Twins und die Giants gewonnen und zuletzt sogar den Dodgers einen Split abgetrotzt.

Szene der Woche
Ein Triple Play ist immer etwas Besonderes, deshalb bekommt die Aktion der Cincinnati Reds vom Samstag hier auch den Ehrenplatz. Noch sehr viel seltener ist aber ein sogenanntes Unassisted Triple Play, also ein solches, bei dem alle drei Outs ganz alleine von einem einzelnen Feldspieler erledigt werden. Ein solcher Spielzug gelang in der gesamten MLB-Geschichte bisher nur 15-mal. Joey Votto hätte die Nummer 16 auf der Liste sein können: Erst fing er Josh Naylors Linedrive zum ersten Out, dann tagte er Franmil Reyes kurz vor der ersten Base zum zweiten Out. Zum Abschluss hätte er selbst auf die dritte Base treten und damit das Out gegen Eddie Rosario besorgen können, der schon die Homeplate passiert und gar nicht mitbekommen hatte, was Sache war. Doch Votto entschied sich im Eifer des Gefechts, den Ball zu Third Baseman Max Schrock zu werfen und diesen am Spielzug teilhaben zu lassen. Daher ist es kein Unassisted, sondern ein 3-3-5-Triple-Play. Gefreut hat sich Votto trotzdem mit vollem Recht, denn es war ein toller Spielzug und ein wichtiger Baustein beim 3:2-Sieg über die Indians.

Statistik der Woche 
40. So viele Strikeouts hat Corbin Burnes von den Milwaukee Brewers in seinen vier Starts in dieser Saison erzielt. Das ist für sich allein schon eine starke Leistung, aber wirklich einzigartig wird sie durch die Tatsache, dass Burnes in diesem Jahr noch keinen einzigen Walk zugelassen hat. Das sind gleich zwei MLB-Rekorde: 40 Strikeouts mit null Walks hat vor ihm weder ab Saisonstart noch innerhalb von vier aufeinanderfolgenden Spielen je ein MLB-Pitcher geschafft.

 

Spiel der Woche
So früh in der Saison bin ich sehr zurückhaltend damit, vom Spiel des Jahres zu reden, aber was die Los Angeles Dodgers und die San Diego Padres am Freitag – nach unserer Zeit am Samstagmorgen – geboten haben, war ganz großes Kino. Monster-Homeruns, verblüffende Errors, fragwürdige Schiedsrichterentscheidungen, haufenweise Führungswechsel, eine Beinahe-Schlägerei, ein Fan auf dem Feld, 17 verschiedene Pitcher einschließlich eines Feldspielers, drei volle Extra-Innings – was immer man sich unter einem aufregenden Baseballspiel vorstellt, dieses Match hatte es zu bieten. 

Mein Einschalttipp
Der naheliegende Tipp an dieser Stelle ist natürlich wieder das Matchup zwischen den Dodgers und den Padres, denn die wohl heißeste Intra-Division-Serie der Saison geht ab heute Nacht in ihre zweite Runde. Aber weil das wahrscheinlich jeder Baseballfan sowieso schon auf dem Schirm hat, gibt es von mir eine zusätzliche Empfehlung: Mit den Seattle Mariners und den Boston Red Sox treffen zwei der größten Überraschungen der bisherigen Saison von heute bis Sonntag viermal aufeinander. Die Spiele am Samstag und am Sonntag laufen jeweils zur europafreundlichen Zeit um 19:10 Uhr. Die voraussichtlichen Starter sind Chris Flexen vs. Nate Eovaldi am Samstag und Nick Margevicius vs. Eduardo Rodriguez am Sonntag.

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Februar 25th, 2021 by Silversurger

Fenster auf, Augen zu – riecht ihr auch schon das frisch gemähte Gras der Baseballfelder, wartet ihr auch schon sehnsüchtig auf das Geräusch des Schlägers, der auf den Ball trifft? Es ist soweit, am Sonntag geht es los mit den Spring-Training-Spielen. In der ersten auf mlb.tv übertragenen Partie treffen um 19:05 Uhr mitteleuropäischer Zeit die Toronto Blue Jays auf die New York Yankees.
Ziemlich getrübt dürfte die Vorfreude auf den Saisonstart bei den Seattle Mariners sein: Dort sorgten in den letzten Tagen einige bierselige Äußerungen des Team-Präsidenten für reichlich Unruhe.  

Mariners-Präsident tritt zurück
In einer Zoom-Konferenz des Rotarierklubs Seattle-Bellevue Anfang Februar fühlte Kevin Mather sich offenbar ungezwungen genug, um mal völlig undiplomatisch vom Leder zu ziehen. Der Präsident und Geschäftsführer der Mariners echauffierte sich über die mangelnden Sprachkenntnisse eines japanischen und eines dominikanischen Spielers, markierte einen der Stars seines Teams als „überbezahlt“ und brüstete sich damit, dass Free Agents „mit dem Hut in der Hand“ um einen Vertrag betteln würden, wenn man sie nur lange genug auf ein Angebot warten ließe. Zudem brach er das unter MLB- und Teamfunktionären herrschende Tabu, offen über Service-Time-Manipulation zu reden – also über die Praxis, leistungsstarke junge Spieler gezielt später in die MLB zu berufen, um dem Klub eine verlängerte vertragliche Kontrolle zu ermöglichen.

Der Rotarierklub stellte die 45-minütige Rede, deren Brisanz man offenbar nicht erkannte, anschließend bei Youtube zur Verfügung. Dort stieß ein Mariners-Fan zufällig auf das Video und trat einen Sturm der Entrüstung unter lokalen Beatwritern, Anhängern und den von Mather kritisierten Spielern los, durch den Mather sich sowohl zu einer Entschuldigung als auch zum Rücktritt gezwungen sah. Mather war im Umfeld des Klubs schon vorher nicht sonderlich beliebt, und manch einer wird froh sein, ihn auf diese Weise losgeworden zu sein. Allerdings muss man wohl auch konstatieren, dass er nicht mehr und nicht weniger als das ausgesprochen hat, was dem Denken und Handeln vieler anderer Funktionäre entspricht. Die nach der Saison anstehenden Verhandlungen zwischen der Liga, den Klubs und der Spielergewerkschaft über einen neuen Rahmenvertrag sind nach diesem Vorfall mit Sicherheit nicht leichter geworden. 

Walker zu den Mets
Die New York Mets haben zum Ende ihrer sehr aktiven Offseason noch einmal nachgelegt: Starting Pitcher Taijuan Walker wurde mit einem Zweijahresvertrag verpflichtet. Der 28-Jährige erhält für sein Engegament ein garantiertes Gehalt von 20 Millionen Dollar; für 2023 hat er zudem die Option auf eine Verlängerung, die ihm weitere rund 10 Millionen einbrächte. Walker brachte es letztes Jahr in elf Starts für die Mariners und die Blue Jays auf einen ERA von 2.70. Er komplettiert eine sehr namhafte Starting Rotation mit Jacob deGrom, Marcus Stroman, Carlos Carrasco und David Peterson. Voraussichtlich im Juni ist zudem mit der Rückkehr von Noah Syndergaard nach seiner Tommy-John-Surgery zu rechnen. Im Gegensatz zu Syndergaard, der sich regelmäßig über soziale Medien mit Mr. Met kabbelt, scheint Walker daran gelegen zu sein, gut mit dem Team-Maskottchen auszukommen: Weil seine bevorzugte Rückennummer „00“ schon von Mr. Met getragen wird, hat sich der Pitcher bereitwillig umorientiert und die „99“ gewählt.

Weitere Neuverpflichtungen  
Die weiteren Free-Agent-Abschlüsse dieser Woche: OF Brett Gardner (New York Yankees, 1 Jahr plus Kluboption, 4 Millionen Dollar), 1B/DH Mitch Moreland (Oakland Athletics, 1 Jahr, 2,25 Millionen plus Leistungsboni), 1B/3B Jake Lamb (Atlanta Braves, ), RP Chaz Roe (Tampa Bay Rays, 1 Jahr, 1,15 Millionen).

Diese Free Agents sind noch ohne Vertrag
Die Free Agency hat in dieser Offseason, vermutlich auch coronabedingt, erst spät an Fahrt aufgenommen. Inzwischen sind aber fast alle Akteure mit Rang und Namen entweder bei einem Team untergekommen oder haben sich wie Hunter Pence, Daniel Murphy, Dustin Pedroia, Cody Allen und Brian Dozier entschieden, ihre Karriere zu beenden. Irgendwo zwischen den Welten befindet sich Ryan Braun, der nach eigener Aussage „zurzeit nicht interessiert“ ist zu spielen, aber auch noch nicht bereit, sein Karriereende zu verkünden.

Von meiner Top-20-Liste der diesjährigen Free Agents ist nur noch Jackie Bradley Jr. übrig. Der Centerfielder scheint sich etwas verzockt zu haben mit seiner Forderung nach einem hoch bezahlten Vertrag über mindestens vier Jahre, die interessierte Teams wie die Mets und die Astros abschreckte. Neben Bradley Jr. sind noch einige interessante Starting Pitcher verfügbar, allen voran Jake Odorizzi. Auch er ist möglicherweise mit zu hohen Forderungen aufgetreten und wird sich mit weniger zufrieden geben müssen. Ein MLB-Vertrag dürfte ihm aber sicher sein. Anders könnte es für Kandidaten wie Cole Hamels und Rick Porcello aussehen. Wenn sich innerhalb der nächsten Tage nichts anderes ergibt, müssen sie eventuell den Weg beschreiten, auf dem Matt Harvey (Orioles), Felix Hernandez (Orioles) und Julio Teheran (Tigers) sich schon befinden. Die drei haben Minor-League-Verträge unterschrieben und versuchen sich im Camp neu zu empfehlen für eine weitere Chance auf der großen Bühne.

