August 15th, 2019 by Silversurger

Wenn euer Team noch im Playoff-Rennen ist, beginnt spätestens jetzt mit nur noch rund 40 ausstehenden Spielen die heiße Phase der MLB-Saison. Sollte für eure Lieblinge das Jahr bereits gelaufen sein, gibt es ebenfalls einen Grund zur Freude: Seit ein paar Tagen steht der Spielplan für die nächste Saison, in der bestimmt alles besser wird. Am 26. März 2020 geht es los. Es wird das früheste Startdatum der MLB-Geschichte (abgesehen von vorgezogenen internationalen Spielen) und soll ein kompletter Spieltag sein, an dem alle 30 Teams aktiv sind – vorausgesetzt, das Wetter spielt mit. Weitere Highlights der kommenden Saison sind die Eröffnung eines neuen Stadions für die Rangers, Globe Life Field, am 31. März, eine Serie zwischen den Mets und den Marlins in Puerto Rico Ende April, ein Spiel der White Sox gegen die Yankees in direkter Nachbarschaft zum „Field of Dreams“ in Iowa am 13. August sowie zwei Partien zwischen den Cubs und den Cardinals im Juni in London.

American League
Die New York Yankees (81-41) machen genau so weiter wie in den letzten Wochen: mit Verletzungsmeldungen ohne Ende und mit einem Erfolg nach dem anderen. Vor allem ihrem Lieblingsgegner, den Baltimore Orioles (39-82), haben die Yankees gewaltig eingeschenkt mit einer Saisonbilanz von 17:2 Siegen und zuletzt 16 Erfolgen gegen die Orioles hintereinander. Zum Glück für Baltimore müssen sie dieses Jahr nicht mehr gegen die Yankees ran. In der American League East haben zwar die Tampa Bay Rays (71-51) ebenfalls eine starke Woche hinter sich, doch mit zehn Spielen Rückstand dürfte der erste Platz außer Reichweite sein. Apropos außer Reichweite: Auch zwei Siege gegen die Indians ändern für die Boston Red Sox (64-59) nichts daran, dass die Playoffs dieses Jahr mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ohne den Titelverteidiger stattfinden werden.

Auf die AL Central haben die beiden gerade erwähnten Erfolge der Red Sox gegen die Cleveland Indians (72-49) deutlich stärkere Auswirkungen. Durch sie haben nämlich die Indians den erst am vergangenen Wochenende von den Minnesota Twins (75-48) eroberten ersten Platz bereits wieder verloren. Die Twins liegen jetzt wieder hauchdünn vorne und die kurzfristigen Aussichten scheinen auch eher Minnesota zu begünstigen:  Während die Twins bei den Rangers und gegen die Chicago White Sox (54-65) antreten, müssen die Indians für sieben Tage nach New York – zuerst in die Bronx zu den Yankees, dann direkt weiter nach Queens zu den Mets.

In der AL West gibt es quasi seit Saisonbeginn keine Zweifel am ersten Platz der Houston Astros (78-43). Daran ändert sich auch dadurch nichts, dass sie diese Woche dreimal gegen Teams aus dem Keller – einmal gegen die Orioles, zweimal gegen die White Sox – verloren haben. Jetzt allerdings müssen die Astros nach Oakland zu einer 4-Spiele-Serie bei den Athletics (68-52) und dort sollten sie sich wieder gefangen haben, wenn sie es nicht doch noch mal spannend machen wollen. Ein Sweep durch die Athletics in dieser Serie würde sowohl in der Division alles möglich machen als auch die Ausgangsposition der A’s im Hinblick auf die Wild Cards deutlich stärken. Zurzeit sieht es für die Athletics an beiden Fronten eher schlecht aus: Sie liegen 9,5 Spiele hinter den Astros, zwei Spiele hinter dem Wild-Card-Platz und nach den Astros wartet mit den Yankees direkt das zweite Top-Team der AL auf sie.

National League
In der National League East hatten die Atlanta Braves (72-50) in den letzten vier Wochen eher durchwachsene Ergebnisse, doch zuletzt gab es mal wieder drei Siege in Folge, davon zwei gegen die aufstrebenden New York Mets (61-59). Der Lauf der Mets ist damit erstmal beendet, ihr Rückstand auf die Wild Cards liegt wieder bei drei Spielen. Inhaber der ersten Wild Card sind zurzeit die Washington Nationals (65-55), die sich mit einem Sweep über die Reds wieder etwas Luft verschafft haben. Ebenfalls im Wild-Card-Rennen aktiv sind die Philadelphia Phillies (62-58). Sie haben durch zwei Siege über die Cubs ihren Rückstand auf nur noch zwei Spiele reduziert.

Durch die Niederlagen gegen Philadelphia haben die Chicago Cubs (64-56) die Tabellenführung in der NL Central verloren. An ihrer Stelle stehen nach fünf Siegen in Folge die St. Louis Cardinals (63-55). Wenn es so weiter geht, werden die letzten zehn Tage der Saison Ende September ein furioses Hauen und Stechen, denn Chicago und St. Louis treffen dann noch siebenmal direkt aufeinander. Vielleicht sind dann die Milwaukee Brewers (63-58) der lachende Dritte. Sie segeln zurzeit im Windschatten der beiden anderen, nur eineinhalb Spiele von der Spitze entfernt trotz negativen Run-Differentials. Ein positives Run-Differential und dennoch keine Chance, noch etwas zu reißen, haben die Cincinnati Reds (56-63). Das Schlusslich bilden die Pittsburgh Pirates (50-70). Bei ihnen läuft seit dem All-Star-Break rein gar nichts mehr zusammen und zu allem Überfluss musste nun auch noch Starter Jameson Taillon eine Tommy-John-Surgery über sich ergehen lassen. Er fällt damit nicht nur für den Rest der laufenden, sondern wahrscheinlich auch für die komplette nächste Saison aus.

Von Woche zu Woche wird der Abstand zwischen den Los Angeles Dodgers (81-41) und dem Rest des Feldes in der NL West immer noch ein bisschen größer. 19,5 Spiele Vorsprung haben sie inzwischen auf die Arizona Diamondbacks (61-60), von ihren letzten zehn Spielen haben die Dodgers neun gewonnen. Spannung ist Fehlanzeige in dieser Division, zumal auch die Wild-Card-Aussichten der Diamondbacks oder der San Francisco Giants (60-61) angesichts der geballten Konkurrenz aus den anderen Divisionen nur noch minimal erscheinen. Über das Wochenende treffen die Diamondbacks und die Giants viermal direkt aufeinander – für beide ist diese Serie der letzte Strohhalm, bevor man die Saison so endgültig abhaken muss wie die San Diego Padres (56-64) und die Colorado Rockies (54-67) es längst getan haben.

Szene der Woche 
Drei Homeruns von einem Spieler in einem Spiel kommen deutlich häufiger vor als zum Beispiel ein Cycle, sind aber nüchtern betrachtet wertvoller. Für die Seattle Mariners hatte neun Jahre lang kein Spieler ein 3-Homerun-Game, bis am Dienstag Kyle Seager den Bann brach. Gelungen ist ihm das allerdings nur durch ein bisschen Hilfe des Outfields der Detroit Tigers. Seagers Flyball bei zwei Outs im neunten Inning
war eigentlich zu kurz und Centerfielder Niko Goodrum bereits mit dem Handschuh dran. Doch Leftfielder Brandon Dixon konnte nicht rechtzeitig bremsen, stieß mit Goodrum zusammen und dieser ließ vor Schreck den Ball über den Zaun springen. Da der Ball außer Goodrums Handschuh nichts berührt hatte – nicht den Boden, nicht den Zaun unterhalb der gelben Linie –, war es den Regeln nach ein astreiner Homerun.

Statistik der Woche 
80. So viele Siege haben dieses Jahr als erstes die Yankees und die Dodgers erreicht. In der MLB-Geschichte kam das bislang zweimal vor, 1947 und 1953. In beiden Jahren trafen sich diese beiden Teams letztlich in der World Series.

Spiel der Woche
Man hat ja meistens nicht viel zu lachen als Fan der Mets, aber während der Aufholjagd der letzten Wochen machte das Team endlich mal wieder richtig Spaß. Das merkte man spürbar an der Zahl und an den Reaktionen der Zuschauer in der wichtigen Serie gegen die Nationals am vergangenen Wochenende. In allen drei Partien herrschte regelrechte Playoff-Atmosphäre, wobei der Höhepunkt gleich im ersten Spiel erreicht wurde: Einen 3:6-Rückstand im neunten Inning konnten die Mets zunächst durch Todd Fraziers gewaltigen 3-Run-Homerun ausgleichen und wenig später per Walkoff-Single von Michael Conforto endgültig zum Triumph drehen. Rookie-of-the-Year-Kandidat Pete Alonso war von dem epischen Comeback so begeistert, dass er Conforto die Kleider vom Leib riss…

Mein Einschalttipp
Gipfeltreffen in der NL: Am Wochenende empfängt das zweitbeste Team der bisherigen Saison, die Atlanta Braves, das beste, die Los Angeles Dodgers, zu einer 3-Spiele-Serie. Je nach Schlafgewohnheiten und Medienzugang habe ich unterschiedliche Empfehlungen: DAZN überträgt Freitagnacht ab 1:20 Uhr die erste Partie der Serie. Die Starter werden voraussichtlich Kenta Maeda (4.12 ERA, 4.09 FIP) für die Dodgers und Mike Soroka (2.32 ERA, 3.18 FIP) für Atlanta sein. Am Sonntag um 19:20 Uhr, allerdings nur auf mlb.tv, kann man das Serienfinale zwischen Neuling Dustin May (2.65 ERA, 2.74 FIP) und Max Fried (3.99 ERA, 3.76 FIP) sehen.

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August 8th, 2019 by Silversurger

New York, New York – so lassen sich die auffälligsten Entwicklungen der vergangenen ein, zwei MLB-Wochen in aller Knappheit beschreiben. Die längst totgesagten Mets haben 13 ihrer letzten 14 Spiele gewonnen, stehen plötzlich bei einer positiven Bilanz und mitten im Rennen um eine Wild Card. Die Yankees sind noch einen Schritt weiter: Nach 8 Siegen hintereinander sind sie dabei, sämtliche Konkurrenten in der AL East und damit den Gedanken, das man eine Wild Card brauchen könnte, von sich abzuschütteln. Neben den Houston Astros in der AL West und den Los Angeles Dodgers in der NL West sind die Yankees das dritte MLB-Team, das mit einem zweistelligen Vorsprung den Divisionssieg so gut wie sicher hat.

National League
Die New York Mets (59-56) sind zurzeit das große Thema in der National League East und das völlig zurecht. Dennoch sollte man nicht übersehen, dass sie nach wie vor nur Vierter und ihre wiederbelebten Playoff-Chancen immer noch die eines Außenseiters sind. Die Atlanta Braves (68-48) führen die Division an mit recht komfortablem Vorsprung auf die Washington Nationals (61-53). Beide – zuerst Washington, dann Atlanta – müssen in den nächsten Tagen gegen die Mets antreten. Das wird somit eine extrem interessante und richtungsweisende Woche für die NL East, in der wir auch die Philadelphia Phillies (59-55) nicht vergessen dürfen. Für sie lief es mit verlorenen Serien gegen die White Sox und in Arizona zuletzt nicht gut, aber die ebenfalls angeschlagenen Giants könnten sich als willkommener Aufbaugegner für das Wochenende erweisen.

Die NL Central war dieses Jahr lange äußerst spannend mit einem Dreikampf an der Spitze und zwei weiteren Teams, die ebenfalls nicht weit abgeschlagen waren. Langsam, aber sicher scheint sich nun die Spreu vom Weizen zu trennen. Am Tabellenende erleben die Pittsburgh Pirates (48-66) mit nur 4 Siegen aus 25 Spielen seit dem All-Star-Break eine extrem frustrierende Phase. Bei inzwischen 14 Spielen Rückstand auf die Spitze und 11 auf die Wild Card haben sie sich endgültig aus dem Playoff-Rennen verabschiedet. Auch an der Spitze der Division hat sich das Bild etwas entzerrt, indem die Chicago Cubs (62-52) sich von den Verfolgern Milwaukee Brewers (60-56) und St. Louis Cardinals (58-55) etwas abgesetzt haben. Die Brewers wurden am Wochenende von Chicago im direkten Vergleich gesweept, die Cardinals müssen einen misslungenen Auswärtstrip wegstecken, auf dem sie in Oakland und bei den Dodgers alle fünf Spiele verloren. Die Cincinnati Reds (54-58) sind trotz eines erstaunlich guten Run Differentials von +37 ein Stück zurück und stehen vor einer interessanten Serie: In vier Heimspielen gegen die Cubs können die Reds den Glauben an die große Überraschung entweder neu erwecken oder endgültig begraben.

