Die 5 besten Baseball-Filme

Langeweile in der Offseason? Muss nicht sein! Auf Wunsch des Baseblog-Lesers Marcus stelle ich heute meine Lieblings-Baseballfilme vor. Die Auswahl und die Reihenfolge ist höchst subjektiv und selbstverständlich bin ich sehr interessiert, welche Empfehlungen ihr noch auf Lager habt.

  1. Moneyball – Die Kunst zu gewinnen (Original: Moneyball)
    2011; Regie: Bennett Miller; Darsteller: Brad Pitt, Jonah Hill. FSK: Ab 0.
    Mein Lieblingsfilm basiert auf einer wahren Geschichte aus der MLB: Es geht um die Oakland Athletics, eine zum Zeitpunkt der Handlung (2002) genau wie heute finanziell notorisch unterlegene Franchise. Regelmäßig muss man Topspieler ziehen lassen, die Klubführung ist nicht bereit, mehr Geld zur Verfügung zu stellen. General Manager Billy Beane und sein (fiktiver) Assistent Peter Brand machen aus der Not eine Tugend – sie suchen mit Hilfe ausgefeilter statistischer Analysen nach unterbewerteten Spielern und bauen so ein konkurrenzfähiges Team auf. Der Ansatz, beim Scouting und bei der Evaluierung von Spielern verstärkt auf fortgeschrittene Statistiken – sogenannte Sabermetrics – zu setzen, wird anfangs von Kritikern innerhalb wie außerhalb des Klubs belächelt, doch der Erfolg gibt Beane Recht. Der Film erzählt sehr anschaulich, wenngleich stark vereinfacht und mit viel künstlerischer Freiheit, wie die Athletics zum Vorreiter eines Trends wurden, dem nach und nach sämtliche MLB-Teams folgten.
  2. Feld der Träume (Original: Field of Dreams)
    1989; Regie: Phil Alden Robinson; Darsteller: Kevin Costner, Amy Madigan, Burt Lancaster. FSK: Ab 6.
    Im Vergleich mit dem bodenständigen, realistischen Moneyball könnte ein Film kaum unterschiedlicher sein als es Feld der Träume mit Kevin Costner ist. Ich weiß gar nicht, wie man das Genre dieses Films bezeichnen soll – ein bisschen Komödie, ein bisschen Drama, ziemlich viel Märchen – auf den ersten Blick ziemlich abgedreht, auf den zweiten mit einer Menge Tiefgang. Die Geschichte spielt in Iowa, auf dem Land des Farmers Ray Kinsella. Kinsella lebt ein einfaches, geregeltes Leben mit Frau und Kind, bis er eines Tages beginnt, Stimmen zu hören. Er glaubt, dass die Stimmen ihn anweisen, mitten in den Maisfeldern einen Baseballplatz zu bauen. Obwohl es für ihn bedeutet, dass er sich verschuldet und dass Viele in seinem Umfeld ihn für verrückt halten, setzt er seinen Traum um. Als das Feld schließlich fertig ist, werden zuerst Kinsella und seine Familie, später auch Scharen von weiteren Menschen Zeugen fantastischer Ereignisse. Einige Zitate aus dem Film, zum Beispiel: „If you build it, he will come“, haben längst Kultcharakter unter Baseballfans. Nächstes Jahr wird der Traum von Ray Kinsella übrigens wirklich wahr: Für den 13. August 2020 plant die MLB, ein Spiel der Chicago White Sox gegen die New York Yankees auf einem eigens errichteten Spielfeld in Iowa zu veranstalten, in direkter Nachbarschaft zum originalen „Field of Dreams“.
  3. 42 – Die wahre Geschichte einer Sportlegende (Original: 42)
    2013; Regie: Brian Helgeland; Darsteller: Chadwick Boseman, Harrison Ford. FSK: Ab 0.
    Von den Träumen Ray Kinsellas zurück in die harte Realität des echten Lebens: Jahrzehntelang galt im professionellen Baseball in den USA eine strikte Rassentrennung. Der Name, der für immer mit der Überwindung dieser historischen Schande verbunden ist, ist der von Jackie Robinson. Robinson wurde am 15. April 1947 im Team der Brooklyn Dodgers eingesetzt und etablierte sich gegen alle Widerstände und Anfeindungen als erster Afroamerikaner in der MLB. Sein größter Förderer und Unterstützer war der General Manager der Dodgers, Branch Rickey. Der Film ist benannt nach Robinsons Rückennummer, die heute kein anderer Spieler mehr tragen darf. Es ist eine Biografie, wenngleich nicht Robinsons gesamte Lebensgeschichte erzählt wird, sondern im Wesentlichen der Ausschnitt von 1945 bis 1947. Obwohl sich der Film gewisse künstlerische Freiheiten in historischen Details nimmt, gibt er die zentralen Personen und Ereignisse sehr authentisch und sensibel wieder, was auch die bei der Produktion eingebundene Witwe von Jackie Robinson, Rachel Robinson, bezeugte.