Desmond wählt Opt-Out
Ob wir Ian Desmond noch mal auf der großen Bühne sehen werden, bleibt abzuwarten. Der Outfielder hat zwar einen laufenden Vertrag mit den Colorado Rockies, doch er kündigte vor wenigen Tagen an, erneut die Ausstiegsoption zu ziehen, die allen Spielern wegen der Coronapandemie zugestanden wird. Er verzichtet damit auf mittlerweile 13,56 Millionen Dollar. Sein Wunsch, bei seiner Familie zu sein, sei größer als der Wunsch, unter den aktuellen Umständen Baseball zu spielen, ließ er in einem Statement wissen. Für nächstes Jahr haben die Rockies die Option einer Vertragsverlängerung für 15 Millionen. Dass sie diese für einen dann 36-Jährigen ziehen, der zwei Jahre lang nicht gespielt hat, erscheint unwahrscheinlich. 

Top-Prospect der Twins fällt lange aus
Royce Lewis, das am höchsten eingestufte Nachwuchstalent der Minnesota Twins, muss auf den Start seiner MLB-Karriere noch mindestens bis 2022 warten. Der 21-jährige Shortstop zog sich einen Kreuzbandriss zu und muss deswegen morgen operiert werden. Die anschließende Reha dauert üblicherweise neun bis zwölf Monate, sodass die Saison 2021 für Lewis definitiv gelaufen ist. Die Twins haben sich auf der Shortstop-Position gerade erst durch die Verpflichtung von Andrelton Simmons verstärkt, somit entsteht durch den Ausfall von Lewis zumindest kurzfristig keine Lücke. Trotzdem ist es ein herber Rückschlag, dass das Top-Prospect der Franchise durch die ausgefallene Minor-League-Saison 2020 und die jetzt erlittene Verletzung insgesamt rund zweieinhalb Jahre lang kein einziges Baseballspiel bestreiten kann.

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Februar 9th, 2021 by Silversurger

Zehn Wochen Anlauf habe ich genommen, um die meiner Meinung nach größten Skandale der MLB-Geschichte herunterzuzählen. Platz eins wird kaum jemanden überraschen: Der traurigste, beschämendste und zugleich am längsten andauernde Skandal im professionellen Baseball ist die große und lange währende Rolle von rassistischer Diskriminierung.

Am 15. April 1947 hatte Jackie Robinson seinen ersten MLB-Einsatz für die Brooklyn Dodgers. Das war der Anfang vom Ende jahrezehntelanger Rassentrennung im Baseball. Dieses besonderen Moments wird jedes Jahr am 15. April gedacht: Alle Spieler, Coaches und sogar die Schiedsrichter tragen für einen Tag Jackie Robinsons Rückennummer 42 auf dem Trikot, die ansonsten in der gesamten Liga nicht mehr vergeben wird.

Robinson war übrigens nicht der erste schwarze Spieler in den Major Leagues. Im 19. Jahrhundert waren einige dunkelhäutige Akteure zu Einsätzen gekommen, zum Beispiel William Edward White 1879 für die Providence Grays und 1884 die Brüder Fleetwood und Weldy Walker für die Toledo Blue Stockings. Nach 1884 war die Rassentrennung im Baseball für über 60 Jahre traurige Realität. In einigen Minor Leagues wurde der Einsatz farbiger Akteure ausdrücklich verboten, in der MLB berief man sich auf ein sogenanntes „Gentlemen’s Agreement“. Viele Spieler und Teams in der MLB drohten mit Streiks für den Fall, dass sie gegen Mannschaften antreten sollten, die dunkelhäutige Spieler einsetzten. Cap Anson, First Baseman und Manager der Philadelphia Athletics und der Chicago White Stockings (später Chicago Colts), machte sich in dieser Hinsicht einen besonders unrühmlichen Namen.

Schwarze Baseballer konnten ihr Können in jener Zeit lediglich in den in puncto Infrastruktur und Verdienstmöglichkeiten klar benachteiligten „Negro Leagues“ zeigen. Die offizielle Anerkennung der in diesen Ligen vollbrachten Leistungen ließ sehr lange auf sich warten: Erst vor zwei Monaten, im Dezember 2020, gab die MLB bekannt, dass sieben „Negro Leagues“ der Jahre 1920 bis 1948 nachträglich als Major Leagues eingestuft werden. Das bedeutet, dass die 3.400 Spieler dieser Ligen mit all ihren Leistungen, Statistiken und Rekorden nun offiziell als Major Leaguer gelten. 

Nicht nur die viel zu späte Anerkennung der „Negro Leagues“ zeigt, dass Rassismus im Baseball keineswegs am 15. April 1947 schlagartig Geschichte war. Jackie Robinson und viele andere dunkelhäutige Spieler hatten noch über Jahre und Jahrzehnte mit offenen Anfeindungen durch Spieler, Funktionäre und Fans zu kämpfen. Der kürzlich verstorbene Hank Aaron musste dies vor allem 1973/74 erfahren, als er dabei war, den Homerun-Rekord von Babe Ruth zu brechen.

The Ruth chase should have been the greatest period of my life, and it was the worst. I couldn’t believe there was so much hatred in people. It’s something I’m still trying to get over, and maybe never will. (Hank Aaron) 

1987 kosteten rassistische Äußerungen den General Manager der Los Angeles Dodgers, Al Campanis, den Job. Ausgerechnet in einer Sendung zum 40. Jubiläum des Debüts seines ehemaligen Teamkameraden Jackie Robinson verriet Campanis krude Ansichten: zum Beispiel, dass vielen Schwarzen die „Voraussetzungen“ fehlten, Field Manager oder General Manager  zu sein, und dass sie schlechte Schwimmer seien, weil sie weniger Auftrieb hätten.

Ein noch erschreckenderes Beispiel dafür, dass Rassismus im Baseball auch lange nach 1947 noch eine Rolle spielte, bot Marge Schott, die Teameignerin der Cincinnati Reds von 1968 bis 1999. Schott leistete sich im kleinen Kreis regelmäßig beleidigende Ausfälle gegen Schwarze und Juden und verbot ihren Angestellten, Schwarze einzustellen. Nachdem sie 1996 öffentlich äußerte, Adolf Hitler sei am Anfang gut gewesen, bevor er „etwas zu weit gegangen“ sei, wurde sie von der MLB für zwei Jahre gesperrt und entschied sich anschließend zum Verkauf der Franchise.

Wo steht der Baseball heute in Bezug auf Rassismus? Das Glas ist halb voll, weil offen rassistische Äußerungen wie jene von Campanis und Schott eine absolute Seltenheit sind und auf konsequente Reaktionen stoßen; es ist halb leer, weil der Anteil von Dunkelhäutigen und sonstigen Angehörigen von Minderheiten in den Führungsebenen der Klubs immer noch unverhältnismäßig niedrig ist. Das Glas ist halb voll, weil zum Beispiel die Aktionen zur Unterstützung der „Black Lives Matter“-Bewegung im August 2020 gezeigt haben, dass die Spieler aller Hautfarben und Abstammungen bereit sind, gemeinsam starke Zeichen gegen Rassismus zu setzen; es ist halb leer, weil solche Zeichen offensichtlich immer noch nötig sind. Das Glas ist halb voll, weil auch subtilere und scheinbar „positiv gewendete“ Formen der Diskriminierung wie Logos und Teamnamen (z. B. der Cleveland Indians) in den Blick genommen und geändert werden; es ist halb leer, weil dieser ganze Prozess quälend lange dauert und immer noch von viel „wird man ja wohl noch sagen dürfen“ und „war doch schon immer so“ begleitet wird.

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September 1st, 2020 by Silversurger

Gestern ist die Frist für Spielerwechsel in der laufenden MLB-Saison abgelaufen. Angesichts der Kürze und der Unsicherheiten dieser Saison hielten sich viele Teams im Vergleich mit „normalen“ Jahren eher zurück mit größeren Investitionen. Eine deutliche Ausnahme davon stellen die San Diego Padres dar. Mit 10 Zu- und 14 Abgängen waren sie extrem aktiv und adressierten sämtliche Schwächen ihres bisherigen Kaders. Der prominenteste Neuzugang ist Starting Pitcher Mike Clevinger, der gemeinsam mit Outfielder Greg Allen und einem noch nicht benannten Spieler von den Cleveland Indians kommt. Zudem bekommen die Padres Catcher Jason Castro von den Angels, DH Mitch Moreland von den Red Sox, Reliever Trevor Rosenthal von den Royals sowie von den Mariners Catcher Austin Nola und die Reliever Taylor Williams, Dan Altavilla und Austin Adams. Abgegeben haben sie dafür einige Ersatzspieler und Prospects – allerdings ohne die Spitze ihres Farmsystems anzutasten. Die Padres sind damit der klare Gewinner der diesjährigen Trade-Deadline. Neben der produktivsten Offense der Liga stellen sie nun mit Clevinger, Chris Paddack und Dilson Lamet ein Top-Trio in der Rotation, das sich hinter niemandem verstecken muss und Unterstützung mit viel frischem Wind aus dem Bullpen bekommt.

Ebenfalls recht aktiv waren die Toronto Blue Jays. In der begründeten Hoffnung, einen Run auf die Playoffs zu starten, haben sie ihr Starting Pitching mit Ross Stripling (Dodgers), Robbie Ray (Diamondbacks) und Taijuan Walker (Mariners) aufgerüstet. Hinzu kommt mit Jonathan Villar (Marlins) eine Ergänzung für das Infield.

