Oktober 18th, 2018 by Dominik

Im Gegensatz zu den enttäuschend einseitigen Divisional-Serien halten die beiden Serien um die League Championships bislang alles, was sie versprochen haben. Jedes einzelne Spiel zwischen den Los Angeles Dodgers und den Milwaukee Brewers sowie zwischen den Boston Red Sox und den Houston Astros war spannend und in beiden Duellen ist nach vier bzw. fünf absolvierten Partien noch nichts entschieden. Schon im jeweils nächsten Spiel kann sich das aber ändern, denn sowohl die Dodgers als auch die Red Sox sind nur noch einen Sieg von der World Series entfernt.

Vom Rest der Liga gibt es derweil nicht allzu viel Neues zu vermelden. Von den Teams, die nach neuen Coaches und Managern suchen, scheint noch keines unmittelbar vor einem Vertragsschluss zu stehen. Eine Hiobsbotschaft gab es für die New York Yankees: Kurz nach ihrem Playoff-Aus stellte sich heraus, dass Shortstop Didi Gregorius eine Tommy-John-Surgery benötigt, die inzwischen bereits stattgefunden hat. Gregorius wird somit einen Großteil der kommenden Saison verpassen. Entsprechend stark haben die Spekulationen zugenommen, dass die Yankees sich in der Offseason um Manny Machado, den wohl begehrtesten kommenden Free Agent auf dieser Position, bemühen könnten.

National League
In der NLCS haben die Los Angeles Dodgers letzte Nacht erstmals die Führung übernommen. Der Garant dafür war Clayton Kershaw, der beim 5:2-Erfolg gegen die Milwaukee Brewers endlich in einem Playoffspiel seine Klasse zeigen konnte. Mit einem ERA von 4.11, erworben in 27 Partien (22 Starts) mit insgesamt 140 gepitchten Innings, entsprachen seine Postseason-Auftritte bislang nur selten seinen Leistungen in der regulären Saison. Zum Vergleich: In 318 Saisonspielen (316 Starts, 2096.1 Innings) liegt sein Karriere-ERA bei sagenhaften 2.39. Oktober dürfte nicht gerade sein Lieblingsmonat sein, aber gestern ließ er sich – anders als im ersten Spiel der Serie – davon nichts anmerken und dominierte die Hitter der Brewers sieben Innings lang fast nach Belieben.

Die Brewers huldigen unterdessen auffällig dem neuen Trend im Baseball: dem sogenannten Bullpenning, also sehr frühen und häufigen Pitcherwechseln. In Spiel eins wurde Starter Gio Gonzalez schon nach zwei Innings ersetzt, in Spiel vier sogar schon nach einem Inning, wobei er sich da aber auch eine Verletzung zugezogen hatte. Spiel fünf schließlich war ein neues Extrem, denn Starter Wade Miley musste schon nach einem einzigen Batter den Mound räumen. Laut Manager Craig Counsell war das eine geplante Aktion, um den Gegner zu verwirren und zum verstärkten Einsatz von Rechtshändern gegen den linkshändigen vermeintlichen Starter zu bringen. Das hat zwar funktioniert, wurde aber letzten Endes nicht von Erfolg gekrönt. Es ist interessant, die Entwicklung weg vom klassischen Starter, die einige Teams – allen voran Tampa Bay – in der regulären Saison vorangetrieben haben, nun auch in der Postseason angewendet zu sehen. Erfolg hatten die Brewers mit dieser Taktik bislang allerdings nur in Spiel eins der Serie. Ihren zweiten Sieg holten sie in Spiel drei bei einem ganz normalen Start von Jhoulys Chacin, der 5.1 Shutout-Innings pitchte.

Die Entscheidung der Serie kann Freitagnacht ab 2:39 Uhr unserer Zeit fallen, wenn Spiel sechs von den Dodgers gewonnen wird. Wenn die Brewers noch in die World Series wollen, müssen sie sowohl dieses Spiel als auch die dann entscheidende Partie am Samstag gewinnen.

American League
Die ALCS verläuft bislang gefühlt alles andere als einseitig, trotzdem haben die Boston Red Sox inzwischen eine komfortable Führung von 3:1 Spielen und stehen somit kurz vor der World Series.

Gelungen ist ihnen das, indem sie in knappen Spielen zum richtigen Zeitpunkt die entscheidenden Hits gelandet haben. Dafür steht niemand mehr als Outfielder Jackie Bradley Jr.: Zuerst beeinflusste er den Ausgang von Spiel zwei durch einen 3-Run-Double, bei dem der Ball ziemlich lustig durch die Gegend hüpfte. In Spiel drei besiegelte er den Sieg seines Teams durch einen Grand Slam im achten Inning. In Spiel vier schließlich schlug er den Go-ahead-Homerun im sechsten Inning. Das waren 9 entscheidende RBIs in den drei Siegen der Red Sox und jeden davon erzielte er bei zwei Outs.

Die Red Sox haben nun drei Matchbälle zum Gewinn der Best-of-3-Serie. Die erste Chance, einen davon zu verwandeln, besteht heute Nacht ab 2:09 Uhr unserer Zeit beim Duell von David Price und Justin Verlander.

Szene der Woche
An dieser Stelle muss ich mal die vielen großartigen Catches erwähnen, die die Serie der Astros gegen die Red Sox hervorgebracht hat. Der sehenswerteste davon war für mich der Catch von Astros-Outfielder Tony Kemp in Spiel drei gegen die Red Sox. Er beraubte dadurch Steve Pearce eines Extra-Base-Hits gegen die Outfield-Mauer und verhinderte zu dem Zeitpunkt eine höhere Führung Bostons. Genützt hat es im Endeffekt wenig, denn am Ende gewannen die Red Sox mit 8:2. Seinem Kollegen Josh Reddick erging es ähnlich: Auch er hatte eine tolle Aktion, die in Spiel vier Schlimmeres verhinderte, auch dieses Spiel brachten die Red Sox nach Hause – passenderweise durch einen spektakulären Catch von Andrew Benintendi. Genauso entscheidend für den Ausgang dieser Partie war der Catch, den Mookie Betts nicht machen konnte: Ein Fan griff unzulässigerweise ins Spiel ein und verhinderte, dass Betts den potenziellen Homerun von Jose Altuve stehlen konnte. Die Umpires entschieden dennoch auf Out, denn bei Fan Interference ist die Szene so zu beurteilen wie sie vermutlich ohne den Eingriff passiert wäre.

Statistik der Woche
1930. Das ist eigentlich keine richtige Statistik, sondern eine Jahreszahl. Im genannten Jahr ist es zum letzten Mal vorgekommen, dass ein Pitcher zwei Spiele einer Playoffserie hintereinander gestartet hat. George Earnshaw war es damals, der für die Philadelphia Athletics die Spiele fünf und sechs der World Series gegen die St. Louis Cardinals begann. Earnshaw gewann beide Spiele und entschied damit die Serie zu Gunsten von Philadelphia. Earnshaw pitchte damals im ersten Spiel sieben Innings und im zweiten neun. Morgen wird voraussichtlich Wade Miley von den Brewers erstmals seit 88 Jahren wieder das zweite Playoffspiel in Folge beginnen. Er brachte es bei seinem vorherigen Start allerdings auf 0 Innings, da er schon vor dem ersten Out ausgewechselt wurde.

Spiel der Woche
Die bislang aufregendste Partie der League Championships war für mich Spiel vier zwischen den Dodgers und den Brewers. Viele Runs gab es in dem 13-Inning-Thriller zwar nicht zu sehen, dafür aber überragendes Pitching insbesondere von beiden Bullpens, einen fantastischen Catch sowie den entscheidenden Walkoff-Hit von Cody Bellinger und natürlich die vielen Gesichter des Manny Machado: Für seinen Freund und Gegenspieler Jonathan Schoop hatte er sowohl einen Geburtstagskuchen als auch einen starken Wurf zum Groundout übrig, für Jesús Aguilar leider nur einen ziemlich fiesen Tritt und für die lange zitternden Dodgersfans schließlich den erlösenden Lauf um die Bases, mit dem er Christian Yelichs Wurf aus dem Rightfield zuvor kam und seinem Team den Sieg brachte.