Ob in der NL West dieses Jahr mit irgendwelchen Überraschungen zu rechnen ist, scheint mir sehr fraglich. Der Divisionssieg ist den Los Angeles Dodgers (77-40) gefühlt schon seit Mai sicher. Im Rest des Feldes hatten sich rund um den All-Star-Break die San Francisco Giants (56-59) in Stellung gebracht, selbiges von hinten aufzurollen, doch nach sechs Niederlagen in den letzten sieben Spielen sind die Träume vom epischen Comeback schon wieder ausgeträumt. Die San Diego Padres (52-61) und die Colorado Rockies (52-62) sind noch deutlicher aus dem Rennen, sodass die Arizona Diamondbacks (58-57) die einzige ernsthafte Hoffnung darstellen, eine Wild Card in die NL West zu holen. Angesichts der großen Konkurrenz aus den anderen Divsionen und nachdem die Diamondbacks zur Trade-Deadline mit Zack Greinke ihren besten Starter abgegeben haben, tippe ich eher darauf, dass sie leer ausgehen.

American League
Wie eingangs erwähnt scheint das lange spannende Rennen um die American League East inzwischen entschieden. Trotz ständiger Verletzungssorgen und einer bestenfalls durchschnittlichen Starting Rotation finden die New York Yankees (75-39) immer wieder Mittel und Wege, ihre Spiele zu gewinnen. Zuletzt waren es Sweeps gegen die Boston Red Sox (60-56) und die Baltimore Orioles (38-76). Angesichts anstehender Serien gegen die Toronto Blue Jays (47-70) und dann erneut gegen die Orioles sieht es ganz danach aus, dass die Yankees vor einer weiteren Woche mit vielen Siegen stehen. Für die Tampa Bay Rays (66-50), inzwischen 10 Spiele hinter den Yankees, wird realistisch betrachtet nur noch der Wild-Card-Weg in die Playoffs führen. Dieser Weg steht auch den Red Sox noch offen, doch aufeinanderfolgende Sweeps erst durch die Rays und dann durch die Yankees waren ein herber Rückschlag für den Titelverteidiger.

In der AL Central steht die vielleicht aufregendste Serie der bisherigen Saison an: Die Minnesota Twins (70-44) haben nur noch zwei Spiele Vorsprung vor den Cleveland Indians (68-46) und empfangen den direkten Konkurrenten am Wochenende für vier Partien (siehe „Einschalttipp“). Vor gut zwei Monaten, am 3. Juni, lagen die Indians noch 11,5 Spiele hinter den Twins. Seitdem haben sie in den letzten 55 Spielen eine Bilanz von 39-16 eingefahren und mit einem erfolgreichen Wochenende könnten sie die Aufholjagd zum Höhepunkt führen. Entschieden wird natürlich noch lange nichts: Bis zum Ende der Saison sind es für beide Teams noch 48 Spiele, 10 davon gegeneinander.

Die Houston Astros (75-40) sind ein sehr gutes Baseballteam (siehe auch „Spiel der Woche“), das die AL West gewinnen wird. Das dürfte ebenso sicher sein wie dass die Texas Rangers (58-56), die Los Angeles Angels (56-59) und die Seattle Mariners (48-68) nichts mit den Playoffs zu tun haben werden. Schade, dass in dieser Division schon so früh so wenig Spannung übrig ist. Und gut, dass es wenigstens die Oakland Athletics (65-50) gibt, die im Wild-Card-Rennen voll dabei sind. Nicht mehr dabei ist für den Rest der Saison übrigens Mariners-Infielder Tim Beckham. Der 29-Jährige wurde bei einem Dopingtest der verbotenen Substanz Stanozolol überführt und mit der für Ersttäter üblichen Sperre von 80 Spielen belegt. 32 dieser Spiele fallen in die kommende Saison, für die Beckham bislang noch keinen Vertrag hat.

Szene der Woche
Den Anblick von pitchenden Positionsspielern ist man ja fast schon gewohnt – sie kommen zum Einsatz, wenn ein Spiel vorzeitig entschieden ist oder so tief in Extra-Innings reicht, dass die regulären Relief-Pitcher verbraucht sind und eine Notlösung her muss. Am Freitag gab es im Spiel der Philadelphia Phillies gegen die Chicago White Sox eine noch interessantere Konstellation: In der unteren Hälfte des 13. Innings brachte Phillies-Manager Gabe Kapler für Pitcher Zach Eflin als Pinch-Runner einen anderen Pitcher, Vince Velasquez. Als das Spiel ins 14. Inning ging, ließ Kapler Velasquez im Spiel – allerdings nicht als Pitcher, sondern im Leftfield. Derweil wurde Outfielder Roman Quinn zum Pitchen auf den Mound geschickt. Das war zwar irgendwie seltsam, aber Velasquez machte auf der ungewohnten Position einen überragenden Job und rettete sein Team vor einem sicheren Rückstand:

Der Ausflug ins Outfield war für Velasquez damit noch nicht beendet. Er kehrte im folgenden Inning zurück auf den Posten, verpasste zunächst nur knapp das Out in einer ähnlichen Szene wie der vorherigen und beendete schließlich das Inning mit einem Catch, der eines Gold Glovers würdig gewesen wäre:

Statistik der Woche 
52. So viele Homeruns haben die New York Yankees dieses Jahr gegen die Baltimore Orioles geschlagen. Das sind mehr Homeruns als jemals ein Team in einer Saison gegen einen einzelnen Gegner erzielt hat. Bisheriger Rekordhalter waren die Yankees selbst mit 48 Homeruns gegen die Kansas City Athletics im Jahr 1956. Was die Sache noch ein Stück beeindruckender macht: Die Yankees spielen dieses Jahr – genauer gesagt nächste Woche – noch viermal gegen die Orioles, da ist also noch einiges drin.

Spiel der Woche
Als die Houston Astros sich letzte Woche zur Trade-Deadline zwei neue Starter gönnten, redeten alle von Zack Greinke, aber fast niemand von Aaron Sanchez. Logisch, denn im Gegensatz zu dem anerkannten Ass Greinke kam Sanchez als eher fragwürdiger Ergänzungsspieler, der es in Toronto dieses Jahr auf einen schwachen ERA von 6.07 gebracht hatte. Von Sanchez‘ erstem Spiel für die Astros werden sie aber noch eine ganze Weile reden. Sechs Innings lang hielt er die Seattle Mariners ohne einen einzigen Hit, anschließend brachten die Reliever Will Harris, Joe Biagini und Chris Devenski den kombinierten No-Hitter zum 9:0-Erfolg über die Mariners nach Hause.

Mein Einschalttipp
Meine Einschaltempfehlung geht diese Woche ganz klar an das Gipfeltreffen der AL Central zwischen den Minnesota Twins und den Cleveland Indians. Von Donnerstag bis Sonntag absolvieren die beiden Kontrahenten vier Spiele gegeneinander. Das Finale der Serie läuft am Sonntag direkt nach der Tagesschau, wenn auch leider nicht im deutschen Fernsehen, sondern nur auf mlb.tv. Das Pitching-Matchup stellen voraussichtlich Rookie Aaron Civale (0.75 ERA, 2.05 FIP) für Cleveland und José Berrios (3.24 ERA, 3.76 FIP) für Minnesota.

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Juli 25th, 2019 by Silversurger

Für die MLB-Teams, die mit den Playoffs nichts zu tun haben, wird es diese Woche zum letzten Mal in dieser Saison richtig spannend, wenngleich nur jenseits des Platzes: Die Trade-Deadline steht an und somit die Chance, den einen oder anderen Spieler mit auslaufendem Vertrag an konkurrenzfähige Teams abzugeben und im Gegenzug möglichst vielversprechende Nachwuchstalente zu erhalten. Nach einer Regeländerung gilt die Deadline am 31. Juli dieses Jahr erstmals ohne Wenn und Aber. Während früher anschließend noch einen weiteren Monat lang die Möglichkeit bestand, über formale Umwege Trades einzufädeln, ist nun klar, dass es nach dem 31. Juli keine Wechsel mit Auswirkung auf die laufende MLB-Saison mehr geben wird. In der American League ist für die meisten Teams klar absehbar, ob sie zur Deadline als „Buyer“ oder „Seller“ auf dem Plan stehen, denn die Karten im Hinblick auf die Playoffs sind schon relativ eindeutig verteilt. In der National League ist das Bild weniger klar, da sich 14 von 15 Teams zumindest noch Außenseiterchancen auf die Postseason ausrechnen können.

National League
In der National League East sind mindestens drei Teams als potenzielle Käufer einzustufen. Die Atlanta Braves (60-43) haben keine offensichtlichen Lücken im Kader, scheinen aber auch nicht abgeneigt, noch einen Top-Spieler an Land zu holen. Ein Starting Pitcher dürfte das wahrscheinlichste Ziel sein. Auf dem Pitching-Markt werden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch die Washington Nationals (55-46) tätig werden, um mit ein, zwei neuen Relievern ihre Schwachstelle anzugehen. Die Philadelphia Phillies (54-48) hatten bereits eine sehr aktive Offseason und werden ihren Trend zum Aufrüsten fortsetzen. Auf ihrer Wunschliste stehen vor allem Spieler, die noch ein, zwei Jahre Vertragsdauer mitbringen und nicht nur die wenigen Monate bis Saisonende. Die New York Mets (46-55) sind zwar noch nicht endgültig aus dem Rennen, aber sie werden wohl realistisch genug sein, dieses Jahr abzuhaken und zu schauen, ob und wie sich die auslaufenden Verträge von Zack Wheeler, Todd Frazier und Jason Vargas versilbern lassen. Auch um Noah Syndergaard, der noch bis 2022 an den Klub gebunden ist, gibt es immer wieder Gerüchte. Der Preis für ihn dürfte allerdings hoch sein – während der für Wheeler durch dessen aktuelle Verletzung vermutlich deutlich gefallen ist. Die Miami Marlins (38-62) sind der eindeutigste Seller der NL. Veteranen wie Curtis Granderson, Neil Walker und Sergio Romo können Gegenwerte bringen, die das Rebuilding der Marlins voranbringen.

Die NL Central ist weit offen, daher wird hier wohl kein Team nennenswert als Seller auftreten. Die Chicago Cubs (55-47), die St. Louis Cardinals (54-47) und die Milwaukee Brewers (54-50) sind allesamt auf der Suche nach Relievern. Die Brewers hätten zudem nach der Verletzung von Brandon Woodruff gern einen weiteren Starter, während die Cubs nach einem guten rechtshändigen Batter Ausschau halten. Die Cincinnati Reds (46-54) und die Pittsburgh Pirates (46-55) befinden sich in uneindeutigen Situationen – nicht direkt im Playoffrennen, aber auch nicht abgeschlagen genug, um aufzugeben. In ihrer Situation ist damit zu rechnen, dass sie zur Trade-Deadline weder in die eine noch in die andere Richtung sonderlich aktiv werden.

Die Los Angeles Dodgers (67-37) gewinnen die NL West locker ohne weitere Verstärkungen, aber wie in den vergangenen Jahren werden sie auch dieses Mal versuchen, das eine oder andere Puzzlestück im Hinblick auf das große Ziel eines World-Series-Gewinns hinzuzufügen. Der Schwerpunkt dürfte klar auf Hilfe für den Bullpen liegen. Die restlichen Teams der Division können allesamt noch auf eine Wild Card spekulieren. Die Arizona Diamondbacks (52-51), die ohnehin bereits ein halbes Rebuilding-Projekt darstellen, könnten sich entscheiden, Leute wie Adam Jones und Zack Greinke auf den Markt zu werfen. Greinke steht noch bis 2021 unter Vertrag, ist mit 80 Millionen Dollar an garantiertem Gehalt aber auch extrem teuer. Die Colorado Rockies (47-55) und die San Francisco Giants (52-51) sehe ich als Kandidaten für eine eher untätige Herangehensweise an die Deadline. Das ist in beiden Fällen eine erstaunliche Entwicklung. Die Rockies sahen vor der Saison nach sicheren Contendern aus, konnten die Erwartungen aber bisher nicht erfüllen. Umgekehrt sind die Giants erst in den letzten paar Wochen quasi aus dem Nichts empor gekommen und plötzlich sieht es so aus, dass einst heiße Trade-Kandidaten wie Madison Bumgarner, Will Smith oder Sam Dyson womöglich gar nicht zum Verkauf stehen. Für die San Diego Padres (48-53) ist ebenfalls unklar, ob sie eher kaufen oder verkaufen wollen. Gebrauchen könnten sie einen Starter, idealerweise mit etwas längerem Vertrag als nur bis Saisonende. Guten Gegenwert würden sie für ihren Closer Kirby Yates erzielen.