Auch die Cincinnati Reds und die New York Mets scheinen dieses Jahr noch etwas vorzuhaben, wenngleich sie zurzeit ein paar Spiele von den Playoffplätzen entfernt sind. Beide haben sich punktuell verstärkt: die Reds mit Outfielder Brian Goodwin (Angels) und Reliever Archie Bradley (Diamondbacks), die Mets mit Catcher Robinson Chirinos und Infielder Todd Frazier (beide von den Rangers) sowie mit Reliever Miguel Castro (Orioles). Castro kann sich beim Kofferpacken Zeit lassen, denn die Mets spielen heute und morgen in Baltimore, sodass er erstmal nur die Uniform und von einem Dugout in den anderen wechseln muss. 

Nicht ganz schlau werde ich (wie schon in der gesamten bisherigen Saison) aus der Rolle, die die Miami Marlins spielen. Das Team belegt reichlich überraschend mit einer ausgeglichenen Bilanz Platz 2 der NL East. Soll man in so einer Situation zur Trade-Deadline als Seller oder Buyer auftreten? Die Marlins haben sich für beides entschieden: Villar für Outfield-Prospect Griffin Conine zu den Blue Jays zu schicken, ist ein typischer Seller-Move; andererseits holen sie Outfielder Starling Marte von den Diamondbacks im Austausch gegen einen erkrankten Pitcher (Caleb Smith) und zwei Prospects. Das spricht dann doch eher dafür, dass sie bei dem Versuch, zum ersten Mal seit 2003 die Playoffs zu erreichen, Ernst machen wollen. Eine weitere Verstärkung erwarten die Marlins davon, dass 2B Isan Diaz entschieden hat, von seinem ursprünglichen Corona-Opt-Out zurückzutreten. Das ist wohl auch der Grund, aus dem Villar verzichtbar geworden ist.

Den seltsamsten Move haben meiner Ansicht nach die Milwaukee Brewers getätigt: Ihre einzige Aktion zur Trade-Deadline bestand darin, Reliever David Phelps für drei Minor-League-Pitcher zu den Philadelphia Phillies zu schicken. Damit schwächen sie nicht nur ihr eigenes Team, das nur einen Sieg vom Wild-Card-Platz entfernt steht, sondern sie schicken ausgerechnet dem Team eine Verstärkung, das eben jenen Wild-Card-Platz zurzeit belegt und damit die direkte Konkurrenz darstellt.

Zu den Verlierern der Deadline würde ich neben den Brewers auch die Astros, die Yankees, die Rays und die White Sox zählen – lauter Teams mit Playoff-Ambitionen und Verletzungsproblemen vor allem im Pitching, die die Frist untätig verstreichen ließen. 

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Januar 23rd, 2020 by Silversurger

Die Baseball Hall of Fame in Cooperstown bekommt zwei neue Mitglieder: Derek Jeter und Larry Walker haben bei der diesjährigen Wahl jeweils die Zustimmungsschwelle von 75% überschritten. Jeter gelang dies gleich im ersten Jahr seiner Wählbarkeit, Walker im zehnten und somit letztmöglichen Jahr.
Unterdessen legt der Sign-Stealing-Skandal um die Houston Astros und die Boston Red Sox nach wie vor einen Schatten auf die Saisonvorbereitung, wenngleich es in den letzten Tage relativ ruhig um das Thema war. Der Untersuchungsbericht und das Strafmaß für die Red Sox stehen noch aus. Bezüglich der Astros sorgten kurz Gerüchte für die Aufregung, dass Spieler Buzzer unter dem Trikot getragen haben sollen, über die sie Signale über die gegnerischen Pitches erhielten. Es stellte sich jedoch heraus, dass diese Vorwürfe nicht neu waren und sich im Zuge der Untersuchung der MLB bereits als nicht stichhaltig erwiesen hatten.

Jeter und Walker kommen in die Hall of Fame
Dass Derek Jeter bei erster Gelegenheit in die Ruhmeshalle des Baseball aufgenommen wird, war jederzeit klar; die Frage war eigentlich nur, ob die Shortstop-Legende der Yankees ein einstimmiges Ergebnis erzielt oder nicht. Letztendlich kam er auf 99,7%, mit anderen Worten: Es fehlte ihm genau eine Stimme zu dem Traumergebnis, das sein Teamkamerad Mariano Rivera letztes Jahr als bisher einziger erreicht hatte. Warum unter den 397 Wählern der Baseball Writers Association of America (BBWA) einer der Meinung war, Jeter gehöre nicht auf seinen Wahlzettel, kann man nur mutmaßen. Vielleicht war es eine prinzipielle Entscheidung, Jeter nicht die 100% zu gönnen, weil größere Spieler als er – Babe Ruth, Ted Williams, Hank Aaron etc. – sie auch nicht bekommen haben. Vielleicht war es auch eine taktische Entscheidung, weil dem betreffenden Wähler zehn andere Spieler, für die eine knappe Wahl abzusehen war, wichtiger waren. Wie dem auch sei, im Juli wird Jeter in die Hall of Fame aufgenommen und das mit dem zweitbesten Wahlergebnis aller Zeiten.
Gemeinsam mit ihm wird auch Larry Walker seine Plakette in Cooperstown erhalten. Der kanadische Outfielder war in den 90er- und Nullerjahren ein Star bei den Colorado Rockies und den Montreal Expos. Er übersprang im zehnten Jahr seiner Wählbarkeit mit 76,6% die Hürde. Dass es für ihn trotz beeindruckender Statistiken so lange gedauert hat, liegt wohl auch daran, dass Walker den größten Teil seiner Leistungen in Coors Field erbracht hat, einem traditionell hitterfreundlichen Ballpark. Nichtsdestotrotz ist Walkers Aufnahme in die Hall of Fame meiner Ansicht nach genauso hochverdient wie die Jeters – gemessen an ihrem Karriere-bWAR sind beide mit 72,4 (Jeter) bzw. 72,7 (Walker) übrigens ziemlich exakt gleich zu bewerten.
Erneut verpasst haben den Einzug in die Halle Curt Schilling (70,0%), Roger Clemens (61,0%) und Barry Bonds (60,7%). Die drei ehemaligen Superstars gehören von den produzierten Ergebnissen her ohne Zweifel hinein, doch sie alle tragen die Hypothek des Steroid-Zeitalters mit sich, welche ihre Leistungen für immer mit einem einschränkenden Sternchen versieht. Für die drei war es das achte Jahr der Wählbarkeit. Mein Tipp ist, dass man sie bis zum zehnten schmoren lässt und sie dann doch aufnimmt.

Fliegender Managerwechsel bei den Mets
Über die New York Mets hatte ich letzten Donnerstag noch spekuliert, dass sie sich möglicherweise von ihrem Manager Carlos Beltran trennen wegen dessen unrühmlicher Rolle im Sign-Stealing-Skandal der Astros. Keine zwei Stunden später war er es bereits soweit, und schon gestern präsentierten die Mets einen Nachfolger für Beltran: Luis Rojas heißt der neue Cheftrainer, ist 38 Jahre alt und hat sich innerhalb der Mets-Organisation von der dominikanischen Sommerliga bis in die Major League hochgearbeitet. Rojas war für den Posten schon im November in der engeren Auswahl, die schließlich auf Beltran fiel. Rojas spielte selbst nie professionell Baseball und ist außerhalb der Mets ein relativ unbeschriebenes Blatt. In Fachkreisen wurde er aber schon länger als einer der interessantesten jungen Managerkandidaten gehandelt. Rojas ist der Sohn des Ex-Outfielders und Managers Felipe Alou und ein Halbbruder von Moises Alou.

Astros und Red Sox suchen noch
Noch vor den Mets hatten die Houston Astros und die Boston Red Sox im Zuge der Sign-Stealing-Affäre ihre Manager entlassen. Laut Teambesitzer Jim Crane wollen die Astros Anfang nächster Woche eine Entscheidung über die Nachfolge von A. J. Hinch treffen. In der engeren Auswahl sind Dusty Baker, Buck Showalter, John Gibbons, Eduardo Pérez, Will Venable, Jeff Banister und mindestens ein weiterer Kandidat, dessen Name bisher nicht öffentlich wurde.
Aus dem Umfeld der Red Sox hält sich hartnäckig Hensley Meulens, derzeit Bench-Coach der Mets, als Favorit für die von Alex Cora hinterlassene freie Stelle. Weitere Kandidaten gibt es mit Sicherheit, aber der Klub lässt bislang wenig nach außen dringen und macht nicht den Eindruck, dass eine Entscheidung unmittelbar bevor stünde.

Braves verpflichten Ozuna
Die Atlanta Braves sichern sich den hochrangigsten zuletzt noch verfügbaren Free Agent: Marcell Ozuna unterschreibt für ein Jahr und erhält dafür 18 Millionen Dollar. Der 29-Jährige wird voraussichtlich den Stammplatz im Leftfield neben Ender Inciarte (Center) und Ronald Acuna Jr. (Right) übernehmen. Offensiv ist Ozuna ein klares Upgrade für die Braves, bei denen die Rolle von Nick Markakis und Adam Duvall durch die Verpflichtung geschmälert und die von Austin Riley ins Infield verlagert wird. In Bezug auf Ozunas Defensivleistungen ist abzuwarten, ob er die Schulterprobleme überwunden hat, die ihn in den vergangenen beiden Jahren beim Werfen behindert haben. Da für Ozuna ein Qualifying Offer seines Ex-Klubs vorgelegen hatte, erhalten die Cardinals von den Braves einen Draftpick als Kompensation für den Wechsel.