Mein Einschalttipp
Ich bleibe natürlich bei meiner Empfehlung, möglichst jedes der letzten paar Spiele auf dem Weg zur World Series 2018 zu schauen. Innerhalb unserer Zeitzone bietet sich speziell die sechste Partie zwischen den Red Sox und den Astros an. Mit einer Startzeit von 23:09 Uhr unserer Zeit ist es das einzige verbleibende Spiel der League Championships, das nicht mitten in der Nacht beginnt. Ob es überhaupt stattfindet oder ob die Serie schon vorher durch einen Sieg von Boston in Spiel 5 entschieden wird, bleibt noch abzuwarten. Dementsprechend stehen auch die Starting Pitcher noch nicht fest. Nach derzeitigem Stand würde es vermutlich auf Dallas Keuchel und auf Chris Sale hinauslaufen, sofern Letzterer bis dahin nach seinen Magenproblemen wieder ganz auf den Beinen ist.

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September 20th, 2018 by Dominik

Neun bis elf Spiele noch, dann ist für alle Teams die reguläre Saison der MLB beendet. Mit Spannung bis zum Schluss ist durchaus zu rechnen, allerdings bezieht sich diese auf nur noch eine Handvoll offener Fragen im Hinblick auf das Playoff-Bild. In der American League stehen die Teilnehmer an der Postseason schon lange fest, inzwischen lassen sich auch die konkreten Paarungen der ersten Runde so gut wie sicher absehen. In der National League stehen noch ein paar mehr Entscheidungen aus, aber zumindest was die reine Teilnahme an den Playoffs angeht, sind es realistisch betrachtet nur noch zwei Teams, die sich um den letzten freien Platz in der Meisterschaftsrunde streiten. Der Grand Slam am Donnerstag konzentriert sich daher heute ganz auf das Playoff-Bild und die noch offenen Fragen.

National League
Als Sieger der National League East werden die Atlanta Braves (84-68) in die Playoffs einziehen. Dabei haben sie Glück, dass die Konkurrenz innerhalb der Division recht schwach ist, denn in jeder anderen Division wären sie mit ihrer Bilanz bestenfalls Zweiter. In der ersten Playoff-Runde, der National League Divisional Series (NLDS), werden die Braves aller Voraussicht nach auf den Sieger der NL West treffen. Das wären nach derzeitigem Stand die Los Angeles Dodgers (85-68). Die Dodgers haben über die letzten drei Tage die Colorado Rockies (82-70) gesweept und damit wohl den entscheidenden Big Point gelandet, um nach einer turbulenten Saison wahrscheinlich doch noch den Divisionssieg einzufahren (siehe „Spiel der Woche“).

Die Rockies laufen derweil Gefahr, am Ende mit leeren Händen dazustehen, denn sowohl in der Division als auch im Wild-Card-Ranking hätten sie momentan das Nachsehen. Ihre größte Hoffnung dürfte darin bestehen, die St. Louis Cardinals (84-69) noch abzufangen. Diese haben zurzeit noch eineinhalb Spiele Vorsprung. Das halbe der eineinhalb Spiele entzieht sich allerdings ihres Einflusses, denn es rührt daher, dass die Rockies noch eine Partie mehr zu absolvieren haben als die Cardinals. Beide Teams haben ein schwieriges Restprogramm: Die Rockies treffen noch auf die Arizona Diamondbacks (79-74), die Philadelphia Phillies (78-73) und die Washington Nationals (77-75) – drei Clubs, die alle so gut wie sicher aus dem Rennen sind, aber wohl mit dem Mute der Verzweiflung um ihre letzte theoretische Chance kämpfen werden. Die Cardinals haben zwar erstmal „nur“ die San Francisco Giants (72-81) vor sich, müssen aber zum Abschluss Serien gegen die Chicago Cubs (89-63) und die Milwaukee Brewers (87-66) spielen (siehe „Einschalttipp“).

Die Cubs und die Brewers wetteifern noch um die NL Central, der Unterlegene wird ziemlich sicher im Wild-Card-Spiel stehen. Nach derzeitigem Stand würde die NL Central quasi ihre eigenen Playoffs spielen: Zuerst träfen die Brewers und die Cardinals in der Wild-Card-Runde aufeinander. Anschließend würde der Sieger auf das beste NL-Team der regulären Saison treffen, was derzeit die Cubs sind.

American League
Die Boston Red Sox (103-49) haben zuletzt zwei Niederlagen gegen die New York Yankees (93-58) einstecken müssen, aber ihre Magic Number für den Divisionssieg liegt nur noch bei 2. Mit einem Sieg im heutigen dritten Spiel gegen die Yankees können sie die letzten Zweifel beseitigen und selbst wenn dieser nicht gelingt, wird ihnen niemand mehr die American League East ernsthaft streitig machen. Auch dass die Red Sox am Ende die beste Bilanz der gesamten AL haben werden, darf als sicher gelten und somit, dass sie in der ALDS auf den Gewinner des Wild-Card-Spiels treffen.

Das Wild-Card-Spiel tragen die Yankees und die Oakland Athletics (91-61) untereinander aus, auch das steht quasi fest. Die einzige offene Frage vor den Playoffs der AL ist, wer in diesem Spiel Heimrecht haben wird. Das ist keine unerhebliche Frage, denn die beiden Teams stammen von entgegengesetzten Enden der USA und das Gastteam muss eine Anreise von Küste zu Küste auf sich nehmen. Die Trümpfe liegen derzeit klar bei den Yankees: Sie haben zweieinhalb Spiele Vorsprung auf die Athletics und noch ein Spiel mehr zu absolvieren. Daher müssen die A’s sich wohl darauf einrichten, dass die Partie um die Wild Card im Yankee Stadium stattfinden wird. Wenigstens können sie sich mit dem Gedanken trösten, dass die Reise an die Ostküste bei einem erfolgreichen Playoff-Run früher oder später ohnehin nötig geworden wäre; denn wenn die Athletics die Yankees überwinden, geht es anschließend nach Boston.

In der AL Central stehen die Cleveland Indians (85-66) schon lange als Divisionssieger fest – übrigens mit exakt der gleichen aktuellen Bilanz wie sie die Tampa Bay Rays (85-66) haben, die in der AL East keine Chance auf die Postseason haben. In der ALDS-Runde treffen die Indians aller Voraussicht nach auf den Titelverteidiger, die Houston Astros (95-57). Die Astros haben in Bezug auf die AL West noch eine Magic Number von 7, aber ich sehe kein ernsthaftes Szenario, in dem sie sich den Divisionssieg nehmen lassen. Mit den Los Angeles Angels (75-77), den Toronto Blue Jays (69-83) und am Schluss viermal den Baltimore Orioles (44-108) haben die Astros ein Restprogramm, das man bei allem Respekt für die Gegner als bequem bezeichnen darf.

Szene der Woche
Die Szene der Woche besteht aus vier Teilen – der Baseballkenner ahnt schon, was das bedeutet: Es gab mal wieder einen Cycle in der MLB, also einen Single, einen Double, einen Triple und einen Homerun durch einen Spieler im gleichen Spiel. Das ist ein seltenes Ereignis, in diesem Jahr kam es erst dreimal vor. Entsprechend noch viel seltener kommt es vor, dass ein Spieler seinen zweiten Cycle innerhalb einer Saison schlägt. Christian Yelich von den Milwaukee Brewers gelang dies am Montag als erst dritter Spieler in der Geschichte der Liga. Eines schaffte er sogar als Allererster: Noch nie zuvor hatte ein Spieler zwei Cycles in einer Saison gegen dasselbe Team erzielt. Yelich hat es geschafft und sich damit bei den Cincinnati Reds sicher nicht beliebt gemacht.