American League
Die New York Yankees (66-35) gehören zu den klaren Favoriten, einen der verfügbaren Top-Starter zu akquirieren – jemanden wie Zack Wheeler, Mike Minor oder Marcus Stroman. Genau wie die Yankees haben auch die Tampa Bay Rays (58-47) genug Tradematerial in der Farm, um sich ordentlich zu verstärken. Sie dürften vor allem an einem rechtshändigen Batter interessiert sein, aber auch ein starker Reliever würde ihnen weiterhelfen. Die Boston Red Sox (56-47) befinden sich zurzeit im Niemandsland der American League East und sind auch von der Wild Card ein Stück entfernt. Die Ergebnisse der nächsten Tage werden ihre Herangehensweise an die Deadline beeinflussen. Wenn sie sich zum Aufrüsten entscheiden, dürfte ihr Fokus auf Hilfe für den Bullpen liegen, nachdem sie die Rotation bereits vor knapp zwei Wochen durch Andrew Cashner ergänzt haben. Die Toronto Blue Jays (39-65) sind gut bestückt mit dem, was viele suchen: Ihre Reliever Daniel Hudson und Ken Giles sowie Starter Marcus Stroman dürften zu den begehrtesten Trade-Chips der Liga gehören. Auch die Baltimore Orioles (32-69) sind klar in der Situation eines Sellers. Mindestens Closer Mychal Givens und Infielder Jonathan Villar werden in den nächsten Tagen gegen Talente eingetauscht werden.

Die Minnesota Twins (61-40) könnten einen Top-Starter sowie einen verlässlichen Reliever gebrauchen. Das ist allerdings das gleiche, was sehr viele suchen und man darf bezweifeln, ob die Twins zum Zahlen hoher Preise in Form guter und/oder zahlreicher Talente bereit sind. Ihr einziger Konkurrent in der AL Central, die Cleveland Indians (59-42), wird voraussichtlich wenige bis keine Trade-Aktivitäten entfalten. Die Gerüchteküche in Cleveland drehte sich in den letzten Wochen weniger um Verstärkungen als darum, ob man Starter Trevor Bauer auf den Markt wirft. Nachdem die Indians sich sowohl in der Division als auch im Wild-Card-Rennen eine stark verbesserte Position erarbeitet haben, dürfte das aber vorerst vom Tisch sein. Die Chicago White Sox (45-54) haben im Zuge ihres Neuaufbaus in den letzten Jahren ein Team mit jungen Spielern und langfristigen Verträgen zusammengestellt und werden ebenfalls wenig Interesse an Trades haben. Ein Wechselkandidat könnte allenfalls noch Veteran José Abreu sein, doch sowohl der Klub als auch der Spieler haben signalisiert, über den auslaufenden Vertrag hinaus miteinander arbeiten zu wollen. Die Kansas City Royals (39-64) werden sicher schon einige Angebote für Infielder Whit Merrifield prüfen. Zudem stehen Outfielder Billy Hamilton sowie die Reliever Jake Diekman, Wily Peralta und Ian Kennedy im Schaufenster. Auch bei den Detroit Tigers (30-67) können verstärkungswillige Teams fündig werden: Outfielder Nicholas Castellanos und Closer Shane Green werden in einer Woche wahrscheinlich einen neuen Arbeitgeber haben.

Die Houston Astros (66-38) schwimmen mit in dem Trend, in erster Linie nach Pitching Ausschau zu halten. Mindestens ein weiterer Starter soll her, vielleicht auch zwei angesichts der Verletzungsmisere in Houstons Rotation, dazu gerne ein Linkshänder für den Bullpen. Die Hauptkonkurrenten in der AL West, die Oakland Athletics (58-45), sind bereits einen Schritt weiter, denn sie haben schon Starting Pitcher Homer Bailey von den Royals an Land gezogen. Auch die A’s sind aber weiterhin an Pitchern interessiert, genauso wie die Los Angeles Angels (54-49), die vor wenigen Wochen noch nach Sellern aussahen, aber nun so gut dastehen, dass sie wohl kaufen werden. Trotz der jüngsten Erfolge sind die Schwächen in der Rotation schon länger unübersehbar, und durch den Tod von Tyler Skaggs und die Entlassung von Matt Harvey sind sie noch akuter geworden. Die Texas Rangers (51-51) befinden sich seit dem All-Star-Break im freien Fall und werden wohl als Seller auftreten. Starting Pitcher Mike Minor, Outfielder Hunter Pence und Reliever Chris Martin könnten interessante Optionen für andere Teams sein. Auf gar keinen Fall wird die Deadline verstreichen, ohne dass der tradefreudigste General Manager der Liga, Jerry Dipoto von den Seattle Mariners (42-63), aktiv geworden ist. Sicher vor einem Trade ist unter Dipoto niemand, als wahrscheinlichste Kandidaten für einen Arbeitsplatzwechsel gelten Starter Mike Leake und – trotz aktueller Verletzung – Second Baseman Dee Gordon.

Szene der Woche 
Auf dem Feld gab es in den letzten Tagen ein Triple-Play der Twins, einen Cycle von Trea Turner und Spiele von Robinson Cano sowie von Paul DeJong mit jeweils 4 Hits und 3 Homeruns. Meine Szene der Woche war aber die Aufnahmezeremonie der Baseball Hall of Fame. Mariano Rivera als erster einstimmig Gewählter aller Zeiten, zudem Roy Halladay, Edgar Martinez, Mike Mussina, Harold Baines und Lee Smith empfingen die ehrenvolle Aufnahme in den Kreis der Besten ihres Sports. Für den 2017 bei einem Flugzeugabsturz gestorbenen Halladay nahm seine Witwe Brandy an der Ehrung teil. Wenn ihr an einer etwas ausführlicheren Vorstellung der Hall-of-Fame-Klasse 2019 interessiert seid, werft doch mal einen Blick auf den Artikel, den ich früher im Jahr dazu geschrieben habe.

Statistik der Woche 
11. Am Jahrestag der Mond-Mission Apollo 11 haben die Astros 11 Runs gegen die Athletics erzielt und 11:1 gewonnen. Der 11. Run wurde mit dem 11. Hit der Astros durch den 11. Batter erzielt, den sie im dritten Inning an den Schlag brachten. Rookie-Phänomen Yordan Alvarez trug seinen Teil bei, unter anderem mit dem 11. Homerun seiner jungen Karriere. Starter Gerrit Cole warf 11 Strikeouts auf dem Weg zu seinem 11. Win des Jahres.

Spiel der Woche
Die New York Yankees und die Minnesota Twins sind zwei Schwergewichte der American League. Der Fight, den sie sich Dienstagnacht lieferten, war diesem Status mehr als würdig. Wie zwei Schwergewichtsboxer hauten sie sich in den späten Innings der Partie die scheinbar entscheidenden Schläge um die Ohren, immer wieder rappelte der Gegner sich hoch und schlug zurück. Aaron Hicks, Didi Gregorius, Miguel Sano und Gleyber Torres ließen sich allesamt zu früh für den vermeintlichen Knockout feiern, bevor es am Ende dann doch wieder Hicks war, der den Schlusspunkt setzte – nicht mit einem Schlag, sondern mit einem spektakulären Catch, der gegen den Flyball von Max Kepler im zehnten Inning bei zwei Outs und geladenen Bases ein neuerliches Comeback der Twins verhinderte und den 14:12-Erfolg der Yankees besiegelte.

Mein Einschalttipp
Da dieser Grand Slam am Donnerstag im Zeichen der Trade-Deadline steht, habe ich auch einen dazu passenden Einschalttipp: Die San Diego Padres treffen am Wochenende dreimal auf die San Francisco Giants. Für beide Klubs können der Verlauf und der Ausgang dieser Serie die Richtung weisen, wie sie an die Deadline herangehen. In der Partie am Sonntag treffen als Starting Pitcher voraussichtlich Chris Paddack (2.84 ERA, 4.02 FIP) für die Padres und Madison Bumgarner (3.66 ERA, 3.62 FIP) für die Giants aufeinander. Für Bumgarner geht es buchstäblich um seinen Job, denn sein Vertrag läuft zum Saisonende aus, und falls die Giants sich zum Verkaufen entschließen, wird er wohl der wahrscheinlichste Trade-Kandidat seines Klubs sein. Das Spiel läuft ab 22:10 Uhr mitteleuropäischer Zeit auf mlb.tv.

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Juli 4th, 2019 by Silversurger

Noch vier Tage MLB-Baseball, dann haben die meisten Spieler erstmal Pause. Das All-Star-Game steht an –  das unwichtigste Spiel des Jahres, was das Ergebnis angeht, und gleichzeitig eines der wichtigsten hinsichtlich der Frage, ob man dabei ist oder nicht. Die vollständigen Kader findet ihr hier. Der heißeste Tipp für die World Series zur (etwas mehr als) Halbzeit sind in der NL eindeutig die Los Angeles Dodgers. Sie sind laut Fangraphs auf Kurs für 103 Siege in der regulären Saison und haben eine knapp 20-prozentige Chance, den Titel zu gewinnen. Noch etwas höher stuft Fangraphs die Chancen der Houston Astros ein – obwohl diese in der AL angesichts von Konkurrenten wie den Yankees und den Twins längst nicht so souverän vorne liegen wie die Dodgers in der NL.

American League
Die New York Yankees (55-29) sind das einzige Team der MLB, das jemals ein Spiel auf europäischem Boden gewonnen hat. Das können sie nun ein Jahr lang von sich behaupten, nachdem sie am letzten Wochenende die 2-Spiele-Serie gegen die Boston Red Sox (45-41) gesweept haben (siehe „Spiel der Woche“). Dass die Yankees als Spitzenreiter der American League East in den All-Star-Break gehen, steht bereits fest. Allerdings stehen vor der Pause noch vier Spiele gegen den direkten Verfolger, die Tampa Bay Rays (50-37), an. Die Rays hatten in dieser Saison bislang große Probleme mit den Yankees, sahen gegen kein Team so schlecht aus wie gegen sie. Wenn sich das ändern soll, wäre dieses Wochenende ein guter Zeitpunkt dafür.

Auch für die Minnesota Twins (54-31) steht fest, dass sie in der AL Central den All-Star-Break an der Spitze überdauern werden. Sie saßen aber in diesem Jahr durchaus schon mal fester im Sattel. Zuletzt setzte es ein paar nicht eingeplante Niederlagen – in zwei von drei Spielen gegen die Chicago White Sox (41-42) und in einem von bisher zwei Spielen gegen die Athletics –, während gleichzeitig die Cleveland Indians (47-38) ihren Aufwärtstrend der letzten Wochen fortsetzen. Vor einem Monat lagen sie noch bei einer negativen Bilanz, inzwischen stehen sie neun Siege über .500 und wenn die Saison nun vorüber wäre, hätten sie einen Wild-Card-Platz erobert. In einem solchen Lauf steckt man auch mal zwei 0:13-Niederlagen vom letzten Wochenende gegen die Orioles ungerührt weg. Die drei Spiele seitdem haben die Indians alle gewonnen, heute Abend setzen sie zum Sweep gegen die Kansas City Royals (29-58) an.

