Januar 31st, 2019 by Silversurger

Bryce Harper, Manny Machado, J. T. Realmuto. Ich wollte die Namen nur mal wieder genannt haben, weil die ganze MLB-Offseason sich um sie zu drehen scheint. Das war auch diese Woche nicht anders, obwohl es in Bezug auf die Drei nichts wirklich Neues gibt: Favoriten sind nach wie vor die Phillies für Harper und die White Sox für Machado, während die Marlins für Realmuto offenbar nach wie vor Mondpreise verlangen, sodass auch mit den neuesten Interessenten – den Reds und den Padres – bisher noch keine Vereinbarung zu erzielen war. Ganz ereignislos war die Woche aber nicht. Hier sind die neuesten Entwicklungen aus der MLB sowie ein TV-Tipp von ganz woanders:

Dodgers holen A. J. Pollock
Der hochwertigste Free-Agent-Move der Woche ist leider so alt, wie er in diesem Artikel nur sein kann: Keine Stunde nach Veröffentlichung des letzten Grand Slam am Donnerstag wurde bekannt gegeben, dass Outfielder A. J. Pollock sich mit den Los Angeles Dodgers einig geworden ist. Pollock erhält einen Vierjahresvertrag über 50 Millionen Dollar sowie die Option, den Vertrag von seiner Seite aus um ein Jahr zu verlängern. Dafür würde er abhängig von seinen vorherigen Leistungen weitere 10 bis 20 Millionen erhalten. Pollock kann im Feld ruhigen Gewissens auf allen Outfield-Positionen eingesetzt werden und ist am Schlag eine verlässliche rechtshändige Ergänzung für das linkshänderlastigen Lineup der Dodgers. Dadurch, dass die Dodgers sich mit Pollock den zweitumworbensten Outfielder der diesjährigen Free Agency gesichert haben, dürfte es so gut wie sicher sein, dass sie sich nicht mehr am Ringen um die Dienste von Bryce Harper beteiligen.

Marco Estrada zu den Athletics
Die Oakland Athletics bauen weiter an ihrer Starting Rotation und haben nun nach Mike Fiers und Joakim Soria auch Marco Estrada verpflichtet. Der 35-Jährige hatte in Toronto zuletzt zwei eher schwache Jahre, doch die A’s hoffen, dass er nach überstandenen Rückenproblemen zu früheren Leistungen zurückfindet. Estrada erhält einen Einjahresvertrag über 4 Millionen Dollar.

Blue Jays verpflichten Freddy Galvis
Estradas früherer Klub, die Toronto Blue Jays, gönnt sich derweil einen neuen Shortstop. Freddy Galvis ist ein solider Feldspieler und ein eher unterdurchschnittlicher Batter, aber immerhin ein Muster an Durchhaltevermögen: Er hat als ein einziger MLB-Spieler sowohl 2017 (für die Phillies) als auch 2018 (für die Padres) alle 162 Spiele der jeweiligen Saison absolviert. Galvis erhält einen Einjahresvertrag, der ihm 5 Millionen Dollar garantiert und eine Kluboption für ein weiteres Jahr und 4,5 Millionen enthält.

Neil Walker wird ein Marlin
Die Miami Marlins versuchen auch 2019, mit möglichst geringen Gehaltszahlungen durch eine weitere Aufbausaison zu kommen. Aber den einen oder anderen erfahrenen Spieler braucht man dann doch auf dem Feld und mit Infielder Neil Walker dürfte man einen recht guten Deal gemacht haben. Der 33-jährige, zuletzt für die Yankees aktive Switch-Hitter unterschreibt für ein Jahr und 2 Millionen Dollar.