Statistik der Woche 
0. So viele Plate Appearances von Pitchern gab es letzten Samstag im Spiel der Miami Marlins gegen die Philadelphia Phillies (4:5). Beide Teams wechselten ihre Pitcher konsequent gegen Pinch Hitter aus, sobald sie am Schlag gewesen wären. Insgesamt kamen 15 Pitcher zum Einsatz, sieben für die Marlins und acht für die Phillies. Es war das erste MLB-Spiel seit mindestens dem Jahr 1900, in dem weder ein Pitcher noch ein Designated Hitter an den Schlag ging.

Spiel der Woche
Die Partie letzte Nacht zwischen den Los Angeles Dodgers und den Colorado Rockies war vermutlich die entscheidende um den Gruppensieg in der NL West. Die Rockies waren als Tabellenführer in die Serie gegangen, hatten jedoch nach Niederlagen in den ersten beiden Spielen den Spitzenrang räumen müssen. Nun galt es im dritten Spiel der Serie, das Schlimmste zu verhindern und den Abstand zu den Dodgers knapp zu halten. Mit zwei Runs gegen Walker Buehler, den starken Rookie der Dodgers, erwischten die Rockies einen guten Start. Doch Buehler fing sich und brachte es letztlich auf sechs Innings, keine weiteren Runs und 12 Strikeouts. Ein Solo-Homerun von Matt Kemp sowie ein RBI-Double von Brian Dozier gegen Colorados Starter Tyler Anderson glichen die Partie aus und alles war wieder offen – bis zum großen Auftritt von Yasiel Puig. Puig kam im siebten Inning als Pinch-Hitter und sah in dem Spiel nur zwei Pitches. Den zweiten schlug er in hohem Bogen über das linke Centerfield zu einem Drei-Run-Homerun, der letztendlich den Unterschied zwischen den beiden Teams bedeutete. Man beachte beim Anschauen der Szene auch, wie Puig in ebenso hohem Bogen seinen Schläger hinterher wirft. Durch den 5:2-Sieg haben die Dodgers nun zweieinhalb Spiele Vorsprung, die schwer aufzuholen sein dürften.

Mein Einschalttipp
Da in der AL nahezu alles klar ist, muss der Blick des allgemein interessierten MLB-Fans sich diese Woche auf die NL richten. Eine besonders interessante Serie spielen von Montag bis Mittwoch die Brewers gegen die Cardinals. Für die Cardinals geht es in jedem Fall um den Wild-Card-Platz, für die Milwaukee Brewers vielleicht um noch mehr: Je nachdem, wie die Spiele der Brewers gegen die Pirates (und die der Cubs gegen die White Sox) am Wochenende laufen, haben die Brewers vielleicht noch Chancen, die NL Central zu gewinnen. Vielleicht müssen sie aber auch um das Heimrecht bangen, das sie zurzeit im Wild-Card-Spiel hätten. Die Cardinals würden in den drei Heimspielen der Serie dann sicher alles dafür geben, eine Woche später an gleicher Stelle gegen den gleichen Gegner spielen zu dürfen. Leider wird es einem in Deutschland nicht leicht gemacht, dieser wichtigen und interessanten Serie zu folgen: Erstens finden alle Spiele nach unserer Zeit mitten in der Nacht statt, zweitens wird die Serie von DAZN komplett ignoriert. Erfreulicherweise wird aber die erste Partie (Montagnacht ab 2:15 Uhr) das kostenlose Spiel des Tages auf mlb.tv sein. Als Pitcher werden voraussichtlich Chase Anderson (3.93 ERA, 5.21 FIP) für Milwaukee und Austin Gomber (3.63 ERA, 3.71 FIP) für St. Louis auflaufen.

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August 30th, 2018 by Dominik

Die Trade-Saison geht langsam, aber sicher ihrem Ende entgegen: Morgen, am 31. August, ist die Deadline für Waiver-Trades. Vereinswechsel sind danach theoretisch noch möglich, doch die betreffenden Spieler dürften in den Playoffs nicht eingesetzt werden. Die Philadelphia Phillies haben schnell noch mit OF/3B Jose Bautista von den Mets nachgerüstet, die Atlanta Braves mit 1B Lucas Duda von den Royals und C Rene Rivera von den Angels – beide sind übrigens ebenfalls ehemalige Mets. Ein hochkarätiger Spieler, der ebenfalls noch vor der Deadline den Klub wechseln könnte, ist 3B Josh Donaldson. Er wurde auf den Waiver gesetzt und die Blue Jays sind wohl sehr daran interessiert, ihn loszuwerden, um wenigstens das Gehalt aus seinem auslaufenden Vertrag zu sparen. Ein Trade könnte allerdings an der nötigen Gesundheitsprüfung scheitern, denn Donaldson ist noch im Aufbautraining nach einer Verletzung. Ein paar Waiver-Claims für prominente Spieler führten diese Woche nicht zu Trades: So konnten sich die Cincinnati Reds nicht mit den Brewers über Matt Harvey einigen und auch Billy Hamilton zogen sie nach Claim durch ein unbekanntes Team vom Waiver zurück, ebenso wie die Rays ihren Closer Sergio Romo.

Der Tag nach der Deadline, der 1. September, ist ein weiteres wichtiges Datum im MLB-Kalender: Ab diesem Tag dürfen die MLB-Teams in den Spielen statt auf einen ausgewählten 25-Mann-Kader auf ihren vollen 40-Mann-Kader zugreifen. Wir werden dann eine Menge sogenannter September-Call-ups sehen, größtenteils junge Spieler aus den Minor-Leagues, die Spielpraxis in der MLB erhalten und die Stammspieler in der Endphase der langen Saison entlasten sollen. Jetzt schauen wir aber erst mal, welches Bild sich zum Einstieg in diese Endphase in der MLB bietet:

American League
Die Boston Red Sox (92-42) sind immer noch mit großem Vorsprung das Top-Team der MLB und der American League East, doch ein bisschen ist der Zauber ihrer überragenden Saison zuletzt verblasst: Auf einer Strecke von acht Spielen gingen sechs verloren, darunter durch die Tampa Bay Rays (71-62) der erste Sweep gegen die Red Sox in der ganzen Saison. Gegen die Marlins gab es nun zwei Comeback-Siege für Boston, wodurch der Abstand zu den New York Yankees (84-49) wieder auf 7,5 Spiele gewachsen ist. Die Red Sox werden sich nicht mehr einholen lassen und sie werden auch locker die 100-Siege-Marke überspringen. Der Rekord von 116 Siegen, der zwischenzeitlich in Reichweite schien, ist aber erstmal in weite Ferne gerückt. Zudem stehen mit den White Sox, den Braves und den Astros ein paar unangenehme Gegner an.

Auch die Cleveland Indians (75-57) schwächeln gerade ein bisschen, kassierten aus den letzten sieben Spielen fünf Niederlagen. In der AL Central tut ihnen das angesichts der klaren Verhältnisse natürlich nicht sonderlich weh, noch nicht mal wenn die Niederlagen wie gestern gegen den Divisionszweiten Minnesota Twins (62-70) erlitten werden. Die Twins sind so weit hinter den Indians und gleichzeitig so weit vor dem Rest des Feldes, dass sich für sie in dieser dieser Saison nichts mehr tun wird. Immerhin um Platz drei ist inzwischen ein Kampf entbrannt, die Detroit Tigers (53-80) und die Chicago White Sox (53-80) stehen exakt gleichauf. Die beiden scheinen allerdings in unterschiedliche Richtungen unterwegs zu sein: Von ihren letzten 15 Spielen haben die White Sox 11 gewonnen, die Tigers hingegen haben 11 verloren.