Die Houston Astros (55-32) haben ihren Durchhänger offensichtlich überwunden: Fünf Siege in Folge stehen aus den letzten Tagen zu Buche, drei gegen Seattle und zwei in Colorado. Zum Abschluss des ersten Saisonabschnitts steht nun noch eine 3-Spiele-Serie gegen die Los Angeles Angels (44-43) an. Die Angels sind zurzeit schwer einzuschätzen. Drei Niederlagen gegen die Oakland Athletics (47-40) schienen letztes Wochenende ihre Wild-Card-Hoffnungen auf ein Minimum zu reduzieren. Es folgten der tragische Tod von Tyler Skaggs und zwei Siege in den emotionalen Spielen bei den Texas Rangers (46-40). Für kein Team kommt die anstehende Pause wohl gelegener als für die Angels, die erst mal die Trauer bewältigen und sich dann darüber klar werden müssen, welche Ambitionen sie dieses Jahr noch verfolgen möchten.

National League
Die Ambitionen der Atlanta Braves (51-36) sind klar, sie wollen zum zweiten Mal in Folge die National League East gewinnen. Auf dieses Ziel können sie in den verbleibenden Spielen bis zur Pause noch ein großes Stück zugehen. Zunächst steht heute Abend das Rubber-Game der Serie gegen Verfolger Philadelphia Phillies (45-41) an. Anschließend geht es noch dreimal gegen die Miami Marlins (32-52), das mit Abstand schwächste Team der NL. Die Phillies müssen derweil bei den New York Mets (39-48) antreten. Die Mets sind so gut wie raus aus dem Rennen um die Playoff-Plätze, aber die Spiele gegen die Phillies können trotzdem entscheidend sein – entscheidend dafür, ob Manager Mickey Callaway seinen Job behält oder ob in der Pause ein Nachfolger installiert wird. Wie schnell im Baseball aus einem Totgesagten wieder ein Contender werden kann, beweisen unterdessen die Washington Nationals (44-41). 12 Siege aus den letzten 15 Spielen haben sowohl den Record als auch das Run Differential in den positiven Bereich gedreht und die Nationals auf einen Wild-Card-Platz befördert.

In der NL Central setzt sich die Entwicklung fort, die ich letzte Woche schon beschrieben hatte: Man wird den Eindruck nicht los, dass niemand diese Division gewinnen will. Momentan sind mal wieder die Milwaukee Brewers (46-41) vorn, obwohl sie in den letzten drei Wochen nur eine einzige Serie gewonnen haben. Das ist immerhin eine mehr als ihr Konkurrent, die Chicago Cubs (45-42). Die St. Louis Cardinals (42-42) konnten daraus keinen Nutzen ziehen, nach sechs Niederlagen aus den letzten acht Spielen pendeln sie träge um eine ausgeglichen Bilanz herum. Von einer solchen waren die Pittsburgh Pirates (42-43) lange weit entfernt. Aber in den letzten Wochen waren sie das erfolgreichste Team der Division und heute Abend können sie den 4-Spiele-Sweep gegen die Cubs und damit gleichzeitig die Rückkehr zum .500-Record perfekt machen. Und weil es langweilig wäre, nur das eine der beiden vermeintlichen Spitzenteams zu ärgern, spielen die Pirates am Wochenende auch eine Serie gegen die Brewers.

Apropos langweilig: Kommen wir zur NL West. Man kann es den Los Angeles Dodgers (59-29) kaum zum Vorwurf machen, dass sie um den Divisionssieg keinerlei Spannung aufkommen lassen. In den letzten zwölf Spielen sind die Dodgers ausnahmslos gegen ihre direkten Konkurrenten, die Colorado Rockies (44-42) und die Arizona Diamondbacks (43-45) angetreten. Sie haben acht davon gewonnen, was ziemlich genau der üblichen Quote der Dodgers in dieser Saison entspricht. Zum Abschluss des ersten Saisonteils müssen heute und an den kommenden drei Tagen auch die San Diego Padres (42-44) noch mal beim Überteam der NL antreten. Die Padres haben sich übrigens gerade von den San Francisco Giants (39-47) sweepen lassen und müssen angesichts der anstehenden Aufgabe fürchten, kurz vor der Pause den Anschluss im Wild-Card-Rennen zu verlieren.

Szene der Woche
Meine Szene der Woche ist das Immaculate Inning von Stephen Strasburg. „Immaculate“, also makellos, ist ein Inning dann, wenn der Pitcher alle drei Batter, die ihm gegenüber treten, per Strikeout wegschickt und zwar mit der niedrigstmöglichen Anzahl von Pitches: 9. In den meisten Jahren kommt nicht mehr als eine Handvoll solcher Innings in der MLB vor. Strasburg gelang das Kunststück gestern im vierten Inning gegen die Marlins:

Statistik der Woche 
1.142. So viele Homeruns wurden im Juni dieses Jahres geschlagen und damit so viele wie in keinem Monat der MLB-Geschichte zuvor. Wenn euch diese Meldung bekannt vorkommt, dann ist das kein Wunder: Der „alte“ Rekord ist gerade mal einen Monat her mit 1.135 im Mai. Den höchsten Beitrag dazu leistete ein Spiel zwischen den Phillies und den Diamondbacks mit insgesamt 13 Homeruns, ebenfalls Rekord. Über den gesamten Monat hinweg waren es als Spieler Manny Machado und Edwin Encarnacion (je 11) sowie als Team die Atlanta Braves (56), die die meisten Homeruns zum Rekord beisteuerten. Den New York Yankees gelang im Juni in jedem einzelnen Spiel mindestens ein Homerun. Insgesamt dauerte ihre Serie 31 Spiele lang. Sie fand am Dienstag ihr Ende, als die New York Mets beim 4:2 gegen die Yankees keinen Homerun zuließen.

Spiel der Woche
Gastauftritte in London war man bislang eher von der NFL gewohnt und wenn man sich das Resultat des ersten MLB-Spiels in Europa anschaut, sieht es ganz so aus, als hätten die Yankees und die Red Sox den Engländern ebenfalls ein Football-Spiel geboten: Mit 17:13 gewannen die Yankees, also mit etwas mehr als einem Field Goal Vorsprung. Schon im ersten Inning tauschten beide Seiten Touchdowns aus, scheiterten aber jeweils am Extrapunkt. So stand es nach dem ersten Durchgang 6:6, bevor die Yankees im dritten Inning per Safety auf 8:6 erhöhten. Ein weiterer Touchdown im vierten und ein Field Goal im fünften Inning trieben die Führung auf 17:6. Die Red Sox legten zwar noch einen Touchdown und den Extrapunkt (seltsamerweise vor dem Touchdown) nach, aber die Aufholjagd kam zu spät. Gunslinger Aroldis Chapman kniete das neunte Inning souverän ab.

Mein Einschalttipp
Mein persönlicher Favorit unter den Veranstaltungen der All-Star-Woche ist weder das All-Star-Game noch das Homerun-Derby – obwohl ich mir Letzteres allein schon wegen der Teilnahme von Pete Alonso anschauen werde. Ich möchte an dieser Stelle empfehlen, sich das All-Star-Futures-Game anzuschauen. Leider geht dieses immer ein bisschen unter, weil es nicht in der spielfreien Zeit stattfindet, sondern schon am Sonntag parallel zum letzten regulären Spieltag vor dem All-Star-Break. In dem Spiel treffen zwei Auswahlmannschaften der vielversprechendsten Talente aufeinander. Unterteilt werden die Mannschaften dieses Jahr erstmals nicht nach US- und internationalen Spielern, sondern nach American League und National League. Im Gegensatz zum „großen“ All-Star-Game sieht man in dieser Partie – wenn man kein großer Beobachter der Minor Leagues ist – viele Spieler zum ersten Mal, die es mit hoher Wahrscheinlichkeit in den nächsten ein, zwei Jahren in die MLB schaffen werden. Für sie ist dieses Spiel nicht ein routiniertes PR-Event, sondern die Chance, erstmals vor einer größeren TV-Audienz mit Leistung auf sich aufmerksam zu machen. Das Spiel wird Sonntagnacht ab 1 Uhr live auf mlb.com gestreamt. Dabei sind zum Beispiel vier der fünf Top-Prospects der Liga laut MLB Pipeline: Shortstop Wander Franco (Rays), LHP MacKenzie Gore (Padres), Outfielder Jo Adell (Angels) und Outfielder Luis Robert (White Sox). Die vollständigen Roster findet ihr hier.

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Juni 27th, 2019 by Silversurger

Halbzeit! Die meisten Teams der MLB haben ungefähr die Hälfte ihrer 162 Saisonspiele absolviert. Eine Pause haben sie sich jedoch noch nicht verdient, denn die gibt es in Form des All-Star-Breaks erst in knapp zwei Wochen. Für ein paar Spieler ist die Saison derweil schon gelaufen, unter anderem für zwei bislang herausragende Pitcher: Jordan Hicks, Closer der St. Louis Cardinals und seines Zeichens aktuell schnellster Werfer der Liga, muss seinem überbeanspruchten Ellenbogen Tribut zollen und sich einer Tommy-John-Surgery unterziehen. Damit wird er leider bis weit ins nächste Jahr hinein ausfallen. Weniger Leid tut es mir um Frankie Montas. Der Starter der Oakland Athletics hatte sich in den ersten Monaten der Saison mit starken Auftritten in den Vordergrund gespielt, doch dann kam heraus, dass er zu leistungssteigernden Substanzen gegriffen hat. Die Konsequenz ist die übliche Sperre für 80 Ligaspiele plus etwaige Playoffs. Recht so.

National League
Die Atlanta Braves (48-33) setzen ihren seit einigen Wochen währenden Siegeszug durch die National League East fort und haben inzwischen fünfeinhalb Spiele Vorsprung auf die Philadelphia Phillies (42-38). Für die Phillies könnte es durchaus noch schlimmer aussehen, hätten sie nicht das Glück gehabt, nach sieben Niederlagen in Folge auf die New York Mets (37-44) zu treffen. Die Mets sind gerade wieder mal an dem Punkt in der Saison angekommen, an dem sie sich komplett selbst auseinander nehmen (siehe „Szene der Woche“). Dankbare Nutznießer der Schwächen der Mets und der Phillies sind die Washington Nationals (39-40). Gewinnen sie heute Nacht auch das dritte Spiel gegen die Miami Marlins (30-48), so stehen sie erstmals seit April wieder bei einer ausgeglichenen Bilanz. Das weitere Restprogramm der Nationals bis zur Pause (dreimal Detroit, dreimal Miami, dreimal Kansas City) liest sich ebenfalls sehr vorteilhaft.

Spannung um die Tabellenspitze herrscht momentan nur in einer einzigen Division der MLB und das ist die NL Central. Es ist allerdings eher ein Schneckenrennen, das sich die Chicago Cubs (43-37) und die Milwaukee Brewers (42-38) zurzeit liefern. Beide haben seit über zwei Wochen keine Serie mehr gewonnen. Dadurch sind die St. Louis Cardinals (40-39) zunächst wieder näher gekommen, doch auch die haben sich zuletzt von den Athletics und den Angels dreimal am Stück schlagen lassen. Will denn keiner die Central gewinnen? Vielleicht wollen es ja die Pittsburgh Pirates (37-41), die als einziges Team der Division in sieben der letzten zehn Partien gesiegt haben. Ihr Programm bis zur Pause besteht aus dem Serienfinale gegen Houston und dann sechsmal Brewers und dreimal Cubs. Falls die Pirates in der Mehrzahl dieser Spiele bestehen, sind sie zurecht wieder im Rennen.

Die Los Angeles Dodgers (55-27) sind ebenfalls im Rennen und zwar in diverser Hinsicht: um die NL West, um 100 Siege, um die beste Bilanz der MLB, um das beste Run Differential – in jedem dieser Rennen liegen sie zurzeit klar vorne. Zwischen den Colorado Rockies (42-38), den San Diego Padres (40-40) und den Arizona Diamondbacks (41-41) geht es nach wie vor eng zu. In der Bewerbung um die Wild-Card-Plätze sind zurzeit die Rockies gleichauf mit den Phillies und den Brewers. Würde es am Ende der Saison genauso stehen, würde es vor Beginn der Playoffs zunächst zwei Entscheidungsspiele und dann das eigentliche Wild-Card-Spiel geben. Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Wie alle Teams schauen die Rockies, die Diamondbacks und die Padres erstmal auf den Endspurt zum All-Star-Break, in dem übriges jedes von ihnen es noch mehrmals mit den Dodgers zu tun bekommt.