Weitere Spielerverpflichtungen
Außer Ozuna haben auch SP/RP Drew Smyly (San Francisco Giants, 1 Jahr, 4-7 Millionen Dollar einsatzabhängig), OF Alex Gordon (Kansas City Royals, 1 Jahr, 4-5 Millionen) und C Matt Wieters (St. Louis Cardinals, 1 Jahr, 2-3 Millionen) neue MLB-Verträge erhalten. Minor-League-Verpflichtungen erwähne ich an dieser Stelle normalerweise nicht, aber für SP Felix Hernandez gibt es eine Ausnahme: Er wurde von den Atlanta Braves verpflichtet und erhält die Chance, im Camp zu zeigen, dass mit ihm noch zu rechnen ist. Das ehemalige Ass der Seattle Mariners hat seit 2017 nicht mehr die Leistungen und Ergebnisse abgeliefert, die man von ihm gewohnt war. Der 33-Jährige kämpft mit Sean Newcomb und einigen anderen um einen Platz als Nummer fünf in Atlantas Starting Rotation.

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Januar 31st, 2019 by Silversurger

Bryce Harper, Manny Machado, J. T. Realmuto. Ich wollte die Namen nur mal wieder genannt haben, weil die ganze MLB-Offseason sich um sie zu drehen scheint. Das war auch diese Woche nicht anders, obwohl es in Bezug auf die Drei nichts wirklich Neues gibt: Favoriten sind nach wie vor die Phillies für Harper und die White Sox für Machado, während die Marlins für Realmuto offenbar nach wie vor Mondpreise verlangen, sodass auch mit den neuesten Interessenten – den Reds und den Padres – bisher noch keine Vereinbarung zu erzielen war. Ganz ereignislos war die Woche aber nicht. Hier sind die neuesten Entwicklungen aus der MLB sowie ein TV-Tipp von ganz woanders:

Dodgers holen A. J. Pollock
Der hochwertigste Free-Agent-Move der Woche ist leider so alt, wie er in diesem Artikel nur sein kann: Keine Stunde nach Veröffentlichung des letzten Grand Slam am Donnerstag wurde bekannt gegeben, dass Outfielder A. J. Pollock sich mit den Los Angeles Dodgers einig geworden ist. Pollock erhält einen Vierjahresvertrag über 50 Millionen Dollar sowie die Option, den Vertrag von seiner Seite aus um ein Jahr zu verlängern. Dafür würde er abhängig von seinen vorherigen Leistungen weitere 10 bis 20 Millionen erhalten. Pollock kann im Feld ruhigen Gewissens auf allen Outfield-Positionen eingesetzt werden und ist am Schlag eine verlässliche rechtshändige Ergänzung für das linkshänderlastigen Lineup der Dodgers. Dadurch, dass die Dodgers sich mit Pollock den zweitumworbensten Outfielder der diesjährigen Free Agency gesichert haben, dürfte es so gut wie sicher sein, dass sie sich nicht mehr am Ringen um die Dienste von Bryce Harper beteiligen.

Marco Estrada zu den Athletics
Die Oakland Athletics bauen weiter an ihrer Starting Rotation und haben nun nach Mike Fiers und Joakim Soria auch Marco Estrada verpflichtet. Der 35-Jährige hatte in Toronto zuletzt zwei eher schwache Jahre, doch die A’s hoffen, dass er nach überstandenen Rückenproblemen zu früheren Leistungen zurückfindet. Estrada erhält einen Einjahresvertrag über 4 Millionen Dollar.

Blue Jays verpflichten Freddy Galvis
Estradas früherer Klub, die Toronto Blue Jays, gönnt sich derweil einen neuen Shortstop. Freddy Galvis ist ein solider Feldspieler und ein eher unterdurchschnittlicher Batter, aber immerhin ein Muster an Durchhaltevermögen: Er hat als ein einziger MLB-Spieler sowohl 2017 (für die Phillies) als auch 2018 (für die Padres) alle 162 Spiele der jeweiligen Saison absolviert. Galvis erhält einen Einjahresvertrag, der ihm 5 Millionen Dollar garantiert und eine Kluboption für ein weiteres Jahr und 4,5 Millionen enthält.

Neil Walker wird ein Marlin
Die Miami Marlins versuchen auch 2019, mit möglichst geringen Gehaltszahlungen durch eine weitere Aufbausaison zu kommen. Aber den einen oder anderen erfahrenen Spieler braucht man dann doch auf dem Feld und mit Infielder Neil Walker dürfte man einen recht guten Deal gemacht haben. Der 33-jährige, zuletzt für die Yankees aktive Switch-Hitter unterschreibt für ein Jahr und 2 Millionen Dollar.

Diverse Reliever finden ein neues Zuhause
Besonders aktiv war diese Woche der Markt für Relief Pitcher. Die relevanteste Neuverpflichtung war Linkshänder Justin Wilson, der für 10 Millionen Dollar einen Zweijahresvertrag bei den New York Mets unterschrieben hat. Wilsons alter Klub, die Chicago Cubs, wurde sich derweil mit Brad Brach einig. Brach erhält 4,35 Millionen für ein Jahr, danach gibt es eine beidseitige Option, durch die der Vertag sich auf zwei Jahre und bis zu 9,5 Millionen erstrecken würde. Greg Holland geht zu den Diamondbacks und wird dort für ein Jahr leistungsabhängig 3,5 bis 7 Millionen bekommen. Oliver Perez bleibt bei den Cleveland Indians. Sein Vertrag bringt ihm 2,5 Millionen für ein Jahr und verlängert sich automatisch, wenn der 37-Jährige 2019 in mindestens 55 Spielen auftaucht. Für die Seattle Mariners wird Hunter Strickland vermutlich besonders motiviert auftreten, denn er kann das Volumen seines Vertrages leistungsabhängig von 1,3 Millionen auf 2,6 Millionen verdoppeln. Er käme damit in die Größenordnung des Grundgehalt von Shawn Kelley, welcher sich mit den Texas Rangers auf 2,5 Millionen für ein Jahr plus Option auf ein zweites Jahr geeinigt hat, ebenfalls mit leistungsbezogenen Bonusmöglichkeiten.

Royals verlängern mit Merrifield
Preisfrage: Welcher MLB-Spieler führte 2018 sowohl mit den meisten Hits (192) als auch mit den meisten Stolen Bases (45) die gesamte Liga an? Ganz ehrlich, ich wäre im Leben nicht darauf gekommen, dass es 2B Whit Merrifield von den Kansas City Royals war. Im Gegensatz zu mir scheinen die Royals sehr genau zu wissen, was sie an ihm haben, deshalb haben sie ihm eine Vertragsverlängerung bis 2023 zukommen lassen. Die Konditionen von 16,25 Millionen Dollar Garantiegehalt und bis zu 2 Millionen Leistungsboni für die vierjährige Laufzeit klingen geradezu unverschämt günstig. Das relativiert sich, wenn man berücksichtigt, dass der Spätentwickler Merrifield – er spielte seine erste volle MLB-Saison 2017 im Alter von 29 Jahren – ohnehin noch bis 2022 unter Teamkontrolle gewesen wäre und 2019 für das Mindestgehalt hätte spielen müssen. Der Vertrag verlängert diese Zeit somit nur um ein Jahr und gibt dem Spieler im Gegenzug eine ordentliche finanzielle Sicherheit.

Lovullo bleibt bis 2021 in Arizona
Auch die Arizona Diamondbacks und Torey Lovullo haben sich auf eine Verlängerung ihrer Zusammenarbeit geeinigt: Der Vertrag des Managers, der Ende 2019 ausgelaufen wäre, wird bis 2021 verlängert. Lovullo hatte die Diamondbacks in seinem ersten Jahr 2017 zu einer überraschenden Bilanz von 93-69 und in die Playoffs geführt. 2018 hatten sie eine schwächere, aber immer noch solide Saison mit 82 Siegen und 80 Niederlagen.

Lust auf auf Live-Baseball? 
Baseball live, am Februar-Wochenendmorgen gemütlich ans Bett serviert – gibt’s nicht? Gibt’s doch! In Australien steht die Serie um die Meisterschaft der ABL an und ABL.TV streamt die Best-of-3-Serie kostenlos in die ganze Welt. Die Kontrahenten sind die Brisbane Bandits und Perth Heat. Beide haben ihre Division gewonnen und sich im Playoff-Halbfinale verdient durchgesetzt.

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April 19th, 2018 by Silversurger

„Kepler hat ausgedient.“ Ich muss zugeben, dass mir kurz der Schreck in die Glieder fuhr, als ich heute Morgen diese Schlagzeile las. Zum Glück stellte sich heraus, dass es nicht um unseren deutschen MLB-Star ging, sondern um das gleichnamige Weltraumteleskop. Irgendein Zusammenhang scheint allerdings zu bestehen, denn in der gleichen Nacht, in der das Teleskop „Kepler“ durch seinen Nachfolger „Tess“ abgelöst wurde, wurde auch Max Kepler mit Knieproblemen ausgewechselt. Gut, dass ich nicht abergläubisch bin – und noch besser, dass es nach ersten Erkenntnissen keine schlimme Verletzung ist. Es wird erwartet, dass Kepler – der Spieler, nicht das Teleskop – nach ein, zwei Tagen Pause wieder voll einsatzbereit ist.

Nach wie vor nicht voll einsatzbereit sind mehrere MLB-Ballparks. Die seit Wochen anhaltenen Wetterkapriolen führen nach wie vor zu zahlreichen Spielausfällen und somit zu recht krummen Tabellen; einige Teams haben schon 18 Spiele absolviert, die Twins erst 13. Sogar im überdachten Rogers Center in Toronto fiel diese Woche ein Spiel aus, weil eben jenes Dach ein Loch hatte, nachdem Eisbrocken vom benachbarten CN Tower herunter gefallen waren.