In der AL West haben die Houston Astros (82-51) erfolgreich den Angriff der Oakland Athletics (80-54) abgewehrt, indem sie zwei der drei direkten Duelle gewonnen haben. Die A’s müssen damit die Träume vom Divisionssieg zumindest zurückstellen und sich erst mal auf die Sicherung ihres Wild-Card-Platzes konzentrieren. Gegen den direkten Konkurrenten, die Seattle Mariners (74-59), sollte in den ab heute anstehenden vier Spielen zumindest ein Split her, um den Vorsprung von 5,5 Spielen zu wahren. Für die Mariners könnte diese Serie bereits die letzte Chance sein, noch mal nah heranzukommen. Durch Niederlagen in den letzten drei Spielen – zwei in San Diego, eine in Arizona – haben sie die Gelegenheit verpasst, aus der verlorenen Serie der Athletics in Houston Kapital zu schlagen.

National League
In der National League East haben die Atlanta Braves (74-58) sich zwei unnötige Niederlagen gegen Schlusslicht Miami Marlins (53-81) geleistet. Dennoch haben sie ihre Position gegenüber den Philadelphia Phillies (71-62) gefestigt. Den Phillies scheint die Luft ausgegangen zu sein, jedenfalls haben sie seit vier Wochen keine einzige Serie mehr gewinnen können und das, obwohl es in dieser Zeit überwiegend gegen schwache Teams wie die Washington Nationals (67-67), die New York Mets (59-74), die Padres und die Blue Jays ging. Auf diese Weise sind die Phillies inzwischen auch im Wild-Card-Rennen ins Hintertreffen geraten und mit 2,5 Spielen Rückstand auf einen solchen Platz zurzeit das schwächste der fünf Teams mit ernsthaften Ambitionen.

Momentan würden beide Wild Cards an die NL Central gehen. Hier haben sich an der Spitze die Chicago Cubs (78-54) inzwischen etwas abgesetzt, vor allem durch eine Reihe von sieben Siegen in Folge, die erst gestern Abend bei den Mets ihr Ende fand. Dahinter halten sich aber auch die St. Louis Cardinals (74-59) und die Milwaukee Brewers (74-60) mehr als solide und verteidigen dadurch die Wild-Card-Plätze gegen die anderen Divisionen – zum Beispiel beim 2:1-Seriensieg der Cardinals bei den Rockies am letzten Wochenende.

Die NL West bleibt die spannendste Division der Liga. Während in jeder anderen Division inzwischen mindestens dreieinhalb Spiele zwischen dem Ersten und dem Zweiten liegen, liegt hier zwischen dem Ersten und dem Dritten nur ein einziges Spiel. Das sieht nach einem geradezu perfekten Zeitpunkt dafür aus, dass es ab heute vier Tage lang zum direkten Kräftemessen zwischen den Arizona Diamondbacks (73-60) und den Los Angeles Dodgers (72-61) kommt. Die Colorado Rockies (72-60) hoffen vermutlich, dass die beiden sich die Siege teilen, während sie selbst sich der einfacher erscheinenden Aufgabe gegen die San Diego Padres (52-83) widmen. Die San Francisco Giants (67-68) haben die Saison inzwischen abgehakt. Das könnte sich nicht deutlicher zeigen als daran, dass ihr Star-Catcher Buster Posey sich einer Hüftoperation unterzogen hat mit dem Ziel, nächstes Jahr schmerzfrei spielen zu können.

Szene der Woche
Das Spiel zwischen den Phillies und den Nationals am Dienstag war eigentlich ein Duell der beiden Cy-Young-Kandidaten Aaron Nola und Max Scherzer, doch in Erinnerung bleiben wird die spielentscheidende Aktion eines anderen Pitchers – und zwar nicht beim Pitchen. Vince Velasquez war von den Phillies als Pinch-Runner ins Spiel geschickt worden, um beim Stand von 4:5 bei einem Out im unteren neunten Inning den langsamen und erst vor Kurzem von einer Verletzung genesenen Wilson Ramos an der zweiten Base zu ersetzen. Das war wohl keine gute Idee, denn Velasquez ging die Aufgabe mit einer gehörigen Portion Übermut an: Bei einem Flyball ins Centerfield tagte er die Base, um nach dem Catch von Michael Taylor die dritte Base zu erreichen. Das war eine eigenmächtige, riskante und relativ unnötige Entscheidung. Dann ging auch noch der Slide über die Base hinweg, aber da der Wurf nicht gut ankam, war Velasquez safe. Jedenfalls dachte er das, doch sowohl der Gegner als auch die Umpires hatten aufgepasst und gesehen, dass er die zweite Base verlassen hatte, bevor Taylor überhaupt am Ball war. Velasquez war somit das dritte Aus und das Spiel verloren. So kann’s gehen, sogar unter MLB-Profis.

Statistik der Woche 
50. So viele Saves hat Edwin Diaz als Closer der Mariners dieses Jahr bislang erzielt. Das haben in der MLB-Historie erst 16 Pitcher vor ihm geschafft und es ist noch ein ganzes Stück Saison übrig. 29 Spiele haben die Mariners noch vor sich, in denen Diaz sich an den Rekord von Francisco Rodriguez (62 in der Saison 2008) heranarbeiten oder diesen sogar noch übertreffen kann. Die Voraussetzung dafür ist, dass die Mariners ihm auch weiterhin genug Gelegenheiten dafür schaffen. 54 Chancen auf einen Save haben sie ihm bisher gegeben, das sind 12 mehr als irgendein anderer Closer dieses Jahr hatte. Noch eine nette Geschichte am Rande: Mariners-Manager Scott Servais hatte Diaz im Juli versprochen, dass er sich dessen Frisur zulegen würde, wenn er 50 Saves schafft. Servais hat sein Wort gehalten.

Spiel der Woche
Das Spiel der Reds gegen die Brewers letzte Nacht sparte nicht an Highlights. Zum einen gab es eine Menge Hits, 36 an der Zahl, die zu insgesamt 25 Runs und einem knappen 13:12-Sieg der Gäste aus Milwaukee nach mehreren Führungswechseln führten. Der interessanteste Hit war ein 3-Run-Homer von Reds-Reliever Michael Lorenzen, den dieser erzielte, nachdem er schon einen vermeintlichen Strikeout bei einem verunglückten Bunt erlitten hatte. Die größte Story des Tages war aber Brewers-Outfielder Christian Yelich, der ein absolut überragendes Spiel hatte: Er erzielte bei 6 Versuchen 6 Hits, darunter ein Cycle, und war obendrein mit einem perfekten Wurf aus dem Outfield für ein Aus an der Homeplate verantwortlich. Man sollte meinen, mit so einer Leistung gewinnt man ein Spiel locker im Alleingang, aber dass es für die Brewers nach zehn Innings zum knappen Sieg reichte, war nicht möglich ohne das Wirken von Jesus – genauer gesagt den Homerun von Jesus Aguilar im zehnten Inning.

Mein Einschalttipp
Die Baseballwelt schaut nach Los Angeles, denn dort spielen die Dodgers und die Arizona Diamondbacks an diesem Wochenende die Spitze der NL West unter sich aus (oder sie machen die Colorado Rockies zum lachenden Dritten). Die ersten drei Spiele finden aus mitteleuropäischer Sicht leider allesamt tief in der Nacht statt, daher ist mein Einschalttipp Spiel vier, das ihr am Sonntag ab 22:10 Uhr sowohl auf DAZN als auch auf mlb.tv sehen könnt. Starting Pitcher in dieser Partie werden voraussichtlich Clay Buchholz (2.07 ERA, 3.41 FIP) für Arizona und Walker Buehler (3.02 ERA, 3.21 FIP) für Los Angeles sein. Das ist ein interessantes Matchup zwischen dem starken Rookie Buehler und dem 34-jährigen Buchholz, der relativ überraschend mit seiner besten Saison seit fünf Jahren auftrumpft.