American League
In der American League East hat sich zwischen den ersten drei Teams einiges getan. Die Reihenfolge ist zwar noch die gleiche wie in der letzten Woche, doch die New York Yankees (52-28) haben sich mit einem Lauf von 11 Siegen aus den letzten 12 Spielen inzwischen spürbar abgesetzt. Die Tampa Bay Rays (45-35) hingegen sind seit zwei Wochen völlig von der Rolle, haben in diesem Zeitraum 11 von 14 Spielen verloren. Den Boston Red Sox (44-38) hat das die Chance eröffnet, sich ganz nah heranzuspielen. Zwei Siege in den formellen Heimspielen gegen die Yankees in London (siehe „Einschalttipp“) wären für die Red Sox im Wild-Card-Rennen Gold wert.

Die Minnesota Twins (52-27) sind weiterhin auf Kurs, nicht nur die AL Central zu gewinnen, sondern auch einen neuen Homerun-Rekord aufzustellen: 149 Bälle haben sie schon über den Zaun geschlagen und mit 79 Spielen noch nicht mal ganz die Hälfte der Saison absolviert. Die Bestmarke liegt übrigens bei 267, aufgestellt von den Yankees in der Saison 2018. Die Cleveland Indians (44-36) haben offensichtlich zu alter Stärke zurück gefunden: Vor drei Wochen standen sie noch bei 31-31, inzwischen liegen sie acht Spiele über der ausgeglichenen Bilanz und sind damit einer der Favoriten für eine Wild Card. Die Verletzungssorgen der Indians sind allerdings nicht geringer geworden. Starter Mike Clevinger hielt nach zwei Monaten Verletzungspause lediglich 4.2 Innings durch und musste anschließend mit Knöchelproblemen wieder auf die Injured List. Dort stehen auch Corey Kluber, Danny Salazar, Bradley Zimmer und Dan Otero, die allesamt noch ein Stück entfernt sind vom Comeback.

Für die Houston Astros (50-31) hatte ich letzte Woche eine Mini-Krise attestiert. Die hat sich inzwischen ausgewachsen zu einer richtigen: Gegen die Yankees setzte es drei Niederlagen in vier Spielen, was zusammen mit den vorherigen Ergebnissen in Cincinnati und gegen Toronto eine Serie von sieben Niederlagen ergab. Zwei ermutigenden Auftritten folgte letzte Nacht die höchste Niederlage der Saison beim 2:14 gegen Pittsburgh. Ich erwarte nach wie vor nicht, dass die Astros Probleme haben werden, die AL West zu gewinnen, aber ihren Ruf als ein Über-Team sind sie wohl erst mal los. Im weiteren Feld der Division wird es sehr interessant zu sehen sein, wie die Texas Rangers (44-36), die Oakland Athletics (43-38) und die Los Angeles Angels (41-40) sich bis zur Trade-Deadline positionieren können. Die steht in gut einem Monat an und bis dahin müssen die Teams sich klar werden, ob sie als Buyer oder als Seller auftreten oder schlichtweg untätig bleiben.

Szene der Woche
Zum ersten Mal seit langer Zeit kann ich die Szene der Woche nicht mit einem Video illustrieren: Es war – zum Glück! – keine laufende Kamera dabei, als in der Kabine der New York Mets Manager Mickey Callaway seinen Ausraster gegenüber einem Reporter von Newsday hatte. Vorausgegangen war ein 3:5 gegen die Cubs – zum x-ten Mal in dieser Saison hatte der Bullpen der Mets versagt und eine Führung hergeschenkt. Callaway musste sich die Kritik gefallen lassen, zu lange an dem sichtlich wackligen Reliever Seth Lugo festgehalten zu haben. Seine Nerven lagen daraufhin offensichtlich blank, denn als besagter Journalist ihn nach dem Spiel mit „See you tomorrow, Mickey“ verabschiedete – offenbar in ganz normalem, unironischem Ton –, fühlte er sich davon angegriffen, beschimpfte den Journalisten („Don’t be a smartass, motherfucker!“) und wies ihn an, zu gehen. Als jener nicht sofort reagierte, wurde er auch von Pitcher Jason Vargas mit derben Blicken und Worten und fast sogar tätlich angegangen, was Carlos Gomez und Noah Syndergaard gerade noch verhinderten. Die Peinlichkeit ging am nächsten Tag weiter, indem es bei einer Pressekonferenz zwei Nachfragen brauchte, bis Callaway sich zu einer öffentlichen Entschuldigung durchrang. Das Eis für Callaway in New York ist sichtlich dünn geworden, er scheint sowohl mit dem Management des Teams als auch im Umgang mit den Medien heillos überfordert. Wären Fred und Jeff Wilpon nicht die unberechenbarsten Owner der Liga, so würde ich fest mit einem Trainerwechsel spätestens zum All-Star-Break rechnen.

Statistik der Woche 
1.163. Das ist der aktuelle OPS-Wert von Cody Bellinger. Wenn er diese Leistung bis Ende der Saison beibehält, wäre es der höchste Jahreswert eines qualifzierten Hitters seit Barry Bonds im Jahr 2004 (1.422). Der zweithöchste wäre übrigens der von Christian Yelich, der zurzeit bei 1.149 liegt. So wie es aussieht, dürften Bellinger und Yelich sich ein großartiges Rennen um den diesjährigen MVP-Titel der NL liefern. Im All-Star-Ballot immerhin ist Platz für beide, denn dort werden für jede Liga drei Outfielder gewählt.

Spiel der Woche
Zwei beeindruckende Starts und ein spannendes Ende im Duell zweier Teams, die eine überraschend starke Saison spielen, waren die Zutaten meines Spiels der Woche. Der Auftakt gehörte den Texas Rangers, für die im ersten Inning Nomar Mazara einen wahren Monster-Homerun zur frühen 2:0-Führung schlug. 505 Fuß (154 Meter) weit flog der Ball und war damit gemeinsam mit einem Homerun von Trevor Story aus dem letzten Jahr der weiteste seit Einführung der Statcast-Technologie. Einen guten Start hatte auch Zack Collins für die Chicago White Sox: Der Rookie durfte zum ersten Mal von Beginn an spielen und schlug gleich in seinem ersten At Bat den Ball zu einem 3-Run-Homerun über den Zaun. Später im Spiel glichen die Rangers den Spielstand noch zweimal aus, doch am Ende triumphierten die White Sox nach zehn Innings mit 5:4. Der zweite Held des Spiels für Chicagos junge Truppe war ein weiterer Rookie: Eloy Jimenez brachte sein Team erst durch ein Single im dritten Inning und schließlich endgültig durch einen eigenen Run während eines Bunts im zehnten Inning in Front.

Mein Einschalttipp
Der Einschalttipp für diese Woche liegt auf der Hand: Zum ersten Mal überhaupt trägt die MLB reguläre Saisonspiele auf europäischem Boden aus. Samstag und Sonntag ist es soweit mit den Partien in London und die Paarung könnte attraktiver nicht sein: Titelverteidiger Boston Red Sox und Rekordmeister New York Yankees, die beiden größten Erzrivalen im Baseball, fügen ihrer langen gemeinsamen Geschichte ein neues Kapitel hinzu. Ich werde leider nicht vor Ort sein, bin aber sehr gespannnt auf die Spiele und werde auf jeden Fall am Samstag ab 19:10 Uhr und am Sonntag ab 16:10 Uhr mitteleuropäischer Zeit reinschauen. Die Möglichkeit dazu gibt es sowohl auf DAZN als auch auf mlb.tv. Falls der eine oder die andere von euch in London sein sollte, würde ich mich sehr über ein paar Berichte von dort freuen.

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Juni 13th, 2019 by Silversurger

Die Woche begann mit einem Schock: David Ortiz, einer der größten und beliebtesten Baseballer der letzten 20 Jahre, wurde in seiner Heimatstadt Santo Domingo bei einem versuchten Raubüberfall angeschossen. Zum Glück gab es schnell Entwarnung in dem Sinne, dass die Verletzung weder lebensgefährlich ist noch mit bleibenden Schäden zu rechnen ist. „Big Papi“ Ortiz wurde zweimal operiert und befindet sich auf dem Weg der Besserung. Der Täter und weitere Beteiligte wurden am Tatort festgenommen.

Zurück zum Sport: Die Free Agency 2019 hat endlich ihren Abschluss gefunden, indem zweieinhalb Monate nach Saisonbeginn auch Dallas Keuchel sein neues Team gefunden hat. Die Atlanta Braves haben dem Linkshänder einen Vertrag für den Rest des Jahres gegeben, für den er 13 Millionen Dollar erhält. Die Braves legen somit noch mal nach für das Rennen um die NL East, mit dem auch mein Überblick über die aktuellen Stände in der MLB beginnt:

National League
Mit sechs Siegen in Folge sind die Atlanta Braves (39-29) innerhalb der letzten Tage an die Spitze der National League East gestürmt, die sie heute erstmals in dieser Saison von den Philadelphia Phillies (38-30) übernommen haben. Am Wochenende kommt es in Atlanta zu drei direkten Duellen der beiden Kontrahenten. Die New York Mets (33-34) und die Washington Nationals (31-36) wirken mit ihren negativen Bilanzen schon etwas abgeschlagen, doch so weit sind sie gar nicht weg: 7,5 Spiele sind der geringste Abstand, den es in der MLB zurzeit zwischen Platz eins und vier einer Division gibt. Die Nationals haben sieben der letzten zehn Spiele gewonnen, die Mets fünf der letzten sieben, darunter ein Split in der Subway Series bei den Yankees.

Die NL Central ist ebenfalls eine extrem spannende Division. Die Milwaukee Brewers (39-29) und die Chicago Cubs (38-29) haben sich in letzter Zeit mehrfach auf Rang eins abgewechselt. Die Brewers haben momentan knapp die Nase vorn, doch die Cubs haben ein Spiel weniger absolviert und können in der kommenden Nacht gleichziehen. Dazu müssen sie allerdings in Los Angeles gegen die Dodgers gewinnen, mit denen sie es auch an den folgenden drei Tagen zu tun haben. Die Brewers reisen mit in den Westen, haben dort mit den Giants aber den vermeintlich leichteren Gegner. Nach einer Achterbahnfahrt durch die bisherige Saison stehen die St. Louis Cardinals (33-33) derzeit bei einer ausgeglichenen Bilanz. Sie treten nun viermal bei den Mets an, einem Team in quasi identischer Situation wie sie selbst. Die Cincinnati Reds (30-36) haben erstmals seit Langem das Tabellenende verlassen und dieses an die seit sechs Spielen sieglosen Pittsburgh Pirates (30-37) abgegeben.

In der NL West gibt es ebenfalls Spannung, allerdings nicht im Hinblick auf die Tabellenführung. Die ist und bleibt fest in der Hand der Los Angeles Dodgers (45-23), welche die gesamte NL auch nach den zwei jüngsten Niederlagen gegen die Angels klar dominieren. Auf den mittleren Plätzen der Division ist jedoch einiges in Bewegung: Die Arizona Diamondbacks (36-33) haben ihr Zwischentief überwunden und nach sechs Siegen aus den letzten sieben Spielen mit den Colorado Rockies (35-32) praktisch gleichgezogen. Nur noch auf Rang vier und mit einer negativen Bilanz stehen nach vier Niederlagen in Folge die San Diego Padres (33-35) da. Zu allem Überfluss mussten die Padres ihr Ass Chris Paddack in die Minor League herabstufen, nachdem sich bei ihm körperliche Ermüdungserscheinungen zeigten – er hatte 2018 eine Tommy-John-Surgery und spielt gerade seine erste vollständige MLB-Saison. Er wird ein paar Tage pausieren und dann neu bewertet.

American League
Die New York Yankees (41-25) halten sich knapp an der Spitze der American League East, wenngleich sie während der vergangenen eineinhalb Wochen deutlich geschwächelt haben mit verlorenen Serien gegen die Toronto Blue Jays (24-43) und die Indians sowie einem Split gegen die Mets. Als zweites Spitzenteam der Division sitzen die Tampa Bay Rays (41-26) weiterhin fest im Sattel, nachdem die Serie gegen die Boston Red Sox (35-34) 3:1 gewonnen wurde. Vor allem das Pitching der Rays ist nach wie vor überragend und führt mit nur 220 zugelassenen Runs mit großem Abstand die MLB an. Nächste Woche kommt es zu einem neuen Spitzenduell zwischen den Yankees und den Rays (siehe Einschalttipp).