American League
Die Boston Red Sox (15-2) sind aktuell das Maß aller Dinge in der MLB. 88% ihrer Partien haben sie bislang gewonnen, darunter zuletzt sechs hintereinander und zwei sehr deutlich in den AL-Spitzenspielen gegen die Los Angeles Angels. An das Run Differential der Red Sox von +60 kommt ligaweit nur ein einziges Team auf mehr als die Hälfte heran und das ist der Divisionskonkurrent aus der American League East, die Toronto Blue Jays (12-5) mit +38. Auf das erste Aufeinandertreffen der Red Sox und der Blue Jays in der kommenden Woche darf man sich jetzt schon freuen. Vorher warten allerdings noch die New York Yankees (8-8) mit einer Vier-Spiele-Serie auf die Blue Jays (siehe „Mein Einschalttipp“). Die Yankees werden dringend beweisen wollen, dass sie mehr zu bieten haben als den durchwachsenen Start in die Saison. Arbeiten müssen sie vor allem an ihren Unkonzentriertheiten, die zu 17 Errors in 16 Spielen führten, den meisten in der AL. Relativ hoffnungslos erscheint schon kurz nach Saisonbeginn die Lage für die Baltimore Orioles und die Tampa Bay Rays (jeweils 5-13). Für die Rays gab es nun noch eine Hiobsbotschaft, denn einer ihrer wenigen Stars, CF Kevin Kiermaier, muss am Daumen operiert werden und fällt drei Monate lang aus.

Die AL Central hat gerade Puerto Rico begeistert, genauer gesagt lieferten die Cleveland Indians (9-7) und die Minnesota Twins (8-5) sich dort eine Zwei-Spiele-Serie um die Vorherrschaft in der Division. Den Puerto Ricanern wurde einiges geboten: Das erste Spiel entschieden die Indians 6:1 für sich durch vier Homeruns, und den ersten erzielte ausgerechnet der in Puerto Rico geborene und aufgewachsene Francisco Lindor; das zweite Spiel entwickelte sich zu einem 16-Inning-Marathon, den die Twins schließlich 2:1 gewannen durch einen Run ihres Puerto Ricaners Eddie Rosario. Die Indians und die Twins bleiben somit eng beisammen an der Spitze der zweigeteilten Division, in deren unterem Teil die Detroit Tigers (6-9) derzeit das Schneckenrennen gegen die Chicago White Sox (4-11) und die Kansas City Royals (3-13) anführen.

In Oakland wird derweil munter gefeiert, denn die Athletics (9-10) sind seit genau 50 Jahren dort zu Hause. Obwohl sie sich wohl nichts sehnlicher wünschen, als endlich aus dem alten Coliseum ausziehen zu dürfen, haben sie es noch mal ordentlich gefüllt, indem die Tickets für das Spiel am Dienstag verschenkt wurden. 46.028 Menschen folgten dem Aufruf, was trotz Gratistickets zwar kein ganz kein volles Haus war, angesichts der Umstände in Oakland aber als Erfolg gilt. Auch die Ergebnisse stimmen zurzeit, die A’s blicken auf ungewohnte vier Siege in Folge und auf zweieinhalb Spiele Vorsprung auf die Texas Rangers (7-13). Angeführt wird die AL West nach wie vor von den Los Angeles Angels (13-5). Die Angels haben durch die zwei Niederlagen gegen Boston deutlich an Boden verloren gegenüber den Houston Astros (12-7), welche in der gleichen Zeit zweimal die Seattle Mariners (9-7) abfertigten. Die Serie gegen Seattle ist jedoch noch nicht gewonnen, denn einmal haben auch die Mariners schon gewonnen und heute Abend gibt es eine vierte Partie.

National League
Das erfolgreichste Team der National League East und auch der NL ingesamt sind immer noch die New York Mets (13-4), auch wenn sie diese Woche erstmals eine Serie abgeben mussten: Zwei von drei Heimspielen gegen die Washington Nationals (9-10) wurden verloren, das dritte allerdings relativ spektakulär mit neun Runs im achten Inning gewonnen. Die Mets gegen die Nationals ist nach wie vor das Duell, auf das ich in dieser Division primär schaue. Doch bislang halten sich auch die Atlanta Braves und die Philadelphia Phillies (jeweils 10-7) weiterhin wacker. Die Phillies haben nun ein schweres Programm vor sich mit Serien gegen die Pirates und die Diamondbacks. Die Braves müssen unterdessen viermal gegen die Mets antreten. Ihr prominenter Neuzugang José Bautista wird in diesen Spielen noch nicht zum Einsatz kommen; der 37-jährige Slugger soll in einem verlängerten Spring Training und dann zunächst in den Minors an Wettkampffähigkeit herangeführt werden, bevor ein Aufrücken in den MLB-Kader infrage kommt. Möglicherweise braucht man ihn aber doch relativ schnell, nachdem 1B Freddie Freeman letzte Nacht einen Pitch an die Hand bekommen hat, die schon einmal gebrochen war. Falls er länger ausfällt, könnte es ein paar Verschiebungen im Lineup geben und Bautista möglicherweise für die dritte Base infrage kommen.

Die Cincinnati Reds (3-13) trennen sich mit sofortiger Wirkung von ihrem Manager Bryan Price und Pitching Coach Mack Jenkins, die Meldung kam gerade ganz frisch rein. Abgesehen von den Reds am Ende der Tabelle sieht die NL Central bislang komplett anders aus als man es vor der Saison erwartet hätte. Die Pittsburgh Pirates (12-6) überzeugen nach wie vor vor allem mit Offensive und rehabilitierten sich letzte Nacht durch ein 10:2 gegen die Rockies für ihre erste verlorene Serie der Saison. Es folgen die St. Louis Cardinals (10-7) mit derzeit fünf Siegen am Stück und erst dann kommen die beiden Favoriten. Die Milwaukee Brewers (10-9) haben ein negatives Run Differential (-15), jedoch nach zwei Shutouts gegen die Reds immerhin wieder einen knapp positiven Record. Die Chicago Cubs (7-8) hatten in den letzten Tagen kaum Gelegenheit, ihre nicht zufriedenstellende Bilanz aufzubessern: Durch Spielausfälle war die 3:5-Niederlage gegen St. Louis vom Dienstag die einzige Partie, die die Cubs seit letztem Samstag absolvieren konnten.

Ein Seriensweep gegen die San Diego Padres (7-13) hat den Los Angeles Dodgers (8-9) deutlich dabei geholfen, sich in der NL West ihrem angestammten Platz an der Spitze anzunähern. Noch sitzen dort die Arizona Diamondbacks (12-5) nach ihrem starken Start fest im Sattel und übers Wochenende dürfen auch sie dreimal gegen die Padres antreten. Allerdings müssen sie einen gewichtigen Ausfall verkraften, denn SP Taijuan Walker hat sich ein Band im Ellenbogen gerissen und wird wohl um eine Tommy-John-Surgery nicht herum kommen. Die Starting Rotation der Diamondbacks ist bislang eine Stärke, doch eine zuverlässige Nachfolge für Walkers Platz zeichnet sich nicht wirklich ab – außer Shelby Miller, der nach seiner eigenen Tommy-John-Surgery im Mai 2017 aber auch noch ein paar Monate brauchen wird. Auf Platz zwei halten sich die Colorado Rockies (11-9), die bislang eine recht untypische Saison spielen: Das traditionell heimstarke Team hat bislang nur zwei von sechs Spielen in Coors Field gewonnen, dafür aber neun von vierzehn Auswärtsspielen.

Szene der Woche
Bei aller Neutralität, um die ich mich hier bemühe, fällt es mir doch schwer, Szenen hervorzuheben, die sich gegen die Mets richten. Bryce Harper hätte mir fast keine andere Wahl gelassen mit dem unglaublichen Homerun, den er am Montag im Citi Field geschlagen hat. Ein guter Teil der Energie seines Schwung nach dem Pitch von Jacob deGrom muss dafür draufgegangen sein, den Schläger zu zerstören und dennoch bekam der Ball noch genug davon ab, um über den Zaun getragen zu werden. Zugegeben, das war beeindruckend, aber trotzdem gab es drei Tage zuvor eine noch erstaunlichere Szene. Ein 3-Run-Flyout hatte ich jedenfalls bisher noch nie gesehen, bevor mir Marlins-2B Starlin Castro – unter unfreiwilliger Mithilfe von Pirates-Catcher Elias Diaz – bewies, dass es so etwas tatsächlich gibt.

Statistik der Woche 
29. So viele At-Bats hat Steven Brault, Pitcher der Pittsburgh Pirates, in seiner MLB-Karriere bislang als Batter absolviert und nicht einen Strikeout kassiert. 29 At-Bats klingen nicht nach viel, aber tatsächlich ist das eine Leistung, die seit über 80 Jahren keiner geschafft hat. Im Klartext: Brault ist der erste Pitcher, der seine Karriere mit 29 oder mehr At-Bats ohne einen Strikeout beginnt, seit Jim Turner von den Boston Bees im Jahr 1937. Ich finde, das muss man mal erwähnt haben.

Spiel der Woche
Das aufregendste Spiel der vergangenen Tage war für mich das der Chicago Cubs gegen die Atlanta Braves vom Samstag. 10:2 führten die Braves bereits nach vier Innings und noch bis zur Mitte des sechsten Durchgangs. Die Cubs kamen dann zwar im sechsten und siebten Inning zu Runs, lagen aber bei zwei Outs im achten Inning immer noch mit fünf Zählern hinten. Bei kaltem Wind und konstantem Nieselregen gingen viele Zuschauer frühzeitig nach Hause und auch als Spieler sehnt man sich in so einer Lage danach, das Spiel möge bitte einfach nur bald vorbei sein. Sollte man jedenfalls meinen. Aber die Cubs kamen noch mal zurück und zwar in einer Weise, dass sich jeder, der zu früh gegangen ist, furchtbar ärgern wird. Neun Runs erzielten sie im achten Inning, alle bei zwei Outs und keinen davon per Homerun. Drei Hits, fünf Walks, ein Wild Pitch, ein Error und zwei Hits-by-Pitch trugen zu der Aufholjagd bei und zeigen, wie blank die Nerven in diesen Minuten bei den Braves gelegen haben müssen, die den Sieg innerlich wohl längst verbucht hatten und plötzlich kalt erwischt wurden.