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Juni 14th, 2018 by Dominik

Die wöchentliche Übersicht zum MLB-Geschehen beginnt dieses Mal mit ein paar unerfreulichen Nachrichten. Die ersten davon sind Verletzungen von zwei der Top-Spieler der Liga: Shohei Ohtani, der einzige und zudem überaus erfolgreiche Two-Way-Player der Liga, schien den Award als Rookie des Jahres bereits sicher in der Tasche zu haben. Nun fällt er aber möglicherweise bis 2020 aus. Er hat eine Verletzung am Seitenband des Ellenbogens seines Wurfarms und es sieht danach aus, dass dies eine Tommy-John-Surgery nötig macht. Noch besteht aber die Hoffnung, mittels Stammzelleninjektion und sonstigen konservativen Maßnahmen eine Verbesserung zu erzielen; wie es für Ohtani weitergeht, wird sich wohl in rund drei Wochen entscheiden. Bereits sicher ist, dass für Detroits 1B Miguel Cabrera die Saison beendet ist. Er riss sich eine Sehne im Bizeps, muss operiert werden und kann seinen in der AL Central überraschend gut platzierten Tigers dieses Jahr keine Hilfe mehr sein. Um den Reigen der schlechten Nachrichten perfekt zu machen: Donald Lutz, der erste und vor Max Kepler einzige MLB-Spieler aus Deutschland, hat seine Spielerkarriere beendet. Die jetzt verkündete Entscheidung schlug keine hohen Wellen, da Lutz bei den Reds schon seit geraumer Zeit weit von der höchsten Liga entfernt war. Er konzentriert sich jetzt ganz auf die Trainerlaufbahn, die er diese Saison – ebenfalls in der Organisation der Reds – begonnen hat.

American League
Die beiden erfolgreichsten Teams der Liga finden sich nach wie vor in der American League East und an der Spitze steht zurzeit – ja, wer eigentlich? Die Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten. Offiziell stehen die New York Yankees (43-20) vorne, da sie mit 68,3% eine höhere Siegquote haben als die Boston Red Sox (47-22) mit 68,1%. Gleichzeitig sagt die Tabelle aber aus, dass die Yankees 1,0 Spiele Rückstand auf die Red Sox haben. Das kommt dadurch, dass die Yankees weniger Spiele absolviert haben und bei der Bestimmung des Abstands die noch ausstehenden Partien mit je 0,5 gezählt werden. Seht als Tabellenführer an, wen ihr wollt, auf jeden Fall bleibt es ein spannendes Rennen. Die Red Sox hatten zuletzt einen kleinen Offensiv-Slump, doch dank des frisch gesweepten Aufbaugegners Baltimore Orioles (19-48) haben sie diesen wohl bereits überwunden. In Seattle wartet nun allerdings vier Spiele lang eine ungleich schwerere Aufgabe (siehe „Einschalttipp“). Die Yankees empfangen in dieser Zeit die Tampa Bay Rays (32-35) – auf dem Papier die deutlich leichtere Aufgabe, aber auch nicht zu unterschätzen. Schließlich haben die Rays gerade die Toronto Blue Jays (30-38) in einer Drei-Spiele-Serie abgefertigt und ihnen dadurch den dritten Platz in der Division abgejagt.

In der AL Central ist nach wie vor nicht viel Bewegung. Die Cleveland Indians (35-31) halten sich mit mittelmäßigen Leistungen an der Spitze, dem Rest der Division ist zurzeit nicht viel zuzutrauen. Überraschend auf Platz zwei, wenngleich mit negativem Record, stehen immer noch die Detroit Tigers (32-37). Ohne ihren Star Miguel Cabrera wird für sie die Saison nun allerdings noch deutlich schwerer werden. Dahinter liegen die Minnesota Twins (29-35) bereits fünf Spiele zurück. Wenn die Twins sich ihre Chance auf die Division erhalten wollen, sollten sie am besten das wiederholen, was ihnen vor eineinhalb Wochen schon einmal gelungen ist: einen Sweep gegen die Indians in der Drei-Spiele-Wochenendserie. Schlagbar sind die Indians definitiv, das haben auch die Chicago White Sox (24-42) gerade zweimal unter Beweis gestellt – und die rote Laterne der AL Central damit an die Kansas City Royals (22-46) abgegeben, welche mit neun Niederlagen in den letzten zehn Spielen in desolater Verfassung sind und jetzt auch noch ausgerechnet World Champion Houston erwarten.

Die Houston Astros (44-25) sind schon wieder in meisterlicher Verfassung. Sieben Spiele in Folge haben sie zuletzt gewonnen und ihr Run Differential von +138 ist das beste der MLB. Dennoch sind sie in der AL West weiterhin nur Zweiter, denn die Seattle Mariners (44-24) haben hauchdünn die Nase vorn und das mit einem Run Differential von nur +27. Das spricht dafür, dass bei den Mariners ein bisschen Glück, aber auch eine beeindruckende Effizienz zur guten Bilanz beitragen (siehe auch „Statistik der Woche“). Die Los Angeles Angels (37-32) sind inzwischen deutlich hinter die Astros und die Mariners zurückgefallen und nach Ohtanis Ausfall steht zu befürchten, dass sie wieder zur alten Mike-Trout-One-Man-Show werden. Danach sah es jedenfalls ganz stark aus, als Trout diese Woche in zwei Spielen hintereinander gegen die Mariners je zwei Homeruns schlug – und beide Spiele verloren wurden. Die anstehende Serie bei den Oakland Athletics (34-34) könnte interessant werden, denn es treffen zwei Teams aufeinander, die dringend ein Erfolgserlebnis brauchen, damit ihnen ihre bislang unerwartet gute Saison nicht aus der Hand rutscht. Nicht mehr viel zu retten dürfte hingegen bei den Texas Rangers (27-43) sein, die sich mit sechs Niederlagen in Folge wohl endgültig ausgeklinkt haben aus einer Division, in der alle anderen bei mindestens .500 stehen.

National League
Die National League East ist nach wie vor heiß umkämpft zwischen den Atlanta Braves (39-28) und den Washington Nationals (37-28). Beide sind mehr oder weniger im Gleichschritt unterwegs und werden sich noch für eine ganze Weile ein Fernduell liefern, denn das nächste direkte Aufeinandertreffen gibt es erst nach dem All-Star-Break. Die Philadelphia Phillies (34-31) hingegen fallen im Vergleich mit den Braves und den Nationals mehr und mehr zurück, auch in dieser Woche gewannen sie nur zwei von sechs Spielen. Sorgen, ihren dritten Platz zu gefährden, müssen sie sich jedoch nicht machen. Die New York Mets (28-36) bekommen offensiv nach wie vor überhaupt nichts auf die Reihe. Sie haben zehn der letzten elf Spiele verloren und das obwohl ihre Pitcher in keinem einzigen dieser Spiele einen wirklich schlechten Start hatten. Der einzige Sieg in diesem Zeitraum war ein 2:0 gegen die Yankees durch einen einsamen Homerun von Todd Frazier gegen sein Ex-Team. Die Mets haben inzwischen die zweitwenigsten Runs der Liga gescort: 239, knapp vor den Orioles mit 234 und gleichauf mit den Miami Marlins (26-42). Apropos Marlins, ich weiß gar nicht, ob ich über die in diesem Jahr schon mal was Positives geschrieben habe. Jetzt ist es soweit: Sie haben drei Spiele hintereinander gegen die Giants gewonnen. Herzlichen Glückwunsch.

Für die NL Central habe ich letzte Woche einen Führungswechsel zugunsten der Chicago Cubs (38-27) herbeigeredet und den gab es dann auch am Montag durch einen hart erkämpften Sieg über den direkten Konkurrenten. Doch Baseball ist das Spiel der Serien und die Serie gewannen am Ende die Milwaukee Brewers (41-27), wodurch sie sich die Divisionsspitze direkt wieder zurück holten. Wenn es den Brewers jetzt gelingt, gegen die Phillies nachzulegen, können sie sich vielleicht sogar ein kleines Polster anlegen. Ihre Verfolger werden sich jedenfalls in den nächsten Tagen in irgendeiner Weise gegenseitig Punkte abnehmen, denn die Cubs müssen für drei Spiele zu den St. Louis Cardinals (36-30). Die Pittsburgh Pirates (33-35) stehen inzwischen bei einem negativen Record, was sich angesichts einer anstehenden Serie gegen die Cincinnati Reds (25-43) durchaus schnell wieder ändern könnte.