Diverse Reliever finden ein neues Zuhause
Besonders aktiv war diese Woche der Markt für Relief Pitcher. Die relevanteste Neuverpflichtung war Linkshänder Justin Wilson, der für 10 Millionen Dollar einen Zweijahresvertrag bei den New York Mets unterschrieben hat. Wilsons alter Klub, die Chicago Cubs, wurde sich derweil mit Brad Brach einig. Brach erhält 4,35 Millionen für ein Jahr, danach gibt es eine beidseitige Option, durch die der Vertag sich auf zwei Jahre und bis zu 9,5 Millionen erstrecken würde. Greg Holland geht zu den Diamondbacks und wird dort für ein Jahr leistungsabhängig 3,5 bis 7 Millionen bekommen. Oliver Perez bleibt bei den Cleveland Indians. Sein Vertrag bringt ihm 2,5 Millionen für ein Jahr und verlängert sich automatisch, wenn der 37-Jährige 2019 in mindestens 55 Spielen auftaucht. Für die Seattle Mariners wird Hunter Strickland vermutlich besonders motiviert auftreten, denn er kann das Volumen seines Vertrages leistungsabhängig von 1,3 Millionen auf 2,6 Millionen verdoppeln. Er käme damit in die Größenordnung des Grundgehalt von Shawn Kelley, welcher sich mit den Texas Rangers auf 2,5 Millionen für ein Jahr plus Option auf ein zweites Jahr geeinigt hat, ebenfalls mit leistungsbezogenen Bonusmöglichkeiten.

Royals verlängern mit Merrifield
Preisfrage: Welcher MLB-Spieler führte 2018 sowohl mit den meisten Hits (192) als auch mit den meisten Stolen Bases (45) die gesamte Liga an? Ganz ehrlich, ich wäre im Leben nicht darauf gekommen, dass es 2B Whit Merrifield von den Kansas City Royals war. Im Gegensatz zu mir scheinen die Royals sehr genau zu wissen, was sie an ihm haben, deshalb haben sie ihm eine Vertragsverlängerung bis 2023 zukommen lassen. Die Konditionen von 16,25 Millionen Dollar Garantiegehalt und bis zu 2 Millionen Leistungsboni für die vierjährige Laufzeit klingen geradezu unverschämt günstig. Das relativiert sich, wenn man berücksichtigt, dass der Spätentwickler Merrifield – er spielte seine erste volle MLB-Saison 2017 im Alter von 29 Jahren – ohnehin noch bis 2022 unter Teamkontrolle gewesen wäre und 2019 für das Mindestgehalt hätte spielen müssen. Der Vertrag verlängert diese Zeit somit nur um ein Jahr und gibt dem Spieler im Gegenzug eine ordentliche finanzielle Sicherheit.

Lovullo bleibt bis 2021 in Arizona
Auch die Arizona Diamondbacks und Torey Lovullo haben sich auf eine Verlängerung ihrer Zusammenarbeit geeinigt: Der Vertrag des Managers, der Ende 2019 ausgelaufen wäre, wird bis 2021 verlängert. Lovullo hatte die Diamondbacks in seinem ersten Jahr 2017 zu einer überraschenden Bilanz von 93-69 und in die Playoffs geführt. 2018 hatten sie eine schwächere, aber immer noch solide Saison mit 82 Siegen und 80 Niederlagen.

Lust auf auf Live-Baseball? 
Baseball live, am Februar-Wochenendmorgen gemütlich ans Bett serviert – gibt’s nicht? Gibt’s doch! In Australien steht die Serie um die Meisterschaft der ABL an und ABL.TV streamt die Best-of-3-Serie kostenlos in die ganze Welt. Die Kontrahenten sind die Brisbane Bandits und Perth Heat. Beide haben ihre Division gewonnen und sich im Playoff-Halbfinale verdient durchgesetzt.

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Februar 8th, 2018 by Silversurger

Die meisten Teams haben bereits ihre Spring-Training-Quartiere bezogen, nächste Woche geht es offiziell los mit der Vorbereitung auf die MLB-Saison 2018. Noch immer haben aber rund 120 eigentlich etablierte Spieler keinen Verein gefunden und es scheint auch niemand damit zu rechnen, dass sich das auf die Schnelle noch massiv ändert. Die Spielergewerkschaft MLBPA stellt sich jedenfalls bereits auf die besondere Situation ein, indem sie auf der Suche nach geeigneten Orten für ein eigenes Spring-Training-Camp der Free Agents ist.

Unter den Spielern regt sich Unzufriedenheit
Viele Spieler und deren Vertreter haben in den letzten Tagen ihren Ärger über die aus ihrer Sicht geizigen Klubs kundgetan. Noch sieht es nicht nach einem Arbeitskampf aus, aber es mehren sich die Anzeichen, dass bald vorgezogene Neuverhandlungen anstehen könnten. Das aktuelle Collective Bargaining Agreement (CBA), eine Art Rahmentarifvertrag zwischen der MLB und der MLBPA, wurde zwar erst vor einem Jahr neu unterzeichnet und gilt noch bis 2021. Die Spielerseite kommt aber zunehmend zu der Überzeugung, man sei mit dem Vertrag einen schlechten Deal eingegangen.