Mein Einschalttipp
Starke Blue Jays, mittelmäßige Yankees – das hatten wir vor der Saison anders erwartet. Jetzt ist es an beiden, zu beweisen oder zu widerlegen, dass die bisherigen Ergebnisse ihrer tatsächlichen Leistungsfähigkeit entsprechen. Passenderweise sind die Blue Jays ab heute vier Tage lang zu Gast in New York, sodass sich das eine oder andere vielleicht direkt klären lässt. Mein Einschalttipp ist das vierte Spiel der Serie am Sonntag zur europafreundlichen Zeit von 19:05 Uhr MESZ. Auf dem Mound werden voraussichtlich Rechtshänder Luis Severino (2.63 ERA) für die Yankees sowie Linkshänder Jaime Garcia (3.86 ERA) für die Blue Jays stehen. Wie jedes MLB-Spiel kann man die Partie mit einem mlb.tv-Abo verfolgen. Falls ihr das nicht habt, aber Kunde bei DAZN seid, könnt ihr zwar nicht dieses Spiel sehen, aber immerhin die anderen drei dieser interessanten Serie.

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März 15th, 2018 by Silversurger

Zwei Wochen bis zum Opening Day und das Fieber steigt. Die aktuellen Stände im Spring Training habe ich der Vollständigkeit halber hiermit verlinkt, ansonsten breite ich darüber lieber den Mantel des Schweigens – zum Glück sind diese Spiele völlig bedeutungslos. Interessanter dürfte sein, dass es diese Woche einige erwähnenswerte Free-Agent-Signings gab. Den meisten davon merkt man an, dass die betreffenden Spieler – obwohl wirklich tolle Leute darunter sind – nach dem letzten Strohhalm gegriffen haben, um endlich irgendwo unterzukommen. Von den „großen“ Namen sind nun nur noch wenige auf dem Markt übrig. Die prominentesten Arbeitslosen der MLB dürften momentan RP Greg Holland und SP Alex Cobb sein.

Moustakas hat sich verzockt
So hat sich das 3B Mike Moustakas sicher nicht vorgestellt mit seinem Free-Agent-Jahr: Zu Beginn der Offseason lehnte er das Qualifying Offer der Royals ab. Dieses hätte ihm gut 17 Millionen Dollar für ein weiteres Jahr in Kansas City eingebracht. Das reichte Moustakas und seinem Agenten Scott Boras nicht, sie wollten mehr Dollars und eine längere Vertragslaufzeit. Aber der Markt spielte nicht mit, Moustakas blieb lange ohne neuen Vertrag und nun blieb ihm offenbar nichts anderes übrig als zu deutlich schlechteren Konditionen bei den Royals zu bleiben. Der Vertrag läuft zunächst ein Jahr und bringt ihm 6,5 Millionen plus leistungsbezogene Boni. Es gibt eine beidseitige Option für ein zweites Jahr, in dem Moustakas 15 Millionen bekommen würde. Für die Royals ist das ein toller Verhandlungserfolg, zu Contendern werden sie aber auch durch Moustakas nicht werden.

Arrieta zu den Phillies 
Auch Jake Arrieta ist ein Stück weit zum Opfer der aus Spielersicht ungünstig verlaufenden Offseason geworden. Über das Jahresgehalt von 25 Millionen Dollar, das der Pitcher bei den Philadelphia Phillies bekommen wird, kann er sich sicher nicht beschweren, doch eigentlich hatte er nach einer längeren Bindung als drei Jahre gesucht. Es ist vermutlich die zentrale Erkenntnis dieser Offseason, dass die Zeiten weitgehend vorbei sind, in denen die Klubs 32-jährigen Spielern Sechsjahresverträge angeboten haben. Das ist sicher vernünftig und genauso vernünftig ist, dass Arrieta und die Phillies zusammen gefunden haben. In meiner Saisonvorschau letzte Woche hatte ich einen erfahrenen Starter als das fehlende Puzzleteil für dieses Team identifiziert und die Phillies haben prompt den besten geholt, der für Geld zu bekommen war.

Twins holen Lynn
Ganz ähnlich ist die Situation bei den Minnesota Twins. Auch sie stellen ein junges Team, dessen größtes Fragezeichen bis vor Kurzem die Starting Rotation war, und auch sie haben sich nun an dieser Stelle verstärkt: Lance Lynn unterschreibt für ein Jahr und 12 Millionen Dollar. Im Vergleich mit zum Beispiel Arrieta oder Yu Darvish ist das ein echtes Schnäppchen für den Verein. Lynn spielte von 2011 bis 2017 für die St. Louis Cardinals und hatte in keinem Jahr seiner MLB-Karriere einen ERA von über 4. 2016 musste er zwar wegen einer Tommy-John-Surgery aussetzen, doch seine Leistungen im Jahr 2017 (3.43 ERA in 186.1 IP) ließen keine Zweifel an seiner vollständigen Genesung aufkommen.

Walker von Queens in die Bronx
Neil Walker, ehemals Second Baseman der Mets, kehrt nach seinem kurzen Milwaukee-Ausflug zurück nach New York, allerdings in einen anderen Stadtteil. Er spielt nun zwar beim namhaftesten Baseballklub der Welt, allerdings musste auch er zu einem relativen Schnäppchenpreis unterschreiben. Er bekommt 4 Millionen Dollar für ein Jahr und wird bei den Yankees dazu dienen, den Übergang zu den Nachwuchs-Infieldern Gleyber Torres und Miguel Andujar zu erleichtern – indem er als Mentor fungiert und ihnen mit seinen Einsätzen Pausen oder wenn nötig auch noch etwas Zeit in den Minors ermöglicht. Eine solche Rolle ist fast zu schade für einen Spieler seines Kalibers, für den Fangraphs zu Beginn der Offseason einen Dreijahresvertrag über 39 Millionen Dollar prognostizierte. Möglicherweise haben die Yankees auch deshalb zugegriffen, weil sie damit rechnen, Walker während der Saison gewinnbringend weitertraden zu können.

CarGo bleibt bei den Rockies
Im Gegensatz zu den bisher erwähnten Spielern war es für Outfielder Carlos Gonzalez fast schon absehbar, dass er nicht mit einem großen Zahltag in der Free Agency rechnen durfte. Er hatte 2017 offensiv ein schwieriges Jahr (.262/.339/.423, 14 HR, -0.2 fWAR) und seine schwache Defense sowie Probleme mit linkshändigen Pitchern machen ihn nicht gerade attraktiver. Dass er nun für 5 Millionen Dollar ein weiteres Jahr bei den Colorado Rockies bleiben darf, ist von daher durchaus als Erfolg für ihn zu werten – obwohl er letztes Jahr an gleicher Stelle noch das Vierfache verdient hat.

Lucroy landet in Oakland 
Auch für die Oakland Athletics ist beim Winterschlussverkauf noch etwas abgefallen: Sie haben sich mit Catcher Jonathan Lucroy auf einen Einjahresvertrag von 6,5 Millionen Dollar geeinigt. Die Athletics sind weit entfernt von Konkurrenzfähigkeit, doch Lucroy ist definitv eine sinnvolle Ergänzung. Er wertet die bislang auf Replacement-Level besetzte Position sowohl direkt auf als auch indirekt, indem er die neuen Kollegen an seiner reichhaltigen Erfahrung teilhaben lassen wird.

Dopingsperre für Royals-Outfielder Bonifacio
Unterdessen hat Jorge Bonifacio Erfahrungen gemacht, auf die man gerne verzichtet: Er hat versucht, sich mit verbotenen Mitteln – konkret geht es um das Steroid Boldenon – einen Vorteil zu verschaffen, und er hat sich dabei erwischen lassen. Der Outfielder wird nun 80 Spiele lang, also rund die halbe Saison, zuschauen und in dieser Zeit auch auf sein Gehalt verzichten müssen. Für Ned Yost, den Manager der Royals, war es ein Schock („It really kind of made me sick to my stomach“), aber wenigstens sparte er sich dadurch eine unangenehme Personalentscheidung. Denn durch Bonifacios Sperre wurde automatisch der Rosterplatz frei, den die Royals für Moustakas brauchten.

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Februar 22nd, 2018 by Silversurger

Jetzt werden Nägel mit Köpfen gemacht: Zum ersten Mal in dieser zu Ende gehenden Offseason kann man sagen, dass es in den letzten Tagen mit Free-Agent-Verpflichtungen und Trades Schlag auf Schlag ging. Offensichtlich fühlen sich einige Teams nun doch unter Druck, vor dem Beginn der Spring-Training-Spiele noch den Kader zu komplettieren. Die Verträge, die zum Beispiel Eric Hosmer und J. D. Martinez unterschrieben haben, machen jedenfalls nicht den Eindruck, als wären es die Spieler gewesen, die am Ende des Verhandlungsmarathons klein beigegeben haben.

Auch die Ligaführung ist endlich zu Potte gekommen und hat bekannt gegeben, welche Regeländerungen zur neuen Saison in Kraft treten werden. Erwartungsgemäß dreht sich dabei alles um das Ziel, das Spiel zu beschleunigen. Wenigstens wurde auf die Einführung einer Pitch-Clock verzichtet.