In der NL West haben sich die Arizona Diamondbacks (37-30) nach mehreren Wochen im fast ungebremsten Fall wieder gefangen. Sieben der letzten zehn Spiele wurden gewonnen und angesichts des Zustands des kommenden Gegners wäre es keine Überraschung, wenn gegen die Mets in den nächsten Tagen vier weitere Siege hinzukommen. Damit könnte man sich die Los Angeles Dodgers (35-32) vom Leib halten, die derzeit mit aller Macht nach vorne drängen und diese Woche schon die Colorado Rockies (33-34) überholt haben. Nach wie vor sind alle Teams dieser Division sehr eng beisammen und wenn die San Francisco Giants (33-35) am Wochenende das Derby gegen die Dodgers gewinnen sollten, sind auch sie trotz der peinlichen Niederlagen gegen Miami wieder voll im Rennen. Genauso viele Siege wie die Rockies und die Giants, aber ein paar mehr Niederlagen haben die San Diego Padres (33-37). Mit 5,5 Rückstand sind auch sie gar nicht weit weg von der Spitze entfernt, es warten aber vier unangenehme Spiele in Atlanta auf sie.

Szene der Woche
Bei einem Rundown – also einer Situation, in der man sich zwischen den Bases befindet, während die Abwehrspieler sich den Ball hin und her werfen können – hat man als Baserunner meistens schlechte Karten. Wenn es gleich zweimal am gleichen Tag Baserunner schaffen, so einer Situation zu entkommen, dann ist das auf jeden Fall eine Erwähnung wert: Am Dienstag gelang dieses Kunststück sowohl Christian Yelich von den Brewers als auch Billy Hamilton von den Reds. Hamilton setzte sogar noch einen drauf, indem er aus der Szene den wohl frechsten Run des Jahres herausholte. Weniger Erfolg zwischen den Bases hatte Luis Valbuena: Der Angel schlug einen Ball in die Ecke des rechten Outfields zum scheinbar sicheren Double, doch ein sehenswerter Wurf von Mitch Haniger und ein noch sehenswerterer Tag von Jean Segura bescherte den Mariners ein unglaubliches Out. Das waren fantastische Szenen, doch die Szene der Woche hatte in meinen Augen ein Fan der Oakland Athletics: Der Mann brachte es tatsächlich fertig, zwei Foulballs bei direkt aufeinander folgenden Pitches zu fangen. Ich weiß nicht, wie hoch die Wahrscheinlichkeit für so etwas ist, aber ich tippe, dass es das unwahrscheinlichste Ereignis in einem Ballpark war seit dem Homerun von Bartolo Colon am 7. Mai 2016.

Statistik der Woche 
21. So viele Spiele haben die Seattle Mariners dieses Jahr mit genau einem Run Unterschied gewonnen. Das ist fast die Hälfte ihrer 44 Siege und mit großem Abstand führend in der MLB – Zweiter sind die Milwaukee Brewers mit „nur“ 15 siegreichen 1-Run-Games. Die knappen Siege, die wie oben erwähnt sicher eine Menge mit Glück, aber auch mit Effizienz und Durchhaltevermögen zu tun haben, sind das Erfolgsgeheimnis der Mariners in dieser Saison. Seattle befindet sich sogar auf Rekordkurs: Noch nie hatte ein Team so früh in der Saison schon so viele 1-Run-Siege. Wenn sie so weiter machen, kann die Bestmarke von 42, erzielt durch die San Francisco Giants im Jahr 1978, ernsthaft ins Wackeln geraten.

Spiel der Woche
Manchmal braucht es offenbar eine besondere Form der Motivation, bevor ein Team bereit ist, alles aus sich herauszuholen. Die Diamondbacks schienen am Montag jedenfalls auf dem Weg, gegen die Pirates sang- und klanglos unterzugehen. 0:5 lagen sie im Bottom des siebten Innings schon zurück, als Pittsburghs Pitcher Joe Musgrove eine folgenschwere Entscheidung traf: Er warf Chris Owings ab, ganz offensichtlich mit Absicht und als Vergeltung dafür, dass Arizonas Braden Shipley vorher – vermutlich unabsichtlich – Josh Harrison abgeworfen hatte. Damit war den ungeschriebenen Regeln genüge getan, doch die Diamondbacks hatten noch eine Antwort parat: Sie nahmen die Aktion gegen ihren Batter zum Anlass, eine Rally zu starten und das Spiel zu drehen. Nach einem Wild Pitch, einem Error, zwei Singles und einem Homerun von Jake Lamb stand es am Ende des siebten Innings 5:5 und im achten Inning legte Arizona vier weitere Runs nach zum 9:5-Sieg. Liebe Pirates, ihr werdet das hier nicht lesen und schon gar nicht auf mich hören, aber mein Tipp wäre: in Zukunft statt Sandkastenkrieg lieber weiter Baseball spielen.

Mein Einschalttipp
Zwei der heißesten Teams der Liga treffen ab heute viermal aufeinander: die Seattle Mariners und die Boston Red Sox. Da sollte man mindestens einmal einschalten, auch wenn die Spiele an der Ostküste für uns Europäer zu relativ ungünstigen Zeiten stattfinden. Wenn ihr Frühaufsteher seid, bietet sich das Spiel am Samstagmorgen ab 4:10 Uhr mitteleuropäischer Zeit an. Rick Porcello (3.54 ERA, 3.30 FIP) und James Paxton (3.02 ERA, 2.79 FIP) lautet das voraussichtlich hochklassige Matchup dieser Partie. Zählt ihr euch hingegen eher zu den Nachteulen, dann ist vielleicht die Partie am Sonntagabend ab 22:10 Uhr unserer Zeit etwas für euch. Auf dem Mound stehen dann voraussichtlich Eduardo Rodriguez (3.64 ERA, 3.56 FIP) und Mike Leake (4.26 ERA, 4.45 FIP). Beide Spielen werden sowohl auf mlb.tv als auch auf DAZN übertragen.

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Februar 1st, 2018 by Dominik

Wieder ist die neue MLB-Saison ein Stück näher gerückt und wieder war es eine relativ ereignisarme Offseason-Woche – abgesehen von den Aktivitäten der Brewers kurz nach dem letzten Grand Slam am Donnerstag. Ich weiß, dass ich mich Woche für Woche wiederhole, aber noch immer ist ein Großteil der interessantesten Free Agents ohne Vertrag für 2018. Ein Ende der Hängepartie ist nicht in Sicht, der Trainingsauftakt der meisten Teams aber nur noch zwölf Tage entfernt. Kein Wunder, dass inzwischen offenbar viele der verbleibenden Free Agents darüber nachdenken, sich zu einem eigenen Trainingslager zu treffen, damit sie von ihrem Fitnessstand her nicht ins Hintertreffen geraten gegenüber den unter Vertrag stehenden Spielern.

Brewers verstärken sich mit Yelich und Cain
Die Milwaukee Brewers haben einen Doppelschlag gelandet und damit alle Welt wissen lassen, dass mit ihnen dieses Jahr zu rechnen sein wird: Innerhalb von nur einer Stunde haben sie ihr Outfield gewaltig aufgerüstet, indem in der Nacht von Donnerstag auf Freitag zuerst ein Trade für Christian Yelich und dann die Verpflichtung von Lorenzo Cain bekannt wurden.