  4. Herkules und die Sandlot-Kids (Original: The Sandlot)
    1993; Regie: David Mickey Evans; Darsteller: Tom Guiry, Mike Vitar, Denis Leary. FSK: Ab 6.
    Die hier vorgestellten Filme sind allesamt familientauglich, aber dies ist der einzige echte Kinderfilm in meinen Top-5. Die Dialoge kenne inzwischen fast auswendig, weil meine Kinder den Film unzählige Male auf langen Urlaubsfahrten im Auto gesehen haben und ich immer mithören musste. Die Handlung ist in den 60er-Jahren angesiedelt. Die Hauptperson ist Scotty Smalls, ein etwas nerdiger Fünftklässler, der frisch zugezogen ist und zunächst keine Freunde hat. Das ändert sich, als er auf eine Gruppe Kinder trifft, die regelmäßig auf einem Bolzplatz Baseball spielt und Scotty, obwohl er am Anfang nicht mal einen Ball werfen oder fangen kann, in ihre Clique aufnehmen. Es ist ein klassischer Coming-of-Age- Film mit ein bisschen erstem Verliebtsein in die Bademeisterin des örtlichen Freibads, einer sportlichen Herausforderung gegen ein richtiges Little-League-Team und einer mystisch verklärten Bedrohung in Form von Herkules. Bei Letzterem handelt es sich um eine legendäre, hinter dem Bolzplatz-Zaun herrschende „Bestie“, derentwegen die Sandlot-Kids sich nie trauen, nach einem Homerun den Ball zurück zu holen.
    (Den Sandlot-Trailer habe ich nur auf Englisch gefunden, aber den Film gibt es auch auf Deutsch.)
  5. Die Indianer von Cleveland (Original: Major League)
    1989; Regie: David S. Ward; Darsteller: Tom Berenger, Charlie Sheen, Wesley Snipes. FSK: Ab 12.
    1989 ist ein guter Jahrgang für Baseballfilme, denn sowohl das Feld der Träume als auch Die Indianer von Cleveland stammen aus diesem Jahr. Obwohl es um die Cleveland Indians und somit um ein echtes MLB-Team geht, ist die Geschichte des Films eine reine Erfindung. Es geht darum, dass die Franchise per Erbschaft in die Hände eines eingebildeten Starlets fällt. Die neue Besitzerin setzt sich in den Kopf, das Team nach Miami zu verlegen. Um damit durchzukommen, versucht sie, in Cleveland einen möglichst niedrigen Zuschauerschnitt zu provozieren, indem sie gezielt scheinbar unfähige und ausrangierte Spieler und Trainer zusammenwürfelt. Doch die raufen sich zusammen und bringen überraschend starke Leistungen, vor allem nachdem sie erfahren, welches Spiel die Besitzerin mit ihnen zu treiben versucht. Die Story ist nicht allzu originell, aber sie ist urkomisch umgesetzt. Es gibt übrigens zwei Fortsetzungen, doch im Gegensatz zum kultigen Original sind diese meiner Ansicht nach unsäglich schlecht. Schaut sie euch ruhig an, aber sagt nicht, ich hätte euch nicht gewarnt!

Ein paar weitere gute Baseball-Filme, alphabetisch sortiert:

  • 61* (61*)
  • Acht Mann und ein Skandal (Eight Men Out)
  • Annies Männer (Bull Durham)
  • Der Unbeugsame (The Natural)
  • Die Bären sind los (The Bad News Bears), Version 1976
  • Die Bären sind los (The Bad News Bears), Version 2005
  • Die Entscheidung – Eine wahre Geschichte (The Rookie)
  • Eine Klasse für sich (A League of Their Own)
  • Engel gibt es wirklich (Angels in the Outfield)
  • Mr. Baseball (Mr. Baseball)
  • The Babe – ein amerikanischer Traum (The Babe)
November 12th, 2019 by