Drei Matchbälle für die Indians

108 Jahre nach dem letzten Titel für die Cubs und 71 Jahre nach der letzten Finalteilnahme darf Chicago wieder Gastgeber für Spiele der World Series sein, aber auf einen Heimsieg warten die Fans der Cubs auch nach dem zweiten Versuch vergeblich. Nach dem 1:1-Split der Spiele in Cleveland haben die Indians nun zwei Partien aus Chicago entführt und stehen kurz davor, ihre eigene 68 Jahre alte Titel-Durststrecke zu überwinden.

Überraschend kam vor allem der 1:0-Sieg der Indians in Spiel 3 der Serie. Ein RBI-Single von Pinch Hitter Coco Crisp im siebten Inning war alles, was Clevelands erneut hervorragendes Pitching Staff um Starter Josh Tomlin und den unglaublichen Andrew Miller benötigte, um das Spiel nach Hause zu bringen.

In Spiel 4 ließ Corey Kluber schon im ersten Inning einen Run der Cubs zu, war ansonsten aber so dominant wie es von ihm als Ass des Teams erwartet wurde. Homeruns von Carlos Santana im zweiten und Jason Kipnis im siebten Inning waren die Highlights von insgesamt sieben Scores für Cleveland. Andrew Miller durfte auch wieder für zwei Innings ran und ausnahmsweise war es ein Auftritt mit Licht und Schatten: Das Licht waren die zwei Strikeouts, durch die er einen neuen Postseason-Rekord für Reliever mit nun 29 Ks in diesem Oktober aufstellte. Der Schatten war der Solo-Homerun von Dexter Fowler – Millers erster earned Run der Postseason, in der er nun einen ERA von 0.53 aufweist.

Die Indians führen in der Best-of-Seven-Serie 3:1 und haben somit drei Matchbälle. Noch ein Sieg aus bis zu drei Spielen und sie haben die World Series gewonnen. Die Cubs hingegen müssten die drei Spiele – zuerst ihr letztes Heimspiel und dann noch zwei Spiele in Cleveland – alle gewinnen, um den Titel zu holen.

Wegen der Zeitumstellung, die bei uns eine Woche früher stattgefunden hat als in Amerika, beginnen die restlichen Partien der World Series nicht mehr um 2 Uhr sondern schon um 1 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Das nächste und vielleicht schon letzte Spiel steigt heute Nacht mit dem Matchup von Jon Lester gegen Trevor Bauer. Beide Pitcher haben ihre ersten Auftritte in dieser World Series verloren. Interessanter Fakt am Rande: Lester ist die Situation, in der er sich mit den Cubs befindet, sehr vertraut. In der ALCS 2007 lag er mit den Red Sox ebenfalls 1:3 gegen die Indians zurück. Boston schaffte damals das Comeback und holte schließlich den Titel.

Oktober 30th, 2016 by