Die Minnesota Twins (44-22) setzen ihren Spaziergang durch die AL Central unaufhaltsam fort. Sowohl ihre Siegquote als auch ihre 394 erzielten Runs sowie das Run-Differential von +110 sind MLB-Spitze. Eine große Hilfe dabei ist sicherlich die Schwäche der anderen Teams in ihrer Division. In den kommenden zwei Wochen zum Beispiel treffen die Twins siebenmal auf das schwächste Team der Liga, die Kansas City Royals (21-46). Die Detroit Tigers (25-39) sind nicht viel besser, vom Run-Differential (-109) sogar schlechter als die Royals (-72). Eine eher positive Überraschung sind bisher die Chicago White Sox (32-34), die den Cleveland Indians (34-33) einen Kampf um Platz zwei liefern. Ob Chicagos junges Team diese Rolle dauerhaft spielen kann, wird in den kommenden Wochen auf eine harte Prüfung gestellt: Die nächsten Gegner heißen Yankees, Cubs, Rangers, Red Sox und Twins.

Dass die AL West mit den Houston Astros (46-23) ein absolutes Spitzenteam beherbergt, ist weder neu noch überraschend. Sehr überraschend ist hingegen, dass die Texas Rangers (36-31) auf Kurs für einen Wild-Card-Platz sind. Der befürchtete Einbruch nach der Verletzung der Outfielder Joey Gallo und Willie Calhoun – beide sind wohl bald wieder an Bord – blieb aus. In den letzten 16 Spielen haben die Rangers 11-5 gespielt und jede der Niederlagen war knapp. Würde die Saison jetzt enden, wären die Rangers im Wild-Card-Spiel, mit je zwei Spielen Vorsprung auf die Indians, die Red Sox und die Oakland Athletics (35-34). Die Los Angeles Angels (33-35) sind nach ihrem Zwei-Spiele-Sweep im Lokalderby gegen die Dodgers ebenfalls wieder im Rennen, müssen nun aber in einer schwierigen Auswärtsserie in Tampa Bay bestehen.

Szene der Woche
Für diese Kategorie hätte ich mal wieder ein paar Homeruns im Angebot, zum Beispiel vier hintereinander von den Nationals oder einen von Hunter Pence für die Rangers, bei dem in Fenway Park einfach niemand den Ball holen wollte. Kein Homerun wurde der weite Flyball von Brett Gardner gegen die Indians. Der Yankees-Outfielder ärgerte sich so sehr über den Catch von Jordan Luplow, dass er seinen Helm im Dugout gegen die Wand pfefferte. Der Helm ließ sich das allerdings nicht gefallen und verpasste Gardner beim Gegenangriff eine blutige Lippe. Damit ist Gardner ein ganz heißer Anwärter auf meinen diesjährigen Award für die dämlichste Verletzung des Jahres.

Statistik der Woche 
13. Ja, es ist schon wieder ein Homerun-Rekord. Nachdem es letzte Woche die meisten Homeruns in einem Monat zu vermelden gab, sind es dieses Mal die meisten, die je in einem einzelnen Spiel erzielt wurden. Zu sehen waren sie Montagnacht in der Partie der Phillies gegen die Diamondbacks. Gleich die ersten drei Batter des Abends, Jarrod Dyson, Ketel Marte und David Peralta schlugen den Ball über den Zaun. Es folgten je zwei von Eduardo Escobar und Ildemaro Vargas und einer von Alex Avila für Arizona sowie zwei von Scott Kingery und je einer von Jean Segura, Rhys Hoskins und Jay Bruce für die Phillies. Den Rekord stellten Hoskins und Bruce im neunten Inning mit den Nummern zwölf und dreizehn des Spiels auf, der Sieg ging aber mit 13:8 an die Diamondbacks.

Spiel der Woche
Die Serie hatten die Braves mit Siegen in den ersten beiden Spielen in Miami bereits in der Tasche, als sie am Sonntag im dritten Spiel mit einem 1:5-Rückstand ins neunte Inning gingen. In so einer Situation kann man es ein bisschen lässig angehen, den Gegner die restlichen drei Outs machen lassen und gemütlich die Heimreise nach Atlanta antreten. Aber so sind sie nicht, die Braves der Saison 2019. Ein Double, einen Walk, einen Balk, ein Single und schließlich Ronald Acunas Homerun boten sie auf, um auf 5:5 auszugleichen. Auch davon, dass die Marlins im zehnten Inning mit einem Runner in Scoring Position und nur einem Out nahe am Walkoff waren, ließ Atlanta sich nicht beunruhigen. Mit zwei Strikeouts hintereinander bannte Jarlin Garcia die Gefahr und im zwölften Inning gelang es Matt Joyce schließlich, die Braves erstmals und gleichzeitig endgültig in Führung zu bringen. Für sie war es bereits der zwölfte Comeback-Win in diesem Jahr, dem sie letzte Nacht gegen Pittsburgh den dreizehnte folgen ließen.

Mein Einschalttipp
Das Ringen um die AL East geht in die nächste Runde: Von Montag bis Mittwoch gastieren die Rays dreimal bei den Yankees. Wenn das Überraschungsteam aus Tampa Bay eine ernsthafte Chance auf den Divisionssieg haben will, wäre es ein Riesenschritt, mal eine Serie gegen den direkten Konkurrenten zu gewinen. Die ersten beiden Serien des Jahres zwischen den beiden gingen jeweils 2:1 für die Yankees aus. Je nach Schlafgewonheiten und Medienausstattung empfiehlt sich zum Reinschauen entweder das erste oder das letzte Spiel der Serie: Montagnacht geht es los um 1:05 Uhr mitteleuropäischer Zeit, das Spiel wird auf DAZN übertragen. Am Mittwoch schließt die Partie um 19:05 Uhr unserer Zeit die Reihe ab.

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Mai 9th, 2019 by Silversurger

Die vergangene MLB-Woche stand im Zeichen einiger beeindruckender Pitcher-Leistungen. Mike Fiers, Noah Syndergaard, Kyle Hendricks und Hyun-Jin Ryu legten allesamt Auftritte hin wie man sie nicht alle Tage zu sehen bekommt. Auf jede davon gehe ich später in diesem Grand Slam am Donnerstag noch etwas ein, doch zunächst wie üblich der Blick auf die Zwischenstände in den einzelnen Divisionen:

American League
Die Boston Red Sox (19-19) sind zurück. Das ist die wichtigste Nachricht aus der American League East, auch wenn dort – völlig verdient – nach wie vor die Tampa Bay Rays (23-13) vorne stehen. Mit acht Siegen aus den letzten zehn Spielen haben sich die Red Sox aus dem Loch gegraben, in dem sie die ersten Wochen der Saison verbracht hatten. Ein nervenaufreibender 2:1-Sieg über die Baltimore Orioles (13-24) in der vergangenen Nacht brachte sie erstmals seit Saisonbeginn wieder zu einer ausgeglichenen Bilanz. Da gleichzeitig die Toronto Blue Jays (15-22) deutlich abgebaut haben, sieht es in der AL East nun so langsam nach dem erwarteten Dreikampf zwischen Tampa Bay, den New York Yankees (21-15) und den Red Sox aus. Für Letztere dürfte es recht gelegen kommen, dass die Rays und die Yankees an den beiden kommenden Wochenenden insgesamt sechsmal gegeneinander antreten müssen (siehe „Einschalttipp“).

In der AL Central darf man wohl so langsam daran glauben, dass die Minnesota Twins (23-12) „for real“ sind. Mit einer Siegquote von 65,7% führen sie nach wie vor die gesamte MLB an und der Abstand auf die verletzungsgeplagten Cleveland Indians (19-16) wächst langsam, aber beständig. Beide Teams haben in den nächsten Wochen Spielpläne, die recht lösbar aussehen – was in einer Division mit den drei Rebuildern Detroit Tigers (16-17), Chicago White Sox (16-19) und Kansas City Royals (13-25) nichts Ungewöhnliches ist.

Auch die AL West sieht zurzeit nicht nach einer besonders wettbewerbsstarken Division aus. Die Houston Astros (22-15) sind hier die einzige Konstante und es ist zu vermuten, dass sie eine auf Dauer recht einsame Saison erleben werden. Hinter den Astros stehen lediglich die Seattle Mariners (20-19) noch bei einer knapp positiven Bilanz, doch zehren sie dabei immer noch von ihrem längst vergangenen Traumstart in das Jahr. Von den letzten zehn Spielen gingen acht verloren und in den nächsten zehn lauten die Gegner achtmal Yankees, Red Sox oder Twins. Die Texas Rangers (17-17) halten sich bislang überraschend wacker, müssen nun allerdings für vier Spiele nach Houston.

National League
Die National League East war allgemein als besonders umkämpfte Division erwartet worden, doch zurzeit sieht es ganz so aus als könnten die Philadelphia Phillies (21-15) sich frühzeitig vom Rest des Feldes absetzen. Sie sind momentan das einzige Team der NL East mit einer positiven Bilanz und ebenfalls das einzige mit einem positiven Run Differential. Die Atlanta Braves (16-17) wurden auf der ersten Hälfte ihrer Westküstenreise von den Dodgers gesweept und müssen als nächstes nach Arizona. Bei den Dodgers müssen nun die Washington Nationals (14-22) antreten, bevor die Nationals in den nächsten zwei Wochen insgesamt siebenmal auf die New York Mets (17-20) treffen. Je nach Ausgang dieser Duelle kann es sein, dass entweder die Mets oder die Nationals die Saison dann schon so ziemlich abhaken können. Die Miami Marlins (10-26) haben das längst getan.

So schnell kann es gehen im Baseball: Letzte Woche waren die St. Louis Cardinals (21-16) noch die unumstrittenen Überflieger der NL Central. Doch dann ließ man sich im Spitzenduell von den Chicago Cubs (21-13) sweepen, verlor zudem zwei von drei Partien gegen Philadelphia und schon findet man sich nur noch auf Platz drei wieder. Zwischen die Cubs und die Cardinals haben sich die Milwaukee Brewers (23-16) geschoben, die gegen die Mets und die Nationals sechs Spiele in Folge gewonnen haben. Am Wochenende steht schon wieder eine Spitzenserie an: Die Cubs erwarten die Brewers für drei Spiele. Die Cardinals haben derweil mit den Pittsburgh Pirates (17-16) einen Gegner, den man ebenfalls noch nicht abschreiben kann.

Die Los Angeles Dodgers (25-14) sind zurzeit das erfolgreichste Team der NL und vor allem zu Hause eine Macht. 15 Siege und nur 4 Niederlagen sind eine Heimbilanz, mit der in der MLB kein Team auch nur ansatzweise mithalten kann. Ihre drei jüngsten Heimserien haben die Dodgers allesamt gesweept, und zu ihrer Freude finden die nächsten sechs Spiele ebenfalls im Dodger Stadium statt – vier gegen die Nationals, zwei gegen die San Diego Padres (21-17). Zwischen den Dodgers und den Padres stehen in der NL West die Arizona Diamondbacks (21-16). Die D-Backs sind für mich eine der großen Überraschungen der bisherigen Saison. An ihrer Stelle hatte ich eher die Colorado Rockies (16-20) erwartet, die letztes Wochenende das direkte Duell in Arizona 1:2 verloren und auch sonst bisher eher enttäuscht haben. Wegen miesen Wetters in Colorado konnten die Rockies diese Woche bislang nur ein Spiel absolvieren und auch das verlief mit 4:14 gegen die San Francisco Giants (16-20) wenig ermutigend.

Szene der Woche
Die Offensive im Slump, der Bullpen unzuverlässig? Für Noah Syndergaard, Starting Pitcher der New York Mets, war das im Spiel gegen die Reds am Donnerstag kein Problem, er machte dann eben alles alleine. Und „alles“ bedeutet nicht nur, dass er über volle neun Innings ging und keinen Run zuließ. Nein, er musste auch den einzigen Run seines eigenen Teams noch selbst per Solo-Homerun beisteuern. Dieser Homerun ist meine Szene der Woche:

Statistik der Woche 
81. So viele Pitches benötigte Kyle Hendricks am Freitag, um für die Chicago Cubs die kompletten neun Innings gegen die St. Louis Cardinals zu absolvieren. Er ließ vier Hits, aber keine Runs zu beim 4:0-Erfolg seines Teams. Man nennt so ein Spiel (ein Complete-Game-Shutout mit weniger als 100 Pitches) einen Maddux. Ein solcher gelang auch Hyun-Jin Ryu am Dienstag. Er brauchte 93 Pitches, um die Atlanta Braves abzufertigen und den Los Angeles Dodgers einen 9:0-Sieg zu ermöglichen.