Beide Maßnahmen haben sich die Brewers ordentlich was kosten lassen: Cain erhält einen Fünfjahresvertrag über 80 Millionen Dollar. Das ist MLB-weit mit Abstand der hochwertigste Kontrakt der bisherigen Offseason. Yelich kommt zwar mit einem relativ teamfreundlichen Vertrag (43,25 Millionen für die nächsten vier Jahre plus Teamoption für 2022), doch mussten die Brewers für ihn ein Paket von vier Prospects nach Miami schicken: OF Lewis Brinson, OF Monte Harrison, INF Isan Diaz und RHP Jordan Yamamoto werden die Marlins spürbar voran bringen mit ihrem Rebuilding-Projekt. Insbesondere Brinson und Diaz gelten als große Talente auf ihrer jeweiligen Position; Brinson wird möglicherweise schon ab Saisonbeginn das Centerfield der Marlins übernehmen.

Die Brewers haben sich außerdem für 5 Millionen Dollar und zwei Jahre die Dienste von Reliever Matt Albers gesichert und nach allem, was sich vernehmen lässt, sind sie noch nicht fertig damit, sich für einen Angriff auf die NL Central zu rüsten: Mindestens ein hochwertiger Starter soll noch her, unter anderem sind die Brewers wohl noch im Rennen um Top-Free-Agent Yu Darvish.

Mets behalten Reyes, traden Smoker
Auch die New York Mets sind noch auf der Suche nach einem Starting Pitcher, allerdings eher nach einer preiswerten Option für die Mitte der Rotation. Priorität hat bei den Mets vermutlich aber ein erfahrener Second oder Third Baseman. Aktuell stünden für diese Posten mit Asdrubal Cabrera, Wilmer Flores und dem frisch für ein weiteres Jahr und 2 Millionen Dollar verpflichteten José Reyes drei Utility-Spieler zur Verfügung, die allesamt zu soliden Battingleistungen fähig, defensiv aber eher als Fragezeichen einzustufen sind. Um im Roster Platz für Reyes zu schaffen, wurde der linkshändige Reliever Josh Smoker designated for assignment. Für ihn fand sich prompt ein Interessent in den Pittsburgh Pirates, die im Gegenzug für Smoker Lefty-Prospect Daniel Zamora und etwas Geld nach New York schicken.

Trade zwischen Athletics und Royals
Einen weiteren Trade gab es zwischen den Oakland Athletics und den Kansas City Royals: Die A’s senden die beiden Pitcher Jesse Hahn und Heath Fillmyer nach Kansas City, dafür erhalten sie DH Brandon Moss, RP Ryan Buchter und 3,25 Millionen Dollar. Moss ist der bekannteste Name in diesem Trade, doch bei seiner Rückkehr nach Oakland geht es vermutlich eher um die Übernahme eines Großteils seines Gehalts von 8,25 Millionen Dollar, denn die Royals sind nach wie vor bemüht, das Geld für einen langfristigen Kontrakt mit 1B Eric Hosmer zusammenzukratzen. Neben diesen finanziellen Erwägungen ist der Kern des Trades, dass die Athletics einen dringend benötigten linkshändigen Reliever für ihren Bullpen bekommen haben und die Royals zwei günstige Ergänzungen für ihre alternde Rotation.

Noch ein Reliever für die Diamondbacks
Die Arizona Diamondbacks setzen derweil ihre letzte Woche begonnene Strategie fort, schwächelnde Reliever mit Minor-League-Verträgen anzuhäufen in der Hoffnung, dass ein paar davon zurück in die Erfolgsspur finden. Nach Antonio Bastardo, Fernando Salas, Kris Medlen und Michael Blazek reiht sich nun auch Neftali Feliz in die Reihe der Hoffnungsvollen ein. Feliz begann letzte Saison als Closer der Brewers, wurde aber nach schwachen Leistungen (6.0 ERA) im Juni entlassen und überzeugte auch nach der Aufnahme durch die Royals nicht, die ihn schließlich am 1. September ebenfalls aus dem Kader strichen.

Machado wechselt die Position
Manny Machado galt in dieser Offseason lange als Kandidat für einen Trade, da sein Vertrag zum Ende der Saison ausläuft, die Ziele der Baltimore Orioles wie fast jedes Jahr ein Rätsel sind und Machado selbst keinen Hehl daraus machte, dass er unzufrieden mit seiner primären Verwendung als Third Baseman ist. Nun sieht alles danach aus, dass Machado zumindest bis zur Trade Deadline Ende Juli in Baltimore bleiben wird. Um ihm dies schmackhaft zu machen und vielleicht auch, um seinen Tradewert noch etwas nach oben zu treiben, wird ihm sein Wunsch gewährt, dieses Jahr auf seiner Lieblingsposition als Shortstop zu spielen. Voraussichtlich wird er dafür schlicht die Rollen mit dem bisherigen SS Tim Beckham tauschen. Natürlich mühen sich nun alle Verantwortlichen zu betonen, dass diese Umstellung eine rein sportliche Entscheidung zum Besten des Teams ist – man darf sich aber schon fragen, warum man dann erst jetzt auf diese Idee gekommen ist…

Chief Wahoo hat ausgedient
Nach langer Diskussion, zu der ich vor einem Dreivierteljahr schon mal meinen Senf abgegeben hatte, ist nun endlich eine Entscheidung gefallen: Chief Wahoo, die von vielen als rassistisch empfundene Indianerkarikatur auf den Uniformen der Cleveland Indians, wird 2018 seine Abschiedssaison geben. Ab 2019 leistet Chief Wahoo dem Sarotti-Mohr und dem Affenpullover von H&M Gesellschaft im längst überfälligen Ruhestand. Ich finde, über Teamnamen wie Braves oder Indians kann man durchaus geteilter Meinung sein und man muss nicht gleich in allem einen Angriff oder eine Beleidigung sehen. Aber die debil grinsende knallrote Fratze mit Hakennase liegt für mich jenseits der Grenze von Geschmacks- oder Interpretationsfragen und ich bin froh, dass sie bald weg ist.

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November 9th, 2017 by Dominik

Herzlich willkommen zur ersten Offseason-Ausgabe des Grand Slam am Donnerstag in diesem Jahr. Bis es im April wieder um Spiele und Ergebnisse geht, werde ich an dieser Stelle aktuelle Stories anreißen, die ich aus Zeitgründen nicht in einem ausführlichen Artikel verarbeiten kann, aber zumindest mal erwähnt haben möchte. Außerdem möchte ich hiermit ein letztes Mal die Werbetrommel für mein Offseason-Wunschkonzert rühren. Es ist schon eine ganze Reihe von Anregungen eingegangen, womit Baseblog.de sich in den nächsten Monaten beschäftigen soll, und ich freue mich über jede weitere.

Roy Halladay und Daniel Flores sind tot
Einsteigen muss ich leider mit zwei sehr traurigen Meldungen: Roy Halladay, während seiner aktiven Zeit für Philadelphia und Toronto einer der besten Pitcher der MLB, ist im Alter von nur 40 Jahren ums Leben gekommen. Halladay brachte es von 1988 bis 2013 dreimal zum All-Star und gewann je einen Cy-Young-Award in der National und in der American League. Legendär wurde er im Jahr 2010,  als er für die Phillies ein Perfect Game in der regulären Saison und einen No-Hitter in den Playoffs warf. „Doc“ Halladay starb am Dienstag beim Absturz eines von ihm selbst gesteuerten Leichtflugzeuges in den Golf von Mexiko.
Genauso traurig ist die Geschichte von Daniel Flores: Gerade mal 17 Jahre alt wurde der Nachwuchs-Catcher, den die Boston Red Sox erst im Sommer dieses Jahres für einen Signing-Bonus von über drei Millionen Dollar aus seiner Heimat Venezuela geholt hatten. Er schien eine große Zukunft vor sich zu haben, galt als Top-10-Prospect sowohl innerhalb der Franchise als auch unter allen Catchern im US-Baseball. Flores starb laut Meldung der Red Sox an Komplikationen im Zusammenhang mit einer Krebsbehandlung.