Start der Spring-Training-Spiele
Gestern gab es schon die erste Baseball-Action mit einem Freundschaftsspiel der Arizona Diamondbacks gegen die Arizona State University. Erwartungsgemäß gewannen die Diamondbacks 6:2, Major Leaguer kamen allerdings kaum zum Einsatz. Heute gibt es ein paar weitere Spiele von MLB-Teams gegen Colleges in Florida, am morgigen Freitag geht es dann richtig los mit den ersten Spring-Training-Spielen der Cactus League (Arizona) und der Grapefruit League (Florida). Viele der Spiele werden auf mlb.tv übertragen. Es sind nur Vorbereitungsspiele und die Ergebnisse letztlich egal, aber ich mag das Spring Training und schalte gerne rein, weil es eine schöne Gelegenheit ist, die MLB-Spieler mal wieder in Aktion zu sehen und sich ein erstes Bild von dem einen oder anderen Prospect zu machen.

Die Liga drückt aufs Tempo
Kurz vor Saisonstart hat die MLB eine ganze Reihe von Regeländerungen festgelegt, die dem von Commissioner Rob Manfred ausgegebenen Ziel dienen sollen, die durchschnittliche Spieldauer zu verkürzen. Die von vielen Spielern gefürchtete Pitch-Clock wird vorerst nicht eingeführt, dafür stimmte die Spielergewerkschaft MLBPA zwei anderen Maßnahmen zu: Die erste und wichtigste Änderung besteht darin, dass Besuche auf dem Mound auf sechs pro Spiel begrenzt werden, egal ob von Trainern und Spielern. Geht ein Spiel in Extra-Innings, ist pro Inning ein weiterer Mound-Besuch erlaubt. Mound-Besuche, die der Auswechslung eines Pitchers dienen, werden dabei nicht mitgezählt. Der zweite Mound-Besuch eines Trainers innerhalb eines Innings bedeutet nach wie vor automatisch die Auswechslung des Pitchers. Das gleiche gilt nun auch für jeden anderen Mound-Besuch, der über die erlaubte Anzahl hinaus geht.

Ebenfalls begrenzt wird die Zeit der Pausen zwischen den (Halb-)Innings sowie bei Pitcherwechseln. Diese dürfen ab sofort höchstens 2:05 Minuten dauern, wenn ein Spiel nur lokal im TV übertragen wird, 2:25 Minuten bei landesweiten Übertragungen und 2:55 Minuten bei Playoff-Spielen. Diese Regeländerung finde ich so überraschend wie erfreulich, denn sie läuft eine Kürzung der Werbepausen hinaus.

Eric Hosmer zu den Padres
Für First Baseman Eric Hosmer hat sich das lange Warten gelohnt: Er hat sich mit den San Diego Padres auf einen Vertrag geeinigt, der ihm in den kommenden acht Jahren 144 Millionen Dollar einbringen wird. Diese setzen sich zusammen aus einem Unterschriftsbonus von 5 Millionen, je 20 Millionen für die ersten fünf Jahre und je 13 Millionen für die drei folgenden Jahre. Obendrein konnte Hosmers Agent Scott Boras für seinen Klienten aushandeln, dass dieser nach fünf Jahren die Möglichkeit hat, aus dem Vertrag auszusteigen. Meiner Ansicht nach ist es eine Wahnsinnsleistung des Agenten, einen so vorteilhaften Vertrag für einen 28-Jährigen herauszuholen, der bislang vor allem durch jährlich schwankende Leistungen aufgefallen ist. Um genau zu sein, haben sich in Hosmers Karriere bislang gute und schlechte Jahre konsequent abgewechselt. Das gilt jedenfalls für die Offense. Seine Defense hingegen war durchgehend unterdurchschnittlich. Mit -8.7 UZR und -13 DRS war er in den letzten beiden Jahren einer der schlechtesten First Basemen der Liga – und trotzdem gewann er 2017 bereits seinen vierten Gold Glove. Es ist manchmal schon seltsam, wie um einige Spieler ein Hype entsteht, der ihnen Auszeichnungen und Monsterverträge bringt, ohne dass diese durch tatsächliche Leistungen erklärbar wären. Ich habe keine Ahnung, was die Padres geritten hat, ausgerechnet für Hosmer ihr Konto zu plündern.

J. D. Martinez und die Red Sox finden zueinander
Dass die Boston Red Sox an J. D. Martinez interessiert sind, war buchstäblich seit Monaten allgemein bekannt. Dennoch dauerte es eine gefühlte Ewigkeit, bis der Deal in trockenen Tüchern war, da beide Seiten offenbar hart und geduldig verhandelten und sich zwischendurch auch mal öffentlich übereinander beschwerten. Nun haben sich der 30-jährige Slugger – auch er wird übrigens von Scott Boras vertreten – und der Klub also endlich geeinigt: Der Vertrag läuft über fünf Jahre, bringt Martinez 110 Millionen Dollar ein und gibt ihm die Chance, nach drei Jahren zu kündigen. Aller Voraussicht nach wird Martinez eher selten im Outfield spielen, wo Mookie Betts, Jackie Bradley Jr. und Andrew Benintendi ihre Stammplätze haben, sondern meistens als DH eingesetzt werden. Dort klaffte seit dem Karriereende von „Big Papi“ David Ortiz eine Lücke, die Hanley Ramirez allenfalls mittelmäßig ausfüllte. Ramirez wird sich nun vermutlich mit Mitch Moreland an der ersten Base abwechseln. Das gilt jedenfalls solange sich keiner der regulären Outfielder verletzt; in dem Fall würde Martinez dort einspringen und Ramirez wieder als DH übernehmen.

Haufenweise weitere Signings und Trades
Neben den beiden großen Fischen Hosmer und Martinez gab es in den letzten Tagen eine ganze Reihe weiterer Vertragsabschlüsse, die ich wenigstens mal kurz erwähnt haben möchte, auch wenn ich nicht ausführlich auf jeden davon eingehen kann:

Die Baltimore Orioles ergänzen ihre Starting Rotation mit Andrew Cashner (2 Jahre, 16 Millionen, mit Option auf ein drittes Jahr) und mit Rückkehrer Chris Tillman (1 Jahr, 3 Millionen Dollar). Mit Colby Rasmus kommt zudem eine linkshändige Alternative fürs Outfield über einen Minor-League-Vertrag nach Baltimore.

Die Minnesota Twins haben sich ebenfalls zwei Ergänzungs-Starter gesichert: Anibal Sanchez bekommt für einen Einjahresvertrag 2,5 Millionen Dollar, die er durch leistungsbezogene Vereinbarungen verdoppeln kann. Für Jake Odorizzi wird Minor-League-Shortstop Jermaine Palacios zu den Tampa Bay Rays geschickt. Odorizzi bringt einen Einjahresvertrag über 6,3 Millionen Dollar mit und bleibt für ein weiteres Jahr per Arbitration an die Twins gebunden.

Auch die New York Mets holen sich mit Jason Vargas einen weiteren Starter; sein Vertrag ist quasi eine Kopie von dem, den Cashner bei den Orioles unterschrieben hat: zwei Jahre, 16 Millionen Dollar und ein optionales drittes Jahr.

Für ein Jahr und 8 Millionen Dollar geht SP Jaime Garcia zu den Toronto Blue Jays. Auch sie haben sich die Option gesichert, den Vertrag um ein Jahr zu verlängern.

SP Edinson Volquez kehrt, zunächst nur im Rahmen eines Minor-League-Vertrages, zurück zu den Texas Rangers. Er hofft, 2019 noch mal den Sprung in die MLB zu schaffen, wenn er seine aktuelle Verletzung auskuriert hat. Einen weiteren Minor-League-Vertrag vergeben die Rangers an Pitcher Jesse Chavez; sollte er im Spring Training einen Platz in der Rotation oder im Bullpen erobern, wird er dieses Jahr 1,5 Millionen Dollar verdienen.

Reliever Tony Watson verstärkt die San Francisco Giants für 7 bis 9 Millionen Dollar in den nächsten zwei Jahren, der Klub hat die Option auf ein weiteres Jahr.

Auch die Washington Nationals ergänzen ihren Bullpen, zu ihnen kommt der 40-jährige Joaquin Benoit (1 Jahr, 1 Million).

Die Arizona Diamondbacks waren bei ihrer Suche nach Hilfe für das Outfield wohl auch an J. D. Martinez interessiert, doch nachdem dieser sich mit den Red Sox einig wurde, handelten sie schnell: Nach Arizona kommt nun Jarrod Dyson, der für zwei Jahre 7,5 Millionen Dollar erhält.

Auch die Miami Marlins sichern sich einen zusätzlichen Outfielder: Nach 2008 bis 2010 wird Cameron Maybin nun zum zweiten Mal in seiner Karriere für die Marlins spielen. Für seinen Einjahresvertrag erhält er 3,25 Millionen Dollar.

Die Tampa Bay Rays haben überraschend Outfielder Corey Dickerson designated for assignment. Als Ersatz kommt Carlos Gomez (1 Jahr, 4 Millionen), der außer im Outfield auch als DH zu Einsätzen kommen könnte. Zudem haben die Rays 1B C. J. Cron gegen Cash oder einen später zu benennenden Spieler von den Los Angeles Angels geholt.

Die Angels wiederum tun etwas für die Tiefe ihres Outfields mit der Verpflichtung von Chris Young (1 Jahr, 2 Millionen) und einem Trade für Jabari Blash, für den die New York Yankees ebenfalls Cash oder einen später zu benennenden Spieler erhalten. Einen Minor-League-Vertrag bei den Angels erhält 1B Chris Carter. Bei Bedarf wird dieser zu einem Major-League-Kontrakt über ein Jahr und 1,75 Millionen umgewandelt.

Infield-Allrounder Eduardo Nunez wird bei den Boston Red Sox bleiben: Für 4 Millionen Dollar verlängert er seinen Vertrag zunächst um ein Jahr und hat dann die Option auf seiner Seite, ein weiteres Jahr für weitere vier Millionen dranzuhängen.