Spiele der Woche
Die Saison 2019 hat ihren ersten No-Hitter: Mike Fiers gelang das Kunststück am Dienstag beim 2:0 seiner Oakland Athletics gegen die Cincinnati Reds. Obwohl er nur zwei Walks und sonst keine Baserunner zuließ, war Fiers vom Pitch-Count her bei weitem nicht so effektiv wie Hendricks und Ryu: 131 Pitches brauchte er, um das Spiel zu Ende zu bringen. Das waren die meisten Pitches in einem No-Hitter seit… Mike Fiers im August 2015! Damals warf er 134 Pitches gegen die Dodgers beim ersten No-Hitter seiner Karriere. Fiers ist erst der 35. Pitcher der Geschichte mit zwei MLB-Spielen ohne erlaubten Hit.

Das Spiel der San Francisco Giants gegen die Cincinnati Reds vom Montag hatte zwar nicht das sportliche Niveau der zuvor genannten Partien, aber dafür wartete es mit so vielen kuriosen Situationen auf, dass ich es hier nicht unerwähnt lassen möchte. Los ging es damit schon vor dem Spielbeginn, welcher sich durch eine Bieneninvasion verzögerte und Derek Dietrich als Kammerjäger auf den Plan rief. Später schrieben die Giants-Pitcher Pat Venditte und Sam Dyson Geschichte, als sie – augenscheinlich unabsichtlich – vier gegnerische Spieler in einem Inning abwarfen und damit den MLB-Rekord einstellten. Besser machte es ihr Teamkamerad Pablo Sandoval: Der Third Baseman pitchte ein sauberes neuntes Inning in dem Spiel, in dem er zuvor einen Homerun geschlagen, eine Base gestohlen und ein Highlight-Play im Feld produziert hatte. Genützt hat es den Giants letzten Endes wenig, denn sie gingen mit 4:12 unter gegen die Reds, für die Newcomer Nick Senzel mit zwei Homeruns brillierte.

Mein Einschalttipp
Die Tampa Bay Rays und die New York Yankees gelten als positive Überraschungen der bisherigen Saison – die Rays, weil sie hervorragend dastehen und vor allem im Pitching den Rest der Liga alt aussehen lassen; die Yankees, weil sie trotz enormen Verletzungspechs immer noch vorne mitspielen. Am Wochenende kommt es zum ersten Mal in dieser Saison zu einem direkten Aufeinandertreffen der beiden Divisionsrivalen. Gleich im ersten Spiel am Freitag schicken beide ihre bislang besten Starter auf den Mound: Für die Yankees tritt Domingo German (2.35 ERA, 2.72 FIP) an, für die Rays Tyler Glasnow (1.47 ERA, 2.40 FIP). Die Partie könnt ihr ab 1:10 Uhr mitteleuropäischer Zeit in der Nacht auf Samstag sowohl auf DAZN als auch auf mlb.tv verfolgen.

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April 23rd, 2019 by Silversurger

Dass sich die Free Agency 2018/19 wieder lange hinziehen und dass einige Teams und Spieler bis kurz vor Saisonbeginn pokern würden, war abzusehen. Dass aber auch vier Wochen nach Saisonstart noch immer zwei der Top-5 Free Agents der MLB ohne Vertrag dastehen, ist eine echte Überraschung. Sowohl Starting Pitcher Dallas Keuchel als auch Reliever Craig Kimbrel verschreckten frühe Interessenten offenbar mit überhöhten Forderungen. Beide traten aber auch mehrfach Gerüchten entgegen, sie könnten ein ganzes Jahr aussetzen, wenn sie nicht die gewünschten Laufzeiten und Gehälter angeboten bekämen. Zumindest Keuchel wäre inzwischen wohl mit einem Einjahresvertrag zufrieden und auch von Kimbrel heißt es, dass er sich von seinem Traum von fünf bis sechs Jahren und mehr als 100 Millionen Dollar verabschiedet hat. Ich halte für wahrscheinlich, dass beide Spieler innerhalb der nächsten ein, zwei Wochen einen neuen Verein finden. Sollte das nicht der Fall sein, wird der 5. Juni zu einem interessanten Termin. An diesem Tag endet die dreitägige Draft der MLB und damit auch der Zeitraum, in dem die Verpflichtung von Keuchel oder Kimbrel für den aufnehmenden Klub mit dem Verlust eines Draftpicks einher ginge.

Mögliche Interessenten für Keuchel
Es kommen vor allem zwei Arten von Teams dafür infrage, sich intensiv um die Dienste von Keuchel zu bewerben: erstens solche, die während der ersten Saisonwochen festgestellt haben, dass ihre Starting Rotation eine Lücke aufweist; zweitens solche, die besser gestartet sind als erwartet und nun ein Puzzlestück hinzufügen möchten, um sich oben zu halten. Bei der erstgenannten Art von Teams fallen einem sofort die New York Mets ein. Für die Mets ist es eine ungewohnte Situation, dass sie bislang von einer soliden Offensive getragen werden, das Pitching aber stark zu wünschen übrig lässt. Justin Vargas spielt eine sehr schwache Saison, auch Noah Syndergaard konnte bisher nicht überzeugen, Cy-Young-Gewinner Jacob deGrom pausiert mit Ellenbogenproblemen und Spot-Starter Chris Flexen hat sich (nicht zum ersten Mal) als Katastrophe erwiesen. Den Milwaukee Brewers ergeht es ähnlich. Ein verlässlicher Starter würde ihnen ermöglichen, Corbin Burnes in den Bullpen zu verschieben, wo er ihnen vermutlich mehr helfen könnte als als Starter. Als Beispiele für die zweite oben genannte Art von Teams nenne ich hier stellvertretend für ein paar andere die San Diego Padres und die Minnesota Twins. Auch die Seattle Mariners passen in das Raster, allerdings bezweifle ich deren Bereitschaft, das Geld und den Draftpick zu investieren.

Diese Klubs könnten an Kimbrel interessiert sein
Auch für Kimbrel, den besten Closer der letzten Jahre, könnten die Milwaukee Brewers ein passendes Ziel sein. Corey Knebel fällt für die gesamte Saison aus und wenn die Brewers ihr Erfolgsrezept eines exzellenten Bullpens weiter pflegen wollen, dürfte Kimbrel der ideale Mann sein. Finanzieller Spielraum ist in Milwaukee wohl auch vorhanden, daher gelten die Brewers als größter Favorit darauf, entweder Keuchel oder Kimbrel zu holen. Wenn Kimbrel nicht in Milwaukee landet, dann wahrscheinlich in der NL East – sein ehemaliger Klub, die Atlanta Braves, gelten ebenso als potenzielles Ziel für ihn wie die Philadelphia Phillies und die Washington Nationals. Die Braves waren schon während der Offseason an Kimbrel dran, dem aber damals die angebotene Laufzeit zu niedrig war; für die Phillies hatte David Robertson einen schwachen Saisonstart und steht inzwischen auf der Verletztenliste; und bei den Nationals ist ein schwacher Bullpen seit Jahren die größte Hürde dafür, den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden.

Auch Gio Gonzalez ist wieder zu haben
Neben Keuchel und Kimbrel ist mit Gio Gonzalez seit gestern ein weiterer interessanter Pitcher zurück auf dem Markt. Gonzalez ist wie Keuchel ein linkshändiger Starter und auch er hatte in der Offseason lange nach einem neuen Verein gesucht. Die Yankees erbarmten sich schließlich, indem sie ihm einen Minor-League-Vertrag mit Ausstiegsklausel gaben. Trotz einiger Verletzungssorgen entschieden die Yankees während der letzten Wochen nie dafür, Gonzalez in das MLB-Roster zu übernehmen. Er zog daraufhin die Klausel und ist nun wieder frei verfügbar. Gonzalez könnte für die Teams, welche ich als Interessenten für Keuchel aufgezählt habe, eine attraktive Billigvariante sein. Neben definitiv geringeren Gehaltsvorstellungen spricht für ihn, dass bei seiner Verpflichtung kein Draftpick abzugeben wäre, da er im Gegensatz zu Keuchel und Kimbrel kein Qualifying Offer erhalten hatte. Schneller einsatzfähig wäre er wahrscheinlich auch, denn die anderen beiden konnten sich seit einem halben Jahr nur in privaten Workouts einigermaßen fit halten, während er immerhin drei Starts auf AAA-Niveau absolvierte.

Mein Bauch sagt:
Heute in zwei Wochen stehen Dallas Keuchel für ein Jahr bei den Brewers, Craig Kimbrel für drei Jahre bei den Phillies und Gio Gonzalez für ein Jahr bei den Mets unter Vertrag.

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April 4th, 2019 by Silversurger

Die MLB-Saison ist eine Woche alt und geizt bisher nicht an Highlights und Überraschungen. Vor allem in der American League könnte man auf die Idee kommen, jemand hätte als Aprilscherz sämtliche Tabellen umgedreht. Aber nein, die Mariners stehen tatsächlich bei 7-1 und die großen Vier – Red Sox, Yankees, Indians, Astros – haben quasi im Gleichschritt klassische Fehlstarts hingelegt. Obwohl es nun wieder täglich Action auf dem Platz gibt, finden die Front Offices offenbar immer noch die Zeit, einen Trend aus der Offseason fortzusetzen: Xander Bogaerts (Red Sox), Ronald Acuna (Braves), German Marquez (Rockies), Randal Grichuk (Blue Jays), David Bote (Cubs) sowie Indians-Manager Terry Francona erhielten allesamt mehrjährige Vertragsverlängerungen. Alles, was diese Woche sonst passiert ist, gibt es heute erstmals in diesem Jahr wieder in der In-Season-Version des Grand Slam am Donnerstag:

National League
In der National League East kam es gleich zum Start zu mehreren direkten Duellen der vier Teams, zwischen denen dieses Jahr ein spannnendes Rennen erwartet wird. Dabei kamen die New York Mets (5-1) und die Philadelphia Phillies (4-1) am besten aus den Startlöchern. Die Mets begannen mit zwei Siegen in einer 2-1-Serie gegen die Washington Nationals (2-3), der sie einen Drei-Spiele-Sweep gegen die Miami Marlins (2-5) folgen ließen. Die Phillies schlugen zum Auftakt dreimal hintereinander die Atlanta Braves (2-3) und teilten sich dann eine Zwei-Spiele-Serie mit den Nationals. Auch wenn die Nationals sowohl gegen die Phillies als auch gegen die Mets je ein Spiel gewinnen konnten, bricht in Washington schon leichte Panik aus. Aus fünf Heimspielen hatte man mehr erwartet, zumal beide Starts von Top-Ass Max Scherzer verloren wurden. Obendrein hat Shortstop Trea Turner, der am Sonntag die Mets quasi im Alleingang schlug, sich den Finger gebrochen und wird eine Weile ausfallen. Die folgenden sechs Spiele – wieder gegen die Mets und die Phillies, dieses Mal aber auswärts – könnten für die Nationals schon richtungsweisend sein.

Die NL Central gilt gemeinsam mit der East als die am schwersten vorhersagbare Division. Das Tabellenbild nach der ersten Woche ist jedoch recht eindeutig: Die Milwaukee Brewers (6-1) stürmen voran, nachem sie gegen die St. Louis Cardinals (3-3) drei von vier und gegen die Cincinnati Reds (1-4) drei von drei Spielen gewonnen haben. Die Cardinals rehabilitierten sich anschließend mit zwei Siegen gegen die Pittsburgh Pirates (1-3). Außer den Pirates und den Reds haben auch die Chicago Cubs (1-4) bisher nur ein einziges Spiel gewonnen. Beim 12:4-Auftaktsieg bei den Rangers sahen die Cubs noch souverän aus, nach vier Niederlagen hintereinander stehen sie nun aber schon ein bisschen mit dem Rücken zur Wand. Am Wochenende geht es für sie dreimal gegen die Brewers; da wird man sehen, ob der Start noch zu retten ist.