Ein Grund für die offenbar schwache Verhandlungsposition der Spieler dürfte sein, dass die Luxury-Tax-Regeln des neuen CBA die Klubs stärker zum Sparen anhalten als man vorher dachte. Selbst notorisch ausgabefreudige Franchises wie die Yankees oder die Dodgers bemühen sich, wenigstens in einzelnen Jahren unter die Schwellwerte der Luxussteuer zu rutschen. Denn bei dauerhafter Überschreitung drohen nicht mehr nur einfache Strafzahlungen sondern diese steigen mit jeder Wiederholung und gehen mit weiteren Nachteilen einher wie späteren Draftpicks oder reduzierten Budgets für internationale Spielerverpflichtungen.

In diesem Jahr scheint es den Vereinen auch deshalb leichter zu fallen, sich mit großzügigen Angeboten zurück zu halten, weil die Free-Agent-Klasse des nächsten Jahres deutlich hochkarätiger zu werden verspricht als die jetzige. Bryce Harper und Manny Machado sind dann zum Beispiel zu haben und möglicherweise auch Clayton Kershaw, der eine Opt-Out-Klausel im Vertrag hat. Selbst die reichen Teams müssen schon jetzt darauf achten, sich den Spielraum gegenüber ihrem Budget und der Luxussteuergrenze zu bewahren, wenn sie 2019 einen dieser Stars abgreifen möchten. Das kann durchaus dazu beitragen, sich dieses Jahr mit größeren Investitionen zurückzuhalten.

Andere Faktoren, über die sich zum Beispiel Spieleragent Scott Boras öffentlich beklagt hat, sind die zunehmenden Neigungen der Teams, sich von Spielern über 30 abzuwenden und stattdessen über längere Zeit Prospects zu tanken. Da mag er nicht ganz falsch liegen. Allerdings kann man wohl kaum dagegen streiken oder protestieren, dass die Teams dazulernen. Langjährige Verträge für Spieler, bei denen kaum absehbar ist, zu welchen Leistungen sie in der zweiten Hälfte des Kontrakts noch fähig sind, haben sich in den letzten Jahren allzu oft als schlechte Idee erwiesen. Und die geduldige Strategie eines Aufbaus durch selbst herangezogene Talente hat sich für Teams wie die Cubs und die Astros ganz offensichtlich bewährt und findet nun entsprechend viele Nachahmer.

Man darf jedenfalls schon jetzt gespannt sein auf die nächste Offseason, denn dann wird sich zeigen, ob sich der Trend zur Zurückhaltung der Klubs auf dem Free-Agent-Markt verfestigt oder ob sich dieses Jahr als ein durch das Aufeinandertreffen einiger Besonderheiten verursachter Ausreißer erweist.

Mets verpflichten Todd Frazier
Wenigstens ein relevanter Free Agent ist diese Woche bei einem Team untergekommen und zwar Third Baseman Todd Frazier bei den New York Mets. Die Verpflichtung passt in jeglicher Hinsicht: Frazier stammt aus New Jersey und war erklärtermaßen daran interessiert, nach seinem letztjährigen Engagement bei den Yankees weiterhin in Heimatnähe zu bleiben. Die Mets hatten dringenden Bedarf im Infield, da die Zukunft des seit zwei Jahren verletzten David Wright mehr als fragwürdig ist und die Allzweckwaffen Asdrubal Cabrera, Wilmer Flores und Jose Reyes auf der Position allesamt überfordert schienen. 2017 brachten die drei es zusammen auf üble -17 DRS auf 3B. Frazier war mit +10 DRS einer der Top-Fielder auf diesem Posten und bringt offensiv (.213/.344/.428) zusätzliche Power ins Lineup, die seinen schwachen Average aufwiegt. Frazier erhält einen Zweijahresvertrag über 17 Millionen Dollar.