Zum Abschluss noch ein schön unübersichtlicher Dreiecks-Trade: 2B/3B Brandon Drury wechselt von den Diamondbacks zu den Yankees, die somit eine Absicherung für den Fall gefunden haben, dass einer der Rookies Gleyber Torres und Miguel Andujar nicht die Erwartungen erfüllt. Outfielder Steven Souza Jr. geht von den Rays zu den Diamondbacks. Minor-League-Pitcher Anthon Widener wird von den Yankees zu den Diamondbacks geschickt. Die Rays erhalten von den Yankees 2B-Prospect Nick Solak und von den Diamondbacks Pitching-Prospect Anthony Banda sowie zwei später zu bennende Spieler.

Diese Spieler sind noch zu haben
So langsam lichten sich die Reihen der Free Agents, die noch kein Team gefunden haben. Natürlich gibt es immer noch Dutzende, die auf einen Vertrag hoffen, aber die meisten von ihnen fallen in den Graubereich, aus dem heraus man mit etwas Glück einen Ein- oder Zweijahresvertrag in der MLB bekommt, sich vielleicht aber auch mit einem Minor-League-Kontrakt zufrieden geben oder über das Karriere-Ende nachdenken muss. Kandidaten, die meiner Einschätzung nach sicher noch eine Beschäftigung zu attraktiven Bedingungen finden werden, sind SP Jake Arrieta, 3B Mike Moustakas, RP Greg Holland, SP Lance Lynn und SP Alex Cobb in der ersten sowie C Jonathan Lucroy, OF Carlos Gonzalez, SP John Lackey, 1B Lucas Duda und 2B Neil Walker in der zweiten Reihe.

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November 12th, 2017 by Silversurger

Die Free Agency läuft offiziell seit einer Woche, die großen Deals sind bislang noch ausgeblieben. Das ist nicht weiter überraschend, denn üblicherweise kommt erst ab den Winter Meetings der MLB – dieses Jahr vom 10. bis 14. Dezember in Orlando – richtig Bewegung in den Markt. Das nennenswerteste Signing der letzten Tage ist der Fünfjahresvertrag über 106 Millionen Dollar, für den Outfielder Justin Upton bei den Los Angeles Angels bleibt. Upton war kein Free Agent, er hatte aber eine Ausstiegsoption im alten Vertrag, die nun natürlich hinfällig ist.

Die diesjährige Free-Agent-Klasse umfasst verhältnismäßig viele gute Starting Pitcher, zwei Top-Closer, eine bunte Mischung aus Positionsspielern und ein japanisches Ausnahmetalent, das die Liga auf Jahre hinaus prägen könnte. Hier sind meine Top-20 der Free Agents 2017:

  1. Shohei Otani, SP/OF, Hokkaido Nippon Ham Fighters

Der 23-jährige Otani ist in aller Munde als das wohl größte Talent, das der Baseball seit einiger Zeit gesehen hat. Otani dominiert die japanische Liga sowohl als Pitcher als auch am Schlag. In der MLB würde er sicher vornehmlich als Pitcher eingesetzt, aber es wäre denkbar, dass er an Tagen zwischen seinen Starts auch als Batter aufgestellt wird – vor allem, wenn er in der American League landet und somit als Designated Hitter infrage kommt. Aufgrund seines Alters gilt Otani für die MLB als „internationaler Amateur-Free-Agent“ und kann dem aktuellen Collective Bargaining Agreement zufolge nur einen Vertrag über rund 10 Millionen Dollar bekommen – und auch das nur, wenn ein Team sein erlaubtes Budget für internationale Verpflichtungen durch Trades auf das Maximum erhöht und dieses Maximum vollständig für Otani einsetzt. Er könnte diesen Kraftakt wert sein. Ich kann mir aber auch gut vorstellen, dass Otani bei seinem ersten Vertrag auf die eine oder andere Million verzichtet und das Team wählt, bei dem ihm die ruhmreichste Karriere winkt. Mein Tipp: Er landet bei den Yankees.

  1. Yu Darvish, SP, Los Angeles Dodgers

Auch der Rang des besten „normalen“ Free Agents ist in japanischer Hand. Yu Darvish – er kam  2011 übrigens ebenfalls von den Ham Fighters in die MLB – hatte eine World Series zum Vergessen, ist und bleibt aber ein sehr guter Pitcher. Er wird keine Probleme haben, einen langfristigen Vertrag und ein Jahresgehalt von 25 Millionen Dollar oder mehr an Land zu ziehen. Mein Tipp: Er geht zu den Cubs.

  1. J.D. Martinez, OF, Arizona Diamondbacks

Martinez kam im Juli per Trade von den rebuildenden Tigers zu den Diamondbacks und erwies sich dort als offensive Granate mit einer Slashline von .302/.366/.741 und 29 Homeruns in 62 Spielen. Mit diesen Zahlen ist er der beste auf dem Markt verfügbare Batter und es ist davon auszugehen, dass die Diamondbacks bei einem Wettbieten um Martinez‘ Dienste nicht mithalten können. Mein Tipp: Sofern die Giants nicht für Giancarlo Stanton traden, ist Martinez ihr Mann.

  1. Jake Arrieta, SP, Chicago Cubs

Arrieta hat in den vergangenen zwei Jahren 2 mph von seinem Fastball verloren und auch seine sonstigen Werte weisen einen eher absteigenden Trend auf. Dennoch ist der 32-Jährige ein verlässlicher Starter und anerkannter Führungsspieler, der mit einem Vier- bis Fünfjahresvertrag und dreistelligen Dollarmillionen rechnen darf. Die Cubs haben seit zwei Jahren erfolglos versucht, eine Verlängerung mit Arrieta auszuhandeln. Daher vermute ich, dass er auch das Qualifying Offer ablehnt und beide Seiten sich anderweitig orientieren. Mein Tipp: Die Dodgers holen ihn als Nachfolger von Darvish.

  1. Wade Davis, RP, Chicago Cubs

Auch Davis hat von den Cubs ein Qualifying Offer über 17,4 Millionen Dollar erhalten, auch er wird es voraussichtlich ablehnen und etwas Längerfristiges anstreben. Als bester Closer auf dem Markt wird er einen Vertrag in der Größenordnung der 62 Millionen für vier Jahre verlangen, die letztes Jahr Mark Melancon abgeräumt hat. Die Cubs waren bisher immer zurückhaltend mit großen Verträgen für Reliever, aber dennoch ist mein Tipp: Davis verlängert in Chicago.

  1. Eric Hosmer, 1B, Kansas City Royals

Mit 28 ist Hosmer relativ jung für einen Free Agent und mit .318/.385/.498 hat er zum richtigen Zeitpunkt offensiv die beste Saison seiner Karriere hingelegt. In einigen Rankings steht er deutlich höher als bei mir, aber für meinen Geschmack sind Hosmers Leistungen zu unkonstant, um den erhofften 200-Millionen-Dollar-Vertrag zu rechtfertigen. In Kansas City steht ein Rebuilding an, aber ich kann mir vorstellen, dass man Hosmer langfristig als Gesicht der Franchise bindet. Mein Tipp: Er bleibt.

  1. Mike Moustakas, 3B, Kansas City Royals

Genau wie seine Teamkollegen Eric Hosmer und Lorenzo Cain hat Moustakas von den Royals ein Qualifying Offer erhalten und wird es ablehnen, weil er einen langfristigen Vertrag möchte und diesen auch verdient. Er wird ihn bekommen und weil ich glaube, dass die Royals sich bereits für eine Verlängerung von Hosmer finanziell aus dem Fenster lehnen, ist mein Tipp: Moustakas wechselt zu den Atlanta Braves.

  1. Greg Holland, RP, Colorado Rockies

Holland ist die Alternative zu Wade Davis für Teams, die ihren Closer-Posten für ein paar Jahre zuverlässig besetzt wissen möchten. Im Vergleich mit Davis bringt Holland ein paar Fragezeichen mit, da er 2016 wegen Tommy-John-Surgery pausierte und 2017 nach einer dominanten ersten Saisionhälfte gegen Ende deutlich nachließ. Mein Tipp: Er lehnt das Qualifying Offer ab und verlängert für drei Jahre bei den Rockies.

  1. Jay Bruce, OF, Cleveland Indians

Bruce ist ein weiterer Spieler, der pünktlich zum Auslaufen seines Vertrages eine starke Saison hingelegt hat und nun auf einen Vertrag in der Größenordnung um 50 Millionen Dollar hoffen kann. Da Bruce während der Saison von den Mets zu den Indians getradet wurde, war ein Qualifying Offer nicht möglich. Das erleichtert einen erneuten Teamwechsel, weil ohne QO keine Draftpick-Kompensation für das abgebende Team anfällt. Mein Tipp: Er wird der Nachfolger von José Bautista bei den Blue Jays.

  1. Lance Lynn, SP, St. Louis Cardinals

Lynn kehrte 2017 erfolgreich von seiner Tommy-John-Surgery zurück und ist ein solider Innings-Eater, den man sich als Nummer zwei oder drei nahezu jeder MLB-Rotation vorstellen kann. Entsprechend groß wird die Nachfrage nach seinen Diensten sein und das Qualifying Offer der Cardinals kommt für ihn definitiv nicht infrage. Mein Tipp: Er geht nach Baltimore.

  1. Lorenzo Cain, OF, Kansas City Royals
  2. Alex Cobb, SP, Tampa Bay Rays
  3. Zack Cozart, SS, Cincinnati Reds
  4. Carlos Santana, 1B, Cleveland Indians
  5. Logan Morrison, 1B/OF, Tampa Bay Rays
  6. Addison Reed, RP, Boston Red Sox
  7. Todd Frazier, 3B, New York Yankees
  8. Jonathan Lucroy, C, Colorado Rockies
  9. Neil Walker, 2B, Milwaukee Brewers
  10. Brandon Morrow, RP, Los Angeles Dodgers

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