Neue Manager für sechs MLB-Teams
Ein Fünftel der MLB-Teams wird mit einem neuen Manager in die Saison 2018 gehen. Zur Erinnerung: Der Manager ist im Baseball-Sprachgebrauch die Position, die man in anderen Sportarten als Headcoach oder Cheftrainer bezeichnet.
In Detroit hat man sich für einen alten Hasen entschieden in Person von Ron Gardenhire, der von 2002 bis 2014 dreizehn Jahre lang die Minnesota Twins gemanagt hatte. Der 60-Jährige soll mit seiner Erfahrung den dringend nötigen Neuaufbau der Tigers begleiten.
Ebenfalls im Neuaufbau befinden sich die Philadelphia Phillies, die dabei auf ein ganz neues Gesicht setzen: Gabe Kapler verfügt bisher über keine Erfahrung als Manager außer einem kurzfristigen Minor-League-Engagement vor zehn Jahren, nach dem er dann doch noch bis 2011 seine Karriere als Spieler fortsetzen. Als Director of Player Development der Los Angeles Dodgers durfte der 42-Jährige in den vergangenen drei Jahren unter Beweis stellen, dass er ein gutes Händchen in der Entwicklung junger Spieler hat.
Die anderen vier Teams, die sich für einen Wechsel des Managers entschieden haben, streben keinen Neuaufbau sondern zeitnahe Erfolge an. Die Boston Red Sox erhoffen sich diese von Alex Cora, der als Bench Coach in Houston gerade die World Series gewonnen hat. Außer diesem einen Jahr Coaching-Erfahrung ist Cora in dem Metier noch ein unbeschriebenes Blatt. Er gilt aber als hervorragender Analyst und stand bei mehreren Teams auf der Kandidatenliste als Manager.
Eines dieser Teams waren die New York Mets. Sie haben sich letztlich für Mickey Callaway entschieden, den bisherigen Pitching-Coach der Cleveland Indians. In dieser Rolle hat er fünf Jahre lang sehr erfolgreiche Arbeit geleistet und sich damit für den nächsten Schritt auf der Karriereleiter empfohlen. Callaway ist genau wie Kapler und Cora 42 Jahre alt, das scheint dieses Jahr ein beliebtes Einstiegsalter zu sein.
Ein paar Jahre älter, genauer gesagt 53, musste Dave Martinez werden, bevor ihm die Washington Nationals seine erste Chance als Manager auf höchster Ebene anboten. Er bringt zehn Jahre Erfahrung als Bench Coach der Tampa Bay Rays und der Chicago Cubs mit.
Die einzige derzeit noch offene Managerstelle der MLB ist die wohl begehrteste, nämlich die der New York Yankees. Etwas überraschend trennten sich die Yankees nach der Saison von Joe Girardi, der zehn Jahre lang das Zepter in der Hand gehalten und 2009 einen World-Series-Titel geholt hatte. Die Yankees haben gerade erst mit den Bewerbungsgesprächen begonnen; als erster wurde der bisherige Bench Coach Rob Thomson interviewt. Die Kandidatenliste ist noch lang, der prominenteste Name darauf ist jedoch bereits gestrichen: Alex Rodriguez hat deutlich gemacht, dass er kein Interesse an dem Job hat.

Die Gold Gloves sind vergeben
Als erste Einzelspielerauszeichnungen für die vergangene Saison wurden die Gold Glove Awards für herausragende Defensivleistungen vergeben. 18 Preisträger gibt es, je einen auf jeder Position in der National League und in der American League. Besonders hervorzuheben sind 3B Nolan Arenado (Rockies), LF Jason Heyward (Cubs) und LF Alex Gordon (Royals), die jeweils schon zum fünften Mal in ihrer Karriere die Ehrung erhalten haben. Hier gibt es die komplette Übersicht über die Gold Glove Awards des Jahres 2017.

Weitere Awards folgen nächste Woche
Im Laufe der nächsten Woche von Montag bis Donnerstag werden die weiteren individuellen Awards für die abgelaufene Spielzeit bekannt gegeben. Die Finalisten für die Auszeichnungen wurden vor einigen Tagen veröffentlicht. Meine persönliche Einschätzung hatte ich Anfang September bereits abgegeben und anscheinend habe ich zumindest nicht ganz falsch gelegen, denn meine Favoriten sind allesamt noch im Rennen.

Qualifying Offers für neun Spieler
Der wichtigste Teil der Offseason ist die Free Agency, die am Sonntag offiziell begonnen hat. Ihr Startschuss ist gleichzeitig die Deadline für das Einreichen sogenannter Qualifying Offers. Neun Spieler mit auslaufendem Vertrag haben von ihrem Team ein solches Angebot erhalten, das ihnen einen ligaweit einheitlichen Betrag von 17,4 Millionen Dollar für ein weiteres Jahr beim bisherigen Arbeitgeber zusichert. Jeder von ihnen hat nun eine Woche Zeit, das Angebot anzunehmen. Lehnt er es ab und unterschreibt woanders, erhält das bisherige Team einen hohen Draftpick als Kompensation. Hier gibt es eine Übersicht über die neun Qualifying Offers dieses Jahres sowie über ein paar nennenswerte Spieler, die das Angebot nicht erhalten haben. Für Spieler, die während der gerade beendeten Saison getradet wurden, können übrigens keine Qualifying Offers abgegeben werden.

Stanton, Gordon, Yelich im Ausverkauf?
Trade- und Free-Agent-Gerüchte gibt es in dieser Zeit des Jahres mehr als man erzählen kann. Im Mittelpunkt davon stehen dieses Mal die Miami Marlins, nachdem die neue Owner-Gruppe um Derek Jeter angekündigt hat, einen massiven Umbruch einzuleiten und die Kosten des Kaders deutlich zu reduzieren. RF Giancarlo Stanton, 2B Dee Gordon und CF Christian Yelich sind die drei herausragenden Kandidaten, die gesteigertes Interesse anderer Teams hervorrufen dürften. Das gilt ganz besonders für Stanton, der dieses Jahr die meisten Homeruns (59) erzielt hat seit Barry Bonds 2001 auf dem Höhepunkt der Doping-Ära 73 gelangen. Ihn hätte sicher jeder General Manager gern im Team, allerdings kommt Stanton mit einem dicken Rucksack: Das neue Team müsste den noch bis 2028 laufenden Vertrag übernehmen, der Stanton durchschnittlich 25 Millionen Dollar im Jahr einbringt. So krank es sich anhören mag: 25 Millionen Dollar Jahresgehalt für einen Superstar sind in der MLB durchaus im normalen Rahmen. Das Problem bei der Sache ist die Verpflichtung, die teure Bezahlung noch elf Jahre aufrecht zu erhalten, ohne zu wissen ob Stanton mit 38 noch fit ist und abliefert. Ich bin relativ sicher, dass die Marlins jemanden finden, der den Vertrag übernimmt. Viel Gegenwert in Form von Prospects werden sie wegen der problematischen Vertragssituation aber nicht erwarten dürfen.

Lackey, Colon, Granderson haben noch lange nicht genug
Im Gegensatz zum letzten Jahr, als zum Beispiel David Ortiz und Alex Rodriguez ihre Karriere beendeten, hat in der laufenden Offseason noch kein ganz Großer seinen Übergang in den Ruhestand verkündet. Die Pitcher Matt Cain (Giants) und Bronson Arroyo (Reds) sind bislang die namhaftesten Neurentner des Jahres. Drei andere Kandidaten, Pitcher John Lackey (39, Cubs), Pitcher Bartolo Colon (44, Twins) und Outfielder Curtis Granderson (36, Dodgers) haben trotz fortgeschrittenen Alters und auslaufender Verträge bereits angekündigt, dass sie auch nächstes Jahr noch in der MLB zu spielen gedenken. Ich freue mich drauf.

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