Vor ein paar Wochen wäre ich nicht im Entferntesten auf die Idee gekommen, dass ich das ein paar Tage vor Beginn des Spring Trainings schreiben kann, aber es ist wahr: Die New York Mets sind eines der aktivsten Teams der Offseason. Das ist angsichts der sparsamen Eigentümer der Franchise eine echte Überraschung. General Manager Sandy Alderson ist es durch gezieltes und geduldiges Handeln gelungen, das Lineup mit verhältnismäßig wenig Geld zu ergänzen und zu verstärken – neben Frazier unterschrieben OF Jay Bruce für 39 Millionen (2 Jahre), IF Jose Reyes für 2,5 Millionen (1 Jahr) und 1B Adrian Gonzalez für 545.000 (1 Jahr). Zudem wurden Schwachstellen im Bullpen durch die Verpflichtung von Anthony Swarzak (14 Millionen, 2 Jahre) und den schon letztes Jahr eingefädelten Trade für A. J. Ramos beseitigt. Wenn jetzt noch ein solider Starter wie Lance Lynn oder Alex Cobb hinzukommt, bin ich von der Offseason der Mets aufrichtig begeistert.

Rangers sichern sich ab mit Colon
Minor-League-Signings lasse ich an dieser Stelle meistens unerwähnt, aber für ihn bin ich zu jeder Ausnahme bereit: Bartolo „Big Sexy“ Colon setzt seine Karriere fort. Der bald 45-jährige Akteur des legendärsten Homeruns aller Zeiten hat zwar kein Team gefunden, dass ihm einen MLB-Vertrag anbietet, aber er konnte einen ordentlichen Minor-League-Vertrag mit den Texas Rangers aushandeln. Colon hatte 2017 ein schwaches Jahr mit 6.48 ERA in 28 Starts für die Atlanta Braves und die Minnesota Twins. Dennoch kann er mit seiner Erfahrung und seinem Durchhaltevermögen sowohl als Mentor wie auch als Absicherung für den Fall von Verletzungen eine wertvolle Rolle spielen. Sein Engagement wird automatisch in einen Einjahresvertrag über 1,75 Millionen Dollar umgewandelt, wenn und sobald er in den 40-Mann-Kader der Rangers berufen wird.

Ein Quarterback für die Yankees
Es muss sehr an Yankees-GM Brian Cashman genagt haben, dass die Mets einen Heisman-Trophy-Gewinner in ihren Reihen haben und er nicht. Die Scharte ist nun ausgewetzt, denn in einem Trade mit den Texas Rangers haben die Yankees sich die Rechte an dem Superbowl-Champion und vierfachen Pro Bowler Russell Wilson gesichert. Warum verpflichtet ein Baseballteam einen Quarterback? Es ist im Endeffekt nicht mehr als ein Marketing-Gag, denn obwohl Wilson in seiner Collegezeit ein brauchbarer Second Baseman war und zwei Spielzeiten in der Organisation der Colorado Rockies verbrachte, strebt er nicht an, eine MLB-Karriere zu verfolgen. Also keine Angst, liebe Seahawks-Fans, Wilson wird weiterhin Football spielen. Seine Rolle bei den Yankees wird sich darauf beschränken, ein, zwei Tage im Spring Training mitzumachen und sich damit einen Kindheitstraum zu erfüllen.

Carlos Martinez unter Anklage
Unschöne Neuigkeiten von jenseits des Spielfelds gab es diese Woche über Pitcher Carlos Martinez von den St. Louis Cardinals. Gegen Martinez läuft ein Gerichtsverfahren, weil er am 4. Juli 2014 an einer gewalttätigen Auseinandersetzung beteiligt gewesen sein soll. Diese begann wohl in einem Strip-Club und eskalierte dann draußen in einer Schlägerei, bei der Martinez der Anklage zufolge gemeinsam mit anderen einen Mann attackierte. Das Opfer erlitt schwere Verletzungen, unter anderem eine Rückenfraktur, und klagt nun auf Entschädigungszahlungen. Mit einer Sperre durch die Liga ist nach derzeitigem Stand nicht zu rechnen: erstens weil es sich um einen Zivilprozess handelt, nicht um eine Strafanklage, zweitens weil das verschärfte Vorgehen der MLB gegenüber Vorfällen wie sexuelle Belästigung und häusliche Gewalt erst nach den hier betroffenen Ereignissen in Kraft getreten ist.

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