Wenn es eine Division gibt, in der Überraschungen bislang weitgehend ausgeblieben sind, dann ist das die NL West. Die Los Angeles Dodgers (5-2) sind der klare Favorit und mit gewonnenen Serien gegen die Arizona Diamondbacks (3-4) und die San Francisco Giants (2-5) haben sie sich auch prompt an die Spitze gesetzt. Beeindruckt haben sie vor allem in der Offense und dort in erster Linie mit Homeruns. In jedem der sieben Spiele haben sie mindestens einen erzielt und stolze acht allein im Eröffnungsspiel – MLB-Rekord. Auch die San Diego Padres (4-3) hatten einen guten Start, insbesondere durch drei Siege aus der Auftaktserie gegen die Giants. Die Colorado Rockies (3-4) durften als einziges Team der Division noch nicht gegen die direkte Konkurrenz antreten. Sie starteten mit einem 2-2-Split gegen die Marlins, verloren dann zwei Spiele gegen die Rays, bevor ihnen ihr bislang überragender Starter German Marquez gestern einen 1:0-Sieg zum Abschluss der Serie ermöglichte. Am Wochenende erwarten die Rockies die Dodgers zum Heimauftakt in Coors Field.

American League
Die New York Yankees (2-4) hauchdünn vor den Boston Red Sox (2-5) – entweder so oder genau umgekehrt hatte man das in der American League East erwartet. Allerdings war die Erwartung eher nicht, dass es dabei um die Plätze vier und fünf der Division geht. Die Red Sox hatten bei ihren Niederlagen in Seattle und Oakland ungewohnt große Probleme, gegnerische Punkte zu verhindern. 45 zugelassene Runs sind die meisten in der AL und die zweitmeisten in der MLB. Die Yankees hingegen waren bei ihrem eigenen Scoring überraschend zurückhaltend – 20 Runs aus sechs Spielen sind zu wenig, vor allem gegen vermeintliche Nicht-Contender wie die Baltimore Orioles (4-2) und die Detroit Tigers. Man muss dazu sagen, dass die Yankees bislang mehr als jedes andere Team vom Verletzungspech verfolgt werden. Luis Severino, C. C. Sabathia, Dellin Betances, Aaron Hicks, Didi Gregorius und Jordan Montgomery standen von Anfang an nicht zur Verfügung, inzwischen kamen noch Giancarlo Stanton, Miguel Andujar und Troy Tulowitzki hinzu. Die positive Überraschung der Division sind außer den Orioles – denen ich eher vier Siege in einem Monat als vier Siege in einer Woche zugetraut hätte – die Tampa Bay Rays (5-2). Nur elf zugelassene Runs sind mit großem Abstand Spitze in der gesamten Liga und der erfolgreiche Start wurde nicht gegen Fallobst eingefahren, sondern gegen die Astros und die Rockies.

Die AL Central war zuletzt wegen der klaren Dominanz der Cleveland Indians (2-3) die langeweiligste Division der Liga. Meine Befürchtung war (und ist immer noch), dass das dieses Jahr so weitergeht, aber der Saisonstart macht Hoffnung auf mehr Spannung: Die Minnesota Twins (5-1) sind richtig gut in die Saison gekommen, unter anderem mit zwei Siegen gegen die Indians. Beim gestrigen 7:6-Comebacksieg gegen die Kansas City Royals (2-3) hatte Max Kepler einen großen Auftritt, indem ein Single von ihm im achten Innning zwei Runs zum Ausgleich über die Platte brachte. Auch die Detroit Tigers (4-3) gehören zu den positiven Überraschungen der ersten Woche, insbesondere aufgrund ihrer zwei Siege gegen die Yankees. Ein Run-Verhältnis von 12:17 weist allerdings darauf hin, dass auch ein bisschen Glück dabei mitgespielt hat, dass sie aktuell so gut dastehen.

Den Kavalierstart der Seattle Mariners (7-1) in die AL West kann man nicht mit Glück erklären. Nach der anstrengenden Tokio-Reise zur Saisoneröffnung gegen die Oakland Athleics (5-3) warteten mit den Red Sox und den Los Angeles Angels (1-5) ernstzunehmende Gegner auf die Mariners, aber die bescherten jedem ihrer Kontrahenten einen Fehlstart. Mit 56 Runs aus acht Spielen klickt vor allem die Offensive der Mariners. Die Pitcher machen ebenfalls einen soliden Job, allerdings gab es hier mit der Verletzung des Closers Hunter Strickland einen ersten Rückschlag. Ich glaube zwar nicht, dass der Höhenflug der Mariners von Dauer sein wird, aber mit den White Sox und den Royals als nächsten Gegnern könnte er schon noch eine Weile andauern. Außer den Mariners stehen auch die Texas Rangers (4-2) sowie die Athletics bei positiven Bilanzen und verweisen den Favoriten, die Houston Astros (2-5), bislang auf den vorletzten Platz. Die Astros treffen nun zum Heimauftakt auf die Athletics, anschließend gibt es von Montag bis Mittwoch das Duell der Enttäuschten gegen die Yankees.

Szene der Woche
Die Rückkehr des neuen Phillies-Stars Bryce Harper an seine alte Wirkungsstätte war mit großer Spannung erwartet worden. Würden die Fans in Washington ihren langjährigen Star mit freundlichem Applaus bedenken oder mit Ablehnung? Ich hätte mit Ersterem gerechnet, aber ich lag daneben: Er erhielt ein gewaltiges Konzert aus Buhrufen und Pfiffen. Harper „bedankte“ sich für den Empfang mit drei Hits, darunter ein monströser Homerun, sowie mit einem Batflip in Richtung des Dugouts der Nationals. Manchmal rostet alte Liebe verblüffend schnell.

Statistik der Woche 
102. So viele Spieler aus der Dominikanischen Republik finden sich auf den Opening-Day-Rostern der MLB-Teams (einschließlich Verletztenliste). Es ist das erste Mal, das zu einem Zeitpunkt mehr als 100 MLB-Spieler aus irgend einem anderen Land als den USA in der Liga aktiv sind. Die zweitgrößte Gruppe bilden übrigens Spieler aus Venezuela (68), alle anderen Länder sind mit weniger als 20 Spielern vertreten. Aus Europa sind es genau drei: der Litauer Dovydas Neverauskas, der Niederländer Didi Gregorius und natürlich Max Kepler.

Spiel der Woche
Es war schon wieder alles dabei in dieser ersten Woche der Saison: Comeback-Siege, Walkoffs, Extra-Inning-Geduldsspiele und vieles mehr. Am meisten beeindruckt hat mich jedoch die Partie, der ich schon Wochen vorher entgegen gefiebert hatte: das Auftaktspiel zwischen den Washington Nationals und den New York Mets. Es war das erhoffte Duell zweier überragender Pitcher zwischen Jacob deGrom und Max Scherzer. Der Cy-Young-Gewinner und der Zweiplatzierte der Wahl aus 2018 lieferten ab – deGrom mit 6.0 IP, 5 Hits, 10 Strikeouts, 0 erlaubten Runs; Scherzer mit 7.2 IP, 2 Hits und 12 Strikeouts, aber auch mit den entscheidenden 2 erlaubten Runs. Dass diese beiden einzigen Runs des Spiels ausgerechnet auf das Konto der umstrittenen Neuverpflichtung der Mets, Robinson Cano, gingen, machte die Sache noch ein Stück interessanter. Übrigens hat sich deGrom nicht nur durch dieses Spiel schon früh für einen weiteren Cy-Young-Award in Stellung gebracht: Gestern Nacht ließ er in Miami 7 Innings mit weiteren 14 Strikeouts und erneut 0 zugelassenen Runs folgen – einen Homerun schlug er übrigens auch.

Mein Einschalttipp
Es stehen einige interessante Serien an, aber am spannendsten finde ich die zwischen den Chicago Cubs und den Milwaukee Brewers. Können die Brewers in der NL Central der Konkurrenz frühzeitig enteilen oder bügeln die Cubs ihren schwachen Start schnell wieder aus? Das Duell läuft von Freitag bis Sonntag, mein Einschalttipp ist aufgrund der günstigen Zeit das Sonntagsspiel um 20:10 Uhr unserer Zeit. Starting Pitcher werden Kyle Hendricks für Chicago und Zach Davies für Milwaukee sein.

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März 26th, 2019 by Silversurger

Die New York Yankees stehen kurz vor dem Abschluss ihres erfolglosesten Jahrzehnts seit den 1910er Jahren. Klingt komisch, ist aber so, denn wenn sie dieses Jahr nicht mindestens die American League gewinnen, dann war das die erste Dekade in den letzten hundert Jahren ohne einen Titel für die Yankees. So weit muss es allerdings nicht kommen, denn das 100-Siege-Team der Saison 2018 scheint reif für den nächsten Schritt. Die Yankees haben ein junges, gutes und (für ihre Verhältnisse) bezahlbares Lineup am Start, dazu einen furchteinflößenden Bullpen und eine zumindest solide Starting Rotation. Letztere war der Bereich, der am deutlichsten nach einem Upgrade gegenüber dem letzten Jahr verlangte, und mit der Verpflichtung von James Paxton hat sie es prompt bekommen. Ansonsten waren die Yankees relativ zurückhaltend in der Offseason. Das Wettbieten um Manny Machado und Bryce Harper sah man sich interessiert, aber offenbar ohne großen Handlungsdruck an. Keinen der beiden braucht man so dringend, als dass man für ihn das vorhandene Gehalts- und Teamgefüge gefährden müsste. Durch eine längere Verletzungspause für Didi Gregorius tat sich zwar eine Lücke auf der Shortstop-Position auf, doch diese füllte man genügsam mit dem günstig zu habenden Veteran Troy Tulowitzki. Zusätzliche Infield-Tiefe kam mit 2B DJ LeMahieu, ansonsten vertraut man dem bisherigen Personal. Unter diesem stehen vor allem Gary Sanchez und Aaron Judge in der Pflicht, zurück zu ihrer Form von 2017 zu finden. Wenn das gelingt, wenn zudem Gleyber Torres, Luke Voit und Miguel Andujar an ihre Breakout-Saison 2018 anknüpfen und wenn sich die Verletzungen nicht noch weiter häufen, dann sind die Yankees ein ganz heißer Kandidat für den Gewinn der World Series 2019.

Voraussichtliches Lineup
C Gary Sanchez
1B Luke Voit
2B Gleyber Torres
SS Didi Gregorius
3B Miguel Andujar
LF Brett Gardner
CF Aaron Hicks
RF Aaron Judge
DH Giancarlo Stanton

Voraussichtliche Rotation
RHP Luis Severino
LHP James Paxton
RHP Masahiro Tanaka
LHP J. A. Happ
LHP C. C. Sabathia
Key Reliever: Aroldis Chapman

Wichtigster Zugang
LHP James Paxton (Seattle Mariners)

Wichtigster Abgang
RHP David Robertson (Philadelphia Phillies)

Bestes Prospect
OF Estevan Florial

Größte Stärke
Homeruns: 2018 stellten die Yankees mit 267 Homeruns in einer Saison einen Rekord auf. Bemerkenswert ist, dass sie das ohne einen einzigen Spieler mit 40 oder mehr Homeruns bewerkstelligt haben, dafür mit sieben Spielern, die über 15 Homeruns schlugen. Wenn die Mega-Slugger Giancarlo Stanton und Aaron Judge zu ihrem Rhythmus finden, könnten die Yankees ihren eigenen Rekord bei erster Gelegenheit überbieten.

Größte Schwäche
Verletzungen: Es hat die Yankees bereits ziemlich heftig erwischt im Vorfeld der Saison und während des Spring Trainings. Die Stammspieler Luis Severino, C. C. Sabathia, Didi Gregorius, Dellin Betances und Aaron Hicks sowie Top-Prospect Estevan Florial werden allesamt zum Saisonstart und teilweise weit darüber hinaus ausfallen.

Spannendste Frage
Wer ist der wahre Luis Severino? Sobald Severino nach seiner Schulterentzündung wieder im Einsatz ist, wird er zu beweisen haben, dass er auf Dauer das Ass sein kann, das die Yankees in ihm sehen. In den ersten drei Monaten der vergangenen Saison pitchte er einen ERA von 2.31, nach dem All-Star-Break schien er wie ausgewechselt mit nachlassender Pitch-Geschwindigkeit und einem ERA von 5.57.

Meine Prognose
Platz 1 in der AL East, World Series

Hier geht’s zum jetzt vollständigen Power-Ranking mit allen Previews.

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